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„Das Kultusministerium überspannt den Bogen deutlich“: Tausende von Abordnungen – Lehrerverbände schäumen vor Wut

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DRESDEN. „Eine Schule ist mehr als eine Stundentafel. Sie ist ein gewachsenes System, ein Kollegium, eine Gemeinschaft – mit Rollen, Verantwortlichkeiten und Vertrauensverhältnissen, die sich nicht von einem Tag auf den anderen ersetzen lassen.“ Mit diesen Sätzen wendet sich der Sächsische Lehrerverband (SLV) unmittelbar vor dem Schuljahresstart an Kultusminister Conrad Clemens (CDU) persönlich. Der Konflikt dahinter dürfte Sachsens Schulen auch 2026/27 prägen: Es fehlen weiterhin Lehrkräfte – und das Kultusministerium will sie deshalb noch stärker dorthin verschieben, wo der Mangel besonders groß ist. Deutlich mehr als 5.000 Lehrerinnen und Lehrer sollen dafür abgeordnet werden. Die Gewerkschaften warnen: Damit werde der Mangel nicht behoben, sondern nur auf immer mehr Schulen verteilt.

Beim Schanghaien. Karikatur: News4teachers

„Wird eine Lehrkraft abgeordnet, verschwindet mit ihr nicht nur eine Zahl aus der Stundentafel der Stammschule“, heißt es in dem offenen Brief des SLV. „Es verschwindet die Klassenleitung, die eine Klasse über Jahre begleitet hat. Es verschwindet die Fachkonferenzleitung, die Vertrauensperson für Schülerinnen und Schüler, die eingespielte Zusammenarbeit im Kollegium.“ Was an der einen Schule zusätzlich zur Verfügung stehe, müsse die andere Schule auffangen – „ohne zusätzliche Zeit, ohne zusätzliches Personal, ohne jeden Ausgleich“.

Die Verschiebung von Lehrkräften bildet erneut einen Kern der Personalstrategie, mit der Sachsen am 17. August ins neue Schuljahr startet. Kultusminister Clemens setzt darauf, die vorhandenen Lehrerinnen und Lehrer gleichmäßiger über das Land und zwischen den Schulen zu verteilen. Sein Ziel: weniger Unterrichtsausfall. Schon im vergangenen Schuljahr wurden dafür rund 5.000 Lehrkräfte abgeordnet. Im neuen Schuljahr rechnet das Kultusministerium mit weit mehr.

Aus Sicht des Ministers hat sich das Instrument bewährt. An den Oberschulen sei der Stundenausfall im vergangenen Schuljahr um 26 Prozent gesunken. „Deshalb bleibt weiter das oberste Gebot, dass mehr Unterricht an unseren Schulen stattfindet, weniger Unterricht ausfällt“, sagte Clemens bei der Vorstellung des neuen Schuljahres. Die „größte Herausforderung“ bleibe die gerechte Verteilung der zur Verfügung stehenden Lehrerinnen und Lehrer auf ganz Sachsen.

Dass diese Verteilung überhaupt in solchem Umfang nötig ist, zeigt allerdings die andere Seite der Bilanz zum Schuljahresstart. Das Kultusministerium hatte mehr als 1.000 Neueinstellungen erwartet. Erreicht wurde diese Marke bislang nicht. Nach Ministeriumsangaben wurden 905 Lehrkräfte eingestellt, darunter 731 grundständig ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer, 157 Seiteneinsteiger sowie 17 pädagogische Fachkräfte. 87 der neu eingestellten Lehrkräfte kommen aus anderen Bundesländern.

Zugleich bleibt die regionale Verteilung ein Problem. Ein großer Teil der Absolventinnen und Absolventen bewirbt sich für Leipzig und Dresden. Allein auf Leipzig entfielen nach Angaben des Kultusministeriums 51 Prozent aller Bewerbungen. Wo weniger Bewerberinnen und Bewerber hinwollen, muss der Freistaat den Mangel deshalb zunehmend mit vorhandenem Personal ausgleichen – notfalls per Abordnung.

„Aus den Rückmeldungen der Lehrkräfte ging eindeutig hervor: erneut fehlende Transparenz, erneut kaum Planungssicherheit, erneut zu wenig Zeit zur Vorbereitung“

„Herr Clemens spricht gern davon, was eine abgeordnete Lehrkraft an der neuen Schule dazulernt. Er verschweigt, was an der Stammschule verloren geht: die Klassenleitung, das Vertrauen der Schülerinnen und Schüler, die eingespielte Arbeit im Kollegium“, erklärt SLV-Landesvorsitzender Michael Jung. „Das muss jemand auffangen – meistens ohne jeden Ausgleich.“

Grundsätzlich stellt der SLV Abordnungen in der Mangelsituation nicht infrage. Seine Kritik richtet sich jedoch gegen deren Ausmaß und vor allem gegen die Art der Umsetzung. Der Verband hatte Lehrkräfte während der Sommerferien nach ihren Erfahrungen mit den diesjährigen Abordnungen gefragt. Nach Darstellung des Verbandes berichteten Betroffene erneut von mangelnder Transparenz, kurzfristigen Bescheiden, geringer Planungssicherheit und wenig Zeit, sich auf andere Klassenstufen oder sogar andere Schularten vorzubereiten.

Das wiegt aus Sicht des SLV besonders schwer, weil Ministerium und Landesamt für Schule und Bildung eine längerfristige und besser vorbereitete Planung angekündigt hätten. „Aus den Rückmeldungen der Lehrkräfte ging eindeutig hervor: erneut fehlende Transparenz, erneut kaum Planungssicherheit, erneut zu wenig Zeit zur Vorbereitung“, sagt Jung. Die Kritik richte sich deshalb „nicht gegen das Ob, sondern gegen das Wie“.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) geht noch einen Schritt weiter. Ihr Landesvorsitzender Burkhard Naumann sieht die Abordnungen nicht nur als organisatorisches Problem, sondern als Teil einer Belastungspolitik, die den Personalmangel auf Dauer verschärfen könne. „Die angespannte Lage an den Schulen verschlimmert sich im neuen Schuljahr noch weiter. Die Belastung steigt durch die massive Ausweitung der Abordnungen immer weiter“, erklärt er.

„Lehrkräfte verlassen nun früher den Beruf, Referendarinnen und Referendare wandern ab“

Abgeordnete Lehrkräfte müssten teilweise an mehreren Schulen arbeiten, nach Darstellung der GEW häufig auch schulart- und fachfremd. Gleichzeitig entstünden an ihren Stammschulen neue Engpässe. Schülerinnen und Schüler müssten mit Wechseln bei Fachlehrkräften und Klassenleitungen umgehen. Hinzu kämen weitere Belastungen: Die GEW kritisiert insbesondere die höhere Unterrichtsverpflichtung älterer Lehrkräfte sowie zusätzliche Unterrichtsbelastungen für angehende Lehrerinnen und Lehrer im Referendariat.

Naumann warnt deshalb davor, dass die Maßnahmen den Personalmangel langfristig noch verschärfen könnten. „Lehrkräfte verlassen nun früher den Beruf, Referendarinnen und Referendare wandern ab“, erklärt er. Sachsen-Anhalt und Thüringen hätten in diesem Sommer mehr Bewerbungen aus Sachsen vermeldet. Die aktuellen Maßnahmen des Kultusministeriums verstärkten das Problem, statt es zu lösen.

Damit richtet sich die Kritik der GEW auch gegen den Maßstab, an dem das Ministerium den Erfolg seiner Personalpolitik misst. Naumann stellt infrage, Unterrichtsversorgung vor allem über erteilte beziehungsweise ausgefallene Stunden zu betrachten: „Dabei ist die Basis von guter Bildung eine kontinuierliche Beziehung zwischen Lernenden und Lehrkräften und nicht die Unterrichtsstatistik. Das Kultusministerium überspannt den Bogen nun deutlich. Die Gleichverteilung des Elends ist keine Lösung.“ News4teachers / mit Material der dpa

Was sich zum Schuljahr 2026/27 außerdem ändert

Neue Lehrpläne: Sachsen will alle 528 Lehrpläne modernisieren – erstmals seit 2004 gleichzeitig. Neben fachlichen Kompetenzen sollen unter anderem Demokratiebildung, Medienbildung und sprachliche Bildung stärker berücksichtigt werden. Die GEW begrüßt die Reform grundsätzlich, fordert aber eine Beteiligung von Fachberaterinnen und Fachberatern sowie der Wissenschaft.

Handyverbot ausgeweitet: Das bislang für Grundschulen geltende Handyverbot wird bis einschließlich Klassenstufe 8 erweitert.

Schülerzahlen: Nach vorläufigen Angaben werden rund 527.300 Schülerinnen und Schüler in Sachsen unterrichtet, knapp mehr als im Vorjahr. Rund 37.700 Kinder starten in der ersten Klasse.

Mehr freie Schulen: Die Zahl der öffentlichen Schulen bleibt mit 1.388 konstant. Bei den Schulen in freier Trägerschaft steigt sie von 429 auf 432.
Digitalisierung: Die GEW unterstützt eine stärkere Medienbildung, kritisiert aber weiterhin ungeklärte Zuständigkeiten für die technische Betreuung der zahlreichen digitalen Endgeräte an den Schulen.

Tausende Lehrkräfte zwangsweise versetzt: Wie Abordnungen Unruhe in Schulen bringen – und Betroffene belasten

 

 

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129 Kommentare
PetraOWL
29 Tage zuvor

Dann gebt doch ein paar Stunden ab Klasse 9 im Distanzunterricht. Dann muss man nicht abordnen und jeder kann sich zuschalten, wo er will.
Wenn schon Gleitzeit und flexibles Arbeiten klappt, geht auch das.
Ist ja nicht zu 100% wie manche hier nicht wahrhaben wollen. Keiner will 100% Homeoffice! 🙂

Ute
28 Tage zuvor
Antwortet  PetraOWL

Danke Dir, Petra

Thomas
28 Tage zuvor
Antwortet  PetraOWL

Lohnt sich nicht mehr, es liegt an Geld und der hohen Arbeitszeit / Belastung.
Die Abordnungen zeigen ja den Mangel und die Personalnot, es werden also nur noch die Löcher geflickt. Attraktiv ist das sowieso nicht

Einer
28 Tage zuvor
Antwortet  PetraOWL

Immer wieder Petra mit dem gleichen Quatsch.
Schüler lernen online weniger als im Unterricht. Ansonsten können wir doch alle Schulen ab der Oberstufe komplett schließen. Ist doch alles im Netz. Kann doch jeder selbst lesen und anschauen. Für Fragen gibt es Foren.
Macht aber niemand.
Abgesehen vom Kontakt mit den Schülern. Es gibt viele, die sind Lehrer geworden um Kontakt mit Menschen zu haben. Ansonsten hätte ich auch zum Telekolleg gehen können und dort die Kamera voll quatschen können.

