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Vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: VBE berichtet von Sorgen unter Lehrkräften

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MAGDEBURG. Kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt stärkt der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Lehrkräften den Rücken, die sich angesichts der Wahlprognosen um die künftige Ausrichtung der Schulen sorgen. Zugleich stellt der Verband klar: Politische Kontroversen müssen im Unterricht kontrovers behandelt werden – gegenüber Angriffen auf Demokratie, Grundgesetz und Menschenrechte seien Lehrkräfte jedoch nicht zur Neutralität verpflichtet.

„Nehmen wir sehr ernst“: VBE-Chef Tomi Neckov. Foto: BLLV

„Wir wissen, dass sich viele Lehrkräfte angesichts der bevorstehenden Wahl am Sonntag Sorgen machen – um ihre pädagogische Arbeit, um ihre Schüler und um die Zukunft eines inklusiven, integrierenden Schulsystems“, erklärt der VBE-Bundesvorsitzende Tomi Neckov. „Diese Sorgen nehmen wir sehr ernst.“

Der Verband sichert den Pädagoginnen und Pädagogen Unterstützung zu und kündigt an, sich weiterhin für ihre pädagogische Freiheit einzusetzen. Dabei verweist Neckov auf den Beutelsbacher Konsens, der seit Jahrzehnten als eine Grundlage politischer Bildung in Deutschland gilt. Danach dürfen Schülerinnen und Schüler nicht im Sinne einer bestimmten Meinung überwältigt werden; was in Politik und Wissenschaft kontrovers ist, muss auch im Unterricht als kontrovers erscheinen.

Eine Verpflichtung der Lehrkräfte zu politischer Neutralität leitet der VBE daraus ausdrücklich nicht ab. „Der falschen Interpretation, dass Lehrkräfte neutral bleiben müssten, verwehren wir uns aber“, erklärt Neckov. „Wenn die Grundlagen unserer Demokratie, das Grundgesetz oder Menschenrechte angegriffen werden, müssen wir dies so benennen und Haltung zeigen.“

Mit dieser Position verbindet der Verband die Forderung nach einer stärkeren Demokratiebildung an den Schulen. Dafür müssten ausreichend Ressourcen und Zeit im Schulalltag zur Verfügung stehen. Demokratiebildung dürfe zudem nicht allein Aufgabe einzelner Fächer sein, sondern müsse interdisziplinär und fächerübergreifend verankert werden. Nach Auffassung des VBE gehört dazu auch, demokratische Prinzipien im Schulalltag praktisch erfahrbar zu machen – als Bestandteil von Schulklima, Schulkultur und täglichem Miteinander.

In diesem Zusammenhang bekräftigt der VBE auch sein Festhalten an der Schulpflicht. Der Bundesvorstand hatte dazu im Juni 2026 einstimmig eine Position verabschiedet. Darin wendet sich der Verband gegen Bestrebungen der AfD, die Schulpflicht durch eine sogenannte Bildungspflicht beziehungsweise eine Wahlfreiheit der Eltern zwischen Schulbesuch und Hausunterricht zu ersetzen.

„Schule ist ein Begegnungsort für alle Kinder, an dem Demokratie und Kooperation gelebt wird“, heißt es in dem Beschluss. Die Pflicht zum Schulbesuch stelle zugleich sicher, dass jedem Kind staatliche Ressourcen zugutekämen. Damit werde der Staat seiner Aufgabe gerecht, ein gemeinsames, staatlich verantwortetes Schulwesen nach Artikel 7 des Grundgesetzes bereitzustellen. News4teachers 

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