Lehrermangel: Unterrichtsversorgung wackelt – VBE-Umfrage: Viele Schulen sind bereits im Notbetrieb angekommen

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STUTTGART. Ausgerechnet am Weltlehrertag formuliert der Verband Bildung und Erziehung (VBE) eine deutliche Warnung an die Regierung von Baden-Württemberg. Denn nach einer Umfrage unter Schulleitungen fahren viele Einrichtungen bereits wenige Wochen nach dem Schulstart auf Notbetrieb.

Der Lehrkräftemangel macht sich bemerkbar – der Regelbetrieb kippelt vielerorts. Foto: Shutterstock

In den Schulen wird erst seit ein paar Wochen wieder unterrichtet, da formulieren die Lehrer bereits die ersten Alarmrufe. Denn nach einer Umfrage des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) unter Schulleitungen haben viele Schulen in Baden-Württemberg bereits wenige Wochen nach dem Start des Schuljahres teils dramatische Probleme, die planmäßigen Unterrichtsstunden abzudecken. Rund 10 Prozent der Grundschulen, 20 Prozent der weiterführenden Schulen und 40 Prozent der Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren haben nach eigenen Angaben Probleme, den Regelbetrieb zu sichern, wie der VBE am Mittwoch in Stuttgart kritisierte.

«Viele dieser Schulen sind längst im Notbetrieb angekommen», sagte der VBE-Landesvorsitzende Gerhard Brand. Neben- und auch Hauptfächer könnten dann teilweise nicht mehr unterrichtet werden. Die Schulleitungen waren zunächst gefragt worden, ob ihre eigene Schule mit ausreichend Lehrkräften versorgt ist. «Versorgungslücken, wie sie im Laufe des Schuljahres aufgrund von Krankheiten, Grippewellen, Corona oder Schwangerschaften und Mutterschutz auftreten, sind hier noch gar nicht abgebildet», erklärte Brand.

„Es ist wichtig, nicht ins Negative zu übertreiben, weil das dem ohnehin stark belasteten Schulsystem mehr schadet als hilft“

Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) räumte ein, dass die Lehrerversorgung in der Krisensituation angespannt sei. «Aus den Rückmeldungen der Regierungspräsidien und den Staatlichen Schulämter wissen wir, dass die Schulen aber grundsätzlich arbeitsfähig sind. Deswegen ist es nicht gerechtfertigt, von einem Notbetrieb an den Schulen zu sprechen.» Es sei auch deshalb wichtig, nicht ins Negative zu übertreiben, weil das dem ohnehin stark belasteten Schulsystem mehr schade als helfe.

An der Studie hatten sich insgesamt 884 Schulen beteiligt. Da sie aber nicht auf wissenschaftlichen Kriterien aufgebaut wurde, ist die Studie laut VBE  nicht repräsentativ.

Unter anderem sei laut Umfrage etwa jede fünfte Grundschule (19 Prozent) deutlich unterversorgt, sagte Brand. Diese Schulen hätten bereits zum Schuljahresstart mit einem Versorgungsgrad von unter 90 Prozent zu kämpfen. Brand nannte dies einen «besorgniserregenden Wert». Das Versprechen einer «verlässlichen Grundschule» werde an zahlreichen Schulen gebrochen.

Infolge der Unterversorgung könne jede zehnte Grundschule keinen Regelbetrieb anbieten und nur einen Notbetrieb fahren. Die anderen Grundschulen gäben zwar an, den Regelbetrieb leisten zu können, berichteten aber ebenfalls von drastischen Maßnahmen: 37 Prozent dieser Schulen müssten Klassen zusammenlegen, 31 Prozent Unterricht ausfallen lassen und weitere 21 Prozent Personen ohne Lehramtsausbildung in Vertretung unterrichten lassen. «Die ergriffenen Maßnahmen verdeutlichen die ganze Dramatik der Situation. Und sie zeigen, dass viele Schulen hohe Opfer bringen müssen, um den Laden irgendwie am Laufen zu halten. Die Schulart Grundschule ist auf Kante genäht und die Nähte reißen an allen Stellen. Für das restliche Schuljahr lässt dies nichts Gutes erahnen», so Brand.

„Der Engpass, den wir an der Grundschule beobachtet haben, setzt sich an den Sekundarschulen nahtlos fort“

Die weiterführenden Schulen seien kaum weniger betroffen: «Das vielleicht überraschendste Ergebnis der Umfrage lautet, dass über ein Drittel der Sek-I-Schulen (36 Prozent) deutlich unterversorgt ist (Versorgungsgrad unter 90 Prozent). Damit ist klar, dass der Glaube an eine bessere Versorgung im Sekundarbereich ein Irrglaube ist. Der Engpass, den wir an der Grundschule beobachtet haben, setzt sich nahtlos fort», erklärt Gerhard Brand.

Mit Blick auf die Sekundarstufen stellt er fest: «Die Folge des dramatischen Personalmangels ist, dass jede fünfte Schule (20 Prozent) den Regelbetrieb nicht abdecken und somit nur einen Notbetrieb leisten kann. Die anderen Sekundarschulen geben zwar an, den Regelbetrieb leisten zu können, allerdings müssen sie drastische Maßnahmen ergreifen: An über der Hälfte dieser Schulen (55 Prozent) fällt Unterricht aus, bei einem weiteren Drittel (32 Prozent) müssen Klassen zusammenlegt werden und bei einem Viertel (25 Prozent) müssen Personen ohne Lehramtsausbildung in Vertretung unterrichten. Außerdem kommt es zum Wegfall von Fördermaßnahmen, Poolstunden und Ganztagesangeboten. Der Maßnahmenkatalog zeigt, dass es auch im Sekundarbereich zu harten Einschnitten in den Schulalltag, beträchtlichen Einbußen in der Unterrichtsqualität und erheblicher Mehrarbeit für die Lehrkräfte kommt.»

Besonders prekär sei die Situation in den Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren. Vier von zehn Schulen könnten den Regelbetrieb nicht aufrechterhalten, also manche Haupt- und Nebenfächer nicht mehr anbieten. «Im Bereich der Sonderpädagogik sind diese Ergebnisse schlicht nicht mehr vertretbar», sagte Brand. «Schulschließungen können für die Wintermonate nicht ausgeschlossen werden.»

