Überlastung von Lehrkräften: „Resignation und Ausweglosigkeit machen sich breit“

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Angesicht einer dramatischen Entwicklung der Personalsituation hat der sächsische Lehrerverband (SLV) Sofortmaßnahmen zur Entlastung der Lehrkräfte gefordert. Die Landesregierung solle eine Strategie präsentieren, wie sie die personelle Unterdeckung beseitigen will, teilte der SLV am Samstag mit. Die Landesregierung habe als Arbeitgeber die Pflicht, ihre Arbeitnehmer vor weiteren Überlastungen zu schützen.

Immer mehr Lehrkräfte stehen vor einem Burnout. Foto: Shutterstock

Nach Angaben des Verbands spitzt sich die Situation durch die Umsetzung der Inklusion, das Aufholen pandemiebedingter Wissensdefizite und die schulische Integration ukrainischer Kinder und Jugendlicher weiter zu. So habe das Kultusministerium im Mai per Erlass die Obergrenzen in den Vorbereitungsklassen von 23 auf 28 Schüler heraufgesetzt. Damit soll die große Anzahl der ukrainischen Kinder in die sächsischen Schulen integriert werden.

«Wir merken zunehmend, wie sich Resignation und Ausweglosigkeit bei den Betreffenden breit machen. Die Folge ist, dass immer mehr Lehrkräfte langzeitkrank und überlastet sind oder sich vorzeitig in den Ruhestand verabschieden», sagte Michael Jung, stellvertretender Vorsitzender des Sächsischen Lehrerverbandes. Es sei eine Frage der Zeit, bis das System endgültig zusammenbreche. News4teachers / mit Material der dpa

Raus aus dem Teufelskreis! Berliner Lehrer treten in den Warnstreik – für kleinere Klassen (mit maximal 19 Schülern)

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Indra Rupp
1 Monat zuvor

ALLE müssen das mittragen! Wenn es zukünftig nicht genügend Handwerker und Pflegepersonal gibt, wenn es etliche zukünftige Transferleistungsbezieher gibt und behinderte Menschen gesellschaftlich ins Abseits gedrängt werden, ist das nicht weniger schlimm als schlechtere Abiturergebnisse. ALLE müssen zurückstecken und bekommen weniger Unterricht und Eltern müssen ggf auf das zweite Einkommen verzichten um die Betreuung zu organisieren. Alles andere sind nur Mogelpackungen die den Anschein erwecken sollen, Beruf und Familie sei problemlos vereinbar.

Tom
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Eltern „müssen“ auf das zweite Einkommen verzichten? Klares NEIN! Warum? Die Bezieher von Einkommen müssen ihren Lebensunterhalt tragen und ihre Rechnungen bezahlen können.

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  Tom

Bei sehr vielen Eltern ist das zweite Einkommen dazu da, Luxusansprüche und/oder Selbstbestätigung sicher zu stellen. Und dies muss in absehbarer Zeit nun mal in den Hintergrund gestellt werden, auch wenn das so manchem Ego nicht passt. Es hat sich die Meinung breit gemacht, dass der Staat für alle Befindlichkeiten sorgen muss. „Wir brauchen Kita, wir brauchen Ganztagesschule, wir brauchen Kidnergeld, wir brauchen Erziehungsgeld, wir wollen Rundumbetreuung und Versorgung …….“ Und nein! In Krisensituationen, und wir haben derweil 4 davon, ist dies nicht mehr gegeben! Da heißt es, wieder selbst anpacken.

Carabas
1 Monat zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Was ist mit Haushalten, wo beide Lehrer, Arzt, Erzieherinnen sind?

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  Carabas

Die Reichen haben früher Kindermädchen angestellt. Erzieher können ihre Kinder meist mitnehmen.

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Das war Ironie! Aber wie ging das denn früher? Und watum geht es heute auf keinen Fall mehr?

Carabas
1 Monat zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Und ganz ehrlich, von nur einem Gehalt kann ich hier in meiner Region gar nicht leben und eine Familie unterhalten.

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  Carabas

Kommt darauf an, was Sie unter „leben“ verstehen. Und man findet immer Ausreden.

