Doch kein Wechselunterricht? Niedersachsen rudert zurück beim Streitthema Schule

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HANNOVER. Gerade erst zurück in der Klasse, werden Grundschüler nun wohl vorerst wieder zu Hause unterrichtet. Niedersachsen muss seinen Corona-Kurs an Schulen nach den Bund-Länder-Beschlüssen korrigieren. Tausende berufstätige Eltern stehen kurzfristig womöglich vor einem Betreuungsproblem.

Kehrt Marsch: Niedersachsens MInisterpräsident Stephan Weil. Foto: David Borghoff – Wahlkreisbüro Stephan Weil / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Das Offenhalten der Grundschulen war Niedersachsen bei den Bund-Länder-Beratungen zum weiteren Corona-Kurs ein wichtiges Anliegen. Nach zäher Diskussion über das Streitthema Schule musste das Land am Dienstagabend aber einlenken. Der am Montag erst in geteilten Gruppen wieder angelaufene Unterricht für die Grundschüler wird wohl vorerst wieder auf das sogenannte Distanzlernen umgestellt. «Was die Situation in den Grundschulen anbelangt, sind Änderungen zu erwarten, über deren Inhalt die Landesregierung im Laufe des Tages entscheiden wird», sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Dienstagabend.

Schulen und Lehrkräfte müssen umplanen und berufstätige Eltern bekommen ein kurzfristiges Betreuungsproblem

Für Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) bedeutet dies am Mittwoch abermals, dass er kurzfristig veränderte Vorgaben für den Unterricht an zumindest einem Teil der Schulen des Landes vorstellt. Enttäuschung und Verwirrung wird dies wohl bei vielen der jüngeren Schüler auslösen. Schulen und Lehrkräfte müssen umplanen und berufstätige Eltern bekommen ein kurzfristiges Betreuungsproblem. Der Grund für all dies sei, dass Bund und Länder zur Situation in den Schulen und Kitas eine restriktivere Handhabung der bisherigen Beschlüsse vereinbart hätten, erläuterte Weil.

An der Entscheidung, die Grundschulen in Niedersachsen teilweise zu öffnen, hatte es Kritik vom Kanzleramt gegeben. «Die vorzeitige Schulöffnung ist sehr eindeutig gegen den Geist der Beschlüsse von Bund und Ländern», sagte der Staatsminister im Kanzleramt, Hendrik Hoppenstedt, vergangene Woche der «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung». Schulen seien ein normaler Infektionsort.

Noch zum Start der Bund-Länder-Beratungen hatte eine niedersächsische Regierungssprecherin das Hauptargument des Landes für die Teilöffnung der Grundschulen vorgetragen: Gerade unter jungen Schülern verbreite sich das Coronavirus offensichtlich nur wenig, behauptete sie, auch in Großbritannien mit der dort grassierenden Virusmutation.

Am Präsenzunterricht für Abschlussklassen will Niedersachsen festhalten

Am Montag erst waren die Grundschüler in Niedersachsen nach einer Woche des Lernens zu Hause in geteilten Klassen wieder in die Schulen zurückgekehrt. Für rund 145.000 Grundschüler startete damit wieder der Unterricht in der Schule, für die übrige Hälfte ging es zunächst zu Hause weiter. Kultusminister Tonne hatte das Recht auf Bildung betont, der Neustart des Unterrichts unter Hygieneauflagen sei weitgehend problemlos verlaufen. Nun muss er sich mit zeitlich kurzem Vorlauf dem abgesteckten neuen Kurs fügen – und mit ihm die Grundschulen des Landes.

Festhalten werde Niedersachsen am Unterricht in geteilten Gruppen für Abschlussklassen und die angehenden Abiturienten, betonte Weil. Alle übrigen Schüler der weiterführenden Schulen befänden sich im Distanzunterricht, die Kindertagesstätten seien bereits geschlossen und es werde eine Notbetreuung angeboten.

