Arbeitgeber fordern Schulöffnungen ab Pfingsten – unabhängig vom Infektionsgeschehen

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HANNOVER. Die Zeit ohne Unterricht in der Schule war lang genug, finden mehrere Arbeitgeberverbände. Sie fordern eine schnelle Rückkehr in die Klassenräume – unabhängig von Inzidenzwerten. Bei der Bildungsgewerkschaft GEW stößt das auf Kritik.

Die Corona-Mutation B.1.1.7 rückt die Debatte um Kita- und Schulöffnungen in ein neues Licht. Illustration: Shutterstock

Mehrere Arbeitgeberverbände in Niedersachsen fordern, dass die Schulen spätestens ab Pfingsten wieder öffnen und mindestens im Wechselmodell unterrichten. Ansonsten drohe den Kindern, dass sie bis nach den Sommerferien über 44 Wochen nicht im Klassenraum gesessen haben. «Die Kollateralschäden der Corona-Politik für die Bildung und Entwicklung von Kindern und Jugendlichen sind jetzt schon enorm, aber diese Aussicht ist schlichtweg eine Katastrophe», sagte der Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände im Haus der Industrie, Volker Schmidt. An einen Inzidenzwert oder die weitere Entwicklung der Fallzahlen knüpfte er die Forderung nicht.

Schmidt betonte, gerade für Kinder aus «sozial schwächeren» Familien, deren Eltern es schwerfalle, für eine vernünftige technische Ausstattung zu sorgen und beim Lernen zu helfen, sei das Homeschooling schwierig. Viele Kinder hätten ohne Schule zudem kaum Kontakt zu Gleichaltrigen und bewegten sich zu wenig.

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hatte zuletzt die Hoffnung geäußert, dass der Präsenzunterricht ab Mitte Mai bis zu einer Sieben-Tage-Inzidenz von 165 ermöglicht werden könnte. So sieht es auch die sogenannte Bundes-Notbremse vor. Bisher müssen die Schulen in Niedersachsen aber bereits ab einer Inzidenz von 100 in den Distanzunterricht wechseln. Das werde auch absehbar so bleiben, hatte eine Sprecherin von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) nach Tonnes Äußerungen erklärt.

Die Bildungsgewerkschaft GEW kritisierte den uneingeschränkten Ruf der Arbeitgeber nach schnellen Schulöffnungen. «Der Inzidenzwert ist zwar nicht der alleinige Maßstab, aber ihn plötzlich völlig zu ignorieren, wäre absolut unverständlich», sagte Landeschefin Laura Pooth. Das gelte jedenfalls so lange, wie Hygiene, Testungen und Impfangebote noch nicht vollständig umgesetzt seien.

«Schule ist weit mehr als eine Aufbewahrung für Kinder, damit die Eltern arbeiten gehen können», betonte Pooth. «Ein andauerndes Hin und Her von alten und neuen Regelungen hilft niemandem, das muss endlich aufhören.» Die Krise habe außerdem gezeigt, wie notwendig weitere Investitionen in die Schulen seien. Im Haus der Industrie sind insgesamt 14 Arbeitgeberverbände vertreten, darunter Niedersachsenmetall. News4teachers / mit Material der dpa

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45 KOMMENTARE

  1. „Mehrere Arbeitgeberverbände in Niedersachsen fordern, dass die Schulen spätestens ab Pfingsten wieder öffnen und mindestens im Wechselmodell unterrichten. Ansonsten drohe den Kindern, dass sie bis nach den Sommerferien über 44 Wochen nicht im Klassenraum gesessen haben. «Die Kollateralschäden der Corona-Politik für die Bildung und Entwicklung von Kindern und Jugendlichen sind jetzt schon enorm, aber diese Aussicht ist schlichtweg eine Katastrophe», sagte der Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände im Haus der Industrie, Volker Schmidt.“

    Wo man hinschaut … nur noch Kinderfreunde!
    Nette Menschen, die vorher einfach noch nie gesehen wurden, wie sie wirklich (!!!) sind – eben Kinderfreunde.
    Bloß gut, dass sich das gerade so ändert und sie jetzt Gehör finden.
    Ab jetzt kann alles besser werden.
    Ja!
    Ich glaube fest daran.
    Glaubt alle mit – ganz feste.
    Ooooohhhhh, kommt schon, ihr müsst aber auch wirklich ALLE mitmachen!

