BERLIN. Bundesweit haben tausende Schülerinnen und Schüler gegen das neue Wehrdienstgesetz und eine mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht demonstriert – auch während der Unterrichtszeit. Die Bundesschülerkonferenz kritisiert, dass junge Menschen bei der politischen Entscheidung kaum beteiligt worden seien.
Tausende Schülerinnen und Schüler haben bundesweit gegen den neuen Wehrdienst und eine mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht demonstriert. Die Aktionen standen unter dem Motto „Schulstreik gegen Wehrpflicht“. Hintergrund ist das seit Jahresbeginn geltende Wehrdienstgesetz der Bundesregierung.
Nach Angaben der Polizei versammelten sich allein in Berlin rund 3.000 junge Menschen zu einer Demonstration vom Potsdamer Platz zum Oranienplatz in Kreuzberg. Die Veranstalter sprachen von bis zu 6.000 Teilnehmenden in der Hauptstadt und rund 50.000 Demonstrierenden deutschlandweit. Auch in zahlreichen weiteren Städten – darunter München, Hamburg sowie mehrere Städte in Nordrhein-Westfalen – gab es Proteste.
Aus Nordrhein-Westfalen wurden Demonstrationen unter anderem aus Bonn, Düsseldorf, Bochum und Münster gemeldet. In Bonn kamen laut Polizei zeitweise rund 300 Menschen zusammen, in Düsseldorf beteiligten sich nach Angaben der Polizei mehrere hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmer an zwei Veranstaltungen. Neben Schülerinnen und Schülern nahmen auch Erwachsene an den Protesten teil.
„Die Entscheidung ist von oben von der Politik gefällt worden, ohne vorher mit den jungen Menschen zu sprechen“
Die Bundesschülerkonferenz kritisierte im Zusammenhang mit den Demonstrationen mangelnde Beteiligung junger Menschen an der politischen Entscheidung. Die Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz, Amy Kirchhoff, sagte im ZDF-„Morgenmagazin“, viele Jugendliche fühlten sich übergangen. „Die Entscheidung ist von oben von der Politik gefällt worden, ohne vorher mit den jungen Menschen zu sprechen“, erklärte sie. Grundsätzlich hätten viele junge Menschen das Gefühl, bei politischen Fragen, die ihre Zukunft betreffen, „nicht gehört“ zu werden – etwa auch bei der Rentenpolitik. Es brauche daher eine „strukturelle Verankerung von Jugendbeteiligung“.
Auf den Demonstrationen selbst äußerten viele Jugendliche grundsätzliche Ablehnung gegenüber einer möglichen Wehrpflicht. Auf Transparenten waren Slogans wie „Sterben steht nicht auf dem Stundenplan“, „Nie, nie, nie wieder Wehrpflicht“ oder „Die Reichen wollen Krieg, die Jugend eine Zukunft“ zu lesen. Einzelne Rednerinnen und Redner betonten bei Kundgebungen ihre Sorge vor einer möglichen militärischen Verpflichtung junger Menschen.
Auslöser der Proteste ist das neue Wehrdienstgesetz, das seit dem 1. Januar gilt. Danach erhalten alle 18-jährigen Männer und Frauen einen Fragebogen, mit dem ihre Eignung und Motivation für einen möglichen Dienst bei der Bundeswehr erfasst werden soll. Männer sind verpflichtet, den Fragebogen auszufüllen, für Frauen ist dies freiwillig.
„Wenn junge Menschen heute auf die Straße gehen, müssen wir ihnen zuhören – nicht von oben herab, sondern auf Augenhöhe“
Die Bundesregierung verfolgt damit zunächst ein Modell, das auf Freiwilligkeit setzt. Sollte es jedoch nicht gelingen, ausreichend Freiwillige für die Bundeswehr zu gewinnen, behält sich die schwarz-rote Koalition vor, eine sogenannte Bedarfswehrpflicht einzuführen. Die Wehrpflicht war in Deutschland 2011 ausgesetzt worden. Politisch wird die Debatte mit der veränderten sicherheitspolitischen Lage in Europa begründet. Deutschland reagiert damit unter anderem auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sowie auf veränderte Anforderungen innerhalb der Nato.
