„Schockstarre“: Wie Lehrer die weiten Schulöffnungen kurz vor Ferienbeginn erleben

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DÜSSELDORF. Die kurzfristig anberaumte Öffnung der Grundschulen ohne die bisher geltende Abstandsregel nur zwei Wochen vor den Sommerferien sorgt in Nordrhein-Westfalen weiter für Unmut. Wie groß der Ärger in den Kollegien ist, hat der VBE jetzt dokumentiert – mit einer Sammlung von Statements, in denen Lehrerinnen und Lehrer sowie Schulleitungen (vom Verband anonymisiert) berichten, was diese Entscheidung für sie bedeutet. „Das ständige Hin und Her sorgt für viel Unruhe, Frust, Enttäuschung und Unsicherheit vor Ort. Leider erreicht der Ärger der Eltern aber immer wieder diejenigen, die für die schlechte Organisation und für die chaotischen Verhältnisse nicht verantwortlich sind“, so schreibt zum Beispiel eine Schulleiterin. Wir bringen Auszüge aus den Schreiben.

In Hunderten von Briefen an den VBE haben Lehrerinnen und Lehrer ihren Ärger über die Schulöffnungen zum Ausdruck gebracht. (Symbolfoto) Foto: Shutterstock

„Alles wieder umgeschmissen“

„Ich habe Onlineunterricht vorbereitet, mit besorgten Eltern telefoniert, Pläne gemacht, Lernvideos gedreht und ins Netz gestellt… definitiv hatte ich mehr Arbeit als sonst. Mit der teilweisen Öffnung und der Mischung aus Präsenz- und Distanzunterricht kam gerade so etwas wie Routine auf, auch die Eltern fühlten sich gut. Jetzt wird alles wieder umgeschmissen.“

„Angst vor der Ansteckung“

„Nach dem ersten Tag (gemeint ist der Montag, an dem wieder alle Grundschüler unterrichtet wurden, d. Red) bin ich kaputt und müde. Gemischte Gefühle bestehen immer noch: Glücklich, alle Kinder gesehen zu haben und trotzdem Angst vor der evtl. Ansteckung. Viele Regeln galt es nun, wieder neu zu bedenken. Die Kinder haben sich gefreut und hatten aber auch viele Sorgen wegen der Ansteckungsgefahr. Ein großer Teil vermisste die Zeit, als wir immer nur mit der Hälfte im Raum saßen, weil sie es entspannter fanden, als die Klassenlehrerin viel mehr Zeit für sie hatte und sie besser lernen konnten.“

„Wir verlieren diese Sicherheit wieder“

„Ich habe Gruppen eingeteilt. Ich habe mich mit Kolleginnen und Kollegen abgesprochen, um möglichst unterschiedliche Unterrichtszeiten von Geschwisterkindern zu vermeiden, damit Eltern entlastet werden. Ich habe Gruppen neu eingeteilt und mich neu abgesprochen, da kurzfristig neue Informationen vom Ministerium kamen. Und dann habe ich nochmal neue Gruppen eingeteilt…Ich habe über Erfahrungen und Gefühle in dieser schwierigen Zeit gesprochen. Ich habe versucht Ängste zu nehmen. Ich habe versucht Kindern durch schulische Angebote zu helfen, die Zuhause keine Unterstützung bekommen konnten. Ich habe Hygiene- und Abstandsregeln eingeübt. Ich habe unzählige Male mit den Kindern Hände gewaschen. Ich war gerührt davon, wie ernst die Kinder unsere Regeln nehmen. Ich habe gesehen, wie die Kinder sehr verantwortungsvoll mit der Situation umgehen und ihr Möglichstes tun, um Abstand zu halten. Ich habe Kinder (und Eltern und Lehrkräfte) erlebt, die durch die Regeln und Verhaltensweisen, die wir eingeübt haben, Sicherheit gewonnen haben. Durch die neuen Vorgaben des Ministeriums verlieren wir diese Sicherheit wieder!“