„Die politischen Verantwortlichen müssen sich kritisch hinterfragen, ob diese Projekte umsetzbar sind“

Politik und Gesellschaft erwarteten von den Schulen, Aufgaben zu erledigen, für die sie eigentlich nicht vorgesehen seien: Neben Sozialarbeit und Verwaltungsaufgaben bleibe oft keine Zeit für qualitativen Unterricht, kritisierte der VBE. Laut Umfrage fordert über alle Schularten hinweg eine Mehrheit von 50 bis 60 Prozent der Schulleitungen, auf bildungspolitische Großprojekte wie Ganztag und Inklusion zu verzichten. «Die politischen Verantwortlichen müssen sich kritisch hinterfragen, ob diese Projekte umsetzbar sind», sagte Brand.

Es sei wichtig, Schulen und Lehrkräfte vor allem in Bürokratie und Verwaltungsaufgaben zu entlasten und in der Schulsozialarbeit zu unterstützen. Um die Zahl der Lehrerinnen und Lehrer zu erhöhen, müssen aus Sicht der befragten Schulleitungen Grundschullehrkräfte besser bezahlt, Klassen verkleinert und Deputate gesenkt werden.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert, die Reserve an Vertretungslehrkräften aufzustocken. «Wir schlagen vor, in der Kampagne „The Länd“ Geld einzusparen und mit 12 Millionen Euro pro Jahr einen Stufenplan zum Ausbau der ständigen Vertretungsreserve mit 200 neuen Stellen jährlich zu starten», sagte die GEW-Landesvorsitzende Monika Stein. Auch Stefan Fulst-Blei, der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, sieht Handlungsbedarf: «Wir brauchen dringend den Ausbau der Studienplätze im Lehramt, eine höhere Krankheitsvertretungsreserve und bessere Rahmenbedingungen für unsere Lehrkräfte.» News4teachers / mit Material der dpa

Weltlehrertag! GEW und VBE: Sich verschärfender Lehrkräftemangel ist die zentrale Herausforderung der nächsten Jahre

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DerechteNorden
1 Monat zuvor

Nicht so anstellen! Einfach drei Klassen von einer Lehrkraft in der Mensa beaufsichtigen, wen zu viele LK ausfallen. Läuft.//
Typisch Ministerium – anstatt zu handeln, anderen vorwerfen, die Realitäten vor Ort darzustellen.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Oh je! Es muss “ … beaufsichtigen lassen, wenn …“ heißen.
Bin ferienreif.

Last edited 1 Monat zuvor by DerechteNorden
DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Wow, ich scheine richtige „Fans“ zu haben, die mir nicht mal die Ferien gönnen.

Andre Hog
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

So erscheint es mir auch oft…das sind dann wohl eher die berufsfremden LeserInnen hier im Forum, die ihre Ablehnung von Schulen und v.a. LuL endlich mal zielgruppenspezifisch rauskotzen wollen.

Diese Form des anlasslosen Bashings nimmt leider massiv zu.
Ich gönne dir die Ferien von ganzem Herzen!! 😉

Stromdoktor
1 Monat zuvor
Antwortet  Andre Hog

Merken Sie eigentlich selbst, was Sie schreiben??

„Anlasssloses Bashing nimmt leider massiv zu.“

vs.

„Das sind dann wohl die BERUFSFREMDEN LESER, …die ihre Ablehnung rauskotzen wollen“

Sie leben auch nur noch in Ihrer kleinen Welt…

Last edited 1 Monat zuvor by Stromdoktor
DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Und das ist jetzt wirklich ganz kritiklos gemeint: Ich verstehe Ihren Post nicht.

Stromdoktor
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Es wird oft von Lehrerbashing geschrieben. Dabei ist es das erklärte Ziel der Redaktion, explizit das hier nicht zuzulassen.

Demzufolge gibt es auch (vergleichsweise) wenig veröffentlichte Kommentare in diese Richtung und es verirren sich kaum andere Stimmen (mehr) auf die Seite und schon gar nicht aktiv in den Forumsbereich.

Jeder, der hier außerhalb des Bildungswesens steht und überhaupt noch kommentiert, darf sich den Teil mit den roten und grünen Daumen (aktiv und passiv) nicht zu Herzen nehmen und muss seiner eigenen Linie treu bleiben – sonst wird man wahnsinnig.

Für mich ist vielfach erkennbar, dass „Außenseiter“ hier zwar auf direkte und persönliche Kritik antworten, aber die Ausgangskommentare nicht downvoten (vielfach 0 rote Daumen). Die meisten aus der Gruppe konzentrieren sich hier auf Inhalte. Insofern ist die These von Andre Hog völlig aus der Luft gegriffen.

Die Up- und Downvoter kommen sonst woher, vielleicht auch aus „Ihrer“ Mitte. Dass sich dahinter nicht die „geschätzten“ Forumsteilnehmer verbergen, ist für mich vielfach an anderen Kommentaren erkennbar.

Und hier von Bashing in Richtung LK zu sprechen, zeitgleich aber eine bestimmte Gruppe einzugrenzen bzw. die eigenen Kollegen auszunehmen und dann Worte wie „rauskotzen“ zu nutzen, ist für mich das eigentliche Bashing.

Mittlerweile ist das hier aber so normal, dass es a) niemandem mehr auffällt, b) unwidersprochen bleibt und c) offensichtlich gut ankommt bzw. die Einschätzung geteilt wird.

PS.

Die These mit den beleidigten Diskussionspartner scheint mir in Ihrem Fall die wahrscheinlichste. Ich erinnere mich daran, dass sie hier kürzlich intensive Diskussionen im Kollegenkreis geführt haben und Sie eine Position vertreten haben, die vielfach nicht geteilt wurde. Das Thema habe ich leider nicht mehr präsent (Inklusion/Förderung ?), war aber ernsthaft über die „harte kollegiale Diskussion“ überrascht. Kannte ich sonst nur im Zusammenhang mit anderen Leuten und Themen hier. Vielleicht habe Sie jetzt drei Follower…ich schätze, dass Sie das verkraften.