Die stellvertretende Ministerpräsidentin Nordrhein-Westfalens, Mona Neubaur (Grüne), äußerte Verständnis für die Proteste junger Menschen. „Wenn junge Menschen heute auf die Straße gehen, müssen wir ihnen zuhören – nicht von oben herab, sondern auf Augenhöhe“, erklärte sie. Die Sorgen und Fragen rund um eine mögliche Wehrpflicht seien „nachvollziehbar und verständlich“. Zugleich müsse Deutschland verteidigungsfähig werden. Gerade deshalb dürften Entscheidungen über die Zukunft junger Menschen nicht getroffen werden, ohne sie einzubeziehen.
Die Demonstrationen fanden teilweise während der Unterrichtszeit statt. Das nordrhein-westfälische Schulministerium weist darauf hin, dass Schülerinnen und Schüler grundsätzlich zur Teilnahme am Unterricht verpflichtet sind. Wer stattdessen an Demonstrationen teilnimmt, riskiert daher schulrechtliche Konsequenzen – es sei denn, eine Schule genehmigt eine Beurlaubung oder organisiert selbst eine Teilnahme.
Solche Ausnahmen gibt es tatsächlich: „Das ist alles mit unserer Schulleitung abgesprochen“, sagte Esma, Schülersprecherin eines Düsseldorfer Gymnasiums. News4teachers / mit Material der dpa
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Mit anderen Worten: Jugendliche wollen der Gesellschaft nichts zurückgeben. Wer verteidigt denn genau dieses hier umgesetzte Streikrecht, wenn – aus welchen Gründen auch immer – Deutschland morgen von einem anderen Land angegriffen wird? In zwei Jahren wird mein Sohn ebenfalls einen Brief nach Hause bekommen. Das ist doch nicht gleichzusetzen damit, dass man ihn in den Krieg schicken möchte. Sollte er sich für den Wehrdienst entscheiden, wird er für den Verteidigungsfall ausgebildet und muss im Ernstfall nicht als reines Kanonenfutter herhalten. Sollte er sich für den Sozialdienst entscheiden, auch gut. Dann macht er eben einige Monate Dienst in einem Pflegeheim oder einer Schule oder in einer Einrichtung für behinderte Menschen. Er hat kein Problem mit, ich hatte Anfang der 2000er kein Problem damit.
Übrigens: Ein Angriff von außen fragt definitiv nicht nach den Bedürfnissen junger Menschen. So oder so können sie mal sechs Monate auf das Erfüllen dieser Bedürfnisse verzichten und in der Zeit etwas für alle tun.
Kein westliches Land kann es sich aus demographischen Gründen erlauben, die jungen Generationen an der Front zu verheizen.
Es wird so laufen wie in der Ukraine: Durchschnittsalter der Soldaten 47 Jahre, während sich die Jugend überall aufhält, nur nicht an der Front, vorzugsweise im sicheren Deutschland (oder Polen).
Also: Bevor Ihr Sohn an die Front muss, richten Sie sich darauf ein, sich dort selbst wiederzufinden…
Ich würde hinzufügen, kein westliches Land, kein demokratisches Land will irgendjemanden an der Front verheizen und will deshalb gut gewappnet sein, damit es niemand wagt, anzugreifen!
PS: Bitte ändern Sie Ihren Nicknamen. Ich habe so viel von Ihnen gelesen. Er ist sowas von unpassend bei Ihnen.
So ist es.
Gegen die Wehrpflicht zu demonstrieren ist genauso effektiv wie für den Weltfrieden zu demonstrieren.
Hätten die Schüler in der Schule aufgepasst hätten sie das folgende Zitat gekannt und vielleicht auch verstanden.
“Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin – dann kommt der Krieg zu euch”
Vielleicht haben die SuS aufgepasst und Gandhi besser verstanden.
Denken Sie wirklich unsere Schüler wären bereit es Gandhi nach zu machen.
