Bildungsforscher: Jeder siebte Grundschüler erfüllt derzeit nicht die Mindeststandards

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FRANKFURT/MAIN. Der monatelange Distanzunterricht hat vielen Schülern zu schaffen gemacht. Weil persönliche Kontakte zu den Lehrern fehlen, wachsen Lernprobleme und Wissenslücken. Das DIPF Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation schätzt, dass derzeit 15 Prozent der Grundschüler die Mindestanforderungen nicht erfüllen. Wie lässt sich gegensteuern? Die GEW hat hier eine klare Position.

Nicht alle Schülerinnen und Schüler werden im Distanzunterricht erreicht. Foto: Shutterstock

Die lange Phase der Distanzbeschulung birgt nach Einschätzung von Bildungsexperten vor allem bei Grundschulkindern das Risiko der Ausbildung von Lernschwierigkeiten. Je jünger Kinder seien, desto stärker seien sie beim Einstieg in die Schriftsprache und Mathematik auf individuelles Feedback angewiesen, sagte Prof. Marcus Hasselhorn vom DIPF Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation in Frankfurt. Bereits seit längerem fordert die GEW, zusätzliches Personal einzustellen, um die Schüler intensiver unterstützen zu können.

Gerade bei der Beschulung von Klassen mit durchschnittlich 20 Kindern über digitale Technik könnten die Lehrkräfte nur schwer auf das individuelle Verständnis und möglichen Förderbedarf von Grundschulkindern eingehen, sagte Hasselhorn. Hinzu komme: Kinder aus bildungsfernen Schichten sowie mit bereits vor der Corona-Krise bestehenden Lernschwierigkeiten dürften nun noch stärker abgehängt werden, erwartet der Experte.

Zwar verhinderten in Deutschland rigide Datenschutzbestimmungen aussagekräftige Analysen zur Lernsituation der Kinder, sagte Hasselhorn. Daher stütze sich das DIPF bei seinen Empfehlungen auf Daten aus Nachbarländern wie der Schweiz mit einem ähnlichen Schulsystem wie Deutschland. Kürzlich seien dort Analysen der durch die Schulschließung bedingten Leistungseinbußen bei rund 350.000 Schülern vorgelegt worden. Auf Basis dieser Daten geht das Institut davon aus, dass auch hierzulande derzeit rund 15 Prozent der Grundschüler nicht die Mindeststandards im Lesen, Schreiben und Rechnen erfüllen, wie Hasselhorn sagte.

«Es geht darum, zu vermeiden, dass die Kinder eine Lese- und Rechtschreibschwäche oder Dyskalkulie ausbilden»

Diese Einschätzung habe auch für «Bewegung» im hessischen Kultusministerium gesorgt, so der Experte. Für die betroffenen Kinder könnten zwar Einzelsitzungen hilfreich sein, doch sei das angesichts einer Vielzahl weiterer Aufgaben für die Lehrkräfte in der erforderlichen Menge kaum leistbar. In Hessen sollen betroffene Grundschüler deshalb mithilfe spezieller Förderprogramme unterstützt werden. «Es geht darum, zu vermeiden, dass die Kinder eine Lese- und Rechtschreibschwäche oder Dyskalkulie ausbilden», sagte Hasselhorn. Denn rasch könne sich dadurch ein «Teufelskreis» aus Verständnisschwierigkeiten, schlechten Zensuren und Demotivation auch für die folgenden Schuljahre entwickeln.

Um auch Schülern höherer Klassen mit Lernschwierigkeiten zu helfen, plant das hessische Kultusministerium weitere Angebote, wie ein Sprecher sagte: So sollen in den Oster- und den Sommerferien wieder Feriencamps und -akademien angeboten werden, über die verpasster Schulstoff nachgeholt werden kann. Die Organisation liege bei den Schulen, das Ministerium werde Geld für entsprechendes Personal zur Verfügung stellen, sagte der Sprecher. In den Sommerferien 2020 seien rund 20 000 der hessenweit rund 760 000 Schüler über die Ferienakademien gefördert worden, das habe auch in etwa dem Bedarf entsprochen.

«Jedes Kind, das verloren geht, ist eines zu viel»

Wie die Nachfrage in diesem Jahr ausfalle, bleibe abzuwarten. Vorteil des Angebotes sei, dass der Stoff nach der langen Zeit des Distanzunterrichts vor Ort und nicht über digitale Technik vermittelt werde. Während der Corona-Pandemie habe «der persönliche Faktor noch mehr an Bedeutung gewonnen», sagte der Sprecher. Neben den Oster- und Sommerferienangebote arbeite das Ministerium an einem ganzen Bündel weiterer Maßnahmen. Zur Frage der Versetzung von Kindern mit erkennbaren Lerndefiziten sei man noch in Gesprächen, sagte der Sprecher. Im vergangenen Jahr hatte das Ministerium die Devise ausgegeben, dass kein Kind zurückgelassen werde.

Auch die GEW hat die Probleme im Blick. «Jedes Kind, das verloren geht, ist eines zu viel», sagte die Co-Vorsitzende der GEW Hessen, Birgit Koch. Um gegenzusteuern, sei generell eine stärkere Förderung durch zusätzliches Personal nötig. Dafür könnten Mittel aus dem für die Schulen vorgesehenen Topf des Corona-Sondervermögens aufgewendet werden. Sinnvoll wäre aus Kochs Sicht, beispielsweise Lehramtsstudenten oder Studierende der Sozialen Arbeit einzubinden, die coronabedingt derzeit keine Schul- und sonstigen Praktika ableisten könnten. Auch sie könnten von einer solchen Lösung profitieren, weil sie praktische Erfahrungen sammeln und etwas Geld verdienen könnten. «Damit würde man mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen», sagte Koch. News4teachers / mit Material der dpa

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55 KOMMENTARE

  1. Gut, dass es nur Schüler betrifft, keine Schülerinnen. Und nur der Kontakt zu den Lehrern fehlt, nicht zu den Lehrerinnen.

