“Lehrkräften gebührt Respekt”: Schulpraktiker schreiben Brandbrief zur Bildungskrise – und listen auf, was passieren muss

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BERLIN. Ein offener Brief von Schulpraktikern, veröffentlicht im „Tagesspiegel“, sorgt in der Hauptstadt für Wirbel. Mit Blick auf die Bildungsmisere in Berlin schreiben sie: „Die lange Liste der Versäumnisse, der falschen Entscheidungen und aktionistischen Ablenkungsmanöver hat jetzt ein Ausmaß erreicht, das wir als erfahrene Schulexperten, die seit langem vielfach auf die sich abzeichnenden Probleme hingewiesen haben, einfach nicht mehr hinnehmen können.“ Ihre Vorschläge, was jetzt passieren muss, dürften auch in anderen Bundesländern auf großes Interesse stoßen.

Dutzende von Brandbriefen überlasteter Kollegien kursieren bundesweit. Foto: Annie Roi / flickr (CC BY 2.0)
Schulpraktiker schlagen Alarm: Sie sehen die Schulen kaum mehr in der Lage, ihren Bildungsauftrag zu erfüllen. Foto: Annie Roi / flickr (CC BY 2.0)

„Wir sind engagierte Schulleitungen, Senatsbeamte, Lehrerbildner und Lehrkräfte, Quereinsteiger und andere Profis aus dem Bildungsbereich“, so heißt es in dem Beitrag. Ihr Motiv, sich jetzt zu Wort zu melden: „Fassungslosigkeit über den desaströsen Zustand der Berliner Schule und damit über das Versagen der Bildungspolitik über Jahre hinweg mit vorhersehbaren fatalen Ergebnissen.“

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Dass Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) eine „Task-Force“ mit Prof. Olaf Köller und weiteren renommierten Bildungsforschern einberufen hat, beruhigt die Unterzeichner des offenen Briefes – genannt werden Martin Dorr, Dr. Thomas Gey, Dr. Eva-Maria Kabisch, Annaliese Kirchberg ,Christine Sauerbaum-Thieme, Thomas Thieme, Brigitte Thies-Böttcher, Rolf Völzke, Rainer Werner – nicht. Im Gegenteil: Sie befürchten „weitere endlose Debatten in den mit den bekannten Personen besetzten Runden, nicht immer mit echter Schulerfahrung, dafür mit ideologischen Scheuklappen. Diese Einschätzung entspringt einer langen leidvollen Erfahrung.“

Schüler und Lehrer müssen in den Fokus – nicht eine “Ideologie”

Im Fokus müssten wieder die Schülerinnen und Schüler und die Lehrkräfte stehen, „nicht zuerst ein ideologisch fixierter Glaube an bestimmte pädagogische Rezepte, die Befriedigung von Interessenvertretungen, die Sorge um den politischen Machterhalt oder gar um den eigenen Posten“. Der Schwerpunkt müsse angesichts der bundesweit höchsten Schulabbrecherquote und der Verfehlung von Mindeststandards auf den Klassenstufen 1 bis 10 liegen – genauer: auf den wichtigen Scharnierstellen in einer Schülerlaufbahn wie die Übergänge von der Kita zur Grundschule, von der Grundschule zur weiterführenden Schule sowie in die gymnasiale Oberstufe beziehungsweise die duale Ausbildung.

Folgende Punkte fordern die Autorinnen und Autoren konkret:

1. „Die Wiedereinführung der Vorschule für alle Schülerinnen und Schüler ist dringlich geboten. Dabei geht es zum einen um den möglichst angeglichenen Sprachstand in der Unterrichtssprache Deutsch beim Übergang in die Grundschule, zusätzlich um das Eingewöhnen an und Einüben von wichtigen Verhaltensweisen, Ritualen und Arbeitsformen.“

