„Corona darf keine Ausrede sein“: Grüne fordern Angleichung der Lehrergehälter

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HANNOVER. Die geplante Angleichung der Lehrergehälter in Niedersachsen darf aus Sicht der Grünen nicht ausgesetzt werden. «Corona darf keine Ausrede für die Streichung einer richtigen und notwendigen Maßnahme sein», sagte Grünen-Fraktionsvorsitzende Julia Willie Hamburg im Interview mit der Oldenburger «Nordwest-Zeitung». «Wir erleben gerade an den Sekundarschulen und den Grundschulen, dass das Personal nicht ausreicht», so die Politikerin. «Die Absage an die Anpassung der Gehälter würde den Fachkräftemangel noch verschärfen.»

Die Absage an die Anpassung der Gehälter würde den Fachkräftemangel noch verschärfen»: Grünen-Fraktionschefin Julia Willie Hamburg. Foto: Grünen-Fraktion Niedersachsen

Da die Ausbildung der Lehrkräfte für verschiedene Schulformen inzwischen gleichwertig sei, hätte eine Nicht-Angleichung rechtliche Folgen für das Land, sagte die Fraktionschefin. Sie kritisierte, die Landesregierung habe Schulen nicht ausreichend mit Personal ausgestattet. Der Fokus müsse mehr auf die Familien gerichtet werden, sagte sie der Zeitung.

Mit Blick auf die großen Finanzlöcher in Folge der Corona-Krise hatten die Fraktionschefs von SPD und CDU jüngst angekündigt, auf die bislang in Erwägung gezogene weitere Angleichung der Lehrerbesoldung verzichten zu wollen (News4teachers berichtete darüber). Bislang verdienen Lehrerinnen und Lehrer an Grund-, Haupt- und Realschulen in Niedersachsen weniger als Lehrkräfte an Gymnasien.

Andere Bundesländer haben die Lehrergehälter bereits angeglichen

Andere Bundesländer, zuletzt Mecklenburg-Vorpommern, haben die Lehrergehälter dagegen mittlerweile unter dem Eindruck des drückenden Lehrermangels an Grundschulen angeglichen (News4teachers berichtet immer wieder über das Thema „A13 für alle Lehrer“ – zuletzt hier über die Schweriner Entscheidung). Die GEW und der VBE kämpfen unter dem Slogan „A13 für alle“ seit Jahren bundesweit dafür, Lehrern das gleiche Grundgehalt zu zahlen. News4teachers / mit Material der dpa

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

Höcke gegen A13 für alle Lehrer – „Gymnasiallehrer leisten mehr“

 

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7 KOMMENTARE

  1. Sind die Grünen in Niedersachsen an der Regierung beteiligt? Sonst bringt so eine Forderung sicher nicht viel. Trotzdem freut man sich als Grundschullehrer darüber, denn es ist dennoch ein Zeichen der Wertschätzung für uns. Es zeigt, dass man unsere Arbeit als gleichwertig anerkennt, was längst nicht alle politischen Parteien tun.

    • Nein, die Grünen sind derzeit in Niedersachsen nicht beteiligt.

      Die Regierungszusammensetzungen wechseln aber häufiger und die Aussage, man wolle A13 nicht umsetzen, kommt von den Fraktionsvorsitzenden der derzeitig an der Regierung beteiligten GroKo (SPD+CDU), die nun gerade Halbzeit hat. Der nächste Wahlkampf wird also kommen.
      Am Ende wird sich die SPD auch an der Schulpolitik messen lassen müssen, deren derzeitiger Kultusminister vieles, was die CDU im Wahlprogramm stehen hatte, umsetzen muss.

      Hinsichtlich der Angleichung mauern aber alle seit Jahren.
      Ausgesessen werden auch sämtliche Vorschläge der Arbeitszeitkommission mit dem Blick auf den Lehrkräftemangel, der sich nicht bessern wird, wenn man nicht angleicht, und wenn man viel zu wenig Lehrkräfte einstellt.
      In dieser Ausschreibung waren zwar viele Stellen, sie werden aber den Mangel nicht auffangen können. So durfte nur ein Bruchteil der notwendigen Stellen überhaupt ausgeschrieben werden.
      Im Sommer gibt es dann Schlagzeilen, dass die Stellen zu 100% besetzt werden konnten, es also gar keinen Mangel an Stellenbewerbern gäbe.

      • In Sachsen-Anhalt ist das Vorhaben am Widerstand der CDU erstmal bis zum Ende der Wahlperiode gescheitert. Eine der Hauptbegründungen: Mangelnde Wissenschaftlichkeit im Studium.

        • So ist das, wenn die Parlamentarier ihre eigenen Hochschulreformen nicht verstehen. Egal ob Universitätsabschluss oder Fachhochschulabschluss aka Abschluss einer Hochschule für angewandte Wissenschaften es gibt nur drei akademische Grade – den Bachelor of xyz den Master of xyz oder den Doktor in einem Fachbereich. Diese Hochschulabschlüsse sind jeweils gleichwertig. Voraussetzung für die Aufnahme des Vorbereitungsdienstes im höheren Dienst ist der Master-Degree.
          Btw Chirurgen gelten inzwischen sogar schon als studierte mediziner, der Fortschritt lässt sich einfach nicht aufhalten. Auf Dauer nicht einmal von der CDU.

        • Haha! Sehr lustig! „Mangelnde Wissenschaftlichkeit“ ist ja dermaßen lächerlich. Wenn ein Bachelor of Arts als wissenschaftlicher Studiengang zählt, sollten M.Ed. und Stex erst recht wissenschaftlich sein. So einen Blödsinn kann sich auch nur die Politik ausdrücken, wenn es darum geht, die rechtmäßige Besoldung zu verweigern.

          • „Haha! Sehr lustig! „Mangelnde Wissenschaftlichkeit“ ist ja dermaßen lächerlich.“ Hat aber als Begründung ausgereicht.

  2. Naja, hier in NRW wurde Jahre von der Opposition A13 gefordert. Kaum sind diese Parteien an der Front, passiert nischt.

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