Keine Waffengewalt, das Land von einem Diktator erobern lassen und dann der Diktatur friedlich mit zivilem Ungehorsam unter gewaltigen Entbehrungen und notfalls unter Einsatz des eigenen Lebens mutig entgegen zu treten?
Entweder kennen Sie nur einen Teil von Gandhis Weg zur Befreiung von den Engländern oder Sie schätzen unsere Jugend falsch ein.
Deren Vorstellung lautet nicht große Entbehrungen in Kauf zu nehmen um heldenhaft der Diktatur friedlich entgegen zu treten sondern eher in ihrem Zimmer bei Pizza am Computer ab zu hängen, während Mamma und Papa die Sache schon regeln werden.
War doch bisher immer so. Warum jetzt wir?
Derartige Verallgemeinerungen über “unsere Schüler” richten sich selbst oder haben wir in derselben Anstalt gearbeitet ? Ihre Fragen bleiben also unbeantwortet, da mir lediglich ein minimaler Bruchteil “unsere Jugend” bekannt ist.
Weiter kann ich nicht bestätigen, “dass es immer so war”, dass Jugendliche nur abhängen und nichts auf die Reihe kriegen. Es war vielmehr schon immer so, dass ältere Menschen sich über “die Jugend von heute” aufgeregt haben, um sich als vermeintlich Bessere darzustellen .
Wenn keiner hingeht, hat der Krieg aber keine Beine und kann gar nicht zu uns kommen…
So isses: Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin…
Geht keiner hin, kommt er zu dir.
Nee,wenn keiner geht, k a n n nix laufen.
Und wird überrannt.
Aha… Ich weiß nicht genau, wie Sie auf 47 Jahre kommen, es werden wohl eher 30-35 Jahre sein (https://thedailydigest.com/deu/archivo/die-truppen-der-ukraine-werden-alter-und-das-ist-nicht-gut/)
Aber das sagt ja viel darüber aus, wie Russland seine Jugend krepieren lässt, da ist das Durchschnittsalter DEUTLICH jünger…
In diesem Sinne: kein westliches Land kann es sich leisten, sich von Russland angreifen zu lassen. Dumme Vorschläge dazu? https://m.bild.de/politik/inland/kommentar-das-voelkerrecht-schuetzt-diktatoren-und-moerder-69a70e1c0d924a7f0f934a1b?t_ref=https%3A%2F%2Fduckduckgo.com%2F
…
Aufgepasst Putin! Weltkrieg ist für manche Deutschen wieder auf dem Tisch (augenroll)
Keine Ahnung, was “thedailydigest” für eine Quelle sein soll, aber z.B. Le Monde berichtet von 45 Jahren:
https://www.lemonde.fr/en/international/article/2026/02/04/ukraine-s-grandfathers-go-to-war_6750151_4.html
Die 47 Jahre waren eine Aussage von ukrainischen Armeeangehörigen (Quelle habe ich leider nicht mehr).
Es bleibt dabei: Bevor die jugendlichen “Demonstranten” an die Front müssen, wird man dort eher Rainer und Co. sehen…
Danke für die konstruktive Rückmeldung, da Sie Ihre Quellen nennen, kann ich nun gerne auch diese lesen.
Finde es immernoch erstaunlich, dass die Alten (an der Front) da so gleichmäßig verteilt seinen sollen, aber vielleicht haben es ein paar 60-Jährige echt drauf, den Schnitt dermaßen zu prägen :/
Naja, immer noch eine erträgliche Statistik als die jener, die Russland als Kanonenfutter in den Tod schickt.
https://www.n-tv.de/politik/Russische-Soldaten-sind-immer-aelter-und-sterben-schneller-article25364607.html
Da wissen die jungen Menschen in Deutschland zumindest, was unter AfD und BSE blühen könnte 🙁
” Schülerinnen und Schüler gegen das neue Wehrdienstgesetz und eine mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht demonstriert”
Was soll denn daran peinlich sein ? Dass die SuS sich zeitig auf den Weg, bevor diese Möglichkeit abgeschlossene Vergangenheit ist ? Seltsame Logik.