    • Mir ist und ich bin eine selbstbewusste Frau, völlig schnurz piep egal, ob Schüler/in oder was dort steht. Auch Lehrer/in. Das ist unsere Muttersprache und jeder/jede (extra für Sie) weiss was gemeint ist.

      • Das ist schön für Sie, wissenschaftlich erwiesen ist mittlerweile jedoch, dass die ausschließlich männliche Form bei Kindern ab Kindergartenalter/Grundschule dazu führt, dass Mädchen sich weniger zutrauen und vor allem im Hinblick auf Wunschberufe sich „typische“ Berufe für Männer/Frauen herauskristallisieren, obwohl die Kinder diese Unterschiede vorher nicht gemacht haben.
        Ein bisschen Sprachsensibilität ist wirklich nicht zuviel verlangt. Alternativ könnte auch die rein weibliche Form verwendet werden – dieser ist in den allermeisten Fällen die männliche schon immanent. Aber halt – das wurde schon diskutiert und von vielen männlichen Personen abgelehnt, weil diese sich dann nicht mehr angesprochen fühlen. Finde den Fehler. (die Diskussion um genderinklusive Sprache führe ich in anderen Kontexten – die können wir dann starten, wenn N4T es zuverlässig schafft, weibliche und männliche Form in den Artikeln zu verwenden. Das wäre der erste Schritt)

        • Aha, bei „Friseurin“ fühlen sich die Männer also angesprochen, deswegen gibt es so viele Männer in diesem Beruf. Bei „Lehrer“ hingegen fühlen sich die Frauen nicht erwähnt, deswegen ist der so männlich dominiert. Und weil n4t nur von „Schülern“ schreibt, wollen viele Mädchen diesen schönen Beruf später nicht ergreifen. Merken Sie selbst, ne?

        • @Lehrerin
          Ach kommen sie, inzwischen wissen die Meisten doch eh längst (insbesondere wenn sie es erst vor Kurzem studiert und das Klima, das inzwischen an den Unis herrscht, kennengelernt haben), dass die „Wissenschaft“ zu diesem Thema so wissenschaftlich ist wie Esoterik.

          Leider kann ich hier nicht sagen, was ich von dieser Form der ideologischen Sprachvergewaltigung halte, da das nicht freigeschaltet werden würde, aber um es ihnen einmal leichter verständlich zu machen: „ein bisschen Sprachsensibilität ist wirklich nicht zuviel verlangt“, richtig, deshalb regen sie sich mal nicht so künstlich auf und wir lassen die Sprache, so wie es sich gehört ohne den ganzen Genderunsinn.

  2. Wie viele Grundschüler haben vor Corona die Mindestanforderungen nicht erfüllt? Sind die Inklusionskinder und Flüchtlingskinder in den 15% enthalten?

    Falls die letzte Frage mit ja oder die erste Frage mit mindestens 10% beantwortet werden muss, hat sich alleine wegen der Pandemie nicht viel geändert.

    • Das gleiche dachte ich beim Lesen der ersten Zeilen auch. Wie war es in den Jahren zuvor (in der Schweiz)?
      Ohne diese Angabe ist es zwar ein interessanter Artikel, aber dieser sagt nix aus, wenn man alles mit Corona begründen möchte.

      Bei der Klasse meines Kindes (Grundschule) hatten wir im letzten Schuljahr 20% Klassenwiederholer. (oder wie nennt man es, wenn man nicht sitzenbleiber sagt? Ach ja und sitzenbleiberinnen)

      • J, DAS SEHE ICH AUCH SO. Uch halte diese Studien für nicht haltbar. Bereits um Elementarbereich gibt es seit Jahren nicht genug Personal, um schwierige Kinder, oder Kinder mit Auffälligkeiten alle mitzunehmen. D.h. schon im Vorschulalter gibt es ca.40 -50% in einem Jahrgang, die eine intensivere Betreuung haben müssten. Damit sind diese Studien für mich schon nicht am realen Leben. Und noch was: Legastenie und Dyskalkulie hat man. Man erwirbt es nicht. Diese Form der Einschränkung im kognitiven Bereich muss man trainieren und durch Strategien bezwingen. Aber grundsätzlich bleibt es lebenslang.
        Alles nur ein Politikum

      • @Lera

        Ja. Ein super Schnitt.

        Ich bin entsetzt darüber, dass Experten (m, w, d) jetzt große Töne spucken und vorher kein/kaum Interesse am Lernfortschritt von GS-Schülern – und innen gezeigt haben. Hat auch nie nur irgendein KuMi (d, m, w) interessiert.

        Dann kommt die lustige Nichtlerndidaktik dazu.
        Wir machen Lernangebote für 30 GS in einer Klasse voller individualistischen Prinzen und Prinzessinnen, denen Eltern den Schulranzen tragen.

        Leute – mit und ohne Corona – ist das eine Bankrotterklärung.
        Immer mehr Lernverweigerer in den weiterführenden Schulen. Wo das nur hinführt?

        Ich werde es nicht leid zu betonen: Kleine Klassen – keine Schulschließungen trotz Corona. Mehr Lernerfolg für die Kids.

