Bildungsministerin sieht Mathematik-Defizite vom Kindergarten bis zum Abitur

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SCHWERIN. Das Mathe-Abitur in Mecklenburg-Vorpommern ist im vergangenen Jahr so schlecht ausgefallen, dass jeder Prüfling zwei Extra-Notenpunkte erhielt. Die Defizite seien nicht erst in der Oberstufe entstanden, sagt die Bildungsministerin – und kündigt Reformen an. Auf die Schnelle soll ein Online-Kurs helfen.

Erste Amtshandlungen: Die Linken-Politikerin Simone Oldenburg ist neue Bildungsministerin von Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Martin Kraft, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Kinder und Jugendliche haben nach Darstellung von Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsministerin Simone Oldenburg (Linke), selbst ehemalige Gymnasial-Lehrerin für Geschichte und Deutsch sowie Ex-Schulleiterin, ein Mathe-Problem. Es gebe schon in der Kita Schwierigkeiten bei den mathematischen Kompetenzen, sagte sie am Montag in Schwerin. In der Grundschule seien dann Lücken festzustellen, die in die höheren Klassen mitgenommen würden. Die Mathematik-Prüfungen zur Mittleren Reife und zum Abitur schließlich fielen seit Jahren schlechter aus als die in Deutsch oder Englisch.

Mecklenburg-Vorpommern ist damit laut Oldenburg nicht allein – auch andere Bundesländer würden dieses Problem kennen. Trotz aller Bemühungen habe es bislang keine Verbesserung gegeben. Sie gehe davon aus, dass zu wenig Zeit zum Üben und Anwenden gebe. Die Ministerin kündigte Verschiebungen innerhalb der Kontingentstundentafel an, um diese Zeit zur Verfügung zu stellen. Dies werde nicht zu Lasten anderer Fächer gehen, versicherte sie.

Genaueres wollte Oldenburg noch nicht sagen. Eltern sollen zudem künftig Handreichungen bekommen, um zu erfahren, was ihr Kindergarten- oder Grundschulkind für den Übergang zur nächsten Bildungsstufe können muss. Lehrer wiederum sollen fortgebildet werden.

Der E-Learning-Kurs soll das erste inhaltliche Modul einer allgemeinbildenden «Digitalen Landesschule» sein

Zur Vorbereitung auf das kommende Abitur wurde ein E-Learning-Kurs vorgestellt, mit dem sich die Schüler der Oberstufe gezielt auf die Aufgaben vorbereiten und üben können. Das Mathematik-Abitur in Mecklenburg-Vorpommern war im vergangenen Jahr so schlecht ausgefallen, dass alle Noten in dem Fach um zwei Notenpunkte angehoben wurden. Das soll nicht noch einmal geschehen.

In dem Selbstlernkurs «Mathematik-Abiturtraining», der auf der «itslearning»-Plattform des Landes zugänglich sei, würden die Aufgabentypen im Abitur erklärt, Tipps zum Lösen gegeben und Übungsaufgaben gestellt, hieß es. Der Online-Kurs könne allein zu Hause, aber auch in der Schule genutzt werden. Zu bestimmten Zeiten sei auch eine Online-Lehrkraft zum Erklären da. Der E-Learning-Kurs sei das erste inhaltliche Modul der allgemeinbildenden «Digitalen Landesschule», erklärte Oldenburg. Bis 2026 sollen Schritt für Schritt weitere Angebote aufgelegt werden und landesweit zur Verfügung stehen.