„Warum sollen wir Versuchskaninchen sein?“

„Die Arbeit und Mühe der letzten Wochen wird uns gedankt, indem wir nun in eine Schulsituation geschickt werden, deren gesundheitliches Risiko nicht einzuschätzen ist. Ohne Schutzkleidung, ohne Abstandsregeln, ohne Spuckschutz, ohne regelmäßige Tests. Ich denke, dass diese schnelle Wiederaufnahme des gesamten Schulbetriebs in der Grundschule mit den neuen Vorschriften den jetzt noch geltenden Regelungen so sehr widerspricht, dass ich dies nicht glaubwürdig den Schülerinnen und Schülern vermitteln kann. Warum können auf einmal alle wieder im großen Klassenverband unterrichtet werden ohne Mund-Nasen-Schutz und ohne Abstandsregelung? Warum sollen die Grundschullehrerinnen und Grundschullehrer die Versuchskaninchen sein? Geht es hier wirklich 10 Schultage vor den Sommerferien noch um Beschulung oder doch mehr um die Betreuung der Kinder.“

„In Schockstarre“

„Als vorgestern die Schulmail versendet wurde (mit der Ankündigung der Schulöffnungen ohne Abstandsregel in vier Arbeitstagen, d. Red.), waren wir im Kollegium zunächst einmal wie unter einer ‚Schockstarre‘ und dann kamen Äußerungen: ‚Ist das ein Witz?‘ Ich selbst habe meinen Unmut und meine großen Bedenken hinsichtlich des nicht mehr einzuhaltenden Infektionsschutzes für uns als Lehrer wie auch für die Schüler bei meiner Schulleiterin kundgetan. Genauso empfinden fast alle meine Kolleginnen und Kollegen auch.“

Kurz vor der Pension

„Ich gehe mit dem Ende dieses Schuljahres in Pension. Nach dem Erlass, dass ab 3.6. nur Personen mit Vorerkrankungen als Risikogruppe gesehen werden, habe ich meinen Dienst in meiner 4. Klasse nach Absprache mit meinem Hausarzt wieder aufgenommen. An unserer Schule gibt es ein ausgeklügeltes Hygiene-System, das von allen beachtet wurde und sich als praktikabel erwies und bis Schuljahresende ausgerechnet war. (An jedem Tag hat ein anderer Jahrgang Präsenzunterricht, in zwei Gruppen, MNS-Pflicht, Händewaschen, geteilter Pausenhof, gestaffelte Pausenzeiten…) Unter diesen Bedingungen sah mein Arzt wenig Risiko. Zwei Tage war dieser Erlass gültig. Nun soll ich plötzlich den ’normalen‘ Unterricht erteilen. Schutzmaßnahmen sind offiziell nicht mehr vorgesehen und in diesem Rahmen auch nicht mehr durchführbar.“

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„Zeit und Arbeit – für nichts“

„SchulleiterInnen und Kollegien tun seit März ihr Bestes, um diese Entscheidungen immer bestmöglich umzusetzen. Und trotzdem werden sie wieder und wieder verarscht, indem Regelungen einfach um 180 Grad gedreht werden. Hygiene und Abstände? Ja – unbedingt! Also werden Tische gerückt, Klassen geteilt und Pläne erstellt. Kaum läuft dieses System rund, heißt es, Hygiene und Abstände? Nein, nicht im Klassenverband. Wofür also die ganze wertvolle Zeit und Arbeit, die im Vorfeld geleistet wurde? Für nichts!“

„Völlig entnervt“

„Ich bin fassungslos, erschüttert, wütend, traurig und völlig entnervt. Schulpolitik in NRW war immer schon der Versuch am lebenden Kind. Dieses Rumprobieren wird mit der Schulöffnung ohne jegliche Abstandswahrung und ohne Einhaltung der bisher erarbeiteten Hygieneregeln auf die Spitze getrieben. Die Lehrkräfte fühlen sich als Probanden einer groß angelegten Feldstudie zur Verbreitung des Coronavirus.“