Andre Hog
1 Monat zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Ach…gut dass ich vor knapp 10 Tagen bei einem massiven Schwall ungefragter – aus meiner Sicht überflüssiger Beiträge Ihrerseits beschlossen habe, Sie weder gesondert zur Kenntnis noch ernst zu nehmen.

Stromdoktor
1 Monat zuvor
Antwortet  Andre Hog

Bin nach wie vor der Meinung, dass es völlig irrelevant ist, was Sie über meine Beiträge denken bzw. wie Sie damit umgehen.

Hat auf mich zumindest keinen Einfluss.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Hä?

Stromdoktor
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Vielleicht sagen Sie mir einfach einmal, was ich nächstes Mal jemandem antworten soll, der gerne anderen das Recht abspricht, sich hier zu äußern und von „ungefragt“ und „überflüssig“ spricht.

Es ist ja in Ordnung, dass Ihre Sympathien klar verteilt sind. Das ändert aber nichts daran dass derartige Beiträge daneben sind.

Ich muss hier niemanden um Erlaubnis fragen.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Ich verteile meine „Sympathien“ nach Inhalt – nicht anhand des Namens.

Einige der Grünen Daumen beim Stromdoktor können durchaus von mir sein (weiß ich jetzt ehrlich nicht, aber wenn ich das ähnlich sehe oder sich ein Erkenntnisgewinn für mich einstellt, kriegt hier fast jede(r) ein grünes Däumchen.

Rote Daumen finde ich feige und sinnentleert. Oft sind die Kommentare länger und der rote Daumen voted den kompletten Inhalt down – nicht mein Ding.
Dadurch bringen sie rein gar nichts – das sehen viele halt anders, aber ich verteile lieber meinen Senf, statt rote Daumen.

Hier muss niemand um Erlaubnis fragen – dieser Satz verwirrt mich, da ich den Zusammenhang nicht erkenne. Und mich erstaunt dieser „Angriff“ oder Vorwurf …. Hatte ich doch nur ein „Hä?“ geschrieben. 😉

Stromdoktor
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Das sollte weder ein Angriff noch ein Vorwurf sein.

Andre Hog hatte mir unter einem anderen Artikel „mitgeteilt“, dass ich grundsätzlich keine Ahnung von Schule hätte und mir das Recht abgesprochen, mich zu solchen Themen zu äußern.

Zudem sieht er sich scheinbar in der Rolle des Moderators, möchte anderen das Wort erteilen („ungefragt“) bzw. bewertet die Qualität („überflüssig“) sowie die Anzahl der Beiträge („Schwall“).

Ich habe dazu eine Meinung. Und ich lasse auch nicht locker, wenn das Ego einiger ab 20 grünen Daumen aufwärts in den Himmel wächst.

Peinlich genug, solche Diskussionen und Antworten von allen Seiten.

Das „Hä?“ passt in diesem Zusammenhang unter jeden zweien Beitrag hier im Forum…

Last edited 1 Monat zuvor by Stromdoktor
Stromdoktor
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Kam mir gerade in den Sinn.
Falls es daran lag, dass Sie von „Angriff“ und „Vorwurf“ sprachen:

Mit „derartige Beiträge sind daneben“, meinte ich den Ausgangskommentar von Andre Hog und nicht Ihren…

In Ihre Richtung habe ich mich nur gefragt, was genau an meiner Reaktion auf die vorangegangene Diskussion mit Andre Hog bei Ihnen Verwunderung ausgelöst hat. Insofern war nur der erste Absatz direkt an Sie gerichtet.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Das bezieht sich auf Ihren Kommentar weiter oben, der sich auch dem / der DerechteNorden nicht erschlossen hat

Ich gebe hier keine roten Daumen – ich lasse die Inhalte stehen oder kommentiere sie.

Vielleicht sollten sich mehr daran halten – ist kommunikativer und es kann durchaus was gelernt werden.

Mir scheint aber, dass Andre Hog durchaus richtig interpretiert – viele Downthumbs erschließen sich mir – bezogen auf den downgevoteten Inhalt nicht ….

Vielleicht d o c h ansatzloses Lehrerbashing anstatt Kommunikation?!

Das wissen nur die Anklicker…

Stromdoktor
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Das (systematische) anlasslose Lehrerbashing kann ich wirklich nicht erkennen.

Versetzen Sie sich doch einmal in die von Andre Hog adressierte Gruppe (berufsfremde Leser).

Der Beitrag, in dem diese Vermutung geäußert wurde, hat aktuell 22 grüne und 2 rote Daumen. Alle „berufsfremden Leser“ müssten da ja eigentlich empört downvoten. Die Realität sieht so aus, dass diese Gruppe gar nicht reagiert (oder mittlerweile gar nicht mehr aktiv ist).

Der Ursprungskommentar von DerechteNorden über den diskutiert wurde, hatte im Vergleich sogar mehr rote Daumen. Meine Vermutung dazu schilderte ich ja weiter oben.

Hier gibt es einen harten Kern, der sich gegenseitig bestätigt und andere ablehnt – egal was jeweils geschrieben wird. Und der kommt nicht aus dem Kreise der „berufsfremden Leser“. „Wir“ sind vergleichsweise unorganisiert.

Und dann verscherzen es sich einige LK untereinander. Beim Thema Migration, A13, Verbeamtung beispielsweise sichtbar.

Bei „guten“ allgemeinen Beiträgen ist die Resonanz auch breiter. Hängt zudem auch mit dem Zeitpunkt der Veröffentlichung zusammen. Ist ein schnelllebiges Geschäft hier. Die Karavane zieht schnell geschlossen weiter und verlagert die Diskussion unter dern jeweils neuesten Artikel.

Für mich ist es nichts anderes als eine bequeme Annahme. So erhält man sich das Selbstbild, LK seien ein homogener Haufen und die Quertreiber kommen von Außen. Was natürlich völliger Quatsch ist.

Man braucht sich ja mal nur die Diskussion zur Verlagerung der Ferien anschauen. Welche berufsfremden Leser soll diese Diskussion überhaupt interessieren…

Last edited 1 Monat zuvor by Stromdoktor
DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Andre Hog

Danke, Andre! Und gleichfalls!