Ach, Sie haben mit tausenden von SuS gesprochen oder mit einigen Ihrer Schule ? Aber fix mal die ganze Aktion als “irgendwie peinlich” abqualifizieren.
Sie ignorieren die Tatsache, dass sich über 50.000 SuS beteiligt haben, darum geht es. Einfach mal zur Kenntnis nehmen, schadet nicht.
Sehe ich auch so.
Unsere SuS hätten sehr wohl gerne, dass ihr Lebensstil gegen eine kriegerische Bedrohung verteidigt wird.
Sie sind sich leider aber auch einig, dass dies auf keinen Fall durch Sie geschehen soll.
Pflichten sind out. Die Regierung soll gefälligst jemand finden der das erledigt und unsere Sus in Ruhe lassen.
Dafür demonstriert man, nicht für den Frieden oder demokratische Mitwirkung.
Kein Problem Herr Vehrenkamp. sie können sich zu gegebener Zeit, wenn die Jungen tot oder geflohen sind, sicher bei einem Freiwilligenkorps der Terretorialverteidigung melden. Vielleicht nicht beim Fronteinsatz, aber zum Beispiel um Fahnenflüchtige aufzuspüren und sie zum Einsatz an die Front zu bringen.
Blicken Sie in die Ukraine, die sich den Krieg ebenfalls nicht ausgesucht hat. Sollte dieser Krieg weiter in die Mitte Europas getragen werden, sehen wir uns wohl alle irgendwann an irgendeiner Front wieder. Dann ist es eventuell ein Vorteil, ausgebildet worden zu sein.
Hab ich Lust auf Krieg? Nein, natürlich nicht. Aber ich setze den Wehrdienst eben nicht mit Kriegsdienst gleich und genau das tun die Demonstranten hier.
Es ist eine persönliche Entscheidung. Deshalb wird ja auch von Gewissensentscheidung gesprochen. Ich weiß nicht genau was ich tun würde, aber vermutlich, bevor ich andere Menschen töte die ich nicht kenne, im Auftrag von Menschen die ich nicht mag, würde ich versuchen zu fliehen oder mich suizidieren, wenn kein anderer Ausweg bleibt.
Achso, Sie würden die Menschen, die Sie kennen, zurücklassen und den russischen Armee überlassen (https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/die-butscha-luegen-der-prorussischen-propaganda-faktenfuchs,UjqMHbV)
NIEMAND, ja wirklich, niemand zwingt Sie zum Kampf, aber kümmern Sie sich gefälligt um Ihre Nächsten und Ihre Schutzbefohlenen!
Sie wollen doch nicht von der AfD als Feigling bezeichnet werden, der sein Heimatland im Stich ließ? 😛
Was kommt als Nächstes? Russlands nützliche Idioten rufen zur Fahnenflucht auf?
https://taz.de/Hoecke-will-nicht-fuer-BRD-kaempfen/!6136447/
Pssst, Bernd! Zu früh!
“Blicken Sie in die Ukraine, die sich den Krieg ebenfalls nicht ausgesucht hat.”
Ebenfalls? Russland SCHICKT seine jungen Menschen in den Tod, es liegt ein gewaltiger Unterschied zwischen der Verteidigung der Familie und dem Angriff auf und Morden in Nachbarländern…. :/
Bezüglich Ihrer Einschätzung des Wehrdienstes und den teils haltlosen Sorgen der Jungen Menschen stimme ich Ihnen da voll zu.
“Mit anderen Worten: Jugendliche wollen der Gesellschaft nichts zurückgeben.”
Seltsam… Nach Schul- und Kitaschließungen, Impfpriosisierung, Lehr- und Kitakräftemangel, anrollende Klimakatastrophe, schlechte Perspektiven auf eigenen, bezahlbaren Wohnraum, Inflation und schlechte Kommunikation bspw. beim Döner, geringere Aussichten auf Wohlstand allgemein, Rente, Pflege, Krankenversorgung teils völlig ignoriert werden, fällt den Jugendlichen wahrscheinlich nur wenig ein, was sie verteigen können – vielleicht das Wohneigentum anderer?
