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Wüst meldet Personalrekord an Schulen, GEW sieht davon im Alltag wenig

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DÜSSELDORF. Mehr Personal, mehr Geld, mehr Studienplätze: Zum Start des neuen Schuljahres zieht die schwarz-grüne Landesregierung in Nordrhein-Westfalen eine ausgesprochen positive Bilanz ihrer Bildungspolitik. Seit Beginn der Legislaturperiode arbeiten nach ihren Angaben 12.600 Menschen mehr an den Schulen, 2027 sollen weitere 1.300 Lehrerstellen hinzukommen. Die GEW NRW bestreitet die Fortschritte nicht – stellt der Erfolgsmeldung aber eine deutlich andere Bilanz gegenüber: Entscheidend sei nicht die Zahl der Maßnahmen, sondern was davon bei Schulen und Beschäftigten tatsächlich ankomme.

„Unser Anspruch ist klar“: NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU). Foto: Shutterstock / penofoto

Nach Angaben der Landesregierung ist die Zahl der Lehrkräfte und weiteren Landesbeschäftigten an den Schulen seit den 1970er-Jahren innerhalb einer Legislaturperiode nicht mehr so stark gestiegen. Allein im pädagogischen Bereich seien seit Juni 2022 rund 10.410 vollbesetzte Stellen hinzugekommen – im Durchschnitt etwa 2.600 pro Jahr. Zusätzlich seien mehr als 2.200 Alltagshelferinnen und Alltagshelfer im Einsatz.

Auch die Zahl der Einstellungen führt die Landesregierung als Beleg für ihre Personalpolitik an. Seit Beginn der Legislaturperiode habe es mehr als 30.000 dauerhafte Neueinstellungen gegeben, darunter 25.000 Lehrkräfte. Für 2027 sieht der Haushaltsentwurf Bildungsausgaben von insgesamt 44,4 Milliarden Euro vor, 800 Millionen Euro mehr als zuvor. Mit über 1.300 zusätzlichen Lehrerstellen entfalle der größte Stellenzuwachs des Landeshaushalts auf die Schulen. 896 davon seien für Grundschule und Ganztag sowie für die Inklusion in der Sekundarstufe I vorgesehen.

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Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) sieht darin eine Bestätigung des eingeschlagenen Kurses. „Unser Anspruch bleibt klar: Jedes Kind in Nordrhein-Westfalen soll die bestmöglichen Bildungschancen haben. Mit dem zusätzlichen Personal verbessern wir die Situation an unseren Schulen und den Unterricht für unsere Kinder.“

Die GEW NRW bewertet die vergangenen vier Jahre deutlich zurückhaltender. Zwar erkennt die Bildungsgewerkschaft ausdrücklich Fortschritte an. Sie nennt unter anderem die Weiterentwicklung des Sozialindex, das Startchancen-Programm, die stärkere Konzentration auf Basiskompetenzen, die Stärkung von Schulleitungen und die Einführung von A13 beziehungsweise EG13 für Lehrkräfte an Grundschulen und in der Sekundarstufe I.

„Am Ende des Tages zählt, was bei den Kindern und den Beschäftigten vor Ort ankommt“

Aus Sicht der Gewerkschaft reichen diese Maßnahmen allerdings nicht aus, um die strukturellen Probleme zu lösen. „Es ist höchste Zeit, nicht mehr nur über kurzfristige Programme und immer neue Einzelmaßnahmen zu sprechen, sondern über deren Wirkung“, erklärt die GEW-Landesvorsitzende Ayla Çelik. „Am Ende des Tages zählt, was bei den Kindern und den Beschäftigten vor Ort ankommt.“

Die Gewerkschaft fordert deshalb eine längerfristige Personal- und Finanzierungsstrategie. Mit einem „10-Jahres-Plan Gute Bildung NRW“ sollen nach ihren Vorstellungen unter anderem Finanzierung und Personalplanung über einzelne Legislaturperioden hinaus abgesichert werden. Çelik beschreibt die weiterhin bestehende Lücke aus Sicht der GEW so: „Noch immer entscheidet die soziale Herkunft in Nordrhein-Westfalen viel zu stark über Bildungschancen. Noch immer fehlen Fachkräfte. Noch immer gleichen Beschäftigte strukturelle Defizite mit zusätzlicher Arbeit aus. Und noch immer hängt die Qualität von Bildung davon ab, welche finanziellen Möglichkeiten eine Kommune hat.“ News4teachers 

