Düsseldorfs OB Keller: Aufhebung der Maskenpflicht im Unterricht war ein Fehler!

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DÜSSELDORF. Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) hat vom Land Nordrhein-Westfalen und vom Bund schärfere Corona-Maßnahmen – inbesondere die Wiedereinführung der Maskenpflicht im Unterricht – gefordert. „Ich blicke mit großer Sorge auf den Winter, weil wir ausgerechnet in einer sich zuspitzenden Situation auf einfache Schutzmaßnahmen verzichten. Wir müssen viel wachsamer sein“, sagte Keller gegenüber der „Rheinischen Post“. „Wir sind mit dem Impfen einfach noch nicht so weit, dass wir uns Sorglosigkeit erlauben könnten.“

Kritisiert die von Parteifreunden geführte Landesregierung: Düsseldorfs Oberbürgermeister Christoph Keller (CDU). Foto: Christoph Keller

Die Aufhebung der Maskenpflicht an NRW-Schulen vor knapp einer Woche sei falsch gewesen, so stellte der OB der Landeshauptstadt fest. Keller: „Ich appelliere an das Land, die Maskenpflicht in Schulen umgehend wieder einzuführen. Bei Kindern und Jugendlichen sind die Inzidenzen einfach zu hoch, und der Umgang mit den Masken, so lästig sie sind, ist gelernt und erprobt.“ In Düsseldorf liegt die Inzidenz unter den Fünf- bis 14-Jährigen aktuell bei 301, die Gesamtinzidenz bei 131.

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hatte das umstrittene Aussetzen der Maskenpflicht im Unterricht durch die schwarz-gelbe Landesregierung als «richtige Entscheidung» verteidigt, wie News4teachers berichtete. Die Schulen seien weiterhin sichere Orte, das dortige Infektionsgeschehen stabil, behauptete die Ministerin am Freitag im Landtag. Um ihre Behauptung zu unterstreichen, bemühte sie einen seltsamen Vergleich: Angesichts der vielfältigen Schutzmaßnahmen wirkten Schulen keinesfalls als Drehscheiben, sondern «eher als Bremsscheiben». 

Den Tiefpunkt markiert derzeit die Stadt Leverkusen: Dort liegt die Inzidenz unter den Fünf- bis 14-Jährigen aktuell bei 568

Die „Corona-Meldelage“ des Landeszentrums Gesundheit zeigt allerdings ein anderes Bild – von Bremswirkung keine Spur: Lagen die Inzidenzen in NRW unter Fünf- bis Neunjährigen vergangenen Dienstag, als erstmals keine Maskenpflicht im Unterricht mehr galt, noch bei 219 und unter Zehn- bis 14-Jährigen bei 233, so sind sie seitdem stetig angestiegen: unter Fünf- bis Neunjährigen auf 283 und unter Zehn- bis 14-Jährigen auf 282.

Den Tiefpunkt markiert derzeit die Stadt Leverkusen: Dort liegt die Inzidenz unter den Fünf- bis 14-Jährigen aktuell bei 568. Auch dort läuft der Unterricht ohne Maskenpflicht weiter. Allerdings empfiehlt die Verwaltung Eltern und Schülern, die Masken in den Klassenräumen aufzubehalten. Bereits vor zwei Wochen hatte die Stadt mobile Luftfilter für Kitas, Grundschulen sowie die fünften und sechsten Klassen der weiterführenden Schulen bestellt, wie ebenfalls die „Rheinische Post“ berichtet. Eine Förderung von Land und Bund gebe es dafür nicht, so hieß es: Die ist auf Räume beschränkt, die sich nicht ausreichend lüften lassen (und die deshalb ohnehin für den Unterricht nicht infrage kommen).

Das Infektionsgeschehen unter Schülern zieht die Corona-Krise in Nordrhein-Westfalen über alle Altersgruppen hinweg nach oben: Lag die Gesamt-Inzidenz vor einer Woche noch bei 110, so betrug sie gestern 123. News4teachers

Landkreis verzeichnet Inzidenz von 2.421 unter Schülern – einzige Konsequenz für Schulen: Quarantäne wird gelockert

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9 KOMMENTARE

  1. Die eitle und selbegefällige Yvonne Gebauer wird sich auch davon nicht beeindrucken lassen . Wahrscheinlich haben sie und ihr Staatssekretär auch heute morgen wieder Schöpfkellen voller Weisheit gefressen …

  2. Passend dazu:
    Düsseldorfer Uniklinik stoppt stationäre Aufnahme von Intensiv-Patienten
    Der größte Krankenversorger der Stadt meldete sich am Sonntag von der Versorgung teilweise ab, weil die Kapazitäten erschöpft waren. Auch in anderen Häusern in Düsseldorf stößt man an seine Grenzen. (RP-Online)

    • Die Frage ist ja, wie viele Intensivbetten hat denn die Kinderklinik des D’dorfer Uni-Klinikums.
      Die ITS-Betten der anderen Häuser, die der vollstationären Versorgung Jugendlicher und Erwachsener dienen, sind für Kinder nicht einplanbar.

