Abitur-Klausuren: Schülervertretung spricht von einem „Desaster“ – und fordert Abschlüsse auf Wunsch auch ohne Prüfungen

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DÜSSELDORF. Die Vertretung der Schülerinnen und Schüler (LSV) in Nordrhein-Westfalen hat von Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) ein coronabedingtes Wahlrecht bei der Benotung der Abschlussprüfungen gefordert. Die Schülerinnen und Schüler müssten wählen dürfen, ob die Prüfungsergebnisse gewertet werden oder die Durchschnittsnoten aus den vorher erbrachten Leistungen vergeben werden, verlangte die LSV. Zudem müssten die Bewertungsgrundlagen der Klausuren an die Lernlücken angepasst werden. In den vergangenen Tagen hatte es heftige Kritik unter anderem an den Mathematik-Aufgaben im Abitur gegeben. Die Schülervertretung sprach von einem „Desaster“.

In der Kritik: NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP). Foto: Land NRW

«Am Beispiel des Abiturs sehen wir nun, was vorher klar war: nach mehr als einem Jahr Pandemie, Isolation und langen Schulschließungen saßen viele Schüler*innen in Abschlussprüfungen vor Aufgaben, die sie nicht schaffen konnten», kritisierte Timon Nikolaou, Mitglied im Vorstand der LSV. Die Zeit sei zu kurz, und die Aufgaben seien zu anspruchsvoll gewesen.

Was nicht außer Acht gelassen werden dürfe, sei ein  „massiver psychischer Stress, der insbesondere in der Krise durch Abschlussprüfungen geschaffen wird. Auch außerhalb der Krise sind viele Schüler*innen durch den schulischen Leistungsdruck psychisch krank geworden. Nach einem Jahr Pandemie und Unterrichtsausfällen ist das nicht besser geworden“, stellt die Landesschüler*innenvertretung fest. Das Schulministerium habe keine angemessenen Anpassungen der Schulabschlüsse vorgenommen. Probleme bei einzelnen Prüfungen hätten die Situation verschärft.

So wurde in der Abiturprüfung im Fach Englisch ein Text von Farhad Manjoo, einem Kolumnisten der New York Times, verwendet, der nach Aussage des Autors selbst „viele Wörter, die für Nicht-Muttersprachler schwerer zu verstehen sind“, enthalte. Tatsächlich war Manjoo im Anschluss an die Prüfung nach eigenen Angaben von Zuschriften deutscher Schüler überrollt worden. Ihm werde entweder für die Vorlage zu einer erhofften guten Note gedankt – oder er werde fürs «Ruinieren» des weiteren Lebens verantwortlich gemacht, so twitterte er.

Unter dem Tweet entspann sich sofort eine Diskussion über Passagen des Textes. So klagten viele Betroffene, dass der Artikel komplizierte Vokabeln enthalten habe. Zum Teil wurden auch konkrete Nachfragen gestellt. Die Kolumne hatte den Bau von Einfamilienhäusern problematisiert. Die anderen Themen-Vorschläge der Klausur waren der LSV zufolge „ebenso unfair gewesen, sodass der größere Aufgabenpool keine Hilfe darstellte“.

„Das Matheabitur war im Kontext der Coronapandemie unverhältnismäßig“

Massive Beschwerden gibt es auch zur Grundkurs-Klausur im Fach Mathematik – die Zeit sei zu kurz gewesen und die Aufgaben zu anspruchsvoll, so heißt es. Schülerinnen und Schüler haben zwei Petitionen im Netz gestartet, um neue Klausuren oder eine besssere Bewertung zu fordern. „Das Matheabitur war im Kontext der Coronapandemie unverhältnismäßig. Anstatt die Anforderungen an eine weltweite Pandemie anzupassen, waren die Erwartungen höher als in den letzten Jahren”, meint nun Thomas Niebuer, ebenfalls Mitglied im Landesvorstand der LSV.

Das Schulministerium hat in einer Stellungnahme eingeräumt, dass es „Veränderungen“ bei der Aufgabenstellung gegeben hat, wie News4teachers aktuell berichtet. Die Anforderungen seien jedoch nicht erhöht worden, so heißt es.

