Lehrermangel: Leiterin einer Grundschule mit 70 – ist dies ein Zukunftsmodell?

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SACHSENDORF. Viele Lehrerinnen und Lehrer retten sich in den Ruhestand. Es gibt aber auch einige, die ihre Lebensarbeitszeit verlängern und weiter vor der Klasse stehen. Dass das auch mit 70 noch möglich ist, zeigt eine Schulleiterin aus Sachsen-Anhalt.

In etlichen Bundesländern wurden pensionierte Lehrkräfte angeschrieben, ob sie nicht wieder zurück in die Schule kommen möchten – manche wollten. (Symbolfoto) Foto: Shutterstock

Die Briefe voller Bewunderung bestätigen Helga Frenzel. Sie sei die beste Lehrerin, Mathe macht Spaß stehe darin. Helga Frenzel sitzt aufrecht auf einem Stuhl im Lehrerzimmer. Sie blickt zugewandt und doch ein wenig lehrerstreng durch ihre Brille. Längst könnte die 70-Jährige tun, was Rentner in der Regel tun – aber sie hat sich anders entschieden. Helga Frenzel geht weiter in die Schule. Völlig freiwillig und gern. «Ich bin jetzt 51 Jahre Lehrerin, und noch nie hatte ich das Empfinden, jetzt musst du in die Schule.» Sie weiß, dass manch ein Bekannter mit Unverständnis reagiert.

Sie verstehe die Lebensplanung vieler, die sich auf die Rente freuen. Selbst wolle sie aber weiter tätig sein, sagt die Sonderpädagogin, die bis zum letzten Tag vor der Rente in einer Förderschule in Schönebeck unterrichtet hat. Für sie war klar, es gibt noch viel weiterzugeben. Schluss ist nicht, nur weil es das Geburtsdatum vorgibt. Ihr Lebensalter stehe im Ausweis, sagt die 70-Jährige, aber sie selbst fühle sich nicht so. Und: Für sie habe der Berufswunsch immer festgestanden. Lehrerin sei nicht nur ein Beruf für sie, sondern Berufung. Ihr Prinzip sei: «Was würde mir als Schüler Spaß machen». Projekte und Anwendung, Anreiz und Motivation seien wichtig.

Eine Lösung für das Problem des Lehrermangels sind die aktiven Ruheständlerinnen nicht, aber ein Baustein

Helga Frenzel ist laut dem Bildungsministerium von Sachsen-Anhalt aktuell eine von 61 Lehrkräften im Land, die ihre Lebensarbeitszeit verlängern. Nicht alle tun das in Vollzeit. Deshalb kommen rechnerische 48,9 Vollzeit-Stellen zusammen. Darüber hinaus wurden 59 ehemalige Lehrkräfte nochmals befristet eingestellt, was rund 23 Vollzeitstellen entspricht. Und das bei aktuell rund 14.300 Lehrkräfte im aktiven Landesdienst, was ohnehin schon deutlich zu wenige sind.

Eine Lösung für das Problem des Lehrermangels sind die aktiven Ruheständlerinnen also nicht, aber ein Baustein. Bildungsministerin Eva Feußner (CDU) hatte vor einigen Monaten in einem Brief Lehrer gebeten, freiwillig länger im Schuldienst zu bleiben.

Statt ins Rentnerinnenleben zu starten, meldete sich Helga Frenzel beim Landesschulamt. Eine «große Sprachlosigkeit» sei ihr da begegnet. Man habe gar nicht so recht etwas anfangen können mit ihr. Ein solcher Fall sei vorher wohl noch nicht vorgekommen. Schließlich übernahm sie den erfolglos ausgeschriebenen Schulleiterposten in der Grundschule Groß Mühlingen. Vier Jahre lang war das ihr Job – bis sich auf eine Ausschreibung jemand Jüngeres fand.

Frenzel betont, dass es ihr nie darum gehe, anderen einen Posten wegzunehmen. Sie wolle helfen und sich einbringen. Aber ihr ist auch wichtig, nicht fremdbestimmt zu sein. «Nee, nun grade nich.» Und so meldete sie sich erneut auf eine ohne Resonanz ausgeschriebene Stelle – dieses Mal im kleinen Ort Sachsendorf.

