An den neuen NRW-Ministerpräsidenten: Sehr geehrter Herr Wüst, gehen Sie (endlich) ehrlich um mit Lehrern, Eltern und Schülern!

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Ein offener Brief von News4teachers-Herausgeber Andrej Priboschek.

DÜSSELDORF. Sehr geehrter Herr Wüst, Sie sind zum neuen Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen gewählt worden – und müssen gleich eine richtungsweisende Entscheidung fällen: Streicht die Landesregierung die Maskenpflicht im Unterricht und gibt damit dem Coronavirus in den Schulen freie Bahn? Geht das Verdrängen und Verleugnen des Offensichtlichen, wie von Ihrem Amtsvorgänger praktiziert, weiter? Das politische Schicksal von Armin Laschet sollte Ihnen eine Mahnung sein. Dass er die Bundestagswahl so krachend verlor, hat einen Grund: fehlendes Vertrauen. Und das wiederum hat eine wesentliche Ursache: die von ihm zu verantwortende Kita- und Schulpolitik in Nordrhein-Westfalen. Sie haben die Chance, es besser zu machen.

Wurde zum neuen NRW-Ministerpräsidenten gewählt: der bisherige Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU). Foto: Land NRW

Die härteste Währung in der Politik – ist Vertrauen. Wem die Bürgerinnen und Bürger vertrauen, dem verzeihen sie so manches. Angela Merkel ist das beste Beispiel.

Sie stand als Kanzlerin einer Bundesregierung vor, die in der Corona-Krise etliche Fehler zu verantworten hatte. Merkel selbst sah sich schon zu einer öffentlichen Entschuldigung veranlasst, als ihr Vorschlag einer verschärften „Osterruhe“ ohne Vorlauf beschlossen, und dann zurückgenommen werden musste, weil er sich so schnell nicht umsetzen ließ. Beim Kopf durch die Wand gewinne immer die Wand, erklärte sie in interner Runde. „Das wird in meinem Fall nicht anders sein.“

War es dann aber doch: Merkel bekam zwar keine Osterruhe, dafür aber etwas später die Bundesnotbremse, mit deren Hilfe der Kita- und Schulbetrieb eingeschränkt werden konnte. Der Zweck, die dritte Corona-Welle zu brechen, war erfüllt. Und Merkel, obwohl formell als Bundeskanzlerin seit gestern entlassen, ist nach wie vor unter den Spitzenpolitikerinnen und Spitzenpolitikern in Deutschland die beliebteste.

Laschet, Gebauer und Stamp gaben seit anderthalb Jahren ein klägliches Bild als Krisenmanager für die Kitas und Schulen ab

Jemand anderes bekam die Wand dagegen kräftig zu spüren: Ihr Kanzlerkandidat Armin Laschet, Herr Wüst. Der bisherige Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen schien machen zu können, was er wollte – stets wurde ein Desaster daraus. Die Flut im Juli zum Beispiel war Laschets Chance, sich als Landesvater und Kümmerer zu zeigen – nach dem Vorbild des früheren Kanzlers Gerhard Schröder, der sich im Elbe-Hochwasser von 2002 als Ärmel-Hoch-Staatsmann in Gummistiefel profilieren und damit eine sicher geglaubte Wahlniederlage abwenden konnte. Was von Laschet in Erinnerung bleiben wird: sein Heiterkeitsausbruch während einer Rede des Bundespräsidenten, die von Menschen handelte, die alles verloren haben. Auch Laschet hat sich, wie Merkel, öffentlich entschuldigt. Genützt hat es ihm nichts: Seine Beliebtheitswerte fielen ins Bodenlose.

Das hat einen Grund (mangelndes Vertrauen), und der wiederum hat eine wesentliche Ursache: Laschets Schul- und Kitapolitik in der Pandemie. Der NRW-Ministerpräsident und „seine“ (nun „Ihre“) FDP-Bildungsminister, Schulministerin Yvonne Gebauer und Familienminister Joachim Stamp, gaben seit anderthalb Jahren ein klägliches Bild als Krisenmanager für die Einrichtungen ab. Damit ist, ausnahmsweise an dieser Stelle, noch nicht mal die Fülle an Fehleinschätzungen und -entscheidungen gemeint, der Zickzackkurs und die Wissenschaftsferne, die die NRW-Bildungspolitik in der Pandemie bislang ausmachen. Handwerklich und im Ergebnis kritisierbare Schul- und Kitapolitik verantworten auch andere – Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Baden-Württembergs Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne) etwa.