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Carabas

Wenn die Leute (Kriegsbedingt) ärmer werden, dann werden auch Vermieter in den sauren Apfel beißen und mit den Mieten runter gehen müssen. Das regelt alleine schon der Markt.

Tom
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Vielleicht im Traumland. Auf dem Wohnungsmarkt soll mitunter eine Angebotsknappheit herrschen. Da kann sich der Vermieter aussuchen, wer seine Wohnung nutzen darf. Wer zahlt bekommt.

Grundschullehrer
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Davon ist derzeit aber rein gar nichts zu spüren. Es wäre schön, wenn der Markt das regeln würde, er tut es aber anscheinend nicht.

Tom
1 Monat zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Es hindert Sie doch niemand daran sich entsprechend einzuschränken.

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  Tom

Das gilt wohl immer für die anderen? Na dann.

Emil
1 Monat zuvor
Antwortet  Tom

Tja, die Rechnungen des großen Hauses, der 2 Autos, nebst Ebikes, und der 2 Urlaube pro Jahr.
Kennen Sie die Bedeutung von Verzicht und zurückstellen???

Tom
1 Monat zuvor
Antwortet  Emil

Ach Emil, haben Sie schonmal von Menschen gehört, die zwei bis drei Jobs ausüben müssen, um überhaupt über die Runden zu kommen? Das ist kein Märchen! Erzählen Sie denen mal etwas über Verzicht und zurückstellen! Nicht jeder Arbeitnehmer ist mit einem A13/A14-Gehalt gesegnet. Ein Bauarbeiter muesste für dafür viel klotzen. Im Übrigen, habe kein großes Haus und auch keine zwei Bikes. Manchmal ist Schweigen einfach Gold…

Emil
1 Monat zuvor
Antwortet  Tom

Ach Tom, wer hat schon A13/14? Der ‚gemeine‘ Grundschullehrer nicht. Tja, schweigen Sie vielleicht besser selbst?!

Tom
1 Monat zuvor
Antwortet  Emil

Sie schreiben hier etwas von Verzicht und zurückstellen! Es hindert Sie niemand daran danach zu leben.

Emil
1 Monat zuvor
Antwortet  Tom

Stimmt! Aber Sie schreien nach Lehrern, weil Sie das nicht wollen! Das ist aber nicht unser Job. Also verzichten Sie oder suchen Ihre Betreuung sonstwo!

Tom
1 Monat zuvor
Antwortet  Emil

Ich finde hier keinen Beleg dafür, dass ich nach Lehrern schreie. Das brauche ich nicht, denn es gibt eine Schulpflicht. Ihren letzten Aufruf verstehe ich nicht. Und nein, ich werde nicht verzichten nur weil Sie das so gerne möchten.

Emil
1 Monat zuvor
Antwortet  Tom

Sie haben Ihre eigene Argumentation vergessen? Dann Lesen Sie doch noch mal von vorne an .

Tom
1 Monat zuvor
Antwortet  Emil

Sorry, ich finde da nur etwas von meinem angeblichen großen Haus (?), meinen angeblichen Ebikes (?) und meinen angeblichen 2 Urlauben (?). Woher Sie das auch immer wissen wollen… Ansonsten ist’s vielleicht einfacher für einen Lehrer Verzicht zu üben als für einen Bauarbeiter. Und nein, für meine Kinder muss ich auch keine Betreuung sonstwo suchen. Die sind nämlich schon groß. In dem Sinne!

Emil
1 Monat zuvor
Antwortet  Tom

Nun ja, lesen und verstehen will gelernt sein. Ist Aber nicht jedem gegeben.

Tom
1 Monat zuvor
Antwortet  Emil

Solange Sie der Schlaue sind… Schöne Ferien!

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  Tom

Wir werden alle, und ich betone ALLE (außer vielleicht die handvoll Privilegierten Schicht) sehr bald auf sehr viel verziechten müssen, glauben Sie mir, auch Sie! Es ist besser, man stellt sich schon mal darauf ein.

Tom
1 Monat zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Blinde Wahrsagerin Baba Wanga sagt Katastrophenjahr 2022 voraus: Sie lag schon oft daneben.

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  Tom

So langsam wird Ihre Argumentation etwas schräg! Lassen Sie es einfach und genießen Sie Ihren uneingeschränkten Wohlstand.