Die Grünen im Landtag forderten angesichts der Lockdown-Verlängerung ein Abfedern sozialer Härten, auch mit Blick auf Kinder. In den Schulen müsse die Zeit bis zur Rückkehr zum Präsenzunterricht für bessere Lüftungskonzepte genutzt werden, sagte Fraktionschefin Julia Willie Hamburg. News4teachers / mit Material der dpa

Lockdown verlängert – Schulen sollen bis 14. Februar geschlossen bleiben. Ein Bundesland schert aber schon wieder aus

 

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22 KOMMENTARE

  1. Guten Morgen, Herr Weil, guten Morgen, Herr Tonne,

    kommen Sie doch bitte gerne einmal bei mir an meiner Schule vorbei!
    Obwohl alle Lehrkräfte sich den Hinte** aufreißen, um alle Schülerinnen und Schüler auf die Beachtung der Hygieneregeln hinzuweisen, gelingt es vielen Schülerinnen und Schülern nicht, sich an die Regeln zu halten.
    Da finden munter Vermischung zwischen 9. und 10. Jahrgang statt (Ja, sind beide da, weil wir eine Oberschule sind). Außerdem wird die Maske munter unter die Nase gezogen, sobald kein Lehrer in der Nähe ist. Es wird sich fleißig begrüßt, umarmt und abgeklatscht. Scheinbar sind an meiner Schule etliche Leute zu blöd, um den Ernst der Lage zu verstehen. Und das macht mir Angst!
    Ich wünsche mir also, dass Sie die Abschlussklassen zu Hause lassen! Lernen kann man den Inhalt der Abschlussprüfungen wirklich auch über Videokonferenz.

    Vielen Dank!

    • Guten Morgen,
      ich bin ja auch immer wieder überrascht, wie kreativ man mit Absprachen usw. umgehen kann. Da lerne ich wirklich etwas fürs Leben!

      Aber wenn Sie es in Ihrer Schule nicht schaffen, die Einhaltung der Hygieneregeln (sind ja wenige genug und lange nicht ausreichend) zu sichern, dann ist das doch Ihr Problem vor Ort und eine Frage pädagogischen, möglicherweise auch einfach strikten Vorgehens?!

      Bei uns an der Schule klappt es jedenfalls recht gut- „Ausreißer“ gibt es wenige und die werden sanktioniert- es geht schließlich um Leben und Tod.

      • Lieber Johannes, toll, dass an ihrer Schule alles klappt. Danke auch für ihren Beitrag, der mich herzlich zum Schmunzeln gebracht hat.
        Ich selbst habe Kontakt zu drei verschiedenen Schulen an denen das alles „offiziell“ auch funktioniert. Aber beobachten sie alle ihre Schüler regelmäßig, wenn sie sich unbeobachtet fühlen?
        Ich versichere ihnen sie wären überrascht was da so alles zu sehen wäre 🙂
        Schade, dass solche Wunschdenken mit der Realität an den meisten Schulen gar nichts zu tun hat.

    • Die Politiker haben die Befürchtung, dass die von Ihnen genannte Klientel von zuhause aus überhaupt nichts für die Schule tun wird, weil sie das von sich aus zu wenig wollen und der elterliche Druck ebenfalls nicht ausreicht. Mit einer gewissen Distanz muss man als Lehrer dann irgendwann mal sagen „selbst schuld“.

      Inhaltlich bin ich aber auf Ihrer Seite. Abschlussklassen sind schon oder zumindest fast in der Wiederholungsphase. Das kann man problemlos zuhause durchführen und sogar Lehrkräfte sind dafür nicht zwingend erforderlich.

    • „Die Schulen sind sichere Orte“, „Die Hygienekonzepte funktionieren“, „Kinder sind keine Treiber der Pandemie“. Wen interessiert da was in der Realität passiert? Niedersachsen auch wieder mal als Vorreiter der Ignoranz.

  2. Ich kann @Dr. Arcula nur zustimmen.

    Auch Abschlussklassen können (weitestgehend) im Distanzunterricht unterrichtet werden. Jedenfalls nach meinem Kenntnisstand und dem, was ich im 1. Halbjahr 2020 an Vorbereitungslernen meiner Söhne auf Ihre MSA-Prüfungen mitbekommen habe. Wobei ich schon denke, dass es für die Schüler die dieses Jahr ihre Abschlüsse machen schwieriger ist. Denn die hatten nun schon viele Monate an Schulchaos wegzustecken.

    Das für sie Schwierigste in der Zeit war, dass ständig die Bedingungen für die Abschlussprüfungen und geändert wurden. Im Besonderen betraf dies hier den Bestandteil der mündlichen Prüfung als Gruppenarbeit. Diese musste mehrmals umgearbeitet werden und die Abstimmungen in der Gruppe war natürlich auch schwierig, da persönliche Treffen verboten waren. Aber es ging – seitdem haben meine Söhne Video-Gruppenanrufe für sich entdeckt, auch privat um mit Freunden regelmäßig Kontakt halten zu können. Und aus dem geplanten „Kurzfilm“ wurde halt ein Storyboard in Powerpoint.

