GEW bekräftigt per Petition an Lorz ihre Forderung nach Wechselunterricht

16

WIESBADEN. Die GEW Hessen fordert per Petition ein «praxistaugliches Konzept» für den Schulunterricht unter Pandemie-Bedingungen. Die Vorsitzende Maike Wiedwald überreichte eine Liste mit 12.000 überwiegend digitalen Unterschriften an Kultusminister Alexander Lorz (CDU) in Wiesbaden. Außer der Vorgabe zum regelmäßigen Lüften sei dem Minister noch nicht viel eingefallen, um die Schulen auf einen Winter in der Corona-Pandemie vorzubereiten, erklärte Wiedmann.

Unter Druck: Hessens Kultusminister Alexander Lorz. Foto: HKM/ Patrick Liste

Angesichts der unverändert hohen Infektionszahlen in ganz Hessen müssten die Schulen endlich flächendeckend in das Wechselmodell zwischen Präsenz- und Distanzunterricht übergehen. «Nur mit Abstand in kleineren Gruppen ist es gegenwärtig möglich, das Risiko einer Infektion zu minimieren und gleichzeitig guten Unterricht unter akzeptablen Rahmenbedingungen sicherzustellen», hieß es.

Per Petition fordert die Gewerkschaft auch mehr Vertretungskräfte für die Schulen, die Anschaffung von hochwertigen Lüftungsgeräten sowie der beschleunigte Ausbau der digitalen Infrastruktur. Ein Sprecher des Ministeriums verwies auf ein für diesen Freitag geplantes Gespräch des Ministers mit Lehrerverbänden. dpa

Mehrheit der Eltern ist für Wechselunterricht und für Maskenpflicht im Unterricht

Anzeige


16 KOMMENTARE

  1. Warum werden eigentlich die Schattenseiten des vielgepriesenen Wechselunterrichts verschwiegen?

    „In der Praxis spricht so ziemlich alles gegen das Modell des Wechselunterrichts. Auch wenn in den Monaten der Corona-Pandemie an vielen Schulen technisch aufgerüstet wurde – es fehlt immer noch die verlässliche, flächendeckende Versorgung an Technik, Schulservern, Internetkapazität. Von den Privathaushalten, in denen die Schüler dann lernen müssten, ganz zu schweigen.“

    Noch mehr dazu hier: https://www.tagesschau.de/inland/corona-krise-schulen-diskussion-105.html

    • Ganz einfach, weil es gemessen an der Realität keine Alternative gibt, wenn man auch die Kinder und in der Schule tätigen Menschen ANGEMESSEN schützen will.

      Die Schattenseiten sind in der Gewichtung vernachlässigbar und müssen hinter dem Gesundheitsschutz JETZT IN DIESER SITUATION mal zurückstehen.

      Statt immer nur vorzubringen, was nicht geht, sollte man lieber konstruktiv an LÖSUNGEN arbeiten, die auch funktionieren. Es ist keine Alternative zu sagen, „tja, was soll’s, uns fehlt es halt an Fantasie, machen wir halt ’normalen Präsenzunterricht‘ (oder tun so als ob)…“

    • Warum werden eigentlich immer die Schattenseiten einer vielgepriesenen Corona-Infektion verschwiegen?

      Wie ignorant kann man sein, wenn man nur über Unterrichtsmodelle diskutiert und dabei völlig ausblendet, dass ein Virus umgeht, gegen das wir noch nicht viel ausrichten können? Ist unsere Gesellschaft wirklich nicht fähig, sich der Situation mit innovativen Ideen oder neuen Modellen zu stellen? Ist Augenschließen und Daumendrücken, das Einzige, was wir zu bieten haben? Wer wie Sie argumentiert, gibt auch künftig der Bildungspolitik einen Freifahrtschein dafür, nichts ins Bildungssystem zu investieren. Wir Eltern sind derzeit ziemlich dusselig. Statt bessere Lernbedingungen, und zwar für immer, zu fordern, sind wir nur froh, dass die Kinder verräumt sind – ob nun Unterricht stattfindet oder nicht. Abschlüsse müssen hinterhergeworfen werden, sonst liegt es am Lehrer. Und überhaupt sollen Kinder sich nicht anstrengen müssen oder Regeln beachten.

