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7000 Unterschriften von Lehrern gegen Warminski-Leitheußer

STUTTGART. Ein unerfreuliches Weihnachtsgeschenk haben Baden-Württembergs Lehrer Kultusministerin Warminski-Leitheußer (SPD) präsentiert: ein Paket mit 7000 Unterschriften von Pädagogen gegen ihre Bildungspolitik. Ob es die Ministerin schafft, die Lehrerverbände jemals wieder auf ihre Seite zu ziehen?

Baden-Württenbergs Kultusministerin Gabriele Warminski-Leitheußer steht unter Druck. Foto: Staatsministerium Baden-Württemberg

Baden-Württenbergs Kultusministerin Gabriele Warminski-Leitheußer steht unter Druck. Foto: Staatsministerium Baden-Württemberg

Rund 7000 Lehrer an Grund-, Haupt-, Werkreal- und Realschulen haben ihrem Unmut über die Bildungspolitik der grün-roten Landesregierung bei einer Unterschriftenaktion Luft gemacht. Sie unterzeichneten eine Resolution des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) unter dem Motto «Gute Bildung kostet Geld!». Wie der Lehrerverband mitteilte, wenden sich die Pädagogen gegen die geplanten Streichungen von 11 600 Lehrerstellen bis 2020. «Reformen vom Fließband bei viel zu knappen Ressourcen und unzureichend fortgebildetem Personal sind nicht vereinbar mit dem Anspruch junger Menschen auf verlässliche und qualitativ hochwertige Bildungsangebote», heißt es in der VBE-Mitteilung.

Das Kultusministerium verwies darauf, dass die Vorgängerregierung den Haushalt durch nicht ausreichend finanzierte Reformen im Kultusbereich, etwa die Senkung des Klassenteilers, sehr belastet habe. Das Kultusressort stehe besonders in der Verantwortung, da rund die Hälfte der Personalkosten des Landes auf diesen Bereich entfalle. Für einen Stellenabbau zum jetzigen Zeitpunkt schaffe der Rückgang der Schülerzahl ausreichend Spielraum.

Verbands-Sprecher Michael Gomolzig fügte hinzu, die Unterrichtsversorgung habe sich unter Grün-Rot weiter verschlechtert. So gebe es kaum noch Ergänzungsunterricht. Die dafür eingeplanten Stunden würden für Krankheitsvertretungen benötigt. Es würden auch Stellen von Werkrealschulen ins Gymnasium umgeschichtet, monierte er. Ein Sprecher von Ministerin Gabriele Warminski-Leitheußer (SPD) widersprach. Vielmehr sehe der Haushaltsplan 2013/2014 für das nächste Schuljahr die Umschichtung von 158 Stellen von den Gymnasien zu den Grund-, Haupt- und Werkrealschulen vor. Überdies sei der Pflichtunterricht an den Grundschulen, den Haupt-, Werkrealschulen und den Realschulen rechnerisch abgedeckt.

Gomolzig, dessen Verband 16 000 Mitglieder hat, zeigte sich zufrieden mit der Beteiligung an der Unterschriftenaktion. Nach anfänglicher Euphorie über den Regierungswechsel zu Grün-Rot herrsche in vielen Kollegien Resignation. dpa
(11.12.2012)

Zum Bericht: „Abbau von Lehrerstellen: GEW wirft Kretschmann Wortbruch vor“

2 Kommentare

  1. Mich wundert, dass es bei Protesten immer nur ums Geld geht und nicht mindestens ebenso um fragwürdige Schul- bzw. Lernsysteme wie das inklusive Lernen in Einheits- bzw. Gemeinschaftsschulen.
    ROT/GRÜN ist auf dem besten Weg, unser gut funktionierendes Schulsystem in Baden-Württemberg zu zerschlagen und kein Hahn kräht danach.
    Entweder interessiert das keinen oder jeder knickt sofort ein bei dem Verweis auf die UN, auf Unicef oder die OECD, der gern als Totschlagsargument gebraucht wird.
    Und da anscheinend nur Geld interessiert, hier noch die Vermutung: Auch die Inklusion läuft auf ein riesiges Sparprogramm hinaus, das unter dem Motto Menschen- und Behindertenrechte läuft.
    Geschickt eingefädelt! Wer will schon gegen solche Rechte etwas sagen, wenn sie anscheinend zwingend die Inklusion verlangen? Tun sie aber nicht. Alles nur willkürliche Auslegungssache, bei der auch die linksorientierte GEW kräftig mitmischt!

  2. In Bayern wurden die Deputatsstunden gesenkt UND der Klassenteiler.
    Baden-Württembergs Lehrerschaft leistet ungeheuer viel, denn trotz der miesen Rahmenbedingungen „produzieren“ sie gute Lernerfolge, wie diverse Studien bestätigen.
    Das „belohnt“ die GRÜN-ROTe Koalition mit Besoldungsverschlechterungen und skrupellosen Einschnitten bei der Beihilfe und den Versorgungsempfängern.
    So viel Unverschämtheit gehört sofort abgewählt: um die Bahn mit weiteren Milliarden für S 21 zu füttern, scheint genug Geld in der Kasse zu sein.
    Diese politische Kaste ist nur noch hassenswert.

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