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Schulbarometer: Lehrkräfte nutzen KI bereits intensiv (aber vor allem für sich selbst, noch nicht für den Unterricht)

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BERLIN. Die Nutzung von Künstlicher Intelligenz gehört für viele Lehrkräfte inzwischen zum Berufsalltag. Das zeigt das neue Deutsche Schulbarometer der Robert Bosch Stiftung. Innerhalb nur eines Jahres hat sich der Anteil der Lehrkräfte, die KI-Tools wie ChatGPT regelmäßig beruflich nutzen, deutlich erhöht. Gleichzeitig bleibt die Unsicherheit groß: Noch immer fühlt sich etwa jede zweite Lehrkraft im Umgang mit den neuen Werkzeugen nicht sicher. Die Autoren der Studie sehen deshalb einen erheblichen Qualifizierungsbedarf – und stellen fest, dass der pädagogische Einsatz der Technik mit ihrer rasanten Verbreitung bislang nicht Schritt hält.

Helferlein. Illustration: News4teachers

ChatGPT ist noch keine drei Jahre öffentlich verfügbar – und hat den Arbeitsalltag vieler Lehrkräfte bereits grundlegend verändert. Mehr als jede zweite Lehrkraft nutzt Künstliche Intelligenz inzwischen regelmäßig für berufliche Aufgaben. Mit dem rasanten Tempo dieser Entwicklung hält die Schule allerdings nur teilweise Schritt. Das Deutsche Schulbarometer untersucht die Folgen erstmals ausführlich und beschreibt eine Profession, die sich neue Werkzeuge in kurzer Zeit angeeignet hat, deren pädagogischer Einsatz aber vielerorts noch am Anfang steht.

Die Autoren ordnen diese Entwicklung in den größeren Zusammenhang der Veröffentlichung von ChatGPT Ende 2022 ein. Generative KI-Systeme eröffneten neue Möglichkeiten für schulische Lehr- und Lernprozesse, stellten das Bildungssystem zugleich aber vor neue Herausforderungen. Bereits 2024 habe eine repräsentative Befragung der Vodafone Stiftung gezeigt, dass die Mehrheit der Jugendlichen KI-Anwendungen nutze – meist auf eigene Initiative und nicht angeregt durch Lehrkräfte.

Seitdem hätten sich die technischen Möglichkeiten nochmals erheblich weiterentwickelt. Für Lehrkräfte werde der kompetente Umgang mit KI deshalb immer wichtiger. Generative KI könne unter anderem bei der Erstellung von Unterrichtsmaterialien, der Differenzierung von Aufgaben oder bei individuellem Feedback unterstützen. Voraussetzung dafür sei allerdings, „dass Lehrkräfte über ein grundlegendes Verständnis der Funktionsweise sowie der Potenziale und Grenzen von KI-Systemen verfügen“. Deshalb fordere auch die Ständige Wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz einen „raschen und systematischen Ausbau von Fortbildungen zu generativer KI für Lehrkräfte“.

„Im Vergleich zum Vorjahr berichten Lehrkräfte häufiger von eigenen Erfahrungen mit KI-Anwendungen und nutzen entsprechende Tools insgesamt regelmäßiger für ihre berufliche Tätigkeit“

Die Dynamik dieser Entwicklung zeigt sich besonders im Vergleich zum Vorjahr. Während im Schulbarometer 2025 erst knapp ein Drittel der Lehrkräfte angegeben hatte, KI mindestens mehrmals im Monat beruflich zu nutzen, liegt dieser Anteil inzwischen bei 52 Prozent. Gleichzeitig stieg der Anteil derjenigen, die sich im Umgang mit KI sicher fühlen, von 38 auf 48 Prozent. „Die Ergebnisse des Schulbarometers 2026 zeigen, dass der Einsatz von KI im schulischen Kontext in kurzer Zeit deutlich an Bedeutung gewonnen hat. Im Vergleich zum Vorjahr berichten Lehrkräfte häufiger von eigenen Erfahrungen mit KI-Anwendungen und nutzen entsprechende Tools insgesamt regelmäßiger für ihre berufliche Tätigkeit. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass sich generative KI zunehmend als Werkzeug in der professionellen Praxis von Lehrkräften etabliert.“

