„Das Personal beaufsichtigt die Durchführung“: Wie Selbsttests an Schulen ablaufen sollen

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DÜSSELDORF. „Die Durchführung von Selbsttests ist eine neue Herausforderung für die Schulen, bei der wir sie bestmöglich unterstützen“, so verspricht NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP). Heute hat sie die Regelungen für die flächendeckenden Schnelltests an Schülern in einer Schulmail bekanntgegeben. Worin die Unterstützung durch die Landesregierung bestehen soll, wird darin allerdings nicht deutlich. Es gilt vielmehr: „Grundsätzlich entscheiden die Schulen nach ihren Gegebenheiten über Zeitpunkt und Organisation der Testungen.“

Der Ort des Geschehens: die Nase eines Teenagers. Foto: Shutterstock

Vor den Osterferien sollen den weiterführenden Schulen in Nordrhein-Westfalen 1,8 Millionen Tests zur Verfügung gestellt werden. Grundschulen bleiben zunächst außen vor. „Die Testungen finden in den Klassen oder Kursräumen an den von der Schulleitung festzulegenden Tagen grundsätzlich zu Beginn des Unterrichtes mit den im Präsenzunterricht anwesenden Schülerinnen und Schülern statt. Ein einheitlicher Testtag für alle Klassen- und Kursverbände ist schon wegen des derzeit stattfindenden Wechselunterrichts nicht möglich und auch nicht erforderlich. Entscheidend ist, dass alle Schülerinnen und Schüler bis zu den Osterferien eine Testmöglichkeit bekommen“, so heißt es in dem Schreiben.

„Das schulische Personal – insbesondere Lehrerinnen und Lehrer – beaufsichtigen die Durchführung der Selbsttests. Die Testung in der Schule stellt für alle Schülerinnen und Schüler sicher, dass der Test unter Beachtung der Gebrauchsanweisung richtig durchgeführt wird und eine unverzügliche Information über mögliche Infektionen vorliegt.“

Zum Ablauf einer Testung in der Schule schreibt das Schulministerium: „Die Selbsttests sollen nach Vorankündigung der Schule grundsätzlich bei Unterrichtsbeginn im Klassen- oder Kursverband durchgeführt werden (siehe oben). Die Schülerinnen und Schüler haben unmittelbar vor der Testung auf ihre Handhygiene zu achten. Während der Testung wird im Raum gelüftet.“

„Die Selbsttests führen die Schüler unter Aufsicht und Anleitung von Lehrkräften oder sonstigem schulischen Personal selbst durch“

Bei der Testung sei sorgfältig auf den notwendigen Abstand zwischen Schülerinnen und Schülern zu achten. Die Maske dürfe nur während der Testung selbst abgenommen werden. Hierbei könne es mit Blick auf die Gruppengröße erforderlich sein, gestaffelt vorzugehen, „so dass aufgrund der Abstandswahrung von mindestens 1,5 Metern zueinander während des Testgeschehens zunächst ein Teil der anwesenden Schülerinnen und Schüler denjenigen Teil des Tests durchführt, bei dem die Maske abgesetzt werden muss, im Anschluss daran, nachdem der erste Teil der Schülerinnen und Schüler die Masken wieder aufgesetzt hat, folgt der andere Teil der Gruppe“.

Weiter heißt es:Die Verlässlichkeit der Ergebnisse eines Selbsttests ist wesentlich von sorgfältigen Probenentnahmen abhängig. Insbesondere jüngere Kinder sollen bei den Testungen in geeigneter Weise durch anschauliche Erklärungen unterstützt werden. Hier folgt weiteres unterstützendes Material des Herstellers (z.B. Videos). Bei der Durchführung der Testungen sollen Lehrkräfte und sonstiges schulisches Personal keine Hilfestellungen (z.B. Abstriche vornehmen, Teströhrchen befüllen etc.) leisten. Die Lehrkräfte kontrollieren das Ergebnis der Testung. Wenn ein positives Testergebnis vorliegt, muss das Ergebnis auch unverzüglich dokumentiert werden. Danach sollte eine Handdesinfektion erfolgen.“

Bei Schülerinnen und Schülern mit einem Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung (insbesondere in den Förderschwerpunkten Geistige Entwicklung sowie im Förderschwerpunkt Körperliche und motorische Entwicklung), der gegebenenfalls dazu führt, dass sie nicht in der Lage sind, den Selbsttest in der Schule – sowohl in der Förderschule als auch im Gemeinsamen Lernen – eigenständig durchzuführen, soll der Selbsttest zu Hause durchgeführt werden.