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Tom

Dann mal mein Beispiel, glaube nicht, dass Sie das toppen können :

438 Euro Kindergeld
316 Euro Pflegegeld für meine Tochter Pflegegrad 2
150 Euro Kindsunterhalt bleiben aus, weil der Kindsvater die Inflation doof findet
500 – 600 Euro springt noch brutto bei meinem Ponyreithof raus. Einige haben sich beim Reiten abgemeldet, kaum welche melden sich mehr an. Zum Winter hin läuft es sowieso schlechter und alle wissen, was da an Inflationskosten auf sie zu kommen wird. Das bisschen, was ich dann noch verdiene, wird komplett für den Unterhalt der Tiere drauf gehen. Diese zu verkaufen würde bedeuten komplett aufzugeben und dann mit nichts dazustehen.
Hartz IV, Tafel und Kirche werden dann eingerannt und so viele kann man garnicht unterhalten.

Wir haben also zu dritt 754 Euro zum Leben. Wir haben übrigens schon alternativ gelebt, auch mit Bauwagen und ohne Warmwasser ect, deshalb kenne ich mich da aus und kann mal ein paar Tipps geben. Ich weiß quasi, was alles in einen Rucksack gehört, damit man alles hat, was man zum Leben braucht.

In diesem Fall geht die Hälfte von den 754 Euro für Kaltmiete plus Handy und kleiner Nebenkosten (Müll ect) drauf. Die Gasheizung wird ganz abgestellt und es wird mit Werkstattofen , also mit Holz geheizt. Um den Holzverbrauch in Maßen zu halten, wird vor allem ein Raum beheizt (Wohnzimmer) und dort auch gegessen, Hausaufgaben gemacht und geschlafen, gespielt. Es wird dann im Winter in diesem Raum 13-16 Grad warm. In den Nebenräumen wird es 8-10 Grad warm werden.

Der Strom ist dann auch nicht mehr bezahlbar und muss aus bleiben. Es braucht dann Kerzenlicht und Batterien /Akkus für Taschenlampe, Handy und ein bisschen Musik hören. Kühlschrank ist im Winter Quatsch und sonst eine Plastikbox in eine Kaltwasserwanne stellen oder in die Erde einbuddeln.

Der Werkstattofen braucht oben eine abnehmbare Platte, damit man darauf kochen kann. Damit braucht man keinen Stromanschluss mehr.
Morgens eine Stunde vorm aufstehen, den Ofen anzünden und Wasser zum erwärmen aufsetzen. Wenn die Kinder aufstehen ist es dann warm genug und das Wasser zum waschen warm, so dass es für die Kinder nicht viel unangenehmer als vorher ist, für die Eltern nur aufwendiger. Nachts Wolldecke drunter und drüber und Wärmflasche, notfalls Thermoschlafsack und Mütze zum schlafen.

Alles nichts neues, war früher normal. Klingt jetzt total verrückt aber in einem halben Jahr nicht mehr.

Nun zum Restgeld : Da braucht es noch die Hälfte für den Mindestkrankenkassenbeitrag, sonst schlürfen lassen und im Frühjahr bezahlen, wenn es wieder leichter wird.

Es bleiben 200 Euro Einkaufsgeld pro Monat, sprich kaum mehr als 2 Euro pro Tag /Person und dass bei den Preissteigerungen. Wir wohnen ländlich und halten ein paar Ziegen und Hühner und können dadurch Milch(Produkte), Eier und Hühner Fleisch haben. Dazu etwas aus dem Garten. Es bleiben also hauptsächlich Getreideprodukte und die sind haltbar und günstig. Damit also am besten Vorräte anlegen, gut geht zB auch Tee und Kakao. Ein heißer Kakao tut der Kinder Seele immer gut. Das war auch eines der Dinge, die Astrid Lindgren als erstes gehortet hat, als Krieg vor der Tür stand. Dazu Schuhe/Winterkleidung! Sommerkleidung braucht keiner, da kann man einfach was ausziehen.

Also, die Frage ob die Kinder ein paar Schulstunden weniger ertragen können finde ich so lächerlich! Ein echtes Wohlstandsproblem, da kommt noch ganz anderes auf uns zu. Aber deshalb hatten ich und die Kinder wohl auch kein Problem mit dem Lockdown.