2. „Die gegenwärtige Überbewertung unterschiedlichster Methoden, mehrfachen hektischen Methodenwechsels innerhalb einer Unterrichtsstunde – je nach tagesaktuellem Mainstream in der Lehrerbildung geradezu gefordert und oft ohne wirklichen Bezug zum Unterrichtsthema/Objekt oder zur Situation der Lerngruppe – wirkt  im Hinblick auf die notwendige Übung in Konzentration, der Möglichkeit von Festigung und Wiederholung des Gelernten sowie Ergebnissicherung und Überprüfung kontraproduktiv. Die Lerninhalte müssen wieder Vorrang vor dem methodischen Schaulaufen haben. Schüler müssen am Ende einer Unterrichtsstunde wissen, worum es gegangen ist und was sie neu gelernt haben. Nichts gegen kluge methodische Varianten, aber dazu gehört dann auch ein guter instruktiver Frontalunterricht, der häufig mehr leistet und gerade für die Schülerinnen und Schüler, die es schwerer haben, wichtig ist.“

3. „Regelmäßige benotete Leistungsüberprüfungen ab Klasse 3 sind notwendig, um gegenüber Schülerinnen/Schülern wie Eltern den erforderlichen Leistungsanspruch deutlich zu machen und vor allem frühzeitig gezielt fördern zu können.“

Qualitätsoffensive? Bennent nur Selbstverständlichkeiten des Unterrichts

4. „Bis einschließlich Klasse 10  ist die konsequente Vermittlung und Sicherung von Sprachbeherrschung mündlich wie schriftlich in allen Fächern vordringlich wie auch sichere mathematisch-naturwissenschaftliche Grundlagen und historisch-politisches Grundwissen – also ein für jeden Einzelnen verfügbares solides Wissensfundament mit Methoden – und Argumentationsbausteinen im Sinne einer gemeinsamen kulturellen Basis. Die aktuell groß herausgestellte sogenannte „Qualitätsoffensive“ mit dem Hinweis z.B. auf regelmäßige Lese-und Schreibübungen benennt lediglich Selbstverständlichkeiten eines professionellen Unterrichts und ist eigentlich ein Offenbarungseid hinsichtlich der langjährigen Vernachlässigung erfolgreicher schulischer Chancenvermittlung.

5. „Gerade mit Blick auf die Heterogenität der Schülergruppen ist darüber hinaus die konsequente Sicherung einer angemessen ruhigen, strukturierten Unterrichtsatmosphäre unverzichtbar. Dabei kommt dem Rückhalt durch Schulleitung und Kollegium entsprechende Bedeutung zu, auch bei notwendigen Sanktionen. Die ruhige Lernsituation ist besonders für schwächere und zurückhaltende Kinder und Jugendliche entscheidend. Hier genau können sich dann auch soziales Lernen und Teamfähigkeit beweisen und bewähren.“

6. „Lehrkräfte gehören in den Unterricht und sind nicht zuerst Moderatoren oder Sozialarbeiter. Sie müssen die Möglichkeit bekommen, sich auf ihre eigentliche Profession auch tatsächlich konzentrieren zu können. Ihnen gebührt Unterstützung, Respekt und Anerkennung. Daran fehlt es an vielen Stellen. Dazu gehört der Rückhalt im Kollegium, durch Schulleitung, Schulaufsicht und Eltern, wenn es um Beleidigungen, ungebührliches Verhalten oder Ähnliches geht.

7. „Der Einsatz von Quereinsteigern im eigenverantwortlichen Unterricht sollte – auch zu ihrem eigenen Schutz – erst nach sechsmonatiger angeleiteter Praxis erfolgen. Bei der Auswahl im Vorfeld muss die Eignung Vorrang vor der Quantität haben. Der aktuelle Senatsbeschluss  zu den Quereinsteigern sieht nur kurzfristige Maßnahmen in den Ferien und weiterhin ausschließlich berufsbegleitendes „learning by doing“ vor – das reicht nicht.“

8. „Die Ausbildung der Referendare sollte wieder durch Seminarleiter sichergestellt werden, die für die jeweilige Schulart auch ausgebildet sind und die Fakultas besitzen. Entsprechendes gilt für den Vorsitz in den Zweiten Staatsprüfungen.“

