Psychische Probleme bei Schülern wegen Corona: Experten fordern schnelle Hilfe

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FRANKFURT/MAIN. Einsamkeit, Depressionen, Ängste oder Schlafstörungen: Manche Kinder und Jugendliche leiden unter den Folgen der Corona-Pandemie. Auch wenn die Schulen längst wieder geöffnet sind, die psychischen Auswirkungen dauern an.

«Die Coronakrise hat wie ein Verstärker gewirkt»: Viele Teenager leiden unter psychischen Belastungen (Symbolfoto). Foto: Shutterstock

Der geschlossene Hort, die soziale Isolation, das fehlende Treffen mit Freunden: Die Corona-Pandemie hat Kindern und Jugendlichen viel abverlangt. Bei manchen machen sich bis heute Auswirkungen und psychische Probleme bemerkbar. Das können Konzentrationsschwierigkeiten oder Schlafstörungen sein, aber auch Ängste oder schwere Depressionen.

«Ich habe das Gefühl, die Langzeitfolgen werden sich erst noch zeigen»

Das bekommt auch die Frankfurter Psychotherapeutin für Kinder und Jugendliche, Tanja Müller, zu spüren: «Es ist tatsächlich nach wie vor so, dass es einen großen Bedarf und eine hohe Anmeldezahl gibt.» Die Lage in den Praxen habe sich auch durch die Wiederaufnahme des Schulalltags noch nicht entspannt, sagt sie. Und: «Ich habe das Gefühl, die Langzeitfolgen werden sich erst noch zeigen.»

«Wir sehen natürlich, dass Kinder und Jugendliche in Folge der Pandemie deutlich belastet sind», erklärt auch Dietmar Eglinsky, Direktor der Vitos Kinder- und Jugendklinik für psychische Gesundheit in Kassel. «Die Coronakrise hat dabei wie ein Verstärker gewirkt.» Heißt: Wer ohnehin schon anfällig gewesen ist für psychische Probleme, ist deutlich gefährdeter. Zudem zeigen sich womöglich auch bei Kinder und Jugendlichen Auswirkungen, die ohne die Pandemie gar nicht betroffen gewesen wären. Ein Beispiel aus der Kassler Klinik sei ein zehn Jahre alter Junge, der eine Magersucht entwickelt habe, «das ist schon sehr ungewöhnlich». Generell hat die Schwere von Essstörungen nach Eindruck des Experten zugenommen.

Die Krise habe junge Leute massiv in ihrer Entwicklung beeinträchtig: «Jugendliche brauchen die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen, Fehler zu machen, sich auszuprobieren», sagt Eglinsky. Doch Corona habe all das eingegrenzt. «Es fehlten Erfahrungsmöglichkeiten, der Austausch mit Gleichaltrigen und womöglich die Privatsphäre zu Hause.»

«Die jungen Menschen brauchen umgehend Hilfe. Unsere psychologischen Beratungsstellen schlagen Alarm»

Wie viele Kinder und Jugendliche genau betroffen sind, ist schwer zu sagen. Nach Angaben der Caritas leidet fast jedes dritte Kind unter den Folgen der Pandemie und zeigt psychische Auffälligkeiten. «Die jungen Menschen brauchen umgehend Hilfe. Unsere
psychologischen Beratungsstellen für Kinder, Jugendliche und Eltern schlagen Alarm», erklärte kürzlich die Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes, Eva Maria Welskop-Deffaa.

Beratungsangebote müssten dringend ausgebaut werden. Notwendig seien mehr Jugendsozialarbeit, Schulsozialarbeit und sozialpädagogische Begleitung. Auch digitale Angebote wie die U25-Online-Suizidprävention seien wichtige, niederschwellige Ergänzungen und hätten in und nach der Pandemie eine große Nachfrage erfahren, sagte Welskop-Deffaa. Laut Caritas stieg während des zweiten Lockdowns das Kontaktaufkommen bei der Suizidpräventionsberatung für Unter-25-Jährige um 30 Prozent an.