    Übrigens, hiermit hat das alles nichts, aber auch gar nichts zu tun:
    https://www.youtube.com/watch?v=o9KGwcnfnPo

    Nee, ehrlich nicht, ehrlich nicht …

    Und demnächst sagt euch der liebe Onkel Volker Schmidt, (den vorher niemand so wirklich auf dem Schirm hatte), was er denn tatsächlich unter „Kollateralschäden der Corona-Politik für die Bildung und Entwicklung von Kindern und Jugendlichen“ versteht …
    😉

    • Ja…v.a. sind die Arbeitgeberverbände genau die qualifizierte Institution, um über pandemiebedingte Maßnahmen in Bildungseinrichtungen zu entscheiden resp. dazu Empfehlungen zu machen oder Forderungen zu stellen.
      Wir stellen uns mal vor, was passiert, wenn diese Praxis sich durchsetzt:
      Mitglieder der Belegschaft einer großen Firma sind durch äußere Bedingungen schwer erkrankt. Die Gesundung dauert seine Zeit. (z.B. eine Krebserkrankung – herbeigeführt durch gesundheitsbelastende Arbeitsbedingungen.)
      Der Patient wird in Therapie genommen, zunächst Bestrahlungen, um das Krebsgeschwür zu verkleinern, dann folgt die OP, dann weitere Bestrahlungen, die erneutes Metastasieren verhindern soll, zwischendurch Reha-Maßnahmen, damit der Patient wieder auf die Füße kommt, – es es muss in einer weiteren oP nachgearbeitet werden, weil man beim ersten Eingriff nicht alles erwischt hat, Wiederholung des Prozederes von oben…geplante Dauer: 6 Monate, tatsächliche Behandlung 9 bis 12 Monaten….und der Arbeitgeber fordert nach 4 Monaten, dass der Betriebsangehörige wieder an seinen Arbeitsplatz zurückkehrt, weil die Absenzezeiten schon lange genug gedauert haben. Alle Ärzte sprechen dagegen, beschreiben die zu erwartenden Rückschläge – die voraussichtliche Wirkung einer verfrühten Beendigung der durchzuführenden Behandlung ist der Exitus – aber der Arbeitgeber besteht darauf, dass die Mitarbeiter in die Firma zurückkommen…bestechende Argument ist, dass das alles viel zu lange dauert…
      Jaja, ich weiß genau, warum wir uns dringend an die Empfehlungen von Experten halten sollten…und nicht auf die Forderungen von Interessenverbänden. Denen sind die eigenen Interessen immer wichtiger als die anderen Menschen.
      „Schuster, bleib bei deinen Leisten!“

  2. Wenn den Arbeitgeberverbänden die Bildung der Kinder so am Herzen liegt, sollten sie den Schulen Luftfiltergeräte spendieren, damit der Unterricht einigermaßen geschützt vonstatten gehen kann.

    Was hindert die Arbeitgeber daran, ihre Betriebe und Arbeitsstätten zu sicheren Orten zu machen, durch den Einbau von. Luftfilteranlagen…?
    FFP2 Masken am Arbeitsplatz und entsprechende Pausen wären auch von Vorteil.

    So wären die Infektionszahlen schon längst deutlich niedriger und Präsenzunterricht könnte seit längerem stattfinden.

    • Genau das war beim Lesen des Artikels auch mein Gedanke.
      Niemand hindert dienArbeitgeberverbände daran, durch kräftige Finanzspritzen oder Engagement beim Einkauf für sichere Schulen durch Luftfilter und gute PCR-Lolli/Pool-Tests zu sorgen.

      Nicht immer nur fordern – auch mal etwas tun!

    • @Koogle

      Stimme voll zu!

      Und – auch über Arbeitsschutz im eigenen Betrieb nachdenken und entsprechend umsetzen.