        Scheint nicht im Sinne irgendeines KuMis (w, d, m) zu sein.

        Sonst: Kleine Klassen, deutlich mehr Lehrkräfte, Schulsozialarbeiter, Sonderschulpädagogen, DAZ-Zeiten und DAZ-Lehrkräfte, Schulpsychologen (d, w, m) im Einsatz der GS.

        Es ist unfassbar, wie viele Kinder nicht in der Lage sind, ohne Schulbegleitung am Unterricht teilzuhaben.

        Liebe Experten,
        setzt euch endlich für mehr Lehrkräfte und kleine Klassen ein.
        Dass die Situation beim Distanzlernen nicht der Burner für GS-Schüler (m, d, w) ist, kann auch meine Oma (w) bescheinigen. Dazu braucht es keinen Experten, welchen Geschlechts auch immer!

  3. Ich würde gerne wissen, ob dies mit der Anzahl der Kinder verglichen wurde, die VOR Corona die Mindeststandards nicht erreichten. Sicherlich sind, in meinen Klassen, die schwächsten Schüler schon vor der Pandemie sehr schwach.

    • … der Vergleich mit VOR Corona …
      Genau daran fehlt es natürlich. Mit solchen Prozentzahlen kann man immer gut Forderungen begründen. Zum Beispiel gibt es schon lange die Diskussion über die 20 % Risikoschüler, die vielfach an Hauptschulen waren. Damals pries die GEW die Grundschule als besonders effektiv, weil sie ja nicht gegliedert ist. In der Kritik waren die Hauptschulen. Nachdem in Berlin Haupt- und Realschulen zu Sekundarschulen zusammengelegt wurden, bescheinigte die „Berlin-Studie“, dass die Zahl der Risikoschüler dadurch nicht gesunken ist. Man sagte jetzt, die prägen sich schon in der Grundschule aus. Das war alles lange vor Corona. Warum aber Grundschüler sich schon in der Grundschule zu Risikoschülern entwickeln, konnte man nicht erklären. Wenn man sich die veröffentlichten Ergebnisse von VerA 3 ansieht, dann erfüllten — je nach Ort und Schule — schon vor Corona nur die Hälfte die KMK-Standards in Mathematik. Das Problem wurde nur nochmal verschärft. Und bei PISA erfährt man, dass es in anderen Ländern auch erstaunlich viele Risikoschüler gibt, sogar in Kanada mit seinem gepriesenen Schulsystem.

      • RisikoschülerInnen gab es schon immer und wird es immer geben. Wer sollte sonst z.B den Müll abfahren oder Räume reinigen? Es kann darf soll ja nicht jeder später studieren

      • „Es soll ja nicht jeder später studieren“
        So dachte man früher, und einige konservativ-elitäre Leute denken so noch heute. Tatsache aber ist, dass aus einer bestimmten politischen Ecke tatsächlich gefordert wird: „Studium für möglichst alle“:
        http://www.zwd.info/oberstufe-wie-studium-fuer-moeglichst-alle.html
        Dieser Herr Lohmann war immerhin Staatssekretär für die SPD in Schleswig-Holstein. Er ist also nicht irgendwer. Er ist schon länger pensioniert, aber eine Generationenfrage dürfte das kaum sein, die Jusos werden vermutlich geneigt sein ihm zustimmen. Herr Kühnert muss seinen Abschluss dann eben nachholen. So sieht die langfristige Perspektive aus. Müll abfahren, das machen dann Leute mit einem Bachelor im Fach „Abfallverwertung“. Oder es geht vollautomatisch mit „autonomen“ Müllfahrzeugen, vor denen man sich in Acht nehmen muss. Science fiction?

  4. „Auf Basis dieser Daten geht das Institut davon aus, dass auch hierzulande derzeit rund 15 Prozent der Grundschüler nicht die Mindeststandards im Lesen, Schreiben und Rechnen erfüllen, wie Hasselhorn sagte.“

    Ja, aber sind die Zahlen tatsächlich nur pandemiebedingt? Es drängt sich stark der Eindruck auf, dass die Pandemie erst sichtbar macht, was durch jahrelanges Missmanagement durch die Politik und ihre Handlanger und Augendiener zum Vorschein kommt. Konzeptwahnsinn anstelle von praxisnahen und qualitativ hochwertigen Handlungsmechanismen wie gut ausgebildete Lehrkräfte und auch stabile Strukturen in der Ausstattung der Schulen.

    Da sind die Kultusminister nicht besser als H&M, Continental oder Douglas: Jetzt ist natürlich nur Corona schuld!

    „Um auch Schülern höherer Klassen mit Lernschwierigkeiten zu helfen, plant das hessische Kultusministerium weitere Angebote, wie ein Sprecher sagte: So sollen in den Oster- und den Sommerferien wieder Feriencamps und -akademien angeboten werden, über die verpasster Schulstoff nachgeholt werden kann. Die Organisation liege bei den Schulen, das Ministerium werde Geld für entsprechendes Personal zur Verfügung stellen, sagte der Sprecher.“

    Money, Money, Money! Aber das ist nicht die (einzige) Lösung, sondern eine Bereinigung der Defizite auf Gaunerniveau: Woher sollen die Schulen denn die qualifizierten Kräfte nehmen, die in den Ferien die Defizite aufholen? Den Schulen auch noch die Organisation und damit die Verantwortung zu überlassen, halte ich für eine Unverschämtheit! In den Minsterien sind Staatssekretär*innen und Beamt*innen, die gerne Angebote praxisnah organisieren können. Danach entscheidet (!) die Schule aus fachpädagogischer und arbeitsrechtlicher Sicht, ob das Angebot passt und setzt Marken. So wird ein Schuh daraus!