Anders als Söder und Kretschmann aber haben es Laschet und Co. in der ganzen Corona-Krise an Empathie fehlen lassen mit denjenigen Eltern und Lehrkräften, die Probleme mit einem weitgehend ungeschützten Präsenzunterricht haben. Und das sind nicht wenige. Während Söder beispielsweise schon im November vergangenen Jahres einräumte, dass Schulen sehr wohl Infektionsherde sind und Kretschmann im Januar seiner damaligen Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) in die Parade fuhr, als die inzidenzunabhängig den Präsenzbetrieb wiederaufnehmen wollte (Kretschmann: «Keine Maßnahmen erfolgen unabhängig von den Infektionszahlen»), gab es von Ihrem Noch-Parteivorsitzenden Laschet keine einzige solche Einlassung.

Entweder die NRW-Landesregierung war ignorant. Oder sie war nicht ehrlich

Stattdessen kamen von der NRW-Landesregierung immer die gleichen Plattitüden, die zunehmend lächerlich wirkten: Kinder sind keine Treiber der Pandemie! Schulen sind sicher! Luftfilter sind unnötig! Die Schutzmaßnahmen in Schulen wirken! Das behauptete sie selbst dann noch, als die Inzidenz unter Kindern und Jugendlichen in Wuppertal beim Rekordwert von 750 angekommen war. Wenn wegen solcher Entwicklungen doch plötzlich Schutzmaßnahmen verhängt werden mussten, gaben sich die Protagonisten alle Mühe so dreinzublicken, als seien sie mit Polizeigewalt dazu gezwungen worden. Sorge um vulnerable Familien? Nicht im Ansatz zu erkennen.

Diese Art der Kommunikation ist nicht nur intellektuell eine Beleidigung der Bürgerinnen und Bürger außerhalb der Querdenker-Szene (und das sind immer noch die allermeisten) – sie ist ein Vertrauensbruch. Anders als bei Söder und Kretschmann, denen man zumindest ein Abwägen zwischen schlechten und noch schlechteren Optionen abnimmt, ließ sich bei Laschet kein Abwägungsprozess erkennen. Das konnte nur zwei Gründe haben – und beide sind Gift für ein Vertrauensverhältnis mit dem Wahlvolk: Entweder die NRW-Landesregierung war ignorant. Oder sie war nicht ehrlich. Die Quittung dafür bekam Laschet am Abend der Bundestagswahl.

Sie haben jetzt die Chance, es besser zu machen. Wie immer Sie in Sachen Maskenpflicht entscheiden – erklären Sie Ihre Beweggründe offen und ehrlich. Wenn Sie, wie die Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein, entgegen wissenschaftlichem Rat die Maskenpflicht abschaffen, tun Sie nicht so, als gäbe es die warnenden Stimmen und die Entwicklung in Thüringen und Bayern nicht, wo der Schritt zu explodierenden Inzidenzen unter Schülern geführt hat. Wenn Sie, wie Ihr Amtsvorgänger, mobile Luftfilter für die allermeisten Klassenräume für unnötig halten – erklären Sie, warum sie aber im NRW-Landtag erforderlich sind. Dort stehen mehr als 40 solcher Geräte. Behaupten Sie nicht, die Schulen seien sicher – während gleichzeitig die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz Lehrkräften (neben Altenheim-Bewohnern) bevorzugt eine dritte Impfung zukommen lassen will und das Robert-Koch-Institut immer mehr Ausbrüche in Schulen zählt. Die Märchen glaubt niemand mehr.

Sie können Eltern schlecht dazu zwingen, ihre Kinder in die Durchseuchung zu geben!

Ach ja, mindestens eine Konsequenz hätte so viel Ehrlichkeit natürlich schon – die Schulpflicht müsste ausgesetzt werden, zumindest für die Schülerinnen und Schüler, die sich nicht impfen lassen können (und das sind alle unter 12). Sie können Eltern schlecht dazu zwingen, ihre Kinder in die Durchseuchung mit einem Virus zu geben, dessen Wirkungen auf den menschlichen Organismus (den kindlichen zumal) nicht absehbar sind. Jedenfalls können Sie das nicht offen tun, ohne heftigen Widerspruch hervorzurufen. Wenn Sie es hintenherum wie Ihr Amtsvorgänger versuchen, wird Ihnen – so fürchte ich – eine kurze Amtszeit beschieden sein. Schon im kommenden Mai finden in Nordrhein-Westfalen die Landtagswahlen statt. Und in Umfragen, oh Wunder, liegt die bisherige Opposition vorn.