PS : Die beengten Verhältnisse und das Zusammenrücken heizbedingt im Winter finden Kinder sehr schön! Man besinnt sich auf wesentliches, verbringt mehr Zeit miteinander und beachtet sich mehr!

Hier, Neeneeneechen, würde deine „es geht garnicht um Lehrer-Ironie“ jetzt viel besser passen 😉

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Aber ein Lehrerehepaar kann zusammen auf 10.000 € pro Monat kommen, mit zweimal A12 nur ein bisschen weniger. Und dennoch gibt es immer Grund zu klagen. Manche klagen eben auf hohem Niveau.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten60

Jetzt weiß ich endlich, warum Bigamie verboten bleibt, die Einkommensituation solcher Familienkonstellationen würden ins Unermessliche steigen. Bei zwei Nebenfrauen kämen glatt noch einmal 10.000 Euro hinzu.
Größeren Bullshit habe ich ja schon länger nicht mehr gelesen. Ab welcher Gehaltshöhe soll es denn ein Berufsverbot für Ehegatten geben?
A12-Ehefrau und prekär beschäftigter Ehemann ist Ihrer Meinung nach also ein erstrebenswertes Familienmodell?

Lehramtsaussteiger
28 Tage zuvor
Antwortet  Carsten60

Für ein Paar mit 2 Akademiker-Vollverdienern nicht unüblich.

Lehramtsaussteiger
28 Tage zuvor
Antwortet  Tom

„Nicht jeder Arbeitnehmer ist mit einem A13/A14-Gehalt gesegnet.“

Ja, schön blöd. Dabei gibt es nichts einfacheres als diese „Segnung“ zu erhalten. Ich musste nur mit den Fingern schnippen und schwups, erhielt ich meine „Segnung“ mit Lebenszeitverbeamtung und A13. Kann gar nicht verstehen, warum das nicht mehr Leute machen.

Neeneenee
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Liebe Redaktion,

wann lösen Sie sich in Ihren Nachrichten, Kommentaren und Betrachtungen endlich von dieser unerträglichen Fokussierung auf Lehrerinnen und Lehrer, Schule und Bildungspolitik?

Viele Grüße, das Neeneeneechen 😉

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  Neeneenee

Das Portal heißt „News for Teachers“, demnach verstehe ich Ihren Vorstoß irgendwie nicht. Das hier ist nicht Facebook, Instagram oder Twitter.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Dann müsste Major Tom die redaktion von N4T übernehmen – völlig los gelöst …

Neeneenee
1 Monat zuvor
Antwortet  Teacher Andi

@Teacher @Ich muss da mal

Mit Bezug auf den Inhalt von Indra Rupps Eingangskommentar hätte Ihnen eigentlich die Ironie des meinen auffallen müssen.
Schade, dass man das heutzutage mit dazu schreiben muss. Ich entschuldige mich hiermit für ein nicht gekennzeichnetes Stilmittel und gelobe Besserung!

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  Neeneenee

Ironie muss man auch können.

Dil Uhlenspiegel
1 Monat zuvor
Antwortet  Neeneenee

Nobody’s present perfect.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Deshalb gewinnen ja auch immer die Klugscheisser, die wussten es zumindest im Nachhinein immer schon besser:)
Folglich sind Klugscheisser nur verhinderte Nobodies also imperfekte Aybodies – oder so.

Ich muss da mal was loswerden
1 Monat zuvor
Antwortet  Neeneenee

Das ist der peinlichste Kommentar, den ich hier seit langem lesen musste. Mach lieber schnell bei dir noch *Ironie off* dran, Neenee

Georg
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Warum soll ich persönlich dann nicht auch Transferleistungsbezieher werden?

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Georg

Das hätte Georg längst getan, wenn ihm das wirklich so gut gefallen täte…

Georg
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Sie wissen, dass meine monatliche Lohnsteuer für ungefähr zwei Einzelhaushalte Hartz IV inkl. Miete reicht?