    Appell an die Politik:
    Schafft endlich die Hierarchie- und Funktionsbarrieren ab, um wichtige Dinge praxisnah und zielorientiert zu regeln! Lasst den Schulen die Handlungsfähigkeit, indem Ihr ihnen den Rücken stärkt! Übernehmt eine Fehlerkultur, die aus Fehlern lernt und arbeitet Schritt für Schritt die Defizite der letzten Jahre auf: Stabile Infrastruktur, saubere ind sichere Gebäude, Transformation der digitalen Lehre, Umsetzbarkeit von Inklusion, Lehrer*innenprofessionalität, solides Stellenpotential, Öffnungsstrukturen, Feedbackkultur …

    Bei diesem Prozess solltet Ihr Euch alle 40.000 Schulen genau anschauen, um Einzelfälle nicht zu übersehen! Das ist Euer Job, damit wir unseren machen können und kein Kind zurückbleibt!

    • So, dankeschön!
      Genau so!
      Möchten sie sich vielleicht mal ums Ministerinnen Amt bewerben? Warum können die durch die Bank weg nix? Weil sie eben keine Ahnung davon haben, sonst würde ein solches Desaster, wie in dieser Krise nicht vorkommen. Schlimm, echt Schlimm!

  5. Laut einer niederländischen Studie zum ersten Lockdown im Frühjahr haben dort SchülerInnen in der Online-Phase so gut wie nichts gelernt.
    Sollte man nicht das Schuljahr bis Ende 2021 verlängern, um in der Zeit „Nicht-gelerntes“ im Präsenzunterricht im Klassenverband zu aufzuholen?
    Sich von einem Jahr mit Defiziten ins nächste zu hangeln und dort weitere Defizite anzuhäufen kann auch nicht die Lösung sein.
    Glaubt denn irgendjemand, dass man diese 13 Wochen, in denen die Schulen geschlossen waren in ein paar Ferienkursen aufholen kann?

    • Wie kommen Sie darauf, dass die Schulen für 13 Wochen geschlossen waren? Die waren NIE geschlossen. Wir Lehrer haben jeden Tag gearbeitet. Ich bitte um eine Quellenangabe.

      • Die meisten SchülerInnen waren jetzt ca. 13 Wochen zu Hause. Für diese SchülerInnen war die Schule also geschlossen, sie durften sie nicht einmal betreten.
        Wo habe ich geschrieben, dass Lehrer nicht gearbeitet haben? Lehrer haben während des Lockdowns noch mehr Überstunden gemacht als sonst. Ich gehe mal davon aus, dass Lehrer in 3 Wochen eine Woche Überstunden gemacht haben – wenn deren Arbeitszeit erfasst werden würde.
        Allerdings legen die Ergebnisse der niederländischen Studie nahe, dass Schüler während eines solchen Lockdowns (auch bei sehr guter digitaler Ausstattung wie in den Niederlanden und guten digitalen Konzepten) so gut wie nichts lernen. Also werden SchülerInnen mit vielen Defiziten wieder in der Schule aufschlagen – und diese werden mit Ferienkursen sicher nicht ausgeglichen werden können.

      • Deswegen wäre es sicher sinnvoll, das Schuljahr bis Ende 2021 zu verlängern. Dann hätte man vielleicht auch Zeit einige der Defizite aufzuholen.

  6. „«Es geht darum, zu vermeiden, dass die Kinder eine Lese- und Rechtschreibschwäche oder Dyskalkulie ausbilden», sagte Hasselhorn.“

    Ohje, Herr Hasselhorn, was für eine Aussage!
    Distanzunterricht zu Coronazeiten in Verbindung mit Dyskalkulie und LSR zu bringen.

    BITTE INFORMIEREN SIE sich im Vorfeld ihrer ‚unsinnigen Aussagen‘ QUALIFIZIERT über langjährige Sudien am Freiburger Blicklabor.
    https://docplayer.org/69895611-Hoeren-sehen-blicken-zaehlen.html

  7. Mir ist neu, dass SuS aufgrund von zu wenig Förderung während einiger Wochen eine Lese-Rechtschreib-Schwäche oder eine Dyskalkulie „ausbilden“ können. Entweder sind die größtenteils angeborenen Störungen da oder nicht.

    • Mir ist neu, dass das größtenteils angeborene Schwächen wären. Bei uns kriegt jeder, der einfach nur zu faul oder zu hochbegabt ist, um sich mit solch lächerlichem Kleinkram wie Rechtschreibung rumzuärgern, ein entsprechendes Attest.

      • Doch, die Teilleistungsstörungen sind größtenteils schon vorhanden und mit dem üblichen Unterricht in Deutsch und Mathematik in der Grundschule nicht zu beheben. Und es gibt gute Therapeuten dafür. Nur leider nicht an den Schulen. Und ob man solch eine Therapie für sein Kind bekommt hängt sehr stark vom Geldbeutel ab. Schade für die sozial schwachen Kinder, wie so oft.

        • Na wenn das so ist, dann müssen wir wohl von einer Pandemie ausgehen, denn jedes Jahr betrifft das mehr Schüler. Vielleicht ist da etwas im Essen?

  8. In meiner 5. Klasse haben jetzt schpm 9 von 28 LRS und 2 weitere sind nur haarscharf über der Grenze. Also 11 von 28 mit großen Problemen.