      Denn – die psychischen Belastungen von Kindern sind nicht nur groß, wenn wegen Corona die Schulen dicht sind (gibt’s da überhaupt welche?), die psychischen Belastungen sind auch groß, wenn durch permanente Überlastung und Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren, die Eltern „am Rad drehen“ und nicht genügend Kraft haben, sich um ihre Kinder zu kümmern.

      Auch viel Arbeit auf wenige Schultern verteilt wirkt sich negativ aus.

      Auch zu wenig Geld und daher doppelter Job wirkt sich negativ aus.

      Und wisst ihr was?! Hieran sind die Lehrer nun endlich mal nicht Schuld!

      Liebe Arbeitgeberverbände aus Niedersachsen,

      eure „Sorge“ um das Wohlergehen von Kindern und Jugendlichen ist derart scheinheilig, lächerlich und dumm – welche Knalltüte hat euch nur geraten, diese Unglaubwürdigkeiten zu veröffentlichen?

  3. „Schmidt betonte, gerade für Kinder aus «sozial schwächeren» Familien, deren Eltern es schwerfalle, für eine vernünftige technische Ausstattung zu sorgen und beim Lernen zu helfen, sei das Homeschooling schwierig.“
    Mir kommen die Tränen.
    Es handelt sich bei diesen Eltern nicht zufällig um die, die nicht im Homeoffice arbeiten können, ihre Kinderkrankentage voll auschöpfen müssen und in ihren prekären Jobs nicht immer zur Verfügung stehen ?

    • „Es handelt sich bei diesen Eltern nicht zufällig um die, die nicht im Homeoffice arbeiten können, ihre Kinderkrankentage voll auschöpfen müssen und in ihren prekären Jobs nicht immer zur Verfügung stehen ?“ Das war auch mein Gedanke…

  4. Warum liest man solche Forderungen, nicht aber eine Erklärung, dass die fraglichen Arbeitgeberverbände für die betroffenen Schulen Luftfilter und Plexiglasfilter anschaffen wollen?

    Fordern kann man vieles… aber das darf nicht auf Kosten der Gesundheit anderer gehen.

    Wenn denen das so wichtig ist, warum setzen sie sich dann nicht für den nötigen Gesundheitsschutz ein?

    • Ganz einfach: weil denen der Gesundheitsschutz – zumal, wenn er außerhalb ihres Betriebes stattfindet und sie dann nicht zur Rechenschaft gezogen werden können – scheißegal ist.
      „Meine Firma, meine Mitarbeiter, meine Auto, meine Villa, meine Yacht und meine „Reitlehrerin“ – ein bisschen Spaß muss ja auch sein – und der Rest ist mir dich wumpe!!“

      Die Rückkopplung, dass in einer Gesellschaft alle daran beteiligten Gruppen Einfluss auf pandemisches geschehen haben, und dass man deshalb an möglichst allen Stellen aktiv gegen Infektuonen vorgehen muss (z.B. durch die Installation von Luftfilteranlagen in Schulen, wenn ich will, dass diese verantwortbar geöffnet bleiben, damit meine Arbeitsbelegschaft als Elternteile ihren Job machen können, weil deren Kinder in der Schule verlässlich und größtmöglich sicher unterrichtet werden können, ohne Infektion nach Hause zurückkehren und nicht meine Arbeitnehmer*innen anstecken, die es wiederum in meinen Betrieb hineintragen usw. usf) – diese Rückkopplungsleistung scheinen nicht erbracht zu werden…systemische Denken hört am eigenen Fabriktor auf … oder , was noch schlimmer ist – eine ausgewachsene Gleichgültigkeit gegenüber Teilen der Bevölkerung und eine Verantwortungsverschiebung anndie Politik….sollen die doch machen – aber natürlich zu unseren Bedingungen.

  5. Ich finde es schön das sich die Arbeitgeberverbände endlich mal der sozial schwächeren Annehmen. Scheint mir ein Paradigmenwechsel zu sein bisher war das ja nicht so deren Schwerpunkt.

    • @Johannes

      Das war ironisch – oder?