Bla
27 Tage zuvor
Antwortet  Einer

„Schüler lernen online weniger als im Unterricht.“

Aber nicht jeder Schüler lernt weniger im Online-Unterricht, als im Präsenz.Unterricht.
Das stimmt halt einfach nicht.
Das konnte man auch in Coronazeiten beobachten [wenn man wollte] … Manche „funktionieren“ digital gut. Die meisten eher tendenziell nicht.
Hier ginge es zudem ja um ein Hybrid-Konzept dann.

Auch in anderen Ländern sind doch Onlineschulen usw. nicht schlechter dran … Bzw. auch die SuS dort.

Dazu gibt es durchaus sinnvolle Gründe, warum manche auf Onlineschulen gerne gehen würden. Beispielsweise starke Soziophobie.
Hier sind massive Hürden aufgebaut. Letztendlich landen dann viele an Klinikschulen eben … Weiß nicht, ob das nicht „besser ginge“. Ganz ehrlich.
Also absolut nichts gegen Klinikschulen. Aber eine etwas „ausgeweitete modernere Systematik“ wäre nicht unbedingt schlecht und pauschal negativ.

Gab es dazu eine Projektschule? Wie bei anderen natürlich „freiwillige Bewerbungen“. Mit rechtlicher Rahmenanpassung. Nicht? Schade. Warum nicht?
Doch etwas „Bange, dass es funktioniert.“ [mit/für einige zumindest]?
Schulpflicht hat auch so seine Kosten.
Daher … Bildungspflicht. Auf geht’s.
Glaube muss auch mehr wie Petra hier sein und die Bildungspflicht in jedem Kommentar einbauen …

Ute
26 Tage zuvor
Antwortet  Bla

Diese pauschalen Aussagen von Einer nerven stark, es geht nicht um 100% remote, sondern um etwas Distanzunterricht zu integrieren. Mehr auch nicht und für einige ist das sicherlich ein modernes Angebot.

Einer
26 Tage zuvor
Antwortet  Bla

Du sagst selber: „Die meisten eher tendenziell nicht.“
Vielleicht sollten wir einfach in allem mal wieder an das Normale, an die 80/90%, denken und nicht immer an die Sonderfälle. Gilt grundsätzlich für alles. Gesellschaft wir sind stärkt über Sonderfälle oder Besonderheiten definiert, dass das Normale vergessen wird.

Thomas
26 Tage zuvor
Antwortet  Einer

Nein, 6 Stunden digital sind vertretbar! Stimmt so nicht.

Bla
26 Tage zuvor
Antwortet  Einer

Vielleicht wäre auch ein „und“ ganz gut?
Also die 10% dann bspw. moderner unterrichten (lassen)?
Antragstellung auf digitale Schulen/Onlineschulen gab es meines Wissens nach. Insbesondere als Peak zu/nach Corona.
Wurden nur halt alle abgelehnt.
Präsenzpflicht/Schulpflicht und so …

Digitale Nachhilfe funktioniert. Bei vielen.
Gibt Nachhilfeinstitute, welche darauf spezialisiert und professionalisiert sind.
Von denen bekommt man sogar dann die Plattform und „Leihgeräte/Arbeitsgeräte“ ggf. gesellt. Dazu Einführung des Umgangs.
Warum nicht auch mal als Schulangebot/alternative Schulform?

Schließt doch nicht aus, dass „andere gerne ’normal‘ in die Schule gehen können“.

Es geht ja hoffentlich nicht um ein „entweder – oder“ … Das wäre tatsächlich dann Quatsch.
Sondern: Wo es funktioniert – funktioniert es. Potentiale nutzen. Angebot machen und „mal schauen“.
Wäre dann dementsprechend ja auch (erstmal) begleitet und mit Rahmen sowas. Klar.
Als Privatschule müsste sich sowas „sowieso erst bewähren“. Ansonsten gibts keine Gelder und ggf. keine Zulassung.
Also … Will man jetzt Individualisierung, Differenzierung, Digitalisierung, Kind im Zentrum [Bedarfgerecht], „Inklusion“ [zumindest als Typus des Bedarfs hier] und Effizienz … oder nicht?

Man kann natürlich auch Menschen mit starker SozialANGST und „-störung“ erstmal „einschulen“ – das Kind geht definitiv unter, da neurobiologisch und neurodivergent so „geprägt“ – bekommt Erschöpfungen, ggf. Traumastörung, sozialen-Burnout – geht an die Klinikschule nach Bürokratie und harten „Erkämpfen“ durch Eltern/Kind/Psychologen/Mediziner …
Klingt natürlich „auch vernünftig“ …
Man man man.

Jerunda
24 Tage zuvor
Antwortet  Bla

Müsste man nicht auch die Ursachen für soziale Ängste untersuchen und evtl. gegenwirken? Nur „Symptombehandlung“ (digitales Homeschooling) hilft manchen Schülern nicht, wenn sie später doch noch mit anderen Menschen in Kontakt kommen wollen/ müssen. Es besteht die Gefahr, mMn., so auch „soziale Einzelgänger“ zu erziehen, ohne notwendige soziale Kompetenzen? Es ist sicher von Einzelfall zu Einzelfall genauer abzuwägen, was welchem Schüler wirklich hilft. Aber dazu fehlen die Ressourcen (Psychologen, Therapeuten ….)

Bla
23 Tage zuvor
Antwortet  Jerunda

„Müsste man nicht auch die Ursachen für soziale Ängste untersuchen und evtl. gegenwirken? “

Definitiv.

„Nur „Symptombehandlung“ (digitales Homeschooling) hilft manchen Schülern nicht, wenn sie später doch noch mit anderen Menschen in Kontakt kommen wollen/ müssen. “

Richtig.

„Es besteht die Gefahr, mMn., so auch „soziale Einzelgänger“ zu erziehen, ohne notwendige soziale Kompetenzen?“

Auch das ist richtig. Die Gefahr besteht jedoch so [durch Präsenzpflicht] oft wohl noch „deutlicher“.

„Es ist sicher von Einzelfall zu Einzelfall genauer abzuwägen, was welchem Schüler wirklich hilft. “

Richtig. Das wäre der Optimalfall.

„Aber dazu fehlen die Ressourcen (Psychologen, Therapeuten ….)“

Und das ist die Realität und leider auch die Folgekonsequenz.

Ich gehe mal etwas genauer drauf an:
Man muss immer die Ursachen hier angehen [falls ein Kind unter einer Störung leidet]. So oder so. Nur Symptombehandlung hilft tatsächlich nicht nachhaltig, es ist meistens eher das „wie gehe ich aktuell mit etwas um, bis es besser wird“.
Also in einer optimalen Situation würde man das eher so denken:
– Schulbesuch kann (und wird sehr wahrscheinlich) zu einer traumatischen Belastung und Störung führen. Oder ist sie schon. Bei Traumastörung („psychische Auffälligkeiten“) sprechen wir im Schnitt von ca. 5 von 20 SuS [im Schnitt je Klasse]… Die Zahl sollte man sich mal tatsächlich auch bewusst machen und werden. Mal kleinere Traumaberührungen und mal tiefer sitzende.
Eine „Sozialphobie“ [also eine Soziale Angststörung] ist eine Angststörung [Siehe ICD-11 und DSM-5].
Häufig geht es hier dementsprechend um Angst und Furcht durch Bewertung von anderen. Also bspw. wie wird mein Verhalten bewertet [„peinlich“]?
Dementsprechend wollen zwar viele (nicht alle) „gerne soziale Kontakte“ – sie haben aber eine Angst zuvor. Und die Angst begegnet man normalerweise nicht mit „Maximaler Konfrontation“ (ins kalte Wasser) durch Zwang. Sondern eben durch möglichst gezielter „Expositionstherapie“. D. H. auch ein schrittweise und gezieltes Heranführen an die Situation in einem möglichst kontrollieren Rahmen.
Und das ist alles andere als „der Schulalltag“ … Sorry.
Dadurch wird die Angst meistens noch schlimmer und man hat Folge- und Begleiterscheinungen. Wie eben bspw. Traumatisierung und Retraumatisierung. Zudem kann es passieren, dass man hier einen Bereich „erweitert“ und es künftig noch schwieriger dann wird therapeutisch zu handeln. Also beispielsweise kann dies zu einem elektiven/selektiven oder gar absoluten Mutismus dann führen.
Dann hat man nicht nur „Soziale Angststörung“, sondern noch ggf. ein erweitertes Trauma und Mutismus. Top.

Und wie könnte man dem entgegnen?
Naja beispielsweise durch Digitalen Unterricht [digitale Schule] und einen Rahmenplan/Zielplan auf „Sozialkontakte im geschützten und geplanten Rahmen“. Sprich: Mit dem Kind wird dieser transparent besprochen und gemacht. Sei es je nach Fall: „Lernally“, Freunde und Erweiterung, geplante Sozialbegegnungen (auch außerhalb der Schule) oder dann auch (später) der Besuch der Präsenzschule [Schrittweise … So weit möglich, so weit machbar.] in „Schule ohne Kinder (aber mit Gegenständen), „Schule mit einem Kind als Kennenlernen“, „Schule als Stundenetappe (oder nur 5-10 Minuten/kurzes auswendig gelerntes/abgelesene/fremdes Vorstellen)“, „Schule als …“.

Dass die Rahmen dafür fehlen? Ja. Absolut.
Dass oft die Kenntnisse fehlen? Ja. Auch das.
Dass es „nicht juckt“? Ja. Offensichtlich.

Das ist mir alles klar.
Jedoch verbaut man diesen Schritt halt schon bei „keine Digitale Schule (vorhanden)“. Tjo.

Also ja, bei „nur Digitale Schule“ hätte man das Problem und die Herausforderung, dass dadurch ein „Vermeidungsverhalten“ aufkommen kann und/oder bestätigt/intensiviert wird.
Das wäre dann tatsächlich lediglich ein … Kompromiss. Leider.
Hat man „weder noch“ [Schulpflicht], dann lässt man allerdings hier leider öfter außer acht, dass in einer akuten Krise (also auch schwere Schulangst) die Kinder und Jugendlichen oft schlichtweg gar nicht in der Lage sind „nebenbei“ soziale Kompetenz in einer Präsenzklasse zu trainieren und aufzubauen.
Es ist und bleibt dann das „friss oder stirb“ Prinzip mit oftmals einem sozialen Burnout und Überreizung. Hier fehlt dann der geschützte Raum oftmals.
Klinikschulen haben diesen zwar (mehr), jedoch muss man trotzdem eben schauen … Plätze, Bürokratie, Bemerken bis dahin … Hilfe annehmen [müssen viele eben auch lernen …] … Und ggf. psychologisch und medizinisches Agieren [aus der akuten Schulsituation „rausnehmen“ – ohne den Vermeidungseffekt zu bekommen … Wahnsinnig schwierig] … Und eben den Präsenzzwang. Also ggf. auch „ständiges Bauchweh“ usw. Unwohlsein. Nimmt man dann eben auch in Kauf.