    • Ich unterscheide immer zwischen nicht gekonnt und nicht gelernt. 5% eines gesamten Jahrgangs würde ich durchaus LRS und Dyskalkulie zutrauen, in Ihrer Klasse nähern wir uns den 40% mit LRS. Woran liegt es bei den anderen 35% tatsächlich? Ein gestempeltes Schreiben von Psychologen werte ich nur formal als LRS-Nachweis, ohne intensive Therapie neben der Schule erst recht.

  9. Weil sich einige gefragt haben, wie gut die Schüler denn vor Corona waren, hier meine 10-minütige Internet-Recherche:

    Für die Grundschulen (aus dem Jahre 2016, nur die 4. Klassen):
    – „Unterhalb des Mindeststandards bei den Rechtschreibkenntnissen bleiben in Bayern nur 12,5 Prozent, in Bremen sind es mehr als 40.“
    => Etwa jeder achte bayerische Schüler hatte also Rechtschreibprobleme
    – „Aus Bremer Sicht sieht es bei den mathematischen Fähigkeiten der Viertklässler ähnlich aus. Mehr als 35 Prozent von ihnen erreichen nicht einmal den Mindeststandard; das gilt zum Beispiel bei bayerischen oder sächsischen Schülern nur für etwas mehr als acht Prozent.“
    => Jeder zwölfte bayerische Schüler hatte also Matheprobleme
    – Quelle: https://www.sueddeutsche.de/bildung/grundschule-viertklaessler-haben-sich-in-mathe-und-deutsch-verschlechtert-1.3707182

    Für die höheren Schulen (aus 2018):
    – „Ganz anders Berlin und Bremen: 34 respektive 41 Prozent der Neuntklässler erreichen hier in Mathe nicht das Mindestniveau. Bundesweit liegt der Anteil bei 24 Prozent, in Biologie (5 Prozent), Chemie (17 Prozent) und Physik (9 Prozent) liegen die Werte deutlich darunter.“
    => Natürlich sind Grundschulen nicht mit der neunten Klasse zu vergleichen
    => Doch: Auch vor Corona hatten wohl, sagen wir mal, zwischen 10 und 20 Prozent der Schüler Probleme.
    – Quelle: https://www.sueddeutsche.de/bildung/iqb-ergebnisse-1.4645926

    Ich will ja auch nicht sagen, dass Corona keine Auswirkung gehabt hat, es ist jetzt sicherlich ein größeres und breiteres Problem. Aber, vor Corona war das auch bereits, mMn, ein viel zu großes Problem

    • Danke fürs nachlesen.

      Nur mal ein Gedanke: könnten die SuS von corona profitieren? Dadurch das gerade in der grundschule der Fokus auf deutsch und Mathe liegt, und die anderen Fächer extrem gekürzt werden bzw sogar weg fallen.
      Also weniger drumherum.

      Die Einzelfallbsp, wie es im distanzlernen läuft, mal aussen vor.

      • Ich kenne mich nicht mit der Realität an Grundschulen aus, sieht aber nach positiver Entwicklung aus. Auch wenn Fächer wie z.B. HSU auch ihre Berechtigung haben.

        Während man an den Grundschulen vielleicht noch kürzen kann, so sieht es bei höheren Klassen mMn schlechter aus.
        Viele Fächer arbeiten auch darauf hin, aus SuS verantwortungsvolle Bürger zu machen, die unsere Gesellschaft, auch insb. ihrer Probleme kennen.
        Geschichte, Geographie, Sport, Deutsch, Wirtschaft und Recht, Religion, Informatik, Biologie, alles mehr oder weniger für’s Gesellschaftsleben nötig. Bei den anderen Hauptfächern (bspw. Mathe, Physik (und damit hängt Chemie zusammen), Englisch oder Französisch/Latein) geht es um Abschlussprüfungsfächer. Wo soll man also kürzen? Kunst und Musik?

        Ich selber habe mir das auch in den letzten Monaten gewünscht: Schulstoff kürzen, aber je länger ich darüber nachdenke, so haben Fächer und Themen eben doch ihre Berechtigung.
        Die Leute wo sich wissenschaftlich/professional mit Bildung auseinandersetzen scheinen vielleicht doch nicht blöder zu sein als ich Laie.

  10. Als Grundschullehrerin, Jahrgang 1955, beobachte ich schon seit vielen Jahren mit Entsetzen, wie sich die Leistungen der SuS verändern.
    Das hat mit Corona eher wenig zu tun!

    Die Kinder haben einfach keinen Bezug mehr zur realen Welt, weil sie sich nicht mehr selbstverständlich und selbständig in dieser bewegen.

    Wir wuchsen noch im Zusammenspiel mit Eltern (oder Großeltern) auf und nahmen irgendwie am Leben der Erwachsenen teil.
    Wir wurden schon mit 3 Jahren zum nächsten „Tante Emma Laden“ zum Einkaufen geschickt. Je nach Geldbeutel und unserem „Betragen“ durften wir uns manchmal für 10 Pfennige Süßigkeiten aussuchen. Es gab Gläser mit Süßigkeiten für 1 Pfennig, für 2 Pfennig, für 5 Pfennig usw. Schon auf dem Weg zum Laden haben wir uns überlegt, was wir alles für unsere 10 Pfennig bekommen könnten. Und als wir dann in die Schule kamen, waren wir vertraut mit Zahlen und Größen.
    So etwas gibt es nicht mehr!