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Georg

Weil Sie vermutlich den regenschirm aufmachen, selbst dann wenn Hirn für Umme vom Himmel geschmissen wird. Ich schätze Sie würden sich diesem Transfer entziehen

Grundschullehrer
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Hier im Osten brauchen die Leute das zweite Einkommen, um einfach nur „über die Runden zu kommen“. Dass viele Eltern Vollzeit arbeiten und 80-90 Prozent der Grundschüler/innen nachmittags den Hort besuchen, ist hier schon seit Jahrzehnten normal.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Grundschullehrer

… und das unterscheidet die Bewohner im Osten jetzt von denen im Westen?
Oder wollten Sie äußern, dass im Osten ein einkömmliches Auskommen nur mit Zweitjob möglich ist, während im Westen mindestens drei Jobs vor dem Unterschreiten der Armutsgrenze schützen?

Dil Uhlenspiegel
1 Monat zuvor

„Es sei eine Frage der Zeit, bis das System endgültig zusammenbreche.“
Ich habe die Zeit befragt.
Sie sagte: „Vor ca. 5 Jahren.“

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Das wäre zur Unzeit:)

@Dil, du hast die Zeit in der Vergangenheit befragt, sagst aber nicht wann. Also ich vermute deine Anfrage hast du vor etwas mehr als 30 Jahren gestartet.
Schule ist der stringente Beweis für die Tatsache, das Leute, die meinen früher sei alles besser gewesen, einem gewaltigem Irrtum unterliegen!

Teacher Andi
1 Monat zuvor

Unser Dienstherr hat sich nie sonderlich bemüht um seine „Bediensteten“, da immer genügend Vorrat da war und jeder brav alles geschluckt hat. Immer mehr Unfähigkeit und Besserwisserei, Sparen ohne Ende, haben zu den jetzigen Zuständen geführt, die lange angemahnt wurden. Nun dreht sich der Spieß langsam herum, und die abwertende Behandlung rächt sich. Es musste so kommen, war nur eine Frage der Zeit. Nun macht sich Hilflosigkeit und Fassungslosigkeit im KMK breit, als hätte man das nicht kommen sehen. Es ist zu spät, das Porzellan ist zerbrochen, der Respekt und die Glaubwürdigkeit dahin. Nun seht mal zu, wie ihr mit eurem Scherbenhaufen klar kommt. Auch Minister sollten regelmäßig ihre Hausaufgaben machen und sich Lernzielkontrollen/Evaluationen stellen, nicht nur Schüler und Lehrer.

kanndochnichtwahrsein
1 Monat zuvor

Es geht kein Weg dran vorbei zu handeln wie in allen anderen Bereichen mit Mangel an irgendwas auch:

– objektive Anlayse, wie viele Lehrer zur Verfügung stehen
– objektive Anlayse, wie viele Kinder beschult werden müssen
– objektive Analyse, wie viele Kinder wie viel besonderen Bedarf haben (Integration, Inklusion, Lernschwierigkeiten, wesentliche Lernrückstände, soziale Bedürfnisse…)
– dann schauen, wie viel Unterricht für den einzelnen Schüler noch möglich ist

Meine Prognose:
Ohne deutlich mehr Lehrer – und zwar solche, die wirklich noch anpacken können, nicht schon seit 30 Jahren verschlissen wurden – wird man auf eine Mindeststundenzahl, eine Kern-Unterrichtszeit zurückfahren müssen.

Dann müssen wir verzichten auf eine immer eventähnlichere Unterrichtsgestaltung und uns auf die Vermittlung von Basiswissen beschränken. Ging „früher“ auch.
Dann müssen wir verzichten auf eine Rundumversorgung und 8-Stunden-Zwangsbeschulung ALLER Kinder und uns beschränken auf die Betreuung der Kinder, die wirklich (nachweislich?) zu Hause nach der Kernunterrichtszeit nicht betreut werden können.
Dann gibt es auch keine „pseudowissenschaftlich“ hochgelobte Rhythmisierung des Ganztags mehr, sondern eine Konzentration auf Lernen und gezieltes Fördern im Vormittag mit Zusatzangeboten im Nachmittag.

Kinder, deren Eltern dann nach 12, 13 oder 14 Uhr nicht selbst auf ihre jüngeren Kinder aufpassen können, müssen von Nicht-Lehrern betreut werden.
Das können dann, zu Hause oder in einer schulischen/außerschulischen Betreuung, Hausaufgabenhilfe, Spiel- und Sportangebote, sinnvolle Freizeitgestaltung sein – zu der auch mal Langeweile und Kreativität gehören dürfen, die nicht durchgetaktet sein muss.

