Gleiche Chancen für alle Kinder: Warum Verbraucherbildung mehr Engagement braucht  

24

BERLIN. Ist das Erlernen von Alltagskompetenzen allein Familiensache – oder ist es auch die Angelegenheit von Schule, Schülerinnen und Schüler zu mündigen Konsumentinnen und Konsumenten zu erziehen? Um Kinder und Jugendliche mit Verbraucherbildung angemessen auf die Zukunft vorzubereiten, sollten vor allem Bund und Länder endlich besser zusammenarbeiten, fordert der Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands Klaus Müller in seinem folgenden Gastbeitrag.

Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands.
„Keine Zeit für Schulfach-Diskussionen“: Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands. Foto: © Corinna Guthknecht – vzbv

Ein mangelhaftes Zeugnis in Sachen Finanzbildung stellten in den vergangenen Wochen gleich mehrere Studien jungen Menschen in Deutschland aus. So konnten laut einer Studie des Bankenverbands unter 700 Jugendlichen zwischen 14 und 24 Jahren 44 Prozent nichts mit dem Begriff Inflationsrate anfangen. Im Rahmen einer Umfrage der Finanztip Stiftung unter 3.082 Menschen zwischen 16 und 69 Jahren wusste die Hälfte nicht, wann Dispozinsen beim Girokonto anfallen. Vor allem Jüngere zeigten größere Wissenslücken.

Der Ruf nach einem Schulfach Wirtschaft wurde laut. Aber ist das die Lösung?

Es geht um mehr als Finanzbildung

Wir sollten keine Zeit für Schulfach-Diskussionen aufwenden. Wir können vielmehr auf erprobte Strukturen aufbauen, die aber konsequent ausgebaut werden müssen, um junge Menschen für ihre Zukunft zu stärken. Und da ist die Sicht allein auf Finanzbildung zu verengt.

Ziel muss doch sein, dass Heranwachsende generell in der Lage sind souverän und kritisch zu entscheiden, wenn sie Produkte kaufen und Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Das schließt das Thema Finanzen ein, und geht weiter bei Ernährung, Gesundheit, digitalen Medien und den Fragen eines verantwortungsvollen Konsums.

Wer die Schule verlässt und auf eigenen Beinen steht, sollte wissen, dass Zinsen anfallen, sobald das Girokonto in den Dispo rutscht. Aber bereit für den Alltag zu sein, heißt auch: Dass ich mein Budget so plane, dass es für Rechnungen, Lebensmittel und Freizeit reicht, möglichst ohne Dispo. Dass ich digitale Medien und soziale Netzwerke bewusst nutze. Dass ich weiß, dass Umwelt und Arbeiterinnen einen hohen Preis für Fast Fashion und immer neue digitale Endgeräte zahlen. Dass es sich für den Geldbeutel und die Gesundheit lohnt, die Werbebotschaften im Supermarkt zu hinterfragen.

Jugendliche selbst bemängeln immer wieder, dass sie zwar Funktionen ableiten und Gedichte analysieren können, aber über wenig alltagspraktisches Wissen rund um Vorsorge oder die erste eigene Wohnung verfügen. Ähnlich sieht es mit Blick auf den Bereich Nachhaltigkeit aus: Laut Greenpeace Nachhaltigkeitsbarometer 2021 fühlen sich mehr als 60 Prozent der Schüler:innen durch die Schule nur wenig oder gar nicht gut auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet.

Verbraucherbildung schafft gesellschaftliche Teilhabe

Hier setzt Verbraucherbildung an. Sie vermittelt grundlegende Kompetenzen, um souverän durch den Alltag zu navigieren, beim Konsum von Produkten, Dienstleistungen und Medien kritisch zu bleiben und auch die Folgen für sich, Gesellschaft und Umwelt zu berücksichtigen.

Es gibt Stimmen, die fordern, dass die Vermittlung von Alltagskompetenzen in die Familien gehört. Die Voraussetzungen in den Haushalten sind aber höchst unterschiedlich. Wenn wir als Gesellschaft verhindern wollen, dass die Kinder von heute in einigen Jahren in die Schuldenfalle tappen, aufgrund von Fehlernährung gesundheitliche Folgen zu tragen haben oder Fake News nicht von Fakten unterscheiden können, dann müssen wir Verbraucherbildung an Schulen bundesweit systematisch fördern. Das ist auch eine Frage von gesellschaftlicher Teilhabe und der Integration aller Bevölkerungsgruppen.