Zudem, so monieren die Schülervertreter, sei es zu coronabedingten organisatorischen Schwierigkeiten gekommen: In Erftstadt beispielsweise hätten 106 Schülerinnen und Schüler die Abiturprüfung in Englisch nicht mitschreiben können, da sie in Quarantäne festsaßen. Andererseits riskiert die Landesregierung der Kritik zufolge mit dem Aussetzen der Testpflicht für die Abiturientinnen und Abiturienten, dass das Infektionsgeschehen während der Prüfungen weiter angeheizt wird. „Die Gesundheit der Mitschüler*innen und Lehrer*innen wird so aufs Spiel gesetzt, für Abschlussprüfungen, die nicht hätten stattfinden sollen”, sagt Nikolaou.

„Neben der Anpassung der Erwartungshorizonte sollte auch die Punktetabelle zur Zuordnung der Noten angepasst werden“

Die LSV fordert nun, „dass alle Schüler*innen in Abschlussklassen die Möglichkeit bekommen, im Nachhinein zwischen einem Durchschnittsabschluss und der Wertung ihrer Abschlussprüfungen wählen zu können. Schulabschlüsse sollen also auf Wunsch der Schüler*innen auf Grundlage von Durchschnittsnoten aus den vorher erbrachten Leistungen vergeben werden“. Darüber hinaus fordern die Schülerinnen und Schüler, dass Bewertungsgrundlagen der Klausuren an die Lernlücken der Schüler*innen angepasst werden: „Neben der Anpassung der Erwartungshorizonte sollte auch die Punktetabelle zur Zuordnung der Noten angepasst werden.“ News4teachers / mit Material der dpa

Streit ums Mathe-Abitur: Ministerium räumt „Veränderungen“ gegenüber den Vorjahren ein – jetzt sollen Lehrer „Spielraum nutzen“

 

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47 KOMMENTARE

  1. Jetzt wird es lächerlich – ausgerechnet in NRW sollen jetzt maßgeschneiderte Abiturzeugnisse nach Wunsch vergeben werden. Wenn die Schulministerin sich wenigstens ein bisschen an den Slogan „Bildungsland NRW“ hält, wird sie dem eine klare Absage erteilen.

    • Wünschen kann man sich alles … Aber in der Sache haben Sie recht. Die Gewichtungen und Bepunktung in den Abiturklausuren führte schon länger zu merkwürdig guten Noten, die wir vorher so nicht vergeben hätten, zumindest in den geisteswissenschaftlichen Fächern. Abitur für alle – dann müssen die Universitäten ein Auswahlsystem einführen wie es es in anderen Ländern (UK, US) schon gibt, und die Leistungsfähigkeit wird erst dort geprüft.

      • @lehrer002:
        Was haben Sie gegen NRW? Gab es Probleme, weshalb Sie jetzt woanders sind? Jedes Mal versuchen Sie NRW bezogene Sachen runterzureden.
        Meine Erfahrung: In Bayern konnte ich in Abiturprüfungen sehr gute Noten vergeben, in NRW wird es kritisch gesehen, für gleiche Leistung, versteht sich.
        Ich bitte Sie Ihre Probleme für sich zu behalten und die aktuelle Situation nicht durch unwahre Behauptungen zu verzerren.

        • Ich habe kein „Problem mit NRW“, aber dass der Bildungszustand in NRW aufgrund einer Vielzahl von Faktoren durchaus kritisch zu sehen ist, sollte klar sein. Auch ist das Abi tendenziell einfacher, wie die guten Schnitte bei gleichzeitig hoher Abiturientenquote belegen. Dass je nach Schule auch Unterschiede in der Notengebung auftreten, streite ich nicht ab.

          • Grundsätzlich sind die Forderungen der Schülervertretung in diesem Punkt jedenfalls überzogen.

    • Das mit dem Durchschnittsabitur braucht man echt nicht, wäre meines Erachtens auch komplett unnötig, aber scheinbar hattest du keinen Einblick in die Mathematik Abiturprüfung, welche um einiges anspruchsvoller designed wurde als die Jahre davor!

      • Schüler 02 Wir duzen uns hier nicht einfach so – dies ist ein Lehrerboard! Wer hier postet, ist Profi. Schüler können sich gerne in den sozialen Medien austoben.

        • Rabe (aus NRW) 10. Mai 2021 um 19:24
          „… – dies ist ein Lehrerboard! Wer hier postet, ist Profi.“
          Mit dem „Profi“ merkt man leider nicht unbedingt bei jedem Beitrag hier.