Vor wenigen Monaten fing sie dort als Schulleiterin an. Während sie zuvor immer mit dem Bus in die Schulen fahren konnte, gibt es nun keine solche Verbindung mehr. Helga Frenzel kaufte sich Anfang dieses Jahres das erste Auto ihres Lebens. Und so fährt sie täglich die 30 Kilometer bis in die Grundschule Sachsendorf. «Ich habe es als Herausforderung gesehen», sagt die 70-Jährige.

Die meisten Lehrkräfte nutzen angesichts der großen Belastungssituation die erste oder zweite Chance, in den Ruhestand zu gehen

Eva Gerth, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), sagt: «Das schaffen die wenigsten.» Die meisten Lehrkräfte nutzten angesichts der großen Belastungssituation die erste oder zweite Chance, in den Ruhestand zu gehen. Für die, die länger arbeiten wollten, werde im Landesschulamt nicht eben der rote Teppich ausgerollt. Da fordere man nach einem Lehrer-Berufsleben dann nochmal ein Führungszeugnis. Eva Gerth betont: «Die echten Anreize fehlen.» Für sie ist denkbar, 63 bis 67 Jahre alten Lehrkräften etwa das Angebot zu unterbreiten, 20 statt 25 Stunden pro Woche zu unterrichten, dafür über die Altersgrenze hinaus.

Helga Frenzel hat an ihrer jetzigen Grundschule eine ehemalige pädagogische Mitarbeiterin, die eine Lehrbefähigung hat, nach zwei Jahren Rente zurück in den Unterricht geholt. Der Kollegin sei die Decke auf den Kopf gefallen. Und so geht es weiter in einem Team mit sechs Kolleginnen zwischen 50 und 60. Auf die Frage, wie lange sie noch weiterarbeiten möchte, sagt Helga Frenzel: «Ich gucke.» Von Dörthe Hein, dpa

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Schattenläufer
17 Tage zuvor

Nach dem Umbau an unserer Schule haben wir Aufzüge.
Die kann man zwar nur mit Schlüssel nutzen und keiner weiß was die da sollen, ich habe aber einen Verdacht.
Die sind da, dass die Lehrer mit 70+ noch mit dem Rollator in den 2. und 3. Stock kommen um Unterricht zu machen.

Pit2020
17 Tage zuvor
Antwortet  Schattenläufer

@Schattenläufer

… so lange, wie man mit dem Schlüssel noch das Schlüsselloch trifft! 😉

Allerdings:
Werden die Aufzüge nicht mit Strom betrieben? … Wäre das ökologisch nicht sinnvoller auf den Brustwarzen die Treppe hochzukriechen? So könnte man auch die Reinigung der Böden quasi „in 1 Rutsch“ erledigen – spart Reinigungsmittel, Reinigungspersonal und Unmengen von Euros!
Ich muss mal nachdenken, ob ich das ironisch gemeint habe …

Alla
17 Tage zuvor
Antwortet  Pit2020

Das mit den Brustwarzen würde ich mir nochmal überlegen! Ist das nicht schon Exibitionismus?
Ansonsten: Ja, d’accord! Ist immer gut, wenn man 2 Fliegen mit einer Klappe erschlägt.

Lehramtsaussteiger
17 Tage zuvor
Antwortet  Pit2020

„Ich muss mal nachdenken, ob ich das ironisch gemeint habe …“

Es ist egal, wie Sie das gemeint haben. Es ist so oder so grottenschlecht. Ein erbarmungswürdiges Bild geben viele Lehrerinnen und Lehrer hier ab.

Streamer01
17 Tage zuvor

Ein weiteres Beispiel für die Verbiesterung des linken Establishments – auch immer wieder gut zu sehen, wenn sie versuchen zu memen.

Andre Hog
17 Tage zuvor

Immerhin stellen wir uns täglich noch den Anforderungen unter zunehmend schwieriger werdenden Verhältnissen, anstatt „von außen“ permanent gegen die zu hetzen, die sich für die SuS immer noch den Arsch aufreißen.

Vllt solltest du das Forum wechseln, wenn die Berichte und Kommentare hier dir solche Zumutungen bereiten.

karla
16 Tage zuvor

Sie hätten ja bleiben und besser machen können, statt auszusteigen!