    Also liebe KMs … lasst uns die Pandemie endlich vernünftig und konsequent bekämpfen.

    Schafft Planungssicherheit indem ihr Schulöffnungen eher langfristiger wieder plant, nachdem gesichert ist, dass die Wochen darauf die Schulen auch offen bleiben können. Unterstützt mit wirklichen umfangreicheren Hygienekonzepten, die den längerfristigen Betrieb ohne ständige Erkrankungs- und Quarantäneausfälle weitestgehend garantieren kann.

  3. Anscheinend können die 9 und 10 Klassen das Virus nicht übertragen. Herr Weil weiß es ja besser. Niedersachsen ist nicht in der Lage Unterricht über Video zu machen. Es wurde an den Schulen nichts aber auch gar nichts gemacht. Habe auch die Schüler abseits der Schule in Gruppen zusammen ohne Maske gesehen.

  4. @ Dr. Acula: dem kann ich mir nur anschließen.
    Aber Herr Tonne wird nicht kommen. Er besucht noch nicht einmal Schulen, die 10km von seinem Heimatort bei Nienburg entfernt sind. Ich könnte ihn von dort jederzeit abholen und zurückbringen.
    Bei uns findet auch die wunderschöne Vermischung statt. Erst vor ein paar Tagen musste eine Fete von der Polizei aufgelöst werden.
    Die Abschlussklassen könnten auch zu Hause/online unterrichtet werden. Was sie bis jetzt nicht mehr gelernt haben (+,-,*,/) können auch die paar Wochen in geteilten Gruppen nicht mehr richten.

    Unsere Schule hat gestern unzertifizierte (ohne CE Kennziffer) KN95 Masken bekommen. Pro Lehrer und Woche ist 1 Maske vorgesehen. Und heute sitzen wir bei den Abschlussjahrgänge mit bis zu 30-35 Mann im Konferenzraum. Fenster klemmten gestern schon. Eine Videokonferenz scheitert am schlechten Internetanschluss der Schule und es müssen alle da sein, da es sich um die Bewerbungszeugnisse der Abschlussklassen handelt (Begründung der Schulleitung).

    Wenn ich dann noch sehen, dass viele der Schüler sich nach dem Unterricht zum Rauchen und Biertrinken am örtlichen Skaterpark/im Wäldchen niederlassen, dann weiß ich, dass ich mich auf den Infektionsschutz nicht verlassen kann.

    Herr Tonne: Lassen sie die Abschlussklassen zu Hause!

    • Na ist doch logisch. Nach den Erfahrungen des letzten Jahres habe ich’s nun endlich verstanden: Es herrscht besondere Fürsorgepflicht gegenüber Beamten. Das Besondere an der besonderen Fürsorgepflicht ist, dass keine Fürsorgepflicht besteht.
      Und wir haben besondere Loyalitätspflicht. Nun mag sich jeder seinen Teil denken.

    • Das ist aber Folge der nicht eingehaltenen Hygieneregeln der Minister. Als Bio-Lehrer kann ich dazu nur sagen, unsere Schüler sind falsch konditioniert
      Seit August: Hygienekonzept: kein Abstand, Kursgröße anwesend, lüften.
      Minister: Das Hygienekonzept ist gut. Ach ja? Ich bezweifele dies. Und als Oberburner ist die Streichung im Lehrplan Biologie das Thema Viren. Soll ich jetzt dazu etwas sagen? Besser nicht.

  5. Ehrlich gesagt, diese Auf und Zu von Herrn Tonne nervt. Ich bin sicher kein Freund von Schulschließungen, sondern nehme das eher zähneknirschend hin. Mich nervt es hauptsächlich, dass man als Elternteil nicht vernünftig planen kann. Und nicht hüh und hott.

    Und von den Förderschulen geistige Entwicklung hört man auch nichts. Die führen wohl ein Schattendasein. Mein Kind besucht so eine Förderschule.

  6. Auf der Pressekonferenz hat Herr Tonne gerade verkündet, dass sich prinzipiell nichts ändert, sprich Grundschule im Szenario B und Abschlussklassen in Präsenz. Hinzugekommen ist nur, dass Eltern entscheiden können, ob ihr Kind daran teilnehmen oder doch lieber daheim lernen soll. Für Kitas ändert sich auch nichts…

    Vielen Dank, Herr Tonne, für die erneuten Umsetzungen der gestrigen Beschlüsse!