Was tun bei einem positiven Ergebnis? „Ein positives Ergebnis eines Selbsttests ist noch kein positiver Befund einer Covid-19-Erkrankung, stellt allerdings einen begründeten Verdachtsfall dar. Die betroffene Person muss unverzüglich und in altersgerechter Weise unter Einhaltung der allgemeinen Infektionsschutz- und Hygienemaßnahmen isoliert werden.“ Die Schulleitung informiere die Eltern bzw. Ausbildungsbetriebe oder sozialpädagogischen Einrichtungen und entscheide, ob die Schülerin oder der Schüler nach Hause geschickt wird oder aus der Schule abgeholt werden müsse. „Eine Nutzung des ÖPNV für die Heimfahrt sollte unbedingt vermieden werden. Kann eine sofortige Abholung durch die Eltern nicht gewährleistet werden, muss ein vorübergehender geschützter Aufenthalt in der Schule sichergestellt werden.“ Ein angemessener Umgang mit einer solchen Situation sei pädagogisch sehr herausfordernd, weiß das Ministerium.

„Ein positiver Selbsttests bedeutet in der Regel nicht, dass eine Klasse in Quarantäne geschickt oder die Schule geschlossen wird“

„Ein positives Selbsttestergebnis ist dann durch eine PCR-Testung zu bestätigen. Hierfür muss umgehend durch die betroffene Person bzw. deren Eltern/Personensorgeberechtigte von zuhause aus Kontakt mit der Hausärztin/dem Hausarzt bzw. der Kinderärztin/dem Kinderarzt aufgenommen und ein Termin vereinbart werden. Eine erneute Teilnahme der Schülerin oder des Schülers am Unterricht ist erst mit einem negativen PCR-Test wieder möglich. Bis zum PCR-Testtermin sollte sich die Person in freiwillige häusliche Quarantäne begeben, um der Gefahr von Ansteckungen vorzubeugen. Bei einem positiven PCR-Nachweis erfolgen die weiteren Schritte nach Maßgabe der landesrechtlichen Verordnungen (u.a. häusliche Absonderung auch für Familienangehörige und ggf. die Lerngruppe, die Klasse, Kontaktpersonen).“

Und sonst? „Ein COVID-19-Verdachtsfall auf der Grundlage eines Selbsttests an einer Schule bedeutet seitens des Gesundheitsamts in der Regel nicht, dass eine Klasse in Quarantäne geschickt oder die gesamte Schule geschlossen wird. Die Schülerinnen und Schüler mit negativem Testergebnis können weiterhin die Schule besuchen. Auch Schülerinnen und Schüler ohne Test dürfen weiterhin am Präsenzunterricht teilnehmen.“ Freiwillig ist die Teilnahme ohnehin. Heißt: Die Eltern können Widerspruch einlegen.

Einverständniserklärungen müssen die Schulen hingegen nicht einholen. „Bei einem Widerspruchsverfahren müssen nur die Eltern aktiv werden, die tatsächliche Einwände gegen den Test haben. Dies erspart den Schulen die Einholung einer Einverständniserklärung von allen Eltern“, so heißt es in der Schulmail. Allerdings wird betont: „Da die Teilnahme an den Testungen auf freiwilliger Basis erfolgt, ergeben sich aus der Verweigerung eines Tests durch eine Schülerin oder einen Schüler keine Konsequenzen. Ich bitte Sie mit Ihren Lehrkräften in geeigneter Weise darauf hinzuwirken, dass aus der möglichen Nicht-Teilnahme von Schülerinnen und Schüler keine gruppendynamischen Prozesse zu deren Nachteil entstehen. Entsprechendes gilt bei Anzeichen von Irritationen innerhalb der Elternschaft. Vereinbarungen jedweder Art innerhalb der Schulgemeinschaft zum Umgang mit den Schnelltests sind nicht zulässig.“ News4teachers

Hier geht es zur vollständigen Schulmail des NRW-Schulministeriums.