Stromdoktor
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Geht wohl nicht um die Ferienreife.

Zwei Alternativen dazu:

a) Sie haben hier eine rote Linie überschritten, einen eigenen Fehler (Korrektur Ihres Beitrages) eingeräumt und nachträglich berichtigt. LK machen keine Fehler bzw. geben keine Fehler zu.

b) Sie haben die unterrichtsfreie Zeit im Herbst als Ferien „geoutet“, wo doch jeder weiß, dass in dieser Zeit durchgeschuftet wird. Lediglich die unterrichtsfreie Zeit im Sommer wird in Bruchteilen zur Erholung genutzt.

In Summe haben Sie der Außenwirkung von LK nun nachhaltig geschadet und der Lächerlichkeit preisgegeben.

Schande…

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Oh nein! Ich dachte ja, diese Zeiten wären vorbei.
Zur Klarstellung, eine Woche lang werde ich tatsächlich unterwegs sein, dann muss ich aber eine Klassenarbeit und eine Klausur korrigieren und die Praktikumsbesuche in einer Klasse organisieren.

Wer weitere Fehler findet, darf sie behalten!

Stromdoktor
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Und das meine ich völlig ernst:

Erholen Sie sich gut und genießen die Ferien. Jeder braucht Erholung und einen Ausgleich, um wieder Kraft zu tanken.

Vielleicht holen Sie noch den einen oder anderen Tag oder freien Nachmittag heraus bzw. teile sich Ihre Restarbeiten so ein, dass auch in der verbleibenden Arbeitswoche der Akku geladen wird.

Nichts anderes mache ich in meinem „normalen“ Job auch. Und viel wichtiger für mich: Auch die Erholung meiner Töchter ist mir wichtig. Auch die sind nach dem Sprint zwischen Sommer- und Herbstferien urlaubsreif.

Lehramtsaussteiger
1 Monat zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Sie arbeiten in Ihrem „normalen“ Job während Ihres Urlaubs?

Stromdoktor
1 Monat zuvor

In meinem „normalen Job“ habe ich keine Vertretung und bin für bestimmte (terminierte) Aufgaben und Runden alleine verantwortlich.

Insofern ist Vor- und Nacharbeiten „Pflicht“, sonst geht man unter. Manchmal reicht das nicht.

Wenn man keinen Urlaub plant/macht ist es stressfreier. Kann man sich aussuchen…

Ich orientiere mich auch an der Familie und mache meine Arbeit (auch) dann, wenn es passt…

Ich kenne zumindest das Gefühl, nie fertig zu werden.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Au ja, dann werde ich demnächst meine wegen Krankheit entfallenen Unterrichtsstunden nachholen – und zwar im Anschluss an den regulären Unterrichtstag oder ggf. am Samstagmorgen. Dafür werden die SuS in den Entfallstunden auch nicht mehr beaufsichtigt, um die Kolleg*innen zu entlasten.

Stromdoktor
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Ist halt die Realität.

Ich kenne nicht wenige Leute,.die das anders lösen.

Sind morgens um 8 Uhr im Büro und bleiben 9 bis 10 Stunden. Wenn was nicht fertig wird oder die Qualität nichts passt, dann hat man zumindest (nachprüfbar) „Leistung“ in Form von Anwesenheit erbracht.

Am Ende der Woche stehen dann 45-50 Stunden auf dem Tacho, das Überstundenkonto ist voll und man hat kaum Zeit mit der Familie verbracht.

Läuft das Überstundenkonto auf den Grenzwert zu, steht ein Gespräch mit der FK an und ein Stundenabbau wird angemahnt. Einige bekommen mit der Methode vom Workload herunter bzw. handeln andere Fristen aus.

So gehen viele mit der Überlastung um.

Ich mache es wie oben beschrieben. „Ganz gemütlich“ aus dem HO heraus, wie Andre Hog schon festgestellt hat…

-mm-
1 Monat zuvor

Ja. Das gibt es durchaus. Mein Mann wird leider auch oft genug im Urlaub bei wichtigen Projekten kontaktiert und muss dann online an Meetings teilnehmen. Auch nicht selten sitzt er am Wochenende 10-11 Stunden in einem Flieger- allerdings nicht, um in den Urlaub zu starten. Mich nervt der Vergleich von Arbeitszeiten zwischen LK und nicht LK. Und genauso wenig muss sich DerechteNorden rechtfertigen, wieviel Arbeitszeit sie(?) in ihre Ferien packt. Warum sie(?) es trotzdem tut, versteh ich nicht. Am Engagement ihrerseits scheint es meinem Eindruck nach nicht zu fehlen. Aber das gleiche gilt auch bei Nicht LK. Letztendlich ist es eine Frage, wie sehr sich der Einzelne für den Beruf einsetzt, und das wiederum ist Personenabhängig- nicht Berufsabhängig.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Warum das nun rote Daumen erhält, verstehe, wer will.
Alles Gute! Das gilt auch, falls wir mal wieder nicht auf einen Nenner kommen sollten.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ist mir auch ein Rätsel.

Nicht gelesen, Namen gemobbt?

Andre Hog
1 Monat zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Das von jemandem, der gemütlich aus dem HomeOffice heraus, anderen Leuren „gute Ratschläge“ gleich im Dutzend offeriert, ohne eine Ahnung davon zu haben, was, wie in der Schule so läuft. Da helfen auch nicht 2 schulpflichtigen Töchter und eine Nichte, die in diesem Jahr ihr Abitur gemacht hat.
Geile Performance!!

Stromdoktor
1 Monat zuvor
Antwortet  Andre Hog

Können Sie immer noch nicht belegen/zitieren wo, ich Ihnen Ratschläge erteilt habe, geschweige denn nachweisen, dass Ihre Ausführungen repräsentativ sind.

Sie arbeiten ja grundsätzlich nicht mit Quellen und zitieren nur aus Ihrer Lebenserfahrung.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Tut mir leid – aber das ist echter Blödsinn!

Woher haben Sie die o.g. (Er)Kenntnisse?

Stromdoktor
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Ich kann Ihren Beitrag nicht zuordnen.

Sprechen Sie von meiner Antwort an Andre Hog?