Wer glaubt, dass „das wird schon, wenn er öfter dahin geht“ wirklich eine gute Idee immer ist … Puh. Okay. Bin da diskursoffen.
Ich bekam da eher dann leider „die anderen Fälle“ durchaus mit … Oder welche, die das „durchmachten“, aber dann nach 10-15 Jahren später die Quittung bekamen und in einen auf Masking und unterbewusst Coping/Stimmung basierten Burnout gerieten.
Eben mitunter, weil „nicht bekannt und bewusst“ war.
Irgendwann geht halt „der Akku“ leer … Wenn man das nicht checkt.
Daher hört man auch ab und an ja sowas wie „früher funktionierte alles super in der Schule – auf einmal bin ich immer erschöpft und platt … Warum ist das so?“. Dann kann man mal überlegen … Ein häufiger Grund ist die Versetzung des Maskings als Folge in einen „Burnout“. Dazu eben „neue, noch nicht stabil angepasste Situationen“. Und ja … Die hat „jeder mehr oder weniger“ – aber bei Neurodivergenz ist das eben eine andere Neurologische Belastung. Oftmals ist es nicht „zuviel Arbeit“. Daher auch die Verwunderung …

Wir gehen hier nämlich „bewusst (und unbewusst) in Kauf nehmend“ bei vielen in eine Versetzung aktuell [und früher sowieso …] weiterhin systemisch rein. Und wundern „uns“, warum viele „nicht (mehr)“ funktionieren? Auch „im Nachgang“.
Komisch halt.
Können „wir“ allerdings ja inzwischen immer besser und sicherer auch erklären und „nachweisen“ durch Biographien und Abgleiche …
Aber ja, wunder wunder.
Nur nicht die Präsenzpflicht anfassen … Und bitte aber auch auf gar keinen Fall Ressourcen und Rahmenbedingungen stellen, damit eine Präsenzpflicht tragbar oder gar … jetzt kommts … sinnvoll machbar ist.

Jerunda
23 Tage zuvor
Antwortet  Bla

Danke! Wie so oft von Ihnen sehr gut erklärt.

Jerunda
23 Tage zuvor
Antwortet  Jerunda

Ergänzung: im n4t-Artikel über den blinden Lehrer sagt dieser folgendes:
„Müller: Die Frage ist zunächst, ob das, was heute klassisch mit Inklusion verbunden wird, in jedem Einzelfall die beste Lösung ist. Für mich persönlich war es gut, an einer Blindenschule ausgebildet zu werden. Dort war das gesamte Know-how vorhanden. Ich war kein Einzelkämpfer und musste mir den Umgang mit den technischen Möglichkeiten nicht allein erarbeiten. Außerdem braucht man nicht ständig eigene Assistenz, weil vieles selbstverständlich vorhanden ist.
Gerade in der Pubertät erleben viele blinde Jugendliche sehr schmerzhaft, dass sie in bestimmten Situationen – etwa bei der Partnersuche, bei der viel über Blickkontakt läuft – nicht selbstverständlich dazugehören. Deshalb hat auch der Austausch mit anderen Betroffenen einen eigenen Wert. Dieses gegenseitige Verständnis ist wichtig.“

Das ist genau das, was ich sagen will. Für nicht wenige Schüler mit Beeinträchtigungen (auch neurodivergente,Schüler mit mit sozialen Ängsten) könnten spezielle Kleinklassen mit ausgebildeten Sonderpädagogen die bessere Lösung sein, statt Inklusion um jeden Preis in zu großen, zu heterogenen Klassen und auch besser als isoliertes Homeschooling ohne austeichend soziale Kontakte.
In diesen Kleingruppen wäre es diesen Schülern auch besser möglich, ihre persönlichen Stärken zu erkennen und sich weniger auf ihre persönlichen Schwächen zu konzentrieren, da sie damit nicht allein sind.
(Nur so meine Gedanken dazu)

Bla
22 Tage zuvor
Antwortet  Jerunda

Das ist (wohl) auch so. Klar … Oft auch eine systemische Struktursache.
Aber Förderschulen „kosten zu viel“.
Kostensparender ist „Inklusion“ ohne wirklich zu inkludieren.
Stuhl und gut.
Rest wird ja dementsprechend tendenziell wieder „abgebaut“. Das ja der Irrsinn.

Schaut man sich Sozialgruppen an … Finden die ja auch nicht im Rahmen von 30 Kindern statt. Warum wohl nur …

Generell sind kleinere Klassen eine Entlastung. Tendenziell sogar immer. Ansonsten leidet potentiell entweder etwas [Zeit/SuS, Methodik] oder man nimmt einen „verdrehten Vergleichswert“ [25 „verhaltensorginielle Kinder“ vs. 30 „(soziale) Leistungsschüler“.
Klar … Da kann man dann auf Ergebnisse und „Erhebungen“ ja kommen, wenn man den Richtwert anpasst oder nicht hinreichend beachtet.
Aber kleinere Klassen haben eben auch einen (massiven) Kostenfaktor. Sowie Deputatsanpassung halt auch.
Daher „wehrt“ man sich vor beidem (massiv).

Wie viele Regelschulen „blinde Menschen“ sonderlich beschulen können … Ich weiß ja nicht. Also strukturell ja möglich mit Hilfen, Assistenz/Schulbegleitung und Mediennutzung … Aber ist eben eine Belastung [nicht der Mensch an und für sich, sondern die Bedingungen, die damit einher gehen].

Man muss auch mal klar sagen, dass „Blinde“ ja recht eindeutig sind. Also wie bspw. „Rollstuhlfahrer/Gehbehinderte“ halt auch. Das weiß und/oder sieht man ja ggf. bei primär physischer Einschränkung.
Wie sieht das denn bei psychischer/neurobiologischer Ebene aus? Dort muss man es halt erst „vermuten“ oft und dann ggf. „diagnostiszieren“ usw. Oftmals ist es auch nicht „so logisch, was man braucht“ [bei Rollstuhlfahrer hat man oft eine grobe Vorstellung … Wenngleich in der Praxis auch nicht immer so „einfach“ und „unkompliziert“].
Bei Neurodiversität und Störungen? Oftmals schwieriger „ansehbar“ … Auch klar und logisch.

Bei blinden Lehrkräften sieht man das Beispiel … Dort werden dann ggf. AssistenzEN, Zusatzressourcen usw. usf. gestellt.
Das ist sinnvoll und schön. Oftmals leider die ehrliche Frage trotzdem nach dem „Schein oder Sein“. Also als „Musterbeispiel“ wie Projektschulen … Dort investiert man dann halt mal und zieht PR [wie sozial man als AG ist].
Bei physischer Einschränkung [Lehrkraft im Rollstuhl] geht das auch … Man kann hier ggf. Strukturen schaffen und schauen. Es ist ja „ersichtlich“.
Wie sieht es im Bereich neurodivergente Lehrkräfte aus?
Da ist die Regelschulstruktur oftmals eine reine Katastrophe. Alleine das Referendariat ist in jeglicher Hinsicht oftmals „gegen Neurodivergenz“ strukturell gemacht. Dementsprechend bekommen auch häufig hier Menschen nicht nur einen Arbeitsburnout, sondern einen psychischen Überlastungsburnout [Erwartungshaltung, autistischer Burnout usw.].

Juckt das „dem System“? Achwas … Bald haben wir ja wieder einen Lehrkräfteüberschuss. Wird zumindest (wieder mal) „versprochen“ (?) … Zumindest „prognostiziert“.
Ist ja Quatsch, wenn man sich das Mangelkonstrukt mal ansieht … Das „triggert“ mich persönlich schon etwas, wie absurd und verlogen das ist.
Man hält das System so „tendenziell“ ja rein logisch betrachtet schon permanent auf „Mangel“ dann … Und begründet das durch selbst gestalteten Lehrstellenabbau …
Daher kann und muss man sich einfach ehrlicherweise halt (mal) die Frage stellen, „ob tatsächliche Inklusion gelingen kann“. Rein systemisch bedingt. Ohne andere Faktoren … Scheitert ja schon daran meist. Und über Rest wird leider politisch mehr diskutiert … So der Schein … Vermeintlich natürlich.

Jerunda
22 Tage zuvor
Antwortet  Bla

Ja, das ist wohl so – so, wie Sie es beschreiben. Klingt nicht sehr optimistisch für die betroffenen Schüler.

Allerdings beschreiben Sie, mMn. sehr zutreffend, nur die derzeitige und zukünftige Situation einiger Gruppen Betroffener. Das soll kein Vorwurf sein, denn die größte Gruppe von Schülern mit sonderpädagogischem Fö-Bedarf wird fast immer vergessen oder nur kurz am Rande erwähnt, auch hier in den Foren und Artikeln bei n4t – nämlich die Schüler mit kognitiven Beeinträchtigungen Lernen und GE.
Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf 2022 | Statista
Von denen sieht man ab und zu das Bild eines niedlichen Trisomie-Kindes und es wird erwähnt, dass diese Schüler ja zieldifferent unterrichtet werden in der Inklusion. Wie aber genau diese zieldifferente Beschulung aussieht in der Realität, interessiert kaum jemanden „da oben“ und in den Medien. Wenn es hoch kommt erhalten diese Schüler 2 Stunden pro Woche bei einem ausgebildeten Sonderpädagogen, die meiste Zeit gibt es für diese Schüler oft nur „leichtere“ und weniger Aufgaben als für die anderen und nur selten speziell auf ihre Bedürfnisse angepasste Unterstützung. Das ist im Mangelsystem der derzeitigen Inklusion auch gar nicht möglich – also kein Vorwurf von mir an die Kollegen, die täglich ihr Bestes geben.

Vergessen werden auch oft Schüler mit Mehrfachbehinderungen – was ist mit denen?

Noch eine Frage, die mich beschäftigt: Wie viele ESE-Schüler wurden durch unser Bildungssystem in Kita und Schule verhaltenskreativ, wären also vermeidbar gewesen (neurodivergente Schüler z. B., die nicht „erkannt“ werden)?

Sie schreiben: „Kostensparender ist „Inklusion“ ohne wirklich zu inkludieren.
Stuhl und gut.“
Ja, so sieht es aus. Das ist aber eine sogenannte „Milchmädchenrechnung“. Was jetzt an Bildung generell und speziell in der Inklusion und gezielten Förderung von Schülern mit verschiedenen Beeinträchtigungen gespart wird, kommt uns in Zukunft viel teurer zu stehen.

Walter Hasenbrot
28 Tage zuvor

Laut KI gibt es in Sachsen 35.000 Lehrkräfte.

5000 Abordnungen sind da eine Bankrotterklärung der Schulpolitik des letzten Jahrzehnts, in dem man es nicht geschafft hat, den Lehrberuf so attrakiv zu machen, dass man genügend LEhrkräfte gewinne konnte.

Wenn nun jede siebte Lehrkraft abgeordnet wird, macht das den Beruf in Sachsen noch unattraktiver. (Und laut Artikel rechnet das Schulministerium sogar damit, dass im nächsten Schuljahr noch „weit mehr“ Lehrkräfte abgeordnet werden.)