Der Meinung sind nicht nur wir Verbraucherschützer. Schon 2013 hat die Kultusministerkonferenz (KMK) in einem Beschluss festgehalten, dass Verbraucherbildung als lebenslanger Prozess und zentrales Element einer Bildung zu verstehen ist, „die sowohl auf aktuelle als auch künftige Herausforderungen im Privat- wie auch im Berufsleben vorbereitet“. Diese Herausforderungen lassen sich nicht immer ganz eindeutig in die Schublade „Finanzen“ oder „Ernährung“ einordnen. Großer Vorteil von Verbraucherbildung ist deshalb, dass sie verschiedene Handlungsfelder vernetzt, die da sind:

  • Finanzen, Marktgeschehen, Vertragsrecht
  • Ernährung und Gesundheit
  • Medien und Information
  • Nachhaltiger Konsum und Globalisierung.

Verbraucherbildung kennt kein Mindestalter

Im KMK-Beschluss heißt es weiter, dass Verbraucherbildung Kinder und Jugendliche während der gesamten Schulzeit begleiten soll. Es gibt also kein „zu früh“, Verbraucherbildung setzt kein Mindestalter voraus. Schon die Kleinsten können lernen, dass Gemüse gesünder als Currywurst und dass Taschengeld endlich ist.

Doch trotz des KMK-Beschlusses vor acht Jahren hat sich bundesweit bislang zu wenig verändert. Zwar haben sich Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen, Berlin und Brandenburg bereits auf den Weg gemacht und zeigen, was möglich ist. Andere Länder haben aber noch Nachholbedarf.

Auch auf schulischer Ebene gibt es Best-Practice-Beispiele, aus denen sich lernen lässt. Die Verbraucherschulen, die der Verbraucherzentrale Bundesverband seit 2016 auszeichnet, zeigen in lebensweltorientierten und partizipativen Maßnahmen, wie Verbraucherbildung funktionieren kann. Das Projekt „Tschüss Hotel Mama“ einer Gemeinschaftsschule in Schleswig-Holstein etwa thematisiert über ein Halbjahr, was es heißt auf eigenen Beinen zu stehen, eine Wohnung zu finden und sich selbst zu versorgen. Die zehnte Klasse eines Gymnasiums aus Rheinland-Pfalz schaute sich gemeinsam mit einem Youtuber die Funktionsweise sozialer Netzwerke genauer an und lernte auf diese Weise unter anderem sich kritisch mit den Inhalten auseinanderzusetzen.

Bund muss Verbraucherbildung stärken und fördern

Das Engagement, die Ideen und erprobte Strukturen sind vereinzelt da – die Ziele des KMK-Beschlusses damit aber keinesfalls erfüllt. Dafür ist das länderübergreifende Bild zu uneinheitlich, zu unstrukturiert und unzureichend. Es ist an der Zeit, dass Bund und Länder zusammenarbeiten, um Verbraucherbildung in Deutschland den entscheidenden Schub zu geben:

Der Bund muss Verbraucherbildung stärken und fördern. Wie bei Bildung für nachhaltige Entwicklung, bei globalem Lernen oder digitaler Bildung sollte der Bund auch bei Verbraucherbildung die Möglichkeit nutzen, die Länder in der Umsetzung zu unterstützen.

Verbraucherbildung muss bundesweit in allen Schulformen etabliert werden. Alle Länder müssen Verbraucherbildung als eigenen, prüfungsrelevanten Bestandteil verankern, am besten mit einem ausgewiesenen Ankerfach und/oder fachübergreifend.

Verbraucherbildung braucht gut geschulte Lehrkräfte. Bislang ist die Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften im Bereich Verbraucherbildung lückenhaft. Im Ergebnis bedeutet es, dass junge Menschen trotz erster guter länderspezifischer Ansätze in der Fläche keine strukturierte und integrierte Verbraucherbildung erhalten. Um Lehrkräfte zu stärken braucht es ein bundesweit nutzbares Bildungsangebot, im virtuellen wie analogen Raum.