Falls ja:

Vielleicht finden Sie ja Beiträge, wo mal eine Quelle zitiert und „Wissen“ belegt wurde.

Wir sind ja immer noch im Fahrwasser unterwegs, ich hätte keine Ahnung würde nur Ratschläge erteilen und das ungefragt.

Viele meiner Kommentare belege ich mit Quellen. Zum Beispiel zu Themen wie. Neueste Beispiele:

– Anzahl / Trends Lehramtsstudierende / Absolventen.
– Motivation junger Mensch zur Berufswahl.
– Qualifikation von Seiteneinsteiger.
– „Glück“

Ich informiere mich aktiv undnachprüfbar , bevor ich Kommentare verfasse.

Andre Hog arbeitet nicht mit diesem „Stilmittel“.

Last edited 1 Monat zuvor by Stromdoktor
Sissi
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Ich kenne solche Schreiattacken vor allem bei Drei- Monats- Koliken 😉
dürfte ja hier nicht der Fall sein; die Häufigkeit allerdings passt.

Sorry Stromdoktor, das nervt, haben Sie live niemanden mit dem Sie sich, wenn Sie das schon brauchen, – über derlei „echtenBlödsinn“ – besen können?
So wird das nix mit gegenseitigem Verständnis/Austausch.

Stromdoktor
1 Monat zuvor
Antwortet  Sissi

Schauen Sie sich doch die wertschätzende Kommentare in meine Richtung einmal in aller Ruhe an.

Was erwarten Sie denn?

In jedem zweiten Kommentar wird mir Ahnungslosigkeit unterstellt, bloß weil ich nicht als LK beschäftigt bin.

Andererseits geben hier viele eine Einschätzung zu anderen Berufen, Menschen und Themen, sind aber „auf dem Papier“ genauso weit weg.

Für mich ist das völlig in Ordnung, dann muss man es aber auch tolerieren, dass auch „normale Leute“ sich zu Bildungsthemen äußern.

Ich gehe sogar noch ein Schritt weiter und sage, als Vater von schulpflichtigen Kindern habe ich sogar ein Recht auf eine Meinung zu diesen Themen.

Schattenläufer
1 Monat zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Hab die Diskussion mit einem Gefühl zwischen Faszination und Erstaunen verfolgt.

Das Sie sich ausführlich zu Bildungsthemen informieren scheint für mich außer Frage zu stehen.
Leider zeigt es auch wie gut die Desinformation der Nicht-Insider durch die KMK und die unkritische Presse funktioniert.
Verschärft wird das Problem durch Analysen und Reformvorschläge hoch angesehener Bildungswissenschaftler die sich leider meist seit Jahren nicht mehr die Mühe gemacht haben eine echte Schule zu besuchen.

Ihre Bildungsbild aus wissenschaftlichen Artikeln, Statements der Politik und den Erfahrungsberichten einzelner SuS, die zum Teil auch noch Privatschulen besuchen, entspricht daher nicht der Lebenswirklichkeit der großen Mehrheit der hier schreibenden Lehrer.

Leider sind sie auch meist nicht bereit unsere Erfahrungen aus dem realen Leben zu akzeptieren. Statt dessen erklären Sie uns, wie unser Beruf „in Wirklichkeit“ ist.

Das führt natürlich mit der Zeit zu einer gewissen Ablehnung.

Ich erlebe das so als würde ich bis zur Hüfte im Mist festsitzen und Sie würden mir zurufen „Ich habe gelesen, wenn sie sich jetzt wie ein Brumm-Kreisel drehen, dann wird die Kompostierung enorm beschleunigt und hier entsteht extrem wertvoller Dünger. Kein Grund zur Sorge.“

Stromdoktor
1 Monat zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Erst einmal (ernstgemeint) vielen Dank für Ihr Entgegenkommen im ersten Absatz.

Tatsächlich (ebenfalls ernstgemeint) bin ich immer wieder erstaunt, wie dieses Bild „eines berufsfremden Lesers, der sich zu Bildungsthemen äußert und gute Ratschläge gibt“, sich tatsächlich in den Köpfen festgesetzt hat.

„Berühmt“ wurde ich hier insbesondere deswegen, weil ich vehement einer subjektiven Einschätzung zu den Themen Luftfilter, (dauerhafter) Wirksamkeit von Masken / genereller Schutz vor einer Infektion, Beginn und Ende von Corona-Wellen, gesellschaftliche Auswirkungen von Corona-Maßnahmen / Lockdowns, Corona-Maßnahmen in „der“ Wirtschaft eine andere (quellenbasierte) Perspektive eingebracht habe.

Aus meiner Sicht alles „bildungsfremde“ Themen, die Sie und mich und alle anderen in den letzten Jahren gleichermaßen betroffen haben.

„Insiderthemen“, zu denen ich mich geäußert habe, waren beispielsweise die Attraktivität des Lehramtes / Absolventen- und Anfängerquoten sowie Arbeitsbedingungen, Arbeitsweisen und Arbeitsbelastung im Vergleich zur Wirtschaft. Hier habe ich insbesondere EIN / MEIN Bild aus der Wirtschaft beigesteuert. So wie alle jeweils immer nur die persönlichen Erfahrungen wiedergeben.

Mehr Themen fallen mir kaum ein.

Ich wäre Ihnen und allen anderen wirklich dankbar, wenn Sie Kritik an meinen Beiträgen direkt am Inhalt festmachen würden – insbesondere dort, wo „ich Ihnen erkläre, wie Ihr Beruf in Wirklichkeit ist“.

Ich würde behaupten, dass ich hier nie zu ausschließlichen Erfahrungsberichten aus der Schule kommentiere und diese anzweifele.

Es kommt allerdings schon vor, dass ich auf Berichte reagiere, wo der Vergleich zwischen Lehramt und anderen, natürlich viel besser bezahlten und unter viel besseren Bedingungen arbeitenden Menschen gezogen wird. Meist habe ich da eine andere Wahrnehmung. Das ist für mich dann aber eine gesellschaftliche Diskussion.

Ich hoffe, wir sind uns darüber einig, dass das bestenfalls Menschen beurteilen können, die schon in unterschiedlichen Berufen gearbeitet haben. Dazu gehören die meisten hier nicht.