„Ritt auf der Rasierklinge“: Gebauer zwingt Stadt mit Inzidenzwert von 240, die Schulen für Präsenzunterricht zu öffnen

 

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51 KOMMENTARE

  1. Da so eine Testung natürlich etwas heikel sein kann, gibt es auch noch die „pädagogischen Hinweise…“ zur Testdurchführung.
    https://www.schulministerium.nrw/system/files/media/document/file/Pädagogische%20Hinweise%20Selbsttests.pdf
    Ich stelle mir vor, wie meine 6t-Klässler ganz brav ihre Tests durchführen und bei positiven Testergebnis gesittet in einen gesonderten Raum abgeführt werden. Der Rest der Gruppe würde sicher weder in Panik verfallen noch Kommentare dazu abgeben – denn es steht ja in der Handreichung, dass man das nicht soll…
    Ja und nachdem der positiv Getestete dann entfernt wurde, machen wir ganz normal und ungestört weiter Matheunterricht mit 20 – 5 -20 Lüftung (wobei – soviel Zeit bleibt ja da gar nicht mehr übrig…) und den anderen 14 SuS. Läuft sicher störungsfrei 🙂

  2. Liebe Klasse,
    hier habe ich vor mir Corona-Selbsttests liegen.
    Bitte lesen Sie die Anleitung genau durch und verfahren Sie danach.
    Sollte einer von Ihnen hier ein positives Ergebnis haben, muss er umgehend nach Hause (am besten zu Fuss) und zum PCR Test. Eventuell folgt dann eine 14 tägige Quarantäne. Dies könnte Ihre Familie mit einbeziehen. Dieser Test ist freiwillig.

    Ja Achim? Sie wohnen 50 km von der Schule entfernt. Ja, ist ein Problem. Ach, Sie sind per Fahrgemeinschaft hier. Kein Problem, Sie sollten nur nicht den ÖPNV benutzen.

    Ja, Tom? Oh, Sie weigern sich, Achim im Auto jetzt noch mitzunehmen? Tja. Das Problem lösen Sie dann schon irgendwie. Bis dahin haben wir einen Raum für Positive. Da sitzen schon 5, aber das geht schon in Ordnung.

    Ben? Sie haben schon mal versucht, einen PCR Test zu machen und keinen bekommen. Ah, zu jung und zu wenig Symptome für das Gesundheitsamt. Wird bestimmt anders sein, wenn Sie sagen, dass ein positiver Selbsttest vorliegt. Innerhalb von einer Woche haben Sie dann vielleicht einen Termin.

    Ja, Sandra? Eine Risikopatientin zu Hause? Ja, was weiss ich, was dann zu machen ist. Ich habe keine Ahnung.

    Aber nun erst mal die Frage an alle: wer möchte den Selbsttest machen?

    Ah, okay, ich trage mal in die Liste ein:

    0 Teilnehmer.

    Danke an alle für Ihre Geduld. Das letzte mal haben wir den Dreisatz geübt… Peter…, erklären Sie ihn doch nochmal für alle…

  3. Aus der heutigen Schulmail (v. 15.03.2021):

    „Die Testungen finden in den Klassen oder Kursräumen […] zu Beginn des Unterrichtes mit den im Präsenzunterricht anwesenden […] Schülern statt. […] Das schulische Personal – insbesondere […] Lehrer – beaufsichtigen die Durchführung der Selbsttests. […] Die Schülerinnen und Schüler haben unmittelbar vor der Testung auf ihre Handhygiene zu achten. Während der Testung wird im Raum gelüftet. Bei der Testung ist sorgfältig auf den notwendigen Abstand zwischen Schülerinnen und Schülern zu achten. Die Maske darf nur während der Testung selbst abgenommen werden. […] Die Selbsttests führen die Schülerinnen und Schüler unter Aufsicht und Anleitung von Lehrkräften oder sonstigem schulischen Personal selbst durch. […] Die Lehrkräfte kontrollieren das Ergebnis der Testung. Wenn ein positives Testergebnis vorliegt, muss das Ergebnis auch unverzüglich dokumentiert werden. Danach sollte eine Handdesinfektion erfolgen. […] Da die Teilnahme an den Testungen auf freiwilliger Basis erfolgt, ergeben sich aus der Verweigerung eines Tests durch eine Schülerin oder einen Schüler keine Konsequenzen. Ich bitte Sie mit Ihren Lehrkräften in geeigneter Weise darauf hinzuwirken, dass aus der möglichen Nicht-Teilnahme von Schülerinnen und Schüler keine gruppendynamischen Prozesse zu deren Nachteil entstehen. Entsprechendes gilt bei Anzeichen von Irritationen innerhalb der Elternschaft. […] Die Lehrkräfte oder Aufsichtspersonen wirken darauf hin, dass die Testergebnisse der Selbsttests in der Klasse oder im Kurs auch bei negativer Testung vertraulich behandelt werden (kein Präsentieren oder Herumzeigen von Testergebnissen). Die schulinterne Nennung der Namen positiv getesteter Schülerinnen und Schüler ist dann zulässig.“
    (Quelle: )

    Sorry, aber wer hat denen ins… ach… Mäßigungsgebot, Mäßigungsgebot, Mäßigungsgebot. Ommmmm!