  3. Wenn es nur nicht so traurig wäre…jedoch scheint zumindest NRW ja „bestens“ vorbereitet.

    Schulmail 05.11.21: Versorgung der Schulen mit Antigen-Selbsttests
    (erklärt für Dummies(?), sogar wie man die eineinhalbfache Menge berechnet)

    …der Liefervertrag für die Versorgung der Schulen mit Antigen-Selbsttests mit Siemens Healthcare und Trans-o-flex läuft zum Ende des Jahres 2021 aus. Eine Bestellung innerhalb des auslaufenden Vertrages ist nur noch bis einschließlich der Kalenderwoche 50 möglich. In der Kalenderwoche 50 aufgegebene Bestellungen werden in Kalenderwoche 51 ausgeliefert.

    Im Zuge des Vergabeverfahrens, das die Versorgung der Schulen mit Antigen-Selbsttests nach dem Jahreswechsel sicherstellt, kann es zu einem Anbieterwechsel kommen. Auch in diesem Fall geht das Ministerium für Schule und Bildung NRW von einem reibungslosen Wechsel zwischen den Dienstleistern aus. Um jegliche Risiken von Versorgungsengpässen, die durch einen Anbieterwechsel entstehen könnten, auszuschließen, möchten wir die Schulen bitten, eine Bevorratung mit Antigen-Selbsttests vorzunehmen. Ziel der Bevorratung ist es, dass alle Schulen die Testungen in den Kalenderwochen 02, 03 und 04 unabhängig von Testlieferungen sicherstellen können.
    Der bestehende Liefervertrag sieht eine landesweite maximale Liefermenge vor. Diese ermöglicht es, dass alle Schulen pro Bestellvorgang die eineinhalbfache Menge des wöchentlichen Bedarfes bestellen können. Eine Schule, die einen wöchentlichen Bedarf von 600 Tests hat, könnte also wöchentlich 900 Tests bestellen. Für die planmäßige Bevorratung Ihrer Schule möchten wir Ihnen die folgenden Hinweise geben:

    Bitte ermitteln Sie den derzeitigen wöchentlichen Testbedarf mit Antigen-Selbsttests für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und sonstiges Personal.
    Ermitteln Sie bitte anschließend Ihren Bedarf für die Kalenderwochen 02, 03 und 04.
    Bitte ermitteln Sie Ihren derzeitigen Lagerbestand an Antigen-Selbsttests.
    Bitte passen Sie die Bestellmenge ab der KW 45 so an Ihre errechneten Bedarfe an, dass spätestens bis zur KW 51 ein Testvorrat für die Kalenderwochen 02, 03 und 04 aufgebaut ist.
    Bitte achten Sie darauf, dass die wöchentliche Bestellmenge die eineinhalbfache Menge des Wochenbedarfs nicht überschreitet.

    Um eine landesweite Bevorratung aller Schulen sicherzustellen, wird eine stichprobenhafte Kontrolle der Bestellmengen durch das Ministerium für Schule und Bildung notwendig sein.
    Die Testungen der Schülerinnen und Schüler der Grund- und Förderschulen mit den so genannten Lollitests ist hiervon unberührt.

  4. Und ihr meint wenn die Impfquote hoch genug ist, dann ist wieder alles gut? Singapur: Inzidenz bei über 400, Gesamtimpfquote bei 86%, die Todesrate ist hoch wie nie bei Coronafällen. Island hat rasant steigende Zahlen bei einer Gesamtimpfquote von über 80%, neue Beschränkungen werden eingeführt, für Alle. Das wegen seiner Impfquote gelobte Dänemark führt neue Beschränkungen ein. Nur das schon Basis durchseuchte Schweden und Afrika hat gleichbleibende Inzidenzen. Es bleibt die Durchseuchung inkl Schutz der Pflegeeinrichtungen. Quelle Worldometer und Corona-in-Zahlen.

  5. Liebe Redaktion,

    ruft man für NRW die aktuellen Corona Zahlen beim MSB auf, endet die Statistik in KW43 mit Stichtag 13.10.2021 (Beginn Herbstferien).
    https://www.schulministerium.nrw/ergebnisse-der-woechentlichen-umfrage-zum-schulbetrieb-corona-zeiten

    In der letzten Woche am Freitag im Landtag hatte die Statistik allerdings den Stichtag 27.10.21.
    Wie kann es sein, dass das MSB seit vier Wochen keine aktuellen Fallzahlen zur wöchentlichen Schulabfrage mehr veröffentlicht?

    Besteht vielleicht Interesse hier mal nachzuhaken?

    Beste Grüße
    ……..
    Zufall?
    Ich möchte nichts unterstellen, aber bei den Hitlisten NRW der „Ergebnisse der wöchentlichen Schulabfragen im Schuljahr 2020/2021 zu Corona“ endet die veröffentlichte Erhebung des MSB mit dem Stichtag 27.10.2021 (Mittwoch) für KW 43.
    Haben der Chefin aktuellere Zahlen etwa nicht zum Geschwurbels ihrer gestrigen Rede im Landtag gepasst?

    (Hatte ich am 06.11. bereits zu anderem Beitrag „NRW-Schulministerin behauptet: Schulen wirken als „Bremsscheiben“ in der Pandemie“ gepostet)

    • Nachtrag:
      Die Manipulation der Statistik erscheint mir leicht erkennbar,
      da plötzlich KW 41 und KW 42 herausgenommen wurden.
      KW 40 mit Stichtag 06.10.2021 vorletzte Spalte
      dann KW 43 mit Stichtag 13.10.2021 letzte Spalte

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