Verbraucherbildung braucht qualitativ hochwertige Unterrichtsmaterialien. Gerade bei den alltagspraktischen Themen der Verbraucherbildung gelangen Unternehmen noch zu oft über die Hintertür in die Schulen. Zum Beispiel wenn ein Lebensmittelhersteller im kostenfreien Unterrichtsmaterial Rezeptvorschläge mit den eigenen Produkten platziert. Zwar gibt es mit dem Materialkompass eine praktische Unterstützung für Lehrkräfte, um werbefreie und unabhängig geprüfte Unterrichtsmaterialien der Verbraucherbildung zu finden. Doch eine generelle Verständigung darauf, dass das Lernumfeld frei von wirtschaftlichen Interessen sein muss, steht noch aus.

Die nächste Bundesregierung hat es in der Hand, gemeinsam mit den Ländern Verbraucherbildung bundesweit auf einen neuen Standard zu heben. Damit alle Kinder und Jugendlichen die gleiche Chance haben, den Anforderungen in einer zunehmend globalen, vernetzten, digitalisierten und komplexen Welt der Waren und Dienstleistungen gerecht zu werden – egal ob in Schleswig-Holstein oder Bayern, im Saarland oder in Sachsen. Klaus Müller

Der Verbraucherzentrale Bundesverband gibt ein Portal Verbraucherbildung heraus, das sich mit praktischen Hinweisen und geeigneten Materialien vor allem an Lehrkräfte richtet – hier geht es hin.

Schulportal für Verbraucherbildung stellt Ideen für Eltern und Lehrkräfte zusammen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anzeige


24 KOMMENTARE

  1. „Verbraucherbildung braucht qualitativ hochwertige Unterrichtsmaterialien. Gerade bei den alltagspraktischen Themen der Verbraucherbildung gelangen Unternehmen noch zu oft über die Hintertür in die Schulen. Zum Beispiel wenn ein Lebensmittelhersteller im kostenfreien Unterrichtsmaterial Rezeptvorschläge mit den eigenen Produkten platziert. Zwar gibt es mit dem Materialkompass eine praktische Unterstützung für Lehrkräfte, um werbefreie und unabhängig geprüfte Unterrichtsmaterialien der Verbraucherbildung zu finden. Doch eine generelle Verständigung darauf, dass das Lernumfeld frei von wirtschaftlichen Interessen sein muss, steht noch aus.“

    Und auch das sollen wieder die Schulen richten???
    Warum???
    Weil die ohnehin schon zu wenig Personal aber zuviele Aufgaben haben soll DAS noch oben drauf?
    Kostet Logik extra oder was soll dieser weltfremde Mist?

    Wie wäre es mit folgender Idee:
    Unternehmen aus den verschiedenen Bereichen ( Finanzen, Ernährung, Gesundheit, Sport … ) lassen sich zertifizieren. ( Das schafft Arbeitsplätze. Die Unternehmen kriegen in wenigen Jahren auch hochqualifizierte SuS als Azubis, so profitieren sie selbst, wenn sie gute Arbeit leisten. )
    Danach bieten diese Unternehmen im Nachmittagsbereich außerhalb der Schulen in schicken Räumen ( auch funktionierende, saubere WCs sind vorhanden ) externe Schulungen an.
    Am Ende der Schulungen gibt es schöne digitale Testformate zum Anklicken.
    Danach wird eine Teilnahmeurkunde ausgedruckt ( sofortige Motivation zum nächsten Kurs ) und zeitgleich wird digital an EINE BUNDESbehörde die erfolgreiche Teilnahme zurückgemeldet.
    Am Ende der Schullaufbahn kann sich jeder Schüler dann seine Leistungen ( auf EINEM Blatt ) über alle von ihm erfolgreich absolvierten Kurse mit EINEM Sammel-„Zeugnis“ online bescheinigen lassen.
    Das kann dann auch Bewerbungen online angehängt werden und zeigt allgemeines Interesse, ( gelernte ) Selbständigkeit, … Und wer mag, kann sich das auch beliebig oft selber ausdrucken.

