Überraschend viele Schüler kommen mit Homeschooling gut klar – Hälfte will Distanzunterricht sogar auf Dauer behalten

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POTSDAM. Mehr als zwei Drittel der Jugendlichen sind mit den Corona-Beschränkungen weitgehend einverstanden; eine Mehrheit sieht auch den Distanzunterricht positiv – die Hälfte will sogar, dass es dieses Lernformat nach der Corona-Krise weiterhin gibt. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer Jugendstudie zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie, die das Brandenburger Bildungsministerium bei der Universität Potsdam in Auftrag gegeben hatte. «Diese Akzeptanz reicht in Abstufungen vom Distanzunterricht über die Kontaktbeschränkungen bis hin zu den Freizeitmöglichkeiten», sagte Studienleiter Prof. Dietmar Sturzbecher bei der Vorstellung der Ergebnisse.

Viele Schülerinnen und Schüler kommen mit dem Homeschooling gut klar, auch wenn es mitunter Unterstützung fehlt und es an der Technik hapert. Foto: Shutterstock

Die Befragung, die von September bis Dezember lief, richtete sich an Schülerinnen und Schüler ab der 7. Klasse und Auszubildende in Brandenburg. Teilgenommen haben 17.156 Jugendliche. Alle Altersgruppen, Schulformen und Regionen sind in der Erhebung vertreten, deren Ergebnisse damit repräsentativ für das Land sind. Die Studie ist eine Sondererhebung der Zeitreihenstudie „Jugend in Brandenburg“, die das von Sturzbecher geleitete Institut für angewandte Familien-, Kindheits- und Jugendforschung e.V. an der Universität Potsdam (IFK) seit 1991 turnusmäßig durchführt.

Sturzbecher beschreibt „drei Kernbotschaften“, die die aktuelle Studie vermittele: „Erstens gehen mehr als zwei Drittel der brandenburgischen Jugendlichen vorbildlich mit der Corona-Pandemie um; sie kennen und akzeptieren die Corona-Regeln und lehnen zu frühe Lockerungen genauso wie Verschwörungstheorien ab. (…) Zweitens rücken die meisten Familien in der Corona-Zeit auch sozial näher zusammen; viele Eltern unterstützen die Kinder bei Schulproblemen oder Einsamkeit. Drittens bleibt trotz aller Belastungen bei den meisten Jugendlichen der Zukunftsoptimismus ungebrochen!“

Wenn die Jugendlichen verstehen, warum welche Maßnahmen gelockert oder verschärft werden, fühlen sie sich weniger belastet

Überblick über die Ergebnisse in den einzelnen Bereichen:

Lebenszufriedenheit und Zukunftsoptimismus: Die in der Jugendstudie von 2017 festgestellte hohe Zufriedenheit der Jugendlichen mit ihrer Lebenssituation ist von der Corona-Pandemie nicht grundlegend beeinträchtigt worden. Gesunken ist die Zufriedenheit während der Pandemie insbesondere bei Freizeitmöglichkeiten, der Schul- bzw. Ausbildungssituation sowie den Beziehungen zu Freunden und Bekannten.

Familienklima: Fast alle Jugendlichen (2020: 93,6 Prozent; 2017: 94,4 Prozent) berichten, sich „völlig“ oder „teilweise“ auf die Familie verlassen zu können. Jeweils etwa ein Viertel der Jugendlichen hat während der Corona-Pandemie Probleme wie eine schwierige finanzielle Situation oder weniger Arbeit der Eltern erlebt. Offenbar besitzen viele Familien eine hohe Kompetenz, sich erfolgreich mit Belastungen auseinanderzusetzen. 80,6 Prozent der Jugendlichen wurden von beiden leiblichen Eltern noch nie geschlagen (2017: 67,5 Prozent). Von den Jugendlichen, die angeben „oft“ von mindestens einem Elternteil geschlagen zu werden (3,7 Prozent), berichten 35,7 Prozent von einer Zunahme der Gewalt während der Corona-Pandemie; 44,6 Prozent erfuhren eine Abnahme der Gewalt.

Belastung durch Corona-Maßnahmen: Eine deutliche Mehrheit der Jugendlichen stimmt zu, dass das Tragen einer Maske bei der Eindämmung der Corona-Pandemie hilft („stimmt völlig“: 28,4 Prozent; „stimmt teilweise“: 40,3 Prozent) und das Ansteckungsrisiko durch das Treffen vieler Personen erhöht wird („stimmt völlig“: 47,5 Prozent; „stimmt teilweise“: 34,3 Prozent). Ein Fünftel der Jungen und Mädchen fühlt sich vom Abstandsgebot und von den Quarantäneregelungen „sehr stark“ oder „stark“ belastet. Jeder dritte Jugendliche empfindet den Distanzunterricht und Geschäftsschließungen als belastend. Deutlich häufiger fühlen sich die Jugendlichen – insbesondere die Mädchen – vom Kontaktverbot belastet.

Wenn die Jugendlichen verstehen, warum welche Maßnahmen gelockert bzw. verschärft werden, fühlen sie sich weniger belastet. Aber auch ein hohes Verständnis für die Einschränkungen des sozialen Lebens schützt die Betroffenen kaum vor emotionalen Belastungen. Jeweils zwei Drittel der Jungen und Mädchen stimmten der Aussage „Ich würde mich gegen das Corona-Virus impfen lassen, wenn ein Impfstoff zur Verfügung stehen würde“ völlig oder teilweise zu. Jugendliche, die eine Impfung ablehnen (21,2 %), bezweifeln eine schnelle Ausbreitung des Virus, haben keine Angst vor einer Ansteckung und misstrauen stärker dem Gesundheitssystem als andere Jugendliche.

Den Schülerinnen und Schülern fehlten während des Distanzunterrichts insbesondere soziale Aspekte der Schule

Zufriedenheit mit dem Distanzunterricht: Mehr als die Hälfte der Schülerinnen und Schüler stimmt der Aussage „Mir hat der Distanzunterricht gefallen“ zu („stimmt völlig“: 20,5 Prozent; „stimmt teilweise“: 36,4 Prozent; „stimmt kaum“: 21,5 Prozent; „stimmt nicht“: 21,6 Prozent). Knapp die Hälfte der Jugendlichen „hätte gern auch zukünftig Distanzunterricht“. Ältere Jugendliche und insbesondere Auszubildende an beruflichen Schulen (OSZ) bewerten den Distanzunterricht kritischer als andere Jugendliche. Die Schulformen unterscheiden sich zudem hinsichtlich der Art und Weise der Aufgabenverteilung an die Schüler.