Trotz dieser Entwicklung fühlt sich weiterhin etwa die Hälfte der Lehrkräfte im Umgang mit KI-Tools unsicher. „Diese Befunde weisen darauf hin, dass trotz einer zunehmenden Verbreitung entsprechender Anwendungen weiterhin ein erheblicher Unterstützungs- und Qualifizierungsbedarf besteht.“ Angesichts der hohen Dynamik technologischer Entwicklungen im Bereich generativer KI sei davon auszugehen, dass Lehrkräfte auch künftig vor der Herausforderung stünden, neue Anwendungen und Nutzungsmöglichkeiten kontinuierlich zu erschließen. Dazu passt, dass 52 Prozent der Befragten einen persönlichen Fortbildungsbedarf zum Einsatz von KI angeben.

Am häufigsten nutzen Lehrkräfte KI zur Erstellung von Unterrichtsaufgaben (64 Prozent), zur Unterstützung der Unterrichtsplanung (58 Prozent) sowie für die Kommunikation, etwa beim Formulieren von E-Mails (33 Prozent). „Die Ergebnisse verweisen zudem darauf, dass sich der Einsatz von KI derzeit vor allem auf unterstützende Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Unterrichtsvorbereitung konzentriert, etwa bei der Erstellung von Aufgaben oder der Planung von Unterricht. Andere Formen der Nutzung, etwa im direkten Unterrichtsgeschehen oder zur Unterstützung von Lernprozessen der Schüler:innen, spielen bislang eine deutlich geringere Rolle.“

„Dies könnte auch damit zusammenhängen, dass der pädagogisch-didaktische Einsatz von KI im Unterricht für viele Lehrkräfte noch mit Unsicherheiten verbunden ist oder entsprechende Anwendungen noch nicht in der Schule verfügbar sind“, heißt es weiter.

Gleichzeitig verändert KI den Unterricht bereits. Erstmals wurde erhoben, ob Lehrkräfte Schülerinnen und Schüler KI-Tools im Unterricht einsetzen lassen. Das Ergebnis: 29 Prozent tun dies bereits. Damit nutzt inzwischen knapp ein Drittel KI auch unmittelbar im Unterrichtsgeschehen.

Differenziert fällt auch die Einschätzung der pädagogischen Folgen aus. Besonders große Chancen sehen Lehrkräfte bei der individualisierten Lernunterstützung. 59 Prozent erwarten hier eher oder sehr positive Auswirkungen, lediglich neun Prozent überwiegend negative.

„Deutlich kritischer fallen die Einschätzungen hinsichtlich verschiedener fachlicher und überfachlicher Kompetenzen aus. Für mehrere dieser Bereiche überwiegen negative Erwartungen“, heißt es in der Studie. So erwarten jeweils 67 Prozent negative Auswirkungen auf das kritische Denken sowie auf soziale und kommunikative Fähigkeiten. 62 Prozent befürchten Nachteile für die Problemlösefähigkeit, 57 Prozent für Sprach- und Schreibkompetenzen. Auch Kreativität (55 Prozent) und Selbstständigkeit (53 Prozent) werden häufiger mit negativen als mit positiven Folgen in Verbindung gebracht.

Zwischen einzelnen Lehrkräftegruppen zeigen sich zudem Unterschiede. Jüngere Lehrkräfte und Kolleginnen und Kollegen mit geringerer Berufserfahrung nutzen KI häufiger und fühlen sich im Umgang mit den Anwendungen sicherer als ältere Lehrkräfte. Auch zwischen den Schulformen gibt es Unterschiede; insbesondere an beruflichen Schulen ist die Nutzung weiter verbreitet.