  7. So, jetzt haben wir ja heute gesehen, wie weit wirklich zurückgerudert wird. Es bleibt beim Wechselunterricht für die Grundschüler in Niedersachsen, lediglich die Präsenzpflicht wird aufgehoben. Da bleiben dann bestimmt pro Klasse auch mal einer oder zwei zu Hause. Ich konnte mir aber auch beim besten Willen nicht vorstellen, dass Herr Tonne ernsthaft noch mal einen richtigen Schritt zurück macht und vom „Szenario B“ wieder abweicht. So kann wieder so getan werden, als hätte man den Bund-Länder-Beschluss natürlich umgesetzt und für die Situation in den Schulen ändert sich fast nichts. Naja, außer der Tatsache, dass man dann neben Präsenzunterricht in den halben Klassen auch noch die freiwilligen Zuhausebleiber unterrichten kann. Also nachmittags oder abends… Vielen Dank, Herr Tonne!

    • Es ist einfach unerträglich. Jetzt wird die Umsetzung der Konferenzbeschlüsse kurzfristig auf die Eltern abgewälzt. Ich bin ganz klar für Infektionsschutz und die Einhaltung der Konferenzbeschlüsse. Jetzt stehen wir vor dem Dilemma, ob die Kinder zu Hause gegenüber den anderen benachteiligt sind. Wie soll man sich da entscheiden, wenn die Leistungserwartungen weiterhin bestehen. Haben die Kinder, deren Eltern die Konferenzbeschlusse unterstützen, das Nachsehen? Was leisten die Kultusministerien eigentlich, außer Verwirrung zu stiften. Was stimmt da nicht. Die Lehrer leisten gute Arbeit, die Kultusministerien scheinen diese immer wieder zu behindern mit ständig wechselnden Vorgaben, kurzfristigen Änderungen, unzureichender digitaler Aussrüstung (schlecht funktionierende Bildungsserver) und starren Bildungszielen. Ich frage mich wirklich, welchen Sinn dieser aufgeblähte Apparat hat, außer die Selbsterhaltung.

  8. … und Kindertagespflegepersonen sind weiterhin im Regelbetrieb. 5 ! fremde Haushalte in der eigenen Wohnung ohne Schutzmaßnahmen, ohne klare Angaben bei Erkrankung der Kleinen. Wo fängt leichter Schnupfen und banaler Husten an und WO hört er auf? Ich wußte nicht, dass ich jetzt auch Kinderarzt bin… und wenn ich meine Familie schützen möchte, bekomme ich kein Geld mehr. Aber in der eigenen Wohnung soll meine Familie während der Betreuung Maske tragen oder separate Räume nutzen. Ich soll das natürlich nicht – aus pädagogischen Gründen ist das für die Kinder nicht sinnvoll…
    Ich bin allerdings froh, dass die Präsenzpflicht ausgesetzt wurde, so ist es wenigstens „erlaubt“, dass meine eigenen Kinder weiterhin im Distanzunterricht bleiben.

  9. Vor Weihnachten wurden die Eltern telefonisch unter Druck gesetzt, die Kinder zuhause zu lassen.
    Es gäbe keinen Unterricht.

    Mal sehen ob es wieder dazu kommt.

  10. Sehr geehrter Herr Tonne, sehr geehrter Herr Weil,

    ich bin ausgesprochen dankbar dafür, dass Sie beide nicht direkt vor unseren Klassen stehen. Die Art und Weise, wie Sie in durchdacht jedes Schlupfloch nutzen bzw erzeugen, hat absolut nichts mit Vorbildfunktion zu tun.

    Sie schaden hier vorsätzlich Schülern, Lehrern, Familien und treiben ganz nebenher eine Pandemie unnötig an, ie es zu bekämpfen gilt.

    Die Schüler in den Grundschulen haben gleichzeitig Wechselunterricht, Notbetreuung und Homeschooling.
    Allein die notwendigen Hygieneregeln bringen Grundschüler an ihre Grenzen. Ich habe viele Kinder mit kaputtgewaschenen Händen gesehen und nie mehr Konflikte auf den Toiletten erlebt, als jetzt, wenn zwei kleine Jungs aus unterschiedlichen Klassen auf die Toilette mussten, die nur ein ein Kind betreten durfte. Nicht selten endete dies in nassen Hosen und einer Schamsituation, wie es sie in Schulen dringend zu verhindern gilt.
    Das einzig pädagogisch Sinnvolle haben Sie leider vergessen, dass genau die Kinder, die wir dringend in die Schulen bringen müssten, weil sie aufgrund von Sprachschwierigkeiten, Lernückständen o. Ä. pädagogische Unterstützung benötigen, jetzt zu Hause bleiben.