      Kein Arbeitgeberverband denkt, handelt oder entscheidet nach den Bedürfnissen seiner Arbeiter!

      Es sei denn, es kommt nicht mehr Kohle in die eigenen Taschen.

      Und dann dürfen die Kinder herhalten – einfach nur schamlos!

  6. Um es zu was zu bringen im Leben ist es eben erforderlich, dass man über extrem wenig Schamgefühl verfügt.
    Die Arbeitgeberverbände sind da ein Paradebeispiel.
    Diese Leute haben in der Pandemie Milliarden an Kurzarbeitergeld von Staat bekommen. Das hat sie aber nicht davon abgehalten Renditen zu zahlen die teilweise höher waren als vor der Pandemie.
    Sie haben mit ihrer Macht maßgeblich zu den hohen Inzidenzen beigetragen indem sie mit der Arbeitslosigkeitskeule jegliche Infektionsschutzmaßnahmen in der Wirtschaft und teilweise auch in den Schulen geblockt haben. Zwei Haupttreiber der Pandemie waren so dem Zugriff der Schutzmaßnahmen weitgehend entzogen.
    Selbst relativ milde Maßnahmen wie die Testpflicht am Arbeitsplatz und das Homeoffice wurden mit meist leeren Versprechen von freiwilligen Maßnahmen ewig verzögert.
    Als es dann verpflichtend wurde war der Untergang des Abendlandes nahe. In der arbeitgebernahen Presse und vor allem in der Bild sah man weinende Manager die sich vor Schmerz und Gram am Boden wälzten und prophezeiten, dass diese Kosten das Ende der Wirtschaft bedeuten. Millionen von Arbeitslosen drohen, Armut für ganz Deutschland. Wie sollen solch fast mittellosen Unternehmen denn die enormen Kosten von 5 bis 6 € für zwei Tests pro Woche verkraften?

    Alleine Lufthanse hat Milliarden an staatlicher Hilfe erhalten und es dabei noch durchgedrückt, dass der Staat trotzdem extrem wenig Einfluss auf das Unternehmen erhält.
    Der selbe Staat hatte dann leider keine Milliarde für Luftfilter an Schulen übrig. Absolut unbezahlbar!
    Ist schon klar SuS und LuL können eben nicht fliegen. Sind selber schuld. Das der Staat, der eine Milliarde für Luftfilter nicht aufbringen konnte, jetzt 2-3 Milliarden für Nachhilfe aufbringt steht auf einem anderen Blatt. Mit Luftfiltern hätte es keinen Distanzunterricht gegeben und damit auch keinen Grund für ein Nachhilfeprogramm.
    Wie gesagt, darüber nach zu denken macht nur Kopfweh, also Schluss damit.

    Was mich jetzt noch beunruhigt ist die Tatsache, dass die Arbeitgeber jetzt auf dem Weg sind die Impfung durch die Betriebsärzte durch zu drücken.
    Klar, klingt auf den ersten Blick sehr gut. ich befürchte aber, dass diese Leute genug Einfluss haben sich große Anteile des zur Verfügung stehenden Impfstoffs für ihre Betriebsärzte zu sichern.
    Personen außerhalb der ersten drei Priorisierungsgruppen, die nicht in den Betrieben arbeiten, werden dann, unabhängig vom Alter, erst mal bis zum St. Nimmerleins-Tag auf die Impfung warten.
    Zuerst muss noch der Hund des Vorstandsvorsitzenden von VW durch den Betriebsarzt geimpft werden. Sie wissen schon, sonst ist die Wirtschaftsleistung in Gefahr.

    Merke, ohne Skrupel, ohne Schamgefühl und ohne Charakter geht es besser.
    Kanzlerkandidaten, die kein Schwein als Kanzler will, boxen sich durch.
    America first.
    Alles mit Erfolg.
    Bei den Arbeitgebern läuft das genau so. Alles für die Wirtschaft, am Besten nichts für den Rest der Nation. Die sind nur cleverer, die sagen es nicht offen sondern tarnen es mit scheinheiligen Geschwätz und versteckten Drohungen.