Was m.E. nicht passieren darf: Ein noch verstärkteres Outsourcen der Nachhilfe an private Institute. Lernen und Vertiefen muss Teil und Aufgabe der Schule sein und für jedes Kind niedrigschwellig – also in der eigenen Schule – kostenlos angeboten werden. Wenn grundständig ausgebildete, in Vollzeit arbeitende Lehrer das nicht leisten können, wäre dies womöglich ein sinnvoller Einsatzbereich für Seiteneinsteiger, ältere Lehrer, Lehrer in Teilzeit, die sonst im Stundenplan verhizt werden, Lehramtsstudenten…

Wenn wir uns nicht auf das besinnen, was Schule im gesellschaftlichen Konsens sein soll – der vielleicht auch neu zu finden sein wird – und was mit vorhandenen Kapazitäten zu stemmen ist, dann wird die (staatliche) Schule ganz bald ins totale gesellschaftliche Abseits geraten und qualitätsvolle Bildung nur noch für Menschen möglich sein, die eine Privatschule bezahlen können.

DAS Szenario wünsche ich mir nicht!

Vielleicht kann man durch jetzt angepasste Maßnahmen ja sogar den Lehrerberuf wieder attraktiver machen, jungen Menschen vermitteln, dass er Sinn macht und die Anforderungen auch zu stemmen sind.
Dann haben wir vielleicht irgendwann auch wieder genug Lehrer, um „Extras“ anzubieten wie eine garantierte Ganztagsbetreuung in den Grundschulen etc.

Obendrein muss in den nächsten Jahren noch mehr verändert werden, denn in nicht klimatisierten Schulen kann bei weiter steigenden Temperaturen niemand monatelang täglich bis 16 Uhr unterrichten oder unterrichtet werden, bei steigenden Energiepreisen oder Corona können wir in kalten Wintern nicht weiter und dauerhaft bis 16 Uhr im Durchzug oder bei gedrosselter Heizung in ungelüfteten Räumen sitzen, in kommenden Coronawellen können wir nicht dauerhaft 8 bis 10 Stunden am Stück quasi ununterbrochen mit Masken arbeiten oder lernen, bei hohen Temperaturen zwischen März und Oktober können Schüler nicht täglich ihre Mittagspausen auf aufgeheizten Schulhöfen (alternativ im Gewitter) ohne Grünflächen, Sonnenschutz und Regendächer verbringen…

Teacher Andi
1 Monat zuvor

Alles umfassend und kostenlos anzubieten erbringt nicht den Nutzen, der beabsichtigt ist, das haben wir nun schon mehrfach erfahren müssen. Eine kostenfreie Rundumbetreuung und stete Förderung ist dem Steuerzahler nicht zu vermitteln, denn es treibt die Schüler und Eltern in eine noch anspruchsvollere Erwartungshaltung, so dass die Eigenverantwortung und Motivation bald gänzlich schwindet. Das führt dazu, dass die Leistungsbereitschaft noch mehr sinkt, frei nach dem Motto „der Staat wirds schon richten“. Durchhaltevermögen, sich Durchbeißen, Niederlagen verkraften, Ärmel hochkrempeln sind dann keine Begriffe mehr. Nach dem Abi muss man dann 1 Jahr um die Welt reisen oder in einem Entwicklungsland Gutes tun, damit man wenigstens ein bisschen das Gefühl bekommt, dass man was geleistet hat.
Ich weiß, dass klingt jetzt überspitzt, aber die Tendenz ist erkennbar.

mama51
1 Monat zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Tendenz? Ich fürchte,wir sind schon länger mittendrin!

kanndochnichtwahrsein
1 Monat zuvor
Antwortet  Teacher Andi

So ist es.
Die Versorgungsmentalität (oder das bereitwillige Eingehen auf die Versprechen des Staates – aus welcher Motivation heraus auch immer) führt nicht nur dazu, dass der Staat alles richten soll und Eltern/die Gesellschaft nur noch rudimentär bereit ist, Verantwortung für die nächste Generation zu übernehmen (natürlich ist auch dies wieder eine eigentlich unzulässige Verallgemeinerung, aber die Tendenz ist doch mehr als deutlich), sondern auch dazu, dass bald niemand mehr FÄHIG ist, sich anders als genau so zu verhalten.
Kinder lernen nicht mehr selbst zu denken, allein zu spielen, sich selbst ihre Zeit einzuteilen, Freizeit zu gestalten, mit Frustrationen klarzukommen.