    Und Schulen DÜRFEN damit GAR NICHT behelligt werden.
    Dort hat man sowieso schon
    – zu wenige Räume ( die meisten sind marode, kein Erwachsener in der „freien Wirtschaft“ wollte da 6 – 8 Stunden am Tag arbeiten )
    – zu wenig Personal
    – zu viele Aufgaben ( immer mehr von diesen Aufgaben haben schon seit vielen Jahren gar nichts mit Schule zu tun ).

    • Das ist eine sehr dumme Idee! Unternehmen greifen auf die Schüler*innen zu und beschulen sie- will nicht indoktrinieren- sagen. Genau das eben nicht!
      Lesen Sie mal bei Tim Engartner nach zu Lobbyismus an Schulen! Lebensweltorientierung und Fitmachen fürs Leben- das ist unsere Aufgabe, Kolleg*innen. Verbraucher*innenbildung ist ein bedeutender Teil davon.
      Tolle Initiative der Verbraucherzentralen!

      • @Verbraucherbildner

        Nun, wenn das in den Familien stattfinden würde, denn DORT gehört es hin, hätten wir das Problem nicht.
        Aber lassen Sie mich Ihren Standpunkt erraten …: „Das ist eine sehr dumme Idee!“

        Aber es bleibt dabei: In die Schule gehört DAS definitiv NICHT!

        Gut ist hingegen, dass die Verbraucherzentralen darauf hinweisen, in dem Punkt gebe ich Ihnen Recht.
        Vielleicht werden einige Eltern „wach“, und für die anderen kann man ja Initiativen zur Elternbildung „auf den Weg bringen“. ( Das klingt immer so schön: „auf den Weg bringen“ … und dann vergessen, weil etwas anderes in Mode kommt. )
        Aber da werden Sie dann als „Verbraucherbildner“ konsequent, aktiv und erfolgreich sein.
        Ich drücke Ihnen beide Daumen.

        • Wer entscheidet denn, was in die Schule „gehört“?

          Schule macht ja nicht irgendwie vor sich hin. Es gibt definierte Bildungsziele. Schauen wir doch einfach mal, was das Schulgesetz (hier: NRW) dazu sagt: „Sie (Schule) fördert die Entfaltung der Person, die Selbstständigkeit ihrer Entscheidungen und Handlungen und das Verantwortungsbewusstsein für das Gemeinwohl, die Natur und die Umwelt. Schülerinnen und Schüler werden befähigt, verantwortlich am sozialen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, beruflichen, kulturellen und politischen Leben teilzunehmen und ihr eigenes Leben zu gestalten.“ (Paragraf 2, Absatz 4).

          Aha – „verantwortlich am wirtschaftlichen Leben teilzunehmen“. Heißt: Verbraucherbildung ist Teil der Allgemeinbildung; sie ist sehr wohl erklärtes Ziel von Schule und „gehört“ deshalb selbstverständlich hinein.

          Gerne hier nachlesen: https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_bes_detail?sg=0&menu=0&bes_id=7345&anw_nr=2&aufgehoben=N&det_id=519257

          • @Bernd
            Danke für den schönen Link.
            Papier ist geduldig, auch in digitalisierter und verlinkbarer Form gilt das unverändert.

            „Wer entscheidet denn, was in die Schule „gehört“?“
            Im Zweifelsfalle entscheiden Sie das natürlich.
            ( Weil „Diskussionen“ mit Ihnen immer so zielorientiert, freundlich im Ton und frei von Anfeindungen sind, erlaube ich mir diese Abkürzung.
            Und nur zur Sicherheit, weil Sie es bei einem anderen Foristen unter einem andern Artikel in den letzten Tagen auch nicht verstehen konnten ( ? ): Das war Ironie. )
            Alles andere habe ich schon in den beiden Posts weiter oben geschrieben, einfach noch mal nachlesen.

          • Warum immer gleich so pampig und persönlich angepisst, wenn man Ihnen widerspricht? Papier ist geduldig? Klar, ist nur ein Gesetz, das von einem demokratisch legitimierten Parlament beschlossen wurde. Müssen Sie sich als Staatsbedienstete/r ja nicht drum scheren.

            Was sind Sie – Lehrkraft oder Majestät von eigenen Gnaden?