  7. Die Arbeitgeberverbände sollten ihre Angestellten regelmäßig testen und Hygienemaßnahmen in ihren Betrieben durchsetzen. Wegen denen haben wir doch die hohen Inzidenzen. Wenn ich sowas lese, könnte ich echt kotzen! Sollen sich doch erstmal um ihren eigenen Mist kümmern. Unfassbar!

  8. Die Arbeitgeberverbände machen sich Sorgen um die ˋ sozial Schwachen ´ und möchten die Kinder nach Pfingsten wieder in der Schule sehen . Und sie bewegen sich zu wenig . Da kommen einem die Tränen . Vielleicht sollte man ihnen einmal erklären , dass die ˋ Kollateralschäden viel größer sind , wenn die Kinder ihre Eltern infizieren und sie dann schwer erkranken oder sterben . Man muss auch an die mindestens sechs Wochen Lohnfortzahlung denken , die dann die Unternehmen belasten . Also : Wieder einmal extrem kurz gedacht .

  9. Damit wird wieder klar, was Schule für Arbeitgeber (übrigens nicht nur für diese) ist: eine Betreuungsanstalt, damit die Eltern wieder „ungestört“ arbeiten können.
    Würde den Arbeitgebern Schule am Herzen liegen gäbe es viele Möglichkeiten dies zu zeigen. Aber das würde ja Geld kosten. So viel ist Schule dann den Arbeitgebern doch nicht wert.
    Die Arbeitsstätten blieben auf Kosten der SchülerInnen offen. Die Home-Office-Quote in der Wirtschaft war viel zu gering – entweder weil sie nicht konnten oder weil sie nicht wollten.

  10. @Koogle:Stimmt genau!!!!

    Die Arbeitgeberverbaende sitzen an der Quelle, sollten doch mal die Filteranlagen installieren lassen, damit die Kinder in die Aufsicht der Schule abgeschoben werden koennen und die Eltern problemlos springen koennen, wie die Arbeitgeber es verlangen.

    Egal, Kolleteralschaeden werden hin genommen.(ironie off)

    Fuer mich heisst das, Sch…. drauf wenn die Infektionszahlen hoch gehen, Longcovid oder gar der Tod ins Spiel kommen….

    Dieser Volker Schmidt (wer ist das ueberhaupt????) vom Arbeitgeberverband macht fuer mich nicht den Eindruck, das er an das Kindeswohl und Kollerteralschaeden in der Bildung denkt, sonst wuerde der nicht so sinnlos labern!!!
    Vielleicht sollte auch er mal „allemalneschichtmachen“.

  11. Wenn allen Lehrern bis dahin ein Impfangebot gemacht wurde, finde ich, dass es der richtige Weg ist. Wenn man sich die RKI Daten und weitere internationale wissenschaftliche Studien zu Covid- und Long-Covidverläufen bei Kindern anschaut, sind gesunde Kinder glücklicherweise nicht wirklich im Risiko. Für vorerkrankte Kinder ist die Möglichkeit einer Impfung in wenigen Wochen gegeben. Was spräche also dagegen?

    • @Alex

      Ein ziemlich „böser“ Gedanke … aber da ist was dran!
      😉
      Mal abwarten, was in den nächsten Tagen als Vorschlag von Arbeitgeberverbänden und/oder Parteien nachkommt …

    • Es bleibt nur noch Zynismus – Sie haben so recht!

      Hier zeigt sich nun glasklar, wer den KuMis bzw. „NuMis“ (ich erfreue mich meiner neuen Namensschöpfung für diesen Non-Culture-Club der Minister) permanent in den Ohren gelegen hat, damit die Schulen auf bleiben. Ein paar tote Eltern? Kein Problem. Solange die nicht in Massen sterben wie in Indien, brummt ja die Wirtschaft weiter. Und niedrigqualifizierte Arbeitskräfte lassen sich auch schnell wieder ersetzen. Hauptsache, sie fangen nicht an, sich um ihre Kinder kümmern zu wollen. Das stört die Wirtschaftskreisläufe.