      Zu Ihrer Frage: Es geht nicht um Wechselunterricht für immer. Es geht um Wechselunterricht zum Schutz der Schüler, Lehrer und Eltern. Die Schattenseiten sind mir dabei herzlich egal. Es ist besser als das, was jetzt läuft. Deshalb erwähnt sie niemand, der ein bisschen nachdenkt.

    • Also. So schlimm ist das auch nicht. Es gibt so viele gute Ideen. Selbst wenn man die Schüler, die nicht Zuhause lernen können in die Schule schickt und die grösseren Zuhause im Distanzunterricht lässt. Hat man schon die Zahl erheblich minimiert…..mein Gott. Warum wird immer so gejammert. Wir wollen doch alle nur dass das schnell vorübergeht mit dem Virus. Es geht doch mur um 1 Jahr. Was ist das denn im Verhältnis zum ganzen Leben. Und in Kriegszeiten war auch nicht viel Schule. Aus den Leuten ist auch was geworden. Hätten wir Krieg würden wir dann auch weiterhin so Präsensunterricht machen????

  2. @ Oka
    OMG, was ein Gedöns! Unsere GS hat das vor den Sommerferien sogar mit den 1. und 2. Klassen hingekriegt. Sogar fast völlig analog. Immer „ein-über-den- andern“- Tag. Voraussetzung: Halbwegs motivierte Eltern, Kinder und Lehrkörper….

  3. @ Oka: Ich kann mich nicht erinnern, dass evtl. Schwächen des Wechselunterrichts in diesem Forum „verschwiegen“ wurden bzw. werden.

    Wir können uns überlegen, ob uns demnächst alles um die Ohren fliegt und eine Quarantäne der nächsten folgt, oder ob wir präventiv das „kleinere Übel“ wählen, in Anbetracht der Tatsache, dass es für alle Beteiligten in den Schulen, den medizinischen Bereich und auch für Eltern UND die Wirtschaft „gesünder“ wäre. Sollte ja nicht für ewig sein.

    Wenn wir ignorant allerdings weiterhin das fordern, was wir gewohnt waren (vor Corona), dann wird es eben für noch längere Zeit nichts werden mit genau dem, was wir gewohnt waren und was wir uns wünschen.

    So einfach ist das.

    Dass die Bildungsminister sich vor effektiven Schutzmaßnahmen für alle (z.B. Wechselunterricht) bislang drücken, ist inzwischen hinlänglich bekannt; ebenso, warum. (falls Sie bisher hier aufmerksam mitgelesen haben).

    Solange SchülerInnen sich weiterhin in Schulbussen drängeln, die Klassen voll sind und in Grundschulen kaum Abstand möglich ist, (außerdem zahlreiche Nicht-Denker-Demos dicht an dicht mit lautem Geschrei stattfinden), müssen wir eben noch länger Geduld haben mit den allgemeinen Einschränkungen.

    Das Ganze nennt sich Logik.

    An dieser Stelle möchte ich mich endlich mal ganz ausdrücklich bei denjenigen „bedanken“ (KMn,, Nicht-Denkern, Maskenträgern mit Nasenschau, Dränglern an der Kasse und Privatparty-Liebhabern), die maßgeblich daran beteiligt sind, dass meine 90jährige Mutter (und nicht nur sie) Weihnachten allein verbringt, ich 1 Besuchsperson nur mit angeschafftem Luftfilter empfangen kann, meinen Geburtstag nicht gefeiert habe und, das ist das wirklich Schlimme, zahlreiche Menschen erkrankt/gestorben sind. (ausgenommen von meiner „Danksagung“ diejenigen, die aus beruflichen Gründen nicht die Möglichkeit hatten/haben dem Virus ausweichen zu können).