Die Lernwirksamkeit des Distanzunterrichts wird – nicht zuletzt von Jugendlichen, die zuhause nicht ungestört lernen konnten – im Vergleich zum Präsenzunterricht als verbesserungsbedürftig eingeschätzt. Insgesamt stimmten rund 60 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass ihnen „aufgrund des Distanzunterrichts Lernstoff fehlt“.

Es wurden zu zwei offenen Fragestellungen 11.000 Vorschläge geäußert, wie der verpasste Lernstoff aufgeholt (z. B. fakultativer Zusatzunterricht) und der Distanzunterricht künftig besser gestaltet werden könnten (z. B. vermehrte Nutzung hybrider Unterrichtsformen; Verbesserung der Möglichkeiten zur Kommunikation mit den Lehrkräften; verbesserte Technikausstattung bei Lehrkräften und Schülern). Diese Vorschläge sollen in den kommenden Wochen weiter ausgewertet werden.

Unterstützung beim Distanzunterricht: Den Schülerinnen und Schülern fehlten während des Distanzunterrichts insbesondere soziale Aspekte der Schule („Meine Mitschülerinnen und Mitschüler haben mir gefehlt“). 41,2 Prozent der Jugendlichen fühlten sich während des Distanzunterrichts „oft“ oder „manchmal“ einsam. Vielen Jugendlichen bereitete das selbstständige Bearbeiten der Schulaufgaben „oft“ (14,8 Prozent) oder „manchmal“ (45,9 Prozent) inhaltliche Probleme. Mehr als zwei Drittel der betroffenen Jugendlichen erhielten Hilfe. Hierbei spielten – neben Eltern und Freunden – auch Lehrkräfte eine entscheidende Rolle.

Abgesehen von der Lehrkompetenz und dem Engagement der Lehrkräfte, stellt die technische Ausstattung der Lernenden eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen des Distanzunterrichts dar. Technische Probleme beim Distanzunterricht erlebten 30,1 Prozent der Jugendlichen „oft“ oder „manchmal“. Nur 41,8 Prozent der oft oder manchmal Betroffenen erhielten Hilfe. Bei jeweils mehr als 40 Prozent der Betroffenen bezogen sich die Probleme auf die eigene Internetverbindung (44,5 Prozent), die Internetverbindung der Schule (41,2 Prozent) oder Softwarefehler (40,4 Prozent). Etwa ein Fünftel der Jugendlichen mit technischen Problemen hatte keinen Zugriff auf ein benötigtes Gerät (20,6 Prozent).

Akzeptanz von Corona-Maßnahmen: Die Jugendlichen zeigen großes Verständnis für die Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung. Die meisten Jugendlichen kennen die geltenden Regeln, zwei Drittel verstehen sogar, „warum welche Maßnahmen gelockert wurden oder auch nicht“. Die überwiegende Mehrheit der Jugendlichen zeigt „völlig“ oder „teilweise“ Verständnis im Hinblick auf das Abstandsgebot, die Quarantäneregeln und die Maskenpflicht. Weniger Verständnis herrscht für die Ausgangsbeschränkungen, die Kontaktverbote und die Geschäftsschließungen: Jeweils rund 40 Prozent der Befragten lehnen diese drei Maßnahmen ab.

Viele Jugendliche stellen der Politik während der Corona-Pandemie kein sehr gutes Zeugnis aus – aber…

Zustimmung zu Verschwörungstheorien und Informationsverhalten: Mehr als die Hälfte der Jugendlichen stimmt zu, dass die Politik die Corona-Berichterstattung kontrolliert. Fast jeder fünfte Jugendliche meint, dass das Virus nicht existiert. Über 40 Prozent halten das Virus mehr oder weniger für eine normale Grippe, mehr als ein Drittel der Jugendlichen vermutet eine Absicht hinter der Virusentstehung. Die Akzeptanz für die verschiedenen Corona-Maßnahmen fällt unter den Anhängern von Verschwörungstheorien unterdurchschnittlich aus. Diese empfinden die Maskenpflicht viel stärker als belastend und lehnen sie daher auch viel entschiedener ab.

Jugendliche schenken „klassischen“ Medienangeboten mehr Vertrauen als vielen sozialen Medien. Dies hält sie jedoch nicht davon ab, sich über soziale Medien zum Thema „Corona“ zu informieren. Für Verschwörungstheorien empfängliche Jugendliche haben ein geringes Vertrauen in klassische Medien und vertrauen stattdessen eher auf Informationen aus den sozialen Medien.

Bewertung der Corona-Politik und politische Teilhabe: Viele Jugendliche stellen der Politik während der Corona-Pandemie kein sehr gutes Zeugnis aus. Nur wenige Jugendliche (8,6 Prozent) stimmen „völlig“ zu, dass Politiker in Bezug auf Corona „im Interesse der Bürgerinnen und Bürger“ handeln („stimmt teilweise“: 49,5 Prozent; „stimmt kaum“: 24,2 Prozent; „stimmt nicht“: 17,6 Prozent). Wenn Jugendliche daran glauben, dass Politiker im Hinblick auf Corona im Interesse der Bürgerinnen und Bürger handeln, akzeptieren sie auch eher die Corona-Maßnahmen und insbesondere die Maskenpflicht.

Anhänger von Verschwörungstheorien haben in der Vergangenheit mehr Gewalt gegen fremdes Eigentum oder Personen angewandt als andere Jugendliche. Darüber hinaus zeigen Anhänger von Verschwörungstheorien eine unterdurchschnittliche politische Partizipationsbereitschaft und ein geringeres politisches Interesse als andere Jugendliche.