Ihre Erfahrungen teile ich – ist für mich noch der unverständlichste Punkt.

Die Schulen meiner Töchter sind größtenteils marode, LK fehlen, Unterricht fällt aus, zuviel Bürokratie überall, gesellschaftlich kein Stellenwert…nennen Sie mir einen Punkt und ich unterschreibe Ihnen diesen.

Zum Thema Privatschule habe ich hoffentlich einen unprovokativen Einblick in (lediglich) ein Konzept gegeben. Das Kapitel ist nach der Grundschule vorbei. Falls es in diesem Zusammenhang Kritik gibt, gehe ich da gerne drauf ein.

Da mein „Ruf“ hier aber schon vorher „ruiniert“ war, sehe ich in den kürzlichen Beiträgen dazu nicht den ursächlichen Trigger.

Ich sage es Ihnen ganz offen:

Einige „Platzhirsche“ habe ich kürzlich herausgefordert und eine andere Sichtweise beigesteuert. Kaum zu orginären Bildungsthemen, sondern eher zu allgemeinen Themen bzw. „persönlichen“ Einlassungen.

Daraus resultiert der nun zeitweise größer gewordene Diskussionskreis.

Einige „Bekanntschaften“ pflege ich hier schon länger. Diese basieren auf der Diskussion um die genannten Punkte oben, wo ich als „Maßnahmenleugner“ einsortiert wurde.

„Sauer“ sind Sie insbesondere damals geworden, als ich das Thema Risikobewertung an ihrem Beispiel hier diskutiert habe. Witzigerweise ist das übrigens eine wesentliche Aufgaben meiner beruflichen Tätigkeit. Die systematische Erfassung von Risiken und das dazugehörige Risikomanagement inkl. Maßnahmen zur Risikobehandlung inkl. Abwägung.

Jetzt können Sie gerne einmal in sich gehen, wie Ihre Reaktion seinerzeit dazu war bzw. wie Ihre Meinung auch heute noch dazu ist (dass es jemand überhaupt wagt, sich mit Ihren Risiken zu beschäftigen). In dieser Rolle habe ich Ihnen übrigens auch zum Thema impfen kürzlich geantwortet.

Kurzfassung meiner Ausgangsthese: Ihre persönlichen Risiken haben Sie damals überschätzt und aktuell unterschätzt. Im Detail würde ich jetzt in meinem Job mit Unterstützung von Fachleuten sukzessive die Gefahren identifizieren, Eintrittswahrscheinlichkeiten sowie Auswirkungenen abschätzen und vertretbare Maßnahmen (hier wirtschaftlich und gesellschaftlich) aussteuern.

Nichts andere macht die Politik mit Unterstützung des Expertenrates im großen Rahmen.

In dieser Rolle bin ich zu Hause. Geht vielleicht auch aus meinen Beiträgen hervor, die vielfach davon geprägt sind, Thesen zu hinterfragen und der realen Ausgangslage möglichst sehr nahe zu kommen. Wie gesagt…ich mache das zu einem wesentlichen Teil beruflich…

Um es nicht in die Länge zu ziehen…

Ich habe mittlerweile mit vielen hier eine gemeinsame Diskussionsvergangenheit – zu den unterschiedlichsten Themen. Mit vielen habe ich mich inhaltlich ausgetauscht. Zwischendurch auch häufiger konstruktiv…

„Einige“ schreiben mir lediglich, um mir zu sagen, dass sie mich nicht leiden können. Ohne dass es jemals einen Austausch gegeben hätte (zumindest nicht nachvollziehbar über den aktuell verwendeten Nick).

Das ist natürlich lästig…für alle Seiten. Offensichtlich können oder wollen sich einige hier aber nicht in eine konstruktive und damit aufwändigere Rolle reinkämpfen“.

Riesenzwerg prangert genau das aus Ihrer Mitte in Bezug auf die roten Daumen an. Bei meinen Beiträgen kommen halt dann noch ein paar warme Worte hinterher…

Achja…bevor ich es vergesse…

Eine Sache nehme ich tatsächlich mit und mir auch zu Herzen:

Ich scheine sehr oft arrogant, besserwisserisch, belehrend, usw. rüberzukommen.

Meine ehrliche Antwort darauf:

Das ist nie das Ziel bei meinen inhaltlichen Beiträgen und darauf versuche ich zu achten.

Es ist aber auch Teil der Wahrheit, dass ich mit diesem „Stilmittel“ die Vielzahl der geringschätzenden Beiträge in meine Richtung beantworte.

Grundsätzlich bin ich ein netter Kerl…

Lehramtsaussteiger
1 Monat zuvor
Antwortet  Stromdoktor

„In jedem zweiten Kommentar wird mir Ahnungslosigkeit unterstellt, bloß weil ich nicht als LK beschäftigt bin.“

Und das völlig zurecht. Niemals würde ich mir anmaßen in Foren anderer Berufe, in denen ich nie gearbeitet habe die dortigen Foristen fachfremd zu belehren. Man fragt sich schon, woher da bei Ihnen der Antrieb kommt.

Stromdoktor
1 Monat zuvor

Sie irren sich, wenn Sie N4T auf ein „Berufsforum“ reduzieren.

Welche Berufe gehören denn Ihrer Meinung nach dazu bzw. „dürfen“ sich hier äußern?

Was ist mit Erzieherinnen, Tagesmütter, etc.?

Fachfremd? Als gleichwertige Diskussionspartnet wertgeschätzt?

„News4teachers ist eine Nachrichten- und Diskussionsseite, die sich mit seriösen Berichten, Analysen und Kommentaren an pädagogische Profis und die an Bildungsthemen interessierte Öffentlichkeit richtet.“

*** Bildungsthemen interessierte Öffentlichkeit ***

Und meine Sichtweise:

Solange vom Bildungssystem verschiedene Akteure betroffen sind, hat auch jede Gruppe das Recht, sich dazu zu äußern.

Ihnen würde ich nach Ihrer Logik zudem die Frage stellen, warum sich ein „Aussteiger“ (noch) mit Bildungsthemen eschäftigt.

Tut mir Leid…Ihre Sichtweise ist absolut inakzeptabel.

