Lehrermangel: Immer weniger angehende Lehrer in Baden-Württemberg

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STUTTGART. Die Anzahl der angehenden Lehrerinnen und Lehrer ist in Baden-Württemberg gesunken. Innerhalb der letzten zehn Jahre sei die Zahl der Menschen, die im Anschluss an ihr Studium das Lehramtsreferendariat wahrnehmen, um 22,9 Prozent auf 9392 gesunken, teilte das Statistische Landesamt am Donnerstag mit. Das Lehramtsreferendariat entspricht dem zweiten Teil der Lehrkräfteausbildung, bei dem die angehenden Lehrer und Lehrerinnen in den Schulen tätig sind.

Aktuell sind bundesweit Tausende von Lehrerstellen insbesondere an Grundschulen unbesetzt. Foto: Shutterstock

Bei Grund-, Werkreals-, Haupt-, und Realschulen fiel der Rückgang an angehenden Lehrkräften am stärksten (31,8 Prozent) aus. Auch bei der Ausbildung für das Lehramt Sonderpädagogik gibt es deutlich weniger (28,5 Prozent) Lehrkräfte in Ausbildung. Im Gegensatz dazu gibt es einen leichten Anstieg (6,6 Prozent) bei angehenden Fachlehrern und technischen Lehrkräften.

Knapp 4400 Absolventinnen und Absolventen legten im Sommersemester 2019 und Wintersemester 2019/20 ihre endgültigen Prüfungen für das Lehramt ab. Den größten Anteil hatte das Gymnasiallehramt (38 Prozent). Frauen machten fast drei Viertel (74 Prozent) der künftigen Lehrkräfte aus. An Grundschulen sind ganze 91 Prozent der neu ausgebildeten Lehrkräfte weiblich. dpa

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8 KOMMENTARE

  1. Sehr vernünftig von den jungen Leuten, wenn sie hören, unter welch inakzeptablen Arbeitsbedingungen sie als Lehrer arbeiten müssten. Ich selbst rate meinen kurz vor dem Abi stehenden Studierenden auch davon ab, diesen Beruf noch einzuschlagen, obwohl mein Herz mir dabei weh tut – denn ich bin Vollblutlehrer! Aber auch ich würde aufgrund meiner langjährigen Erfahrungen diesen Beruf nicht mehr ergreifen!

  2. Auch wenn es mir für zukünftige Kindergenerationen leid tut, würde ich, als Grundschulllehrerin, mittlerweile auch jedem jungen Menschen davon abraten, meinen Beruf zu ergreifen. Es ist zermürbend und frustrierend in einem kaputt gesparten System zu arbeiten.

  3. Schon 2009 und 2011, als meine Töchter ihr Abitur absovierten, riet ich den beiden dringend davon ab, auf Lehramt zu studieren, so dass sie sich stattdessen dazu entschlossen, Ingenieurswissenschaften zu studieren.
    Heute, nachdem ich sehe, wie sich die Dinge entwickelt haben, bin ich unglaublich froh darüber, dass meine Töchter meinen Rat damals beherzigt haben.
    Lehrer werden verheizt als Kanonenfutter für die gesellschaftlichen und politischen Missstände, die ihre Dienstherren langjährig herbeigeführt haben, und als Beamte dürfen sie sich nicht wehren, zumindest nicht in einer Weise, die irgendwelche positiven Wirkungen zeitigen würde: Denn das „besondere Gewaltverhältnis“, heute euphemistisch und irrefühender Weise als „Sonderrechtsverhältnis“ bezeichnet, dient dazu, dass Beamte, rechtlich gesehen, auch heute noch in einer Art Leibeigenschaft ihrem Dienstherrn unterworfen sind.
    Es wäre bestimmt interessant und könnte vor allen Dingen viele junge Menschen davor bewahren, in eine lebenslängliche Falle zu geraten, wenn die Redaktion einmal einen Artikel zu der Art des „besonderen Gewaltverhältnisses“ (und dessen möglichen Folgen für die Betroffenen) veröffentlichen würde.

  4. An Kandidaten, die es besser zu können meinen, als die momentane Lehrerschaft, bestand ja in den letzten Wochen und Monaten in diversen Foren kein Mangel. Wo sind die denn alle hin? Diese Schreihälse und so mache „Journalisten“ dürften jetzt gerne die Chance nutzen und zeigen, wie es geht. Quereinsteiger und jeder, der schon mal ein Kind gesehen hat, rangieren im Wert ja jetzt auf der Höhe reinen Goldes. Dann bitte! Wir alle warten auf Sie.

  5. Vielleicht sollten die Lehrer, die sich so verheizt vorkommen (zu Recht, wohlgemerkt!) ihren Beamtenstatus auflösen? In Nachhilfeinstituten gibt’s zur Zeit viele Jobs….

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