Auch der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen ist bewusst, dass der Bedarf an psychotherapeutischer Unterstützung groß ist. «Wir wissen, dass Patientinnen und Patienten teils länger auf einen Termin beziehungsweise eine Therapie warten müssen. Das ist nicht gut, denn schnelle Hilfe ist hier das A und O», sagt KVH-Vorstand Frank Dastych. «Wir haben daher forciert, dass hessenweit kurzfristig 18 neue Kolleginnen und Kollegen im Bereich der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie bereit stehen, um dem zunehmenden Bedarf durch die Pandemie so gut wie möglich gerecht zu werden».

Zudem hat die KVH vier kurze Filme produziert, um auf die psychischen Belastungen hinzuweisen, ob bei Vorschulkindern oder älteren Teenagern. Die Clips sollen dazu beitragen, das Umfeld – sowohl in Kita und Schule als auch privat – für mögliche psychische Folgen zu sensibilisieren.

Aber warum ist die Situation für die jungen Menschen besonders belastend? Im Vergleich zu Erwachsenen, seien sie mitten in ihrer Entwicklung getroffen, erklärt Psychotherapeutin Müller. «Die Zeit kann man nicht mehr nachholen.» Im Jugendalter gehe es auch um die Entwicklung einer Identität. «Wenn man dann in etwas Depressives, Einsames rutscht, ist es meist schwieriger, da wieder rauszukommen, als im Erwachsenenalter.» Zudem sei die Perspektive je nach Alter sehr unterschiedlich, sagt Müller. «Gerade für kleine Kinder sind eineinhalb bis zwei Jahre eine enorme Lebensspanne. Mich hat neulich ein Fünfjähriger gefragt: Bleibt Corona jetzt für immer?» Von Jenny Tobien, dpa

Hier geht es zu den weiteren Videos.

Suizidversuche von Kindern und Jugendlichen: Hilfeschreie – mit oft tödlichen Folgen

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16 KOMMENTARE

  1. Sicher war das alles und ist das alles für die Kinder/Jugendlichen besonders unerfreulich.

    Ich denke, die Menschheit hätte nicht überlebt, wären Kinder, die unter akut bedrohlichen Situationen sicher in anderen Zeiten noch viel mehr gelitten haben, immer schon so „pathologisiert“ worden.
    In vielen Jahrtausenden Menschheitsgeschchte gab es große, sehr tragische und für die Kinder jeweils sehr bedrohliche Krisen.
    Die Menschheit hat überlebt, bevor die Psychologie überhaupt erfunden war.
    Das soll nichts verharmlosen.
    Dennoch denke ich, die Kinder allermeisten Kinder hatten ein Dach über dem Kopf, immer genug zu essen, Handy und Fernsehen, Bücher und Eltern oftmals im Homeoffice, Lehrer die erreichbar waren…
    Wo es immer schon schief lief, läuft es in einer Krise natürlich noch schlechter.
    Natürlich wird es für betroffene Kinder auch Nachwirkungen geben, die auch behandlungsbedürftig sein werden.

    Das sollte uns m.E. aber vier Dinge lehren:
    1. Kinder stärken, statt sie zu bedauern, ihnen nicht einreden, sie müssten unter der Situation leiden.
    2. Die Grundsituation in Familien und Schulen nachhaltig verbessern, statt aktionistische „Corona-Förderprogramme“ aufzulegen, die aus verschiedenen Gründen weitgehend ins Leere laufen.
    3. Sollte es nochmal Einschränkungen für Kinder geben, diese besser managen.
    Hätte man von Anfang an Kindern erlaubt, sich mit je einem oder zwei Freunden (auch zum Distanzunterricht) zu treffen, wäre die Situation für sie leichter gewesen und man hätte die Pandemie vermutlich leichter unter Kontrolle gebracht, weil die Treffen nicht heimlich stattgefunden hätten. Vorschläge dazu gab es schon im März 20 mit dem Hinweis, damit Schlimmeres – auch auf Teufel komm raus geöffnete Schulen – zu vermeiden…
    4. Wir brauchen Strukturen, die Kinder immer auffangen. „Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf“ (von psychologischen Behandlungen sagt der Volksmund nichts…)
    Ja, ich weiß, Psychologen sind sicher in dem einen oder anderen Fall absolut notwendig und deren Verdienste sind nicht zu vernachlässigen – aber das sollte doch die Ausnahme bleiben, wenn alle anderen Vorkehrungen nicht greifen – die aber dann auch erreichbar sein muss ohne monatelange Wartelisten….