Schattenläufer
15 Tage zuvor

Gruß aus dem real Live.
Auf den Brustwarzen laufen ist nicht rassistisches oder diskriminierendes.
Es ist ein im Sport gebräuchlicher Begriff dafür, dass man sich bis zum Letzten verausgabt hat.
Auch als Gutmensch ist es sinnvoll mal vor die Tür zu gehen und mit richtigen Menschen zu sprechen.
Sich seine eigene kleine Welt in der stillen Kammer zu basteln und dann jeden anzufeinden der aus der richtigen Welt kommt und so0 spricht ist nicht zielführend.
Man kommt dann nicht moralisch hochwertig und intellektuell rüber sondern man wirkt eher wie der weltfremde Depp.

Leo
16 Tage zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Etwas off topic, aber spontaner Gedanke zu:
„Nach dem Umbau an unserer Schule haben wir Aufzüge.
Die kann man zwar nur mit Schlüssel nutzen und keiner weiß was die da sollen …

Vielleicht sollte die Schule mit dem Umbau auch inklusionsfähig für SuS mit körperlichen Beeinträchtigungen werden? Zumindest, was die baulichen Voraussetzungen betrifft. Dazu müssten konsequenterweise aber auch z.B. die Toilettenräume rollstuhl- bzw. rollatorengerecht (um-)gebaut sein?!

Anne
17 Tage zuvor

Na prima, Leute wie Frau Frenzel sind für uns alle der Einstieg in eine Lebensarbeitszeit bis 70. Ich für meinen Teil werde sehen, dass ich so früh wie möglich aus dieser Tretmühle heraus komme.

Riesenzwerg
16 Tage zuvor
Antwortet  Anne

Ich glaube, als Sonderpädagogin in einer Förderschule wütde ich auch noch 30 Jahre schaffen…

30er Regelklassen mit durchgeknallten Pubertieren, die alle einen super Abschluss ohne Lernen machen wollen …. keine 5 Jahre mehr.

Leo
16 Tage zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Sie dürfen gerne einmal eine Woche zum Hospitieren an unsere Förderschule kommen! Vielleicht treten Sie dann zu einem anderen Glauben über.

Die Herausforderungen, die Häufung von neuen Forderungen und Aufgaben, veränderte Schüler- und Elternklientel, Stress- und Freudfaktoren verschiedener Schulformen „gegen!einander“ vergleichen zu wollen, finde ich komplett unangemessen. Umso mehr, als dass die meisten KuK in nur einer Schulform unterrichten und in genau einem Bundesland und an einem Ort…

Riesenzwerg
14 Tage zuvor
Antwortet  Leo

Die Einladung gilt auch für Sie, lieber Leo.

Es geht mir nicht um die Abwertung von SonderschulpädagogInnen.

Wenn ich unsere hier betrachte, mit drei Schüler:innen, keinem Allgemeinen Schulabschluss, sondern Noten im i.B. Bereich und keine 12 Noten wie in der Regelklasse, … , ich gebe zu, dass das für mich deutlich entspannter aussieht und mein Eindruck, da noch 30 Jahre arbeiten zu können, auf dieser Grundlage basiert.

Leo
13 Tage zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Jetzt verstehe ich, aus welcher Erfahrung/Wahrnehmung heraus Sie sprechen (Sonderpädagogen in der „Inklusion“).

Auch da möchte ich mir kein allgemeines Urteil erlauben. Natürlich wird es auch hier Unterschiede geben: sowohl in der erwarteten Arbeit als auch bzgl. des jeweiligen Engagements und der einzelnen Schule/Schulform…

Ich war für ein Schuljahr als Sonderschulpädagoge mit der Hälfte meiner Stunden an eine (Brennpunkt-)Grundschule abgeordnet. Einen kleinen Einblick konnte ich also zumindest dort bekommen.
Meine Erfahrungen und auch die der dort fest eingesetzten Sonderschulkolleginnen sind deutlich andere gewesen, als die, die Sie an Ihrer Schule wahrnehmen.
Da es hier im Artikel aber eigentlich um etwas anderes geht, würde es vielleicht zu weit führen, ausführlich zu beschreiben, wie die Arbeit für mich und die KollegInnen an dieser Schule aussah.