Und das Jahr nach dem Abi … naja… wer mit einigen dieser „Ich will beweisen, dass ich was leisten kann“-Personen zu tun hat, der weiß, dass auch das zunehmend eine Illusion ist, dass auch diese Abiturienten, die theoretisch ja eine nicht unschlaue Entscheidung getroffen haben, den Ansprüchen des realen Lebens kaum mehr gewachsen sind, dauernd krank, nicht belastbar, ewig auf „früher frei“ schielend, sich ihre Regeln selbst machend…
Manchmal wär es einfacher ohne solche Figuren.
Aber um es nicht so negativ klingen zu lassen: Es sind auch immer noch mal wieder wirklich gute Leute dabei, die das Jahr effektiv, zum persönlichen Vorteil und zur beruflichen Orientierung nutzen!

undheitergehtsweiter
1 Monat zuvor

„Wenn grundständig ausgebildete, in Vollzeit arbeitende Lehrer das nicht leisten können, wäre dies womöglich ein sinnvoller Einsatzbereich für Seiteneinsteiger, ältere Lehrerzimmer, Lehrer in Teilzeit, die sonst im Stundenplan verheizt werden…“
In den GS gibt es, weil deutlich mehr Frauen dort arbeiten, die Beruf und Familie managen, überwiegend Teilzeitkräfte, die verheizt werden, weil schöne Teilzeitkonzepte nicht greifen und „Events“ weiterhin stattfinden, Klassenfahrten sind das „Highlight“ der Grundschulzeit. Vollzeitarbeitende Lehrerinnen sind i.d.R. die frisch ausgebildeten, gehen bald in Elternzeit und dürfen wg. Corona während der Schwangerschaft nicht im Präsensunterricht eingesetzt werden. So fallen sie 1/ 2 Jahr früher aus. Hochgerechnet sind das viele, viele Stunden, die vertreten werden müssen, wofür kaum Lehrerkräfte da sind. An der Reduzierung der Stundentafel führt kein Weg vorbei, Englisch wird schon nur noch ab Klasse 3 unterrichtet.

Marion
1 Monat zuvor

Ich lese hier immerwieder von Klassenfahrten in der Grundschulzeit. Warum macht man das? Aus meiner Grundschulzeit erinnere ich mich an Wandertage oder mal eine Fahrt ins Museum und gegen Mittag oder frühen nachmittag war man wieder zurück. Mehrtägige Klassenfahrten gab es ab der 8. Klasse.
Wer braucht das, um Himmels willen, schon in der Grundschule?
Englisch wurde übrigens erst ab der 5.Klasse unterrichtet. Trotzdem ging damals (1970er Jahre), das Abendland nicht unter.
Heute wird alles geboten, schon von kleinstauf. Hat das irgendjemanden weitergebracht?
Geht es uns heute signifikant besser als noch vor 50 Jahren?

Pampelmuse
1 Monat zuvor

Wenn man sich keine Lehrer backen kann und all die beschworenen Maßnahmen auch keinen Erfolg brachten (A13, Verbeamtung…), muss man eben das Angebot einschränken. Ich bin für eine Reduzierung der Stundentafel.

Heinz
1 Monat zuvor
Antwortet  Pampelmuse

Und das, wo es doch für alle NICHTLEHRER immer der Traumjob schlecht hin ist, da wir alle nicht arbeiten.
Wirklich komisch, dass wir nicht mal Vertretunsgstellen mit ungelernten Lehrern besetzt bekommen

Dil Uhlenspiegel
1 Monat zuvor
Antwortet  Pampelmuse

Die Reduzierung der Bildungspläne plus Stundentafeln scheint mir auch das Realistischste, was die Realisierung nach aller Erfahrung sehr unwahrscheinlich macht …

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Oder die Werbung für Abtreibungen intensivieren. Jeder nicht geborene Schüler trägt zur Beseitigung des Lehrermangels bei:)