„Wer von Schulen den reflektierten und verantwortungsvollen Einsatz von KI erwartet, muss Lehrkräfte endlich besser unterstützen“

Für den Verband Bildung und Erziehung (VBE) zeigen die Ergebnisse vor allem eines: Die Schulen sind beim Einsatz Künstlicher Intelligenz schneller als die Bildungspolitik. „Künstliche Intelligenz ist in den Schulen längst angekommen. Während sich die Politik noch damit beschäftigt, Richtlinien zu verfassen, nutzen Lehrkräfte KI bereits selbstverständlich im Alltag, vor allem zur Unterrichtsvorbereitung, für die Planung und für organisatorische Aufgaben. Das ist kein Zukunftsthema mehr, sondern gelebte Praxis im Schulalltag“, erklärt Bundesvorsitzender Tomi Neckov.

Daraus folge ein klarer Handlungsauftrag an die Bildungspolitik: „Für den VBE ist klar: Wer von Schulen den reflektierten und verantwortungsvollen Einsatz von KI erwartet, muss Lehrkräfte endlich besser unterstützen. Es braucht verlässliche Fortbildungsangebote, klare pädagogische Orientierung und rechtliche Rahmenbedingungen, die den Schulen Sicherheit geben, statt sie zu bremsen. KI kann Unterricht und Schulorganisation sinnvoll entlasten – aber nur, wenn die Politik die nötigen Voraussetzungen schafft.“

Auch der Deutsche Philologenverband sieht in den Ergebnissen einen Beleg dafür, dass Lehrkräfte die Digitalisierung der Schulen derzeit weitgehend aus eigener Initiative vorantreiben. „Lehrkräfte haben KI längst in ihren Arbeitsalltag integriert – oft ohne ausreichende kultusministerielle Leitplanken, ausreichende Infrastruktur oder rechtlich zureichende Begleitung. Die Bildungspolitik hat hier einen Batzen Hausaufgaben zu erledigen“, erklärt die Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Prof. Susanne Lin-Klitzing, „um das aktuelle Missverhältnis von kommerziellen und staatlichen Angeboten flächendeckend sicher und bildungsgerecht weiterzuentwickeln.“

Die Studie beschreibt eine Entwicklung, die erst am Anfang steht. Künstliche Intelligenz hat den Arbeitsalltag vieler Lehrkräfte bereits grundlegend verändert. Im Unterricht selbst bleibt ihr Potenzial dagegen bislang vielfach ungenutzt. Ob sich das ändert, hängt nach Einschätzung der Autoren weniger von der technischen Entwicklung als von der Qualifizierung der Lehrkräfte ab. Fort- und Weiterbildungsangebote könnten deshalb „eine wichtige Rolle dabei spielen, Lehrkräfte beim reflektierten und pädagogisch sinnvollen Einsatz dieser Technologien zu unterstützen“. News4teachers

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28 Kommentare
Tanya
23 Tage zuvor

Ja, all diese Formen bringen uns weiter, KI, tablets, Computer, Handys sorgen dafür, dass wir digitaler werden. Wir müssen das üben und sollten 1 Tag pro Woche Homeschooling / Homeoffice machen.
Haben die Eltern ja auch fast alle, zumindest die Akademiker.

Stiller Beobachter
23 Tage zuvor
Antwortet  Tanya

Mir geht dieser Mist auf den Keks. Unter jedem Post muss irgendwas fabuliert werden von wegen Homeschooling und vier Tage Woche usw.

Was soll das denn? (außer Leute zu nerven und zu trollen…)

S.B.
22 Tage zuvor

Das macht die KI schon automatisch.

