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Referendariats-Reform: „Nichts ist so herrlich, wie im Klassenraum zu stehen“

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WIESBADEN. Hessen will angehende Lehrkräfte schneller durch das Referendariat bringen – und sie währenddessen stärker eigenverantwortlich unterrichten lassen. CDU und SPD wollen den Vorbereitungsdienst von 21 auf 18 Monate verkürzen, die Zahl der benoteten Unterrichtsbesuche reduzieren und zugleich das wöchentliche Unterrichtspensum erhöhen. Die Koalition verspricht sich davon eine praxisnähere und attraktivere Ausbildung – die Grünen und die GEW sehen ein Sparmodell.

„Individueller, praxisorientierter, kompakter“: Hessens Kultusminister Armin Schwarz (CDU). Foto: Paul Schneider / Hessische Staatskanzlei

Der Gesetzentwurf der schwarz-roten Regierungskoalition greift tief in die praktische Phase der Lehrkräfteausbildung ein. Statt bislang 21 sollen angehende Lehrerinnen und Lehrer künftig nur noch 18 Monate im Vorbereitungsdienst verbringen. Damit würde Hessen bei der Dauer des Referendariats nach Angaben des Hessischen Rundfunks (HR) mit den meisten anderen Bundesländern gleichziehen.

Dabei geht es nicht lediglich um drei Monate weniger. Auch das Verhältnis von Ausbildung, Prüfung und eigenständigem Unterricht soll sich verschieben. Bislang müssen Referendarinnen und Referendare laut HR bis zu 14 benotete Unterrichtsstunden vor ihren Ausbilderinnen und Ausbildern absolvieren. Künftig sollen es nur noch acht sein. Zugleich soll die Zeit in den Ausbildungsseminaren reduziert werden.

Den dadurch gewonnenen Raum will Schwarz-Rot vor allem für mehr Unterrichtspraxis nutzen. In den beiden Hauptphasen des Referendariats sollen die angehenden Lehrkräfte künftig 14 bis 16 eigenverantwortliche Unterrichtsstunden pro Woche übernehmen. Bislang liegt die Obergrenze bei zwölf Stunden.

Für die Koalition gehört beides zusammen: weniger aufwendig vorbereitete Prüfungssituationen, dafür mehr Erfahrung im regulären Schulalltag. „Unterrichten lernt man durch Unterrichten“, meinte die bildungspolitische Sprecherin der SPD, Nina Heidt-Sommer, in der heutigen Landtagsdebatte zum Thema.

Kultusminister Armin Schwarz (CDU) argumentiert ähnlich. „Nichts ist so herrlich, nichts ist so live wie direkt auf dem Platz im Klassenraum zu stehen“, sagte er im Plenum. Die Kritik der Opposition an einer Kürzung der Ausbildung wies Schwarz deutlich zurück: „Ihre Platte von irgendwelchen Kürzungen kann ja keiner mehr hören.“

Nach Darstellung des Ministers soll die Reform die Lehrkräftebildung „individueller, praxisorientierter, kompakter und somit zeitgemäß“ machen. Der Gesetzentwurf führt zudem den Wettbewerb der Länder um Lehrkräfte als Argument an: Durch das kürzere Referendariat könnten Nachwuchskräfte früher die Besoldungsgruppe A 13 erreichen. Das soll Hessen als Ausbildungs- und Beschäftigungsort attraktiver machen.

Der stärkere Praxisbezug soll sich auch in der Abschlussnote niederschlagen. Bislang zählt das Gutachten der Ausbildungsschule nach Angaben des HR lediglich 7,5 Prozent, künftig sollen es 25 Prozent sein. Schulleitungen und betreuende Lehrkräfte, die die Referendarinnen und Referendare über Monate im Schulalltag erleben, erhielten damit erheblich mehr Einfluss auf deren Bewertung.

Auch die Struktur des Vorbereitungsdienstes soll verändert werden. Die bisherige modulare Ausbildung mit unterschiedlichen Ausbildungsschritten soll durch eine neue durchgehende Struktur ersetzt werden. Inhaltlich sollen zudem Themen stärker berücksichtigt werden, die den Schulalltag zunehmend prägen. Der Hessische Rundfunk nennt Künstliche Intelligenz, Demokratiebildung, Inklusion, Schulrecht und psychische Gesundheit.