    Das System krankt. Corona-Folgen sind nur die Welle des letzten Tropfens, der das Fass zum Überlaufen bringt.
    Dass es längst überläuft, will aber niemand als Anlass für konsequente Verbesserungen im Bildungs- und Familienbereich sehen! Könnte ja Geld kosten und – mit Verlaub gesagt – viele würden die Sündenböcke vermissen, denen man traditionell das Versagen der Gesellschaft in diesen Bereichen in die Schu(h)(l)e schieben kann…

  2. Nun mal ne dumme Nachfrage.

    Sind Kinder jedes Jahr nach 6 Wochen großen Ferien eigentlich auch traumatisiert?

    Sechs Wochen ohne Schule, Klassenkammeraden und die liebevolle Fürsorge der LuL.

    Natürlich nicht. Die Ferien sind ja positiv besetzt.
    Da kann man ausschlafen und mit den Freunden spielen und mal machen was man will.

    Oh halt, war im Loch-Down doch auch so.
    Für Kinder gab es nie Kontaktbeschränkungen zu anderen Kindern.
    Die Angst vor Infektionen kann es bei Eltern, welche die Kinder jetzt ja bedenkenlos ohne Masken in „sichere“ Schulen schicken, wohl auch nicht gewesen sein was den Kontakt zu Gleichaltrigen im Lock-Down verhindert hat.

    Woher dann die psychischen Schäden und Traumata???

    Hat es etwa keinen Kontakt zu Gleichaltrigen gegeben, weil es Arbeit gemacht hätte und die Schule als Kontaktort einfach bequemer ist?

    Überlastung durch Fernunterricht?
    Kinder sitzen in der Schule 6-8 Stunden und machen auch noch Hausaufgaben.
    Bei gleichem Zeiteinsatz macht im Lock-Down höchstens das Erklären der Lerninhalte Stress und Probleme.
    Gute Schulen halten ihre LuL an für Rückfragen zur Verfügung zu stehen. Außerdem wird es in einer Notsituation wohl möglich sein, dass Eltern sich auch mal einbringen!
    Ich frage mich ernstlich, wer nicht in der Lage ist als Elternteil Lerninhalte bis Klasse 6 oder 7 zu erklären?
    Ist das echt Unfähigkeit oder eher Unwille.
    Die Probleme vieler Schüler im Distanzunterricht ihre Arbeit zu erledigen ist ebenfalls eine direkte Folge der Erziehung.
    Wir sehen, Helfen und Erziehen ist gefordert? Wenn man das an die Schule auslagert ist es viel einfacher.

    Trauma betreffen außerdem meist nur jüngere Schüler bis 12 Jahre. Ich hab die älteren Schüler (16+). Da hat kein Mensch ein Trauma. Höchstens der Umstand wieder zur Schule zu müssen hat zu Depressionen geführt.

    Ich bezweifle echt ob diese Trauma wirklich Trauma sind oder von manchen Eltern herbeigeredet werden um, auch bei akuter Gesundheitsgefahr für sich und ihre Kinder, den bequemeren Weg über die Schule als Hauptträger der Erziehung und Bildung zu erzwingen.

    Wir wollen ja nicht die Schule abschaffen!
    Dies ist aber eine akute Notlage, eine Pandemie an der Menschen sterben.

    Ich bin mir nicht sicher was mich betroffener macht.
    Die Traumata der Kinder die durch Psychologen, Kinderärzte und genervte Eltern festgestellt werden oder die Bereitschaft der Politik und der Eltern die körperliche Gesundheit ihrer Kinder zu riskieren um den Aufwand für Bildung und Erziehung weitgehend an die Schulen verlagern zu können.

  3. Die Pandemie zeigt den SuS ganz deutlich:
    Durchmogeln hat Aussicht auf Erfolg, siehe Politik.
    Vertuschen, täuschen und leugnen hilft weiter (Verantwortliche).
    Recht auf Bildung ist wichtiger denn eigene Gesundheit.
    Der Wert eines Kindes od. Jugendlichen ist gesellschaftlich gering (Impfen; Schulausstattungen; Prävention).
    Vertrauen kann man auf sehr wenig, da nur wenig verlässlich erscheint.
    Klassenarbeiten / Klausuren um jeden Preis schreiben bevor es wieder Distanzunterricht gibt (künstlicher Stress) nur um die Leistungsbewertung in trockenen Tüchern zu sehen.
    Beständigkeit hat kaum Bestand (Stofflappen -> MNS/MNB -> FFP2-Maske), Maske hier ja und da nein. Wer weiß denn momentan genau, welche bindende Anordnung gerade die aktuelle für einen Menschen im Land / Stadt oder Geschäft ist?