    In der Schulzeit gab es jede Woche ein Kurzdiktat. Das wurde zu Hause geübt, denn wir waren nicht in Hortbetreuungsgruppen zu 24 SuS zusammengefasst, wo der einzelne Betreuer gar keine Zeit zum Üben hatte! Und natürlich wurde erwartet, dass man das Kurzdiktat fehlerfrei schrieb. Sonst war das nix mit den 10 Pfennig für Süßigkeiten!!!

    Kein Mensch hat uns mit Rechtschreibregeln genervt, die erstens nur zum Teil „klappen“ und die wir zweitens aufgrund unseres noch mangelnden Abstaktionsvermögens auch nur begrenzt hätten anwenden können.

    Auf den – langweiligen – Sonntagsspaziergängen mussten wir Bäume und Blumen (Wildkräuter) bestimmen. Die Jungen sollten auch Automarken schon von Weitem erkennen. Unsere Mustererkennung funktionierte einwandfrei und die wenigsten verwechselten b und d beim Schuleintritt.

    Man half Papa beim Wechseln der Zündkerzen oder des Keilriemens und lernte so ganz nebenbei etwas über Maschinen. Ohne es zu merken!

    Heutzutage muss man künstlich mit „pädagogisch wertvollen“ Spielzeugen die fehlende Realität ersetzen. Aber so funktioniert das kindliche Gehirn einfach nicht!

    Die Inklusion als Billigmodell, viele geflüchtete Kinder, die ohne Sprachkenntnisse und ausreichender Förderung in die Schulklassen gesteckt werden, Deutschland als Billiglohnland, in dem beide Eltern arbeiten müssen, um die Familie zu ernähren, wo also keiner mehr Zeit hat, zu erzählen oder den Kindern zuzuhören, all das trägt seinen Teil dazu bei, das Bildung wie „anno dazumal“ bei unseren, der Realität entfremdeten, Kindern nicht mehr funktioniert.

    Die OGS muss den Kindern den ganzen Nachmittag „Angebote“ machen, weil die Kinder (angeblich) keine Ahnung haben, was sie spielen „wollen“……

    Irgendwie passt das alles nicht mehr zusammen. Es werden – von der OECD vorgegebene – Kompetenzen „trainiert“ und trotzdem sehen wir einen immer größer werdenden Leistungsabfall.

    • Wie wahr! Wir können mit unseren päd. AngeboTen eben nicht die Qualität einer persönlichen Förderung ersetzen. Heute wird aber suggeriert, Frauen müssten dringend in den Job, damit sie sich ihre gewonnene Selbständigkeit nicht am Herdverbauen. Alles Quatsch! Zum einen sind typische Frauenberufe miserabel bezahlt, die Arbeitsbedingungen schäbig, zum anderen verdienen frauen in gleichwertigen Positionen 20% weniger als Männer. Und wer sagt denn, dass man nicht die Familie managen kann und dabei glücklich ist. Wie wäre es, unser system erweitert die Erwerbstätigkeit um einen Zweig und zahlt dafür ein angemessenes Gehalt? Schwubbs, wären wir Betreuungsprobleme bei jung und altlos. Und die Betreuung ist dann auch jeden cent wert!

      • Per Definition gibt es doch überhaupt keine Frauenberufe. Die geschlechtsspezifische Ausschreibung von Stellen ist verboten. Die Nichtberücksichtigung von Frauen, die sich auf eine Stelle als Verwerferin bei der Müllabfuhr bewerben wegen deren Geschlechtes ein Fall für eine Diskriminierungsklage.

        Warum entlässt man nicht z.B. in den Kindergärten soviele Erzieherinnen bis die hälftige Quote von Männern und Frauen erreicht ist bzw. die Drittelung Männern, Frauen und Diversen?

      • Ich denke, man sollte eine Pandemie nicht gegen die Berufstätigkeit von Frauen ausspielen. Berufstätigkeit und Familie sollte für alle möglich sein. Aber ich gebe Ihnen völlig recht, dass der Erziehungsauftrag deswegen nicht überwiegend an Schule und Kita abgetreten werden darf und die Vermittlung Alltagswissen wie Uhr lesen und Fahrrad fahren Aufgabe der Eltern ist.

    • @Alla, ganz genau so ist es. Leider fehlt etlichen Kindern dazu noch aktive Zuwendung/Feedback bestimmter Eltern, da diese mit Handy oder PC beschäftigt sind…und die Kinder dann ebenfalls am Tablet ruhigstellen

    • @Alla

      Liebe @Alla,
      wieder einmal finde ich mich mit meinen Erfahrungen in verschiedener Hinsicht – auch im Bezug auf die eigene Kinderzeit – in Ihrem Beitrag wieder.

      Es stimmt, die Welt war natürlich auch um uns Kinder herum eine andere.
      Medien und Medienkonsum auch.