Mit freundlichem Gruß
Andrej Priboschek

News4teachers

„Dann ist der Stöpsel draußen“ – böser Verdacht: Ist es Kalkül, Corona ungebremst durch die Schulen rauschen zu lassen?

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46 KOMMENTARE

  1. Mir fehlt hier ein Part zu A13. Dort wird in NRW seit 12 Jahren gestritten. Laschet wollte es diese Periode angehen. Die Lehrer werfen der Regierung Wortbruch vor. Herr Wüst MUSS hier eigentlich handeln. Doch man verweist mal wieder auf leere Kassen dank Corona und Flut. Die Lehrer verlieren die Geduld und werden weiter trotz Masterabschluss in A12 besoldet. Das könnte im Mai nächstes Jahr seitens der Lehrer eine dicke Abfuhr geben an die Regierung.

  2. Sehr geehrte Redaktion,
    leider sind wir in ebenfalls in BW von vielen Fehlentscheidungen getroffen und massiv gebeutelt. Frau Eisenmann hat keine respektvolle Zusammenarbeit auf Augenhöhe angestrebt
    und Ehrlichkeit war ein Fremdwort in der Pandemie. Ihre Nachfolgerin Frau Schopper folgt den
    Fußspuren von Frau Eisenmann eisern. Die Letzten in der Reihe haben kein Aufholprogramm bzw. Rückenwindprogramm erhalten und die Mogelpackung die auf Ihrer Seite veröffentlicht wurde,trifft die Schülerschaft von G8 Schulen besonders hart nach einem G7 Schuljahr. Die Notlage der Schülerschaft und die anghäuften Rückstände werden von Frau Schopper als etwaige Rückstände eingestuft und dem ist leider nicht so. Im Klassenverband gibt es VORNE und ein ENDE und eine Mitte gibt es nicht mehr. Die Mogelpackung wurde von Ihnen angestreift und leider nicht weiter verfolgt. Die Schüler erleben einen Mangel an Zuwendung, Aufmerksamkeit und Ehrlichekeit und dies über einen sehr langen Zeitraum. Die Kliniken schalten einen Aufschrei nach dem anderen und die Km beeindruckt dies nicht. Therapie Plätze sind bis zum Anschlag ausgelastet und eine lange Warteliste wartet auf Hilfe. Es sind Kinder und Jugendliche die ein ganzes Leben vo sich haben und stehen in Dauerschleife und Endlosschleife ganz hinten in der Reihe. Für einen Fuballspieler schlägt Herr Kretschmann(grün) massiven Zuspruch und Aufmerksamkeit. Die Wertigkeit von einem Fußballspieler soviel Aufsehen einzuräumen und für Schulen sind keine Kapazitäten vorhanden. Diesen Karftakt hat man Schulen, Schuleitungen, Lehrern, Schüler und der Elternschaft nicht gegenüber geleistet.Ein weiter Aufschrei wird an die Öffentlichkeit gebracht und dies hat schwere Folgen für alle an der Schule. https://www.phv-bw.de/zumeldung-des-philologenverbands-baden-wuerttemberg-phv-bw-zur-dpa-meldung-schopper-blitzt-mit-forderung-nach-hunderten-stellen-ab-vom-26-10-2021/ Herr Ralf Scholl vom PhV-BW hat wie Herr Meidinger Einsatz erbracht und leider kein Gehör. Die Stimme wurde erhoben und hatte keinerlei Wirkung auf die KM. Der Frust macht auch sich bei diesen Personen breit wenn Anliegen und Forderungen keine Früchte tragen können bei einem Gegenüber. Frau Schopper schickt jetzt immer Ihren Sprecher vor um keine Stellung zu beziehen. In BW starten wir Ende der Woche in die Herbstferien und es liegt erneut kein tragbares konzept auf dem Tisch wie Schule die Lernlücken für alle sozialen Schichten in einer angemessenen Zeit aufarbeiten können. Der Gesundheitsschutz gibt es nicht an Schulen und Durchseuchung ist von Frau Schopper frei gegeben. Kinder und jugendliche erkranken nicht schlimm und bindet allen an Schulen ein Märchen auf. Erkranung von Long Covid gibt es auch unter Kindern und auch wenige sind Menschen und jeder ist zuviel. Frau Schopper wird leider auch hier auf dieser Seite geschont und erhält einen Bonus dabei war Ihre Schlagzeiole nicht zu übersehen. Ja die BW sitzen auch in der SCHEISSE und Ehrlichkeit und Vorbilder für eine heranwachsende Generation gibt es nicht. Herr Lauterbach fordert für Schüler und gibt nicht nach. Er hat kapiert es geht um ein Leben auch ein Kinderleben zählt. Ein Aufruf zur dritten Impfung für die ALTEN wird gefordert und bald umgesetzt und welche Glanzleistungen erfahren Kinder und Jugendliche. Es ist doch nicht verwundlich, dass die Wunden in der jungen Generastion zunehmen und der Schaden sitzt schon tief bei vielen. Für eine Schadensbegrenzung wird mit keiner Ernsthaftigkeit angestrebt von den KM und man setzt lieber noch eins drauf.