.

dickebank
28 Tage zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Also bei 14% wäre die sächsische SPD aber heilfroh:)
Kann es sein, dass ich das Siegel „bewegte Schule“ vollkommen falsch verstanden habe?

mama51
28 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Hahaha! „Bewegte“ Schule…

Realist
28 Tage zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Positiv sehen: Immerhin wurden 30.000 Lehrkräfte NICHT abgeordnet. Das sind ca. 85%, womit man sich sicherlich im Bereich einer „auskömmlichen“ Unterrichtsversorgung bewegt!

nachdenklich
28 Tage zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Ich stimme zu, es ist eine Bankrotterklärung der Schulpolitik der letzten Jahre. Die setzte 2019 darauf, Lehrer wieder zu verbeamten, um Kollegen aus anderen Bundesländern abzuwerben (und eigene zu halten). Das wurde damals als Mittel gegen den Lehrermangel gepriesen. Berlin übernahm es. Musste es. Berlin war ja zuletzt das einzige Bundesland, das nicht verbeamtete.

Nun sind alle im passenden Alter verbeamtet. Ich erinnere mich gut an die Nachrichten aus den ersten Jahren danach, wie der Lehrermangel gesunken sei. Komisch. Jetzt ist er wieder da? Alle Bundesländer verbeamten. Die Pensionslasten sind enorm. Aber das müssen ja erst die nachfolgenden Generationen zahlen.

Der Lehrermangel ist wieder/weiterhin da. Die Verbeamtung hat ihn nicht behoben. Sie kostet Millionen. Die kann man nun nicht mehr in bessere Arbeitsbedingungen stecken. Bessere Arbeitsbedingungen hätten den Beruf vielleicht attraktiver gemacht? Aber woher soll man das Geld dafür nun nehmen? Man kann einen Euro nicht zweimal ausgeben und Personalmangel gibt es nicht nur in den Schulen. Die Steuerzahler arbeiten nicht nur für das „Wohlsein der Lehrer“.

Ja, falsche Politik. Falsche Ratgeber. Eine Bankrotterklärung. Sie war abzusehen.

Walter Hasenbrot
28 Tage zuvor
Antwortet  nachdenklich

Glauben Sie dass Sachsen ohne Verbeamtung heute mehr Lehrkräfte hätte?

Das ist doch sehr zweifelhaft. Ohne Verbeamtung wären schon früher noch mehr Lehrkräfte in andere Bundesländer abgewandert. Sachsen (und dieanderen östlichen Bundesländer) sind ja nun allesamt nicht besonders attraktiv.

nachdenklich
28 Tage zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Falsche Fragestellung. Glauben Sie, dass Sachsen mit deutlich besseren Arbeitsbedingungen (kleinere Klassen, geringeres Stundensoll, weniger Bürokratie und deutliche weitere Entlastungen…) heute weniger Lehrkräfte hätte?

Wie dargelegt kostet die Verbeamtung Millionen (Pensionen, Zuschläge etc.). Diese Millionen fehlen nun für bessere Arbeitsbedingungen. Darum geht’s. Nun hört und liest man, wie überall heimlich durch die Hintertür gekürzt wird. Nicht bei den Lehrern, aber bei den Mitteln für die Schulen.

Glauben Sie, es wäre dem Steuerzahler vermittelbar, „alles Geld“ nur für die Lehrer auszugeben? Das ist doch sehr zweifelhaft. Haben wir nicht viele andere „Baustellen“? Mangelt es nicht überall?

447
28 Tage zuvor
Antwortet  nachdenklich

Sie machen da eine folgenschwere Fehlannahme:

Sie wägen „mehr Geld für Personal“ gegen „Arbeitsbedingungen“ so ab, als ob erstetes monetär und zweiteres nicht-monetär wäre.

Schauen Sie mal, was Sie oben nennen:
– kleinere Klassen? Massive Bau- und Personalkosten
– Ausstattung der Schulen? Baukosten, Sachmittel, Wartung, Internet…

Natürlich könnte man rein theoretisch ganz leicht „umsonst“ bestimmte Anteile der Bedungungen verbessern (etwa, indem man Lehrer aus dem „zahnloser Papiertiger“-Status rausholt) – das ist aber ganz klar politisch undurchsetzbar und auch vom Wähler völlig unerwünscht.

Bla
27 Tage zuvor
Antwortet  447

Nicht nur eine Fehlannahme.

Die Pensionen der „jetzt ’neu‘ Verbeamteten“ fallen ja noch gar nicht an. Das ist eine Verschiebung auf Zeit.
Die „alten Pensionen“ fallen an. Würden sie aber so oder so – ob jetzt eine „Neuverbeamtung“ gekommen wäre oder nicht. Dazu ist es „zu weit weg/zu zeitnah“ [Pension/Verbeamtung].
Also spart man jetzt erstmal (potentiell) Kosten [Außer man hat 5 Kinder …]. Diese werden dann jedoch später nochmal versetzt halt anfallen.

Also rein der Logik und Rechnung her … Geht sich das ja schon gar nicht auf.

Sachen und Sachen-Anhalt sind halt im A… Und auch was bildungspolitisch dort „entschieden/gemacht/fabriziert wird“ offensichtlich/anscheinend.

Bei „Verbeamtung anschaffen“ war er ja auch am Start … Klar. Kann man machen. Dann hätte man jetzt mit den Abordnungen noch viiiieeel mehr Spaß.
Aber im Gas geben ist er ja gut („anscheinend“ … Vermeintlich) … *Zwinker Zwinker*
Die Frage ist nur … Wo man denn hin oder dagegen fahren will … Bildungstechnisch die Mauer …

Walter Hasenbrot
28 Tage zuvor
Antwortet  nachdenklich

Ja, ich glaube ich allerdings, dss Sachsen ohne Verbeamtung heute weniger Lehrkräfte hätte. Schauen Sie doch in alle östlichen Bundesländer. Dort ist die Lehrkräfteversorgung durch die Bank schlechter als in den westlichen Bundesländern. (Und tatsächlich haben wir mehrere Lehrkräfte im Kollegium, die aus dem Osten kommen. Umgekehrt kenne ich niemanden, der aus unserem Kollegium in ein östliches Bundesland gewechselt hat.)

Die Gründe dafür sind vielfältig. Ich persönlich würde in kein Bundesland wechseln, in dem die rechtsextreme AfD so stark ist, wie sie es in allen östlichen Bundesländern ist. Für einen Rheinländer, der im Unkreis von einer Fahrtstunde etliche kulturelle Einrichtungen errreichen kann, sind die dünn besiedelten Flächenländer im Osten auch nicht interessant.

Auch die Demographie zeigt ja dass die östlichen Länder nicht attraktiv sind. Die östlichen Bundesländer werden am stärksten unter dem Bevölkerungsschwund leiden.

Auch das ist ein Grund, der die östlichen Bundesländer unattraktiv macht. Nicht nur die kulturelle Versorgung ist dort dünner. Dasselbe gilt auch für Gesundheitseinrichtungen, wenn man nicht gerade in Dresden oder Leipzig lebt.

Und was helfen mir kleinere Klassen, wenn es als Folge davon heißt, dass an dieser Schule nicht so viele Lehrkräfte gebaucht werden, und ich deshalb abgeordnet werde? Ich will auch keine kleineren Klassen, wenn die Hälfte der Eltern aus Rechtsxtremisten besteht, die die AfD wählt.

Um all diese Standortnachteile auszugleichen, muss Sachsen den Lehrkräften zuindest finanzielle Anreize wie zum Beispiel die Verbeamtung machen.

Abgesehen davon bemühen Sie sich ja nicht einmal, sachlich zu diskutieren, wenn Sie schreiben, dass „alles Geld“ an die Lehrkräfte gehen solle.

Im Augenblick ist die Verbeamtung für Sachsen übrigens sogar preiswerter, weil keine Sozialabgeben für Lehrkräfte gezahlt werden müssen.

nachdenklich
28 Tage zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Naja, Sie behaupten, aber Nachweise können Sie ja gar nicht bringen. Ich allerdings auch nicht, wenn ich sage, ohne Verbeamtung, aber mit deutlich besseren Arbeitsbedingungen wäre der Lehrermangel in Sachsen heute geringer (zumal ja die Schülerzahlen wieder sinken). Es ist ja auch nie ein Fakt alleine: Bessere Arbeitsbedingungen, aber AfD eventuell in Regierung würde vielleicht doch eher abschrecken. Übrigens sind die meisten Lehrer in Sachsen noch angestellt. Insofern kann Ihr Argument nicht stimmen.

„alles Geld“ ist eine Vereinfachung. Das ist doch klar. Sie drückt aus, dass die Lehrer oft nur sich selbst sehen und nicht das Ganze, die gesamte Gesellschaft im Blick haben. Es mangelt vielerorts am Personal. Warum soll nur der Lehrerberuf attraktiver gemacht werden mit Steuergeldern und die anderen Berufe nicht? Das ist der Punkt gewesen. Sie bestätigen indirekt, dass manche Lehrer das nicht sehen, sondern nur sich selbst. So wie Sie.

Ebenso ist Ihr Blick verengt, wenn Sie schreiben, im Augenblick spart Sachsen durch die Verbeamtung die Sozialabgaben bei den Lehrern. Muss Sachsen aber nicht Beihilfe zahlen für kranke Lehrer? Zahlt Sachsen nicht Familienzuschläge für verheiratete Beamte, für Kinder von Beamten? Muss Sachsen nicht die Besoldungen jetzt anpassen nach dem bekannten Urteil, zahlt also auch da plötzlich mehr? (In diesem Falle nicht nur bei den Lehrern natürlich.)

Es sind seit 1990 gut 4 Millionen Menschen aus dem Osten in den Westen abgewandert. Darunter sind auch Lehrer. Logisch. So haben Sie welche bei sich getroffen. Da Sie selbst im Westen arbeiten, wie wollen Sie einschätzen, wie viele in den Osten gewandert sind? Das können Sie sich gar nicht vorstellen, oder? Der Faktencheck sagt, gut 2,6 Millionen sind in den Osten gezogen (neu oder zurück). Auch darunter werden Lehrer sein. Sie nehmen sich zum Maßstab: Sie kennen keinen, deshalb gibt es keinen. Aus Nicht-Wissen schöpfen Sie Wahrheit. Das ist zumindest eine sehr naive Argumentation.

Sie bestätigen im Ganzen sehr gut meine Kritik: Viele Lehrer sehen nur sich selbst (als Berufsgruppe). Sie haben keinen Blick auf das Ganze (alle Berufsgruppen, das ganze Land, die ganze Gesellschaft). Alle anderen sind für diese Art Lehrer nur dazu da, ihnen Job und Leben schön zu machen. So werden wir die Probleme nicht lösen und immer wieder auf falsche Rezepte setzen. (Ich räume aber ein, die meisten Menschen denken so.)

HarneEinrichson
27 Tage zuvor
Antwortet  nachdenklich

Beamte sind im laufenden Dienst für den Dienstherren günstiger, sonst würde er ja gar nicht verbeamten. (So muss die Beihilfe zB nur bei Bedarf bezahlt werden und nicht dauerhaft)

Remedy
27 Tage zuvor
Antwortet  HarneEinrichson

Korrekt.
Das dicke Ende kommt mit der Pension. Und dann ist der ganze Spaß aber richtig teuer.