Bildungsministerin Britta Ernst (SPD), deren Haus die Studie mit rund 112.000 Euro gefördert hatte, erklärte: „Ich freue mich sehr über die hohe Akzeptanz der notwendigen Maßnahmen zur Eindämmung. Die Schülerinnen und Schülern haben vorwiegend in ihrer Freizeit die Fragebögen für die Studie ausgefüllt. Ihre Antworten zeigen, dass sie mit Mut und Zuversicht an diese schwierige Situation herangehen.“ Sie werde sich dafür einsetzen, dass die besondere Situation der jungen Menschen bedacht werde – und sie wolle noch mehr mit Jugendlichen über die schwierige Situation und die notwendigen Entscheidungen sprechen. Und zwar konkret: Als erstes plane sie ein Gespräch mit der Landesschülervertretung. News4teachers / mit Material der dpa

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52 KOMMENTARE

  1. Sehr interessante Studie, vielen Dank für die Aufbereitung! Gerade bei jüngeren Kindern sehe ich den Distanzunterricht kritisch, aber die älteren Schüler können daraus mit Sicherheit auch Vorteile ziehen. Wahrscheinlich ist es wie so oft im Leben: Die Mischung machts! Ich habe meine Schwester ebenfalls zu ihren Erfahrungen im Homeschooling interviewt – im Frühjahr 2020 und vergangene Woche. Auch hier hat sich gezeigt, es ist nicht alles schlecht, aber die sozialen Kontakte fehlen ganz gewaltig: https://www.firstlife.de/ich-vermisse-den-kontakt-mit-den-klassenkameraden/
    So wird es voraussichtlich vielen Schülern und Schülerinnen gehen und als Studentin kann ich sagen, bei mir ist es nicht viel anders. Denn ich bin seit letztem Frühjahr nahezu durchgehend Zuhause. Unimäßig läuft das ganz gut, wobei die Motivation etwas zu wünschen übrig lässt. Aber soziale Kontakte sind auf ein Minimum zusammengeschrumpft.

  2. Ich habe auch nur Schüler , die lieber zuhause lernen statt in der Schule unter den jetzigen Umständen . Ab Klasse 9 ist das sowieso das Modell der Zukunft . Aber das wollen die Politiker nicht hören .

    • So geht es meinen Pipertieren auch. Ich finde salzH eine super Vorbereitung auf das Leben. Eine Hybride Unterrichtsform in in den weiterführenden Schulen in Deutschland zu implementieren hätte meine volle Unterstützung.

  3. Das deckt sich mit meiner Erfahrung: Rund 1/3 der Schüler kommen damit besser klar, 1/3 unverändert, 1/3 schlechter. Allerdings ist die Streuung größer, d.h. das untere Drittel ist noch weiter weg von den anderen als sonst schon. Instrinsische Motivation, Elternkontrolle und Selbstständigkeit spielen im Distanzunterricht eine erheblich größere Rolle als im Präsenzunterricht, weil die Kontrollinstanz Lehrer fehlt und die Ablenkungsmöglichkeiten stärker sind.

    • Volle Zustimmung.

      Das Drittel mit Problemen beim Distanzlernen ist überdies nahezu identisch mit dem Drittel, das im Präsenzunterricht Probleme hat. Die Lernform ist daher nicht entscheidend.

      Die SuS zeigen meiner Erfahrung nach im Distanz- und Präsenzmodus ähnliche Leistungen. Sicherlich ist die Verbindlichkeit im Präsenzunterricht viel größer, aber der Zuwachs an Lernleistung ist m.E. weit geringer als gemeinhin unterstellt wird. Esel, Tränke, etc.

  4. In den nächsten Monaten sollten wir Distanzunterricht einfach als Norm akzeptieren und schauen, wie wir damit arbeiten können. Der Präsenzunterricht mit maroden Toiletten, kaputten Heizungen und ergonomisch katastrophalen Stühlen und Tischen musste ja auch irgendwie klappen, die Bedürfnisse der Introvertierten, der Gemobbten, der Schüchternen und Ruhebedürftigen dabei ignoriert, wie auch basale wissenschaftliche Erkenntnisse. Die Klassengemeinschaft ist zum Beispiel nicht ein Ort der Glückseligkeit sondern des knallharten sozialen Rankings und Angst ist schlecht für den Lernprozess. Bald werden die Politiker Distanzunterricht für ältere SchülerInnen ohnehin bevorzugen, da er viel günstiger ist.
    Was die GrundschülerInnen betrifft sieht es bei uns jetzt so aus, dass die leistungsstarken Kinder zuhause lernen, an lustigen Videokonferenzen in halber Klassenstärke oder Kleingruppen (mit Spielzeit!) teilnehmen und die Kinder mit Lernschwierigkeiten in der Schule mit Maske und Lüften sitzen. Einmal pro Woche gibt es für die ganze Klasse eine Videokonferenz. Jetzt ratet mal, welche Kinder zufriedener wirken?

    • Ist bei uns ähnlich, nur mit mehr Videokonferenzen, an denen aber immer nur höchstens 7 SuS teilnehmen können. Deshalb in mehreren Gruppen. Die gekauften Serverkapazitäten reichen halt nicht aus!
      Aber die „Meetings“ in den Kleingruppen sind schon sehr effektiv. Manchmal vergesse ich aber auch, ob ich etwas schon in der Kleingruppe gesagt habe oder nicht. Inzwischen schreibe ich es mir auf.

    • Oh mein Gott. Sie sprechen mir aus der Seele. Mein Kind wird von Klassenkameraden sehr gemocht, aber ihr ist es in der Klasse zu laut. Sie mag es ruhig zu arbeiten. Gerne auch Gruppenarbeit. Ist in schriftlicher Arbeit immer eine der 3 Besten. Bekommt im mündlichen aber immer eine 3-4 oder 3-. Aber in Präsentation etc. eine 1. Man müsste viel mehr auf die Bedürfnisse der einzelnen Kinder eingehen, und das kann man sehr gut hinbekommen, wenn man Kinder akzeptiert, wie sie sind und vor allem den Druck herausnimmt.

    • Sie haben es leider bzgl. „Kinder mit Lernschwierigkeiten“ zu weit gefasst: bei uns in der Schule sitzen unter anderem die Kinder mit berufstätigen Eltern, die keine Großeltern oder „anderweitige “ Betreuungsmöglichkeiten haben. In jedem Fall hängt das Leistungsniveau des Kindes vom Elternhaus ab: bei uns bedeutet das aber auch leider, dass wir eben zwischen 17.00 und 21.00 diverse Lerneinheitenein für unseren Sohn einbauen müssen. Dass die Kinder zu Hause, die von Vollzeitmüttern etwas mehr und zu besseren Tageszeiten gefördert werden, ist aber auch zu erwarten. Sonst würden sie ihren Hauptjob schlecht machen.