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5 Kommentare
Marco Feibel
1 Monat zuvor

Woran wird daswohl liegen? Daran, dass 80% aller Lehrkräfte nur in Teilzeit arbeiten! Somit ist die Zahl der Lehrkräfte alles andere als aussagekräftig in Bezug auf den aktuellen Bedarf!

Helena F.
1 Monat zuvor

So eine Überraschung: ausgerechnet das Schuljahr, in dem die Gymnasien das erste mal wieder den 13. Jahrgang haben, und entsprechend für einen Jahrgang mehr Lehrende benötigt werden. Aber ohne den Zusammenhang ist die Schlagzeile schöner.

Heinz
1 Monat zuvor

Das ist ja das schöne an Statistik, man kann sich damit alles schönreden, wenn man andere Dinge weglässt.

Woran könnte es noch liegen, dass es jetzt so viel mehr Beschäftigte gibt?

-Die Teilzeitquote könnte immer weiter steigen und dadurch die absolute Zahl an Personen im Schuldienst steigen, ohne dass dadurch ein Mehrwert entstehen muss.
-Die zusätzlichen Beschäftigten könnten zu einem Großteil nicht qualifizierte Lehrkräfte sein. Jeder kennt sie doch mittlerweile, die MPT Kräfte oder die vielen Dauervertretungslehrkräfte. Da kann man dann schauen, ob man bei der Lotterie, mal Glück hat oder ob man da vollkommen ungeeignete Personen bekommt.
-Die Schülerquote ist bei uns zumindest in den letzten Jahren extrem gestiegen und soll auch noch weiter steigen, das führt automatisch zu mehr Stellen, die dann wie bei den Punkten 1 und 2 besetzt werden wegen Lehrermangels.
-Immer mehr Schulen sind im gebundenen Ganztag und brauchen deshalb 20% mehr Lehrer.

All das führt zu höheren Zahlen, das bedeutet aber nicht, dass die Bedingungen an Schulen in NRW besser geworden sein müssen. Dann soll die Landesregierung vll. mal einen Schlüssel zur Schüler-Lehrer-Relation veröffentlichen und diesen dann mit richtig festangestellten oder verbeamteten Lehrern.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Heinz

Die TZ-Quote muss ja nicht einmal steigen. Wenn immer mehr Lehrkräfte älter als 60 Jahre sind, reduziert sich deren Deputat um jeweils 3 Wochenstunden. Je nach Schulform sind dann 8 bis 9 dieser Alten „faulen Säcke“ eine Vollzeitstelle.
Des weiteren die Gymnasialkräfte, die an GS abgeordnet worden sind und die jetzt an die GY zurückkehren. Während an GS, HS und RS das Deputat bei 28 Wochenstunden liegt, sind es an GY und GE nur 25,5 Wochenstunden. Da alle länger erkrankten, in elternzeitbefindlichen, in politische Vertretungen gewählten Lehrkräfte ja weiterhin eine Planstelle innehaben und lediglich im best-case durch Vertretungslehrkräfte substituiert werden, steigt die Zahl der Lehrkräfte und dennoch müssen Stundentafeln eingekürzt werden.
Ist genauso informativ wie die mit viel Trara auf PKs verkündeten Zahlen über Neueinstellungen. Was nutzen 1500 Neueinstellungen, wenn auf der anderen Seite 2000 Bestandskräfte in den Ruhestand eintreten.

Immer bedenken, Statistiken sind wie Bikinis. Sie offenbaren viel, das wWesentliche soll aber weiterhin verborgen bleiben:)

Rainer Zufall
1 Monat zuvor

Zumindest sind es keine Geister…
Spooky Grüße aus BaWü