Ohne Sonderpädagogen kann Inklusion nicht gelingen

9. „Inklusion gelingt nur bei Vorhandensein ausgebildeter Sonderpädagoginnen und -pädagogen. Hier verbieten sich Notlösungen wie die derzeit gelegentlich praktizierte, dass sogar Quereinsteiger ohne jede Vorbereitung und Unterrichtserfahrung vor diese Aufgabe gestellt werden. Dann stehen alle Bemühungen um Inklusion nur auf dem Papier.“

10. „Beim binnendifferenzierten Unterricht herrscht vielfach Unsicherheit darüber, welche Folgen die Differenzierung für die Benotung hat. Hier bedarf es verbindlicher Festlegungen, um die Anforderungen an Notengebung ansatzweise zu erfüllen und die Benotung vor allem im Sinne der ‚Chancengleichheit‘ transparent und vergleichbar zu machen.“

11. „Eine deutliche Erhöhung der Studienplätze für das Lehramt ist unverzüglich anzustreben. Dringend notwendig sind auch konkretere fachlich-inhaltliche Vorgaben in der Lehrerbildung.“

12. „Vor allem die Rückkehr zur Verbeamtung ist entscheidend! Berlin als einziges Bundesland, das nicht verbeamtet, steht sonst in einem aussichtslosen Konkurrenzkampf bei der Werbung um Lehrkräfte, belegt u.a. durch die starke Abwanderung nach Brandenburg.“ News4teachers

Hier geht es zum vollständigen offenen Brief im Berliner „Tagesspiegel“.

Scheeres für Lehrer-Verbeamtung

Zumindest beim letzten Punkt – Verbeamtung von Lehrern – rennen die Autorinnen und Autoren des offenen Briefes bei Senatorin Scheeres offene Türen ein. Sie selbst hatte sich unlängst in einem Gastbeitrag in der „Berliner Morgenpost“ diesbezüglich zu Wort gemeldet.

"Blicken wir doch einmal in die anderen Bundesländer": Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres. Foto: Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie
Wirbt bei ihrer Partei für die Lehrer-Verbeamtung: Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres. Foto: Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie

Darin heißt es: „Ich bin dankbar für jeden Quer- und Seiteneinsteiger, der oder die in den Berliner Schuldienst und das begleitende Qualifizierungsprogramm startet. Doch auf Dauer muss Berlin wieder mehr Lehramtsabsolventen gewinnen können. Die Rückkehr zur Verbeamtung ist dafür eine unverzichtbare Bedingung. Mir fällt diese Einsicht nicht leicht, da ringen Herz und Verstand miteinander. Und so geht es vielen in der SPD.“ Auf einem bundesweiten Arbeitsmarkt mit konstantem Absolventenmangel sei die Sonderrolle der Hauptstadt – Berlin ist das einzige Bundesland, das seine Lehrer nicht verbeamtet – „ein  Nachteil, der uns jedes Jahr mehrere hundert Lehrkräfte kostet. Und seit auch Brandenburg mit dem Beamtenstatus lockt, findet jedes Jahr eine Abstimmung mit den Füßen oder der S-Bahn statt.“

Die Berliner SPD hatte auf einem Parteitag im März die Wiedereinführung der Verbeamtung von Lehrern abgelehnt.

Hier geht es zum Gastbeitrag von Scheeres in der Berliner Morgenpost.

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers kommentiert.

Läuft die Berliner Schulkrise aus dem Ruder? CDU: Scheeres muss zurücktreten

 

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14 KOMMENTARE

  1. An meiner Schule haben wir eine junge Lehrerin, die ihr Referendariat in Brandenburg machte und nun in Berlin arbeitet und somit auf eine Verbeamtung verzichtete. Worauf gründet sich die Aussage von den vielen Abgewanderten wegen der Verbeamtung?