  12. @Pit ….sicherlich kommt da nix, um das sie sich selber kümmern müssen oder was sie Geld kosten wird. Wie heißt es in „Findet Nemo“ als die Möwen im Hafen ihn – Nemo – auf dem Steg liegen sehen: „MeinsMeinsMeinsMeinsMeins…!!!“
    Dem ist leider nichts hinzuzufügen.

  13. Das war zu erwarten. Kaum fangen manche Bildungspolitiker an, halbwegs ihre Verantwortung zu erkennen und nicht nur ihren Lobbyflüsterern zu folgen, schon greifen die Arbeitgeber selbst ein, aus Angst, ihnen könnten die Felle davonschwimmen. Es scheint als habe man Angst davor, dass zu viele Eltern aus Verantwortung zu Hause bei den Kindern bleiben könnten, anstatt weiter in Fabriken und Verwaltungen für sie zu „ackern“ und dabei ihre Gesundheit aufs Spiel zu setzen.
    Also wird man, hopplahopp zum Sachverständigen aus eigenen Würden und proletet Weisheiten, gewürzt mit jeder Menge Rücksichtslosigkeit, in die Welt.
    Besser lässt sich nicht zeigen, wer wirklich die Staatslenker aus dem Hintergrund sind-oder unbedingt sein wollen, weil sie nun die Maske fallen lassen und unmittelbar Gehorsam einfordern.
    Milliarden an Zuschüssen, sowie wahrhaft erstaunlich gute „Zahlen“ selbst in der Pandemiezeit (obwohl man ja ständig jammert, wie schlecht es einem geht) sind diesen Herrschaften offensichtlich nicht genug.

  14. Kinder aus «sozial schwächeren» Familien – ich kann es einfach nicht mehr hören!

    Die gab es immer schon, wird es auch immer geben (…).

    Und hat „die Wirtschaft“ auch ihren ganz eigenen Beitrag zu sozial schwachen Familien geleistet, in den meisten Fällen diese sogar durch hemmungsloses Gewinnstreben erst erschaffen.

    Und jetzt interessieren die ärmsten der Armen auf einmal? Heuchlerischer geht es doch echt nicht mehr!

  15. Diese verlogenen, ahnungslosen Arschlöcher.

    Warum ich sowas sage? Weil ich mit genau diesen Jugendlichen arbeite, diesen armen hinten Runtergefallenen. Da liegen ganz andere Probleme vor, die nichts mit Technik etc. zu tun haben und eine Öffnung der Schulen wird – wegen genau diesen Schülern (aus kognitiven und sozial-moralischen Gründen wie vollkommener Verantwortungslosigkeit bei geschätzt 20-30%) – alles andere als gut werden.

    Diejenigen dieser armen Kids kommen schon gar nicht mehr in die Schule. Weil sie genau wissen, was los ist und wie ihre Mitschüler ticken.

    Jeder, der gerade nach grenzenloser Öffnung schreit, gehört mittelalterlich auf den Marktplatz gekarrt und mit faulen Tomaten beworfen.

    Asoziale dreckige Markt- und verwöhnte Spaßgesellschaft. Ich habe durch Corona Menschen verachten gelernt, dass es kracht. Unglaublich, wie ernste Probleme der Menschen kaschiert, manipuliert und dann auch noch benutzt werden.

    • Hass,
      ich hätte vor Corona nie geglaubt, dass ich einmal Meinungen wie Ihre verstehen könnte.
      Heute kann ich sagen, dass sich viele Mitmenschen völlig demaskiert haben und mir diese Verachtung nicht mehr fremd ist. Das größte Gejammer in dieser Pandemie kam von der satten und dummen Spaßgesellschaft, die auch bei 1000 Toten am Tag Öffnungen wollten und der widerlichste Zynismus dieser Krise war die Instrumentalisierung der finanziell Schwachen und der Kinder.

  16. Die Regierung hätte auch die Betriebe schließen müssen. So, wie die Gastronomie und den Einzelhandel. Dann hätten wir vielleicht keine 2. und 3. Welle gehabt und viele würden es ernster nehmen. So denken viele „aha, arbeiten darf ich, nur privat darf ich nichts mehr!“ Da kanns ja nicht schlimm sein.