      • Also, darunter sind hauptsächlich „Teilzeit“- oder „Null“-Zeit-Mütter und -Väter, aber klar: einige dürfen auch gerade nicht arbeiten, ein Kind ist bei den Großeltern. Aber in den anderen Fällen teilen sich die Eltern auf und regeln die Betreuung kreativ, auch wenn sie Vollzeit arbeiten, wahrscheinlich auch, weil die Kinder lieber zuhause lernen und es ganz gut klappt. Die „Störer“ sind ja außerdem mehrheitlich in der Schule, viele der beliebten Kinder nicht …

      • Da sprechen sie mir aus der Seele. Wir sind zwei beruftätige Eltern, die auf die Selbständigkeit der Kindern, schon seit Jahren zählen. Es klappt Mal mehr, Mal weniger gut. Schlechtes Internet ist dabei ein Thema. Wir sitzen zum Teil auch bis Abends, um Themen nach zu arbeiten, da er im Fernunterricht eindeutig schlechter aufpasst als im Präsenzunterricht. Trotzdem findet er diese Art von Schule toll, deshalb stelle ich mir die Frage, ob sie Schüler es Qualitativ auch besser finden.
        Grüße

  5. Distanzunterricht ist für Schüler ab 14 Jahren eine ganz neue, aber keineswegs negative Erfahrung.
    Gerade der Wegfall des ‚Sozialortes Klassenraum‘ bedeutet nämlich aufgrund des damit verbundenen Ausfalls des gesamten ablenkenden Drumherums vor allem eines: eine signifikante Effizienzsteigerung, die auch von Schülern goutiert wird!
    Sie müssen selbst strukturieren, indem zum Beispiel Materialen rechtzeitig bereitgelegt werden, müssen schnell reagieren (Kompensation verzögerter Audioübertragung!), wenn sie nicht auch ihren Mitschülern negativ auffallen wollen, die keine Lust haben, auf Beiträge zu warten und sich hinter ihrem Schreibtisch über Gebühr zu langweilen.
    So ergibt sich ein bisweilen fast universitäres Unterrichtsklima, ruhig, konzentriert und auf sachlichen Fortschritt bedacht.
    Das Bonbon, hinter ausgeschalteten Kameras auch mal kurz etwas anderes tun, auch mal aufzustehen zu können etc., sei ihnen doch gegönnt, wenn alle sich daran halten, dass man jederzeit ansprechbar, reaktionsbereit und sachlich auf dem Laufenden zu sein hat.
    In diesem Sinne fördert auch die durch die Unterrichtsform gewonnene Freiheit durchaus eine Entwicklung zur Eigenverantwortlichkeit, zum Kompetenz des Prioritätensetzens und zur Konzentration auf das jeweils Erforderliche ohne hinter Pseudoaktivitäten sich versteckenden Leerlauf (fällt sofort auf!).
    Natürlich haben die Unstrukturierten und zum ‚Abtauchen‘ Neigenden ebenfalls mehr Gelegenheit, sich ihrer Neigung hinzugeben und sich hinsichtlich ihres Lernerfolges selbst zu schaden, aber meine Perspektive ist eben die des Gymnasiallehrers, was natürlich einschließt, dass man trotz allem stets bemüht ist, alle Schafe nach Möglichkeit einzusammeln. Nach Möglichkeit!
    Ich finde es gar nicht so schlecht, dass die Unterrichtsform endlich (wieder) klarmacht, wo die Reichweite und die Verantwortung des Lehrers endet. Die technische Ausstattung bzw. deren Handling am anderen Ende der ‚Leitung‘ gehört nicht dazu, und wenn die Eltern informiert sind über Säumigkeiten und daraus folgende Leistungsprobleme, wenn diesbezügliche Gespräche geführt wurden, ist das Problem an der richtigen Stelle gelandet.

    Wie gesagt, im Grund- und Hauptschulbereich sieht die Sache sicher anders aus.

    • Bei uns funktioniert der Distanzunterricht auch mit 2 Grundschulkindern gut.

      K1 organisiert sich zu 95 % selber.
      Bei K2 muss ich die Aufgaben oder neue Sachen anfangs noch etwas erklären aber dann läuft auch das größtenteils alleine.

      Es hängt halt auch sehr viel von den Kindern selber ab. Bei manchen Familienkonstellationen klappt es gut und in deutlich weniger Zeit als der Unterricht.

      Wie auch immer, es dürfte auf jeden Fall niemals so sein, dass Kinder inmitten einer Pandemie in die Schule gezwungen werden. Das ist unethisch und gegen das Recht auf körperliche Unversehrtheit!

  6. 60 % halten Corona für nicht existent oder für eine normale Grippe.

    Eine Mehrheit glaubt, der Distanzunterricht funktioniere.

    Keine weiteren Fragen, euer Ehren.

  7. Gerade hatte sich der volle Distanzunterricht richtig gut angelassen, alles war organisiert und die Kommunikationswege und Arbeitsweisen geklärt – nun, ab Montag, wieder ein hin- und her mit Wechselunterricht.

    Da ich selbst im Homeoffice bleibe, heißt das: nur halb so viele Videokonferenzen, mehr Durcheinander, keiner weiß jetzt mehr genau, wo wer wann ist.

    Warum wurde die ganz Q-Phase/Oberstufe zu Abschlussklassen erklärt, so dass sich die Schule jetzt organisatorisch so verrenken muss? Gerade die Älteren kamen doch gut zurecht. Ich verstehe es nicht.

    • In der Q-Phase hat es wohl formaljuristische Gründe wegen der Klausuren. Allerdings könnte man meiner Meinung nach den Distanzunterricht durchziehen und die Schüler nur für die Klausuren zur Schule fahren lassen.

      Viel extremer sind aber die Gesamtschulen dran, die den Abschlussjahrgang 10 mit all den Kursen zu verwalten haben.