Ich_bin_neu_hier
27 Tage zuvor
Antwortet  nachdenklich

„Warum soll nur der Lehrerberuf attraktiver gemacht werden mit Steuergeldern und die anderen Berufe nicht?“

Weil der Staat hier der Dienstherr ist, analog zum Arbeitgeber in der freien Wirtschaft, und wenn der Staat Geld in die Hand nimmt, um Leute zu bekommen, ist das zwangsläufig Steuergeld – in der freien Wirtschaft ist es das private Kapital der Firmen.

Walter Hasenbrot
27 Tage zuvor
Antwortet  nachdenklich

Das Ist von Finanzexperten schon zig-mal durchgerechnet worden.

Während ihrer aktiven Zeit kommen Lehrkräfteden Staat billigeres Angestellte. Das Rauchen wirwirklich nicht zu diskutieren oder in Frage zu stellen.

Übrigens bestätigen Sie mein Argument mit Ihren Zahlen: Es sind offensichtlich deutlich mehr Menschen aus dem Osten weggezogen als umgekehrt. Der Osten ist also ( auch für Lehrkräfte) vergleichsweise unattraktiv.

Und am Ende kommt gleich noch einmal so ein pauschaler Rundumschlag ad hominem, der zeigt, dass Sie nicht sachlich diskutieren wollen.

Bla
27 Tage zuvor
Antwortet  nachdenklich

Durchatmen.

Soviel „emotionales Fühli-Fühli-Bauchgefühl“ immer bei solchen Sachen …

Klar sind bessere Arbeitsbedingungen „lukrativer“ als schlechtere Arbeitsbedingungen.
Klar ist die Wahl einer Verbeamtung besser als gar keine Wahl.
Das sind ja No-Brainer erstmal. Stimmt beides.

Ob und wenn und falls und bestimmt … Kann keiner zu 100% im Nachgang so sagen bei solchen Dingen. Das ist nie möglich.

Faktisch ist eine mögliche Verbeamtung mal ein Anreiz.
Dazu kann man dann noch weitere stellen.
Man kann auch Anreize ohne Verbeamtung machen – eben in Teilkonkurrenz zu Verbeamtung in einem anderen Bundesland.
Kann man alles machen und diskutieren.
Aber wie kommt man immer auf ein „entweder-oder“ Szenario?
Das ja so wie wenn man sagt: Entweder du darfst nur noch trinken oder nur noch Kekse/Brot essen. Na … Was nimmste.
Als Abwägung … Im Notfall … Okay. Trinken.
Aber so sollte es doch gar nicht sein?
Man muss eben schauen … Angebot und Nachfrage. Bedarf. Usw.
Dann Konkurrenz: Andere Bundesländer, Wirtschaftsunternehmen, ggf. Privatschulen usw.
Und dann sollte man eigentlich auf ein „Angebot“ kommen. Bleibt der Mangel? Ist es anscheinend „nicht gut genug“.
Dann kann man es eben verbessern oder nicht … Erwartungswert besteht auch demnach.

Wie kommt es denn, dass andere BL „besser klar kommen“? „Trotz“ Verbeamtung?

Muss man sich halt alles mal fragen.
Und ne, ich bin bei XY [an wen auch immer man glauben will] … Kein Fan von Verbeamtung als Klassensystematik.
Aber absprechen kann man eine „potentielle Lukrativität“ doch nicht … Insb. ggf. bei Wahlmöglichkeit.

Viele würden ohne Verbeamtung doch den Beruf wechseln. Sind wir doch mal ehrlich … Und diese hätte man als Mangel dann auch dabei. Auch das ist logisch.
Ketten sind – wenn sie fest genug sind – sehr effektiv.

Ich verstehe ja wirklich „die Wut“ auf „Beamtentum bei Lehrkräfte“. Habe ich auch meine Systemtrigger massivst … Weil das ein Konzept des aktuellen (und vergangenen) Missstandes ist. Es ist eine Systematik der Mehrklassengesellschaft. In und auf verschiedenen Ebenen.
Aber eine „Lukrativität“ dem abzusprechen? Ne. Das wäre einfach nicht richtig.

Welcher Berufsstand ist denn bei „Gehalt“ bitte nicht „egoistisch“? Wäre mal was ganz Neues. Fordern tun dies die meisten doch? „Mitnehmen“ auch? SuE hat nicht von selbst jetzt massiv zugelegt. Mitunter eben „aufgeholt“, „nötig“, „als Lukrativität“ – aber eben auch wegen Vertretern und GEWerkschaften.
Das ja absolut albern, wenn man denkt, dass „die Gesamtgesellschaft“ nicht egoistisch als Berufsstand wäre.

„Freie Wahl der Arbeit“ … Quereinstieg war im Trend. Nachzügler mit Kusshand genommen. Werden oftmals trotzdem wie Dre… behandelt – aber dann gewöhnt man sich ja gerne „an’s System“. Also: Her damit.
„Wir“ teilen gerne die „guten Bedingungen“.
Darf jeder mit in’s kalte Wasser springen und (mal) untergehen. Schwimmflügel gibt’s jedoch selten – Schwimmen hilft bei unserer Bildungssystematik.

Also: Durchatmen. Mit ins Boot setzen. Tee trinken. Und gaaanz viel Entspannung wünsche ich.

Und als kleiner Trigger noch zum Schluss:
„Übrigens sind die meisten Lehrer in Sachsen noch angestellt. Insofern kann Ihr Argument nicht stimmen.“

Da schaun Se‘ mal … Daher der massive Lehrermangel also …
[Nehmen Sie es mit Humor … Paar Trugschlüsse sind halt einfach im Kommentar dabei. Passt schon.]

laromir
27 Tage zuvor
Antwortet  nachdenklich

Vielleicht denken wir mal zu Ende. Wenn unsere Kinder keine Lehrer mehr haben, dann hat der Arbeitsmarkt zwar Arbeitskräfte, allerdings werden die den Firmen wahrscheinlich nicht ausreichend ausgebildet sein. Da gibt es ja jetzt schon Unzufriedenheit der Arbeitgeber und Universitäten, wenn der Lehrerberuf also wenig Zulauf erhält, dann zieht das für viele Bereiche einen ganzen Rattenschwanz an negativen Konsequenzen mit sich.

nachdenklich
28 Tage zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

PS: Ich lese: „Fast die Hälfte ist schon verbeamtetSeit dem 1. Januar 2019 können in Sachsen Lehrerinnen und Lehrer bis zur Vollendung des 42. Lebensjahres verbeamtet werden. Die Möglichkeit ist befristet bis zum 31. Dezember 2023. Über die Fortführung soll im Zuge der laufenden Haushaltsverhandlungen entschieden werden, teilt das Kultusministerium mit.
Derzeit sind 10.021 Lehrerinnen und Lehrer in Sachsen verbeamtet und 22.783 angestellt. Zudem sind 1.744 Referendare im Beamtenverhältnis auf Widerruf beschäftigt, 153 sind angestellt.“

https://www.l-iz.de/bildung/leipzig-bildet/2022/06/verbeamtung-lockt-gutachter-empfehlen-fortsetzung-der-verbeamtung-von-lehrern-in-sachsen-454210

Wie passt das zu Ihrer Argumentation, dass Sachsen ohne Verbeamtung weniger Lehrer hätte? Die angestellten Lehrer sind nicht massenhaft abgewandert. Die Prognose sagt sogar, es werden wegen sinkender Schülerzahlen Stellen abgebaut werden.

Walter Hasenbrot
27 Tage zuvor
Antwortet  nachdenklich

Sorry, aber die Zahlen, die Sie nennen belegen gar nichts. Sie wissen ja nicht, wie die Entwicklung ohne Verbeamtung wäre.

Das Verhalten der Angestellten Lehrkräfte ist auch kaum aussagekräftig, da es erstens für Lehrkräfte deutlich schwerer ist das Bundesland zu wechseln, die schon länger im Dienst sind und sich in ihrem Leben mit Familie eingerichtet haben.

Auch das Verfahren der Bundesländer, wie Versetzungen zwischen Bundesländern gehandhabt werden, macht es unwahrscheinlich, dass eine hohe Anzahl von Lehrkräften, die schon im Dienst sind, das Bundesland wechseln ( können).

Interessanter sind die Berufsanfänger, die deutlich flexibler sind. Und hier gelang es Sachsen und den anderen östlichen Bundesländern noch schlechter als den westlichen, die Stellen zu besetzen. Der Osten ist, wie oben gezeigt, eben objektiv unattraktiver als die allermeisten Regionen im Westen. Deshalb musste Sachsen sich wenigstens bei den finanziellen Anreizen anpassen, um nicht noch weiter zurückzufallen, was die Attraktivität der Arbeitsplätzen Schulen angeht.

Mika BB
27 Tage zuvor
Antwortet  nachdenklich

Sie können davon ausgehen, dass die grundständig ausgebildeten angestellten Lehrkräfte in der Regel zu alt für die Verbeamtung waren bzw. die Gesundheitsanforderungen nicht erfüllt haben. Diese Lehrkräfte würden auch in den anderen Bundesländern nicht verbeamtet werden: Abwanderung wg. Verbeamtung ist daher keine sinnvolle Option für diese.

Ich_bin_neu_hier
28 Tage zuvor
Antwortet  nachdenklich

Die Steuerzahler arbeiten nicht nur für das „Wohlsein der Lehrer“.

Hätte ich jetzt auch nicht erwartet. Allerdings gilt in Deutschland die freie Berufswahl. Wenn man also in einem bestimmten Bereich Fachkräfte braucht, sollte der Beruf hinreichend attraktiv sein, dass junge Leute ihn ausüben möchten. Ansonsten bekommt man eine Abwärtsspirale der Arbeitsbedingungen wie hier: Immer größerer Mangel, immer höhere Belastung der verbliebenen Kräfte, folglich immer geringere Attraktivität für möglichen Nachwuchs. Und nun?

Lampion
28 Tage zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Das stimmt nicht. Es liegt nicht an den Arbeitsbedingungen!

Hätte man Umfragen unter Lehrern gemacht, ob sie lieber verbeamtet werden wollen oder lieber bessere Arbeitsbedingungen wollen, hätten sich wohl doch 70-80% für die Verbeamtung ausgesprochen. (Klar, alles hätte man immer am liebsten.)

Man sah das in Berlin. Was für ein Geschrei um die Verbeamtung und Drohung mit Massenabwanderung, wenn sie nicht endlich kommt. Teilnahme an Demos, Streiks und Kundgebungen für bessere Arbeitsbedingungen = unter ferner liefen, sprich minimal.

An den Arbeitsbedingungen liegt der Lehrermangel offensichtlich eher nicht.

Walter Hasenbrot
27 Tage zuvor
Antwortet  Lampion

Eine Umfrage unter „Bestandslehrkräften“,die zudem fiktiv ist, ist weder relevant noch aussagekräftig.