      Ich habe es in der letzten Woche geschafft, mir 2 Folgen mit alten Beiträgen (70er und 80er Jahre) der „Sendung mit der Maus“ anzuschauen.
      Aufgefallen ist mir, dass mich das in dem monatelangen Irrsinn auch entspannt hat. 😉
      Aufgefallen ist mir aber auch:
      1) Es gab gut verständliches Hintergrundwissen zu alltäglichen Gegenständen bzw. Alltags-Erfahrungen aus der Umgebung von Kindern.
      2) Es gab Beiträge, die ganz ohne Erläuterungen in Form von Worten auskommen. Das ist ein enormer Vorteil für Kinder, die noch sehr jung sind und den Worten in großer Menge noch gar nicht kognitiv folgen können. Es ist aber auch ein Vorteil für Kinder, die nicht gut Deutsch sprechen.
      3) Die unter 2) beschriebenen Kurzfilme wurden dann entsprechend aufwändig (für die damalige Zeit) produziert, was sicher mit den damaligen technischen Mitteln u.U. lange gedauert hat und auch recht teuer war.
      (Heute wären die Kosten bestimmt niedriger – dennoch wird auf Teufel-komm-raus „billig“ produziert mit entsprechendem Ergebnis: Kinder, die „besseres Futter“ gewohnt sind, mögen sich viele „Kindersendungen“ aus heutiger Zeit nicht anschauen, und das nicht nur, weil die Werbeclips darin nerven …)
      4) Sie erwähnen auch das Abstraktionsvermögen.
      Gerade das wurde aber ebenso „nebenher“ und womöglich gerade darum für Kinder angenehm trainiert, wie z.B. in dem Film über die Herstellung von Brötchen (Ich glaube, das ist in der Folge aus den 70ern.):
      Der Film zeigt die Arbeitsschritte zunächstl „rückwärts betrachtet“ und das muss man ja erst einmal (mittels Verwunderung) feststellen, danach erhöht sich die Aufmerksamkeit mit Hilfe dieser ungewöhnlichen Vorgehensweise (Bruch mit Alltagserleben) und danach läuft der Film noch einmal und zeigt die einzelnen Schritte der Herstellung chronologisch korrekt (Wiederholungs- und Sicherungsphase).
      5) Auch die Beiträge, die stärker unterhalten sollen (Bildergeschichten, teilweise mit von Kindern gesungenen Texten) haben eine ruhige Erzählweise, allerdings auch einen Witz von gewissem Feinsinn (z.B. wenn ein Junge oft hört, er sei noch zu klein für Dieses und Jenes, aber schließlich kann er die älteren Kinder austricksen … wobei dieses Austricksen nicht fies oder bösartig ist, weil niemandem ein größerer Nachteil entsteht).
      6) Schön auch der erste Film mit Christoph beim Überqueren eines kleinen Flusses:
      – lustig, weil Christoph verschiedene Strategien (eigentlich gute Ideen) ausprobiert und mehrfach scheitert (Erfahrungslernen)
      – auch originell: Es wird heruntergezählt („die neuntbeste Art, einen Fluss zu überqueren“)
      – spannend: durch das Herunterzählen will man dann wissen, wie es wirklich am allerbesten geht
      – „Auflösung“ Brücke: Es werden verschiedene Arten von Brücken gezeigt (Größe, Baumaterial, …)

      Insgesamt sollte es mehr dieser Art von Erklärfilmen geben, aber eben nicht die Billigproduktionen mit viel zu schnellen Schritten und extrem buntem Geflimmer.
      Erklärfilme dieser Art habe ich vor Corona schon gerne im Präsenzunterricht genutzt. Viele SuS kannten so etwas gar nicht! Aber es findet Anklang, denn seitdem schauen sie so was ganz gerne und merken auch selber, dass man damit „so Sachen echt gut verstehen kann“. (Das gilt sogar für SuS ü12!)

      70er Jahre
      https://www.checkeins.de/sendungen/die-sendung-mit-der-maus/sendung/50-jahre-mit-der-maus-die-70er-jahre-100.html
      80er Jahre
      https://www.checkeins.de/sendungen/die-sendung-mit-der-maus/sendung/50-jahre-mit-der-maus-die-80er-jahre-100.html

  11. Da kann ich nur zustimmen. Die Lebehswelten der Generationen werden getrennt. Wertvolles Wissen, wertvolle Zuwendung und gegenseitiges Verantwortungsgefühl gehen verloren. Ich empfinde es schon sehr lange als schizophren, künstliche Welten für Kinder zu erstellen, statt das reale Leben miteinander zu leben. Als banales Beispiel empfinde ich immer wieder, wenn Büsche und Bäume, zugunsten eines neuen (Plastik-)Spielplatzes, abgeholzt werden. Zuvor hatten Kinder Höhlen gebaut und sind auf den Bäumen in höchste Höhen geklettert.
    Die Dimensionen dieser Entfremdung von der Natur, der eigenen Natur als Mensch, dem Gefühl Teil einer (familiären verlässlichen) Gemeinschaft zu sein, führt zu weit größeren Problemen für unserere Gesellschaft, als Familien- und Bildungspolitiker wahrhaben wollen.
    Die Bedeutung der Familie wird, zugunsten eines wirtschaftorientierten Lebenskonzepts, negiert. Nach wie vor brauchen Kinder ihre Eltern, ihre Familie. Die Identifikation mit der eigenen Familie stiftet Identität. Hier liegen die Grundlagen für Selbstwertgefühl, Selbstverantwortung und Solidarität sowie auch eines Leistungswillens. Kindergarten und Schule können hierauf nur aufbauen und im Kontext Einfluss nehmen. Letztlich versuchen Mehrenerationenhäuser und andere alternative Lebens- und Wohnkonzepte dieses grundsätzliche Bedürfnis der Menschen nach Familie zu imitieren.
    Die Welt verändert sich, das ist klar. Während die Nachkriegsgeneration viel mitanpacken musste, aber dennoch eine relativ freie Kindheit hatten und die Kinder der 70 – 90er großen Freiheiten hatten, wird die heutige Kindheit zunehmend, zugunsten einer angeblich besserer Vereinbarkeit von Beruf und Familie, institutionalisiert. Die Freiheit eigene Erfahrungen zu machen, verschiedene Orte selbstständig zu entdecken, kompetent zu sein, selbstbestimmt zu agieren, haben sie immer weniger.
    Die Familiepolitik animierte Familien dazu, Verantwortung abzugeben.