Allerdings gehen die Experten davon aus, dass sich nicht alle über die Jahre angewachsenen Defizite mit dem Online-Kurs beheben lassen. Die Ministerin kündigte an, dass für das Mathe-Abitur aus dem Pool gemeinsamer Aufgaben mit anderen Bundesländern erst einmal keine zusätzlichen Aufgaben in MV übernommen würden. Man werde zunächst bei 50 Prozent bleiben. Ziel seien allerdings 100 Prozent übereinstimmende Aufgaben, um das Abitur bundesweit vergleichbar zu machen. News4teachers / mit Material der dpa

Die KMK will das Fach Mathematik retten – mit Qualifizierung von Mathe-Lehrkräften. Nur: Davon gibt es viel zu wenige

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Lehrer mit Seele
3 Monate zuvor

Na da sind unsere Kumis ja das beste Beispiel dafür

Georg
3 Monate zuvor

Man kann auch einfach die Schüler in die richtige Schulform packen (oder bei Gesamtschulmodellen in den richtigen Zweig). Dann sind sie nicht überfordert und haben keine Defizite. Zudem hilft gerade bei Mathematik das sich auf den Hintern setzen und lernen. Das Abstraktionsniveau wurde ja schon von der Politik aus so weit reduziert, dass wirkliches Talent für Mathematik nicht mehr gefordert ist.

Quarkbällchen
3 Monate zuvor
Antwortet  Georg

Machen wir es uns wieder einfach Georg? Immer die gleiche Platte. Es fehlt an viel mehr als an der richtigen Schulform, auch wann das von da oben als Studienrat die einfachste Erklärung sein mag. Die Welt ist aber komplexer.

Georg
3 Monate zuvor
Antwortet  Quarkbällchen

Wäre aber die einfachste Maßnahme. Man könnte auch die Eltern in die Pflicht nehmen, traut sich nur kein Politiker.

Sternchen
3 Monate zuvor
Antwortet  Georg

Typisch Gymnasium: wer nicht mitkommt, gehört eben nicht hierher, muss halt auf eine andere Schulform gehen. Vielleicht mal daran denken, im Unterricht mehr auf Verständnis der mathematischen Zusammenhänge zu setzen anstatt auf Antrainieren von Aufgabentypen? Kostet natürlich Mühe.

Georg
3 Monate zuvor
Antwortet  Sternchen

Wenn selbst das Antrainieren nicht geht, hat ein Schüler an einem Gymnasium nichts verloren.

Mit Mathematik scheinen aber auch Sie nicht viel zu tun zu haben. Andernfalls wüssten Sie nämlich, dass selbst am Gymnasium im Leistungskurs die mathematischen Zusammenhänge im Sinne von Strukturen und Beweisen nicht mehr vermittelbar sind und vermittelt werden brauchen.

Die Mittelstufenalgebra ist überwiegend eine Trainingssfrage. Der Wille dazu, also Arbeitshaltung und Durchhaltevermögen, trennt bei den heutzutage dramatisch abgesteckten Lehrplänen schon Gymnasium von den anderen Schulformen. Das gilt für jedes Fach.

Pälzer
3 Monate zuvor
Antwortet  Sternchen

Das Verstehen der mathematischen Zusammenhäng ist eben das Anspruchsvolle, das mehr Intelligenz erfordert als das Ausführen eingeübter Standardrechnungen. Im Vergleich von Schulbüchern der letzten 30 Jahre kann man sehen, dass die Darstellungen immer populärer und durchdachter, die gestellten Aufgaben aber inhaltlich immer einfacher und schlichter geworden sind. „wer nicht mitkommt, gehört eben nicht hierher“ war um 2000 noch verbreitete Denkweise, heute wird es durch geänderte Schulgesetze und politische Setzungen immer schwerer, ein überfordertes Kind zu der Schule zu senden, in der es optimal gefördert wird.

MB
3 Monate zuvor
Antwortet  Quarkbällchen

Kurz: Es fehlt doch – unabhängig von der Schulform – an Möglichkeiten, wirklich individuell mit den Kindern zu arbeiten.
Trotz aller kooperativer Arbeitsformen und auch vielen „guten“ Schülerinnen und Schülern, die in der Regel sehr geduldig bleiben und hilfsbereit sind, habe auch ich das Gefühl, in meinem Unterricht Schüler zu überfordern – und nein, die sind nicht alle faul (die gibt es auch), sondern manchmal einfach nicht schnell genug im Verstehen oder sie haben dermaßen viele Defizite an Grundlagen, dass die schwer aufzuholen sind. Das ist doch für alle Seite nur frustrierend.