  3. https://www.nordbayern.de/politik/explodierende-corona-inzidenzen-in-bayern-das-sind-die-grunde-1.11481454
    Ein Blick über die Landesgrenzen nach Bayern, Thüringen, Sachsen und BW reicht, um zu sehen was uns im bevölkerungsreichsten Bundesland bevorsteht, wenn auch hier die Masken bei 2,5 Millionen zum allergrößten Teil ungeimpften Kindern in der Schule fallen sollten. Ihr Vize H. Stamp, der schon ein Freedom Day forderte, und Fr. Gebauer mit ihrer Zickzack- Anweisungen vor den Wochenenden sind nach dem Politbarometer die unbeliebtesten Minister in NRW, Herr Wüst. Das sollte Ihnen zu denken geben!

  4. Das ist plumpe Parteipolitik. Was würde denn ein SPD-Ministerpräsident anders machen? Gerade heute wird gemeldet, dass die neue Ampelkoalition die Pandemie-Notlage auslaufen lassen will. Außerdem gab es die Schlagzeile „Länder pochen auf einheitliche Corona-Regeln“. Wenn es die gibt, wird sich auch Wüst dem nicht verschließen können. Aber ich bin sicher: viele werden dennoch meckern.
    Die Häme über Laschet ist nicht plausibel. Dabei wird offenbar suggeriert, dass der „Scholzomat“ jetzt die neue Lichtgestalt ist, der in Hamburg schon mal mit „Scholzokratie“ regierte (diese Begriffe habe nicht ich erfunden). Was hat er denn als Finanzminister gegen den Betrug mit Cum-Ex-Geschäften unternommen? Bekannt war das seit langem, und es ging immer zu Lasten der einfachen Leute, betrifft also sehr wohl die in Sonntagsreden strapazierte „soziale Gerechtigkeit“.

  5. Das trifft nicht nur auf Herrn Laschet zu!

    Schauen wir nach rlp: statt infektionsschutz gibt es infektionsermittlungen.

    Infektionsschutz soll nämlich vor Infektionen schützen, nicht sie nur aufdecken!

    Die testung deckt sie lediglich auf und das wenn der infizierte in der Einrichtung ist.

    So wird das Virus in die schule transportiert.

    Anschließend dürfen sich die Kinder über die raumluft weiter infizieren, da masken ( sind ja im Raum eh keine mehr auf) einen nicht selbst schützen, bis sie selbst positiv sind und es nach Hause bringen!
    Resultat:
    5 Tage lang maske und tägliches testen. Wie war das mit der Inkubationszeit?
    Tag 6- 14 wird dann hoffentlich gut ausgehen!

    Geimpfte und genesene fallen da übrigens komplett raus.
    Können die sich nicht auch infizieren und das Virus übertragen?

    Keine Lüftung. Kein Abstand. Kein Plexiglas. Statt dessen kalte überfüllte Räume, die den Viren ( im Winter nach 2 Jahren sterilen lebens) das Überleben und mutieren garantieren.

    Religionsunterricht findet klassenübergreifend statt, aber auf dem Schulhof müssen die Kinder getrennt werden!
    Die Tische und Stühle werden auch nicht vorm wechseln abgewaschen. Wobei das durch die aerosole auch wurschd ist.

    Und das die Lehrer nicht nur in ein und der selben Klasse sind, ist auch logisch!

    Eine Impfung, die nicht vor schweren krankheitsverläufen schützt da es immer mehr impfdurchbrüche gibt, notzulassung hat, für Kinder unter 12 nicht empfohlen ist ( ab 12 verstößt schon gegen den nürnberger kodex) und von der noch nicht gesagt werden kann ob es doch noch langzeitfolgen gibt, da sie im eilverfahren zugelassen wurde durch Daten die hauptsächlich aus der USA stammen wo viele keine Krankenversicherung besitzen und es sich genau überlegen müssen ob sie zum Arzt gehen.

