Kinderpornografie-Besitz: Gericht spricht Lehrer die Eignung für Schuldienst ab

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Im Streit um die fristlose Entlassung eines Lehrers wegen Kinderpornografie-Besitz haben sich der Pädagoge und das Bistum Essen auf einen Vergleich verständigt. Demnach wird das Arbeitsverhältnis mit dem 34-Jährigen rückwirkend zum 30. April 2021 aufgelöst, zwei Monatsgehälter werden nachgezahlt. Das Gericht hatte ihn für ungeeignet für den Schuldienst erklärt.

Das Gericht hat gesprochen. Foto: Shutterstock

Beide Seiten verpflichteten sich zudem vor dem Landesarbeitsgericht, keine weiteren Ansprüche mehr geltend zu machen. «Damit», so Richter Alexander Schneider am Freitag, «ist der Streit beigelegt».

Der Lehrer hatte seit 2014 an einem bischöflichen Gymnasium in Duisburg Französisch und Geschichte unterrichtet. 2016 war er wegen Kinderpornografie-Besitz rechtskräftig zu 4800 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Das Bistum hatte wegen eines Fehlers der Staatsanwaltschaft Bochum erst fünf Jahre später – im Januar 2021 – von der Verurteilung erfahren und den Lehrer dann sofort fristlos entlassen. Dagegen hatte der 34-Jährige geklagt.

„Mein Mandant hat jahrelang völlig untadelig unterrichtet, war bei den Schülern beliebt und hat keine weiteren Straftaten begangen“

«Mein Mandant hat jahrelang völlig untadelig unterrichtet, war bei den Schülern beliebt und hat keine weiteren Straftaten begangen, erst recht keine einschlägigen», sagte sein Anwalt. Der entlassene Lehrer hatte betont, es habe sich um eine einmalige und außerdienstliche Verfehlung gehandelt. Er habe Rat bei einer Beratungsstelle und einem befreundeten Psychologen gesucht.

Der Kläger sei aufgrund seiner Verurteilung nicht mehr als Erziehungskraft geeignet, das sah das Landesarbeitsgericht nun genauso wie die Vorinstanz. Es gehe zwar nicht um ein Dienstvergehen, sondern um einen Vertrauensverlust. News4teachers / mit Material der dpa

Wegen Kinderpornografie-Besitz verurteilt: Lehrer wehrt sich gegen Rauswurf

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Walter Hasenbrot
24 Tage zuvor

Das Urteil ist richtig.

Wer als pädophiler Straftäter verurteilt ist, ist als Lehrer ungeeignet.

Die Kommentare zum Vorgängerartikel, die den Täter verteidgt haben, waren wirlich unterirdisch.

IusRespicitAequitatem
24 Tage zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Lieber Walter Hasenbrot, es scheint, dass die Kommentare zum Vorgängerartikel nicht klar genug formuliert worden sind. Es ging dort nicht darum, diesen Lehrer zu verteidigen. Es ging in diesen Kommentaren darum ein Missverhältnis aufzuzeigen.

In dem Artikel, den wir hier kommentieren, steht, dass der Arbeitgeber, nämlich das Bistum, das Vertrauen zu diesem Lehrer verloren habe, der sich im Dienst stets untadelig verhalten hat. Gleichzeitig wissen wir von unzähligen Missbrauchsfällen durch katholische Geistliche, bei denen Priester anders behandelt worden sind als dieser Lehrer. Sie durften weiter im Dienst der katholischen Kirche wirken, nicht selten im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit.

Wird hier nicht vom Gleichheitssatz (lateinisch ius respicit aequitatem, „Das Recht achtet auf Gleichheit“) abgewichen, wonach gleiches gleich und ungleiches ungleich zu behandeln ist?

Elternteil
24 Tage zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Das finde ich auch, Walter Hasenbrot.

Wer pädophil ist, sollte schon aus Eigenverantwortung nicht an einer Schule unterrichten! Im Gegensatz zu LGSBTQ* ist Pädophilie nicht legal! Und das ist gut so, sage ich als Opfer eines pädophilen Trainers! Auch dieser war lange „unauffällig“, hat mir und einer anderen Sportlerin aber nichts genutzt.

Dabei ist es wirklich völlig egal, bei welchem Träger der Pädophile angestellt ist! Kirche, Verein, Regelschule, für uns Opfer ist das nicht von Bedeutung!

