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„Rückfall in die 50er Jahre“: Die Aktion Humane Schule warnt vor der Bildungspolitik der AfD

NÜRNBERG. Die Aktion Humane Schule hat die Schulpolitiker der etablierten Parteien davor gewarnt, sich von den jüngsten Erfolgen der AfD beeindrucken zu lassen – und „jetzt den Rückwärtsgang einzulegen und sich vom Projekt einer demokratischen und humanen Schule zu verabschieden“.  Das bildungspolitische Programm der AfD würde einen Rückfall in die 50er Jahre bedeuten, erklärt Jonas Lanig, Bundesvorsitzender des Vereins.

So fordere die AfD ein streng gegliedertes Schulwesen, die Wiedereinführung der Grundschulempfehlung und den Ausstieg aus der Gemeinschaftsschule. „Mehr noch: Die AfD möchte die seit 1717 bestehende allgemeine Schulpflicht wieder aufheben und die Eltern selber entscheiden lassen, ob ihre Kinder in öffentlichen Schulen oder von Privatlehrern unterrichtet werden“, so heißt es. Darin sieht Jonas Lanig, der Bundesvorsitzende der Aktion Humane Schule, einen „Generalangriff der Ewiggestrigen auf die Chancengleichheit“. Darüber hinaus mache die AfD Stimmung gegen die gleichberechtigte Teilhabe behinderter Kinder am Bildungssystem. Die AfD lehne jede Inklusion ab und fordere „bei der Verteilung der Finanzmittel auch die Interessen der nicht behinderten Kinder zu berücksichtigen“. Hier folgen die Rechtspopulisten laut  Lanig dem Argumentationsduktus der Nationalsozialisten, die den „erbgesunden Nachwuchs“ durch die Aufwendungen für die Betreuung Behinderter benachteiligt sahen.

Der Vorsitzende der AHS warnt die etablierten Parteien davor, sich jetzt von den Rechtspopulisten treiben zu lassen und sich deren Forderung nach einer pädagogischen Gegenreformation zu eigen zu machen. Denn „Das bildungspolitische Programm der AfD eignet sich wohl kaum als Blaupause für ein demokratisches Bildungssystem.“

Die Aktion Humane Schule wurde 1974 in Bietigheim von dem Theologieprofessor Walter Leibrecht aus Betroffenheit über einen Schülerselbstmord gegründet. Seit über 30 Jahren arbeitet sie unabhängig, überparteilich und überkonfessionell als eingetragener Verein und dient unmittelbar gemeinnützigen Zwecken. Als Bürgerbewegung setzt sich der Verein für mehr Menschlichkeit in der Schule ein. Der Verein verfügt über einen wissenschaftlichen Beirat, in dem 20 renommierte Bildungsforscher und Erziehungswissenschaftler vertreten sind, darunter der Jugendforscher Prof. Klaus Hurrelmann. News4teachers

Zum Bericht: Auf Krawall gebürstet – Wie die AfD auch mit der Bildungspolitik Stimmung macht

3 Kommentare

  1. Ist doch fortschritlich – auch eine Methode die Hauptschule abzuschaffen, denn die gab es in den 50ern überhaupt noch nicht …

    Die GY waren größtenteils humanistisch oder neusprachlich, denn für die Realien hatte man ja die Realschule. Und für die Mädels wir wieder der Aufbauzweig (F-Zweig) an den GY eingeführt, um das Puddingabitur zu erwerben. Und Koedukation kann dann gleich mit in die Tonne …

    Wir streben gloreichen Zeiten entgegen und reisen zurück in die Zukunft. In der Zwischenzeit wird wahrscheinlich noch der neue Großstadtflughafen von “Germania” fertig …

  2. …gemessen an dem Bildungschaos speziell in Hessen – man denke nur an G8/G9, Inklusion etc. – können die fünfziger Jahre so schlecht eigentlich nicht gewesen sein…

    • Jau, Lehrermangel ohne Ende, die schulgebäude in fast dem gleichen Zustand wie heute und die Lehrer, die unterrichteten, größtenteils schwer traumatisiert und/oder kriegsversehrt.

      Muss ‘ne tolle Zeit gewesen sein, einschließlich Schulspeisung. Geschichtsklitterung und Verherrlichung vergangener Zeiten kann gewaltig auf den Keks gehen.

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