So viele Neuinfektionen wie seit Monaten nicht – vor allem Jüngere betroffen

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BERLIN. Die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen in Deutschland ist so stark gestiegen wie seit Monaten nicht mehr. Das Robert Koch-Institut meldet knapp 2194 Infektionen innerhalb von 24 Stunden.

Die Zahl der Neuinfektionen steigt – insbesondere unter Jüngeren. Foto: Shutterstock

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Morgen 2194 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 265.857 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 17.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9371. Seit dem Vortag wurden drei Todesfälle mehr gemeldet. Bis Donnerstagmorgen hatten etwa 237.300 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

„Die 7-Tage-Inzidenz liegt in jüngeren Altersgruppen deutlich höher“

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Mittwochabend bei 1,00 (Vortag: 1,04). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,06 (Vortag: 1,00). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

„Auffällig ist, dass sich in den letzten Wochen vermehrt jüngere Personen infiziert haben, so dass die 7-Tage-Inzidenz in jüngeren Altersgruppen deutlich höher ist als in älteren Altersgruppen. Bundesweit gibt es in verschiedenen Landkreisen Ausbrüche, die mit unterschiedlichen Situationen in Zusammenhang stehen, u.a. größeren Feiern im Familien- und Freundeskreis oder auch, insbesondere bei Fällen unter jüngeren Personen, ausgehend von Reiserückkehrern. Der Anteil der COVID-19 Fälle unter Reiserückkehrern nimmt seit Kalenderwoche 34 ab, während die absoluten Fallzahlen konstant bleiben. Dies zeigt, dass sich zunehmend wieder Personen innerhalb von Deutschland anstecken“, so heißt es im RKI-Lagebericht vom 16. September.

„Abstand und Hygieneregeln konsequent einhalten“

„Seit der vergangenen Woche ist ein leichter Anstieg der Fallzahlen in den höheren Altersgruppen zu sehen, dieser Verlauf sollte aufmerksam beobachtet werden. Daher ist es weiterhin notwendig, dass sich die gesamte Bevölkerung für den Infektionsschutz engagiert, z.B. indem sie Abstands- und Hygieneregeln konsequent – auch im Freien – einhält, Innenräume lüftet und, wo geboten, eine Mund-Nasen-Bedeckung korrekt trägt. Menschenansammlungen – besonders in Innenräumen – sollten möglichst gemieden und Feiern auf den engsten Familien- und Freundeskreis beschränkt bleiben.“

Die Schwelle von 2000 täglich bekanntgewordenen Ansteckungen war zuletzt in der zweiten Augusthälfte überschritten worden. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli stieg sie wieder. Die Zahl der erkannten Neuinfektionen dürfte auch davon abhängig sein, wie viele Menschen getestet werden. News4teachers / mit Material der dpa

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

Seit Schuljahresbeginn: Dokumentierte Corona-Fälle an bundesweit mehr als 1.000 Schulen (und mehr als 300 Kitas)

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13 KOMMENTARE

  1. Mal sehen, wie lange es dauert, bis man offiziell auf das kommt, was andere Länder (u.a. Israel und Tschechien) schon längst herausgefunden haben: Dass es zunehmend jüngere Menschen trifft und dass das nun wieder zunehmend in Deutschland passiert und nicht von außen hereingetragen wird, passiert wohl nicht zufällig ausgerechnet dann, wenn die Schulen ohne ausreichenden Infektionsschutz wieder geöffnet werden.

    Herr Lauterbach sagte etwas von etwa 8 Wochen, bis auch die Todeszahlen ansteigen werden. Vier Wochen, bis sich das ganze auch wieder in ältere Bevölkerungsschichten „gefressen“ hat, und dann nochmal 4 Wochen, bis in größerem Maße Menschen dran versterben.

    • Solche Kommentare lese ich seit Monaten (bei den ersten Lockerungen, bei den Urlaubsrückkehrern, bei den ersten Schulöffnungen letztes Jahr etc.), bisher ist keine wirkliche Katastrophe hereingebrochen. Immer nur schwarzmalen bringt uns auch nicht weiter. Bisher laufen viele Schulen relativ geräuschlos, jeden Tag mit Millionen (!) von Menschen. Ernsthafte Erkrankungen (ich rede nicht von bloßen asymptomischen Infektionen) sind mir aus dem schulischen Umfeld kaum bekannt bzw. da haben die Medien anscheinend auch bisher nichts Konkretes zu berichten.