Der politische Streit dreht sich allerdings gerade um die Frage, ob mehr eigenverantwortlicher Unterricht tatsächlich in erster Linie mehr Ausbildungspraxis bedeutet. Die Grünen vermuten hinter der Reform auch ein Instrument gegen den Lehrkräftemangel. Ihr bildungspolitischer Sprecher Daniel May wirft der Koalition vor, Referendarinnen und Referendare zur Schließung von Lücken in der Unterrichtsversorgung einzusetzen.

May bestreitet zudem, dass sich die Verkürzung ohne Weiteres mit der Ausbildungsdauer in anderen Bundesländern rechtfertigen lässt. Dort dauere das Referendariat zwar teilweise ebenfalls nur 18 Monate, dafür sei das Studium länger. Hessen wolle nun allein die praktische Ausbildungsphase verkürzen. „Nur die Kürzung steht im Mittelpunkt Ihres Vorhabens, nicht eine qualitative Auswertung“, sagte May im Landtag.

Besonders kritisch bewertet er die geplante Ausweitung des eigenverantwortlichen Unterrichts. Nach seiner Rechnung könnten die zusätzlichen Stunden der Referendarinnen und Referendare insgesamt 10.000 bis 15.000 Unterrichtsstunden ausmachen. Das entspreche einem Umfang von 400 bis 600 Lehrerstellen.

Die GEW Hessen sieht darin eine Gefahr für die Qualität der Ausbildung. Nach Darstellung der Gewerkschaft läuft die Verkürzung des Referendariats um drei Monate auf eine Verschlechterung hinaus. Gleiches gelte für die geplante Erhöhung des eigenverantwortlichen Unterrichts auf bis zu 16 Wochenstunden in der Hauptphase. Umfragen zeigten bereits jetzt eine sehr hohe Belastung der angehenden Lehrkräfte. News4teachers

Referendariatsreform: Angehende Lehrkräfte laufen Sturm gegen mehr Pflichtunterricht

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22 Kommentare
Susanne M.
6 Tage zuvor

Das Argument des Ministers “ Nichts ist so herrlich, wie im Klassenraum zu stehen“ erinnert mich an das römische ( nur sinngemäß hier wiedergegebene Zitat) “ Nichts ist süßer, als fürs Vaterland zu sterben“

Ruhrgebiet
6 Tage zuvor
Antwortet  Susanne M.

Yep.

dickebank
6 Tage zuvor
Antwortet  Susanne M.

… für Minister/Ministerin, Volk und Vaterland!

Ich_bin_neu_hier
6 Tage zuvor

„Nichts ist so herrlich, nichts ist so live wie direkt auf dem Platz im Klassenraum zu stehen“

…und zwar so schnell wie möglich, so viel wie möglich und so lange wie möglich, damit wir Geld sparen. Oder habe ich da etwas falsch verstanden?

„Bislang zählt das Gutachten der Ausbildungsschule nach Angaben des HR lediglich 7,5 Prozent, künftig sollen es 25 Prozent sein.“

Sinnvoll, da die Lehrkräfte an der Ausbildungsschule die Referendare deutlich häufiger im Unterricht und bei der Vorbereitung erleben als die offiziellen Ausbilder der Studienseminare.

„Inhaltlich sollen zudem Themen stärker berücksichtigt werden, die den Schulalltag zunehmend prägen. Der Hessische Rundfunk nennt Künstliche Intelligenz, Demokratiebildung, Inklusion, Schulrecht und psychische Gesundheit.“

Schauen wir mal, ob das dann auch exakt die Schwerpunkte sind, die den Unterricht in den kommenden Jahrzehnten des Berufsalltags prägen.

„In den beiden Hauptphasen des Referendariats sollen die angehenden Lehrkräfte künftig 14 bis 16 eigenverantwortliche Unterrichtsstunden pro Woche übernehmen.“

Das wäre also an Gymnasien fast schon eine Zweidrittelstelle – neben den Belastungen durch die Ausbildung. Das ist schon ziemlich sportlich gedacht bzw. nach dem Motto „Nur die Harten kommen in den Garten“.

Ruhrgebiet
6 Tage zuvor
Antwortet  Ich_bin_neu_hier

Ebenfalls: Yep.

unfassbar
6 Tage zuvor
Antwortet  Ich_bin_neu_hier

14-16 Stunden am Gymnasium wären also etwa 3500€ brutto in Hessen, A13, Stufe 1. Ich glaube nicht, dass das Referendariatseinkommen so hoch ist.