        • Das ist ja eine unverschämte Arroganz, die Sie da an den Tag legen. Kein Du zu akzeptieren ist Ihre Meinung, aber der Ton… Naja Ihre armen Schüler….

          • Sie glauben es vielleicht nicht, aber meine Studierenden lieben mich (Rückmeldungen, keine Einbildung)! Genau weil ich Tacheles rede und dabei klar und fair bin. Aber: I don’t suffer fools gladly!

        • Nein, hier lesen auch Eltern mit. Und da haben Sie sich als Lehrer gerade ins Off geschossen… Was für eine arrogante, besserwisserische Art….

          • Entschuldigung, was genau war daran jetzt besserwisserisch? Sie duzen doch offensichtlich auch nicht einfach drauf los.
            Ich finde, jeder hat ein Recht darauf, so angesprochen zu werden wie er/sie das möchte. Und ich persönlich lasse mich weder von meinen Schülern noch von völlig Unbekannten aus dem Internet duzen.
            Auch wenn ich der Meinung bin, dass diese Kommentarspalte jedem offen steht – die Höflichkeit gebietet es, im Zweifelsfall lieber zu siezen. Und der Hinweis auf diese Praxis ist weder arrogant noch besserwisserisch und sollte schon gar nicht dazu führen, dass jemand ins „Off“ geschossen wird. Sonst fange ich den nächsten Elternabend auch mit einem fröhlichen „Na, wie geht es euch?“ an und warte dann auf den Shitstorm!

          • Wieso ist es „besserwisserisch“ auf Netiquette zu bestehen? Das ist doch in Internet-Foren so üblich?

      • Prüfungen werden nicht „designed“, sondern von dem Schulministerium entwickelt/gestellt. Kleinere Niveauschwankungen sind normal. Es können ja nicht jedes Jahr exakt die gleichen Aufgaben gestellt werden, aber wie sich jedes Jahr wieder an den Durchschnitten und der Abiturientenzahl zeigt und beim Vergleich der Prüfungen, ist das Abi in NRW deutlich einfacher als in anderen Bundesländern. Und das Mathe-Abi war in NRW durchaus machbar.

        • @lehrer002:
          Sind Sie zufällig im Ministerium oder in nachgeordneten Behörden oder gar in der Prüfungskommission tätig? Während ALLE sich einig sind, dass einige Prüfungen eindeutig unangemessen und nicht vergleichbar waren, sind Sie nur die Einzige, die die Prüfungsaufgaben verteidigen, ohne über Inhalt zu sprechen. Suspekt! Lieber finden Sie eine Lösung.
          Falls Sie nicht aus dem Ministerium sind, sollte Ihr Missgunst-Verhalten peinlich sein.

          • Nein, bin ich nicht. Sonst würde ich die Bildungspolitik nicht häufiger kritisieren. Das sollten Sie mitbekommen haben, wenn Sie hier häufiger lesen. Dass sich alle einig sein sollen, dass die Prüfungen schwierig gewesen sein sollen, interpretiere ich jetzt mal als Hyperbel – ebenso wie diese Ideen aus dem Artikel.

      • Ja, steht beim Ministerium auf der Homepage. Nennen wir es einen positiven Wunsch, der mehr Engagement für die Umsetzung fordert.

  2. Hier stehen zunächst einmal die „Corona-Abitur-Jahrgänge“ im Fokus, das wird mit Sicherheit auch noch die nächsten beiden Jahrgänge mit Abitur 2022 und 2023 betreffen und das ist schon für sich genommen eine große Aufgabe.

    Man sollte dennoch langfristig denken und kalkulieren – wofür die KMs nun wirklich nicht bekannt sind! – und jetzt nicht gleich in hässlicher Tradition die nächsten Löcher aufreißen, die dann wieder nicht gefüllt werden können, so dass mehrere folgende Schülergenerationen daran noch zu knabbern haben werden!
    Es gibt genug Altlasten in Form von Löchern, durch Reförmchen und politisch motivierte Fehlentscheidungen der letzten Jahrzehnte (!) verursacht, an denen der gesamte Bildungsbereich heute schon bzw. immer noch massiv leidet.
    Unbedingt beachten muss man, dass das ganze Bildungssystem so wendig und reaktionsschnell ist wie ein extrem gut beladenes Containerschiff – ein Einlenken oder Umlenken im sichtbarem und gesichertem Ergebnis also viiiieeeeel länger als eine Amtsperiode dauern kann!