    WOZU HABEN WIR UNS EINGESCHRÄNKT?

    KURZ VORM ZIEL ALLES AUFS SPIEL ZU SETZEN IST DUMMHEIT!

  6. Ehrlichkeit bedeutet:
    Wir haben kein Geld, um die Schulen sicher zu machen, da das Geld für alles andere und allen anderen wichtiger ist.

    Einfacher war es zu sagen, dass Schulen total sicher sind und lieber vom diffusen Infektionsgeschehen in Familien zu sprechen, als nach den Ferien die Maskenpflicht abgeschafft worden ist und die Infektionszshlen hochschossen.

    Die für das Land erst mal kostenlosen Tests wurden dankend angenommen. Die viel zu späte Impfung von KiTa- und Lehrkräften mussten auch nicht von den Ländern bezahlt werden.

    Die Fehleinschätzung des gesamten Infektionsgeschehen an Schulen hat schlimme Auswirkungen auf die Wirtschaft gehabt, wo mit Soforthilfe möglichst schnell reagiert worden ist. Aber die echte Ursache (hohe Menschendichte in geschlossenen Räumen an Schulen) wurde nicht langfristig angegangen.
    Das Herumgeeiere wäre mit Luftfiltern und Wechselunterricht (vor allem bei älteren Schülern) langfristig lösbar gewesen ohne Lehrer und Schüler mit dem Hin und Her an ihre Grenzen zu bringen. Ich bin immer noch psychisch angeknackst.

    Aber die Devise war immer die gleiche:
    Masken bringen nichts weil sie eine falsche Sicherheit suggerieren
    Luftfilter bringen nichts, weil sie…

    Schule ist entwertet worden. Nicht das Gebäude, das hat sowieso oft schon nur Ramschwert, sondern alle am Schulgeschehen Beteiligten: Schüler, Lehrer, Schulsozialarbeiter, die teils nicht mehr an die Schulden DURFTEN (!).
    Kostenschlüssel sind die heimlichen Regenten im Schulsektor. Zusätzliche Gelder gibts weder von den Schulträgern, Bezirksregierungen oder Landesregierungen für einen NACHHALTIGEN Gesundheitsschutz.
    Der ist nur in Amtsgebäuden vorgesehen. Sind ja auch wichtiger als KiTa und Schule.
    Das Geld versickert in anderen Kanäle mit stärkerer Lobby(arbeit).

    Nur eine Sache wurde umgesetzt: Fluchtwegelichter und Abschaffung aller elektrischen Geräte, die einen Brand auslösen könnten, wie unglaublich gefährliche Getränke- und Kaffeeautomaten, die gegen Geld Kaffee und Cola rausrückten.
    Ist auch Prävention, war auch billig, die einfach zu verbieten. Kostet ja nix.

    Aber alles, was kostet, ist im Bereich Bildung nicht vorgesehen. So sieht kaputt sparen auf Kosten der Volkswirtschaft aus.
    Danke dafür.

    • Der Bildungssektor ist eben das Sparschwein der Nation, schon lange vor Corona und jetzt erst recht! Berlin hat vor ein paar Tagen eine Haushaltssperre für die Schulen verkündet. Passt doch, Radwege sind wichtiger!

    • Bei mir in der Kindertagespflege ist es für meine Pflegeerlaubnis unabdingbar, dass ich einen Feuerlöscher griffbereit habe, der nach zwei Jahren ausgetauscht werden muss, obwohl er vier Jahre haltbar ist. Das wird regelmäßig vom Brandschutz über das Jugendamt persönlich beim Hausbesuch überprüft.
      Damit konnte ich Corona und jeden anderen Schaden bisher erfolgreich abwehren. So lange mein Feuerlöscher so frisch ist wie die Milch im Kühlschrank, haben wir nichts zu befürchten!
      Braucht jemand Feuerlöscher? Ich hätte welche abzugeben… aber nur für privat.

  7. Gut gemacht, Herr Priboschek. Eine Stimme gegen die psychopathischen Ideen von den Nicht-Zivilisierten, die denken, dass man in einem nicht-pandemischen Pony-Hof lebt.

  8. Vollste Zustimmung zu diesem Brief, der mir in den Gedankengängen mehr als vertraut ist. Es bleibt nur noch zu hoffen, dass dieser die Aufmerksamkeit findet, die er verdient!