HarneEinrichson
6 Tage zuvor
Antwortet  unfassbar

natürlich nicht, es wird wie in Sachsen mehr Arbeit verlangt, aber nicht mehr bezahlt

Laromir
6 Tage zuvor

Und die Mentoren haben ebenfalls die Freunde, sich in die nächste Ausbildungsverordnung einzulesen. auch schön. Und so ganz ohne größere Erfahrung gleich mal 16 Stunden eigenständig ohne Hospitationsphase, attraktiver geht es schon kaum noch. und das fürs gleiche Gehalt natürlich, wie für 12 h. Aber gut, wer fragt schon Referendare? Da können die sich gleich mal dran gewöhnen, dass in der Schule meistens niemand gefragt wird, ob etwas Sinn macht. Kann man den Bereich psychische Gesundheit gleich im Selbsttest abarbeiten. ganz ohne Seminar, learning by burnout.

Da.Name
6 Tage zuvor
Antwortet  Laromir

Ja wieso, dann werden die 16 Stunden halt nicht gut. Aber sind ja nicht meine Kids, die ich da schlecht unterrichte. Der Dienstherr ist für die Qualität selbst verantwortlich.

vhh
5 Tage zuvor
Antwortet  Da.Name

Die nicht guten Stunden finden sich dann aber zu 25% in der Endnote…

Da.Name
5 Tage zuvor
Antwortet  vhh

Ohh nein, wie furchtbar. Oder so. Darf ich fragen, wie lange Sie in dem Job sind? Nur so ungefähr?

vhh
5 Tage zuvor
Antwortet  Da.Name

In wenigen Jahren ‚raus…
Fehlt Ihnen die Vorstellung. dass auch andere Noten als ’sehr gut‘ im Gutachten stehen können? Oder, auch sehr eigenwillig, führen ‚zu viele‘ oder ‚zu wenige‘ Berufsjahre dazu, dass man einfach mal eine Aussage implizit als lächerlich/unwichtig abqualifiziert?
Ich weiß nicht, in welcher Welt Sie leben, hier werden jedenfalls ‚wohlwollend ehrliche‘ Gutachten geschrieben. Grundlegend schlechter Unterricht, egal ob wegen Überlastung oder mangelnder Eignung, endet nicht mit ‚gut‘. Ob der Dienstherr jemand überfordert ist die eine Frage, verantworten muss den Unterricht derjenige, der ihn hält, übrigens auch Eltern und Kindern gegenüber.
Ich bin aber auch einer der Idioten, die ihren Beruf, der auch Mentorenarbeit mit Referendaren beinhaltet, nicht nur als ‚Job‘ sehen. Schon einmal erlebt, wie grundsätzlich geeignete Referendare aufhören, weil sie bisher schon jenseits der Grenze waren? Vermutlich nicht, wenn doch auch egal, ist ja nur ein Job, was interessieren solche Befindlichkeiten.

Da.Name
6 Tage zuvor

„’Nichts ist so herrlich, nichts ist so live wie direkt auf dem Platz im Klassenraum zu stehen‘, sagte er im Plenum.“

Doch und zwar a) der Kontostand am Ende des Monats. Wenn der passt, unterrichte ich auch nach sechs Monaten, Vollzeit, kein Problem. b) Zeit für mich und c) Zeit für meine eigenen Kids.

Wenn das passt, mache ich den Job gerne. Ansonsten sucht euch wen anders. Ihr findet bestimmt wen 😀

Weiland
6 Tage zuvor

Wie verheizen wir angehende Lehrkräfte schnell und mit ganzer Wirkung, um über eine Misswirtschaft hinwegzutäuschen?

Eine Scheinargumentation, „Unterrichten lernt man durch Unterrichtspraxis“. Ganz nach dem Motto, „viel hilft viel“. Leider ist dem nicht so.
Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst sind heute mehr denn je überfordert mit den vielfältigen Anforderungen die an eine Lehrkraft gestellt werden. Hier braucht es eine enge Begleitung, Reflexion und Feedbackgespräche. Die Lehrerausbildung müsste sich bereits in der ersten Ausbildungsphase ändern, um mit der richtigen Haltung, einem Methodenrepertoire und Kenntnis über das Menschenbild gestärkt, eigenverantwortlichen Unterricht tätigen zu können.
Zudem ist es nicht eine Einbahnstraße. Wir haben es mit Schülern auf der anderen Seite zu tun, die mehr denn je in ihrem Selbstwert nicht verletzt werden sollten und die Anspruch auf Bildungsqualität haben. Das ist keine Versuchsstation.