„Positiver Effekt nicht ersichtlich“

„So sehr ich mir auch wünsche, dass unsere Schüler wieder normal lernen, so abstrus scheint mir die jetzige Regelung. Eltern, SuS sowie die Lehrkräfte, die OGS-Mitarbeiter; alle haben sich auf die aktuelle Situation eingestellt, Konzepte entwickelt, Eltern dies mit Arbeitgebern geregelt etc.. Und nun wird dies wieder für nur zwei Wochen Normalbetrieb über den Haufen geworfen. Die zwei Wochen Dauerunterricht werden diese Unruhe, in Schule und Familien, nicht aufwiegen können. Der positive Effekt ist mir nicht ersichtlich.“

„Wie stehen wir als Schulleiter da?“

„Gern hätte ich diese Lösung jetzt für den Start nach den Sommerferien erfahren. Dann hätte man genügend Zeit, alles zu planen. Die kurzfristige Umsetzung macht m. E. keinen Sinn. Zumal das Ministerium vor einigen Wochen einen Plan im rollierenden System bis zu den Sommerferien gefordert hat, den wir natürlich den Eltern mitgeteilt haben. Jetzt müssen wir diese Informationen revidieren. Wie stehen wir als Schulleiter da?“

„Schule wird zum großen Viren-Pool“

„Kinder sind vielleicht nicht besonders gefährdet (man weiß es ja nicht) aber Lehrer*innen, die -aufgrund benötigter Pausenaufsichten oder Einsatz mehrerer Lehrkräfte in einer Klasse (Teilzeitbeschäftigung) durch die Kohorten ‚hüpfen‘ müssen, ganz sicher. In kaum einer Schule wird es zu organisieren sein, dass die Lehrkräfte nur auf Kinder einer einzigen Klasse treffen und damit ist die ‚tolle‘ Idee ‚konstanter Lerngruppen‘ ad absurdum geführt und die komplette Schule ein großer Viren-Pool. Leider mal wieder nicht zu Ende gedacht.“

Schulleiter-Posten? Nein danke

„Die Schulleitungsmitglieder müssen sich seit Monaten immer wieder den neuen Herausforderungen stellen. Viele Lehrkräfte, die sich haben vorstellen können, später eine Schule zu leiten, sind durch die Erfahrungen abgeschreckt und werden sich vorerst nicht auf so eine Stelle bewerben.“ (In Nordrhein-Westfalen ist der Schulleitungsmangel besonders groß – zu Schuljahresbeginn waren laut Statistik des Schulministeriums landesweit 457 Schulleiterposten vakant, davon allein an 250 an Grundschulen; das ist etwa jede zehnte Grundschule, d. Red.) News4teachers

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

Beckmann wirft Kultusministern Unehrlichkeit vor, wenn sie den Eltern normalen Unterricht in absehbarer Zeit versprechen

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36 KOMMENTARE

  1. Ich habe heute meine Kolleginnen „böse“ angemacht, weil ich nicht verstehen kann, wie man das alles mitmachen kann! Bei uns gibt es Pausenaufsicht mit Maske- dabei unterrichten wir in allen Klassen ( weil es nicht anders geht)! Und sogar den Schüler/innen fällt so etwas auf und ich kann es nicht erklären… warum? Wieso? In den Grundschulen gibt es so viele Geschwisterkinder… Klassenblase- totaler Quatsch!
    Grüße mit Bauchschmerzen !

  2. Was in NRW praktiziert wird, ist in SH eine Woche vorher passiert!
    Nach 2 Wochen Unterricht in geteilten Gruppen mit Abstandsregeln, der sehr gut funktioniert hat, wurde das Konzept kurzerhand wieder gekippt.
    Komplette Klassen, ohne Abstand! Mundschutz ist da ein Witz – und natürlich mischen sich die Kinder verschiedener Klassen, das ist gar nicht zu verhindern!
    Auch wir Lehrerinnen und Lehrer einer Grundschule in SH fühlen uns und die Kinder mit ihren Familien verheizt! Wozu das Ganze? Gerade von den Kleingruppen haben viele profitiert!
    Am heftigsten war die Aussage, Sommerferien dienen als „Puffer“!!!!