    Kinder brauchen Struktur, die seit 21 Monaten durch verschiedenste Einflüsse aufgeweicht und ausgehebelt wird.
    Jugendliche brauchen auch Zusammentreffen außerhalb der Famile als Clique unter Freunden und Partys, Familien- und Geburtstagsfeiern oder Klassenfahrten, Jugendfreizeiten, um erste eigene Erfahrungen zu sammeln. Von Freizeitaktivitäten im (Sport)verein, Freizeitpark, Kino, Personenzusammenkünften gar nicht erst angefangen.

    Kindern ist eine gewisse Ordnung vorzuleben.
    Struktur und Ordnung können Kinder im besten Falle ganz nebenbei und sogar mit Freude beim Spielen lernen (bei Abstand / Personenbeschränkungszahl / Isolation schwierig).

    Die fehlende Jugendzeit kann ihnen allerdings keiner mehr zurückgeben.
    Jedes dritte Kind ist auffällig? Es dürften mehr sein, da die still Leidenden eher nicht auffällig werden und zurückgezogen den aufgelaufenen Mist selbst verarbeiten und versuchen mit sich selber ausmachen.
    Reden und reger Erfahrungsaustausch ist wichtiger denn je.
    Von Betroffenen- / Selbsthilfegruppen für Kinder und Jugendliche hört und liest man sehr wenig, es muss nicht direkt der zweite Schritt erfolgen und ein Psychiater her.

  4. Eines ist auffällig, zumindest bei GS-Kindern:
    Kinder, die es gewohnt waren, ihren Willen stets durchzusetzen, hatten es schwerer im Lockdown.
    Dort eskalierte es zu Hause auch schneller.
    Allerdings waren wir in SH in der „luxuriösen Situation“, auch dann einen Notbetreuungsplatz anbieten zu können. Im ersten Lockdown wurde das weniger genutzt als in den 6 Wochen nach Weihnachten. In der Schule arbeiteten die Kinder dann ganz selbstverständlich an ihren Aufgaben und hatten immer einen Lehrer, der weiterhelfen konnte. In den Pausen wurde draußen gespielt, wenn auch mit etwas Abstand. Das entspannte sie häusliche Situation auch wieder etwas!
    Bei den meisten Kindern haben aber die Eltern dafür gesorgt, dass die rechtlichen Möglichkeiten, sich mit Freunden zu treffen, auch genutzt wurden!
    Zwar haben sich die meisten Kinder auch wieder auf die Schule gefreut, konnten der Zeit zu Hause aber auch durchaus etwas abgewinnen ( Ausschlafen, mehr Ruhe, mehr Zeit zum Spielen….)
    Eltern, bei denen es zu Hause strukturiert zugeht, deren Kinder auch mal ein Nein akzeptieren können ohne auszuticken und die auch gerne etwas Zeit mit ihren Kindern verbrachten, fühlten sich weniger gestresst als andere. Das wirkte sich dann auch auf die Kinder aus.
    Insgesamt sind wir gut durch die Pandemie gekommen, aber die GS waren ja auch in den beiden Schuljahren zusammen nur 11 Wochen in Distanz!
    Für Jugendliche muss das schwieriger gewesen sein, da das Elternhaus nicht mehr die große Rolle spielt, es weniger Norbetreuungsgruppen gab und der Präsenzunterricht länger ausfiel.

    Ich hoffe ganz stark, dass es, trotz Aussetzens der Maskenpflicht und fehlender Luftfilter, nicht wieder zu Distanzunterricht kommt und wünsche allen Kindern, die in Quarantäne sind (und noch in Quarantäne müssen) die Resilienz, das durchzustehen!