          • @ Bernd 10. Oktober 2021 um 12:02
            Für Sie, geehrter Herr @Bernd, Letzteres. 😉
            Und zum Thema „Warum immer gleich so pampig und persönlich angepisst, wenn man Ihnen widerspricht?“ einfach an die eigene Nase fassen.

        • Genau das passiert bereits bei und- mit dem Erfolg, den Sie mir wünschen!

          Und- was „in die Schule gehört“ und wie- das bestimmen im staatlichen Schulsystem die vorgesetzte Behörde und die Curricula.

  2. Ich kann das nicht glauben.

    „Ist das Erlernen von Alltagskompetenzen allein Familiensache – oder ist es auch die Angelegenheit von Schule, Schülerinnen und Schüler zu mündigen Konsumentinnen und Konsumenten zu erziehen? „

    Kinder sollte man von Konsum abraten!

    Kinder sollte man erziehen, besonderes in den Bildungseinrichtungen, wie man Geld bei sich behalten soll, und nicht wie man das Geld herausgibt.

    Das lernt man nämlich in den teuren privaten Bildungseinrichtungen, wer sich sie leisten kann. In den Bildungseinrichtungen, woher all diesen zukünftigen Topmanagers stammen, die unseren Kindern Geld gnadenlos herausziehen werden.

    Wir erziehen Schaffe, das ist alles was wir heute als Gesellschaft tun.

    • Bitte lesen Sie mal nach, was Verbraucherbildung bedeutet- jedenfalls kein neoliberales Verherrlichen unkritischen und hemmungslosen Konsumierens.
      Und wenn Sie sich schlau gemacht haben, stimmen Sie mir sicher zu.
      Um Lemminge oder Schafe geht es dabei EBEN NICHT!
      Nochmal der Tipp: Tim Engartner lesen!

  3. Ich habe schon nach dem ersten Absatz aufgehört zu lesen, weil es nicht lesenswert und vollkommen unrealistisch ist.
    Mehr Medienkunde, Verbraucherbildung, Erste Hilfe, juristische Grundbildung (Stichwort: Handyvertrag), gesunde Ernährung, Finanzwesen(Kredite/Geldanlagen) und was weiß ich noch alles.
    Jedes dieser Themen ist für sich genommen zwar wichtig, aber im Paket von Schule nicht zu leisten und somit Aufgabe der Eltern.

    • @Küstenfuchs
      Genau.
      Aber zur Sicherheit werden Sie wohl auch noch einmal belehrt und bekehrt von
      – @Verbraucherbildner
      – @Bernd.

    • „nicht zu leisten“
      Es sei denn, man erklärt gleichzeitig, was von dem bisherigen „in die Schule Gehörenden“ gestrichen werden kann. Man kann nicht unbegrenzt eins aufs andere draufsatteln. Daran können all die schönen Phrasen nichts ändern.

  4. Gestern sahen wir eine Heimwerkersendung im TV. Eine Wand wurde mit einer besonderen Technik und einem neuen Material verändert. Ob der mittelalte Handwerker sich vorher mit Händen und Füßen gewehrt hat? Ob er wohl gesagt hat, das habe er in seiner Ausbildung nicht gelernt? Ob er meinte, das sei nicht seine Aufgabe- schließlich habe man früher im Do-it-yourself- Verfahren tapeziert usw.? Ob er meinte, das könne er zusätzlich zu allem nicht auch noch leisten? Ob die Kunden ihm dann gerne ihr Wohnzimmer anvertrauten?
    Ob er auch ein studierter Experte fürs Lehren und (lebenslanges) Lernen ist?

    • Da stimme ich Ihnen hundertprozentig zu. Was würde ein Lehrer sagen, wenn sich ein Automechaniker weigern würde des Lehrers E-Auto zu reparieren, nur weil es sowas zuvor nicht gab und der Mechaniker einfach zu faul ist sich in die neue Technik einzuarbeiten? Der Chef würde ihn wegen Arbeitsverweigerung schnurstracks entfernen. Warum ist sowas an Schulen nicht möglich? Nach den ersten Entfernungen aus dem Dienst würden die meisten Lehrer spuren, oder in die Wirtschaft wechseln und dort lange Gesichter machen.