    Auch bestimmt gut gemeinte und früher mehrheitlich beklatschte Ansätze im pädagogischen Bereich wurden aber übertrieben und bei der Evalution wurde nur das wahrgenommen, was man sowieso als Ergebnis gewünscht hatte. (Der Umgang mit der Wissenschaft und Studienergebnissen war ausgerechnet im Bildungspolitiker-Elfenbeinturm schon immer etwas problematisch! Der Umgang mit denen, die „nur“ in der Praxis tätig sind war es leider auch …)
    Wer sich jetzt fragt, was ich meine, z.B.:
    https://www.youtube.com/watch?v=5Qdd3JuGOoQ
    Es sind halt immer eine Vielzahl von Teilbereichen im Bildungswesen betroffen, sobald man an einer einzigen Schraube dreht.
    Der Schwerpunkt hat sich in den letzten Jahren mehrfach verschoben, aber wenigstens hat sich in den letzten Monaten immer mehr herumgesprochen, dass die Aufgabe von Kita und Schule längst nicht mehr Wissen zum Ziel hat – auch nicht „Kompetenzen“, nicht zu verwechseln mit „Können“ – sondern dass das Ziel den Schwerpunkt „Aufbewahrung, Austoben und Fütterung“ hat.
    Wie man da zu einem Bildungsabschluss mit Wert (vergleichbar mit denen anderer Länder und Staaten) gelangen soll?
    Ich bin schon ganz doll gespannt, was die KM +“Experten“ dazu sagen werden …
    https://www.news4teachers.de/2021/05/die-kmk-goennt-sich-jetzt-ein-expertengremium-unverbindlich-ohne-einfluss-des-bundes-streit-gibts-schon-zum-auftakt/

  3. Genbauer tut so , als ob es Corona nicht geben würde . Einfach Abitur wie jedes Jahr . Viel einfacher wäre es gewesen , Durchschnittsnoten zu geben . Die sind auch viel aussagefähiger, denn sie beschreiben Leistungen über einen längeren Zeitraum .

    • Die meisten SchülerInnen wollten doch nicht stigmatisiert werden und ein „echtes“ Abitur schreiben. Jetzt durften sie eines schreiben, jetzt passt es auch wieder nicht.

      Allerdings gibt es diese Klagen ja schon länger, nicht erst seit Corona.
      Also
      „Same procedure as every year – James? Same procedure as last year!“

      • Also ich kenne keinen in meiner Stufe der die Prüfungen wollte.
        Und auch online habe ich vermehrt mitbekommen, dass SchülerInnen lieber für ein Durchschnittsabi wären.

    • Zitat:
      „Viel einfacher wäre es gewesen , Durchschnittsnoten zu geben“
      Sicher? Bei einem halben Jahr Lockdown sind doch nicht mal diese Noten aussagekräftig. Da ist es doch gut, dass die SchülerInnnen am Ende noch einmal zeigen können, was sie drauf haben.

      • Ja, wenn die Prüfungen angemessen wären.
        Wem kommt im Kopf, anhand einer Pyramide einen Code zu erstellen? Der Kontext ist derart lebensfremd, sodass man sprachlos wird. Es steht in diversen Dokumenten, dass die Mathe Sachaufgaben Altagssituationen darstellen sollen. Die Codes werden in der Wirklichkeit nicht anhand einer zeichnerischen Pyramide erstellt!
        Die Aufgabe befand sich wohl in dem Aufgabenpool der Länder. Unsere Herren/Damen waren so sehr beschäftigt oder unfähig, die Aufgaben anzupassen.

  4. oh je! Bei allem Verständnis, aber da testet die LSV etwas aus. Ich habe gerade mal ein wenig recherchiert. Die Abiturient*innen müssen sich beim Kultusministerium beschweren, das ist richtig. Und richtig ist auch aus meiner Sicht, dass die Korrekteur*innen mehr Spielraum als sonst bekommen sollten. Wenn sogar der Autor selbst sagt, dass sein Vokabular schwierig war. Da ich in Hamburg das Englischabitur korrigiere, weiß ich nicht, warum bestimmte Begriffe nicht erläutert worden sind, das gilt auch für Vokabeln, die nicht im erlaubten Wörterbuch zu finden sind. So gehört es sich eigentlich und dann ist es auch machbar. Das klingt also nach Schlamperei im Ministerium für mich, vielleicht so wie bei unseren Biopannen. Und jetzt gehe ich wieder an die Korrektur des Obama-Biographie-Auszugs, den meine Abiturient*innen knacken durften.