  5. Ich las neulich: Bei 5 % aller Kinder unter 14 in Deutschland wurde mittlerweile eine Coronainfektion festgestellt. Die Dunkelziffer ist natürlich höher. Ein Anteil der Kinder entwickelt keine Antikörper, dies ist generell auch häufiger bei Menschen mit Long Covid zu beobachten. Die große deutsche (!) Untersuchung der Krankenkassendaten zu Corona-Langzeitfolgen stellte einen markant erhöhten Behandlungsbedarf bei Kindern mit Corona fest (d.h. die positiv getestet und/oder positive Antikörper haben, also die nicht getesteten Kinder mit Coronafolgen nicht umfasst). Dazu zählten auch in einem nicht geringen Umfang psychische Probleme. Könnten wir bitte diese Zahlen bei Untersuchungen zur Kinderpsyche berücksichtigen. Das sind übrigens Folgen der Pandemie und der unzulänglichen Pandemiemaßnahmen. Vielleicht nicht immer der Krankheit – die Kinder werden ja teilweise auch traumatisierende Verluste erlebt haben.

  6. Die Folgen der Pandemie hat die Politik und die KM zu verantworten. Die Handlungsunfähigkeit der KM haben zu einer großen Verunsicherung an den Schulen geführt. Die Augenwischerei und Blendwerk mit dem Aufholprogramm bzw. Rückenwindprogramm hat zu keiner Verbesserung beigetragen. Die Mogelpackung ist lauthals verteilt worden und an den Schulen angepriesen worden und leider ohne Inhalt. Die Unwahrheit und Lüge trifft alle Schularten und die G8 Schulen nach einem G7 Schuljahr stehen an der Wand. Die Schüler haben durch das verkürzte Schuljahr in der Krise nochmals ein verkürztes Schuljahr G7 absolviert und enorm viel Schulstoff verloren. Die Belastung bleibt weiterhin eine schwere Last für die Schülerschaft und Schulen. Die Schülerschaft konnten wichtige persönliche Erfahrungen im Klassenverband und im Freundeskreis nicht erfahren und erproben. Das Leistungsniveau der Schülerschaft ist in vielen Fächern gesunken und eine angemessene Aufarbeitung ist nicht geschaffen worden. Die Lehrer haben eine doppelte Rolle übernommen Lehrer der den Unterrichtsstoff vermittelt und Seelentröster für die persönliche Krise einzelner Schüler. Die Lehrer haben eine hohe Verantwortung übernommen und geleistet und vieles aufgefangen. Die KM haben Chaos ausgeteilt und kein tragbares Konzept geliefert um die schwere Bildungskrise zu bestehen.Die Sorgen und die Belastung die einzelne Schüler tragen und aushalten müssen und ohen Hilfeleistung von den KM ist eine große Enttäuschung für viele Schüler. Die Versprechungen sind nicht eingetroffen und das neue Schuljahr hat keine Erleichterung gebracht. Wir gehen auf Weihnachten zu und die angespannte Schulsituation läuft weiter und der Leistungsdruck ist zu einer großen Hürde geworden. Die Daueranspannung begleitet die Schüler täglich und die Herausforderung die Defizite zu bewältigen zieht viele Schüler sehr runter.

  7. Nicht nur in Hessen auch in BW hat die Notlage der Schülerschaft schon mehrmals Hilferufe ausgesprochen. Zentralinstitut Mannheim, Beratungsstellen, Klinik in Ulm haben Appelle und Mahnungen ausgesprochen. Politik und KM halten eisern an Ihrer Leichtsinnigkeit und Dummheit fest.

    • „Wie viele Kinder und Jugendliche genau betroffen sind, ist schwer zu sagen. Nach Angaben der Caritas leidet fast jedes dritte Kind unter den Folgen der Pandemie und zeigt psychische Auffälligkeiten.“

      Und es wird mehr. 11-15 von 100 infizierten Kindern leiden an Post Covid zeigen Studien.
      Dabei sind gerade kognitive Störungen häufig, die Psyche, Konzentrationsfähigkeit, Gedächtnis betreffen.

  8. Vielen Dank für diesen Artikel!

    Wie jemand der Kommentator*innen den Lockdown mit den Sommerferien vergleichen kann, ist mir schleierhaft. Denn in der Regel sind in den Ferien keine Kinos, Schwimmbäder, Freizeiteinrichtungen, Sportstätten und Spielplätze geschlossen. Offiziell wurden Kinder bei den Kontaktbeschränkungen zwar nicht mitgezählt, aber der oft verlautbarte Satz „Du könntest deine Oma töten“ macht was mit den Kids. Und sie wundern sie ernsthaft, wo die psychischen Probleme herkommen?