      • Auch an den GS:
        Mehr Demokratiebildung, mehr Verbraucherbildung, mehr Verständnis für Klimaschutz und Nachhaltigkeit (auch im Elternhaus), mehr Müllvermeidung, mehr gesunde Ernährung, mehr Natur- und Erlebnispädagogik, mehr Erzehungsarbeit, mehr Digitalisierung, mehr Gemeinschaft, mehr Individualisierung, mehr Bewegung und Spiel, mehr Kreativität und Theaterspielen, bessere Grundlagen im Bereich Lesen, Rechtschreibung und Rechnen, mehr Englisch, besseres Technikverständnis und mehr Chemie, mehr Inklusion, mehr Sprachkurse für Migrantenkinder, mehr psychologische Elternberatung, mehr Zusammenarbeit mit kleinen handwerklichen Betrieben (Bäcker, Gartenbau, die davon wenig begeistert sind), mehr Bürokratie, mehr Resilienz……
        Weniger Lehrkräfte/OGS Erzieher, mehr Kinder pro Klasse/OGS Gruppe, weniger Reinigungszeit, da die OGS die Räume nachmittags braucht, heizen trotz ständigem Lüften, entgegen aller Nachhaltigkeit….

        Es geht nicht darum, an einem Verbrenner oder an einem E-Auto Teile auszutauschen- repariert wird schon lange nicht mehr!- sondern darum, immer neue Aufgaben zu bekommen, die mit dem ursprünglichen Berufsbild nichts zu tun haben und die sich auch widersprechen, die immer anspruchsvoller sind, und mit immer weniger Personal umgesetzt werden sollen! Das Ganze natürlich ohne Fortbildung, Platz oder Fachpersonal!

        Ich möchte den Mechatroniker mal sehen, der 3 Autos auf 1 Hebebühne unterbringen kann, diese in kürzester Zeit wieder fahrtauglich macht und seine Klienten gleichzeitig auch noch bekocht und psychologisch betreut!

        • Ok, das mit dem Bekochen und psychologisch Betreuuen passt nicht wirklich. Der Mechatroniker wäre halt gleichzeitig Autoverkäufer, Bürokraft und für die Gestaltung des Showrooms zuständig!

          • Erstmal informieren was ein Mechatroniker macht und wo sein Wirkungsbereich eigentlich liegt. Ganz sicher nicht in einer Kfz-Werkstatt.
            Hoffentlich unterrichten Sie nicht in irgendeiner Richtung, die mit Technik oder Berufswahl zu tun hat.

          • @ Achim 11. Oktober 2021 um 14:50
            „Alla 11. Oktober 2021 um 14:25
            Auch an den GS: …“
            Berufswahl?
            Psssst! … GS = Grundschule?

      • Nein, lieber erfreue ich mich Ihrer besonderen Perle in der Kette der Anaphern. Geistvoll, meinen Horizont erweitern, diskursiv… eines wahren Pädagogen würdig! Danke dafür.

        • @Verbraucherbildner
          Nach dem müden Versuch in der Rubrik „heiteres Beruferaten mit schlecht kaschiertem Lehrerbashing“ müssen Sie ohne Erweiterung Ihres Kenntnisstandes weiterleben.
          Sie entfernen sich immer weiter vom Ausgangsartikel, schade.
          Aber sicher haben Sie das auch schon bemerkt.
          Was halten Sie davon, wenn Sie sich woanders festbeißen?
          Notfalls in Ihrem nächsten Butterbrot?

          • Von wem dies Brot mag sein? Getreu dem Motto „wes‘ Brot ich ess‘, des‘ Lied ich sing“? Ob‘ s vom Verbraucherbildungs- Lobbyisten geschmiert? Spaß beiseite- die Frage, wer hier den Diskurs zugunsten unsachlicher Repliken verlassen hat, kann sich jeder Leser dies- und jenseits des Äquators 😉 selbst beantworten.
            Und wenn jeder, der nicht mitmachen will beim Wundenlecken, kein Lehrer ist- die ein Exklusivrecht auf dieser Plattform haben, wie oft hier gesagt- sondern nur deren Basher…..wenn Sie/ sie sich dann besser fühlen, statt auch mal andere Auffassungen anzunehmen…bitte sehr. Wie langweilig!

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here