Lehrerverbände und Eltern kritisieren Polizeieinsatz gegen Schulschwänzer

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Der Polizeieinsatz gegen Schulschwänzer zu Beginn der Pfingstferien in Bayern ist bei Eltern- und Lehrerverbänden auf Kritik gestoßen. «Es stimmt: Die Regeln müssen eingehalten werden. Aber die Polizei einzuschalten ist doch etwas übertrieben», sagte der Vorsitzende des Bundeselternrats, Stephan Wassmuth.

Ein Polizeieinsatz kann in Einzelfällen gerechtfertigt sein.                   Foto: Guillaume Vachey / flickr / Public Domain Mark 1.0

Zu Beginn der Pfingstferien hatte die Polizei an Flughäfen in Bayern rund 20 Familien erwischt, die ihre Kinder die Schule schwänzen ließen. Alleine in Nürnberg entlarvten Beamte in elf Fällen Eltern, die mit dem Nachwuchs lieber in den Urlaub flogen als die Kinder in den Unterricht zu schicken. Am schwäbischen Allgäu Airport nahe Memmingen zählten Polizisten zehn Fälle. Gegen die Eltern ist bei den zuständigen Landratsämtern Anzeige erstattet worden.

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Die GEW hält das Vorgehen der Polizei ebenfalls für überzogen. «Generell ist es sinnvoller, mit den Eltern das Gespräch zu suchen», betonte Ilka Hoffmann von der GEW. «Einen Polizeieinsatz halte ich bei Einzelfällen für eine zu starke Reaktion.» Dies könne aber bei dauerhafter Abwesenheit eines Kindes – zum Beispiel über mehrere Monate – angebracht sein. dpa

Bußgeldverfahren gegen Schulschwänzer bleiben oft erfolglos

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10 KOMMENTARE

  1. Der GEW ist schon klar, dass aus gewissen Gründen an den Flughäfen Polizisten immer sind und die Schüler bei normalen Kontrollen aufgefallen sind???!??!!
    Küstenfuchs, als Lehrer habe ich 2013 die GEW als hoffnungslosen Fall aus meinem Interessensfeld verbannt – wie den SC Paderborn auch.

  2. @ Palim, hier, da haben wir’s wieder: Kuschelpädagogik. 🙂 🙂 🙂

    Nein, im Ernst, Polizeieinsätze sind das letzte Mittel, aber sie werden auch als letztes Mittel angewandt. Bevor die Schulbehörden dazu greifen, sind etliche (etliche!) andere Mittel, Methoden und Versuche erfolglos geblieben.

    Wer nimmt da wen in Schutz? Die Ehrlichen die Unehrlichen und Letzteres lachen sich ins Fäustchen.

    • Es hat mal wieder mit “Pädagogik” erst einmal gar nichts zu tun, nicht mal mit Verhalten im Unterricht, die Kinder sind ja nicht da.
      Auch kann ich nicht erkennen, welche anderen Mittel, Methoden und Versuche vorab geschehen und erfolglos geblieben sein sollen.

      Dass es Kontrollen gibt, kann man Eltern ruhig erzählen (“das Gespräch suchen”), das interessiert diese Eltern zum Teil nicht. Und ein Ordnungsgeld müsste so hoch angesetzt sein, dass der Bonus durch das frühere Fliegen und billigere Ticket aufgewogen werden müssten, wenn es den Eltern weh tun soll.
      Vermutlich kommen daher die als überzogen angesehenen Beträge, weil nicht “1 Fehltag” geahndet wird, sondern “1 Fehltag, der die Ferien verlängert und den Eltern mit ihren Kindern einen billigeren Flugpreis erbringt”.

      Bedenklicher finde ich, dass Eltern damit das Signal setzen, dass ihnen Gesetze egal sind.
      Sie vermitteln ihren Kindern zudem, dass es in Ordnung ist, zu lügen oder den falschen Anschein zu erwecken. Manchmal fordern sie die Kinder auch zum Lügen auf.
      Tatsächlich kann man selbst für den letzten Schultag vor den Ferien einen freien Tag beantragen, den in Nds. die SL bewilligen muss… oder eben ablehnt.
      Zu anderen Zeiten ist dies bei der KlassenlehrerIn möglich.

      Ebenso bedenklich finde ich aber auch, dass Kinder nicht nur 1 Tag vor den Ferien fehlen, sondern in jeder Woche 1 Tag, gerne als WE-Verlängerung, und es laufend Entschuldigungen gibt. Bei Kindern mit tatsächlichen Krankheiten kann ich das nachvollziehen und bin froh, wenn Eltern von Beginn an informieren. Schwierig ist es aber, wenn man “Unlust” vermuten muss und Eltern lieber im Bett bleiben, als ihre Kinder zur Schule zu schicken.

      • Ich fürchte nur, bestraft werden mal wieder diejenigen, die nicht geschickt genug waren, die Kinder rechtzeitig krank zu melden bzw. ein Gefälligkeitsattest vorzulegen. Ein Erlebnis aus dem Bekanntenkreis: Selbst Lehrer/innen raten hinter vorgehaltener Hand zu einer Krankmeldung statt einer offiziellen Beantragung eines freien Tages, auch wenn’s nicht um die Ferien geht. Das erstere ist Routine und fällt nicht auf, das zweite fällt auf. Am Flughafen nützt das dann zwar nichts mehr, wenn die Polizei kontrolliert, aber bei einer Fahrt im Auto kann eigentlich nicht viel passieren. Die Grenzbeamten werden auf anderes achten als auf Kinder. Und sie werden nicht alle Ferientermine im Kopf haben.

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