  2. Dieser offene Brief von Schulpraktikern mit seinen Kritikpunkten und Forderungen zur Besserung spricht mir aus der Seele.
    Danke, liebe Berliner Kolleginnen und Kollegen! “Ideologisch fixierter Glaube” statt Erfahrungswissen ist fürwahr der Sargnagel jedes guten Bildungswesens und jeder guten Schulpolitik. Das gilt nicht nur für Berlin, deshalb sind Eure Worte doppelt wertvoll.

  3. Ich finde auch, in dem Brief ist so ziemlich alles drin, was ich auch wichtig finde. Schön, dass das Geld (Gehalt) mal nicht das einzige (und angeblich) Wichtige ist.

    Hervorheben möchte ich (Zitate):

    a) “Nichts gegen kluge methodische Varianten, aber dazu gehört dann auch ein guter instruktiver Frontalunterricht, der häufig mehr leistet und gerade für die Schülerinnen und Schüler, die es schwerer haben, wichtig ist.

    b) Regelmäßige benotete Leistungsüberprüfungen ab Klasse 3 sind notwendig, um gegenüber Schülerinnen/Schülern wie Eltern den erforderlichen Leistungsanspruch deutlich zu machen und vor allem frühzeitig gezielt fördern zu können.

    c) Lehrkräfte[n] … gebührt Unterstützung, Respekt und Anerkennung. Daran fehlt es an vielen Stellen. Dazu gehört der Rückhalt im Kollegium, durch Schulleitung, Schulaufsicht und Eltern, wenn es um Beleidigungen, ungebührliches Verhalten oder Ähnliches geht.”

    • Inhaltlich teile ich Ihren Kommentar voll und ganz. Mit Teil a) würde man aber kein Staatsexamen bestehen, weshalb Referendaren tunlichst davon abzuraten ist.

    • Ich frage mich oft, warum es ideologische Ideen so relativ leicht haben, gehört und erhört zu werden, während bewährtes Erfahrungswissen ruck zuck auf den Müllhaufen geschmissen wird, wenn Visionäre ihre schönen Theorien ausbreiten.
      Auch wenn sich diese als Trugbilder erweisen, macht man nicht kehrt, sondern emsig weiter. Nichts scheint mir so anfällig für Scharlatanerie wie der Bildungssektor.

  4. Hust. Wir sprechen über Berlin. Über eine Verwaltungsstruktur, die durchaus seit langem auch eine parteibuchorientierte administrative Sozialisation aufweist. Die hier erhofften Sinneseigenschaften (zuhören usw.) sind in der Entwicklung bewusst abhandengekommen.

  5. Das ist schön, dass sich etliche in dem Brief wiederfinden oder ihre Meinung zum Ausdruck gebracht sehen. Da es sich auf Berliner Schulen bezieht, muss man dies sicher im Kontext sehen, manches ist womöglich auf andere Bundesländer übertragbar.

    Der Kontext bedeutet aber auch, dass in Berlin soeben eine Expertenkommission zur Verbesserung der Schulqualität eingesetzt wurde, die sich gerade heute zum ersten Mal trifft (Zufall?), und eine Praxiskommission, zu der Eltern, SchülerInnen, Lehrkräfte, SchulleiterInnen und VertreterInnen unterschiedlicher Verbände gehören und deren Meinung einbezogen werden soll.

    „Im Fokus müssen wieder die Schülerinnen und Schüler und die Lehrkräfte stehen, nicht zuerst ein ideologisch fixierter Glaube an bestimmte pädagogische Rezepte, die Befriedigung von Interessenvertretungen, die Sorge um den politischen Machterhalt oder gar um den eigenen Posten.“
    Hoffentlich können sich auch diejenigen, die den Brief veröffentlicht haben, selbst daran halten, fordern sie doch z.T. genau das, was die Landesregierung schon umgesetzt hat: Scharnierstellen genau betrachten, Lernstandserhebung in vielen Klassenstufen einsetzen, Qualifizierung der Quereinsteigerinnen etc.

    Zudem gibt es
    – mehr Unterricht, da Berlin im Vergleich zu anderen BL weniger Wochenstunden erteilt
    – Sozialpädagogen für Brennpunktschulen
    – eine Verpflichtung ALLER Schulen zur Aufnahme von Quereinsteigern, damit diese sich nicht an Brennpunktschulen ballen

    Warum also braucht es eine weitere Initiative, die mit einem Brief Forderungen stellt?

