Start Aus den Verbänden Tarifstreit – “Streiktag Bildung”: Zehntausende (?) Lehrkräfte gehen auf die Straße

Tarifstreit – “Streiktag Bildung”: Zehntausende (?) Lehrkräfte gehen auf die Straße

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BERLIN. Im Tarifstreit um die Landesbeschäftigten rücken die Schulen in den Fokus: Zehntausende wollen für höhere Einkommen auf die Straße gehen.

Es wird laut. (Symbolbild.) Illustration: Shutterstock

Vor allem im Osten Deutschlands kann es am Donnerstag wegen Warnstreiks an Schulen zu Unterrichtsausfällen kommen. Das sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Berlin. Der Umfang ist noch offen. Zugleich wollen in ganz Deutschland zehntausende Beschäftigte aus dem Bildungswesen auf die Straßen gehen, wie die GEW ankündigte.

Der Umfang der Ausstände im laufenden Tarifkonflikt um den öffentlichen Dienst der Länder wird laut den Gewerkschaften in den einzelnen Regionen geplant. In den östlichen Bundesländern sind Lehrkräfte nach GEW-Angaben in großer Anzahl nach wie vor angestellt. Deshalb steht es ihnen eine Streikteilnahme offen – anders als Beamtinnen und Beamten. Eine Betreuung betroffener Schülerinnen und Schüler solle vor Ort sichergestellt werden, hieß es.

Bei mehreren Kundgebungen wollen Beschäftigte – Beamte wie Angestellte – auf die Straßen gehen. In Berlin, Hamburg, Köln, Leipzig und Mannheim soll es laut GEW zentrale Veranstaltungen geben. In Berlin wollen etwa auch Beschäftigte aus Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern demonstrieren, in Köln auch Betroffene aus Rheinland-Pfalz.

Beamte und Angestellte

Die Gewerkschaften fordern eine inhaltsgleiche Übertragung eines Tarifergebnisses für die Tarifbeschäftigten auf die Beamtinnen und Beamten in den einzelnen Ländern. Bei den Gewerkschaften werden nach Angaben eines Sprechers in einzelnen Ländern Widerstände dagegen wegen der Kosten befürchtet.

Die GEW wirft den Arbeitgebern vor, bisher kein Angebot in der Tarifrunde vorgelegt zu haben. Mit weiteren Warnstreiks bis zum dritten Aufeinandertreffen der Verhandlungspartner am 11. Februar ist zu rechnen. In den Verhandlungen fordern Verdi und dbb unterstützt von der GEW und anderen Gewerkschaften sieben Prozent mehr Lohn, monatlich mindestens 300 Euro. Die Arbeitgeber hatten das als unbezahlbar abgelehnt. News4teachers / mit Material der dpa

Bundesweiter “Streiktag Bildung” erhöht Druck auf Länder in festgefahrenem Tarifstreit

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8 Kommentare
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Goldglöckchen
14 Tage zuvor

Zehntausende sind es vielleicht bundesweit? Wenn’s hochkommt. Aber zum Glück streiken ja Nicht-Beamten-Berufe auch!!! Das ist das große Glück der Lehrer, die meistens nicht streiken dürfen, weil sie verbeamtet sind, weil sie verbeamtet sein wollen. Die regen sich dann höchstens über die zu geringen Abschlüsse auf.

Ulla
13 Tage zuvor
Antwortet  Goldglöckchen

Ich soll also auf meinen Beamtenstatus verzichten, damit ich einmal im Jahr streiken darf?
Ich bin bei jeder Demo dabei, wenn es mir möglich ist. Da die Demos aber meist vormittags oder mittags beginnen, geht es oft nicht.

dickebank
13 Tage zuvor
Antwortet  Ulla

Nee, alle zwei Jahre einmal:) Sie können aber auch jedes Jahr, wenn sie die Kolleg’innen bei Bund und Kommunen unterstützen wollen. Nur kriegen Sie dann nix aus der Streikkasse.

Straßenbahn
14 Tage zuvor

Unter uns gesagt, ist doch geil so ein Streiktag, ist wie ein zusätzlicher Urlaubstag. Und man bekommt das auch noch bezahlt!

Angestellter
13 Tage zuvor

Ich verstehe immer wieder nicht, warum die Tarifergebnisse auf die Beamten übertragen werden sollen?
Die Baustelle ist nicht passend dafür!

Die Erhöhung der Besoldung durch die jüngsten Entwicklungen werden doch auch nicht auf Angestellte übertragen?

Das ist purer Interessenkonflikt der Gewerkschaften!
Passiert, wenn Beamte, Angestellte vertreten sollen/dürfen.

Angestellte brauchen ihre eigene Interessenvertretung durch Angestellte.

Die Forderung, dass die Ergebnisse auch auf Beamte übertragen werden sollen, mindert die gewünschte Erhöhung stark.
Man darf dran glauben, dass hinter geschlossenen Türen eine niedrigere Erhöhung deshalb akzeptiert wird.

Goldglöckchen
13 Tage zuvor
Antwortet  Angestellter

Es ist eine Frechheit, dass die Erhöhung der Besoldung nicht auch positive Auswirkungen auf die Gehälter der Angestellten hat. Es bedeutet ja, dass ihr Nachteil noch weiter steigt.

Von den Gewerkschaften hört man gar nichts dazu oder irre ich mich?

Goldglöckchen
13 Tage zuvor
Antwortet  Angestellter

Ja, wir brauchen endlich eine Angestellten-Lehrer-Vertretung, am besten -Gewerkschaft!

real_anka
11 Tage zuvor
Antwortet  Angestellter

Ich tue mich auch schwer mit der Idee, dass Angestellte stellvertretend für Bezügeerhöhungen der Beamten* streiken gehen, dabei selbst leichte Einkommensverluste in Kauf nehmen und am Ende vlt ein paar Prozent mehr herausschlagen; diese paar Prozente bei den netto ohnehin besser besoldeten Beamten* noch höher zu Buche schlagen als bei den Gehältern der Angestellten.
Damit geht die Schere noch weiter auf zwischen Bezügen und Gehältern.So wird der in der Landesverfassung NRW in Art. 24 formulierte Grundsatz as absurdum geführt:
[…] Für gleiche Tätigkeit und gleiche Leistung besteht Anspruch auf gleichen Lohn. [..]
Spitzfindige (Juristen und andere) werden hier einwenden, dass Beamte eben gerade keinen LOHN erhalten, sondern alimentiert werden. Ob das aber von den Autoren der Verfassung auch so gemeint war?