Das Jahr hat meine Meinung, dass die Bedingungen in keiner Weise dazu geeignet sind, ernsthaft von „Inklusion“ zu sprechen, leider mehr als bestätigt. Trotz großen Engagements aller Sonder- und GrundschulpädagogInnen.

Wie dem auch sei:
Da Sie schrieben: „Ich glaube, als Sonderpädagogin in einer Förderschule würde ich auch noch 30 Jahre schaffen…“ hat sich Widerstand in mir geregt, der in dem Maße nicht aufgetreten wäre, wenn Sie von der vermeintlichen Arbeitssituation der Sonderpädagogen an Ihrer Schule geschrieben hätten. Denn dazu hätte ich weder eine Erfahrung noch eine Meinung gehabt.

Daher: Danke für die Rückmeldung.

Rike
17 Tage zuvor

Die eigentliche Nachricht war doch ganz versteckt:
Für die, die länger arbeiten wollten, werde im Landesschulamt nicht eben der rote Teppich ausgerollt. Da fordere man nach einem Lehrer-Berufsleben dann nochmal ein Führungszeugnis.“ und
„Die echten Anreize fehlen.“ (z. B. Individuelle Stundenzahl)
Da kann der Mangel ja nicht so schlimm sein, wenn man so mit Bewerbern umgeht.

Jan
17 Tage zuvor

Meinen Respekt! Meine Mutter macht das vergleichbar; der Artikel würde auf sie ebenso gut passen. Allerdings imponiert mir weniger, dass die Dame in dem Alter noch arbeitet, sonden die positive Grundeinstellung. Wenn ich diesen Post gerade tippe, sind alle bereits veröffentlichen Kommentar genau gegenteilig formuliert, was ich sehr traurig finde…

Alla
17 Tage zuvor
Antwortet  Jan

Ich glaube, lieber @Jan, dass es gar nicht darum geht, dass es einige, besonders resiliente, gesunde Lehrer schaffen, weiter zu arbeiten!
Sondern dass dann ALLEN Lehrkräften, die es nicht schaffen, unterstellt wird, faule Säcke zu sein! Denn siehe, es geht doch! Der Beruf ist easy going!

Das sind auch die Kommentare, die ich mir als arbeitende Pensionärin anhören muss (nicht aus dem eigenen Kollegium!), und damit muss man halt umgehen können.
Es wird von einem auf alle geschlossen, obwohl die persönlichen Voraussetzungen komplett unterschiedlich sind!

Würde das anerkannt werden, gäbe es den Shitstorm auf arbeitende Pensionäre nicht! Ich arbeite z.B. nur noch 7 Stunden pro Woche, also 1-2 Stunden pro Tag, im Deutschunterricht einer ersten Klasse und bin damit an meiner Belastungsgrenze! Jede weiter Stunde lehne ich ab, was normal arbeitende KuK nicht können!
Gesehen wird aber nur: Lehrer könnten arbeiten, wollen aber nicht!

Ich habe alle meine Posten und Pöstchen mit Renteneintritt abgegeben! Klassenlehrer, Personalrat, Fachleitung, xxxBeauftragte…. und kümmere mich ausschließlich um meine Erstklässler im Fach Deutsch. Das ist nicht zu vergleichen mit einem normalen Lehrerdasein (natürlich auch finanziell nicht, aber das ist ja auch gerecht!).

Die überbordende Bürokratie macht mir allerdings zu schaffen! Alleine der Papierkrieg, um überhaupt diese 7 Wochenstunden für 6 Monate unterrichten zu können, hat etwa 10 Stunden Zeit gekostet! Und würde es wieder, falls am 01.02.2023 immer noch keine Lehrkraft zur Verfügung steht! Wobei ich dann vielleicht auch nicht mehr zur Verfügung stehe…

Last edited 17 Tage zuvor by Alla
Jan
17 Tage zuvor
Antwortet  Alla

Ich finde es sehr respektabel, was Sie tun, gerade auch weil Sie es für Schulanfänger tun. Das ist ein großer Dienst an der Gesellschaft!