  3. Versuchskaninchen trifft es gut!
    In Berlin häufen sich die Fälle von infizierten Kindern und Jugendlichen und es passiert … NICHTS. Erstkontakte lediglich in Quarantäne. Die gesamte restliche Familie darf weiter fröhlich durch die Gegend wandern. Testen lassen: kein Muss, eigtl nicht notwendig, trotz Symptomen. Besten Dank an die Gesundheitsenatorin und die Gesundheitsämter in Berlin. Der einzige Grund: die Zahlen der Neuinfektionen niedrig zu halten. Versuchskaninchen…das sind Lehrer, Schulpersonal und Schüler.

    • Warum wird eigentlich nach wie vor an Schulen überhaupt nicht getestet? Hieß es nicht, die Öffnungen sollen wissenschaftlich begleitet und Lehrer und Schüler regelmäßig auch ohne Symptome oder Verdacht getestet werden?

      • Frau Gebauer sagte gestern im Schulausschuss „das ginge nicht, es gäbe zuviel Lehrer. Und wo käme man hin, wenn man jetzt alle Lehrer, Polizisten, etc. testen würde“.
        Soviel zum Thema Wertschätzung…..

      • Selbst wenn man um einen Test bettelt, bekommt man in meinem Kreis in SH keinen, trotz Schule ohne Abstandsregeln, ehemals Risikogruppe (Asthma ist nicht mehr gefährlich) und Halsschmerzen. Kein Wunder, dass die Infektionszahlen zurück gehen! Die Gesundheitsämter unternehmen alles (nämlich nichts), damit die Infektionszahlen niedrig bleiben.

  4. Etwas mehr Pragmatismus und weniger Hysterie. Lehrer sind keiner größeren Gefahr ausgesetzt als alle anderen Berufsbilder. Hört auf Kinder zu stigmatisieren und kehrt zur Normalität zurück. Kommt endlich eurem Auftrag nach und lasst das jammern sein. Sars Cov 2 ist bei weitem nicht so gefährlich, wie man uns glauben lassen möchte!

  5. „Kinder sind nicht vielleicht nicht besonders betroffen“..
    Ich kann es nicht mehr hören. Es gibt Kinder die zu Risikogruppen gehören und aufgrund chronischer Erkrankungen (zb Immundefekt) schon vor Corona schwer kämpfen mussten, um krankheitsbedingte Fehlzeiten (oft durch Ansteckung anderer Schüler mit Infekten) nachzuarbeiten. Es gibt bisher keine Lösung zur Beschulung von Risikogruppen. Sie müssen seit Monaten zu Hause bleiben und finden in sämtlichen Diskussionen keinerlei Beachtung.

    • „Kinder sind nicht vielleicht nicht besonders betroffen“.. Das Ziel ist vermutlich, diese Aussage so lange zu wiederholen, bis alle sie für wahr halten. Irgendwie ist es erschreckend, was derzeit geschieht.

    • Geschweige denn von LehrerInnen, die selbst ein Kind haben, das zur Risikogruppe gehört. Mein Sohn darf immer noch nicht in die Grundschule und seine kleine Schwester nicht in den Kiga, um ihren Bruder nicht zu gefährden. Mein Mann, unsere zwei größeren Töchter und ich gehen nun wieder zum Unterricht. Wie sollen wir nun die Betreuung unserer zwei Kleinen organisieren?? Und vermeiden, dass mein Sohn engen Kontakt mit uns hat, denn Lehrkräften, die mit einem Angehörigen in einem Haushalt leben, wurde ja jetzt aufgetragen, das Infektionsrisiko im privaten Umfeld zu minimieren. Wie soll das bei einem Neunjährigen mit drei Geschwistern funktionieren? Und wie geht es mit den zwei Kleinen nach den Ferien wieder? Covid19 wird bis September nicht verschwunden sein, alle gehen dann aber zur Schule wie vor der Schulschließung. Und die Kinder der Risikogruppe?? Einfach vergessen und abgeschrieben. Unfassbar.

      • Ja, das frage ich mich schon lange. Es gibt doch viele Familien, in denen es so oder ähnlich ist! Man kennt sich nicht oder kaum untereinander, man hat auch kaum Zeit, sich auszutauschen. Das sind doch die, die tatsächlich nicht gesehen werden…
        Als Co- Risikoperson muss man doch sich selbst schützen können, um das Kind zu schützen, wie aber soll das gehen, wenn alles gelockert wird?