Die meisten Nachteile, die ich oben aufgezähl habe ( politisches Klima, geringe gesundheitliche und kulturelle Versorgung in dünn besiedelten Flächenländern) sind außerdem kaum von einer Regierung zu ändern.

Interessanter ist die Entscheidung von jungen Leuten,dievor der Entscheidung stande, die Nachteiledes Lebens im Osten und zusätzlich noch eine geringere Bezahlung in Kauf zu nehmen. Die Politik hat das einzig Richtige getan, und den Schuldienst wenigstens in dem Punkt attraktiver gemacht, der in ihrer Hand lag, und die Verbeamtung eingeführt.

laromir
27 Tage zuvor
Antwortet  Lampion

Gibt es zu dieser Behauptung Umfragen? Ich hab den Beruf nicht wegen der Verbeamtung gewählt. Aber ich wäre wahrscheinlich nicht mehr in der Schule, wenn man einfach die Arbeitsstelle hätte wechseln können. Und von anderen weiß ich das auch.

dickebank
28 Tage zuvor

Besser Abgeordneter im sächsischen Landtag als abgeordnet in die sächsische Provinz.

Hysterican
28 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Obwohl die Provinz reizvoll sein kann … wenn man sich darauf einlassen kann und mit dürftigerer kultureller Infrastruktur zurecht kommt.
Bad Schandau, Pirna, Selbnitz … sogar Hinterhermsdorf im oberen Kirnitschtal haben was reizvolles … wenn man sowas mag.

HarneEinrichson
28 Tage zuvor
Antwortet  Hysterican

Und wenn man da hinkommt

Hysterican
27 Tage zuvor
Antwortet  HarneEinrichson

Nun ja, nach Hinterhermsdorf mit der Kirnitschbahn romantisch bis an die Alte Mühle … und von da aus nur noch knapp 3 km zu Fuß am Flüsschen entlang – ein bisschen stetig bergauf – und schon bist du da … in Hinterhermsdorf … idyllisch … aber Scheiß-Netzabdeckung. 😉

dickebank
28 Tage zuvor
Antwortet  Hysterican

Die Gegend ist nicht übel, aber ein Teil der Bevölkerung möchte ich nicht als Nachbarn.

Hysterican
28 Tage zuvor

Da sieht man es mal wieder:
LuL sind aus Sicht der Bildungspolitik ubd Schulverwaltung keine verantwortungs- und vertrauenstragenden Pädagogen sondern lediglich Verschiebemasse.
Das mag in anderen „Verwaltungsbereichen“, wie z.B. dem Finanzamt, dem Bauamt oder auch dem Ordnungsamt so gehen – an Schulen spielt das Binnenverhältnis zwischen den dort Arbeitenden und der „Klientel“ eine wichtige, tragende Rolle … und das ist den Dienstvorgesetzten und der schulpolitischen Verwaltungsebene schlicht scheißegal.

Fräulein Rottenmeier
28 Tage zuvor
Antwortet  Hysterican

Ja, ganz schwierig für die Betroffenen. Wir hatten erst vor den Sommerferien eine Zwangsversetzung zu uns auf dem Sofa sitzen. Sie bemühte sich sehr die Fassung zu bewahren, aber irgendwann brachen dann alle Dämme….mit ihrer Versetzung hat sie nicht gerechnet und wollte auch so gerne bei ihrer alten Schule bleiben….war irgendwie auch für uns als aufnehmende Schule ein unwürdige Situation.

DaWai
28 Tage zuvor

Schön ist das nicht. Aber ist es ein Weltuntergang?

TaMu
28 Tage zuvor
Antwortet  DaWai

Dürfen Frust, negative Gefühle und Überforderung nur beim Weltuntergang entstehen und angesprochen werden?

Hysterican
28 Tage zuvor
Antwortet  DaWai

Ja, für viele ist das so was ähnliches … z.T. erheblich weitere Anreise, daher deutlich mehr Zeitaufwand, unbekannte Strukturen, die zusätzliche Arbeit und Anstrengungen verlangen, neue KuK (wobei darin ja auch ne Chance liegen kann) und vor allem die zeitliche Perspektive der Abordnung: lohnt es sich, sich mit der neuen Situation eng vertraut zu machen? Lohnt es sich, persönliche Bindungen zu den SuS und den neuen KuK aufzubauen? Lohnt es sich, sich auf neue Arbeitsfelder neben dem Unterrucht einzulassen?
I.d.R. eben nicht, weil due Verweildauer an der neuen Schule begrenzt ist und das Vertrauen in die Verwaltung erschüttert ist … heißt: wenn ich einmal die Kriterien erfüllt habe, abgeordnet werden zu können, dann kann das immer wieder passieren … „Zusagen“ wie, das gilt jetzt für das eine Mal – danach sind sie an ihrer Ursprungsschule safe – haben keinerlei Wert … da gilt schlicht die Zuweisung an den entsprechenden Dienstort.

Die eigene Motivation zum vollumfänglichen Arbeitseinsatz schwindet damit rasant… und damit auch due Arbeitszufriedenheit.

Schotti
28 Tage zuvor

Wie weit hat die Kollegin es denn zu euch?
Ich habe mal bei einer Abordnung für zwei Tage die Woche eine Stunde und 30 Minuten Fahrtzeit pro Strecke gehabt.
Meine Anfrage, mir für diese zwei Tage eine Dienstwohnung zur Verfügung zu stellen, wurde abgelehnt. Es sind zwar einige vorhanden, diese bekommen aber nur Angestellte des Schulträgers zugewiesen, also keine Lehrkräfte.

Fräulein Rottenmeier
28 Tage zuvor
Antwortet  Schotti

Nein, um die Fahrstrecke geht es nicht, sie braucht nur 10 Minuten zu uns…..Es ist auch keine Abordnung, sondern tatsächlich eine Versetzung, die ganz und gar nicht freiwillig geschah….

dickebank
28 Tage zuvor
Antwortet  Schotti

Eben, Lehrkräfte sind Landesbedienstete, der Schulträger ist aber die Kommune.

Hans Malz
28 Tage zuvor

„Aus Sicht des Ministers hat sich das Instrument bewährt.“
Na dann ist doch alles supidupi! Weitermachen! Vielleicht sind ja demnächst 100% abgeordnet…

Canishine
28 Tage zuvor
Antwortet  Hans Malz

110%, wir brauchen eine Vertretungsreserve.

Realist
28 Tage zuvor
Antwortet  Canishine

115%.

Denn von der „freien“ Wirtschaft lernen heißt Siegen lernen.

Automobilindustrie: 15% Krankstand. 35-Stunden-Woche macht offensichtlich krank.

Realistin
28 Tage zuvor
Antwortet  Realist

und deshalb:
35 Stunden Woche
4-Tage Woche
30 % Homeschooling
Gehälter um 17 % rauf

Walter Hasenbrot
28 Tage zuvor
Antwortet  Realistin

Unsinn.

Ute
26 Tage zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

etwas Distanzunterricht schadet keinem!

Remedy
28 Tage zuvor
Antwortet  Realist

Joa…
Wir hoch ist der Krankenstand bei verbeamteten Lehrer .
Ach so, weiß keiner…

Walter Hasenbrot
28 Tage zuvor
Antwortet  Remedy

Immerhin weiß man für das Land NRW, dass Beamte im letzten Jahr dort weniger Krankheitstage hatten als Angestellte im Landesdienst. Der Krankenstand bei Lehrkräften lag bei 8,4 Prozent. Die Zahlen veröffentlicht das Land NRW jedes Jahr. Ich habe die Infos aus einem Artikel der RP-online.

Vor Corona lagen die Krankheitstage bei Lehrkräften übrigens niedriger als bei anderen Landesbeschäftigten. Die Statistik, die mir diesbezüglich vorliegt, geht leider nur bis 2024. (Auch eine Veröffentlichung des Landes NRW.) Die Änderung während Corona ist leicht erklärbar: Lehrkräfte gehörten zu den Berufsgruppen mit dem geringsten Schutz.

Schade, Trollversuch fehlgeschlagen.

Canishine
28 Tage zuvor
Antwortet  Remedy

Nur Mut, einfach mal die KI fragen.

dickebank
28 Tage zuvor
Antwortet  Remedy

Die sind ja nicht krank, die sind dienstunfähig. Das ist ein Unterschied.

Walter Hasenbrot
28 Tage zuvor
Antwortet  Realist

Nach meinen Recherchen liegt der Krankenstand in der Automobilindustrie deutlich niedriger, nämlich bei 8,94 Prozent laut AOK.

Das ist immer noch etwas höher als bei Lehrkräften in NRW: 8,4 Prozent.(Trotz deutlich höherer Arbeitszeit von Lehrkräften)

Remedy
27 Tage zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Ok. Dann andersrum: da sieht man mal, wie schwierig die Arbeitsbedingungen in der Wirtschaft sind. Die machen krank. Und die Lehrer, die haben offensichtlich bessere Arbeitsbedingungen. Sonst wären sie ja krank.
Und nun?

dickebank
27 Tage zuvor
Antwortet  Remedy

Nee, nur wie viel die AN in der freien Wirtschaft „blaumachen“

Walter Hasenbrot
27 Tage zuvor
Antwortet  Remedy

Was ist denn das für ein Unsinn? Wenn es umgekehrt wäre, hätten Sie über die faulen Lehrer geschimpft.

Erkennen Siedoch einfach an, dass Lehrkräftei n der Regel fleißig und hoch intrinsisch motiviert sind.

Mika BB
27 Tage zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Wenn, dann müssen Sie schon korrekt vergleichen: Krankenstand aller Angestellten mit Krankenstand aller Beamten bzw. Krankenstand der verbeamteten Lehrkräfte mit Krankenstand der angestellten Lehrkräften. Ansonsten sagt das nämlich genau garnichts aus.
Danke, Mika BB

lehrer002
28 Tage zuvor

„Wird eine Lehrkraft abgeordnet, verschwindet mit ihr nicht nur eine Zahl aus der Stundentafel der Stammschule“, heißt es in dem offenen Brief des SLV. „Es verschwindet die Klassenleitung, die eine Klasse über Jahre begleitet hat. Es verschwindet die Fachkonferenzleitung, die Vertrauensperson für Schülerinnen und Schüler, die eingespielte Zusammenarbeit im Kollegium.“ Was an der einen Schule zusätzlich zur Verfügung stehe, müsse die andere Schule auffangen – „ohne zusätzliche Zeit, ohne zusätzliches Personal, ohne jeden Ausgleich“.