  8. Zuhause beobachte ich das Gleiche: Sohn, 14, auf dem besten Weg in die Pubertätsnullbockeinstellung, in der Schule mit allem Möglichen beschäftigt, nur nicht mit Schule…zuhause, nach ein paar Wochen, enorme Leistungssteigerung!!! Keine Ablenkungen, die Anforderung überschaubar und strukturiert. Eigenverantwortung, das Gefühl, durch die schriftliche Arbeit auch in Nebenfächern gesehen zu werden, weil jeder Einzelne eine Rückmeldung bekommt.
    Sohn, 11, genau das Gleiche…hat seit einer Erfahrung mit strenger Lehrerin jegliche Freude an der Schule verloren…blüht auf ohne Schul- und Versagensangst
    Sohn, 9, sagt…es ist so schön, dass du mir alles erklärst, Mama…dann verstehe ich auch alles…für jede Aufgabe, die Zeit, die er braucht
    Für uns die schönste Zeit gerade…die effektivste…von mir aus kann es so bleiben (ohne Corona)

  9. Interessante Studie. Endlich mal etwas positives über Distanzunterricht. Ich kann mich mit meinen beiden Kindern nur einschließen, 8 und 11 Jahre. Ja, die Freunde fehlen uns, zusammen Grillen, ZOO oder Pinakotheke gelegentlich zusammen besuchen. Aber das ist eigentlich alles.
    Je höhere Klasse, desto sowieso weniger Freizeit und Zeit für die Freunde, besonderes im Gymnasium – wenn wir über Bildung sprechen. Wenn nicht, dann reicht auch die Hauptschule und viel mehr Freizeit und die Fragen, was damit jeden Tag tun.

    Die Poltiker und xy „Experten“ sollen sich endlich mal entscheiden für wen sie eignetlich sprechen und warum. Weil ihre Aussagen auf gar kein Fall das ganze Land decken.

  10. Vielleicht, nur vielleicht merken die Poltiker endlich mal, dass den Menschen Wahlmöglichkeit fehlt und zwar sehr. Insebsonderes wurde jezt soviel klar:“Ihr müsst!“ und eine Pandemie gehören nicht zusammen, nicht in einer modernen Geselschaft.

  11. Ich teile diese Erfahrungen!!! Ich unterrichte eine 10. Klasse an einer Brennpunktschule. Wir machen Videokonferenzen nach Stundenplan. Die meisten Schüler sind hochmotiviert. Und sie haben überhaupt keine Lust, ab nächster Woche wieder in den Präsenzunterricht zu gehen. Ich auch nicht, angesichts der Mutationen.
    Mein Sohn geht in die 5. Klasse und auch er würde am liebsten immer weiter Distanzunterricht machen. Er trifft sich regelmäßig mit seinem besten Freund und das reicht ihm unter Pandemiebedingungen. Er möchte nicht mit seinen 29 Klassenkameraden in einem unterkühlten Raum sitzen. Und er regelt alles selbstständig, es ist also kein „homeschooling“, von dem immer so viel erzählt wird.
    Und ich wünsche mir, dass es auch nach corona für die älteren Schüler regelmäßige Phasen des Distanzunterrichts gibt. Das ist nämlich die Arbeitswelt der Zukunft!

  12. Die Schüler sind ja schließlich gewöhnt, dass die Qualität des Unterrichts gering ist. Sind ja kaum noch Fachlehrer da, die Probleme fallen einfach noch nicht auf. Die Ansprüche werden aktuell sehr weit runter geschraubt, das freut natürlich die Kids. Die Defizite zeigen sich in Studium und Ausbildung.
    Wie viele Jugendliche mit Migrationshintergrund waren denn dabei und Jugendliche aus Hartz4 Familien?
    Der zweite lockdown ist nicht berücksichtigt worden. Alles große Fragen hinterlassen. Frau Ernst freut es, weil die Studie alles schön malt. Naja, ist ja schließlich vom Land finanziert. Unabhängigkeit und Ehrlichkeit wäre mal eine willkommene Abwechslung.

  13. „Überraschend viele…“ ist bereits eine Meinungsmache, finde ich, denn das kann alles und nichts bedeuten. Es können 10% sein, wenn man annahm, es wären nur 1%. Hier soll offensichtlich gegen das Argument angegangen werden, dass durch den Online-Unterricht viele abgehängt werden, vor allem die eh schon Benachteiligten.

    Das lässt sich aber nicht schönreden. Ich habe das Gefühl, dass ich immer mehr Kinder verliere und ich höre von immer mehr Eltern, dass sie massive Probleme haben, die Kinder zum Erledigen der Aufgaben zu bewegen.

    • Diese Eltern haben aber vor dem Eintritt in den Kindergarten zu viel falsch gemacht. Außerdem wurden sie im Zweifel in der Grundschule zu wenig gefordert und zu viel gepampert.

      • @Georg, mag sein und wäre ja auch nichts Neues. Nicht jedes Elternteil ist ein geborener Pädagoge! Aber das kann ja nun auch nicht das Argument sein nach dem Motto „selber schuld“ und deshalb überlassen wir diese Kinder nun ihrem Schicksal, denn die Eltern haben selber Schuld bzw. die Grundschullehrer. Es wird ja nichts besser, wenn man nichts tut.

  14. Bei n4t lese ich, die Kinder kämen überraschend gut mit dem Distanzunterricht zurecht und beim NDR lese ich:

    „Fast jedes dritte Kind psychisch auffällig während Pandemie
    Stand: 10.02.2021 12:40 Uhr
    Schule und Kita sind geschlossen und viele haben seit Wochen ihre Freundinnen und Freunde kaum gesehen: Wie sehr Kinder und Jugendliche unter dem Lockdown leiden, zeigt eine Studie, die das Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf (UKE) am Mittwoch veröffentlicht hat.“
    https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/coronavirus/Fast-jedes-dritte-Kind-psychisch-auffaellig-waehrend-Pandemie,uke694.html

    • Zitat aus dem Artikel: „Fast jedes dritte Kind zeigt demnach ein knappes Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland psychische Auffälligkeiten. Sorgen und Ängste hätten noch einmal zugenommen, auch depressive Symptome und psychosomatische Beschwerden wie zum Beispiel Niedergeschlagenheit oder Kopf- und Bauchschmerzen seien verstärkt zu beobachten, sagte die Leiterin der Studie, Ulrike Ravens-Sieberer. Die Lebensqualität habe sich weiter verschlechtert.“

      Der Begriff „psychisch auffällig“ wird in der Studie ziemlich weit gefasst. Aus diesem Grund brauchen sich die beiden Studien nicht zu widersprechen. Man weiß bei solchen Studien nie, ob sie tatsächlich ergebnisoffen durchgeführt wurden und welches Interesse der Auftraggeber am Ausgang der Studie hat.