      • Viele Schulen, die geräuschlos laufen? Das ist der Maßstab? Ab wann wird es denn nicht mehr geräuschlos?
        Wenn Sie schon die Gefährlichkeit der Krankheit herunterspielen – wie aber rechtfertigen Sie, welche Konsequenzen die riskante Schulöffnung für die vielen Familien hat, die in Quarantäne müssen? Dass Tausende Familien von Quarantäne betroffen sind, ist keine Belastung? Dass Eltern sich zu Hause von ihrem Schulkind fernhalten sollen, ist noch hinnehmbar? Weil Millionen es nicht müssen? Ist keine Mehrheit betroffen, ist es also in Ordnung? Im Ernst? Das ist echt ekelhaft!

        Warum sind Sie gegen kleine Klassen, frische Luft und Digitalisierung? Warum finden Sie 30 Kinder in einem schlecht belüfteten Raum gut? Selbst Coronaleugner müssten doch das Beste für ihre Kinder wollen. Anscheinend ist das aber nicht der Fall. Ich weiß nicht, was ich von Forderungen nach der totalen Schulöffnung ohne Abstandsregeln halten soll. Was ist das Motiv, so etwas zu fordern, statt sich für eine Modernisierung des Systems einzusetzen? Kinderhass? Wahrscheinlich!

        • Jeder ist selbstverständlich für die Einführung kleinerer Klassen. Gehen Sie zum KM beantragen Sie es, stellen die Lehrer ein, ich wäre Ihnen auf ewig dankbar. Falls es hier darum geht die Bildungspflicht auf Eltern abzuwälzen und ein Wechselmodell mit Fernlernen zu priorisieren. Nein,ganz einfach nein. Hat im Frühjahr nicht funktioniert, und seither ist nichts passiert. Es sind weder die technischen Möglichkeiten verbessert worden, noch hat sich etwas zum Thema Datenschutz, Streaming, Schulplattform getan. Ansonsten soll der Herr Lauterbach nach Lehrern und Platz schauen.

          • @Lena R.

            „Gehen Sie zum KM beantragen Sie es, stellen die Lehrer ein, ich wäre Ihnen auf ewig dankbar.“
            Warum gehen Sie nicht selbst?
            Haben Sie Ihre gesunden Beine in Dänemark vergessen?

            „Falls es hier darum geht die Bildungspflicht auf Eltern abzuwälzen …“
            Bildung der Kinder ist nicht Pflicht der Eltern? Wie wollen Sie Ihr Kind erziehen, wenn Sie Erziehung und Bildung voneinander trennen?
            Welch interessanter Ansatz.
            Aber vielleicht erfolgt die Bildung ja auch beim Reitunterricht, in der Turnstunde oder anderen Vereinsaktivitäten.

            Dann hat Mutti endlich einmal Zeit für sich und Wichtigeres wie z. B. hier Tagträume fern der Alltagsrealität offenbaren.

            Eine direkte Frage noch:
            Wo ist Sabine S.?
            Ich frage nur, weil wir hier so lange nichts mehr von ihr lesen durften, während Sie, liebe Lena, hier ähnliche Ideen zur Verfügung stellen und immer so lieb und nimmermüde zum Mitdenken anregen. Wegen der Ähnlichkeit der Ideen kam ich darauf, Sie könnten Sabine vielleicht kennen, hatten vielleicht in Dänemark näheren Kontakt und regen Austausch, während die Kinder endlich ausgelassen und glücklich umhertollen konnten.
            Falls das so ist, grüßen Sie bitte ganz lieb. Und falls Sabine S. gesundheitlich nicht wohl ist: „Gute Besserung.“

      • @Sebi: Sie scheinen nicht im Schulbetrieb zu arbeiten. Von Normalbetrieb kann keine Rede sein. Allein schon, dass Lehrer zwingend den Abstand zu den Schülern einhalten müssen. Die Fenster ständig offen gehalten werden müssen, abgewogen werden muss unter welchen Bedingungen wenn überhaupt Gruppenarbeiten möglich sind, die Maskenpflicht im Gebäude überprüft werden muss etc. Dies ist kein Normalbetrieb.

