Innenminister Reul: mehr registrierte Straftaten bedeuten nicht zwingend eine höhere Kriminalität

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Mehr registrierte Straftaten an Schulen müssen nach Ansicht von Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) nicht zwingend auf wachsende Kriminalität hindeuten. «Wenn wir zur Anzeigenerstattung motivieren und somit das Dunkelfeld aufhellen, müssen wir auch in Kauf nehmen, dass sich die statistischen Zahlen entsprechend verändern», sagte Reul im Innenausschuss des Düsseldorfer Landtags.

Jede einzelne Schule sollte Maßnahmen zur Gewaltprävention ergreifen. Foto: Foto-AG Gymnasium Melle / flickr / CC BY-SA 3.0

Im vergangenen Jahr waren in NRW fast 23.000 Straftaten an Schulen registriert worden – rund 1.000 mehr als 2016. Die Zahl der Körperverletzungen stieg von 2.841 auf 3.146. Hier sei es vor allem bei strafunmündigen Kindern im Vergleich zu den zwei Vorjahren zu einem Anstieg der Fallzahlen gekommen.

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«Unsere Gesellschaft hat sich in der Wahrnehmung von Straftaten an Schulen in den letzten Jahren kontinuierlich weiterentwickelt, der Umgang ist sensibler geworden», sagte Reul. Gleichzeitig seien zahlreiche Präventionsprogramme vom Land und an den Schulen aufgelegt worden. Derzeit stünden in NRW 181 Schulpsychologen-Stellen zur Verfügung.

«Wir werden keine Opfer allein lassen», versicherte Reul. Die Landesregierung unternehme alle Anstrengungen zur Verhütung und Bekämpfung der Jugendkriminalität. Letztlich sei die Gewaltprävention aber auch Sache jeder einzelnen Schule. Allen Schulen sei empfohlen worden, Schulteams für Gewaltprävention und Krisenintervention einzurichten. dpa

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