Pit2020
23 Tage zuvor
Antwortet  Tanya

@Tanya

„Haben die Eltern ja auch fast alle, zumindest die Akademiker.“

Ach Tanya, Liebes!
Nicht nur die Akademiker – alle, wirklich alle! Doch, klar, ganz sicher …
Und es werden immer mehr:

„Volkswagen will nach Angaben des Betriebsrats mindestens drei Werke in Deutschland schließen und zehntausende Arbeitsplätze abbauen. Alle verbleibenden Standorte sollen schrumpfen.“
https://www.zdfheute.de/wirtschaft/unternehmen/vw-werke-schliessungen-deutschland-arbeitsplaetze-100.html

Nur weil die Bot-Arbeitsgruppe auch immer die Autobauer anführt.

Algorithmische Grüße! 😉

Sepp
22 Tage zuvor
Antwortet  Tanya

Ja, all diese Formen bringen uns weiter, KI, tablets, Computer, Handys sorgen dafür, dass wir digitaler werden.

Genau, Kinder vor Smartphones und Tablets zu parken bringt und gesellschaftlich weiter und führt auf gar keinen Fall dazu, dass Kinder und Jugendliche vereinsamen…
Ansonsten verweise ich mal wieder auf Corona, da hat es ja alle so wunderbar geklappt!

dass wir digitaler werden. Wir müssen das üben

Wer muss was üben? Die Kinder müssen lernen, wie man in Videokonferenzen und von zu Hause aus arbeitet? Weil sie sonst den Anschluss verlieren?
Nur gut, dass die heutigen Arbeitnehmer das vor 15-30 Jahren in ihrer Schulzeit schon so gut geübt haben, sonst hätten sie das während Corona nie geschafft. Denn in Ihrer kleinen Welt lernt man offenbar nur bis ins Jugendalter und danach gar nichts mehr…

und sollten 1 Tag pro Woche Homeschooling / Homeoffice machen.

Gerade erst gelesen: Quasi 100% aller Lehrer arbeiten (rechnerisch) mindestens einen Tag pro Woche im Homeoffice.
Bei einem Unterrichtsdeputat von 24,5 Stunden und mindestens 8 Stunden zusätzlicher Arbeit zu Hause (Vorbereitung, Korrekturen usw.) haben Sie doch Ihren Homeoffice-Tag.

Haben die Eltern ja auch fast alle, zumindest die Akademiker.

Letzte Woche war ich beim Arzt, wurde – auf dem Wohnzimmertisch liegend – untersucht. Er hat mich dann weitergeschickt zu seinem Kollegen, der das CT auf der Sonnenterasse aufgebaut hatte. Was für ein wunderbares Erlebnis, geplant von einem Bauingenieur, der sich die Sonnenterasse nie angeschaut hat, weil er eben nur von zu Hause arbeitet…
Später ging es dann noch zum Apotheker im Homeoffice. Der lagert seine Zauber-Pillen im Arbeitszimmer; diese werden von einem anderen Pharmazeuten in der heimischen Waschküche unter GMP-Bedingungen produziert. Gut, dass er sich an die Regularien hält, sonst müsste er nämlich beim Richter in dessen Wohnzimmer antanzen und bekäme keinen Kuchen, sondern Schimpfe…

Meiomei
21 Tage zuvor
Antwortet  Sepp

Musste gerade wieder an meine Bekannte denken, die mit einem Besitzer eines Zahnlabors verheiratet war und sich darüber beschwert, das Zahnärzte in ihrem „Badezimmer“ Leistungen erbracht, für die sie in ihrem Labor nur mit einigen hygenischen Auflagen erbringen durften.

GBS-Mensch
22 Tage zuvor
Antwortet  Tanya

Man sollte vorsichtig sein, mit dem was man sich wünscht.

Es ist wahrscheinlich heute schon möglich, wenn nicht dann in ein paar Jahren, Unterricht mittels VR und KI, KI-Agenten zu „simulieren“.
Wahrscheinlich ist KI noch treffsicherer dabei, den Schülern nach ihren Bedürfnissen die richtigen Aufgaben zu servieren.