  5. … Und das Chaos ABITUR UNTER CORONABEDINGUNGEN geht in die nächste Runde!

    10.05.2021 RND
    Mathe-Abi: Lehrerin sammelt Prüfung zu früh ein – Schüler müssen die Folgen tragen
    https://www.rnd.de/panorama/hannover-abi-in-corona-krise-lehrerin-sammelt-mathe-pruefung-zu-frueh-ein-RN7V2GFKAZFYVPWPUHEM3XYOCU.html

    „Das niedersächsische Kultusministerium habe es den Betreffenden freigestellt, das Klausurergebnis auch mit dem deutlichen Zeitnachteil zu akzeptieren.
    Oder aber der Wahlteil der Prüfung wird wiederholt. Problem: Fällt die Wiederholung schlechter aus als die ursprüngliche Arbeit, wird trotzdem die Wiederholung gewertet. Nach dem Motto: Pech gehabt.“

    Um es mit den Worten von KM Grant Hendrick Tonne zu umschreiben:
    ‚Abitur 2021: FAIR, sicher und hochwertig‘

    … und klar, die Schüler sind diejenigen, die die Versäumnisse des Systems Schule ausbaden müssen.
    Schon gebeutelt genug durch Corona, da kann man als Kultusministerium ‚F A I R‘ noch ein bisschen mehr draufhauen – auf die SuS -.

  6. Beim Abi gibt es seit Jahren immer wieder große Pannen in verschiedensten Fächern!
    Unlösbare Aufgaben , unsachliche ungenaue Formulierugen usw. Das sind Aufgaben ,welche von den KM rausgegeben werden. Ungeprüft! Nicht Durchgerechnet, auf Sinnhaftigkeit getestet usw. !

    Oft Schlamperei an oberster Stelle, welche die Lehrerschaft vor Ort, unter Zeitdruck lösen undd ausbaden muss! Viel vermeidbarer Stess, wenn die da oben ihre Arbeit ordentlich machen würden! Der Fisch stinkt auch hier vom Kopf!

  7. Ich halte von dem Durchschnittsabitur gar nichts. Dort wurden viele jungen Menschen deutlich besser bewertet als sie in Wirklichkeit sind. Die Abitur Prüfungen waren immer in der Kritik und auch mein Jahrgang hat damals gejammert, dass viel nicht zu schaffen ist.
    Aber wo kommen wir hin, wenn wir jetzt allen ein Abitur schenken? Das verschiebt das Problem nur noch mehr. Prüfungen machen und fertig. Meine Tochter hatte keine Probleme mit ihrem Abitur, trotz Corona Pannen.

  8. Ist doch jedes Jahr, wirklich jedes Jahr das selbe. Ständig wird sich in Mathe beschwert, wie schwierig die Klausur sei und wie einfach die vorherigen waren. Dabei sind die Schüler immer verblendet, weil sie die anderen wohl mit Lösungsweg lernen und sich dann denken „Ach, so schwer ist es nicht. Darauf wäre ich auch gekommen.“

    Vielleicht liegt es einfach daran, weil die Leute von heute immer weniger mit Mathe anfangen können bzw. keinen Zugang zur systematisch mathematischen Denkweise finden?

  9. @Julia
    Nur weil Ihre Tochter es geschafft hat (schön für sie), können Sie nicht für alle Schülerinnen und Schüler sprechen. Denn jede/r ist verschieden und hat eine andere Belastbarkeit.
    Diese Prüfungen sind auch absolut nicht mit den aus vergangenen Jahren zu vergleichen, weil diese Prüfungen während einer Pandemie geschrieben werden, die psychisch bei vielen Spuren hinterlassen hat.
    Niemandem wird ein Abitur geschenkt, aber allen wird eine Menge Stress gespart, insbesondere denen, die sich ausgerechnet jetzt angesteckt haben und nun in Quarantäne hocken und jetzt nachschreiben müssen, was auch noch zusätzlichen Stress bedeutet (dazu gehöre ich auch).

