Stark-Watzinger nennt Schulen „wichtigen Faktor der Früherkennung“

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Erneute Schulschließungen sollten nach Ansicht von Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger nur das letzte Mittel bei möglichen Corona-Gegenmaßnahmen sein. «Wir müssen vor allen Dingen dafür sorgen, dass Schulen so lange wie möglich offen bleiben, dass sie nicht geschlossen werden. Das kann nur die Ultima Ratio sein», sagte die FDP-Politikerin am Freitag im Fernsehsender Welt. Jeder Baustein, der dazu beitrage, seien es Hygienekonzepte oder die Möglichkeit, das eigene Kind impfen zu lassen, sei ein wichtiger Baustein.

Kanarienvögel wurden früher im Bergbau eingesetzt – hörten sie auf zu singen, war das ein Zeichen für einen zu geringen Sauerstoffgehalt in der Luft. Foto: Shutterstock

Das Interview wurde am Morgen noch vor den Aussagen von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zur Erwartung einer bevorstehenden fünften Welle geführt. Stark-Watzinger verwies darauf, dass im Zuge von Schulschließungen bis zu 20 Prozent der Schülerinnen und Schüler nicht mehr erreicht worden seien, und nannte Bildungsverluste und psychosoziale Schäden als Folgen. Die Schulen seien auch ein wichtiger Faktor der Früherkennung durch das regelmäßige Testen. «Insofern helfen sie auch, die Pandemie zu bekämpfen.» dpa

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49 KOMMENTARE

  1. Jetzt weiß ich, warum die Schulen offen bleiben: Die Politiker wollten ein kostengünstiges und wartungsarmes Früherkennungssystem installieren.

    • Nur Erkennen allein reicht aber auch nicht. Denn was folgt bei den Kultusministerien wenn was (überhaupt mal) erkannt wurde: genau, weiter beobachten und abwarten!

      Handeln? Fehlanzeige.

  2. Kinder als lebende Teststäbchen … das schlägt dem Fass den Boden aus. Kinder sind ja so unempfindlich, an denen können wir kostenneutral und ohne großen Schaden anzurichten das Durchlaufen verschiedener Corona-Wellen beobachten und auf die Gesamtbevölkerung hochrechnen. Wir bieten dafür kostenlose Kinderbetreuung an, so dass auch Wirtschaft und und familiäre Finanzen geschützt bleiben und haben damit 10 Millionen Versuchspersonen. Wir halten hiermit also ein staatliches Großlabor für die Erforschung des Virus und seiner Verbreitung vor. Um besonders realistische Bedingungen zu schaffen, die denen der angestrebten endemischen Phase am nächsten kommen, lassen wir auch möglichst alle komplizierten und kostspieligen Schutzmaßnahmen weg. Wir investieren natürlich in Tests und in die Impfung, weil beides laborrelevante Messinstrumente sind. Natürlich müssen wir diesen Großversuch gut kommunizieren. Wie wäre es mit „die Schulen sind sicher“? Das hört sich gut an und wird gerne geglaubt. Damit auch kein menschliches Teststäbchen fehlt, gilt Präsenzpflicht. Was für eine phänomenale Idee! Wir können wirklich stolz auf unsere innovativen Ideen sein, Forschungsstandort Deutschland.

  3. Hätten sich die „Experten“ in den letzten Jahren mal mit diesen 20% befasst! Es gab mal BuS-Klassen, es gab mal Praktikumsklassen, es gab mal Individualangebote für Schulmüde und Schulverweigerer, alles abgeschafft, stattdessen zusätzlich Inklusion und Klassengrößen von 28 aufwärts, jetzt liegt alles an den paar Wochen Schulschließungen? Da kann man doch als BildungspolitikerIn dankbar sein für diese schöne, einfache Corona-Erklärung. Gut dass die Wahrheit zu kompliziert ist als dass sie jemand wirklich hören möchte, viel zu lang und langweilig.
    Ein Indikator wird wenigstens rot, ob Frau Ministerium bei diesem Gerede auch rot wurde…?