    Ich wünsche uns für uns arme Teufel in NRW endlich einen Ministerpräsidenten, der unser Wohl und unsere Gesundheit in dieser Pandemie zu seiner obersten Priorität erklärt und klare, handfeste und nachvollziehbare Entscheidungen in diesem Sinne trifft. Ich wünsche mir für NRW einen Ministerpräsidenten, der Rückgrat hat und sich nicht davon beirren lässt, dass er es in diesem bunten Hühnerhaufen nicht jedem wird recht machen können. Jemanden, der fähig ist, das Gemeckere auszuhalten, weil er intelligent mit einem der Situation angemessenen Gefahrenbewusstsein sein Handeln, das auf das existenzielle Allgemeinwohl, dem Überleben und der Gesundheit der Bevölkerung, ausgerichtet ist vor jedem in der Gesellschaft begründen kann, weil sein Handeln mit den Empfehlungen von RKI und WHO konform geht. Die Beibehaltung der Maskenpflicht in den Schulen bringt niemanden um. Sie verursacht, wenn überhaupt, nur einen geringen Schaden, sichert aber einen großen Nutzen. Bei der Abschaffung verhält es sich dagegen andersherum.

    NRW – als das bevölkerungsreichste Bundesland – liegt in seiner Anzahl der Covid-19-Intensivpatienten (ca. derzeit 345) trotz einer noch relativ niedrigen Inzidenz von aktuell 79,2 ganz knapp gleich hinter Bayern mit einer Inzidenz von aktuell 191,3, das bei der Anzahl der Covid-19-Intensivpatienten (ca. derzeit 360) die traurige Spitze anführt. Das allein lässt schon jetzt – zu Beginn der vierten Welle – erahnen, dass sich gerade in NRW eine zu große Risikobereitschaft im Pandemiemanagement unter den derzeit steigenden Zahlen (Infektionen, Krankenhausbelastung, Todesfälle) verheerend auswirken würde.

    So wie es sinnvolle Regeln zur Sicherheit aller Beteiligten im Straßenverkehr gibt, so braucht es die bekannten wissenschaftlichen und fundierten Regeln in der Pandemie bis wir dann hoffentlich tatsächlich spätestens im Frühjahr 2022 mit der kleinstmöglichen Anzahl an Verlusten bis dahin die Pandemie in Deutschland gestärkt durch Impfung möglichst vieler (auch der Kinder U12) unter Kontrolle bringen konnten. Sicher und vernünftig – ohne vermeidbares Zick-Zack-Chaos!

  9. NRW steht doch im Vergleich zu z.B. Bayern mit dem überschätzten Herrn Söder, dem selbsternannten Corona-Hardliner, sehr gut da.
    Wenn es nach Corona Schikanen geht, müssten die Zahlen in Bayern ja viel niedriger sein.

    Die pandemische Lage wird beendet, weil es keine Pandemie oder Übersterblichkeit gibt. Damit müssen auch als Zwangsmaßnahmen wie Masken entfallen.

    • Traurige Tatsache ist, dass Frau Gebauer auch nach 19 Monaten Pandemie mit Konsequenzen für ihr höchsteigenes Ressort offenbar auch keine Ahnung vom -resp. kein Interesse am – Infektiinsgeschehen an den Schulen ihres Zuständigkeitsbereiches hat.

      Von da her kann Herr Wüst genauso gut die Entscheidungen übernehmen oder die Verantwortung neu verteilen.

      Der Brite pflegt zu sagen: „It could be worse!“
      Das bezweifle ich mittlerweile.

      • Frau Gebauer hat Ahnung von extravaganter Kleidung und komplizierten Frisuren . Von Schule weiß sie wenig . Aber dafür hat sie ja ihren Staatssekretär Richter . Der hat auch keinen Schimmer , kann das aber rechtlich unangreifbar und wortreich tarnen . Schade , dass man für endlose Schulmails mit Selbstbeweihräucherung und guten Wünschen nicht den Literatur – Nobelpreis kriegt . Oder etwas Gleichwertiges : Den dreifachen Münchhausen des Landes NRW zum Beispiel .