Andre Hog
17 Tage zuvor
Antwortet  Jan

Ich kann deine Empfindung grundsätzlich nachvollziehen, aber faktisch ist es doch so, dass diese „Übererfüller“ (so beschreibe ich sie mal) die Leistungsnormen über die Grenzen der gesetzlich vorgesehenen Lebensarbeitszeiten immer weiter hinausschieben.
Das ist ein bisschen, wie früher in der industriellen Fertigung, in der die sog. „ReFa-Leute“ die maximalen Stückzahlen der bearbeiteten Werkstücke ermittelt haben und dann an den Maximalzahlen die neuen Leitzahlen im Akkord festgelegt wurden.
„Das hier ist leistbar und das sollten alle Beschäftigten nun anpeilen.“

Dass dieses Maximum für viele eben nicht zu schaffen ist wird in solchen Zusammenhängen nicht bedacht.

Jan
16 Tage zuvor
Antwortet  Andre Hog

Na ja, ich verstehe was Du meinst, aber ich sehe nicht, dass dieser Maßstab tatsächlich an alles und jeden angelegt werden soll. Das diese paar Fälle, in denen über die reguläre Altersgrenze hinaus gearbeitet wird, Anlass dafür sein soll, die Altersgrenze gesetzlich (!) zu erhöhen, kann ich mir nicht vorstellen. Die Erhöhung des Renteneintrittsalters wurde ja stets generell und nicht nur für einzelne Branchen/Bereiche geregelt. Insofern finde ich diese Sorge übertrieben und ich finde es auch überhaupt nicht erstrebenswert, dass jede(r) diese „Mehrarbeit“ leistet. Viele könnten das – aus verschiedenen Gründen – auch gar nicht.

Ich weiß ja selbst nicht, wie ich das für mich in über 20 Jahren sehe.

Worum es mir geht: Diese Dame und die, die es ebenso machen, leistet etwas für die Gesellschaft, was sie nicht müsste und macht das offenbar auch gerne. Das ist doch eigentlich eine super Sache, die man nicht schlechtreden sollte. Ich kann Kommentar, die hämisch sind á la „Die Dame hat wohl keinen anderen Lebensinhalt“ nicht verstehen. Das ist anmaßend.

mama51
16 Tage zuvor
Antwortet  Jan

Lieber Jan,

vielen Dank für Ihre Empathie! 🙂

Außerdem gebe ich Ihnen umfänglich Recht zu allen Ihren Aussagen.

Ich mache es wie „Alla“ und es geht mir, den SuS und den KuK sehr gut dabei. Ich arbeite 13 Stunden, als Klassenlehrerin einer jetzt vierten Klasse (keine Fö-Schule) und wenn das herum ist, ist für mich auch „Ende – Gelände“.
Ich behaupte jetzt mal provokativ, dass die Lästerer und „Shit-Stormer“ vielleicht doch irgendwas falsch machen / gemacht haben, wenn sie unter ihrem „Job so leiden müssen“…
Augen auf bei der Berufswahl, kann ich da nur sagen!

Riesenzwerg
16 Tage zuvor
Antwortet  Jan

Wie gesagt – es kommt auf die Schulform und die Klientel an.

Hier handelt es sich n i c h t um 30er Klassen.

Das ist ein ganz anderer Schnack!

gehtsnoch
16 Tage zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Es sind 80 SuS !

Leo
16 Tage zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

An welchen Schulformen mit welcher Klientel haben Sie denn in der letzten Zeit über einen längeren Zeitraum verantwortlich gearbeitet, um den „Schnack“ (der sicher sehr verschieden ist) vergleichen zu können?

Lessi
17 Tage zuvor

Ich bin empört. Da will eine Rentnerin helfen und ,,darf“ sich ein Auto kaufen, um zur 30 km entfernten Schule zu gelangen. Kein Entgegenkommen?! Für solche Lehrer*innen MUSS der rote Teppich ausgerollt werden. Mit uns ganz es ja machen…

Kathrin
17 Tage zuvor
Antwortet  Lessi

Genauso fragwürdig wie ich die Behandlung der arbeitenden Pensionär:innen finde, finde ich, dass es KuK gibt, die das mit sich machen lassen. Sie werden ja nicht gezwungen, weiter in der Schule zu arbeiten.

Realist
17 Tage zuvor

Gesunde Lehrkräfte, die dankbar und glücklich sind, bis 70 arbeiten zu dürfen.