Könnten Sie das bitte nochmal genauso an Frau Feller schicken? Wir sind es so satt…

vhh
28 Tage zuvor
Antwortet  lehrer002

Das geht über die Referenten und die referieren dann, was sie davon relevant finden. Dann müsste Frau Feller auch noch zuhören…

Hysterican
28 Tage zuvor
Antwortet  lehrer002

Schade, dass Frau Feller sowas überhaupt nicht interessiert.
Ich denke da an die Abordnung von zwei Grundschulkolleginnen aus Gronau nach Bottrop. Die Entfernung deutlich übee den angeblich zumutbaren 50km … als Argument für die Rechtmäßigkeit wurde angeführt, dass die beiden doch schließlich über die A31 „ganz schnell“ von A nach B kommen könnten und damit der zeitliche Aufwand zumutbar bliebe.
Die eine der beiden hatte zu dem Zeitpunkt nicht mal ein Auto …. hach, das Leben als Verschiebemasse kann echt spannend sein.

dickebank
28 Tage zuvor
Antwortet  Hysterican

Aber die Abordnung wurde doch von der Bez.-Reg. verfügt als Frau Feller nicht mehr deten Präsidentin gewesen ist, n’est ce pas.

Hysterican
27 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Stimmt….da hast du recht!
Aber KuMi war sie da bereits … was wiegt schwerer / schlimmer? 😉

dickebank
27 Tage zuvor
Antwortet  Hysterican

Frag mal Andy Scheuer, als Minister*in ist es egal, als Regierungspräsident*in muss man schon Antwerpes heißen, um sich mit der Landesregierung zu beharken.
BTW deine oberste Dienstherrin ist eine „Schulministerin“. Das MSB hat „Kultus“ aus dem Sprachgebrauch geworfen.

Schademarmelade
28 Tage zuvor

Ich arbeite nicht in Sachsen, meine Schule ist aber als Brennpunktschule derart unattraktiv das von ca.78 Lehrerstellen ca. 15 durch Abordnungen belegt sind. Dazu kommen diverse Versetzungsanträgen denen seit Jahren nicht zugestimmt wird.
Die Stimmung ist gelinde gesagt fürn A…. Eine Schule die ein Kollegium hat das zu großen Teilen aus Abordnungen und Gefangenen besteht kann nicht funktionieren. Abgeordnete sind zu 90% mit einem Bein schon wieder woanders, haben Null Bock auf die Schule, verständlicherweise…. und zeigen dies auch leider sehr oft den SuS.
Daher ist es schön wenn die Stunden bedient werden aber wirklich geholfen ist damit niemandem außer irgendwelchen Erbsenzählern die den Missstand verwalten.

Remedy
28 Tage zuvor
Antwortet  Schademarmelade

Ist das nicht ziemlich unprofessionell? Also die schlechte Laune raushängen lassen?

Schotti
28 Tage zuvor
Antwortet  Remedy

Professionell wäre es, einfach direkt genug Lehrer für diese Schule einzustellen. Dann wären auch alle motiviert.

Fräulein Rottenmeier
28 Tage zuvor
Antwortet  Remedy

Klar, man auch jeden Tag mit strahlenden Augen zu einem Job fahren, den man zum Kotzen findet….
Professionalität hin oder her, wenn es gar nicht geht, muss man Konsequenzen ziehen.

Hysterican
27 Tage zuvor

Hmm, sowas soll die Bildung von Magengeschwüren massiv vorantreiben … wenn man die eigene Befindlichkeit konsequent negiert und heile Welt zelebriert.
Wäre nicht so mein Ding … OK, die SuS bekommen es vllt mit aber nicht ab … ist schließlich ein deutlicher Unterschied, der mir persönlich wichtig ist.

Fräulein Rottenmeier
27 Tage zuvor
Antwortet  Hysterican

Ich weiß es noch wie gestern, als ich nach meinem Pooljob meine Planstelle bekam (war auf gar keinen Fall mein Ortswunsch, aber handeln ging nicht) und ich dann mein zukünftiges Klassenzimmer bezog. Darin ein großer Schrank, worin ich meine Sachen unterbringen wollte….abgeschlossen….nichts zu machen….
Ich sprach die Kollegin an, die vorher drin war und sie zickte mich an, dass es solange ihr Schrank sei, bis sie Zeit fände, ihn auszuräumen….
Im Laufe der Zeit kamen immer mehr solche Sprüche „das haben wir immer so gehandhabt, das will ich auch weiter so gehandhabt wissen“….
Das hat mich totunglücklich gemacht und ich bin oft weinend nach Hause gefahren…..
Nach Wochen bin ich zu meinem SL und habe ihm alles erzählt und auch, dass ich mich nicht wohl fühle und alles ganz schrecklich ist….und ich einen Versetzungsantrag stellen möchte….
Nächsten Tag war mein Schrank frei und die alten Schachteln haben mich in Ruhe gelassen….

Aber ja, ich habe furchtbar gelitten und wünsche das wirklich niemanden,

Fräulein Rottenmeier
27 Tage zuvor
Antwortet  Hysterican

Und wir hatten wirklich ganz schlimme Nattern an der Schule …..die waren auch zu vielen Kindern total unmöglich (ich würde das heute niemals dulden!)

HarneEinrichson
28 Tage zuvor
Antwortet  Remedy

Ob nun unprofessionell oder nicht, kann man es den Personen verübeln?
Von der GS im Ort auf einmal an eine Oberschule in 30km Entfernung abgeordnet und dann darf auch noch Fachfremd zB Physik unterrichtet werden – obwohl die LK gar keine Ahnung von Physik hat.

Schademarmelade
28 Tage zuvor
Antwortet  Remedy

Wie gut wäre ihre Laune wenn sie einmal auf die andere Seite des Bundeslandes versetzt werden? In Hamburg nun nicht unendlich viele Kilometer aber doch sehr viel Fahrzeit weiter weg? Morgens und Abends vom Westen nach Osten sind gerne 2 bis 3 Stunden Autofahrt…
Statt 20 Minuten Fahrtweg haben sie dann auf einmal 2 bis 3 Stunden…
Das kann passieren und passiert und bedeutet:
Weniger Zeit mit ihrer Familie, weniger Zeit für alles. Selbst wenn das eine Abordnung mit Einverständnis der Person ist, ist das eine Person die nicht da sein will wo sie ist.
Das merkt man, das merken Schüler und das merkt auch die Schule am Engagement.

dickebank
28 Tage zuvor
Antwortet  Remedy

Ach, wieso aus seinem Herzen eine Mördergrube machen? Schließlich hat man uns doch im Vorbereitungsdienst beigebracht, wie wichtig es für Lehrkräfte ist, authentisch zu sein. Und wenn ich scheiße drauf bin, dürfen die anderen das ruhig merken. – Ich bin dann nur authentisch:)

Pit2020
28 Tage zuvor
Antwortet  Remedy

@Remedy

JAWOLLJA! 😉
General „Abhilfe“! (Geiler Nickname – Scherz.)

Ist das nicht ziemlich unprofessionell, wenn Lehrkräfte (als „multiprofessionelles Team aka Einmann/-frau-Show-Servicekraft“)
einerseits die schlechte Laune (und sonstige Probleme) der „Kundschaft“ (SuS, Eltern, ja: beinahe die Gesamtgesellschaft und deren Gesamtprobleme)
auffangen = hochgradig emotionsabsorbierend und -optimierend tätig sein soll
&
andererseits selbst völlig emotionsneutral-robotikzombimäßig funktionieren soll?

Könnte @Remedy selber Abhilfe schaffen?
Also die eigene schlechte Laune woanders raushängen lassen?

Zusatzfrage:

  • Welche Profession üben Sie professionell aus?
  • Seit wann?
  • Wie beschreiben Sie den Grad Ihrer eigenen Professionalität? (Hier bitte anekdotische Evidenz bemühen, notfalls einfach eine Phantasiegeschichte schreiben.)

Professionelle Grüße! 🙂

Hysterican
27 Tage zuvor
Antwortet  Pit2020

Lieber Pit … auf den Punkt!!
Danke!!!

Hysterican
28 Tage zuvor
Antwortet  Remedy

Könnte man das nicht auch als „authentisch“ oder „wahrhaftig“ deuten?
Ich frage für einen Freund.

Walter Hasenbrot
28 Tage zuvor
Antwortet  Remedy

Nein, eigentlich ist das höchstprofessionell.

Aus der Wirtschaft lernt man doch, dass wir alle kleine Unternehmer sind, die ihre Arbeitskraft verkaufen.

Und als kleiner Untenehmer achte ich natürlich darauf, wie viel ich in einer Situation zu gewinnen habe und passe meinen Arbeitseinsatz daran an.

Solange man abgeordnet ist, kann man sich zum Beispiel nicht durch das Übernehmen von zusätzlichen Aufgaben für eine Beförderung in Stellung bringen. Viel Einsatz zu zeigen, solange man abgeordnet ist, ist einfach unwirtschaftlich und in diesem Sinne unprofessionell.

447
27 Tage zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Das ist der Weg.

Von der klugen und hammerhart arbeitenden Wirtschaft lernen (©Realist) heisst bekanntlich siegen…

Teacher Andi
28 Tage zuvor
Antwortet  Schademarmelade

Das KuMi hat noch nie vorausschauend und fürsorgepflichtig (haha) gearbeitet, die Verantwortlichen schikanieren die Lehrkräfte, weil sie es können und die Macht haben, ob das Ganze Sinn macht und dem Lehrerberuf zuträglich ist, das interessiert die nicht, die müssen nur ihre Zahlen bringen und sich nach dem Budget richten, die Schicksale der Lehrkräfte sind vernachlässigbar. Ihr Ledersesselchen im klimatisierten Raum ist sicher.

dickebank
28 Tage zuvor

Aber Plauen ist doch Spitze:)

Jerunda
28 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

„Versteht wieder keiner den Wortwitz? Plauener Spitze“
Sind wohl zu wenige ost-sozialisierte Lehrer hier im Forum. 🙂

Ladenhüter
27 Tage zuvor
Antwortet  Jerunda

Anscheinend nur potschemutschka, jerunda und dawai. *grins*

dawai
27 Tage zuvor
Antwortet  Ladenhüter

Mancher ost-sozialisierte Mensch möchte sich vielleicht die üblichen d… Kommentare und Vorurteile, die dann hier so üblich sind, ersparen und outet sich lieber nicht. 🙂

dickebank
26 Tage zuvor
Antwortet  dawai

Die letzten in der DDR Geborenen stammen aus dem Jahr 1989. Die, die 1990 geboren worden sind, müssten nach meinen Berechnungen mittlerweile schon 36 Jahre alt sein. Folglich müssten es inzwischen zwei Generationen sein, die in den „fünf mittelalten BL (FMBL)“ aufgewachsen sind.
Grüße aus den FUBL
u = uralt

dickebank
26 Tage zuvor
Antwortet  dawai

PS Die DDR wurde im Oktober 1949 gegründet und bestand bis 1989 für einen Zeitraum von 40 Jahren.
Die Zahl der in der DDR sozialisierten Jahrgänge entspricht somit in etwa der der Nachwendezeit. Manche Erzählungen erzeugen bei mir nach so langer Zeit übles Aufstoßen.