    Die Lehrer haben jetzt eine 3fach Belastung. Selbst die, deren Kinder schon erwachsen sind, arbeiten so viel, dass sie kaum. noch dazu kommen mal anständig zu kochen. Rückmeldungen an Eltern gehen sogar noch Sonntags abends raus, weil sie regulär unterrichten, Notbetreuung stemmen, in der nachmittäglichen Notbetreuung aushelfen und alle Arbeitblätter aus dem Homeschooling einzeln korrigieren. Vielleicht ist Ihnen das nicht bekannt, aber solche Dinge können selbst Lehrer nur nacheinander stemmen. Wie man sich selbst klont, war nicht Teil unserer Ausbildung.

    Und nicht zu vergessen die Familien. All die Eltern, die keinen gemütlichen Bürojob haben, sondern sich in der Produktion, im Verkehr und in der Pflege körperlich kaputt machen, in ständiger Infektionsangst leben und mit schlechtem Gewissen ihre Kinder 8,5h notbetreuen lassen, um ihren Beitrag in dieser Gesellschaft leisten, dürfen jetzt gegen 17.00 mit vollkommen übermüdet und gestressten Kindern noch Hausaufgaben machen. Dies ist eine absolute Überbelastung für Menschen, die auf so Vieles verzichten, um unsere. Gesellschaft am Laufen zu halten.

    Ich spreche für viele Eltern, Lehrer und Schüler, wenn ich eindringlich bitte die Entscheidungskompetenzen an die Leute abzugeben, die die Kinder kennen und nicht nur nach Zahlen entscheiden. Sollen die Eltern gern selbst entscheiden, ob die Kinder zu Hause unterrichtet werden können oder nicht. Aber basteln Sie bitte keine Kombinationen, die nicht umsetzbar sind wie Szenario B+.Notbetreuung und überlassen Sie den Schulen das Recht für einzelne Schüler Präsenzpflicht anzuordnen. Wir haben schon vor Corona 8% Schüler ohne Abschlüsse gehabt. Für diese 8%, die in den letzten 30Jahren niemand interessiert haben, werden jetzt um jeden Preis Schulen offen gehalten.
    Das ist Augenwischerei und das weiß jeder, der sich damit auseinander setzt.

    Lassen Sie endlich diese ewige Suche nach einem. Schlupfloch und geben Sie die Entscheidungsgewalt an die Leute vor Ort, Schulen und Eltern und bzgl der Kinder, die uns jetzt genauso verloren gehen, wie schon all die Jahre zuvor, sollte man bitte mal generell unser Schulsystem modernisieren.

    Schlussendlich noch eine Bemerkung zu Ihrem Kommentar in NDR. Sie sagten, sie wollen die. Schulen auflassen, weil man den Kindern ja schon das freie Spielen, Sport und Musikvereine weggenommen habe. Das ist eine schöne Überlegung, aber leider nicht zu Ende gedacht. Wenn Sie meinen, dass die Kinder gerne 4-6 x am Tag bis zu 20min aufs freie Waschbecken zum Hände waschen warten, um sich dann mit Eiswasser abzuschrubben oder auf dem Schulhof 2m Abstand halten, anstatt fangen zu spielen oder zu klettern, oder gerne vor den Toiletten von einem Bein aufs andere hüpfen, weil trotz 5 Toilettenkabinen nur ein Kind den Raum betreten darf, sind Sie wirklich weit außerhalb der Realität. Wenn Sie unseren Kindern und uns allen Lebensqualität wieder geben wollen, setzen Sie den Lockdown um, so hart wie nur möglich. Nach 10 Monaten sinnlosen Hin und Her überstehen wir alle noch ein paar Wochen. Und dann mit Spaß und Lebensfreude zurück in die Schule, die Vereine und weg mit der Angst. Ja das ist nur ein Etappensieg. Aber den hätten sich alle, insbesondere die Kinder nach 10 Monaten verdient.

  11. @ Lehrer mit Seele

    Bravo!!!

    Welch wunderbar treffender Beitrag! Bitte schicken Sie diesen, mit der Anrede an alle (!!!!) Kultusminister*Innen , an ALLE verfügbaren Zeitungen /Medien zur Veröffentlichung!

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