Lehrermangel, steht an erster Stelle, von jemandem, der nie selbst Schule nachhaltig entwickelt hat. Sätze wie: “ Nichts ist so herrlich, wie im Klassenraum zu stehen „, scheint ein Werbeslogan zu sein, der der Realität wenig gerecht wird.
Wir haben heute bereits überforderte Junglehrer, die abbrechen oder im Burn-Out landen. Qualität und Nachhaltigkeit bleiben auf der Strecke. Bildungsqualität braucht eine resilliente Schulgemeinde und andere Konzepte, wie nur eine Unterrichtsversorgung, die sich an Zahlen orientiert. Vielleicht sollte man sich nicht von “ viel hilft viel “ leiten lassen, stattdessen eher von „alles hängt mit allem zusammen “ , um entsprechende Ideen und Konzepte zu entwickeln.

Hans Malz
5 Tage zuvor
Antwortet  Weiland

Ein guter Minister wird man doch auch nur durch Arbeitspraxis … wer braucht schon Vorwissen und Qualifikationen?

Teacher Andi
4 Tage zuvor
Antwortet  Hans Malz

Aber die Arbeitspraxis scheint bei denen auch nicht so richtig zu funktionieren. Fernab jeglicher Realität entscheiden sie über diese wichtigen Dinge, man kann durchaus annehmen, dass diese Minister nie und nirgends die Belastung der Lehrerarbeit vor, nach und im Unterricht selbst erfahren haben, die schlauen Sprüche sind rein dem engen Budget zugeschnitten.Ein Kultusminister ist ein Theoretiker durch und durch, gut bezahlt, wenig Effizienz.

Bernd Brunnet
5 Tage zuvor

Wieder eine erneute sinnlose Massnahme!
Wer 2 Jahre Referendariat gemacht hat, weiss was das heisst! Neben dem Wahnsinn Praxissemester, unbezahlt während des Studiums, was soll Studierende dort lernen, kürzte man den Vorbereitungsdienst, sparte also Geld!
Es erinnert sehr daran, Medizinstudenten bereits nach dem 1. Staatsexamen 6.Semester schon mal ein paar Operationen durchführen zu lassen oder als Notarzt zu arbeiten, damit sie mehr Praxiserfahrung bekommen!
Referendare beginnen aber ihren Vorbereitungsdienst häufig mitten im Schuljahr, damit scheiden Abschlussklassen definitiv für den Unterricht aus! Prüfungen dürfen sie auch noch nicht abnehmen! Welche Schulform darf es denn sein? Inklusion dazu, Haupt- und Realschule, von allem ein bisschen!
Der Effekt wird furchtbar! Aber einen Versuch bestimmt wert! Spart Vollzeitstellen!

Hans Malz
5 Tage zuvor

„Nichts ist so herrlich, nichts ist so live wie direkt auf dem Platz im Klassenraum zu stehen“
Außer vielleicht, sich mit einer Dornenpeitsche auf den Rücken zu schlagen…

Ne, Spaß. Aber warum macht der Minister und alle anderen Klugschwätzer das denn nicht?

Alena
4 Tage zuvor

Schule, wie sie jetzt noch gibt ist eine Pflichtanstalt für Kinder, die dort ihre Individualität nicht entfalten können, in ihrer Bewegung und Freiheit, die von Gott gegeben gehemmt und eingeschränkt werden. Um mehr mündige Bürger zu züchten. Bildungspflicht ja, weg mit der Nationasozialistischen Schulpflicht, die menschenunwürdig ist.
Kein Frontalunterricht mehr aber neue, evolutionäre Formen der Bildung, basierend auf dem Recht der Freiheit und Selbstausdruck, Kreativität sowie selbstständiges Denken.

Bernd Brunnet
4 Tage zuvor

Wäre schon mal schön wenn es mit der Rechtschreibung nicht so hapern würde!
In der Tat gibt es eine Schulpflicht, das ist auch gut so! Andernfalls sei es das Modell Afghanistan empfohlen! Dort endet das Recht für Mädchen eine Schule zu besuchen mit der 6.Klasse! Auch in vielen anderen Ländern müssen Kinder arbeiten, werden ausgebeutet, unterdrückt und missbraucht! Ginge es nach der Schreiberin würden die Zahlen des Schulabsentismus steigen! Sozialkontakte würden sich auf Strassen, Plätzen und Lost Places beschränken! Dafür laufen sie dann Gefahr Opfer von Straftaten zu werden oder zu Tätern mit Gewalterfahrungen zu mutieren! Dort ist dann allerdings nichts von Freiheit, Selbstbestimmung oder Selbstverwirklichung zu realisieren! Aber das ist der Schreiberin vollkommen egal! Wer immer noch so etwas fordert, ist offenbar krachend gescheitert, teils am System Schule, teils aber auch an sich selbst!
Was das Stichwort Frontalunterricht anbelangt, so sei nur auch darauf verwiesen, dass eine steigende Zahl der SuS dies durchaus zu schätzen lernen, weil die ewige PA, GA oder Fishbowl etc., genauso schnell das Interesse verlieren lässt!
Ob an der Universität im Hörsaal, im Handwerk, oder an der Werkbank in der Industrie, auch nicht im Dienstleistungsbereich werden sich solche Utopien umsetzen lassen!
Bleibt eigentlich nur der Bereich Influenzer, wobei das kaum von Influenza zu unterscheiden ist!

