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„Teufelskreis beseitigen“: GEW und VBE fordern eine Qualitätsoffensive für die Kitas

BERLIN. Angesichts der jüngsten Studie der Bertelsmann Stiftung, nach der in Deutschland rund 120.000 Erzieherinnen und Erzieher in den Kindertagesstätten fehlen, fordert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) „von Bund, Ländern und Kommunen verstärkte Anstrengungen, um die Voraussetzungen für ein verbessertes Bildungs- und Erziehungsangebot in Kindertageseinrichtungen zu schaffen“. Der Verband Bildung und Erziehung schlägt in dieselbe Kerbe.

Überbelegung, Überlastung der Erzieher und Fachkräftemangel sind  in vielen Kitas ein Problem. Foto: woodleywonderworks / Flickr (CC BY 2.0)

Überbelegung, Überlastung der Erzieher und Fachkräftemangel sind in vielen Kitas ein Problem. Foto: woodleywonderworks / Flickr (CC BY 2.0)

Nachdem in den letzten Jahren der Ausbau der Plätze in Kindertageseinrichtungen für unter dreijährige Kinder forciert worden sei, müsse nun die Verbesserung der Qualität frühkindlicher Bildung in den Vordergrund gerückt werden., meint  GEW-Vorsitzende Marlis Tepe. „Erzieherinnen und Erzieher sind bei dem derzeitigen Personalschlüssel mit den vielfältigen Aufgaben überfordert und fühlen sich von der Politik im Stich gelassen.“

In allen Bundesländern gebe es seit einigen Jahren umfangreiche Bildungspläne, mit denen die Kindertageseinrichtungen aufgefordert würden, systematisch Bildungsangebote zu machen. Zahlreiche Untersuchungen belegten allerdings, dass die Voraussetzungen für die Erzieherinnen und Erzieher, diese Bildungspläne umzusetzen, immer schlechter geworden seien. Den heutigen Anforderungen an Sprachförderung, Dokumentation von Bildungsprozessen, Elterngesprächen und einem verbesserten Übergang der Kinder von der Kita in die Schule könne man mit dem gegenwärtigen Personalschlüssel nicht mehr gerecht werden. Erzieherinnen und Erzieher befänden sich damit in einem Umsetzungsdilemma.

Die von der Bertelsmann Stiftung im „Ländermonitoring“ erhobenen Daten zeigten die großen Unterschiede zwischen den Bundesländern und machten den Entwicklungsbedarf deutlich. Es sei überfällig, bundesweit einheitliche Standards für die Rahmenbedingungen einer qualitativ hochwertigen Pädagogik zu vereinbaren. „Wir brauchen“, so Tepe „ein Bundesgesetz für Qualität in Kindertagesstätten. So, wie es gelungen ist, Rechtsansprüche auf einen Platz in einer Kita gesetzlich zu regeln, muss es auch gelingen, Kindern ein verbrieftes Recht auf gute Pädagogik zu geben.“ In einem Bundes-Kitaqualitätsgesetz müssten nach Auffassung der GEW vor allem bessere Personalschlüssel, die Freistellung der Leitungskräfte vom Gruppendienst und die Vor- und Nachbereitungszeit geregelt werden. Zur Finanzierung fordert die GEW von Bund, Ländern und Kommunen, sich mit Trägerverbänden und Gewerkschaften auf einen Fünf-Jahres-Plan zur Qualitätsverbesserung zu verständigen. Eine Grundvoraussetzung zur Realisierung besserer Qualität ist, dass sich der Bund an der Finanzierung beteiligt.

„Kitas werden in der breiten Öffentlichkeit als pädagogische Einrichtungen wahrgenommen und geschätzt“, betont auch VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann. „Das ist vor allem der engagierten und kompetenten Arbeit der Erzieherinnen und Erzieher in den Kitas zu verdanken.“ Seit Einführung eines Rechtsanspruchs auf einen Kitaplatz befinde sich der Elementarbereich in einem gravierenden Wandlungsprozess. Heute stelle niemand mehr in Frage, so Beckmann, dass Kitas die Eingangsstufe des institutionellen Bildungssystems seien. News4teachers

Zum Bericht: Qualität bleibt auf der Strecke

Zum Kommentar: Der Kita-Notstand

Ein Kommentar

  1. Solche Forderungen sind ja immer sympathisch und kommen bei den Bürgern gut an. Doch wer soll das bezahlen?
    Steuern rauf? Außerdem wird auch noch vieles andere gefordert, z. B bessere Bedingungen für die Inklusion.

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