    • Aber da steht es doch sogar in der Überschrift Ihres verlinkten Artikels… Wegen der PANDEMIE, nicht (nur) wegen des Lockdown. Das ist doch ein großer Unterschied!

    • Es ist schön, dass Sie verschiedene Studien lesen, aber was wollen Sie uns damit sagen? Ich vermute mal, Sie möchten auf einen scheinbaren Widerspruch hinweisen. Man könnte aber auch genauso gut sagen, dass 2/3 der Kinder keine psychischen Auffälligkeiten zeigen. Zudem sagt die Autorin auch, dass eine psychische Auffälligkeit keine psychische Erkrankung ist. Als Erwachsene belastet einen die Lockdownsituation mit all den Einschränkungen sicherlich auch, es ist also meines Erachtens nicht ein schulspezifisches Phänomen.
      Außerdem bezog sich die Studie hier auf den Distanzunterricht und nicht auf psychische Auffälligkeiten. Diese mögen vielleicht verstärkt auch auf Schüler zutreffen, die dem Distanzunterricht nichts abgewinnen können, aber es könnten genauso auch die fehlenden Freizeitmöglichkeiten ursächlich sein oder die fehlenden privaten Treffen mit Freunden.
      Fazit: Ich erkenne keinen Widerspruch. Wenn Sie denn darauf überhaupt hinauswollten.

  15. Auch wenn für manche zu hause lernen nicht gut fonden wegen manche gründe ist zuhause lernen für meiste besser in ruhe ohne mobbing ohne schreie rei ohne langem schul weg usw würde toll sein wenn kinder zuhause in sicheren 4 wände lernen

  16. Seien wir doch einmal ehrlich. Wir leben in einer Gesellschaft der Gleichmacherei und Verallgemeinerungen. Es gibt weiterhin sowohl im Präsenz- als auch im Distanzunterricht lernschwache, wenig geförderte und mit vielen Nachteilen ausgestattete Kinder und viele gegenteilige Beispiele. Kinder aus bildungsnahen Haushalten kommen mit der entsprechenden Ausstattung und Unterstützung in jedem System zurecht. Theoretisch könnte man mit diesen Kindern auf Weltreise gehen und selber beschulen, ohne die Zukunft dieser zu gefährden. Umgekehrt gibt es genügend Kinder, die quasi chancenlos sind, wenn sich nicht wenigstens die Lehrer mit ihnen beschäftigen. Struktur, Erziehung, Anteilnahme…alles was seitens des Elternhauses so fehlt. Das geht logischerweise komplett am ursprünglich gedachten Lehrerberuf vorbei. LehrerInnen baden im Prinzip die gesellschaftlichen Fehlentwicklungen aus.

    • Den Aussagen von Marcus stimme ich völlig zu. Auch sollte man sich diese Studie einmal anschauen, bevor man darüber spricht. Es ist doch interessant zu lesen, dass NUR 20,3 % der SuS der Aussage „ich hätte gern auch zukünftig Distanzunterricht“ zustimmen und 24,6 % dem teilweise zustimmen.