  12. Es kann aber auch nicht sein das alle Grundschulkinder nur noch gedrillt werden, nur damit sie aufs Gymnasium gehen müssen. Nein so nicht auch andere Kinder sind nicht dumm. Die sind eben handwerklich besser begabt. Unsere Lehrpläne gehören mal ordentlich entrümpeln. In der 4 Klasse Grundschule muss kein so großer Druck auf Kinder ausgeübt werden. Nur mit Regeln ob in Deutsch oder Mathematik anders geht’s nicht mehr. Wozu all die Regeln? Gab’s bei uns auch nicht und aus uns sind auch keine Deppen geworden. In der 4.Klasse sollte auf Kinder nicht soviel Druck ausgeübt werden und eine Probe nach der anderen. So ein Schwachsinn! Lasst doch Kinder einfach Kinder sein. Unsere Gesellschaft braucht auch Leute die noch ein Handwerk erlernen und nicht lauter Studierte. Aber leider ist das so. Ein Kind das heutzutage die Hauptschule besucht, wird angesehen als ein Depp. Sowas ist einfach erschreckend. Unser Schulsystem müsste komplett verändert werden. Lasst doch Kinder endlich Kinder sein. Nein schon in jungen Jahren nur Druck und Druck das schadet unseren Kindern. Und jetzt im Distanzlernen müsste man die Lehrer und Lehrerinnen verpflichten Videokonferenzen abzuhalten und nicht das alles auf die Eltern abzuschieben. Unter der Woche frei, aber bezahlt werden. Wer bezahlt uns Eltern wir machen deren Arbeit? Armes Deutschland deine Regel und Gesetze. Darum werden die Kinder abgehängt, der Lehrer macht keine Videokonferenzen,die Eltern haben keine Zeit oder können es nicht, somit sind die Kinder auf sich alleine gestellt. Selber können sie sich leider nicht unterrichten. Arme Kinder!

    • Da das GY die neue „Hauptschule“ ist, muss doch kein Kind gedrillt werden. Es gibt ja schließlich die „GE als neue FöS“.

    • @Maggi

      Wie passt denn Ihrem Post gedanklich der Teil über Distanzlernen in diesem Beitrag zu einem anderen Beitrag von Ihnen?

      https://www.news4teachers.de/2021/03/beckmann-nach-rki-daten-zu-grundschuelern-weitere-schuloeffnungen-stoppen/
      Maggi 11. März 2021 um 19:38
      „… Lässt einen Jüngeren an die Macht, dann schaut es auch anderes mit Digitalisierung an unseren Schulen aus. Mit Homeschooling würde es dann auch funktionieren.“

      ?
      Ich verstehe Sie wirklich nicht.
      Es wäre nett, wenn Sie die Zusammenhänge ein wenig erklären könnten.

      Zusammenhänge zu:
      – anderer KM = Digitalisierung klappt
      – Digitalisierung = funktionierendes Homeschooling?
      Außerdem und grundsätzlich bitte erklären:
      – Lehrer, die „natürlich“ gar nicht arbeiten und „natürlich“ trotzdem bezahlt werden
      – Eltern, die die „natürlich“ die Lehrerarbeit machen
      – Eltern, die aber zur gleichen Zeit, in der sie Lehrerarbeit machen, diese Lehrerarbeit nicht machen, weil sie keine Zeit dazu haben bzw. es nicht können

      PS.:
      Homeschooling und Distanzlernen sind NICHT dasselbe.

    • Zitat:
      „Und jetzt im Distanzlernen müsste man die Lehrer und Lehrerinnen verpflichten Videokonferenzen abzuhalten und nicht das alles auf die Eltern abzuschieben. Unter der Woche frei, aber bezahlt werden. Wer bezahlt uns Eltern wir machen deren Arbeit?“

      Glauben Sie wirklich, dass SchülerInnen während der Videokonferenzen etwas lernen? Bei Video-Konferenzen handelt es sich um ein Placebo, um SchülerInnen das Gefühl zu geben etwas zu lernen und für die Eltern sind die Kinder dann aufgeräumt.

      Finden Sie es nicht anmaßend zu schreiben, dass Sie die Arbeit der LehrerInnen machen? Machen Sie auch die Arbeit eines Arztes, wenn Sie die Einnahme eines Medikamentes Ihrer Kinder überwachen? Sicher nicht.
      Genausowenig machen Sie die Arbeit der LehrerInnen.

      Übrigens gibt es genügend Eltern, die jammern, dass ihre Kinder zu viele Video-Konferenzen hätten – und nur noch vor dem Gerät sitzen. Diese Eltern forder eher Wochenpläne, so könnten sie sich die Arbeit besser einteilen.

    • Zitat:
      „Unsere Lehrpläne gehören mal ordentlich entrümpeln.“

      Da haben Sie sicher Recht, außer es geht um Mathe oder Deutsch. Viele SchülerInnen, die die Grundschule verlassen können nicht richtig lesen, schreiben oder rechnen, wie der Vera-Test immer wieder zeigt. Viele GrundschülerInnen erfordern nicht einmal die Mindestanforderungen.
      Wenn entrümpelt werden soll, dann Englisch in der Grundschule, Informatik in der Grundschule usw, wenn es auf Kosten der Grundfertigkeiten geht.

  13. Ja,ja….die „Mindeststandards“. Sorry, allein bei der Verwendung dieses Begriffs stellen sich mir die Haare auf. Darum gehts also- Standards erfüllen? Das ist echt nur noch traurig.

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