    Glücklicherweise haben wir im Landkreis anderweitige Maßnahmen getroffen, aber:

    (a) Die Schüler erst in die Schule zu beordern, um sie dann dort zu testen, ist wieder eine der vielen intellektuellen Glanzleistungen des Ministeriums, eine hervorragende Idee, um Infektionen zu provozieren, vor Ort die Infektionsrate anzukurbeln – warum nochmal geschieht die Selbsttestung bspw. in Österreich zu Hause vor(!) dem (dann evtl. abzusagenden) Schulbesuch? Aber wir sollen dabei ja lüften… Stichwort Österreich: Wo funktioniert das mit den Schnelltests als Präventionsmaßnahme so ganz und gar nicht (welch Überraschung)?!

    (b) Wie weltfremd ist es bitte (mal wieder), in diesem Rahmen Testergebnisse vor den anderen Schülern zu verbergen, insb. wenn ja dann der positive Fall umgehend aus dem Unterricht entfernt werden muss?!

    (d) Wie unrealistisch ist es zudem, auf Schüler entsprechend einwirken zu können, doch bitte nicht ihre Mitschüler zu stigmatisieren… und die arme, irritierte Elternschaft. WTF?!

    (e) Ich würde den Teufel tun, das Testkit zur Kontrolle anzufassen o.ä. (ach… ich soll mir ja danach die Hände „desinfizieren“ – mit welchem Desinfektionsmittel noch gleich?)!

    (f) BTW: Fun Fact am Rande… jedem Schüler soll vor Ostern eine einmalige Testung ermöglicht werden. Wwie wäre es mit dem 25./26.03.? Da freut sich dann Hindsight Man, wenn am Ende klar wird, dass ein Infizierter 2 Wochen durch die Schule mäandern konnte. Das lediglich 1,8 Mio. Schnelltests für 2,5 Mio. Schüler eingekauft wurden, ist noch ein besonderes Bonmot in der Affäre.

    (g) Was ist eigtl., wenn wir da einen falsch-negativen Fall haben, der weitere Personen in der Schule infiziert und man versucht, mir anzudichten, ich hätte die Testung nicht richtig beaufsichtigt o.ä. – hafte ich dann (rhetorische Frage, ich bin Beamter… natürlich rollt dann u.U. mein Kopf)? Zur Hölle!

    So… die Remonstration geht diese Woche raus.

  4. „Freiwillig ist die Teilnahme ohnehin. “

    und

    „Ein positiver Selbsttests bedeutet in der Regel nicht, dass eine Klasse in Quarantäne geschickt oder die Schule geschlossen wird“

    Mit anderen Worten: Alles für die Tonne! In 80% der Fälle führt ein positiver Selbsttest zu einem positiven PCR-Test. Bei B117 ist die Chance hoch, dass andere Kinder auch schon was abbekommen haben… diese gehen dann weiter in die Schule, bis der positive Fall bestätigt wurde. Ob sie dann in Quarantäne gehen oder getestet werden, ist vermutlich auch zweifelhaft, denn es wurden ja irgendwelche Masken getragen und irgendwie gelüftet.

    Schärfer formuliert: Es wird eine Scheinsicherheit erzeugt, während Folgeinfektionen nicht nur möglich, sondern sogar recht wahrscheinlich sind. Das ganze kann also nur schiefgehen!

    • „In 80% der Fälle führt ein positiver Selbsttest zu einem positiven PCR-Test.“ Diese Aussage ist sachlich falsch (zumindest beim aktuellen Infektionsgeschehen).

      Wird der Schnelltest ohne konkreten Verdacht, wie Symptome oder Kontakt zu einer bekannt infizierten Person, gemacht, ist ein positives Ergebnis in den meisten Fällen falsch. Das Stichwort heißt bedingte Wahrscheinlichkeit.

      Eine leicht verständliche Erläuterung mit konkreten Zahlenbeispielen gibt es beim RKI unter: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Infografik_Antigentest_PDF.pdf?__blob=publicationFile

        • Natürlich gar nicht, deswegen habe ich ja auch „Kontakt zu einer BEKANNT infizierten Person“ geschrieben. Das ändert aber nichts an der Rechnung, das aktuell der Großteil der ohne konkreten Verdacht durchgeführten positiven Schnelltests falsch-positiv ist.