      • In RLP dürfen wir Lehrer als Eltern eines Risikokindes zu Hause bleiben – noch.
        Wie das nach den Ferien aussieht, weiß ich nicht… aber dann nehmen wir beide gern unbezahlten Sonderurlaub, da uns das Leben unseres Kindes (ja, eine Covid19-Erkrankung würde es definitiv das Leben kosten) wichtiger ist als alles Geld der Welt.

  6. Natürlich ist totaler Blödsinn gewesen erst die Schulen bis zu den Sommerferien planen zu lassen und dann doch wieder alles zu kippen . Alle haben wir uns darauf eingestellt das es so bis zu den Ferien bleibt . Aber trotzdem war ich froh das wenigstens einer meiner Kinder wieder zu Schule kann . Paradoxer weise geht es auf der weiterführenden nicht .
    Ich kann auch den Unmut der Lehrer verstehen . Die Wochen lang geplant haben nur um dann wieder alles kippen zu müssen .
    Aber wenn wir ehrlich sind , wird es nach den Sommerferien mit Corona ja nicht vorbei sein . Auch sind Lehrer /in nicht mehr oder weniger gefährdet als andere berufstätige . Also was sollte man denn machen ? Warten bis es ein Impfstoff gibt ??? Die Schulkinder haben jetzt fast ein Halbjahr verloren . Wie doll das aufgegangen werden ? Eine Schulform musste den Anfang machen . Jetzt ist es die Grundschule gewesen . Die Kinder deswegen als Versuchs Kaninchen zu betiteln finde ich schon sehr anmaßend und sehr gemein .

    • Aber wenn sie mal ehrich sind ,ist das doch Schwachsinn 2 Wochen vor den Ferien. Wenn sich 70 % der Bevölkerung ,wie es bis her war, weitere 6 Wochen an die Regeln halten hatten können ,würde uns viel ersart bleiben ,statt jetzt alles los zu lassen .

  7. Ich finde es unfassbar, und unverantwortlich. Die Masken Pflicht ist bis mind.Ende Juni Pflicht, Abstand halten auch, es gilt überall, nur für unsere Kinder und Lehrer nicht. Sie werden während der Corona-Schulschließung verheißt und jetzt noch schlimmer, als Versuchskaninchen mißbraucht. Und das Gerichte dies gutheißen und absegnen geht gar nicht. Es ist sooo Widersprüchlich und unerträglich. Ganz ehrlich, ich verstehe weder Eltern, noch Lehrer, die dieses Szenario mitmachen. Gerade die Schule geöffnet, schon wieder geschlossen, wegen großflächige Infektionen. Das verstehe ich nicht unter Arbeitsschutz und Fürsorgepflicht, ganz im Gegenteil. Lasst die Kinder einfach zu Hause und organisiert selbst kleine betreute Lerngruppen. Gibt doch genügend Elternteile, die nicht arbeiten gehen müssen. Ich bin sprachlos. Frau Gebauter sollte doch bitte nächste Woche Vollzeit eine Grundschulklasse begleiten.

  8. Und in Baden Württemberg soll es ab 29.06. Im vollen Klassenverband los gehen und bei uns fangen die Sommerferien erst am 30.07.2020 an.
    Da dürfen bis dahin Kinder, Jugendliche, Lehrer/-innen mal das alles testen.
    Die Klassenlehrerin meiner beiden Kinder schrieb mir das sie es besser gefunden hätte bis zu den Ferien in diesem rollierenden System zu bleiben. Da es den Kids in der Klasse gut tat und die besser auf jeden eingehen könnte, nach der lange Phase des Homeschooling.

    Meine beiden Söhne (beide in der 2ten Klasse, Zwillinge) finden das nicht beängstigend. Nächste Woche noch mit Abstand und Mund-Nase-Schutz zur Schule zu gehen und die Woche drauf bis zu den Ferien, ganz ohne.

    Ich finde das verwirrend und beängstigend für die Kinder und schlecht durchdacht von dem Kultusministerium.