  10. Was mit nicht gefällt ist, immer nur allgemein von den Schulen gesprochen wird. Ich kann eine Grundschule nicht mit einer weiterführenden Schule bzw. einer Oberschule gleichsetzen.
    Wenn Impfen das Allheilmittel ist, dann muß ich Klassen mit Schülern über 12 Jahren anders behandeln, als Klassen mit Schülern unter 12 Jahren.
    Das die Masken eine gewisse Schutzfunktion haben, ist nachweislich belegt. Ob diese Schutzfunktion in Klassen funktioniert, die 90 Minuten zusammen in einem Raum sitzen, da habe ich meine Zweifel.
    Und so gibt es viele Punkte, die halt differenziert betrachtet werden müssten.
    Es ist halt nicht so einfach zu erklären, dass mit 3G-Konzepten volle Stadien, volle Hallen, volle Clubs möglich sind, und in den Schulen (sofern es Testungen gibt) 3G nicht gelten soll. (Und sei es nur in Klassen mit Schülern, die geimpft sein könnten)

    Und wir waren letztes Jahr kurz vorm Ziel, im Frühjahr kurz vorm Ziel, jetzt müssen wir wieder über den Winter kommen (kurz vor dem Ziel). Und im Frühjahr sind wieder kurz vor dem Ziel. Was ist eigentlich das Ziel? Das Virus werden wir nicht mehr los werden. Man muß sich halt selber klar werden, wie das „Leben“ weitergehen soll. Auch hier werden die Meinungen der Einzelnen immer auseinander gehen.

    • „Es ist halt nicht so einfach zu erklären, dass mit 3G-Konzepten volle Stadien, volle Hallen, volle Clubs möglich sind, und in den Schulen (sofern es Testungen gibt) 3G nicht gelten soll.“ Häh? 3G gilt doch schon ewig in Schulen. Die Klassen sind genauso voll wie vor Corona. Ich sehe eher das Problem bei 2G, nur dann dürfen z.B. in Clubs Masken wegfallen. In Schulen scheint es aber zu reichen, wenn Kinder z.T. erst nach 5 Tagen wieder getestet werden (Do-Di). Über die nicht vorhandene Impfung für u12 wurde auch schon genug gesagt.

      • Nun ja, die Ausnahme gilt bei den Stadien für die U18. Auf dem Weg zum Platz mit Maske, am Platz ohne Maske. Ist nichts anderes als in der Schule.

        • Stimmt, wir habe Freiluftklassenräume. Aber nur wenn alle Fenster auf sind. Also dann ist es annährend wie im Stadion inklusive der kommenden Herbst-/Wintertemperaturen.

  11. Tja, da war wohl alles Hoffen auf vernünftige Entscheidungen umsonst. Ab 2.11. gibt es keine Maskenpflicht mehr am Sitzplatz. Außerdem werden die Gesundheitsämter angewiesen, nur noch den unmittelbaren Sitznachbarn infizierter Kinder in Quarantäne zu schicken. Frohes Viruswichteln! Die Inzidenz in unserem Kreis hat sich übrigens in den letzten 2 Wochen von ca. 35 auf knapp 87 deutlich mehr als verdoppelt.

    • Schön wär’s, das mit dem Sitznachbarn.
      In zwei meiner Kurse fehlt jeweils ein Schüler wegen Corona. Die Sitznachbarn sind noch alle da. Keiner hat nachgefragt, nicht die Schulleitung, nicht das Gesundheitsamt.
      Aber ab heute dürfen wir wieder die Sitzanordnung dokumentieren, für’n Eimer.

  12. Hat leider nicht geholfen – die Entscheidung gegen die Maskenpflicht in NRW ist an einem Tag mit sprunghaftem Inzidenz- und Hospitalisierungsanstieg, sorgenvollen Ermahnungen von Experten im Radio und kurz nach dem Bekanntwerden endlich einmal „härterer“ Daten zu Long-COVID bei Kindern (https://tu-dresden.de/tu-dresden/newsportal/news/post-covid-analysen-von-krankenversicherungsdaten-zeigen-moegliche-laengerfristige-gesundheitliche-auswirkungen-von-covid-19-auch-bei-kindern-und-jugendlichen) gefallen.

  13. Laschet ist also wegen seiner Schul- und Kitapolitik als Kanzlerkandidat gescheitert?

    Das ist mit Abstand die originellste Wahlanalyse, die ich seit der BT-Wahl gelesen habe. Sie glauben ernsthaft, einen Bayern oder Brandenburger interessiert das?

    Und zu Ihrer Söder-Lobhudelei: Selbiger hat seit seinem Wahldebakel sein Corona-Machertun fast vollständig ad acta gelegt. Hier in Bayern wurde die Maskenpflicht am Platz schon längst aufgehoben. Außerdem wurden weitere Schulschließungen, inklusive Distanzunterricht, ausdrücklich ausgeschlossen.

    Ist Ihnen das wirklich nicht bekannt?

  14. „verantwortbarer Schritt“ Glücklicherweise war es nicht Frau Gebauer, sondern die frische NRW-Landesregierung, die diesen Schritt entschieden hat.