    • @Julia
      Auch meine Tochter ,,hat es geschafft“. Sie hat alle Vorabi-Klausuren glatt 1 geschrieben und ist trotzdem an der Mathe GK-Klausur verzweifelt.

      Ich finde die Gebauersche Taktik, den Corona-gebeutelten Abiturienten zum Abschied nochmal mit Anlauf ins Kreuz zu treten, zum Kotzen.

      Dann vielerseits noch lesen zu müssen, dass das Abitur ja schon seit längerem quasi verschenkt wird, kann ich nicht nachvollziehen.
      Wer jetzt Prüfungen ablegen muss, verdient zumindest faire Bedingungen und Prüfungsaufgaben, die sich am gelernten Stoff orientieren.
      Das was sowohl in Mathematik als auch in Englisch nicht der Fall.

      Ich hätte unter den aktuellen Bedingungen sicher keine Prüfung bestanden.

  10. Die Semesternoten setzen sich doch ganz anders zusammen. Eine Prüfung ist eine Prüfung ist eine Prüfung. Wie gesagt in Englisch gehören Annotations dazu, aber ansonsten zeigen die Prüflinge Skills, die sie im Laufe der Oberstufe erworben haben. Und ja, diese Kolumne des NYT-Journalisten hat es in sich, aber das werden die Kolleg*innen zu bewerten wissen. Da sollten alle mal vertrauen und entspannen.

  11. Den Hut ab für alle, die sich in diesen verrückten Zeiten unter suboptimalen Bedingungen „durchgeboxt“ haben!

    Zum Abitur gehört dieses Abschlussprozedere nunmal dazu. Wenn es jetzt weggeknickt wäre, wäre es abgewertet worden. Vielleicht wäre das Durchschnittsabitur fairer in der Sache gewesen, ja, aber es hätte einen faden Nachgeschmack und eine gewisse Orientierungslosigkeit mit sich gebracht.

    Alle, wirklich alle, haben diese Coronakrise an Leib und Leben zu spüren bekommen und so ist es immer noch.
    Niemand in der Gesellschaft konnte sich davor verschließen und kann es jetzt auch noch nicht. Das gilt auch für die Universitäten und Ausbildungsbetriebe. Das Abitur sowie jeder andere Schulabschluss ist eine Zwischenetappe im Leben, von der aus alles weitere startet. Es liegt nun nochmals mehr in der gesellschaftlichten Verantwortung, mit dieser Krise adäquat umzugehen … so auch bei der Studienplatz- und Ausbildungsplatzvergabe.

    Das Abitur in Coronazeiten ist eine besondere Leistung! Man darf die Umstände, unter denen wir nun seit Monaten leben, nie vergessen…und das kann man auch nicht.

  12. Wenn hier Lehrer von einem Bildungssystem reden, dann gehören sie ausdrücklich dazu! Warum schaut dann keiner in den Spiegel, zeigt lieber mit Finger auf die Schüler, degradiert damit sein eigenes Leistungsvermögen?! Abitur ist kein Geschenk, doch der Notenspiegel unserer Kinder ist auch Zeugnis für die Lehrerschaft, die den Weg zur Bildung ebnen sollen. Und wenn jetzt tausende Schüler verzweifeln, was war in der Oberstufe denn überhaupt fair?! Warum stehen Schüler im Abitur Grundkurs vergleichbaren Aufgaben aus dem Leistungskurs gegenüber? Wenn hier was zu verschenken gewesen wäre, ist das doch, als ob sich die Lehrerschaft mit ihrem angebotenen Bildungsniveau selber Ohrfeigen würde. Entweder haben Sie verpasst, Ihren Beitrag an die aktuellen Bedingungen anzupassen oder sind übers Ziel hinaus geschossen und haben unseren Kindern Bildung vermittelt, die für das Abitur nicht gefordert wird. Auch als Pädagoge bitte etwas mehr Demut vor denen, die ihre Zukunft gerade vor sich haben.

  13. Das Mathe-Abi in Hamburg im erhöhten Niveau war übrigens völlig in Ordnung. Ich bin gerade mit den Korrekturen durch. Genau wie jedes Jahr gaben die SuS im Schnitt 2 Punkte besser geschrieben als in den normalen Klausuren. Kein Unterschied zur Vor-Corona-Zeit festzustellen. Aber mein Kurs hat auch online gut gearbeitet.