PS.
Es gibt diverse Lehrkräfte-Foren, bei denen Sie sicher unter sicher sind. Vermutlich ist aber eine Registrierung erforderlich und der „Tonfall“ daher einigen zu gemäßigt. Als Aussteiger sollte das aber egal sein.

Ron
1 Monat zuvor

Dieses Bildungsdesaster war mit Ansage. Bereits bei der Einführung des verpflichtenden Ganztags war vielen Kritikern klar, dass eine tragende Ganztagsstruktur dauerhaft massive Finanzmittel sowie viele neue Lehrerstunden kosten würde. Stattdessen plante man ein Billigkonstrukt mit schlecht bezahlten Honorarkräften in Scheinselbständigkeit. Kaum gestartet, stoppten Gerichte diese Vorgehensweise.
Ähnlich startete die Inklusion. Als humanitäres Gleichstellungsprodukt groß angepriesen, versuchte man hier durch den Abbau der Kleinlerngruppen an Förderschulen frei werdende Lehrerstunden zu generieren und die aufnehmenden Schulen mit ein paar Förderstunden abzuspeisen. Auch das konnte nicht funktionieren – trotz eilig eingestellter und oft schlecht ausgebildeter Hausfrauen-Assistenzen.
Auch der massive Anstieg der Schülerzahlen wurde von Seiten der Schulämter nicht erkannt. Weder registrierte man die immer stärkere Tendenz der Schüler zu höherwertigeren (und damit längeren) Bildungsabschlüssen, noch schien man sich vorstellen zu können, dass die vielen Migranten (insbesondere ab 2015) nicht nur für ein paar Monate lustige Willkommensklassen benötigen, sondern danach in die Regelbeschulung wechseln. Die Information über ansteigende Geburtenraten, erreichte die Behörden scheinbar gar nicht.
Während die Boomergeneration unter den Lehrern im Angesicht der rapide sich verdichtenden Arbeitsbelastung den vorzeitigen Ausstieg aus ihrem ehemaligen Traumberuf plante, reduzierten die verantwortlichen Schulbehörden noch fleißig die Studienseminarplätze für den Vorbereitungsdienst kommender Pädagogen.
Nun brennt die Hütte. Eigentlich müsste jetzt der große Wurf gewagt werden, um wieder funktionierende Strukturen herzustellen. Doch weiterhin verharrt man in Lummerland und versucht die Engpässe aktuell durch eine weitere Arbeitsverdichtung der noch aktiven Restkräfte abzufedern. Dies genau verstärkt aber mittlerweile den Effekt einer Flucht aus dem Lehrerberuf. Die Alten reduzieren oder gehen, die Jungen werden abgeschreckt. So kann es nicht weitergehen.

Martin
1 Monat zuvor
Antwortet  Ron

Wie soll denn „der große Wurf“ aussehen?

Andre Hog
1 Monat zuvor
Antwortet  Martin

Ideologische bildungspolitische Großprojekte verschieben oder auch einstellen, sich auf die Kernaufgaben von Schule beziehen und hier für gute Ausstattung (sachlich, finanziell und personell) sorgen.
Entfrachtung ist das Zauberwort….weg mit immer neuen und auch immer absurderen Anforderungen, die aus allen Ecken der Gesellschaft den Schulen zugeschoben werden und wichtige Ressourcen verbrennen.

Pit2020
1 Monat zuvor
Antwortet  Andre Hog

@Andre Hog

So sollte es funktionieren.

Allerdings …
Naja, kurz gesagt: Wir haben da mittlerweile so um die 20 Jahre Erfahrungslernen hinter uns im Bezug auf absurde Verschlimmbesserungen, Reförmchen, undundund, der Irrsinn zeigt ein exponentielles Wachstum. 🙁
(Etliche Probleme gibt es schon länger als 20 Jahre, aber da waren sie noch nicht absurd, sondern „nur“ unsinnig.)

Dennoch würde ich mich sooooo gerne positiv überraschen lassen.

Andre Hog
1 Monat zuvor
Antwortet  Pit2020

Lieber Pit….
Dito!!!

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Pit2020

Oh ja! Bitte! Dann fange ich an, an Wunder zu glauben 😉

Lehramtsaussteiger
1 Monat zuvor
Antwortet  Andre Hog

„Ideologische bildungspolitische Großprojekte verschieben oder auch einstellen, sich auf die Kernaufgaben von Schule beziehen und hier für gute Ausstattung (sachlich, finanziell und personell) sorgen.“

Erzählen Sie das mal der bayerischen Staatsregierung. Die hält, trotz katastrophaler Personalsituation, an verbindlichen Vorgaben wie der „Projektwoche Alltagskompetenz“ und der „Projektwoche Gesundheit und Nachhaltigkeit“ fest.

Ron
1 Monat zuvor
Antwortet  Martin

1. Stopp des verpflichtenden Ganztags. Stattdessen freiwillige Angebote wie Hausaufgabenhilfe oder Sport durch Externe.
2. Auflösung aller Gemeinschaftsschulen und Rückkehr zur recourcensparenden und homogeneren 3- bzw. 4-Gliedrigkeit. Meinetwegen gerne im gleichen Gebäude und offen für Wechsler.
3. Konzentration auf Schule, Bildung und Lernen. Massive Reduktion von Schulprojekten und Initiativen.
4. Rückabwicklung der eigenständigen Schule, die immer schon eine Mogelpackung war. Lehrer sind keine Verwaltungsbeamten.
5. Abschaffung von paritätischen Schulvorständen und Steuergruppen. Weniger Konferenzen usw..
6. Rückkehr zu Lernzielen statt Kompetenzen.
7. Massive Reduktion des Umfangs von Currikularen Vorgaben. Warum für jedes Fach und jeden Jahrgang 50 Seiten?
8. Stärkung von Rechtschreibung und Rechnen, z.B. regelmäßige vorbereitete Diktate und Grammatikabfragen.
9. Wiedereinführung von Noten und klassischen Klausuren. Warum darf eigentlich keine einfache Inhaltsangabe Erörterung, Buchbesprechung usw. geschrieben werden?
10. Automatisierte Rückmeldung über vergessene Hausaufgaben, Fernbleiben und sonstige Vorkommnisse an Erziehungsberechtigte per Mail o.ä..
11. Usw. usw.