Jerunda
26 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Vor kurzem las ich bei n4t in einem Forum etwas zu „transgenerationalen Traumata“, das könnte doch auch hier zutreffen? Oder? 🙂
Transgenerationale Traumatisierung: Trauma prägt Generationen

Jerunda
25 Tage zuvor
Antwortet  Jerunda

Der Begriff, den ich suchte war „Epigenetik“ 🙂 Das ist mir jetzt wieder eingefallen und auch der Artikel, wo ich in der Kommentarspalte das mit den transgenerationalen Traumata las.
CSD-Anschlag: Was Jugendliche (wie Abdul Ballout) in die Radikalisierung treibt – und welchen Einfluss die Schule dabei hat – News4teachers
Ganz so schlimm ist es bei den Ostdeutschen hoffentlich nicht. Oder hat das Wahlverhalten da doch seine Ursache irgendwie? Das müssten dann wohl Genetiker und Psychologen mal genauer untersuchen.
(Ironie)

ed840
28 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Halten Sie sich einfach an das achte Gebot der digitalen Ethik, das hilft Enttäuschungen zu vermeiden.

dickebank
27 Tage zuvor
Antwortet  ed840

Hätte ich als Besserwesdie eigentlich auch wissen können

dickebank
27 Tage zuvor
Antwortet  ed840

Danke, kannte ich noch gar nicht.

Jerunda
27 Tage zuvor
Antwortet  ed840

…oder an das 8. Gebot des „Leipzscher Grundgesetz“‚: “ Loggor bleibm!“

dickebank
27 Tage zuvor
Antwortet  Jerunda

… das 8. Gebot des „Kölschen Grundgesetz“: „Mach et jot ävver nit ze off.“

Hysterican
27 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Doch … hatte mit Selbnitz ja auch bereits versucht, das „Paradies der Kunstblumenmanufakturen“ (Paradebeispiel für Fake-Schön) herauszustellen … ist aber keiner drauf angesprungen … ich weiß, dass sowohl mein Humor als auch meine Assoziationsketten zuweilen herausfordernd sind – aber auf irgendeine Reaktion hatte ich dennoch gehofft.

dickebank
27 Tage zuvor
Antwortet  Hysterican

Bis jetzt habe ich mich immer gewundert, wenn vermeldet worden ist, wieviele Westdeutsche sich noch niemals in die „FNBL“ verirrt haben.
Wobei die „neuen“ BL ja mittlerweile auch schon in die Jahre gekommen sind. Die Garantiezeit ist inzwischen schon lange abgelaufen. Und ein Garantiegeber fehlt auch, der sich ulant erweisen könnte. Rückgabe oder Umtausch sind also ausgeschlossen:)

Pit2020
27 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

@dickebank

Wer will den Spitze umtauschen?
Dann konsequent selber klöppeln! 😉

@Hysterican
Hast Recht, mein Gutester: Die Landschaften blühen zwar nicht nach „Birnenart“ ;-), sind aber in Punkto Natur meist hübsch anzuschauen. Und Menschen sind so oder so, hüben wie drüben. (So ähnlich wie „A40 – woanders is‘ auch sch….!“ 😉 )

dickebank
27 Tage zuvor
Antwortet  Pit2020

Wieso selber klöppeln, dafür haben wir doch Fritze und sein Kabinett, alle garantiert homespun.
Mit Kabinett ist kein Prädikatswein gemeint, auch wenn es den in Flaschen gibt – also wie im Kabinett.

Fözi
27 Tage zuvor
Antwortet  Hysterican

Der Ort heißt Sebnitz – so von ost-sozialisiert zu Besserwessie

dickebank
27 Tage zuvor
Antwortet  Fözi

Besserossi

Hysterican
27 Tage zuvor
Antwortet  Fözi

Danke … ist bereits 18 Jahre her, dass ich in Sebnitz war … ansonsten bereise ich die sächsische Schweiz recht gern… 😉

Mika BB
27 Tage zuvor
Antwortet  Hysterican

Das könnte vielleicht daran liegen, dass der Ort Sebnitz und nicht Selbnitz heißt…

Fözi
27 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Schon verstanden, aber… gääähn!

dickebank
27 Tage zuvor
Antwortet  Fözi

Sorry, ich wollte niemanden langweilen.

nachdenklich
28 Tage zuvor

Ich widerspreche. Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass, so reagieren diese Lehrerverbände und sicherlich auch etliche Kollegen. Abordnungen sind die Kehrseite des Beamtentums. Was glaubt man denn, warum man all die Beamten-Vorteile bekommt? Weil der Staat Lehrer nett findet? Das Beamtentum bringt dem Beamten allerhand Vorteile. Die nimmt er gerne. Das Beamtentum bringt aber auch dem Staat Vorteile (Streikverbot, Abordnungen, politisches Mäßigungsgebot …). Das nutzt der dann bei Bedarf (Abordnungen). Dann jammern die Beamten. (Angestellte Lehrer trifft es übrigens auch, aber die haben in diesem Falle allenfalls einfachere Möglichkeiten, dem zu entkommen – wenn sie das denn auf sich nehmen wollen. Angestellte Lehrer wollen auch nicht arbeitslos werden.)

Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass – typisch! Man will haben, haben, haben, aber wehe, man soll auch mal was geben.

447
28 Tage zuvor
Antwortet  nachdenklich

Richtig.

Ändert nur nix.

Wenn „man“ es mit den Abordnungen übertreibt kommen halt noch weniger nach.
Obwohl das natürlich ein Zukunftsproblem ist.

Mika BB
28 Tage zuvor
Antwortet  nachdenklich

Angestellte werden genauso abgeordnet – das hat nichts mit „Schattenseite des Beamtentums“ zu tun.

dickebank
28 Tage zuvor
Antwortet  Mika BB

Änderungskündigung mit neuer Zuweisung – und aus die Maus.

Ladenhüter
27 Tage zuvor
Antwortet  Mika BB

Von Abordnungen von Angestellten hat @nachdenklich doch selbst geschrieben. Warum wiederholen Sie es?

Von „Schattenseite“ lese ich bei ihm/ihr hingegen nichts. Habe 3x geschaut. Wo kommt das her? Bitte argumentieren Sie nicht so nachlässig.

Mika BB
27 Tage zuvor
Antwortet  Ladenhüter

„ Warum wiederholen Sie es?“

Weil ich’s kann!

nachdenklich
27 Tage zuvor
Antwortet  Mika BB

Schrieb ich doch. Können Sie lesen? „Schattenseite des Beamtenstums“ schrieb ich nicht, auch wenn Sie es als Zitat kennzeichnen.

Mika BB
27 Tage zuvor
Antwortet  nachdenklich

Sie bezeichnen Abordnungen als „Kehrseite des Beamtentums“. Da Abordnungen Angestellte und Beamte jedoch gleichermaßen treffen: inwiefern stellen Abordnungen dann eine „Kehrseite“ speziell des Beamtentums dar? Das erschließt sich mir nicht.
Und sorry, dass ich Ihre „Kehrseite“ durch „Schattenseite“ ersetzt habe – beide Begriffe sind in diesem Zusammenhang durchaus synonym zu verstehen.

mama51
28 Tage zuvor

Ach, jaaaaa!
DAS waren früher Zeiten, als es noch die „Residenzpflicht“ für die Beamten gab …

(Wer Sarkasmus findet, darf ihn behalten! Ich hab noch mehr…)

447
28 Tage zuvor
Antwortet  mama51

Wenn ich dafür die reale Macht hätte, die Lehrer früher hatten (und halbtags Schluss) nehme ich die Residenzpflicht gerne.

Ist halt alles immer eine Frage des Gesamtdeals.

Lothar Ungerer
28 Tage zuvor

Das grundsätzliche Dilemma in dem sich der sächsischen Lehrerarbeitsmarkt (nicht erst seit heute) befindet lautet: Der Freistaat kann nicht gleichzeitig jedem jungen Menschen eine freie Studienwahl, jedem Absolventen eine garantierte Stelle und ihm selbst eine bedarfsgerechte Personalplanung versprechen. Er hat ein klassisches Planungs- und Steuerungsproblem.
Erforderlich ist eine bessere Steuerung zwischen Studium, Referendariat und tatsächlichem Lehrerbedarf.
Bedeutet grundsätzlich: Studienplatzkapazitäten sind an einer mehrjährigen und differenzierten Lehrerbedarfsprognose zu orientieren. Differenziert nach Schulart, Fach, Region, Altersstruktur der Lehrerschaft, Schülerzahlen.
Bedeutet für bereits Studierende: Einführung eines Übergangssystems mit frühzeitiger Information über Einstellungsprognosen, freiwillige Fachwechselmöglichkeiten, Zusatzqualifikationen in Mangelfächern, bevorzugte Referendariats-Plätze in Bedarfsregionen.
Damit ließen sich drei Ziele miteinander verbinden: Individuelle Bildungsfreiheit und bedarfsgerechte Ausbildungskapazitäten und faire Übergänge in den Beruf.
Für die Steuerung wäre durch den Gesetzgeber und die Exekutive (Kultus- mit Wissenschaftsministerium) die Leitidee: Lehrerbildung gezielter, transparenter und flexibler zu organisieren. 

Jerunda
27 Tage zuvor
Antwortet  Lothar Ungerer

„Erforderlich ist eine bessere Steuerung zwischen Studium, Referendariat und tatsächlichem Lehrerbedarf.“
Das gab es schon mal. Wollen Sie das tatsächlich wieder? 🙂

nachdenklich
27 Tage zuvor
Antwortet  Jerunda

Ist das schlecht, weil es das schon mal gab? Oder war es vielleicht ein Fehler, das abzuschaffen?

In Hamburg ist man zu alten Lese-Lern-Methoden zurückgekehrt, z.B. Lesen im Chor. Es soll sehr effektiv und erfolgreich sein.

Jerunda
27 Tage zuvor
Antwortet  nachdenklich

Naja, ich meine ja nur, weil es das doch damals in der DDR gab. 🙂
Es kann also nicht gut gewesen sein, Planwirtschaft und so….

Biene
27 Tage zuvor

Sachens KuMi mit einer tollen Idee: https://www.mdr.de/nachrichten/podcast/beste/audio-schule-psyche-kinder-100.html
So langsam wird es nicht mehr lustig: warum soll ich eine „Quasidiagnose“ machen, wenn es keine Therapieplätze gibt. Gut gedacht, schlecht gemacht, zu mal vom Gesundheitsressort die Kürzungen genau in dem Bereich unterwegs sind.

Neue Jobbeschreibung für Lehrkräfte:… bin mal kurz die Welt retten…..

Realist
24 Tage zuvor
Antwortet  Biene

Wenn man in den Link hineinhört, erkennt man sehr schnell, warum:

Nur 40 von 2000 Interessenten bekommen einen Therapieplatz, d.h. die Wahrscheinlichkeit, dass die dortigen Ärzte und Psychologen einen Fehler bei der Zuweisung „dringlicher“ Fälle machen, ist sehr hoch.

Also wälzt man die Verantwortung auf die Schulen und Lehrer ab: War die „Quasidiagnose“ der Universalsündenböcke wohl falsch. Und die Kittel der „Götter in Weiß“ bleiben unbefleckt, wie es sich gehört…