Schule und (verbeamtete A13-A16) Lehrer wird dann kein Mensch mehr brauchen. Wenn man die Schüler zu Betreuungszwecken dann trotzdem noch in Schulen fercht, dann wird da höchstens noch ein halb so teurer Erzieher stehen, der darauf aufpasst, dass sich die Kinder/Jugendlichen im Raum nicht gegenseitig den Schädel einschlagen oder auf den Boden urinieren.

MadMax
17 Tage zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

Es gibt bereits Schulen, in denen hauptsächlich KI „unterrichtet“ und keine klassischen Lehrer haben.

https://alpha.school/chicago/

MadMax
17 Tage zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

PS: kostet auch nur 55.000$ pro Jahr. Die Frage ist nur, ob das auch in Roseland, Englewood und West Garfield Park funktionieren würde mit dem Budget einer öffentlichen Schule.

Mr. Smith
11 Tage zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

Sie haben keine Ahnung vom Lernen, wenn sie denken soziale und emotionale Komponenten wurden keine Rolle spielen

Ute
23 Tage zuvor

Nur mit KI, tablets und Digitalunterricht bauen wir modernen Unterricht. Pirvatschulen üben das schon seit Jahren und wir bekommen es weder bei Hitze noch bei Schnee und Eis hin. Wisst ihr was das ist?
Es ist erbärmlich 🙁
Gleichzeitig schlechte und hohe Arbeitszeiten in Präsenz, geringes Gehalt und keine Extras. Mies.

dickebank
23 Tage zuvor
Antwortet  Ute

Selbstverschuldetes Elend.

Pit2020
23 Tage zuvor
Antwortet  Ute

@Ute

Ach Ute!
In einem Punkt haste recht:
„Es ist erbärmlich“ … diese öde Dauerlaberschleife der üblichen Worthülsen. 🙁

Algorithmische Grüße! 😉

Heinz
23 Tage zuvor

Kann ich auch schlecht mit den Schülern nutzen, wenn wir keine Schülergeräte haben, kein ordentliches Internet und nicht jeder Schüler immer ein Handy dabei hat.

Meiomei
21 Tage zuvor
Antwortet  Heinz

Zur Beruhigung. Selbst wenn sie das in der Schule haben, bedeutet das lange nicht, dass es zu Hause alles rund läuft.

unfassbar
23 Tage zuvor

Für die Unterrichtsvorbereitung finde ich KI in der Tat ganz praktisch. Im Unterricht bringt sie aufgrund der Fächer abgesehen von Selbstbetrug nicht viel. Den Modus „Reagiere nur mit Gegenfragen, die trotzdem zur Lösung führen“ mag ich nicht, finde ich sehr anstrengend.

DerechteNorden
22 Tage zuvor

Tanya, Ute, Petra …
Die Auswahl der Namen der Bots ist sehr frauenlastig. Mich als Frau macht das schon irgendwie stutzig.

DerechteNorden
22 Tage zuvor

Man darf nicht vergessen, dass es im Unterricht sehr viel um Interaktion geht. Von daher ist es kein Wunder, dass KI während des Unterrichts nicht so viel zum Einsatz kommt.
Ich bin außerdem der Meinung, dass man in Schule zwar den Umgang mit KI üben sollte, den Gebrauch allerdings nicht überstrapazieren darf.
Mir ist nicht klar, wie sich einige die Schule von morgen eigentlich vorstellen. Offensichtlich ja so, dass menschliche Lehrkräfte überflüssig sind.
Zwar könnte mir das komplett egal sein, weil ich dann im Ruhestand sein werde, allerdings halte ich eine solche Entwicklung für gesellschaftsschädigend.

Stiller Beobachter
21 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Liegt die Stärke der Lehrkräfte nicht in der persönlichen Beziehung und der invidiuellen Förderung?

Vielleicht sollte KI eben nicht genutzt werden um Lehrkräfte überflüssig zu machen sondern die verfügbare Zeit für die Stärken einer Lehrkraft zu maximieren.