    Offenbar sehen die Unterzeichnenden ihre Interessen nicht genug vertreten. Da hilft ein Blick darauf, an welchen Schulen sie eingesetzt sind oder waren: Sind das die Schulen, die die sozial benachteiligte SuS beschulen und die dringend Hilfe benötigen, damit sich Lernergebnisse verbessern können? Stellen sie deshalb klare Forderungen nach besserer Unterstützung auf?

    Nein.

    Gefordert werden Frontalunterricht, Noten, um den Leistungsanspruch anzumelden, klare Handlungsanweisungen, die implizieren, dass in den Schulen nicht gewusst würde, was zu unterrichten sei. Ist dem so? Oder kann trotz bundeseinheitlicher Bildungsstandards und landesspezifischer Curricula aus anderen Gründen nicht gelingen, Kindern die notwendigen Fähigkeiten zu vermitteln?
    Dies wird sicherlich auch weit vor der ersten Klassenarbeit in Klasse 3 diagnostiziert, allein die Diagnose und das Erheben von Ansprüchen hilft bei der Förderung nicht, denn die muss im Anschluss erfolgen _können_. Dazu gehören Ressourcen.

    Von multiprofessionellen Teams ist nicht die Rede, zwar wird Rückhalt gefordert, der ist auch notwendig, aber Lehrkräfte können eben nicht alle Aufgaben alleine stemmen. Da hilft es auch nicht, Ansprüche anzumelden, wenn diese in Familien nicht umgesetzt werden können.

    Die frühzeitige Förderung würde in der Vorschule beginnen, dann aber systemimmanent und ohne weitere Anträge innerhalb der ersten Klassen fortgeführt. Dafür sollten Vorschulen und Grundschulen entsprechend personell ausgestattet sein. Quereinsteigende gehören nun aber nicht zu den gut ausgebildeten Kräften, die Diagnose und Förderung in Vorschulklassen gewähren könnten, weil man die Aufgabe dort nicht als “Unterricht” einstufen möchte.

    Können Quereinsteiger zudem die Differenzierung im Unterricht nicht leisten, muss man festhalten, dass sie eine Lehrkraft nicht voll ersetzen können und sie darum nicht voll auf die Unterrichtsversorgung der Schule gezählt werden können. Der Vorschlag einer sechsmonatigen Anleitung läuft in diese Richtung, m.E. aber nicht weit genug. Quereinsteigende benötigen MentorInnen, die sie _ausbilden_ und die genau für diese Tätigkeit freigestellt werden. Zudem benötigen Schulen offenbar zudem zusätzliche Kräfte, die die Aufgaben übernehmen, die Quereinsteigende während ihrer Ausbildung selbst gar nicht übernehmen können – eine Art Ausgleich für die Kollegien, die wegen der Quereinsteigenden die außerunterrichtlichen Aufgaben unter sich verteilen sollen. Andernfalls wird die Arbeit in den Schulen darunter leiden, ebenso wie die Ausbildung der Quereinsteigenden und ReferendarInnen, die nachfolgend als Lehrkräfte viel Verantwortung übernehmen müssen.

    Den Hinweis darauf, dass Methoden um ihrer selbst und nicht abgestimmt mit den Inhalten seien, kann ich nicht nachvollziehen und er passt nicht zu einer notwendigen Differenzierung angesichts heterogener Schülerschaft. Doch auch innerhalb des Briefes begegnet beides: Einerseits wird gefordert, dass weniger Methoden einzusetzen seien, dass instruierender Frontalunterricht hilfreich sei, andererseits kommt dann doch eine Forderung nach Grundwissen in bestimmten Themengebieten einschließlich “Wissensfundament mit Methoden – und Argumentationsbausteinen”, die nicht näher konkretisiert werden. Was ist denn das Neue, Bewährte oder Andere an der Forderung der Unterzeichnenden?

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