    „An unseren Schulen gibt es keinen übermäßigen Anstieg des Infektionsgeschehens.“
    Wer hat es versäumt Frau Gebauer mitzuteilen, dass es in NRW zwei lange Wochen Herbstferien gab? Die neue Statistik kommt allerfrühestens morgen oder war doch erst nächsten Freitag (5.11.) für diese Kalenderwoche?

    Viel Vergnügen bei der Einhaltung der Regeln:
    „Befinden sich die Schülerinnen und Schüler nicht an einem festen Sitzplatz, suchen sie ihn auf oder verlassen sie ihn, besteht weiterhin die Pflicht zum Tragen einer Maske. “

    „Die Maskenpflicht entfällt auch bei der Betreuung im Rahmen von Ganztags- und Betreuungsangeboten, beispielsweise in Offenen Ganztagsschulen, für die Schülerinnen und Schüler, wenn sie an einem festen Platz sitzen, etwa beim Basteln oder bei Einzelaktivitäten.“

  15. „Sehr geehrter Herr Wüst, gehen Sie (endlich) ehrlich um mit Lehrern, Eltern und Schülern!“

    Wann hört diese Meinungsmache in Überschriften endlich auf?
    Diesmal lautet die Botschaft mal wieder: „News4teachers ist im Besitz aller Wahrheit über Corona. Und wer unsere ‚Aufklärung‘ anzweifelt, handelt unehrlich und verantwortungslos.“

    Wann kapiert die Redaktion endlich, dass es bei allen Themen (nicht nur bei Corona) unterschiedliche Wahrheiten und Sichtweisen gibt und dass es falsch ist, die eigenen zum Maß aller Dinge zu machen.

    • Sehr geehrte Maren,

      das Grundgesetz garantiert allen Medien die Freiheit, ihre Meinung zu sagen und über das zu berichten, was sie wollen: „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.“ Das sollten Sie „kapieren“.

      Herzliche Grüße
      Die Redaktion

    • Da frage ich mich schon, ob es unterschiedliche Wahrheiten und Sichtweisen geben kann/darf, wenn es um Gesundheit und Leben aktuell v.a. von Kindern und Jugendlichen geht. Leben auch als ein Leben in Gesundheit und mit voller Teilhabe verstanden, wenn man das Leben noch vor sich hat und noch so viel erfahren und erleben möchte – und nicht als möglicherweise lebenslang Kranker, durch Long COVID behindert. Klar, das trifft nicht jede oder jeden, aber der/die eine die/den es trifft, ist eine*r zuviel!

      Mein Vorschlag @Maren: Es gibt eine ganze Anzahl von Staaten auf unserer Erde, denen diese Dinge samt unserem Grundgesetz „wurscht“ sind.
      Also: Umziehen, emigrieren, …. dahin, wo ihr Leben erfüllter ihren Vorgaben entspricht. Ich wünsche alles Gute und ein erfülltes Leben.

    • Danke für das Augenöffnen.

      Danke, dass Sie uns für doof halten.
      Dass Sie davon ausgehen, dass N4T unsere einzige Quelle ist.
      Dass wir uns unreflektiert irgendwelchen Aussagen anschliessen, die uns unterbreitet werden.

      Was halten Sie eigentlich von der Bildzeitung mit deren Überschriften?
      Teufelswerk?
      Oder Wahrheitsverkünder?

    • Der Artikel ist eindeutige als Meinungsäußerung gekennzeichnet. Es gibt in Printmedien unterschiedliche Textsorten, rein informierende (Bericht, Nachricht) und meinungsäußernde (Kommentar, Reportage etc.). Das sollte man als mündiger Leser schon unterscheiden können.
      Oder geht es Ihnen darum, Andersdenkenden den Mund zu verbieten, Maren?

  16. Mich irritiert ehrlich gesagt die Panik vor der Abschaffung der Maskenpflicht in Schulen.
    Viele Schüler, und auch die Lehrer sind geimpft.
    Die Schüler sitzen an ihrem Platz.
    Nun kommen wir zu dem was mich eigentlich ärgert!
    Ich bin Erzieherin in einer Großtagespflege. Seid Beginn der Pandemie arbeiten wir ungeschützt ( vor der Möglichkeit zur Impfung)
    Das bedeutet 9 Kleinkinder sitzen bei uns auf dem Schoß. Niesen, husten und schniefen.
    Keine Verpflichtungen zu testen.
    Ich fühle mich bei der Maskenpflicht Debatte etwas vereimert.
    Viele Grüße

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