    Sollten besser die nächste Konferenz auch nicht mehr per Videoschaltung machen sondern sich alle in einem schönen kleinen Klassenzimmer mit schlechter Lüftung treffen.

    MfG eine besorgte Mutter

  9. Das Wort „nicht“ in dem Satz:
    „Meine beiden Söhne (beide in der 2ten Klasse, Zwillinge) finden das nicht beängstigend.“ Bitte streichen mein Handy meinte dies einfügen zu müssen. 🙁

    Meine Söhne haben etwas Angst was die kommenden Wochen in der Schule angeht.

  10. Wenn es“ zuviele Lehrer gibt “ wie Fr. Gebauer sagt,hätte man doch alles so lassen können mit den kleinen Klassen . Es sind gerade mal 9 Schultage noch.

  11. Die Kultusminister sind daran gescheitert, die Schulen zu öffnen und für den Schutz der Kinder und Lehrer zu sorgen. DAS wäre aber jedenfalls ihre Aufgabe gewesen. Es ist die Aufgabe der Politik, in Zeiten einer Pandemie Lösungen für die Bevölkerung zu finden, anstatt die Risiken den Lehrern, den Kindern und den Eltern aufzubürden! Die KMK hat auf ganzer Strecke versagt!

  12. Keine Sorge, LehrerInnen werden keine Versuchskaninchen sein. Das waren vorher schon die KassiererInnen im Supermarkt, die PaketdienstfahrerInnen, die BusfahrerInnen, also diejenigen, die kein Homeoffice machen konnten, die da draußen den Laden am Laufen gehalten haben, lange bevor es den Mindestabstand und die Mundschutzpflicht gab und als die Ansteckungsgefahr am größten war. Bitte erinnern Sie sich daran, dass Lehrkräfte nicht nur Inhalte sondern auch Werte vermitteln. Zum Beispiel Solidarität.

    • Ja, am Anfang war das tatsächlich ein Problem. In meiner Stadt hatte jedoch jeder Supermarkt spätestens nach 1 Woche Plexiglas an den Kassen und breite Abstandshalter an den Theken. Bei den Bussen war nur noch der hintere Einstieg geöffnet, damit man keinen Kontakt zum Fahrer hatte. Und Pakete wurden kontaktlos zugestellt ( sprich: einfach vor die Haustür gestellt, egal, ob man da war oder nicht). Nur in Schulen soll das bundesweit geltende Arbeitsschutzgesetz auf einmal komplett außer Kraft gesetzt werden und darüber beschweren sich LK zu recht!

    • Danke für diese klaren Worte, Hr.Kompowsky!

      Lehrer sollten auch Werte wie Pflichtbewusstsein und auch ein gewisses Grundvertrauen den Schülern vermitteln und nicht die Angst, vor einer „unsichtbaren Bedrohung“ schüren!
      Ihr Lehrer seid doch auch froh, dass ihr wieder shoppen gehen könnt, (Eis) essen, zum Friseur, ins Schwimmbad und und und).
      Und Kinder haben auch Rechte! (Die werden eh noch genug an den psychischen Folgen zu knacken haben).
      Und wer soooo viel Angst hat (was die internationalen Studien NICHT nahe legen!), der besorge sich eine FF2-Maske und arbeite sie damit, soll wie jede Krankenschwester, Altenpfleger, Physiotherapeut, Logopäde …… auch).
      Kommt eurem Bildungsauftrag nach!

      • Immer diese Warnungen und Empfehlungen! Ich kann sie nicht mehr hören und lesen. Was nutzen all die Warnungen von Meidinger, VBE und der GEW!? Das sind Streicheleinheiten für die Kultusministerien!

        „Schulleiter und Lehrer vereinigt Euch!“ „Lasst Euch das nicht länger bieten!“ „Seid nicht die Laborratten der Politik!“ „Schützt die Gesundheit der Kinder!“

        Solche Aufrufe vermisse ich. Ich habe das Gefühl, wer in dieser Krise nichts fordert und laut wird, der kriegt halt auch nichts und mit dem kann man umgehen, wie man gerade Lust hat!