Vielleicht würde denen mehr einfallen, wenn sie nicht immer zuallererst verzichten und/ oder den Kopf/ den Geldbeutel für andere herhalten würden, nach deren Meinung “früher doch alles viel besser für sie war” als für die Jugendlichen heute…
Ich halte die Sorgen der Jugendlichen, gegen ihren Willen in Kriege geschickt zu werden, für unbegründet.
Dass sie sich Sorgen, seitens der Politik ignoriert und verarscht zu werden, um sich am Ende ohne Dank und ohne Lohn für die Erwachsenen abzubuckeln, DAS ist meiner Meinung nach eine sehr berechtige und immer wieder bekräftigte Sorge 🙁
Okay. Betrifft jetzt nur die SuS die vor mir sitzen. Diese haben viel mehr, müssen viel weniger machen und haben viel höhere Ansprüche. Natürlich führt es sofort zu Verzichtsgefühlen, wenn mal eine Sache nicht gegeben ist. Klar wenn man alles hat, kann man ja auch mehr verlieren/vermissen, wenn man es mal nicht hat. Im Verhältnis geht es den SuS wesentlich besser. Die Ansprüche sind eben sehr hoch. Ist jetzt nicht die Schuld der SuS, sondern der Gesellschaft, denn diese hat diese Anspruchshaltung erst ermöglicht, weil vielen Kids alles ermöglicht wird. Wehrpflicht ist da eben unbequem.
“Diese haben viel mehr, müssen viel weniger machen und haben viel höhere Ansprüche.”
Was meinen Sie damit, dass die “mehr” haben? Sinds reiche Erb*innen oder inwiefern sind die von gestiegenen Wohnungskosten, Renten- und Klimakatastrophe etc. ausgenommen?
Also wenn ich so höre, was meine SuS so alles haben, wie sie Urlaub machen, welche Autos vor der Tür stehen, wie wenige jobben gehen, wie teuer ihre Handys, Tablets und co sind, welche Klamotten sie tragen. Hmmm. Hatte ich alles nicht und die meisten meiner Freunde auch nicht. Keine Geburtstagspartys (“Events”) für 400 €, sondern Schnitzeljagd durch den Wald oder sowas. Auf den Führerschein müssten die meisten sparen. Jetzt ist es halt Standard. Im Verhältnis haben die SuS wesentlich mehr. Fällt halt niemandem mehr auf, dass man auch als “Normalo” in Deutschland im Verhältnis zu den meisten Menschen relativ reich ist und es relativ bequem hat. In vielen Bereichen hat man es heute komfortabler und bequemer als früher (gilt ja für alle), Jugendliche halten das eben für normal, die wissen halt nicht wie das früher war.
“Also wenn ich so höre, was meine SuS so alles haben, wie sie Urlaub machen, welche Autos vor der Tür stehen, wie wenige jobben gehen, wie teuer ihre Handys, Tablets und co sind, welche Klamotten sie tragen.”
Tja, dann sollen die auch ungefragt bei der Verteidigung gegen Putins Mörderbanden fallen – Ihnen liegt echt viel an Ihren Schutzbefohlenen
Ich würde Ihnen auch auf anderer Ebene widersprechen, aber Wehrdienst weil teure Handys lässt mich nicht glauben, dass Sie IRGENDEIN Interesse am Leben Ihrer Schüler*innen haben…
Tun Sie doch bitte nicht so, als seien wir in den 80ern und 90ern völlig sorgenfrei aufgewachsen. Der Kalte Krieg und dessen Nachwirkungen waren noch immer ein Thema. Damals ging es nicht um den Klimawandel, sondern um die Ozonschicht. Kriege gab es in Afghanistan und im ehemaligen Jugoslawien. Die Arbeitslosenquote war auch nicht immer niedrig, das soziale Netz bestand aus den Eltern und nicht aus dem Staat. Mit 9/11 wurde islamistischer Terrorismus im Westen ein Thema…
Jede Generation hat ihre Probleme, dies befreit sie jedoch nicht vor Pflichten. Nur Dauerjammern ist, dank des Internets, heute populärer als damals.