Ich möchte auch Grundschullehrern überhaupt keinen Vorwurf machen; wenn ich sehe, wie heterogen deren Klassen sind und mit was für Problemen und Zusatzaufgaben, die mit Unterricht gar nichts zu tun haben, die sich täglich rumschlagen müssen, ist es eher eine Leistung, dass einige Kinder überhaupt noch etwas lernen.

Aber hey – gibt bestimmt wieder tolle Studien, die erweisen, dass es auf die Klassengröße gar nicht ankommt (ja, nur die tollen Methoden sind wichtig), Integration und Inklusion einfach „setzt die Kinder (ob sonderschulpädagogischer Förderbedarf oder am Gymnasium in der Mittelstufe auch gerne der nicht alphabetisierte Flüchtling) mit Minimalstunterstützung, vielleicht einmal ein Sonderschulpädagoge eine Stunde die Woche, in eine ganz normale Klasse und lasst die mal machen, heißt und wenn was schief geht, liegt es an den bösen Lehrern.

Ich weiß dann Jahr für Jahr nicht, ob ich lachen oder weinen soll, wenn es wieder Probleme mit dem Mathe-Abi gibt, obwohl mehr und mehr Inhalte ersatzlos zusammengestrichen werden und sogar Notenpunkte „verschenkt“ wie im Artikel erwähnt.

Die wirklich guten Schülerinnen und Schüler sind übrigens selbst im LK kein bisschen gefordert und holen sich locker 14 – 15 Punkte ab; wenn „nur“ 14, dann liegt es meist daran, dass irgendwelche Schritte, die mit dem Taschenrechner gerechnet wurden, nicht ausführlich genug aufgeschrieben wurden oder ein Lösungsweg nicht so ausführlich dokumentiert, wie ein Operator das verlangt.

So, war doch nicht zu kurz, um das Ganze aber auch nicht zu sehr zu verkürzen…

Dil Uhlenspiegel
3 Monate zuvor

Die 2P+ Maßnahme.

Trulla
3 Monate zuvor

Ja, offensichtlich auch noch nach dem Abitur!

Aus einem Beitrag auf n4t vom 6.12., die gleiche KM betreffend:

Auf die Frage, warum dann die Inzidenzen unter Kindern und Jugendlichen so extrem hoch seien, hatte sie eine verblüffende Antwort parat: „Die Zahlen erscheinen hoch, weil die Anzahl der Kinder und Jugendlichen insgesamt klein ist.“

Tina+2
3 Monate zuvor
Antwortet  Trulla

Treffer, versenkt 😉

Eigentlich
3 Monate zuvor
Antwortet  Trulla

Dieses erstaunliche Rechenbeispiel von Fr. Oldenburg ist ein mathematisches Meisterwerk ! Nur die Klügsten können diesem Rechenweg folgen.

Emil
3 Monate zuvor

Na ja, das Problem beginnt tatsächlich zu Hause und im Kindergarten! Ein immer größer werdender Teil der Erstklässler erkennt heute nicht mal mehr die Würfelbilder. Zu Hause und insbesondere im Kindergarten wird nicht mehr gezählt, nicht mehr gespielt, nicht mehr gebastelt, etc. Kinder, spielt euch eins. Hauptsache ruhig.
Diese Defizite in der Erfahrungen der Zahlenwelt sind mit 30 I_Männchen nicht aufzuholen. 7nd so zieht sich das dann dur h.
Nicht umsonst heißt: Was Hänschen nicht lernt…….