  14. Es lässt sich meines Erachtens – entgegen der Stellungnahme von Frau Gebauer – an diversen objektiven Punkten nachvollziehen, dass die Anforderungen im diesjährigen Mathe-Abitur in NRW insgesamt höher waren als mindestens seit zuletzt 2003. Ebenfalls waren die offiziellen Beispielaufgaben insgesamt wesentlich einfacher.

    Eine andere Frage ist, ob das Niveau der Aufgaben dadurch unangemessen für Zentralklausuren im Mathe-Abitur ist oder nicht. Ich bestreite auch nicht, dass das Zentralabitur anspruchsvoll sein sollte.

    Das Niveau aber in diesem Jahr, unter Corona-Bedingungen, ohne vorherige transparente Ankündigung zu steigern, finde ich empörend und den Ärger vieler Schülerinnen und Schüler berechtigt.

  15. Ich bin zwar kein Lehrer an einer Sekundarstufe zwei und man möge mich berichtigen, falls ich etwas falsches erzähle, aber für solche Ausreißer nach unten gibt es doch extra mündliche Nachprüfungen. Wenn die Schüler wirklich in den Abschlußprüfungen einiges schlechter waren, als vorher, dann werden Sie doch in der Regel eh zu einer Nachprüfung verdonnert und dann können Sie doch zeigen, was sie können, und da wird wohl auch am Gymnasium kaum Gebauer höchst persönlich sitzen und die Fragen stellen.

    Deshalb verstehe ich das Problem tatsächlich nicht. Für den Abschluss der 10. Klassen sind in NRW ca. 1,5 Themen bereits am Anfang des Schuljahres gestrichen worden, sowas hat doch sicher auch beim Abitur stattgefunden?
    Meine Schüler werden auch Probleme mit den Abschlußprüfungen haben, wenn sie jetzt nur genauso viel/wenig lernen, wie die Schüler der letzten Jahre, dafür haben sie aber auch DEUTLICH mehr Zeit zu lernen, da sie sowieso nur jeden zweiten Tag zur Schule kommen.

  16. Das ist doch alles lächerlich. Ich bin Student und habe die letzten drei Semester auch online lernen müssen. Trotzdem habe ich gut ein halbes Dutzend Klausuren geschrieben, in Präsenz und ich habe selbst in zwei Vorlesungen Prüfungen beaufsichtigt, durchgeführt und korrigiert. Von >200 Teilnehmern gab es genau eine Beschwerde. Natürlich ist es anders, aber ganz ehrlich, so ist es nun mal. Wenn man unzufrieden ist, kann man an der Uni aber keine Online-Petition starten, um sich vor einer womöglich schlechten Note zu retten. Mit dem Abitur erwirbt man die Hochschulzugangsberechtigung, aber wenn man derart auf Probleme im Abitur reagiert, dann wird es sehr lustig in der Universität für solche Leute.

    In den Kommentaren hier lese ich von Aufgaben, die absolut realitätsfern sind (Codes und Pyramiden?). Aber was hat das mit Corona zu tun? Nichts! Wenn man darüber entsetzt ist, ist man es auch wenn man das letzte Jahr ganz normal zur Schule gegangen ist. In meinem Abitur (2017) ging es um eine Wasserrutsche, deren Verlauf durch eine e-Funktion gegeben war. Ich bin sicher, dass Ingenieure nicht auf die Art eine Wasserrutsche konstruieren. Das hat genau nichts mit der Pandemie zu tun.
    Dann steht im Artikel, dass es organisatorisch schlecht ist, dass >100 Leute in Quarantäne waren und deshalb den Prüfungstermin nicht wahrnehmen konnten. Ein Satz später heißt es, die Gesundheit der Schüler wird nicht genügend geachtet – das ist doch offensichtlich widersprüchlich!

    Kurz gesagt: Diese öffentlichen Beschwerden gibt es jedes Jahr. Nur dieses Jahr erhofft man sich, wegen Corona ein besseres Argument zu haben. Absolut lächerlich.

  17. Lächerlich war das Mathe-Abi in 2017, die die aktuellen guten SuS mit links innerhalb der Halbzeit gelöst haben. Dieses Jahr war ohne Zweifel das Härteste!

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