Im Sommer arbeitslos – GEW kritisiert befristete Verträge für Lehrer

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HAMBURG. Befristet angestellte Hamburger Lehrer sind über die Sommerferien oft arbeitslos – obwohl viele von ihnen zum nächsten Schuljahr wieder gebraucht werden. Für die GEW ist das ein Unding: Diese Praxis gehe zu Lasten der Sozialkassen, der Lehrkräfte und der Kinder.

Viele junge Lehrer werden über die Sommerferien freigesetzt. Foto: Bildarchiv Universität Bielefeld / flickr / CC BY 2.0

Die GEW hat scharf kritisiert, dass in Hamburg zahlreiche befristet angestellte Lehrer in den Sommerferien in die Arbeitslosigkeit geschickt werden. In Hamburg enden nach Angaben der Schulbehörde in diesen Tagen 590 Verträge von befristet angestellten Lehrern an öffentlichen Schulen – für wie viele es nach den Sommerferien weitergeht, ist offen. Bei der Zahl sei zu beachten, dass ein Lehrer auch Verträge an mehreren Schulen haben könne.

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«Der Schulbehörde geht es einzig darum, zu Lasten der Lehrkräfte Geld zu sparen», sagte GEW-Vize Frederik Dehnerdt im Gespräch. «Die meisten Lehrkräfte bekommen nach den Ferien erneut eine befristete Anstellung, so dass es überhaupt keinen sachlichen Grund gibt, hier mit Fristverträgen zu arbeiten.»

Den Vorwurf, man wolle nur Personalkosten sparen, wies Behördensprecher Peter Albrecht zurück. «Hamburg hat nicht die Absicht, mit der Befristung Geld zu sparen», sagte er. «Hintergrund der Befristung in Hamburg ist immer eine Vertretungssituation wie zum Beispiel Krankheit oder Mutterschutz. Sachgrundlose Befristungen werden nur in absoluten Ausnahmefällen geschlossen.» Die Vertretungssituation ende in der Regel mit Ende des Schuljahres.

«Für die Betroffenen ergeben sich mehrere Probleme», sagte Dehnerdt. «So sind sie gezwungen, ihre Existenz über die Ferienzeit abzusichern, was meistens Arbeitslosengeld II bedeutet, da sie nicht ein volles Jahr durchgängig beschäftigt wurden.» Es sei nicht Aufgabe der Bundesagentur für Arbeit, die Sozialkosten der Länder zu tragen. Zudem habe die berufliche Unsicherheit auch Auswirkungen auf die Lebensplanung der Lehrkräfte.

Besonders betroffen seien jüngere Lehrkräfte. «Dass die Schulbehörde an dieser Praxis festhält, ist für uns unverständlich», monierte Dehnerdt. «Insbesondere vor dem Hintergrund des Lehrkräftemangels ist die Behörde in der Pflicht, den Lehrkräfteberuf attraktiver zu machen.» Auch für die Kinder sei es schwierig, sie bräuchten feste Ansprechpartner. dpa

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