  17. Man hört ja überwiegend positive Rückmeldungen von dieser Umfrage. Was ich selber sehr stark anzweifle…?? Wie man an diese prozentualen Zahlen kommt…Wir haben 2 Kinder mein Sohn ist in der 1.Klasse erst Tochter erst 2Jahre 6Monate.
    Wir können diesbezüglich wirklich sagen das Homeschooling oder Distanzunterricht uns allen sehr schwer fällt. Die erste Woche ging es mit dem Online-Unterricht gut, da war die Neugierde gross von meinem Sohn, aber man konnte zusehen wie es mit der Motivation und anschließend Konzentration jede Woche zu Woche sank und dazu kam noch das er keine Hausaufgaben mehr machen wollte.
    Es ist wirklich sehr sehr schwierig für uns Eltern immerwieder darauf hinzuweisen das er seine Hausaufgaben machen soll.
    Das Problem ist aber eben die Ablenkung zu Hause, während des Online-Unterrichts, dann kommt die kleine Schwester und will mit gucken was der Bruder macht, dann macht man das Fernsehen an, damit die Schwester für eine halbe Stunde abgelenkt wird und der Bruder am Unterricht ungestört teilnehmen kann etc…Da wir nur eine 3- Zimmer ETW haben, muss mein Mann zum Home-Office in das Kinderzimmer und der ist belegt für einige Stunden…Deshalb ist mein Sohn eher im Wohnzimmer ist auch größer und macht dort sein Online-Unterricht, wiederum mit der Schwester die dann ablenkt. Sooo und wir bemühen uns schon sehr gut und stark und unterstützen unseren Sohn im Bereich Online-Unterricht bzw Lerninhalte 1.Klasse kann man ja noch auffangen ;-))
    Was wir damit sagen wollen ist, wenn wir schon sehen das wir Schwierigkeiten haben und das ein 7jähriger keine Motivation mehr hat, wie sollen andere Kinder der gleichen Altersgruppe den Distanzunterricht gerecht werden. Zumal ist es bei den 1.Klässlern sowieso sehr schwierig kaum haben die sich das halbe Jahr ab Sommer 2020 an das Schulleben gewöhnt und dann müssen die wieder zu Hause bleiben. Katastrophe für viele Kinder. Sie können sich nicht mehr sozial -emotional entwickeln. Da werden noch sehr grosse Defizite auffällig werden, bei vielen Kindern. Deshalb ist es sehr sehr schwierig wenn Grundschüler bzw Teenager Distanzunterricht haben.
    Mein Sohn war im Präsenzunterricht in der Schule sehr motiviert, das hat die Lehrerin auch im Elternsprechtag uns gesagt und er ist einer der guten Schüler von 27 Schülern.
    Deshalb macht es uns ja noch mehr traurig, das er keine Lust auf die Schule hat. Man möchte auch nicht so grossen Druck auf ihn ausüben, weil dann Frust entsteht.
    Das ist ein Beispiel von vielen Familien die das gleiche Problem erleben jeden Tag.
    Wie gesagt was machen Familien die in noch kleineren Wohnungen leben praktisch aufeinander auf 60qm mit 3 Schulkindern und jedes Kind braucht ein Endgerät für den Online-Unterricht….?Wie geht es diesen Familie…Da muss sich die Politik auch sehr sehr grosse Gedanken machen diese Kinder haben keine Möglichkeiten auch, wenn sie Lust hätten, das ist sehr fatal.
    Familien die sich aufgrund ihrer finanziellen Lage kaum unterstützende Hilfsmittel für den Distanzunterricht leisten können, was sollen die machen.Das fängt ja schon vom drucken der Arbeitsblätter an, nicht jeder hat zu Hause ein Drucker ein Beispiel. Es gibt bestimmt einige Schulen die es vielleicht für die Schüler ausdrucken, aber nicht alle. VIELE LEHRER bemühen sich auch aber viele wiederum nutzen diese unschöne Lage aus, habe ich auch schon gehört. Nicht falsch verstehen ich habe selber in meiner Familie Lehrer und als Freunde, die meisten machen ihren Job auch sehr gut ohne Zweifel.
    Um wirklich zu 100% den Distanzunterricht zu unterstützen muss die Politik noch sehr viel verändern für viele Familien. Das fängt alleine schon an wie die Familien in welchen Umständen im engen Raum wohnen müssen, weil man nicht größere Wohnungen baut und wenn man die baut nicht bezahlbar sind, wenn nur für die obere Gesellschaftsschicht die sich das leisten kann. Man sollte für diese Umfrage auch die sozial schwachen Kinder befragen und nicht nur die Kinder wo die Eltern gute Verdiener sind. Wo die Kinder Raum und Ruhe haben zum lernen, weil jedes Kind ein einzelnes Zimmer hat.
    Wie gesagt bin nicht gegen Distanzunterricht, aber wenn es die Zukunft sein sollte muss die Politik noch viele Punkte verbessern.
    Da kann man viele Punkte ansprechen, wie z.B. Bezahlbare Grossraumwohnungen bauen zu Miete oder zum kaufen, Gehälter und Mindestlöhne erhöhen usw.,ich könnte viel mehr schreiben aber das ist die Aufgabe der Politik die sollten sich ernsthaft die Gedanken machen, dafür verdienen die auch das 20fache oder mehr von uns.
    Wenn sich politisch die Punkte zum wohle der Familien ändern, dann kann man vielleicht für die Zukunft auch mal von Distanzunterricht reden.
    Alles andere wäre zu fatal für unsere Kinder die, die Erwachsenen von Morgen sind.
    Ich wünsche mir das die Politik die Familien und Schulen versteht und die dabei stark unterstützt, damit wir schnell ein Lichtblick sehen und allmählich zur besseren Normalität
    zurückkehren.
    Allen Menschen viel Kraft und Geduld dabei..!

  18. Das kann ich mir für echten Distanzunterricht vorstellen. Leider gibt es bei uns nur Aufgaben verschickt, deren Lösung man im Schulportal hochläd und mit Glück gibt es einen Kommentar oder eine Korrektur dazu. Das ist Gift für jedes Lefnklima. Hier fehlt alles zum echten Distanzunterricht, erst wenn dieses Defizit ausgeglichen ist, sind solche Studien aussagefähig oder sinnvoll.

    • Richtig! Es gibt Schulen wo das wirklich gut funktioniert. Aber in unserem Umfeld kenne ich nur 1 Kind(Schule) wo das so klappt!!! Die anderen bekommen mit Glück einen Wochenplan ansonsten nur Paar Kopien und Buchseiten zum durchlesen.
      Auch ist die Studie nicht auf einen längeren Zeitraum ausgelegt. 3,4,5 Jahre Homeschooling würden aussagekräftig sein, nicht paar Monate.

  19. Meine Tochter, 12 Jahre, will auch lieber zu Hause leben.
    Mich ärgert die Begründung, mit den bildungsferneren Familie (kein Mittagessen, etc.). Sollte mein Kind an einer Ergotherapie o. ähnlichem teilnehmen, erwarte ich auch nicht, dass gleich alle Kinder daran teilnehmen sollen. D.h. Warum müssen in Pandemie-Zeiten wieder alle Kinder zurück, obwohl es Kinder gibt die BESSER Zuhause lernen. Schule soll ein Ort der Bildung sein. Selbstverständlich können
    im Gebäude noch andere Dienste anbieten

  20. Mein Grundschul Kind blüht gerade wieder auf weil es die erste Woche wieder zur Schule durfte!!

    Klar geht zuhause lernen, aber das soziale Umfeld ist ebenso enorm wichtig!

    Die Idee des digitalen Homeschooling ist nicht verkehrt. Gerade wenn ein Kind Krankheitsbedingt mehrere Wochen nicht zur Schule kann ist die Alternative gut. Ansonsten muss Schule nach Corona wieder normal in der Schule stattfinden!
    Selbst solche banalen Dinge wie Wandertag, Freizeiten, oder Themenwochen sind für die soziale Kompetenz für das Miteinander sehr wichtig.

    • Endlich Mal jemand, der mir aus dem Herzen spricht! Kinder brauchen nach Corona unbedingt eine Rückkehr zum Lernen in der Schule, sie brauchen das Miteinander, Freunde, gemeinsam etwas zu erarbeiten und zu erleben. Alle, die sich auch für die Zeit danach viel mehr Distanzlernen wünschen und es als DAS Zukunftsmodell hochstilisieren, kann ich nicht verstehen. Ich denke auch nach Jahrzehnten noch gerne an meine coole Schulzeit zurück, die Freunde und Unbeschwertheit. Lasst Kinder Kinder sein und verlangt nicht, dass sie auch danach ihre Kindheit und Jugend vermehrt im Eigenstudium zuhause fristen. Ihr beraubt sie damit unzähliger positiver Erfahrungen, die Menschen prägen. Zuhause zu lernen, verhindert auch nicht unbedingt Mobbing, wie hier behauptet, sondern macht den Menschen langfristig noch unfähiger, auf andere einzugehen, Empathie zu lernen und gegenseitige Rücksichtnahme. Diese Welt hat schon genug Ellbogenmenschen, Egoisten und Sozialkrüppel ohne Gespür für den nächsten.