Ich bin ja seit jeher eher skeptisch wieviel Mehrwert es bringt Lehrkräfte Wochen über Wochen elendig lange Texte aus zb. Deutschklausuren zu korrigieren. Das ist sowieso größtenteils subjektiv und nicht replizierbar und kostet einfach nur Zeit, die generell verloren ist.

Sepp
22 Tage zuvor

Natürlich kann man als Lehrkraft eine „KI“ (eher: ein LLM) nutzten, um Ideen zu sammeln, einen Text zu vereinfachen, repetitive Aufgaben zu automatisieren oder sich z.B. ein Symbolbild erstellen zu lassen. Da man selbst die Fachkenntnisse hat, kann man die Ergebnisse auch überprüfen und ggf. korrigieren.
Das eigentliche Erstellen von Material ist auch nicht die Hauptaufgabe von Lehrkräften, sondern nur ein Mittel, um passendes Material für den Unterricht zu haben.

Schüler haben eben noch nicht die benötigten Fachkenntnisse. Sie bekommen die Aufgaben nicht, damit diese „erledigt werden“, sondern damit sie bei der Bearbeitung etwas lernen.
Es bringt also nichts, wenn die Schüler sich Aufgaben bearbeiten lassen.

Natürlich könnten Schüler LLMs auch nutzen, um z.B. Ideen zu sammeln oder ihre Lernprozesse zu unterstützen.
Wenn ich versuchsweise naturwissenschaftliche Projekte mit LLMs brainstorme und plane, komme ich früher oder später immer zu dem Punkt, dass das LLM haluziniert. Es fällt mir aufgrund meines Fachwissens auf, dass etwas nicht stimmt.
Oder ich lasse mir Texte zusammenfassen, vergleiche Zusammenfassung und Text und merke, dass die „KI“ bei einigen Aussagen den Sinn entstellt.

Schon Erklärvideos im Internet enthalten oft fachsprachliche und fachliche Fehler. Aber die kann man vorher sichten und seinen Schülern bestimmte Videos empfehlen.
Bei Facharbeiten ist es meine Aufgabe, die Schüler engmaschig zu betreuen und notfalls einzugreifen, wenn etwas gar nicht oder in die falsche Richtung läuft.

Bei wem liegt aber die Verantwortung, wenn ein Schüler z.B. Experimente für eine Facharbeit mit LLMs plant, alles schief geht und er ein mangelhaftes Ergebnis erzielt?
Wessen Verantwortung ist es, wenn jemand in meinem (!) Unterricht LLMs nutzt, um seine Lernprozesse zu steuern, automatisch (fehlerhafte) Lernzettel erstellt und dabei falsche Dinge lernt?
Ich denke, solche Aspekte sind ein Grund, LLMs nicht flächendeckend im Unterricht einzusetzen…

Stiller Beobachter
21 Tage zuvor
Antwortet  Sepp

Die Antwort ist recht simple: egal, ob ich Bücher, Videos oder LLM nutze, ich hin selbst für das Ergebnis verantwortlich.

Ist doch auch nichts anderes als mit anderen Quellen, nur dass noch eine weitere dazu kommt.

Diese Diskussion, ob und und wie llms im Unterricht eingesetzt werden gibt es vermutlich auch bei uns.

Es würde ja auch niemand darüber diskutieren, ob ich für eine Facharbeit Bücher aus der Bibliothek ausleihen darf oder nicht. Wobei auch die Diskussion hier bestimmt mal geführt wurde…

Canishine
16 Tage zuvor

Der Unterschied der Quellen liegt darin, dass die Informationen aus einem LLM nicht verbindlich sind. Niemand ist bei Fehlern ansprechbar. Bei einem Buch schon, abgesehen davon, dass es schon im Vorfeld auf Fehler kontrolliert wurde. Schon bei Wikipedia gibt es da ähnliche Probleme. LLMs sind demnach eigentlich keine „richtigen“ Informationsquellen, auch wenn sie so verwendet werden.