        Es ist an der Zeit sich zu wehren. Damit auch endlich dieses unverschämte Lehrerbashing von Eltern aufhört, die tatsächlich denken sie würden unsere Arbeit übernehmen, weil sie in Zeiten einer Pandemie ein einziges Kind (ihr eigenes) zu Hause beschulen müssen.
        Ganz ehrlich: Das ist grad mal 1/30, der Hälfte meiner Arbeit!
        Bei den Kleinen verstehe ich ja das Ohnmachtsgefühl der Eltern. Aber ab spätestens ab Klasse 7 hört es mit dem Verständnis auf.
        Klar ist, und das beweisen mehrere verlässliche Studien, wenn die Abstandsregel fällt, sind wir alle einer uneinschätzbaren Gefahr ausgesetzt. Damit meine ich nicht nur die Schulgemeinden, sondern die gesamte Gesellschaft.

        Es reicht!

      • Es gibt nicht DIE Lehrer! Es gibt besorgte und welche, die weniger besorgt sind. Es gibt welche, die sich ein Bein im Homeschooling ausgerissen haben und welche, die sich zurückgelegt haben. Mit stereotypen Pauschalierungen macht man sich es etwas einfach. Die Realität ist viel komplexer.

    • Als die Schulen noch geöffnet waren, hatte der Paketzusteller schon Desinfektionsmittel dabei und hat sich demonstrativ die Hände gewaschen.
      Kurze Zeit später gab es die kontaktlose Zulieferung „auf Sicht“.
      Viele andere haben Abtrennungen an Tresen oder Kassen gebaut (bekommen).
      Da wüsste ich gerne, ob das in irgendwelchen Schulen schon realisiert wurde durch die Schulträger.

      Solidarität einfordern ist schön.
      Dann fordere ich mal ganz solidarisch, das Arbeitsschutzbestimmungen und hygienische Standards nicht erst seit Corona umgesetzt sein sollten. Gerne dürfen das unabhängige Ämter prüfen und auf Verbesserungen bestehen.

      Durch Corona wird deutlich, dass an vielen Schulen die Zustände seit langer Zeit nicht akzeptabel sind. Auch da würden dann mal „Werte vermittelt“, dass der Gesellschaft Kinder, Schulen und Bildung wichtig sind.

    • Das ist ziemlicher Unfug! Kassiererinnen im Supermarkt waren niemals über 45 Minuten mit den gleichen Menschen in unmittelbarer Nähe in einem Raum, Paketdienstfahrer schon gar nicht und auch Busfahrer waren im Vergleich zu den Lehrern gut abgeschirmt.

  13. Im Pflegeheim, Krankenhäusern muss man arbeiten auch wenn der Test positiv ist und man keine Symptome hat .da arbeiten auch Ärzte, Pflegekräfte die zur Risikogruppe gehören. Ein Krankenhaus, Pflegeheim kann man nicht schließen! Es werden sehr viele Überstunden geleistet für die man kein Cent bekommt. In den Kaufhäusern sind die Mitarbeiter geschützt!? Kaufhof schließt 62 Filialen. Die Mitarbeiter haben eine Sorge mehr als die Lehrer! Kein sicheres Einkommen wie die Beamten! Die sind froh wenn sie arbeit haben!

    • „ In den Kaufhäusern sind die Mitarbeiter geschützt!? Kaufhof schließt 62 Filialen.“ Klar, das werfen wir mal wirtschaftsbedingte Entlassungen mit fehlendem Arbeitsschutz in einen Topf, rühren kräftig um und haben wieder einen Grund gefunden, auf die Lehrer einzuhauen.

  14. Ich finde es absolut sinnfrei, jetzt vor den Ferien zu starten. Ansonsten muss natürlich irgendwann mit dem Präsenzunterricht angefangen werden. Einige Lehrer werden aber auch dann Bedenken und Sorgen haben, ob das begründet ist, wird die Zukunft zeigen.
    Hier im Artikel wie liest man von Lehrern, die teils mehr Arbeit aufgewendet haben als sonst, aber mal ganz ehrlich, es gibt auch andere Kollegen, ich bin in einem ElternForum, da wird berichtet, Lehrer sind wochenlang abgetaucht, telefonisch nicht erreichbar, keine Antwort auf Mails….

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