          Das RKI würde das nicht so schreiben, wenn es nicht so wäre. Wenn Sie das nicht überzeugt: Rechnen Sie doch einfach selbst nach. Dafür braucht man keine Oberstufenmathematik. 😉

  5. Das wird Chaos geben. Wenn die Tests überhaupt kommen.
    Ich würde mir wünschen, dass Frau Gebauer das selbst übernimmt mit der Testbeaufsichtigung, statt nur rumzublubbern.

    • @Katrin

      Am besten wäre, Gebauer persönlich übernimmt gleich die Versorgung der Schulen mit den Tests.
      Wenn kompetenzbedingt an keiner einzigen Schule was ankommt – kein einziger Test – meine Fresse (sorry), was DAS Zeit sparen könnte am Anfang jeder „Test“-Stunde! Dann blieben ja ECHTE 20-5-20-„Unterrichts“-Einheiten übrig.
      In der Öffentlichkeit glaubt doch jetzt sowieso, dass die Kinder TÄGLICH getestet werden … Also: HIER kann Zeit und Manpower und Geld gespart werden!

      Und wie genial ist die Testung in der Schule?
      Das ist von Anfang an gut durchdacht, der reinste Superhirn-Hit:
      Infiziert in die Schule, also im Schulbus schon mal beim Gruppenknuddeln+Anschreien+usw. schön verteilt, dann endlich der Test = Positiv … Hoppla, jetzt aber bloß nicht mehr in den ÖPNV.
      Ja nee, schon klar …

  6. Also ich muss bei der Probenentnahme immer entsetzlich niesen. Neinneinnein, ich möchte nicht mit 14 niesenden Kindern in einem Raum sitzen. Und wenn einer positiv getestet ist, möchte ich in diesem Raum und mit dieser Gruppe auch keinen weiteren Unterricht machen.

  7. „Ich bitte Sie mit Ihren Lehrkräften in geeigneter Weise darauf hinzuwirken, dass aus der möglichen Nicht-Teilnahme von Schülerinnen und Schüler keine gruppendynamischen Prozesse zu deren Nachteil entstehen. Entsprechendes gilt bei Anzeichen von Irritationen innerhalb der Elternschaft. Vereinbarungen jedweder Art innerhalb der Schulgemeinschaft zum Umgang mit den Schnelltests sind nicht zulässig.“

    Und wer hat dann den Schwarzen Peter? Wieder mal? Eben!
    Die, die die Verantwortung wollten, übernehmen sie nicht.
    Die, die sie ablehnen, weil man sie als Lehrer nicht übernehmen kann, werden auch noch gedrängt, Einfluss zu nehmen.
    Nee, das ist nicht mehr meine Welt!
    Vertrauen in die Dienststelle?????? Auf welcher Grundlage sollte die wieder wachsen?

  8. Komischerweise werden Coronatests in Betrieben von Ärzt*innen oder geschultem Personal in Schutzanzügen durchgeführt – außerdem gibt es dort keine Massentests in einem Raum, sondern jede/r kommt einzeln dran, damit man sich nicht gegenseitig ansteckt. Aber das zeigt mal wieder: Es gibt zwei Coronavarianten – die harmlose in Schulen und die gefährliche außerhalb von Schule. Wobei es ja eigentlich gar kein Corona in Schulen gibt. Die sind ja sicher. (Ironie off) SuS und LuL sind halt nichts wert. Und deren Familien erst recht nicht.
    Aber so wie oben beschrieben wird es jetzt wohl in allen Bundesländern laufen – so es denn überhaupt Tests gibt. In RLP bislang nur in Hochrisikogebieten.

    • Schlimmer: es gibt zwei Arten von Menschen: die wertvollen, die dürfen Einzel-Testung in Schutzmontur abnehmen. Und den wertlosen Pöbel, der kann Massentestungen ohne Schutz abnehmen. Bissel Schwund ist immer. Ironie off

  9. Nachdem es für uns EuE aus Sicht der Politik locker zumutbar ist, auch zu Corona-Zeiten ganz ohne Impfung (jetzt erst recht) und ohne Abstand jeden Tag zig unmaskierte und ungetestete Schnupfennasen und blanke Popos zu putzen, wären die Tests in den Schulen für uns wohl kein besonderes Zusatzproblem.