Sorry, liebe Moderation, man muss nicht jeden Propaganda-Artikel von dpa übernehmen…

Die meisten wissen hier, dass es vollkommen unrealistisch für die Mehrheit ist, „völlig freiwillig und gern“ bis 70 zu arbeiten, alleine aus gesundheitlichen Gründen.

Wird das Pensionsalter auf 70 heraufgesetzt, heißt das effektiv für fast alle eine deutliche Pensionskürzung, weil sie früher aufhören müssen.

Streamer01
17 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Danke für die Info – DAS erklärt so einiges.

Sissi
17 Tage zuvor
Antwortet  Realist

Lieber Realist, ich glaube die beschriebene Lehrerin würde selbst auf meinetwegen einem Kreuzfahrtschiff noch versuchen, mit anwesenden kiddies Deutsch- und Matheübungen zu veranstalten. Ich musste an einen Lateinlehrer auch um die 70 zu meiner Schulzeit denken.
Ich stellte immer bessere Laufzeiten auf, denn wenn er einen morgens auf dem Schulweg einholte, wurden bereits Vokabeln abgefragt, obwohl er nicht mein Lateinlehrer war.
Für manchen ist wohl Schule auch im Alter noch der größte Lebensinhalt.

Jan
17 Tage zuvor
Antwortet  Sissi

„Für manchen ist wohl Schule auch im Alter noch der größte Lebensinhalt.“

Für Sie sicher nicht, das steht fest!

Sissi
16 Tage zuvor
Antwortet  Jan

Weiß ich noch nicht, da ich die Wahlmöglichkeit habe,….
Allerdings ganz schön nassforsch, eigentlich sogar anmaßend, “ Für Sie sicher nicht…….“
Kennen Sie mich, meinen Lebenslauf ? Sicher nicht, also: sinequa..Ferndiagnose – dient weder Ihnen noch dem Thema -> reine Pöbelei

Jan
16 Tage zuvor
Antwortet  Sissi

„Allerdings ganz schön nassforsch, …“

Ich denke, Sie können es gut wegstecken.

Sissi
16 Tage zuvor
Antwortet  Jan

So, lieber Jan, Sie Kindskopf, wenn ich jetzt Ihr Spielchen weiterspielen würde, müsste ich fragen: Was würde wohl Ihre Mama, die SL, zu Ihrem Benehmen sagen ?
Da sich aus so etwas ein endloser Dialog, der niemanden interessieren würde, ergibt, denke ich Sie sollten die Manieren, die Sie im SLhaushalt sicher vermittelt bekamen, einfach anwenden und die Pöbelei lassen.
Die SLmama hat Ihnen den Satz
( Ich denke, Sie können es gut wegstecken ) wohl nicht beigebracht – vlt wenden Sie ihn ja gerne bei Ihren SuS an ?
Ich habe da andere pädagogische Vorstellungen.

Jan
16 Tage zuvor
Antwortet  Sissi

Wenn Sie die Frage nach Manieren stellen, dann stellen Sie Ihre Posts neben meine und dann ist die Antwort klar.

mama51
16 Tage zuvor
Antwortet  Sissi

Sissi:
DAS sind mir die Liebsten:
„Austeilen, aber nix einstecken können…!“
Siehe auch Ihre Kommentare weiter unten.

Andre Hog
17 Tage zuvor
Antwortet  Sissi

Liebe Sissi, genau so einen gab es an meiner Schule im Westmünsterland auch…mit den Fächern Latein und Deutsch … 70 Jahre alt….auf uns „Kinder“ wirkte der Mann wie aus der Zeit gefallen und ließ bei uns das Bild von einem „Zombi“ einem “ Untoten“ entstehen, der als „Wiedergänger“ einem Fluch folgend die Schule nicht verlassen kann.
Er war stark schwerhörig und schwachsichtig und konnte sich selbst nach einem halten Schuljahr keinen Namen merken. Dafür hat er uns – wie du es beschreibst – selbst auf dem Flur mit Fachabfragen gequält („Ey du, … wie dekliniert man …?“) und wir haben immer nach ihm Ausschau gehalten, um ihm nicht über den Weg zu laufen.

Und das zu einer Zeit, in der es keine LuL-Knappheit gab. Verstanden haben weder wir Kinder noch unsere Eltern diesen Arbeitseinsatz.