Marion
3 Monate zuvor
Antwortet  Emil

Lieber Emil
Ich bin Erzieherin. Mein Job ist echt easy.
Füße auf den Tisch legen, Käffchen trinken und den Kiddys dabei zusehen, wie sie sich gegenseitig die Köpfe einschlagen.
Ich schließ dann immer Wetten mit meinen Kolleginnen ab, wer als erster einen Kühlakku braucht. Ist echt lustig. Tut mir leid für sie, daß sie es wegen uns so schwer mit ihren Schülern haben. Aber da sag ich nur: Augen auf bei der Berufswahl.
Muß ich jetzt extra anmerken, daß es sich hier um Ironie handelt, oder merkt man das auch so?

Emil
3 Monate zuvor
Antwortet  Marion

Nö. Ich frage mich nur, warum Kindergärtnerin immer noch rumjammern. Augen auf…… . Ironie war gestern.

Marion
3 Monate zuvor
Antwortet  Emil

Wer als Lehrer keine ordentliche Rechtschreibung beherrscht und nicht mal die korrekte Berufsbezeichnung derer kennt, die er ständig mit unhaltbaren Vorwürfen überschüttet, der sollte sich nicht über fehlende Kenntnisse seiner Schüler, in was auch immer, beklagen.

Irinja
3 Monate zuvor

Bei immer mehr Kindern mit DaZ-Hintergrund in vielen Stadtteilen und Gemeinden, mehreren „verhaltenskreativen“ und/oder entwicklungsverzögerten Kindern in den Gruppen, die KuK immer weiter ausgedünnt werden, die FK statt die Aufmerksamkeit dem einzelnen Kind widmen zu können, für die Zubereitung der Mittagsmahlzeit/Frühstücksmahlzeit/Snackmahlzeit….der Bearbeitung von Dokumentations- und Entwicklungsbögen oder Tätigkeitsnachweisen über Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten…der Fertigstellung von Portfolios …dem Rennen an das klingende Telefon…(und das klingelt häufig)…oder dem Öffnen der Eingangstüre, dem Wickeln jüngerer Kinder, welche auch individuelle Schlafens- und Essenszeiten haben….dem Einräumen der Spülmaschine, dem An- und Ausziehen von Matschhosen- und Jacken, Gummistiefeln, Mützen, Handschuhen….Trösten, Streit schlichten, verarzten, Eltern informieren, Seife oder Klopapier auffüllen und das Zähneputzen begleiten… und….und….! Aber lieber Emil, einfach die Probleme nach unten durchreichen ist ab und zu zu kurz gedacht!
…Denn Alles hängt mit Allem zusammen…

Emil
3 Monate zuvor
Antwortet  Irinja

Danke, dass Sie meine Aussage so umfassend und anschaulich bestätigen.

Irinja
3 Monate zuvor
Antwortet  Emil

Ironie on: Man spricht heutzutage auch nicht mehr von „Kindergärten“, nein….das sind elementarpädagogische Bildungseinrichtungen oder zumindest Familienzentren!! Ja ja, wir nehmen sie alle ans Händchen…LOL…!

Emil
3 Monate zuvor
Antwortet  Irinja

Nun ja, wie Sie selbst umfangreich Aussagen, kann von Bildung wohl keine Rede sein.
Ohne Ironie.

Maggi
3 Monate zuvor

Es ist schon traurig. Auch hier wird viel zu kurz gegriffen. Die Leistung der Schüler*innen ist nur das Symtom, die Ursache liegt doch viel tiefer. In den total veralteten Strukturen und Denkweisen der Verantwortlichen der Bundesländer. Es wird zu wenig in Bildung und Schulen investiert. Die Klassenteiler sind zu hoch, deshalb können die Lehrer*innen nicht individuell die Schüler*innen fördern. Es gibt immer zuwenig Lehrkräfte. Das liegt daran, dass die Lehrkräfte einerseits keine Anerkennung für den stressigen Beruf bekommen – sie haben doch so viel frei, etc. und zum anderen an der offensichtlich zu geringen Bezahlung. Warum soll man sich diesen Beruf aussuchen, wenn man in jedem anderen feste Arbeitszeiten hat, Überstunden bezahlt werden und man dafür noch Anerkennung bekommt?
Ja, an der Stundentafel rumschrauben mag sich toll anhören, aber wird keine Veränderung bringen. Aber der Vorteil ist, man gewinnt jede Menge Zeit, bis dies ersichtlich wird. Erst heißt es: Ist doch klar, die Defizite können nicht so schnell behoben werden und in ein paar Jahren, wenn die verantwortliche Person nicht mehr das Amt des Kultusministers inne hat, wird das selbe festgestellt.