Alle, die ihre Täterschutzkommentare unter dem vorherigen Artikel abgelassen haben oder unter Verweis auf die katholische Kirche relativiert haben, (wenn Priester das durften, darf man einen Laienlehrer nicht entlassen!) bitte ich, noch einmal darüber nachzudenken! Oder ist es für ein Opfer nur dann schlimm, wenn der Täter ein Priester war? NEIN, kein Kind sollte Opfer sexueller Übergriffe werden! Egal von wem!!!!

Dem Lehrer sollte allerdings eine Umschulung angeboten werden, damit er in einem Bereich arbeiten kann, wo er niemanden gefährdet.

Und es ist natürlich gut, dass er sich in den letzten 5 Jahren zurückgehalten hat!
Kann er aber wirklich für sich die Hand ins Feuer legen? Für den Rest seines Lebens?

IusRespicitAequitatem
13 Tage zuvor
Antwortet  Elternteil

Liebes Elternteil,

unter dem vorherigen Artikel gab es keine Täterschutzkommentare. Niemand hat geschlussfolgert, „wenn Priester das durften, darf man einen Laienlehrer nicht entlassen!“. Diese Kausalität ist so nicht hergestellt worden.

Stattdessen wurde immer wieder aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet, dass es wirklich nicht plausibel scheint, dass die Katholische Kirche ihr Vertrauen zu einem Laienlehrer verloren haben soll, der sich im Dienst niemals etwas zu Schulden kommen lassen hat, obwohl genau dieselbe Katholische Kirche ihr Vertrauen zu den vielen Geistlichen offensichtlich nicht verloren hat, die sich im Dienst etwas zu Schulden kommen lassen haben; die nämlich Kinder und Jugendliche tatsächlich missbraucht und/oder den Missbrauch von Kindern und Jugendlichen vertuscht haben.

Weder hier noch in den Kommentaren unter dem vorherigen Artikel wird der Lehrer verteidigt. Auch relativiert niemand Schuld. Stattdessen wird hier etwas ganz anderes fokussiert, nämlich die moralische Integrität des Arbeitgebers, der das, was er predigt, offensichtlich nicht lebt. Man möchte der Katholischen Kirche zurufen: „Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht? Oder wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen! – und siehe, in deinem Auge steckt ein Balken! Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, dann kannst du zusehen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen!“ (Matthäus 7,3-5).

Es stellt sich die Frage, warum die katholische Kirche, deren Arbeit am eigenen „Balken“ so ungenügend ausfällt, weiterhin Schulen betreiben darf. Wie sähe die Situation aus, wenn eine andere (nicht kirchliche) Organisation viele Schulen betreiben würde, wo unzählige Kinder und Jugendliche missbraucht worden sind und wo ca. 4 Prozent der (Geistlichen) Betreiber Missbrauchstäter sind? (Quelle: https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/missbrauch-in-italiens-kirche-was-vertuschen-papst-und-bischoefe-17852311.html) Dürfte eine solche Organisation mit diesem Personal weiterhin Schulen betreiben?

Ich stimme Ihnen liebes Elternteil zu, wenn Sie schreiben, dass sich solche Leute schon aus Eigenverantwortung vom Schuldienst zurückziehen sollten. Ja, auch diese vielen katholischen Priester und Laien, die missbraucht haben, sollten sich vollständig vom Dienst mit Kindern und Jugendlichen zurückziehen. Denn natürlich soll kein Kind Opfer sexueller Übergriffe werden.

Last edited 13 Tage zuvor by IusRespicitAequitatem
Elternteil
13 Tage zuvor

Danke für die Klarstellung.
Ich hatte mich jetzt weniger auf die Schuld der katholischen Kirche eingeschossen als auf die Angst vor Pädophilen, die mit Kindern arbeiten!
Was die unsägliche Schuld betrifft, die die Kirche auf sich geladen hat indem sie Pädophile einfach so weiter beschäftigt hat, bin ich ganz bei Ihnen! Wäre ich nicht schon vor dem Missbrauchsskandal aus der katholischen Kirche ausgetreten, spätestens dann hätte ich diesen Heuchlerverein verlassen!
Trotzdem bleibe ich dabei, dass die Kirche in diesem einen Fall richtig reagiert hat!
Und dass die Staatsanwaltschaft wohl auf beiden Augen blind war, einen Pädophilen weiterhin in einer Schule arbeiten zu lassen.

Walter Hasenbrot
11 Tage zuvor

Selbstverständlich gab es diese Täterschutzkommentare.

Das kann man ja auch noch nachlesen.

Ich finde es aber gut, dass Sie jetzt klarstellen, dass zumindest Sie das nicht so gemeint haben.