  4. Bei der rasanten Verbreitungsgeschwindigkeit von Omikron erübrigt sich die Frühwarnung… das Virus wird immer schneller sein und bei völlig uneingeschränkt offenen Schulen wird das eine Katastrophe…Außerdem funktioniert dieses „Frühwarnsystem“ auch nur, wenn es tatsächlich als solches zum Einsatz kommt, nämlich mit schneller Benachrichtigung von Kontaktpersonen, Quarantäne mindestens für Sitznachbarn usw. Heute einen Beitrag über Thüringen im TV gesehen, dass die Schulen im Prinzip für die Kontaktverfolgung zuständig sind. Die Gesundheitsämter kommen ja schon lange nicht mehr hinterher. So kann Schule wohl kaum als „Früherkennungsfaktor“ wirken….

    • Vor allem, da die Schulen inzwischen (hier zumindest) nicht mehr vom Gesundheitsamt informiert werden, wenn Schüler an Covid 19 erkranken. Wir erfahren das inzwischen nur noch per Glücksfall, falls Eltern die Schule informieren oder das über Mitschüler bekannt wird. Da außer dem Erkrankten eh keiner mehr in Quarantäne geht, hält das Gesundheitsamt die Information wohl nicht mehr für notwendig. Das ist auch besser für die Statistik der sicheren Schulen…

      • Ganz genau so ist es bei uns auch. Die letzten drei Infektionsfälle habe ich per Mail von den Eltern erfahren. Weitere Quarantäne in der Klasse gab es nicht.

  5. «Wir müssen vor allen Dingen dafür sorgen, dass Schulen so lange wie möglich offen bleiben, dass sie nicht geschlossen werden. Das kann nur die Ultima Ratio sein»

    „Die ultima ratio […] ist in der Medizin die letzte […] therapeutische Möglichkeit, um bei der […] Behandlung einer Krankheit noch einen Fortschritt zu erzielen.“ https://flexikon.doccheck.com/de/Ultima_ratio

    • Vor allem müsste man tatsächlich endlich mal für Schutzmaßnahmen „sorgen“! Ewig nur zu verkünden, man wolle alles dafür tun, die Schulen offen zu halten, dann aber eben genau nichts dafür zu tun, ist wirklich abartig, und der Umgang mit der Gesundheit aller an Schule Beteiligten ist schlicht unterirdisch .

      • @Leseratte

        Wenn man zwischen all den Misstönen liest:
        Es ist ja in der Tat ein Unterschied ob man sagt „man WOLLE alles dafür tun, die Schulen offen zu halten“ oder ob man …
        Au nee! – Von etwas „tun KÖNNEN“ war nie die Rede, geschweige denn „man TUE“! In letzterem Fall wäre man dann tatsächlich bereits in der Ausführung der Handlung .
        Nee nee, besser erst mal beobachten – auch gerne kritisch – dann „andenken“ und sich danach „auf einen guten Weg begeben“ … und der kann ja auch mehrmals täglich „auf Klo“ führen, dann ist „am Ende des Tages“ viel geschafft und der Erfolg gibt den Entscheidern Recht. Immer.
        (Ich weiß nicht mehr, ob das noch Ironie ist oder immer noch die bittere Realität.)

      • Ich glaube, bei der Ankündigung „Wir tun alles, um die Schulen offen zu halten“ geht es darum, dafür zu sorgen, dass die Fenster und Türen stets geöffnet sind. Und dafür haben die KuMis doch diese großartige Lüftungsanleitung entwickeln lassen.

    • Und wie will sie das tun?

      A) mit Luftreinigern, Tests, ausreichend vielen Masken, kleineren Klassen usw.

      B) durch Anweisung, dass sie nicht geschlossen werden, egal, wie sich die Pandemie entwickelt

      Wetten, dass es B sein wird?

  6. Wir Lehrer sind ja einiges gewohnt! Aber als Kanarienvögel, neudeutsch „Frühwarnsystem“ miss raucht zu werden., toppt die bisherigen Erfahrungen. Mir fehlen die Worte….

