BERLIN. Taschengeld erfüllt für viele Kinder in Deutschland mehr als nur einen Konsumzweck: Sparen zählt zu den drei häufigsten Verwendungszwecken – nahezu gleichauf mit Spielzeug und Snacks/Getränken. Auch beim grundsätzlichen Umgang mit Taschengeld zeigt sich aus Elternsicht ein ausgewogenes Bild: Jeweils rund ein Drittel der Kinder spart demnach eher, gibt ihr Taschengeld eher direkt aus oder hält bei beidem die Waage. Das zeigt eine aktuelle, repräsentative Civey-Umfrage im Auftrag der Deutschen Kreditbank unter 2.005 Eltern von Kindern unter 18 Jahren. Gleichzeitig verzichtet mehr als ein Drittel der Eltern auf feste Regeln für den Umgang mit Taschengeld.

Ein Blick auf die Verwendungszwecke von Taschengeld zeigt: Kinder in Deutschland geben ihr Geld am häufigsten für Snacks und Getränke aus (42,9 Prozent). Dahinter folgt Spielzeug mit 41,6 Prozent. Fast gleichauf liegt Sparen mit 40,4 Prozent auf Platz drei. Besonders hoch ist der Sparanteil bei den 6- bis 7-Jährigen: 46,9 Prozent der Eltern geben an, dass ihr Kind Taschengeld hauptsächlich zurücklegt. Besonders im ländlichen Raum spielt Sparen eine überdurchschnittlich große Rolle: Dort liegt es mit 42,4 Prozent sogar vor Spielzeug sowie Snacks und Getränken.
Mit zunehmendem Alter verschieben sich die Ausgaben stärker in Richtung Freizeit, Kleidung und digitale Angebote. Taschengeld wird damit im Verlauf der Kindheit zunehmend zu einem Instrument eigenständiger Finanzentscheidungen im Alltag.
Sparen und Ausgeben halten sich fast die Waage
Ob Kinder ihr Taschengeld eher sparen oder direkt ausgeben, ist aus Elternsicht nahezu ausgeglichen: 35,7 Prozent der Eltern geben an, dass ihr Kind das Geld eher direkt ausgibt. 32,4 Prozent berichten, dass ihr Kind eher spart. Bei 30,8 Prozent halten sich beide Tendenzen ungefähr die Waage.
Unterschiede zeigen sich vor allem nach Alter: Jüngere Kinder werden häufiger als sparorientiert beschrieben – bei den unter Sechsjährigen liegt der Anteil der Kinder, die eher sparen, bei 40,9 Prozent. Besonders ausgabefreudig sind hingegen die 12- bis 13-Jährigen: In dieser Altersgruppe gibt fast die Hälfte (46 Prozent) ihr Taschengeld überwiegend direkt aus. Auch bei den 14- bis 15-Jährigen ist dieser Anteil mit 41,3 Prozent verhältnismäßig hoch.
Eltern möchten frühe Finanzbildung – sehen aber Defizite in der Schule
Die Umfrage zeigt außerdem, dass Eltern frühe finanzielle Verantwortung mehrheitlich für wichtig halten: 60 Prozent sind der Ansicht, Kinder sollten möglichst früh lernen, mit Geld umzugehen. Weitere 25,8 Prozent wollen sowohl Freiraum als auch Verantwortung vermitteln. Nur 13,5 Prozent der Eltern vertreten die Meinung, dass Kinder zunächst einfach Kinder sein und finanzielle Verantwortung erst später übernehmen sollten.
Gleichzeitig sehen viele Eltern beim Thema Finanzbildung in der Schule Nachholbedarf: Fast die Hälfte (47,4 Prozent) ist der Meinung, dass der Umgang mit Geld dort nicht ausreichend vermittelt wird. Gerade einmal 29,9 Prozent bewerten die Finanzbildung an Schulen als ausreichend. Auch zu Hause wird der Umgang mit Taschengeld unterschiedlich begleitet: 45,9 Prozent der Eltern berichten von teilweisen Regeln, 34,6 Prozent verzichten vollständig auf feste Vorgaben, nur 18,7 Prozent legen klare und verbindliche Regeln fest.
„Finanzielle Bildung beginnt nicht erst im Klassenzimmer, sondern im Alltag – und oft mit dem ersten Taschengeld. Dass Sparen bei vielen Kindern schon heute eine wichtige Rolle spielt, ist ein gutes Signal. Gleichzeitig zeigt sich, dass finanzielle Kompetenz nicht dem Zufall überlassen werden sollte. Es braucht frühe Erfahrungen zu Hause und eine stärkere Vermittlung von Finanzwissen in der Schule“, kommentiert Hauke Kramm, Sprecher der Deutschen Kreditbank. News4teachers
Umfrage: 60 Prozent der Bürgerinnen und Bürger wünschen ein Pflichtfach „Finanzwissen“