  21. Es ist eben auch ein Lernprozess für alle, das digitale Lernen. Erst war es ungewohnt, mittlerweile haben sich die meisten (Schüler, Eltern, Lehrer) dran gewöhnt. Das hatte man stärker nutzen können, statt LÜFTEN LÜFTEN LÜFTEN…

  22. Das geht ja wohl nur wenn der Unterricht auch digital stattfinden kann. Mein Kind druckt sich seit zwei Monaten Montags die Aufgaben in 15 Fächern aus. In den folgende Woche kommen dann die Lösungen, damit sie ihre erledigten Sachen dann selbst kontrollieren können und dann wird das zu Hause im Ordner abgelegt. Einmal die Woche ruft die Klassenlehrerin an wie es läuft und das war es dann. Es ist total frustrierend. Ich weiß als Mutter nicht wie ich sie motivieren soll. Ich bin auch die ganze Zeit arbeiten, weder Kurzarbeit noch Homework. Man fühlt sich echt alleine gelassen

  23. Ich bin schockiert über die Kommentare hier. Jetzt wird Distanzlernen also als das Zukunftsmodell hochstilisiert, dass endlich zu einer modernen Gesellschaft gehört. Kostengünstiger, effizienter und was weiß ich noch alles. Dabei gibt es schon jetzt Studien über eine dramatische Zunahme von Kurzsichtigkeit bei ganz jungen Chinesen seit Beginn des Homeschooling. Kinder sollen – so gängige Empfehlungen von Experten – eben nicht mehr als 2 Stunden vor dem Bildschirm hocken. Es sind eben keine kleinen Erwachsenen. Was wir in den nächsten Jahren sehen werden, wenn Distanzunterricht immer mehr zum Normalfall werden sollte, sind eine Zunahme nicht nur an Kurzsichtigkeit, Übergewicht und Problemen des Bewegungsapparates, sondern auch an Empathielosigkeit und immer weniger social skills. Wollen wir das? Wenn ja, ist das endgültig nicht mehr die Welt, in der ich leben möchte. Das Kindes- und Jugendalter ist eben auch das Alter, in dem soziale Kompetenz erworben wird und zwar durch Interaktion, dadurch, dass man sich, wie das Wort sagt, miteinander austauscht, auch Mal aneinander reibt, aber dann auch wieder gemeinsam Lösungen findet und das geschieht eben nicht, wenn jeder alleine am Bildschirm Zuhause vor sich hin wurstelt. Was mich am allermeisten schockiert, ist, dass scheinbar doch recht viele Lehrer hier ein Loblied auf den Distanzunterricht singen. Mein Sohn hat das Glück ein paar richtig tolle, engagierte Lehrer zu haben, die unglaublich auf Kinder eingehen, ihren Job mit Spass ausüben und wissen, wie wichtig Präsenzunterricht für die gesunde Entwicklung der Kinder ist. Hier hab ich allerdings das Gefühl, dass sich in der Mehrzahl der Typ Lehrer trifft, der keinen Bock auf die Kinder hat und es vorziehen würde, den Unterricht von Zuhause schnell hinter sich zu bringen, indem er die Kinder mit Arbeit flutet und sich dann wieder – und das bei voller Bezahlung – angenehmeren Dingen zuwendet. Hat sogar ein Lehrer aus dem Bekanntenkreis ganz dreist zugegeben. Seine eigene Unlust dann aber womöglich noch als positive Entwicklung zu verpacken und darauf zu drängen, das in Zukunft „zum Wohle der Kinder“ weiterzuführen ist aber dann ja wohl der Gipfel. Ich verdiene mein Geld jeden Tag ehrlich mit harter Arbeit und finde das einfach nur ekelhaft. Sorry.

  24. Man kann in jeder Studie nur einen Bruchteil sehen.Die Menschen sind viel zu unterschiedlich und ihre Lebensbedingungen natürlich auch.Es wird Schulen geben,die das Homeschooling großartig unterstützen und Schulen,die das nicht tun.Es wird Kinder geben,die ohne feste Strukturen und Druck nicht lernen können und Kinder,die genau das nicht brauchen,die lieber eigene Lösungswege entdecken,sich die Arbeit einteilen und in Ruhe arbeiten wollen. Das gemobbte Kind ist sicher dankbar über diese Zeit.Das kontaktbrauchende leidet unter der Kontaktarmut.
    Was die psychischen Probleme betrifft,sind die flächendeckend.Dieser Virus macht Angst,sogar Erwachsenen.Natürlich macht das Kindern auch Angst.Sie erleben den Erwachenen als hilflos.Und Politiker auch.Sogar als Lügner.Dafür kann Homeschooling nicht verantwortlich sein.

  25. Also ich muss sagen bin froh wenn bald Präsenzunterricht wieder statt findet.Ich bin Berufstätig .Der ganze Berg wächst uns bald über den Kopf.Keiner braucht mir das alles schön zu Reden.Es ist eine große Herausforderung für die Kinder und für die Eltern .Nicht alle Eltern sind Gymnasiasten und kommen mit dem Stoff zurecht.Meiner Meinung nach hat die Politik auf ganzer Schiene versagt.Wie mit allem auch in der Schulpolitik.So haben Sie nicht nur die Erwachsenen in die Häuser eingesperrt sondern auch die Kinder.Keine Kontakte nur noch die vier Wände.Was bitte ist daran so toll das Keiner mehr in die Schule möchte.Ich hoffe dsehr das es nicht die Zukunft unserer Kinder wird

  26. Sieh mal an, wie süüüß: Ein Artikel vom 18. Februar 2021!
    Da dachten alle noch, es würde bald wieder normal zugehen mit Kita, Schule usw. … also auf alle Fälle würde aber das nächste Schuljahr sowas von sicher sein.

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