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Schlechtes Umfrage-Ergebnis für Schulpolitik Schleswig-Holsteins „überrascht mich überhaupt nicht“

KIEL. „Die vernichtend hohe Ablehnung der Schulpolitik von SPD, Grünen und SSW, wie sie in der jüngsten NDR-Umfrage ermittelt wurde, überrascht mich überhaupt nicht“, sagt Helmut Siegmon, Vorsitzender des Philologenverbandes Schleswig-Holstein (PhV). Die Vertreter der Küstenkoalition könnten die fast 80 Prozent Ablehnung nicht einfach damit vom Tisch wischen, „dass die Bürger die ‚tolle‘ Bildungspolitik mit dem ‚besten Schulgesetz‘ und der ‚modernsten Lehrerbildung in Deutschland‘ noch nicht verstanden haben.“

Steuert bei der Beamtenbesoldung um: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD), hier bei einem Besuch der Gorch Fock. Foto. Kielonline/Thomas Eisenkrätzer / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Der PhV-Vorsitzende Siegmon äußert scharfe Kritik an der Schulpolitik der Landesregierung unter Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) – hier bei einem Besuch der Gorch Fock. Foto: Kielonline/Thomas Eisenkrätzer / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Diese Haltung signalisiere im Gegenteil einen Mangel an Respekt gegenüber den Bürgern sowie ein Schwinden an Realitätssinn und erkläre die rasante Erosion an Vertrauen in das politische Personal von Rot-Grün-Blau in Sachen Bildungspolitik. „In den Schulen und Lehrerzimmern spürt man schon lange, wer die unbezahlbare ideologiegeleitete Reformflut auszubaden hat: die Lehrerinnen und Lehrer, indem sie immer mehr unterrichtsfremde und strittige Aufgaben aufgedrückt bekommen, sowie die Schülerinnen und Schüler, deren Zukunftschancen auch deswegen durch einen verantwortungslos hohen Unterrichtsausfall aufs Spiel gesetzt werden.“

Solange die SPD entsprechend der Beschlusslage ihrer Arbeitsgemeinschaft für Bildung (AfB), die vielfältigen Weichenstellungen in Richtung „Eine Schule für alle“/„Einheitsschule“ gegen das Gymnasium gemeinsam und in blinder Gefolgschaft der Grünen und des SSW stur weiterverfolge und die Öffentlichkeit über dieses tatsächliche Ziel mit Beschwichtigungsformeln im Unklaren lasse, werde die Wiedergewinnung von Vertrauen misslingen, so der PhV-Vorsitzende. „Die Bürger lassen sich mit dem monotonen Schönreden bildungspolitischer Fehlleistungen nicht mehr länger hinters Licht führen! Das ist die Botschaft, die SPD, Grüne und SSW bezüglich der dramatischen Ablehnung ihrer umstrittenen Schulpolitik alarmieren sollte.“

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5 Kommentare

  1. Was sagt denn die Umfrage?

  2. Nadeschda Sternhagen

    noch mehr als auf dem Rücken der Lehrenden wird das bundesweite Debakel der Bildungspolitik auf dem Rücken der Kinder ausgetragen.

    Das hat m.E. recht wenig mit der hiesigen Landespolitik zu tun.

    Dem Bund ist ja nun mittlerweile doch „aufgegangen“ das die Kleinstkinder-„förderung“ die Kommunen zu viel Geld gekostet hat, das diese nicht hatten, schiesst dann grosszügig ganze 9 Mill. € hinterher (nachdem so manche Kommune längst Konventionalstrafen zahlen musst, weil sie nicht „rechzeitig“ gesetzliche Fristen einhalten konnte…).

    Da muss halt anderweitig eingespart werden.

    Was bleibt denn der Landesregierung anderes übrig, bei solchen Rahmenbedingungen?
    Über Regierende schimpfen hilft ja letztendlich niemandem weiter. Lösungen sollten stattdessen mal gefunden werden. Leider habe ich auch keine in petto…

    • Nadeschda Sternhagen

      „Das Hauptziel der Erziehung in den Schulen sollten sein Männer und Frauen zu schaffen, die in der Lage sind, neue Dinge zu tun, nicht einfach wiederholen, was andere Generationen getan haben.“ (Jean Piaget (Französisch: [ʒɑ̃ Pjaʒɛ]; 9. August 1896 – 16. September 1980)
      http://en.wikipedia.org/wiki/Jean_Piaget

      • Neues tun um des Neuen willen? Da hat sich Jean Piaget aber nicht als einer der Klügsten erwiesen.
        Ich würde sagen: Männer und Frauen schaffen, die von Altbewährtem ablassen, wenn sie Neues durch gewissenhafte Prüfung als besser befunden haben.

  3. Milch der frommen Denkungsart

    Andererseits wäre es ein Zeichen von demütiger Intelligenz, wenn man die Werte unserer
    Vorfahren auch im Schulbereich nicht einfach als angeblich veraltet und reaktionär über
    Bord würfe, um partout jeder Neuerung zu huldigen oder jüngergleich nachzufolgen, nur
    um ostentativ vermeintliche Progressivität zu zeigen; wo dies hinführt, nämlich auf abschüs-
    sige Bahn, erleben die Praktiker jeden Tag.

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