        Und Erkrankte gibt es auch. Im Rehebereich der Krankenhäuser nachfragen, es gibt die Langzeiterkrankten die offiziell als genesen gelten.

  2. Ich erinnere an die Worte meiner Mutter, am Anfang der Pandemie. Sie sagte, wir muessen alle verdammt gut aufpassen, von klein bis alt.

  3. @ Pit, ich habe mit dem KM nichts zu tun wenn es denn bei meinem letzten Kind 30 Kids in der Klasse sind, dann soll es so sein, war bei mir schon vor 40 Jahren der Fall. Klar tue ich etwas für die Bildung meiner Tochter, wir spielen Spiele, gehen in Museen, besuchen die Natur…..ich schaue auch ihre Aufgaben an. Aber die Schulbidungspflicht fordere ich ein, das was im Frühjahr war, hatte mit Fernlernen oder Homeschooling nichts zu tun.

  4. @Lena R.

    Wie zuvor von mir geschrieben – und es bleibt dabei:
    „„Gehen Sie zum KM beantragen Sie es, stellen die Lehrer ein, ich wäre Ihnen auf ewig dankbar.“
    Warum gehen Sie nicht selbst?
    Haben Sie Ihre gesunden Beine in Dänemark vergessen?

    „Falls es hier darum geht die Bildungspflicht auf Eltern abzuwälzen …“
    Bildung der Kinder ist nicht Pflicht der Eltern? Wie wollen Sie Ihr Kind erziehen, wenn Sie Erziehung und Bildung voneinander trennen?
    Welch interessanter Ansatz.“

    Welche Arten von Bildung wollen Sie uns denn jetzt „verkaufen“?
    Fernlernen, Homeschooling, …?
    Nicht (!) von Ihnen, war aber auch schon hier zu lesen: „Elternlehrer“, …
    Die Begriffe werden – je nach Erfindergeist und Befindlichkeit – lustig durcheinandergepostet.

    Schulbildungspflicht?
    Wenn Sie diesen Begriff eben erfunden haben, ist das für einen Samstagvormittag schon ganz ordentlich. (Der olle Goethe hat ja auch mal das eine oder andere Wort erfunden, das ist also eine anspruchsvolle geistige Gesellschaft.)
    „Schulbildungspflicht“ … mal bei Google eingeben … hhmmm …
    „Ungefähr 127 Ergebnisse (0,41 Sekunden)“
    Dieser Terminus scheint noch relativ neu.

    Oder doch lieber die „… 30 Kids in der Klasse sind, dann soll es so sein, war bei mir schon vor 40 Jahren der Fall“-Bildung?
    Das Ergebnis zeigt sich ja …
    Und jetzt wollen Sie immer noch behaupten, Sie hätten „mit dem KM nichts zu tun“?

    Genau das ist das Problem: Sie verschwenden HIER Ihre kostbare Zeit.
    Das ist so schade.
    Beim KM könnten Sie womöglich so viel mehr erreichen, wenn Sie dort einfach genau so ausdauernd und gut durchdacht argumentieren.

    Es dürfte bekanntlich viel mehr Eltern als Lehrer in diesem Land geben.
    Soviel Mathe-Kompetenz hat man auch schon vor 40 Jahren erwerben können.
    (Das können alle aus dieser Altersgruppe bestätigen.)

    Liebe Lena,
    DAS ist Ihre Chance.
    Oder mit Ihren Worten: „… dann soll es so sein …“

    Bitte halten Sie uns hier auf dem Laufenden.

    • @Pit: so treffend 🙂

      Ist schon armselig, dass hier offenbar eine Person mit ihren vielen Synonymen Selbstgespräche führt, sich selbst zujubelt und versucht eine Meinungsbildung darüber zu erwirken

      Lieber Troll: ihr Standpunkt wird weder richtiger noch glaubwürdiger…

  5. @Pit 19.09.20, 9.43:
    Ihr Kommentar zu Lena R. alias x,y,z, etc…
    Beste Unterhaltung, lache immer noch….einfach klasse!!!! :))) Mein Humor! Danke!!!

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