überschätzt...
3 Monate zuvor

Gerade bei Mathe wäre viel im Lehrplan was komplett gestrichen werden könnte ohne dass sich im Leben von 90% der Abiturient:innen nach der Schule tatsächlich etwas ändern würde…. Dann wäre auch mehr Zeit zum individuellen Arbeiten im Unterricht.

Georg
3 Monate zuvor
Antwortet  überschätzt...

Diese Aussage gilt für nahezu alle Unterrichtsinhalte ab Klasse 8.

Eine allgemeinbildende Schule hat einen Allgemeinbildungsanspruch, wozu bei angehenden Abiturienten auch Mathematik gehört. Irgendwoher müssen sie ja wissen, was sie später studieren wollen. Wer spätestens in der Oberstufe nicht mal ansatzweise gesehen hat, was Mathematik ist und dass das durchaus spannend sein kann, wird nicht auf die Idee kommen, sich das in einem Studium anzutun. Entsprechendes gilt auch für ein naturwissenschaftliches, sozialwissenschaftliches, sprachliches, sonst was Fach.

Pälzer
3 Monate zuvor
Antwortet  überschätzt...

was man in Mathematik streichen könnte … schlagen Sie doch mal 5 – 10 Themen vor, dann kann man konkreter diskutieren.

TaMu
3 Monate zuvor

Die Kultusminister/innen haben im Kindergarten offensichtlich auch zu wenig gepuzzelt, sonst hätten sie beim Erkennen von Gesamtzusammenhängen weniger Probleme…

Markus
3 Monate zuvor

Mathematik ist ein Begabungsfach. So wie Kunst und Musik. Da dürfte es eigentlich keine Noten geben.

Anne
3 Monate zuvor
Antwortet  Markus

Nein, Mathe ist DAS Lernfach überhaupt, ebenso wie Fremdsprachen. Und wo genau gibt es in Kunst und Musik keine Noten?

Rike
3 Monate zuvor
Antwortet  Markus

NEIN, das hat nichts mit Begabung zu tun, jedenfalls nicht, was bis zum Ende der 10. Klasse gefordert / vermittelt wird. In diesem Fach muss man sich zwingend konzentrieren und nicht nur mit halbem Ohr dabei sein. Und woher die Konzentrationsprobleme bei unseren Kindern kommen und wie stark sie ausgeprägt sind – darüber könnten wir hier ausgiebig diskutieren…die Antworten kennen wir wahrscheinlich alle schon.

Georg
3 Monate zuvor
Antwortet  Rike

Ich relativiere das mal ein wenig. Bis zur Note „3“, vielleicht auch noch zur „2“, kann man es auch nur durch Fleiß schaffen. Ein großer Teil der wirklich schlechten Noten sind allerdings dem fehlenden Fleiß und der fehlenden Konzentration während des Unterrichts geschuldet. Da gebe ich Ihnen recht. Zudem kann man auf die Mathematik schimpfen, wie man möchte, aber die Versetzung scheitert nie ausschließlich wegen Mathematik, weil eine „6“ wirklich selbst verschuldet ist und eine „5“ nur ohne Ausgleich in den anderen Fächern der Gruppe I (Deutsch, alle Fremdsprachen) zur Nichtversetzung ohne Nachprüfung führt.

MeineMeinung
3 Monate zuvor
Antwortet  Rike

Doch es hat etwas mit Begabung zu tun. Ohne Begabung kommt man auch mit Fleiß nicht sehr weit.