    Hier wird den Schul- und Kitamitarbeitern häufig Gejammere bzw. Arbeitsunwilligkeit unterstellt.
    Ich persönlich kann das Gejammere derjenigen nicht mehr hören, die alles so haben wollen wie vor der Pandemie.

    Als gäbe es sie nicht.

    Werte @Oka: Sollte ich Ihnen nun mehr erklärt haben, als Sie hören wollten, dann tut mir das (für Sie) leid.
    Doch muss ich mir in diesem Forum von diversen Leuten (bestimmt wissen Sie, wen ich meine) ebenfalls mehr anhören, als ich tatsächlich wissen wollte.

    PS: Ich freue mich auf Ihre umsetzbaren Vorschläge, Schule unter pandemiebedingungen für ALLE geschützt und gerecht stattfinden zu lassen.

  4. Das Recht sich selbst zu schützen sollte niemandem verwehrt werden. Tote oder langfristig durch eine ernsthafte Krankheit beeinträchtigte Eltern oder Lehrer, und damit der ganz reale Verlust von Bezugspersonen sind für jedes Kind schlimmer und langfristig weitaus einschneidende und traumatisierender als eine Zeit ohne oder mit wenig Präsenzunterricht. Egal wie gut oder schlecht ein Hybridmodell funktioniert.
    In der Pandemie in die Schule gehen zu müssen löst bei vielen Kindern und Eltern massive Ängste aus und ist für diese genauso belastend, wie für andere fehlender Präsenzunterricht.
    Warum soll es jeweils nur eine Lösung geben bei der die eine Gruppe (entweder diejenigen, die auf die Betreuung angewiesen sind und die Kinder, denen aus pädagogischen Gründen der Präsenzunterricht nicht genommen werden sollte oder denjenigen, die aus guten und ernst zu nehmenden Gründen im Moment keinen oder nur einen eingeschränktten Präsenzunterricht möchten) zu Lasten der anderen Gruppe Unzumutbares aufgezwungen werden? Was spricht gegen eine Lösung, mit der beides möglich ist?
    Deutschland verherrlicht den Präsenzunterricht, macht aus dem Recht auf Bildung Schulpflicht und

    Hier wird Chancengleichheit mit Zwang verwechselt. Und das Zwang pädagogisch fragwürdig ist, ist doch bekannt – es führt zu Ohnmachtsgefühlen, dem Verlust des Gefühls der Selbstwirksamkeit und damit zu langfristigen psychischen Beeinträchtigungen. Während Länder wie Kanada mit einem flexiblen System, in dem von Schulbesuch für alle, über Homeschooling mit betreuender Lehrkraft bis Homeschooling nach eigenem Lehrplan parallel mit guten Ergebnissen alles möglich ist, bei Pisa traditionell weitaus besser abschneiden als Deutschland. Wir leben hinter dem Mond.

    • ..mein reden.
      Leider scheint es in den meisten Köpfen nur schwarz/ weiss zu geben und an den Köpfen besonders grosse Scheuklappen

  5. Die Pressekonferenz nach den gestrigen Bund-Länder-Beratungen gibt einige Antworten auf obige Äußerungen und stimmte mich zumindest optimistisch. Der Berliner Reg. Bürgermeister Müller sagte, dass sich bei einer Studie im Corona-Brennpunkt Hildburghausen in Thüringen bereits nach den ersten Daten zeige, dass Schulen KEINE Infektionszentren sind. Im Netz fand ich dazu:

    „Sechs von rund 900 Antigen-Schnelltests seien bisher positiv ausgefallen, teilte der Landrat Thomas Müller (CDU) am zweiten Tag der Massentestung in dem Thüringer Landkreis mit.“ 6 von 900 sind vielleicht 0,7%.

    https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/coronavirus-massentests-in-hildburghausen-starten-an-schulen-und-in-kindergaerten-a-f0e228fd-512b-43df-8c46-e1ba2707b5fc

    Die Bundeskanzlerin wiederum verwies darauf, dass die Ansteckungsrate bereits vielerorts am Sinken sei. Die gegenwärtigen Maßnahmen wirken!