Kry
17 Tage zuvor

Wie kann eine 70-Jährige seit 51 Jahren Lehrerin sein? Muss(te) man in Sachsen-Anhalt dafür nicht studieren?

Alla
17 Tage zuvor
Antwortet  Kry

Da zählt wohl, wie bei jedem Azubi, die Ausbildungszeit mit. Mit 19 angefangen zu studieren, + 51 Jahre ohne Kinderausfallzeiten macht 70 Jahre!

Emil
17 Tage zuvor
Antwortet  Alla

Nein. Schon deshalb nicht, weil das Studium nur teilweise angerechnet wird.
51 Jahre sind also Quatsch.

potschemutschka
16 Tage zuvor
Antwortet  Emil

Mein Sonderschulstudium wird gar nicht angerechnet (Abitur mit 18 Jahren, danach sofort, ohne „Findungsjahr“ 5 Jahre Sonderschulstudium in Regelstudienzeit, Dienstbeginn mit 23 Jahren – mit 70 Jahren käme ich auf 47 Dienstjahre – habe allerdings mit 63 aufgehört). Als irgendetwas stimmt bei den 51 Jahren definitiv nicht.

gehtsnoch
16 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Damen dürfen mit dem wahren Alter ein wenig flunkern dürfen …

andi*
13 Tage zuvor
Antwortet  Kry

Das geht sehr wohl. Die Ausbildung zum Unterstufenlehrer/zur Unterstufenlehrerin in der DDR war ein Fachschulstudium, welches man nach dem Abschluss der Polytechnischen Oberschule antrat. Man benötigte also kein Abitur. In den ersten Jahren nach dem Krieg dauerte das Studium erst 2 (man brauchte dringend neue Lehrerinnen und Lehrer – das 3. Jahr wurde berufsbegleitend absolviert), dann reguläre 3 Jahre und irgendwann ab den 1970er Jahren dann 4 Jahre. Das heißt für die Kollegin aus dem Artikel, dass Sie mit 19 Jahren ihren Abschluss erhalten hat.
Wer rechnen kann wird merken, dass die beschriebenen 51 Jahre dann durchaus hinhauen.

DerReimer
17 Tage zuvor

Hochachtung – mehr kann ich nicht sagen.
Vielleicht werde ich es auch einmal wagen.

Streamer01
17 Tage zuvor
Antwortet  DerReimer

Ich würde eher sagen: Beileid.
Entweder ist die Dame finanziell so arm dran, dass es notwendig ist, oder sie hat keine anderen Lebensinhalte. So oder so, traurig.

Andre Hog
17 Tage zuvor
Antwortet  DerReimer

Sky-diving mit Gliding-Wings …vllt werde ich es auch mal versuchen 😉

Konfutse
17 Tage zuvor

So ist das halt, wenn man hobbylos ist.

gehtsnoch
16 Tage zuvor
Antwortet  Konfutse

Nein, es ist nicht in Berlin, sondern Sachsendorf (Einwohner: 465 (2013)) und dann aktuell 80 SuS in der GS.

Freddy
16 Tage zuvor

Hut ab vor der Dame – aber ein Modell kann das nicht sein, eher ein singuläres Phänomen.

D. Orie
16 Tage zuvor

Respekt vor dieser Frau. Das ist natürlich eine Ausnahmeleistung, und kann und soll bei den derzeitigen Zuständen nicht ansatzweise zum Normalfall werden.

gehtsnoch
16 Tage zuvor

Nur Bewunderung an der „Grundschule an der Mühle“ mit Vollauslasung mit 80 SuS oder gar ideale DIY-Lobhudelei für die aktiven Privatiers.
So wäre
fantastisch, großartig, phantastisch, toll, 1A, allererste Sahne, astrein oder bombastisch … anzudenken (Overconfidence-Effekt), womit ich die abzuliefernde Leistung an Schulen nicht meine.

Warum dürfen Ärzte nicht bis in alle Ewigkeit praktizieren und müssen die Kassenzulassung mit dem 68. Geburtstag abgeben?

https://www.volksstimme.de/lokal/schoenebeck/welchen-namen-bekommt-die-grundschule-sachsendorf-3382710?reduced=true