  7. Wenn wir noch irgendwelche Hoffnungen hatten: Schule ist nicht wegen Bildung wichtig, sondern ist der Wirtschaft dienstbar und möglichst kostengünstig zu sein.
    „Verluste“ als Kollateralschäden sind hinzunehmen.

  8. Und zu ergänzen: Positivfall ist nur ein Schulfall, wenn die Person die 2 Tage vor Pcr- Test noch in der Schule war. Die Zahlen sind in Wirklichkeit also viel krasser.

    • Bei uns gelten positive Schnelltests mit anschließender PCR Bestätigung nur als Schulfall, wenn der Schnelltest in der Schule stattgefunden hat. In der Parallelklasse gab es am WE 5 positive Schnelltests, anschließend mit PCR bestätigt – die habe dann mit Schule nix zu tun und werden auch so behandelt.

    • Die SuS meiden die Schultoiletten wie der teufel das Weihwasser. – Folglich wird das nix mit den Abwassertests der „Hygienefilter“ mit Ohren und der zweibeinigen „Bremsscheiben“ der Pandemie

  9. Vor allem das Wort „FRÜH-Erkennung“ ist ja der Witz in Tüten.
    Lindner faselt auch davon, alle erdenklich möglichen Schutzmaßnahmen …Blabla….
    Wollen die das Virus totlabern?
    Das lacht sich aber höchstens in Fäustchen, ob so viel Einladung zur Massenveranstaltung Schule.
    An Menschenverachtung sind solche Aussagen nicht zu überbieten. Jedenfalls im Hinblick auf LuL, SuS und deren Familien.
    Aber die Bundesbildungsministerin ist ja auch FINANZEXPERTIN.

  10. Was wäre los, wenn statt „wir wollen die Schulen trotz pandemischer Lage offen lassen“ mal ausgesprochen würde, wie das in der Realität aussieht: „Wir ordnen in der Pandemie für einen großen Teil der Bevölkerung an, jeden Tag für mindestens sechs Stunden mit mindestens 20 anderen Menschen ohne Abstand und wahlweise in Kälte oder potentiell krankmachenden Belüftungsverhältnissen zu verbringen. Ohne Widerrede. Und dann gucken wir mal, wie viele von ihnen krank werden.“

  11. Ich kann garnicht so viel essen wie ich brechen möchte.

    Ich habe so eine unfassbare Wut.
    Dieses Gefühl der machtlosigkeit, dieses immer stärker werdende Verlangen die „da oben“ mal in die Realität zu holen…

    Okay, 20% der Schüler wurden nicht erreicht. Tja dann nimmt man Mittel in die Hand und sorgt für Erreichbarkeit.
    Frühwarnsystem Schule für häusliche Gewalt fällt weg.
    Gut, das tut mir echt leid. Aber die Schule fängt das nicht so grandios auf wie derzeit dargestellt.
    Ein Großteil der Schüler hat aber einen anderen Background und die müssen jetzt trotzdem den Kopf hin halten?

    Prozentzahlen hier, Prozentzahlen da.

    Ich wüsste gerne wieviel Prozent der Schüler selber Risikopersonen sind.
    Dann hätte ich gerne noch gewusst wieviel Prozent der Eltern ein hohes Risiko eines schweren oder gar tötlichen Verlaufs haben.

    Dann darf das bitte gegen gerechnet werden und ich verwette meine letzte FFP2 Maske darauf, dass der zweite Prozentsatz höher ist.

    Ach und bitte noch eine Einschätzung darüber wie die psychischen Folgen für Kinder ist, wenn sie damit leben müssen sich in der Schule infiziert zu haben und dann einen lieben Angehörigen angesteckt zu haben und dieser verstirbt dann.