Bla
4 Tage zuvor
Antwortet  Bernd Brunnet

Kanada … Irland … Österreich … Australien … Neuseeland … Dänemark …
Doch … Bildungspflicht geht anscheinend. Kann man konzeptionell auch anpassen … Wie in diesen Ländern ja auch zu sehen und unterscheiden ist.
Deutschland steht (inzwischen) mit einer starren Schulpflicht eher sogar „immer mehr abseits“ …
Zu obigen gesellen sich ja sehr viele weitere … Teile USA … Polen … Italien … GB (England, Wales, (Nord)Irland, Schottland) … Einige Kantone der Schweiz … Portugal …

Also ich hoffe wirklich … Dass Sie Afghanistan da nicht mit Bildungspflicht in einen Top werfen. Afghanistan ist weit von einer Bildungspflicht entfernt – dies ist sogar dort streng untersagt und wird massiv (teilweise lebensgefährlich) eingeschränkt und untersagt.
Wer eine Bildungspflicht mit Afghanistan denkt, hat schlichtweg absolut keine Ahnung. Hoffe Sie machen das nicht … Digitale Bildung für Mädchen wird dort geahndet. Ebenfalls die Auflesung von Untergrundschulen. Bei Afghanistan sprechen wir von einem radikalen, geschlechterfeindlichen/geschlechterspezifischen BildungsVERBOT für die weibliche Bevölkerung ab der 7. Klasse seit 2021.
Hat absolut Null mit Bildungspflicht zu tun.

Bernd Brunnet
3 Tage zuvor
Antwortet  Bla

Bildungspflicht schon das Wort ist sehr markant! Wird auch gerade von der AfD statt Schulpflicht in Sachsen-Anhalt gefordert! Kann man so sehen, sollte man aber nicht!
Hier passt eigentlich nur Kant über Aufklärung: Aufklärung ist das Entkommen aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit! Sapere aude!
Sieht man unsere Eliten, Regierungen, eine oben genannte Partei an, ist das mit der Bildungspflicht erfolgreich gescheitert!
Stattdessen Homeschooling, von sektenaffinen Esoterikern, Schwurblern gerne unterstützt! Eltern, besser Erzeugergemeinschaften, die ihre Kinder vor Sexualerziehung mittels häuslicher Gewalt bewahren möchten, abgeschirmt vor der bösen, gottlosen Gesellschaft! Colonia Dignidad in Chile lässt grüssen! In Olpe NRW gab es ein Mädchen, dass von der Mutter und den Grosseltern zuhause isoliert wurde, keine Kita und keine Schule besuchte! Wer schon einmal an einer Brennpunktschule tätig war, die den wahnsinnigen Aufstieg von der Talentschule zur Startchancenschule erlebt hat, weiss wovon man spricht! Aber in der Theorie ist ja gut reden, was interessiert die Realität! Noch immer hängt der Bildungsweg von der sozialen Herkunft ab! Kann man wissen, kann man aber auch ablehnen!
Letztes Beispiel neben der Oberlin-Oberschule in Neukölln:
Ludwigshafen Katharina Burger Realschule! Kaum Unterricht möglich wegen der Heterogenität der Zusammensetzung der Schülerschaft! Polizeieinsätze, Schulleitung ausgetauscht. Nützt nichts! Aber Bildungspflicht als Allheimittel! Ja und dann war doch in der gleichen Stadt eine Grundschule in der 41 Kinder die 1. Klasse wiederholen mussten! Lag auch an der fehlenden Bildungspflicht? Man muss nicht AfD-affin sein, um eine Bildungspflicht statt Schulpflicht, das eben historisch auch ein Schulbesuchsrecht ist, zu fordern! Wer dann noch einem Teil den Besuch von religiösen Ersatzeinrichtungen erlaubt und ermöglicht, der hat dann fertig! Oder um Kant zu zitieren: Sapere aude!