Georg
3 Monate zuvor
Antwortet  MeineMeinung

Für ein befriedigend in der Mittelstufe reicht Fleiß in den allermeisten Fällen. Das gilt in besonderem Maße für Mathematik, weil die Algorithmen immer gleich ablaufen und damit trainierbar sind. Für Grammatik und Tonleitern gilt das auch, bei Aufsätzen und Interpretationen weniger.

Lakon
3 Monate zuvor
Antwortet  Markus

Hm … ist Französisch auch ein Begabungsfach?

Alx
3 Monate zuvor

Größte Baustellen: Potenz- und Inzidenzrechnung.

Gisela
3 Monate zuvor

Vielleicht analysiert jemand, warum im Ostblock der MaUnterricht erfolgreicher war und Kinder Spaß an Ma hatten.

Georg
3 Monate zuvor
Antwortet  Gisela

Kurz nach der Wende waren bei Vergleichstests die DDR-Schüler den BRD-Schülern massiv überlegen. Das glich sich aber schnell an, indem der anspruchsvolle DDR-Lehrplan durch den deutlich einfacheren BRD-Lehrplan ersetzt wurde.

An den Gymasien der DDR wurde nur eine erlesene Auswahl wirklich talentierter und linientreuer Schüler beschult. Allerdings war damals das geforderte Niveau in Westdeutschland auch noch erheblich höher als hier.

M.Kuhle
3 Monate zuvor

Zu meiner Zeit wurden wir zum einen bereits in der 1. Klasse von Fachlehrern in Mathe unterrichtet. Leistungsschwache und verhaltensauffällige Schüler wurden bereits sehr früh aussortiert und kamen auf die Förderschule. Dadurch war das Leistungsgefälle ein anderes als heute…

Lehrer Berlin
3 Monate zuvor

Ich sehe da oft eher das Problem in der Familie. Werden die Kinder nicht intellektuell gefördert und mit falschen oder nicht vorhandenen Werten in Richtung Lernen erzogen…so wird es diesen weiterhin schwer fallen. Aber auch psychische Probleme häufen sich, dazu kommt noch der hohe DAZ Anteil. (Klar, wenn ich in den ersten Jahren mit Sprache lernen beschäftigt bin, wie soll ich dann die mathematischen Zusammenhänge erfassen oder verbalisieren.)

Dazu fällt mir nur ein, dass es an allen Ecken und Enden knirscht. Ich sehe so viel Mangel an nötigen Tools im Vorfeld und daneben, wie z.B. verpflichtende Sprachlernkurse, Integrationshilfen, , Vorschule, besser bezahlte Erzieherinnen, kleinere Gruppen, ebenso in den Schulen, kleinere Klassen (bei einer vollen Klasse kann ich die Kinder eigentlich nie so fördern, wie es sein müsste)…und zu diesem Gemisch auch noch eine Wertevermittlung.
Schade, dass Bildung hier in Deutschland bis jetzt nur heißt, mehr mehr mehr arbeiten, wir werden digital, wir müssen mehr leisten usw.
Für mich ist der massiv volle RLP in Mathematik in Klassenstufe1-2 viel zu viel und entweder man macht alle Randthemen nur sehr kurz oder man vernachlässigt dann wieder die Zeit für die Arithmetik. Alles nicht sinnvoll. Eine Stunde mehr Unterricht kann aber dennoch nicht schaden und ist erstmal wie eine „unordentlich vollgestopfte Schublade…Augen zu und durch…es ist eine Notlösung.“

GriasDi
3 Monate zuvor

Was man dagegen tun könnte:
Weiter Mathematik-Stunden reduzieren.
Weiter neue Fächer auf Kosten der Mathematik einführen.
Corona hat gezeigt, wie selten die veröffentlichten Zahlen hinterfragt werden, wie selten die veröffentlichten Zahlen hinterfragt werden (siehe LGL in Bayern mit den Inzidenzen für Geimpfte und Ungeimpfte im letzten Jahr).
Die Reduzierung der Mathestunden hat sich schon bezahlt gemacht.