    Meine Antwort: Von den Erwachsenen, die sich immer noch und/oder erneut im Corona-Panikmodus befinden und schon wieder von Schulschließungen und Lockdown reden, die mit Gesundheitsamt und Quarantäne drohen und die Kinder nicht Kinder sein lassen wollen, obwohl die Gefahr von Corona in dieser Altersklasse nahezu gegen null tendiert.

    Mit der Behauptung, long covid könnte auch Depressionen beinhalten, kann man weiterhin wunderbar von den Konsequenzen aus dem Lockdown ablenken. Zur Erinnerung: Wir reden von vielen Monaten, in denen die Kinder auf engstem Raum zuhause sitzen mussten und viel mehr Zeit mit oft für sie ungeeigneten Medien verbrachten.

    Ich bleibe dabei: Jede Form der Quarantäne und des Lockdowns ist schlimmer, als es Corona je sein könnte.

    • Der oft verlautbarte Satz „Du könntest Oma töten“???
      Ohne Lock-Down kann das Kind Oma wirklich töten!
      Ob das seiner Psyche gut tut?
      Was sie da vorschlagen ist keine Lösung. Es bedeutet die gefahreinfach zu ignorieren, in der Hoffnung sie wäre dann wirklich weg.

    • Ich kann tatsächlich beides gleichzeitig denken, die Verharmloser hingegen nicht und das ist stets SEHR verdächtig. Es DARF ihrer Meinung nach kein Long Covid geben, schon gar nicht bei Kindern, denn dann funktioniert ihr Schwarz-Weiß-Bild nicht: Böse Maßnahmen, harmloses Corona für alle außer die Alten und Vorerkrankten (die wiederum einfach Pech haben und sich rund um die Uhr halt schützen sollen, damit die anderen wieder feiern können).

      Die Wissenschaft wird das schlichtweg berechnen müssen: Lockdownfolgen in Problemfamilien (viele werden spätestens jetzt wohl auch Corona kennenlernen), psychische Long Covid Folgen bei Kindern, bei ihren Eltern, Traumafolgen in Familien durch Krankheit und Tod, Folgen des gemeinsamen, zweckgerichteten und auch solidarischen Maskentragen im Unterricht und sonstwo, kognitive Dissonanz, wenn die Schwurbeleltern jetzt schwer erkranken …

      wir sind als Familie wiederum fast schon traumatisiert von der unfassbaren Borniertheit (gegenüber der Krankheit) und Aggressivität der Schulbehörde, die uns als vermeintliche Absentisten regelrecht verfolgt hat, während unser Kind tatsächlich schlicht eine friedliche Homeschoolingzeit hatte (wie viele Kinder in unserer Umgebung).

  9. <<<<Ich hoffe ganz stark, dass es, trotz Aussetzens der Maskenpflicht und fehlender Luftfilter, nicht wieder zu Distanzunterricht kommt und wünsche allen Kindern, die in Quarantäne sind (und noch in Quarantäne müssen) die Resilienz, das durchzustehen!<<<

    Da bin ich ganz bei Ihnen. Bloß kein Distanzunterricht mehr. Frühjahr 2020 war Distanzunterricht eine komplette Katastrophe mit unserem Sohn mit Autismus+geistiger Behinderung. Homeschooling mit einem recht häufig aggressiven Kind. Unsere Strukturen waren damals für nachmittags, Wochenende und Ferien ausgerichtet. Da gab es keine Probleme. Hausaufgaben (1 bis 2x die Woche für 15 Minuten). Und Homeschooling jeden Tag bis zur 45 Minuten (hört sich sehr wenig an, ab für eine fast nonverbales Kind mit dem Förderbedarf geistige Entwicklung eine Herausforderung, für den Stoff musste ich immer eine Bitte um Verlängerung der Zeit für die Aufgaben bitten). Richtige Notbetreuung gab es erst letztes Jahr ab Januar 2021. Unser Kind ist mittlerweile auch komplett geimpft. Da brauch man auch keine Schulschließungen mehr.

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