    Also, liebe Politik: Vielleicht könnte man ja einfach uns EuE auch in den Schulen einteilen, um die Tests zu beaufsichtigen oder sogar direkt selbst durchzuführen (falls man uns diese verantwortungsvolle Tätigkeit zutraut)? Wir sind ja so sozial, das bisschen Mehrarbeit machen wir gern für lau 🙂

    • Aber liebe Mona, ihr Erzieher seid doch schon seit Wochen geimpft. Sagen jedenfalls die Politiker und nicht Wenige in der Bevölkerung glauben das sogar. Und selbst wenn nicht, ihr seid doch schließlich systemrelevant. Gut, ihr werdet nicht so behandelt und erst recht nicht so bezahlt, aber da seid ihr ja mit den Krankenpflegern (oder kranken Pflegern?) in guter Gesellschaft. Wer wird sich schon über den Dienst fürs Vater(!)land beschweren wollen? Wir Lehrer würden uns über eure Gesellschaft an den Schulen jedenfalls freuen, immerhin wissen wir dank der Bildungsminister ja jetzt hochoffiziell, dass die Vermittlung von Wissen und Fähigkeiten an unseren Anstalten allerhöchstens drittrangig ist. Wir dienen eigentlich primär der Kinderaufbewahrung zur Sicherung der Arbeitskräfte für die Wirtschaft und außerdem als sozialer Austausch- und Begegnungsort für Kinder (wie ein Jugendclub mit überbezahlten, spießigen Sozialarbeitern), insofern haben wir doch viel mit den Kindergärten gemeinsam. (Und je nach Schulform gibt es sogar ein paar Nasen und Popos zu putzen.)

  10. Die Tests wurden bei uns groß angekündigt, jetzt haben wir allerdings die Nachricht bekommen, dass es bei uns für Schüler keine Tests geben wird, eine Erklärung haben wir nicht bekommen. Wir sind eine relativ kleine Schule, selbst mit nur vier Jahrgängen im Moment ist es schwierig, den Abstand einzuhalten. Ab nächster Woche sollen dann alle wieder kommen, obwohl das vom Platz nicht hin haut. Aber darum kümmert sich keiner. Ich kann einfach nicht verstehen, wieso bei uns nicht getestet wird, bei einer Inzidenz von fast 100 scheint das ziemlich willkürlich zu sein. Vorallem als Risikopatient fühlt man sich da schnell verunsichert, da wir nicht mal in den getrennten Klassenräumen den erforderlichen Abstand einhalten können und glasreiniger statt Desinfektionsmittel haben.
    Die meisten Schüler*innen wollten sich testen lassen, doch nun wird es keine Tests geben und somit können wir nicht wissen, wer eventuell infiziert ist. Schüler und Lehrer fühlen sich nun verunsichert und auch hintergangen – erst werden die tests für alle Schüler*innen groß angepriesen und jetzt einfach ausgesetzt?

  11. „..bei der wir sie bestmöglich unterstützen.“
    Das muss Neudeutsch sein und meint soviel wie:
    Wir lassen die mal im Regen stehen, weil wir selbst nichts geregelt bekommen, tun aber so, als hätten wir uns einen Sonnenbrand gearbeitet.

    Ich denke, selbst den größten Skeptikern fällt nunmehr auf, wie verlassen und verraten die Schulen in Deutschland sind.

    • Bestmöglich heißt: Vollschutz und Einzeltest im separaten Raum. Oder habe ich da was falsch verstanden? Achso, die Viren im Testzentrum sind gefährlicher als die Viren an der Schule…

  12. Das würde ich niemals machen. Niemals.

    Hab mal beobachtet, wie die Hausärztin das macht. In voller Schutzmontur, aus dem Fenster (Patient vor dem Fenster), jeder Patient einzeln. Danach 30 Minuten Lüftung des Raums und Desinfektion sämtlicher Kontaktflächen. Anschließende Vernichtung der Schutzbekleidung.

    Ich frage mich echt, was die einschmeißen?!

    • Defence,
      das sollte auch niemand ohne Schutzkleidung machen! Es macht mich immer wieder fassungslos, was ich hier zu lesen bekomme.
      In einem Raum mit Schülern, die die Masken abnehmen und in der Nase rumstochern? Das ist für alle Beteiligten vorsätzliche Gefährdung!
      Ist das ein Test der KMs, wie weit sie gehen können? Milgram 2021?
      Wenn die AG Präsenz und Tests wollen, müssen auch diese AG das arbeitsschutzrechtlich abgesichert durchführen. An Schulen haftet vermutlich der Schulleiter. Was ist deren Meinung zu diesen Ideen? Sind das nur kultusministerielle Bettvorleger oder gibt es Widerstand? Was sagen die Lehrerverbände?
      Wieder einmal nichts?

  13. Auch putzig im Beipackzettel des Tests:

    Es sind hochgefährliche hormonelle Stoffe enthalten die sich auch die Reproduktion auswirken können.