Jacj
3 Monate zuvor

Mathe ist nicht nur ein Fach, sondern das ist eine Sprache. In den Schulen wird es einfach „falsch“ unterrichtet. Prozentrechnung, so sagten die Lehrer bei uns. Ist ein schwieriges Thema und nicht leicht. Da hatte auch niemand so richtig Bock drauf. Auch die Formeln unnötig (7.Klasse). In den nächsten Klassen wird dann alles nochmal umgefürwelt. Außerdem sagten die Lehrer in Mathe immer das „Mathe braucht man im Leben“ aber wenn man in sein Umfeld geschaut hat. Verstand jeder das es fast niemand in seinem Beruf brauch.

Lakon
3 Monate zuvor
Antwortet  Jacj

Rechtschreibung (ge)braucht eigentlich auch fast niemand …

Irinja
3 Monate zuvor

Danke Lakon…!
Zum Thema:
Aber wollen wir mal nix beschönigen, das Interesse an Mathematik steht oder fällt am methodisch/didaktischen Ansatz des Lehrers, hier liegt die Krux begraben, die Anschaulichkeit mit Bezug zum aktuellen Leben der Kinder zu finden und die Abstraktion möglichst aufzuheben.
Aber da möchte ich auch nicht wirklich tauschen, was den Job betrifft. Kinder wollen im wahrsten Sinne des Wortes „Begreifen“, „Tun“, „Wirken“, „Erfahren“. Allein passives Formeln pauken hat bei mir jedenfalls völlig die Faszination für Mathematik vergrault….sowie positive Verstärker, die eigentlich komplett ausbleiben…

Irinja
3 Monate zuvor

…ausblieben…sorry!

AusderPraxis
3 Monate zuvor
Antwortet  Irinja

Mathematik ist NICHT anschaulich. Mathematik ist die Sprache, die Nichtanschauliches beschreiben kann.
Für die allermeisten Berufe reicht es aus, wenn man Rechnen kann. Dreisatz, Zinseszins, Gleichungen mit maximal 2 Unbekannten, ein wenig Exponentialrechnung, einfache Kurvendiskussionen, damit ist man zwar für den normalen Alltag weitgehend gerüstet, für Physik und Mathematik (Modellierungen) aber viiiiel zu wenig!

Aber das sind ja leider die gängigen Missverständnisse, wenn es um Mathematik geht!
Warum wird das nicht Anschaulich vermittelt?

Das ist genau so, als wolle man Kindern Englisch beibringen, indem man ihnen nur die Wörter beibringt, die einen „deutschen“ bzw germanischen Bezug haben. (Und auf Grammatik komplett verzichtet.) Ist anschaulich: house=Haus, book=Buch, school= Schule, scheitert aber schon bei pencil= Stift, to read=lesen usw.

Irinja
3 Monate zuvor
Antwortet  AusderPraxis

Wenn es Ihnen als Mathematiklehrer/in nicht gelingt, Anschaulichkeit und einen Bezug zum realen Leben und mehr Intetpretation für Ihre Schüler herzustellen, dann erübrigt sich jede Klage über mangelnden Mathematikkompetenz der Schülerschaft.

Georg
3 Monate zuvor
Antwortet  Irinja

Mit Verlaub, Sie haben keine Ahnung von Mathematik. In ihrer reiner Ausprägung ist sie eine abstrakte Wissenschaft der Strukturen, Logik und Beweise ohne notwendigen Bezug zur Realität. Dass sie auch zur Beschreibung der Realität verwendet werden kann, haben andere Disziplinen irgendwann mal herausgefunden. Mathematik und Rechnen sind zwei grundlegend verschiedene Angelegenheiten. In der aktuellen Schulmathematik fehlt der mathematische Teil nahezu vollständig, es wird überwiegend in konstruierten Sachkontexten gerechnet.

Daher wäre der idealisierte Vorschlag: Die Mathematik liefert die abstrakten Grundlagen und Rechentechniken, die anderen Fächer die Anwendungen im außermathematischen Kontext. Die Umsetzung würde aber in Mathematik noch viel mehr Schüler noch mehr überfordern als heute, außerhalb der Mathematik in vielen Fällen vermutlich leider sowohl die Schüler als auch die Lehrer.