Last edited 1 Monat zuvor by Ron
Dirk Meier
1 Monat zuvor
Antwortet  Ron

Ich stimme Ihnen in allen Punkten zu. Über ein Curriculum mit 50 Seiten würde ich mich allerdings sehr freuen. In Niedersachsen besteht das Kerncurriculum für Mathematik in der SEK II aus 75 Seiten – nahezu vollständig als Fließtext gehalten.

Mitsou Manuela
1 Monat zuvor
Antwortet  Ron

Das gleiche Drama besteht im Gesundheitswesen!

Aus diesem Dilemma gibt es grundsätzlich keine Auswege, sondern nur einen komplett neu strukturierten Neuanfang.
Aber bekanntermaßen kann das dauern und die meisten derzeit Aktiven werden den Wandel nicht mehr erleben :((

Ron
1 Monat zuvor
Antwortet  Mitsou Manuela

Da mögen Sie Recht haben. Der Fokus muss endlich wieder auf die eigentliche Aufgabe gelenkt werden. Dies gilt nicht nur für die Bildung. Wie das Gesundheitswesen nicht das vorgelagerte Abrechnungs- und Verwaltungswesen für Versicherungen und Kostenträger sein darf, ist Schule nicht die Psychatrie der Gesellschaft, sondern für die Ausbildung zukünftiger Leistungsträger da. Dabei kann Schule nicht jeder Einzelperson und Problemstellung immer 100prozenrig gerecht werden.

Finagle
1 Monat zuvor

Hat irgendwie was von:

„Wenn die Arbeitskräfte lange genug nicht von sich aus streiken, übernimmt das der Zustand für sie.“

Ich fürchte nur, dass auch dies nur den markigen Ausspruch von Martin Buchholz bestätigen wird:

„Un wenn der Zustand noch so wimmert, es hilft ihm nichts – er wird verschlimmert.“

Andre Hog
1 Monat zuvor

.» Es sei auch deshalb wichtig, nicht ins Negative zu übertreiben, weil das dem ohnehin stark belasteten Schulsystem mehr schade als helfe.“

Tja, Frau Schopper…dieser Satz charakterisiert erschreckend deutlich Ihre Auffassung von verantwortlichen politischen Handeln.

Anstatt schnell wirksame Maßnahmen zur Verbesserung der Situation an der Basis zu veranlassen (wie im Artikel gefordert – Straffung bzw Aussetzung der bildungspolitischen und ideologischen Extratouren) verbietet sie sich die klare und unmissverständliche Mängelbeschreibung, weil das evtl zulasten der „guten Laune“ gehen könnte.

Über politisches Versagen und die daraus resultierenden Probleme zu sprechen schadet also….gut, dann werden wir demnächst in ebendieser – im schopper’schen Sinne – Weise auf Krisen, Gefahren und Defizite im Rahmen unserer Arbeit verfahren.

Ein Kind droht im Schwimmunterricht zu ertrinken….da bleiben wir bewusst ruhig, sprechen über die Situation in beruhigender Weise mit den Anwesenden und beschwören, dass hier keine Gefahren bestehen, sondern alles gar nicht so schlimm ist…während das Kind langsam in der Tiefe entschwindet bringen wir nochmal nachdrücklich zum Ausdruck, dass die Benennung des gerade stattfindenden Ertrinkens auf keinen Fall den Umfang des ganzen Dramas darstellen darf, weil das dem ertrinkenden Kind nicht hilft sondern sogar eher schadet.
Weil man es aber so entspannt kleinredet, muss man auch gar nicht reagieren … denn so schlimm ist die Situation ja gar nicht…haben wir ja gerade gemeinsam im Gespräch festgestellt.

Verharmlosen statt Handeln…das ist die derzeitige Politik im Bildungsbereich.

Wofür werden diese Luschen eigentlich bezahlt?

Last edited 1 Monat zuvor by Andre Hog
Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  Andre Hog

Wofür diese …… ich sage es jetzt mal höflicher …. Dilettanten bezahlt werden? Das Dumme ist, dass die Politiker ihre Vergütungen selbst bestimmen und festlegen/erhöhen, sie sind diesbezüglich dem Arbeitgeber (Steuerzahler = Wir!) keine Rechenschaft schuldig, erfahren auch keine Evaluation oder ähnliche Erfolgsprüfung. Und damit ihre Tätigkeit die entsprechende Rechtfertigung erfährt, wird eben alles etwas schön geredet. Das zieht sich aber durch alle Sparten der Regierung, und in Krisenzeiten wie jetzt tritt das Dilemma um so mehr zum Vorschein. Aber man muss sich seine Pründe sichern, und dabei geht es nicht in erster Linie um das Wohl der Bevölkerung. Abgehobenheit und Selbstüberschätzung spielen da eine große Rolle. Ich wünsche mir wieder „down-to-earth“ Politiker, die ihr Handwerk verstehen und die für ihren Arbeitgeber (Steuerzahler) arbeiten. Von Lehrern wird das doch z.Zt. über Gebühr erwartet.

Marx
1 Monat zuvor

Es gibt soviel am Lehrerberuf Interessierte. Die Hürden zu nehmen bis zur Einstellung sind immer noch so hoch, wie vor Jahrzehnten. Ändert das Kultusministerium nicht die Einstiegsbedingungen, dann werden wir die nächsten Jahrzehnte einen Kollegenmangel verzeichnen.

Mike M.
1 Monat zuvor
Antwortet  Marx

Das kann ich nur unterstützen. Eine ganz tolle und hochmotiviert Schülerin wird nun nicht Kunstlehrerin. Ihre Mappe gefiel einem der Professoren nicht. Kein Problem, wir werden demnächst Kunststelle mit eigenem Parkplatz und Baugrundstück vor Ort und Rotem Teppich ausschreiben, aber Hauptsache die Herren Professoren können beweisen, dass Kunst ein ganz, ganz besonderes Fach ist.

Mike M.
1 Monat zuvor
Antwortet  Marx

Und es ist bestimmt auch ganz hilfreich, wenn Studierenden ab der Note 2,0 keinen Referendariatsplatz bekommen.