    Kein Witz, gerne selber nachlesen.

  14. https://www.umweltbundesamt.de/octylphenol-seine-ethoxylate

    Dieser Stoff ist in den Tests:

    4-tert-Octylphenol ist der erste Stoff der aufgrund seiner endokrinen Wirkung auf die Umwelt als besonders besorgniserregender Stoff (SVHC) identifiziert wurde. Die Bewertung erfolgte durch das Umweltbundesamt (> UBA-Presseinformation). Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Octylphenol das Hormonsystem in Fischen beeinträchtigt und dadurch die Entwicklung und Fortpflanzung schädigt. Bereits minimale Konzentrationen von wenigen Millionstel Gramm reichen aus.

    • Dieser Stoff ist nur auf dem gekapselten Teststreifen enthalten, kommt also nicht mit dem Körper in Berührung. Die Flüssigkeit im Röhrchen ist isotonische und dient nur zur Verdünnung und zur Erhöhung der Fliessfähigkeit der Probe. Bitte hören Sie auf solche Unwahrheiten zu verbreiten! Das nützt Keinem und erhöht nur die Panik unter den Uniformierten.

  15. Hilfe!!!! Was soll das alles – wo bin ich hier — das ist doch bestimmt ne Geisterbahn….haben die alle einen ander Klatsche????

    Vielen Dank liebe Kollegen und Kolleginnen, dass ihr mich mit Argumenten versorgt, die mir alleine gar nicht eingefallen wären und die ich übermorgen meiner Chefin (SL) bei der virtuellen LeKo um die Ohren hauen kann, wenn sie uns die „Neuesten Nachrichten aus dem Ministerium zu Umsetzung“ vorstellen wird. Ich weiß bereits jetzt, dass viele KuK mich (auf dem Bildschirm) anschauen werden wie einen Alien – aber – wie heißt es so schön: „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich völlig ungeniert.“

    • Sind Ihre Kollegen Querdenker oder einfach nur dumm?
      Es kann doch keinen Lehrer mehr geben, der bei B117 entspannt in die Schule geht. Oder sind Ihre Kollegen schon geimpft?
      Es ehrt Sie, dass Sie in so einem Umfeld Widerspruchsgeist zeigen.
      Wann, wenn nicht jetzt? Es geht um Ihr Leben.

  16. Gruppentestung und es gibt den schwarzen Peter ohne Nachteil.

    „…dass aus der möglichen Nicht-Teilnahme von Schülerinnen und Schüler keine gruppendynamischen Prozesse zu deren Nachteil entstehen.“

    Klar, die Ergebnisse gibt es ausschließlich in vertraulichen Vier-Augen-Gesprächen im Gang.
    Praxisferne Theorie!

  17. Schade, dass es noch keinen Selbsttest für verantwortliche Politiker*innen gibt, der feststellt, ob die noch bei Verstand sind. Ich denke da an so was wie z.B. einen Kompetenztest. Der Test dürfte dann aber nicht freiwillig sondern müsste öffentlich verpflichtend sein. Die meisten, wir wissen ja wer, würden den Test nämlich niemals freiwillig machen wollen, weil sie aus gutem Grund das Ergebnis fürchten müssten!

  18. Der Teufel steckt hier auch noch im Detail:
    Neben der Scheinsicherheit, die dieser eine Test bewirken mag, soll das Ganze ja auch dokumentiert werden. Wozu eigentlich? Wenn man Kinder schützen wollen würde, bräuchte man viel mehr Tests und ein schlüssiges Konzept. Nicht der Fall. Wenn man (wie die Schulmail suggeriert) Daten und Erfahurgen erheben wollen würde, bräuchte man vailde Reihentests mit Kontrollgruppen. Nicht der Fall (auf gar keinen Fall, niemals). Also warum die Dokumentation? Na klar doch, bei den absehbar niedrigen Zahlen, die sich aus diesem Irrsinn ergeben werden, lässt sich doch dann in den Osterferien die Schlagzeile generieren:

    „Schulen keine Pandemietreiber: Trotz massiven Einsatzes von 1,8 Millionen Schnelltests kaum positive Fälle in NRW´s Schulen“.
    Und die Durchseucher reiben sich ihre Hände.
    Teuflisch.