In Sorge
3 Monate zuvor

Das Problem ist doch, dass Kinder im Vorschulalter heutzutage gar keinen Bezug mehr zu Zahlen haben.
Weder werden Brettspiele mit Würfeln gespielt noch gehen Kinder einkaufen.

Früher gingen 4-5jährige zum Tante Emma Laden und durften sich für das Wechselgeld aus den Bonnsche-Gläsern bedienen. Kinder lernen schnell, wenn es um Süßigkeiten geht. Habe ich 8 Pfennig Wechselgeld, was kann ich bekommen? 4 Bonnsche a 2 Pfennig? Ein Schoki a 5 Pfennig und ein Bonnsche a 2 Pfennig? Und reichen meine gesparten Pfennige, um 2 Schokis zu kaufen?
Man konnte auf eine solide Basis im ersten Schuljahr zurückgreifen.

All das fehlt heutzutage. Mengenerfassung? Fehlanzeige! Arithmetik dito.

Wir müssen nicht nur Jahre praktischen Umgangs mit Mengen nacharbeiten, auch die Übungszeit fehlt, durch den Ganztag, komplett.

So summiert sich die Fehlleistung von Jahr zu Jahr.

Jedes Kind, das nicht bei 3 auf den Bäumen ist, geht erst einmal aufs Gymnasium. Grundschulnoten in den Hauptfächern von 3 bis 4? Egal! Es geht um Schülerzahlen und Lehrerzuweisungen. Dass die Leistungsschwachen die Leistungsstarken ausbremsen? Egal! Niemand soll zurückbleiben.

Anstrengungsbereitschaft? Schule soll nur Spaß machen, Anstrengung ist aber für die meisten eine Spaßbremse! Also weg damit!

Die wenigen, die in der Oberstufe einen Matheleistungskurs belegen können, sind bis dahin schon Lichtjahre hinter ihren Fähigkeiten zurück!

Ist das wirklich die so oft beschworene Bildungsgerechtigkeit? Oder fällt uns das irgendwann einmal auf die Füße?

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  In Sorge

Es fällt uns nicht irgendwann auf die Füße. Es fällt uns jetzt schon jeden Tag auf die Füße!

AusdemLeben
3 Monate zuvor

Mein Lieblingsbeispiel aus der Grundschuleprobe meines Kindes:
Textaufgabe mit Streichholzschachteln (3 Stück in der Packung) – Schüler braucht 19 Packungen.
Aufgabenteil 1: Stelle die Aufgabe zeichnerisch dar.
Aufgabenteil 2: Stelle die Aufgabe rechnerisch dar.

Mein Kind schreibt bei A2: 6*3 + 1 = 19. Lehrer sagt falsch, du mußt 7*3 – 2 rechnen, da muß ich Dir Punkte abziehen. Folge: Kind versteht die Welt nicht mehr, und Kind findet Mathe doof.

Carsten60
3 Monate zuvor
Antwortet  AusdemLeben

Verstehe ich auch nicht: in 19 Packungen sind doch dann 57 Stück. Was ist eigentlich gefragt?
War vielleicht gefragt, wieviele Packungen man braucht, wenn man 19 Stück haben will ?? Dann nämlich braucht man 7 Packungen.
Zur leidigen Diskussion mit dem „viel zu schweren Abitur in Mathe“: Ich lese gerade in einer offiziellen Erklärung den Satz:
„Inzwischen werden etwa die Hälfte der Hochschulzugangs-berechtigungen in Baden-Württemberg außerhalb von Allgemeinbildenden Gymnasien erworben. Das berufliche Gymnasium ist hierbei eine sehr relevante Schulform.“
Warum wird also immer auf das (normale) Gymnasium geschimpft, das die Leute schon nach Klasse 4 „sortiert“ ?