    BITTE macht doch einfach mal nen kompletten Lockdown für 3 Wochen.

    • Das höre ich in unserem Umfeld leider auch oft. Und nachdem die Inzidenz in unserem Kreis etliche Tage gefallen ist, steigt sie nun wieder. Und mein Eindruck ist, dass es nicht nur eng zusammen wohnende Großstädter sind, bei denen sich die Infektionen verbreiten, sondern, wie bei uns im ländlichen Raum, Nachbarschaftsbesuche und familiäre Bindungen, die als „unbedenklich“ angesehen werden. Und viele mögen sich da eben nicht Abseitsstellung, obwohl sie vielleicht gern vorsichtiger wären.

    • @Susanne:
      Ja, darin liegt ein großes Problem! Allein durch Schulschließungen, Schließungen von Gastronomie, usw. erreicht man – außer, dass man die dort involvierten schützt – nichts. Wenn man Zahlen nach unten bringen will, um die Schulen wieder verantwortbar öffnen zu können, muss alles mal dicht gemacht werden. Ansonsten tingelt man bei trotzdem noch hohen Inzidenzen zwischen zwei Wochen Schule auf – eine Woche zu usw. Bis letztendlich irgendwann die Impfung Auswirkungen zeigt. Und das zermürbt auf Dauer.

  17. … Ford in Köln arbeitet bis zu den Betriebsferien noch genau ein Woche …

    Aber nicht wegen der Sieben-Tage-Inzidenz wird die Fertigung stillgelegt, nee, weil Chips für die Motorsteuerung fehlen. Erst kam das Virus aus China und jetzt keine elektronischen Bauteile.

  18. Das ist nicht nur bei Ford so. Daimler, VW Audi und BMW haben auch schon Schichten runtergefahren und Leute in Kurzarbeit geschickt. Wirkt sich ebenso auf die Zulieferer aus. Wenn kein Auto gebaut wird, braucht man auch keine Teile. Gar keine Teile. Und das nicht mal direkt wegen corona, sondern wegen albernen Chlps. Und das beste ist … warum gibt es keine Chips mehr für die Autobauer. Sehr simpel … weil wegen corona und der sinkenden verkaufszahlen letztes Jahr die Chips stoniert worden sind. Die haben auf ein anderes Pferd gesetzt, nämlich die Unterhaltungselektronik, in der Pandemie eine Hoch Phase erlebt hat. Der Boom hält leider an, die Unterhaltungselektronik zahlt auch noch mehr als der poplige Autobauer. Und die gehen jetzt leer aus. Kann nur ein kleines tief sein, kann sich aber auch zu einem Erdbeben entwickeln.

    • Unterhaltungselektronik – schöner Euphemismus. Und als Folge daraus müssen jetzt die Rentner auf den Neuwagen verzichten, weil die Schulkinder Tablets benötigen. Und es gibt keine rentenerhöhung weil die elterngeneration Kurzarbeit schieben muss, da die fehlenden Microchips statt in Industrieprodukten in die Unterhaltungselektronik für die Kinderbespaßung gesteckt worden sind, weil die Anschaffung von Luftfiltern ja nicht finanzierbar ist. Lufthansa statt Luftfilter …

      Die Klage von Politiker*innen über Kopfschmerzen bezeichnen Mediziner*innen als Phantomschmerz.

    • Stimmt für Zulieferer nur bedingt. Die Chinesen treiben den Markt an und 2021 wird ein sehr erfolgreiches Jahr für meinen Konzern. No Covid hat sich für Asien ausgezahlt.

  19. Glauben Sie mir … diese Abhängigkeit wird sich die Deutsche/Europäische Industrie nicht mehr lange gefallen lassen. Wie bei vielen anderen Dingen auch, hat Corona auch positive Effekte… es hält z.b. eine Spiegel vor einige Dinge. Chips zu produzieren ist kein Hexenwerk. Platinen zu bestücken ein rein maschineller Vorgang. Alles aufzubauen bzw zu erweitern wird dauern, ich geh aber davon aus, das es zügig umgesetzt wird.

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