  19. I’m nächsten Schritt werden Lehrer sicher auch befähigt, alle in der Schule anfallenden Not- OPs durchzuführen, um das medizinische Personal zu entlasten. Inklusive notwendiger Hirn- Implantation.
    Wenn man das einem Außenstehender erzählt, glaubt der das nicht. Es ist jafjaesk, aber leider Realität

  20. Bei uns (BW) ist kein Wechselunterricht – in 5 und 6 wird demnach in großen Klassenzimmern mit 25 SuS oder in zwei Räumen gleichzeitig von einer Lehrkraft unterrichtet – da ist das testen ja eine Sache von wenigen Minuten… und man kann auch überblicken, ob alle es richtig machen…
    bei uns ist übrigens keine Testpflicht , aber ein Angebot, sich von geschultem Personal einma7 pro Woche testen zu lassen. Gilt aber erst ab 14 Jahren – und irgendwie sind bei uns die 5. und 6. Klässler*innen jünger

  21. Bestmögliche Unterstützung heißt: Vollschutz und Einzeltest im separaten Raum. Oder habe ich da was falsch verstanden? Achso, die Viren im Testzentrum sind gefährlicher als die Viren an der Schule… zynisch zynisch. Lehrer sind MENSCHEN, Frau Gebauer

  22. Ganz ehrlich, ich versteh’s nicht mehr.
    Ich bekomme das Bild nicht aus dem Kopf, wie ein Klassenzimmer voller Schüler, die sich gleichzeitig die Masken vom Gesicht reißen sich plötzlich in einen Kriegsschauplatz verwandelt.
    Die einen stecken sich die Stäbchen in die Ohren, die anderen treffen zwar die Nase, bekommen das Ding aber nicht mehr raus. Wieder andere nutzen die Gelegenheit und verwenden sie als Minilaserschwerter (möge das Glück mit dir sein). Bereits benutzte landen auf dem Fußboden oder im Gesicht des Nachbarn.
    Als Lehrer würde ich mich (womöglich noch ungeimpft), auf jeden Fall weigern. Das kann nicht in ihrer Verantwortung liegen.
    Und, ganz ehrlich, gibt es wirklich Eltern da draußen die dass wollen?
    Die Tests gehören zuhause gemacht, bevor öffentliche Verkehrsmittel genutzt werden, und die anwesenden Klassenkameraden im Zweifel auch noch was von einem positiven Kind haben!
    Wir haben einige Tests für uns online besorgt. Kind wird zuhause getestet.
    Nachdem ich heute die Schilderungen meines Sohnes gehört habe (heute erster Präsenztag, da Inzidenz noch in verträglichem Maß), war ich schon wieder auf 180!
    Auf den Bahnsteigen, in der Bahn, auf dem Weg zur Schule, Trauben von Kindern ohne Maske, ohne Abstand! Ich hoffe meiner hatte das Ding auch wirklich die ganze Zeit auf.
    Ich denke, den zweiten Präsenztag diese Woche verbringen wir lieber wieder zu Hause, nächste Woche auch.

  23. Ich musste den Test heute mit Schülern durchführen. Ich wusste nichts, ich bekam die Testkits in den Klassenraum geliefert, hatte keine Ahnung, wie das funktioniert und musste dann da durch. Es ist schwieriger, als ich gedacht hatte, bei voller Lüftung mit Durchzug fliegen die Verpackungen durch die Klasse, die Schüler wissen nicht, wo sie mit dem Teststäbchen hinsollen, wenn sie es weglegen, die Teile sind klein und der Ablauf nicht ganz durchschaubar, wenn man es das erste Mal macht, zum Ausprobieren gab es keine zusätzlichen Tests und keine Infos, wir haben überlebt und alle Tests waren negativ. Eine Zumutung. Unvorstellbar, dass wir das vor einem Jahr mit Schnupfenviren so gemacht hätten!

  24. Ich stell mich auch hin und impfe die SchülerInnen und Kollegen – so schwer kann das ja nicht sein. Für 150 Euro pro Stunde mach ich das.

  25. Warum kein geschultes Personal?
    Warum diese billige Populistische Maßnahme?
    Frau Gebauer treten sie endlich zurück oder nehmen sie die Tests selbst vor!
    So langsam bekomme ich Brechreiz !

  26. Liebe Lehrer, was soll das Schimpfen und Klagen denn bringen? Selbst wenn man euch zustimmt- die Testungen laufen doch.
    Auch wenn ihr im Recht seid- ihr macht doch ganz brav, was aufgetragen. Zwar mit Getöse und Geschrei, auch mit vereinzelter Verweigerung – aber im überwiegenden Maße letztlich doch.
    Also haltet den Rand- wer so wenig A… in der Hose hat, dem schadet es nichts, wenn’s mit ihm immer wieder so gemacht wird.

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