  6. @Oka:arbeiten Sie persoenlich im KM?

    Es gab genuegend Vorbereitungszeit, die NICHT!!!! genutzt wurde!!! Wertvolle Zeit, die von den KM einfach verschwendet wurde und das kostet jetzt die Gesundheit unserer Kinder, Lehrer und uns selbst, im schlimmsten Fall mit Todesfolge.

    Fast 500 Tote innerhalb von 24 h in Verbindung mit Corona!!!! Das ist entschieden zu viel!!! Jeder einzelne Tote ist zu viel!!!! Leider werden noch viele folgen.

    Wegen Nichtvorbereitung der jetzigen Situation rumjammern und komische Statistiken aus den Boden stampfen, damit man sich ja nicht umstellen muss, ist hier voellig fehl am Platze!!!

    @oka:Seien doch auch Sie flexibel und vorallem denken Sie daran, aus welchem Grund wir gegen volle Klassen sind… Es ist auch zu Ihrem persoenlichen Schutz! Schon mal daran gedacht?

    Jetzt mit Argumenten zu kommen, die schon Jahre/Jahrzehnte bekannt sind(sei es Brennpunktfamilien, sozial schwache oder Internet), HALLO!!! falsche Begruendung!!! Zeigt NUR! auf, das Jahre/Jahrzehnte fuer die Behebung dieser Probleme verschwendet wurden.

    @oka:Scheinbar hatten Sie auch noch niemand mit einer Infektion, vielleicht sogar mit Aufenthalt unter Beatmung in Ihrem Bekannten-/Verwandtenkreis, sonst wuerden Sie anders reden/schreiben.

  7. @Oka:

    Ich freue mich auf Ihre umsetzbaren Vorschläge, Schule unter Pandemiebedingungen für ALLE geschützt und gerecht stattfinden zu lassen!!!!!!!

  8. Hallo Oka.Sie haben recht 0,7% hört sich nicht viel an nur berechnet auf unsere Bevölkerung wären das 581000 und das hört sich schon anders an sie Schlaukopf.

  9. Wie kann es in einem Sozialstaat wie dem unseren sein, dass man gesundheitsschützende Unterrichtsformen im Rahmen einer Pandemie, per Petition einfordern muss?
    …und wie kann es sein, dass in jedem Bundesland erneut um die Rechte von Kindern (und den mit ihnen arbeitenden Menschen in päd. Berufen), auf Gesundheit und ihr zukünftiges Leben ohne Covid-Spätfolgen „gebettelt“ werden muss?
    Wie kann es in unserer stolzen Bundesrepublik sein, die im öffentlichen Dienst alle Pflichten und Rechte minutiös regelt sind, dass Minister verschiedener Sparten, primär aber aus dem Kultusbereich, eklatant gegen gesetzliche Regelungen (von menschlichem Verhalten ganz zu schweigen) verstoßen, ohne dienstrechtlich zur Verantwortung gezogen zu werden?

    Betroffen ist vor allem GG Art 2.2: „Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit“ (30 Schüler auf 60m², Infektionsgefahr für Kinder, Erwachsene, Familien, alte Menschen durch infizierte Schüler und Lehrer) Plakativ ausgedrückt: Wo ist Omas und Opas Recht auf Leben und Gesundheit, wenn sie durch ihren Enkel, der keinerlei Symptome zeigt und der im den soeben beschriebenen Rahmen die Schule besuchen muss, mit Corona infiziert werden?

    Weit nachgeordnet, aber ein symptomatisch für die aktuelle politische Kultur GG Art 17: „Jedermann hat das Recht, sich einzeln oder in Gemeinschaft mit anderen schriftlich mit Bitten oder Beschwerden an die zuständigen Stellen und an die Volksvertretung zu wenden“ – Das Recht haben wir zwar -wenn aber, wie bei vielen Eltern und Lehrern (mich eingeschlossen) auch nach 8 Monaten keinerlei Antworten eintreffen (nicht einmal mit den üblichen, oft leider nichtssagenden Vertröstungen) ist dieses Recht reine Makulatur.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here