Sepp
16 Tage zuvor
Antwortet  Canishine

„Bei einem Buch schon, abgesehen davon, dass es schon im Vorfeld auf Fehler kontrolliert wurde.“

Ich hatte selbst schon das Problem, dass mir Leistungskurs-Schüler in einer Klausur etwas völlig Falsches (und Unsinniges) geschrieben haben. Auf Rückfrage haben sie mir dann ganz verwundert erklärt, das hätten sie so in einem Erlärvideo gesehen.
Wenn ich Videos nenne, kann ich zumindest vorher kontrollieren, ob es korrekt ist.

Selbst wenn wir in unseren Formulierungen ein LLM befragen, bekommen wir mitunter ganz andere Antworten Schüler, der auch zum Thema fragt.

Wirklich problematisch finde ich es, wenn Schüler das nicht zu Hause machen, sondern wenn das in meinem Unterricht geschieht und die Schüler dann mit Fehlvorstellungen aus meinem Unterricht gehen.

Schade Marmelade
22 Tage zuvor

Ich benutz KI in allen Bereichen des Schulalltags, ausser direkt im unterricht. Wieso? Weil Ki einfach unheimlich viel Bullsh.. macht. Wenn ich Arbeitspläne erstelle kann ich die Fehler korrigieren. Elternbriefe lese isch auch nochmal und Differenzierungen gucke ich ebenfalls durch. Direkt im Unterricht kann ich das nicht immer.
KI phantasiert zu viel und gibt zu viele falsche Antworten und hat zu oft, gerade im deutschen Anwedungsgebieten Fehler und falsche Daten. Das ist genauso wie „kahoot“ ein wunderbares tool um Englisch spielerisch zu lernen, aber unheimlich viele Fehler.

Tom
22 Tage zuvor

Wie soll man denn KI im Unterricht sinnvoll einsetzen? Das geht noch punktuell in unteren Klassen, wenn man mal in der 7. Klasse den Schülern zeigt, wie sie sich von der KI ein Feedback zu eigenen Ergebnissen holen.
Aber ab Klasse 9 haben bei uns alle Schüler ein (privates) Tablet. Sobald das auf dem Tisch liegt, geben 80% der Schüler JEDE Aufgabenstellung in die KI ein und schalten ihr Gehirn ab. Anfangs hatte ich in Informatik noch einen eigenen KI-Assistenten genutzt, der Schülern Fehlermeldungen erklärt ohne komplette Lösungen auszuspucken. Inzwischen auch zwecklos, weil sie sich lieber von ChatGPT den fertigen Code zeigen lassen ohne irgendwas davon zu verstehen.
Fazit: Entweder analog arbeiten wie vor 5 Jahren. Oder mit KI, dann sind es aber nur die ohnehin schon besten 20% der Schüler, die sich sinnvolle Erklärungen holen und dadurch noch besser werden. Den anderen kann man noch so sehr versuchen klar zu machen, wie sie die KI sinnvoll nutzen könnten – sie tun es einfach nicht.

Meiomei
21 Tage zuvor
Antwortet  Tom

Bin bei Ihnen. Die Grundlagen für die Nutzung von KI sind schreiben, lesen, rechnen und Zusammenhänge verstehen und der Willen, sich mit den Ergebnissen auseinander zusetzen.

Die beschriebene Vorgehsweise ist auch bei der Taschenrechneranwendung bekannt.
Der Tschenrechner hat das so ausgespuckt, also muss es so stimmen.

Maybe
20 Tage zuvor

Wo gibt’s das KI-Flüstermännchen für die Schulter liebe @ Redaktion ?
Meine Frau wünscht sich so eins.
Sie findet es putzig und praktisch.
Mein Einwand „stimmt nicht immer, was die KI sagt“ wurde liebevoll mit: „Ich hör ja auch nicht immer auf dein Flüstern“ getoppt – also brauchts ein Männchen.