    Hebt doch zumindest die Präsenzpflicht auf ihr Pfeifen…

    • Diese unbändige Wut und das Gefühl der Machtlosigkeit regt mich auch so auf. Wenn irgendwelche selbstherrlichen Covidioten wider besseren Wissens Unwahrheiten von sich geben, weil sie weder Geld noch Mühe investieren wollen/ können/ dürfen. diese dann qua Amt zum Gesetz werden, unter dem andere leiden. Während sie selbst sämtliche Sicherheitsmaßnahmen für sich selbstverständlich in Anspruch nehmen.
      Und dann hoffe ich, dass es Gerechtigkeit, Karma oder was auch immer gibt.

  12. Früherkennungs_Stark_Watzinger reiht sich somit lückenlos in die unrühmliche Reihe ihrer Parteigenoss:innen, wie Bremsscheiben_Gebauer, Denunzianten_Müller_Rech und Freedom_Day_Stamp ein.
    Man kann nur noch fassungslos staunen ob der Schamlosigkeit, mit der unsere Kinder instutionell durchsucht werden, dies leider nicht nur durch die Pünktchenpartei ohne Pünktchen…

    • Man kann seit gestern auch noch Placebo_Wüst hinzufügen.
      Habe ihn zufällig in unserer gemeinsamen Heimatstadt getroffen (Rhede) und ein Gespräch mit ihm gesucht und gefunden. Auf meinen Gesprächsauftakt, er möge endlich die Gebauer rauswerfen reagierte er mit einem Gesicht, das gut und gerne 1000Euro Wert wäre…dann kamen wir auf das Thema Luftfilter .. von denen er dann sagte, dass das doch bloß Placebos seien.
      Ich war so perplex, dass mir die Gegenfrage, warum dann im Landtag 43 davon im Einsatz seien – u.a. in der sog. WANDELHALLE – leider nicht eingefallen ist.

      Zu seiner Methapher des „Instrumentenkastens“ ist mir noch Folgendes eingefallen:
      Als Klempner erhält er nen Notruf, Heizung ausgefallen, Wasserschaden durch Rohrbruch und es riecht verdächtig nach Gas….und Hendrik, der Wüste reist zur angegebenen Adresse an und bringt seinen Geigenkoffer mit, um vor Ort ein wenig zu fiedeln.

      Man fasst es nicht.

      Naja, wenigstens hat er sich ein paar Minuten Zeit für das Gespräch genommen.
      Vielleicht hätte ich ihm meine Telefonnummer für evtl Rückfragen bzgl Gebauer geben sollen 😉

      • Die Idee mit dem Geigenkasten war sehr treffend formuliert. Dazu fällt mir der Sketsch „Vorbeugen hilft , empfiehlt die Feuerwehr !“, von Harald Schmitt und Feuerstein ein. Anscheinend sorgen die selbst gezündeten Nebelkerzen der Kultusminister für schlechte Sichtverhältnisse bei der notwendigen Entscheidungsfindung.

        • Jepp … und dich habe ihm gerade noch eine erläuternede Mail geschickt – mit einem Link zu Vivas absolut treffendem Kommentar, der hier gerade in Gänze nochmal abgebildet wurde.

          Mal schauen, was nun kommt.

    • Nu ja, Bremsscheiben schützen selbst Yvy nicht davor, sich zu verbremsen.
      Und der Feedom Day gibt Stamp die Freiheit sich zu irren und das Recht gegen seinen Willen nur von einem Vormundschaftsgericht eingewiesen zu werden.

    • btw Die Bergfreiheiten enthielten auch immer das Brand- und Braurecht. Mit viel Alohol sind die Entscheidungen der KuMis vielleicht eher nachvollziehbar, aber zumindest erträglicher.

    • Mein Opa, selbst Bergmann, verdiente sich ein kleines Zubrot mit dem Züchten der Vögelchen.
      „Die merken nichts, die sterben ganz schnell!“, behauptete er immer!

  13. Man könnte ja Yvy einmal auf eine Stange in einem Käfig setzen und in einem 20-5-20-gelüfteten Klassenraum mit 30 SuS abwarten, wann sie im Laufe einer Doppelstunde von der Stange fällt.

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