Eben. Alle hatten bislang mit Krisen umzugehen. Wir hatten als Kinder Tschernobyl, Krieg, Nachrichten über Anschläge, um die Ecke Soldaten mit Maschinengewehr, Fischsterben, Waldsterben, FCKW, Ölpest, Müll usw. Müsste man auch irgendwie mit umgehen. Wehrpflicht war halt lästig ,aber war ja jedem klar, dass es dazu gehört oder man eben verweigern muss. Das stand alles außer Frage
Wirtschaftlicher Aufschwung? Renten- und Pflegekathastophen wurden bis heute aufgeschoben? Verheimlichung des Klimawandels war voll im Gange – zum Nachteil HEUTIGER Generationen?
Die Wirtschaft steckte es (augenscheinlich) weg, dass tausende Schüler*innen ohne Abschluss durchrasseln und am Ende gestützt werden müssen? Alle anderen Themen mit denen sich Deutschland nicht befasste – z.T. mit verheerenden Folgen.
Meinen Sie ernsthaft, es würde derzeit mit Deutschland(s Wirtschaft) bergaufgehen, nur weil Sie es nie lernten, Dankbarkeit zn empfinden und anzuerkennen, dass Zeiten schlechter werden? 😀
Welche Pflichten? Wenn Sie meinen, dass die Ukraine Teil Ihrer Werteordnung ist, dann mit Mut hinein
Nein, ich meine damit die Pflicht, Wehr- oder einen Ersatzdienst zu leisten.
“Tun Sie doch bitte nicht so, als seien wir in den 80ern und 90ern völlig sorgenfrei aufgewachsen.”
Mit Blick darauf, wie teuer Wohnung werden uns Pflege- und Rentenkosten auf die Füße fallen werden, die Klimakatsastrophe uns zu ruinieren droht und die Wahlberechtigten lieber die Zukunft der Jungen opfert, um nochmal richtig “durch den Verkehr zu gleiten” oder was dieser Ehemann einer Journalistin sagte…
WAS genau war schlechter? Von “sorgenfrei” sprachen ja nur Sie 🙂
Wenn man einen Teich trocken legen möchte, sollte man nicht die Frösche fragen.
Bei BeamtInnen gilt es natürlich nicht
Bitte nicht nur nehmen, bitte auch geben! Wir ältere erwirtschaften mit unserer Arbeit die Steuergelder, mit denen fast das gesamte Bildungswesen, teilweise vom Kindergarten bis zur ersten Berufsausbildung und manchmal darüber hinaus finanziert wird. Das bekommen Kinder und Jugendliche in Deutschland gratis UND jammern nun dass sie politisch übergangen werden? Wollen Kinder und Jugendliche künftig auch gefragt werden, ob die Schulpflicht beibehalten werden soll?
Die Volljährigkeit beginnt seit geraumer Zeit mit 18 (statt mit 21). Danach kann man politisch mitreden. Nicht falsch verstehen, die Nicht-Volljährigkeit schützt euch Kinder und Jugendliche auch, z.B. nicht wie Erwachsene bei Fehlverhalten bestraft zu werden!
“Ihr” Ältere habt gar nichts getan, was die Jungen nicht auch tun müssten, nur die müssen länger ran und für weniger Benifit (soviel dann auch zum “geben”). Geiles Leben in Sicherheit und Wohlstand, das hattet ihr.
Und die Alten, die dieses Land aufgebaut haben, die sind schon lange tot. Jetzt ist die Generation Rentner, die ein gerüttelt Maß Schuld daran haben, dass es hier so steil bergab geht.
Diese “ältere” Generation ist in Wahrheit diejenige, die wohlstandsverwahrlost ist, die ihre Elterngeneration verflucht hat, während sie sich im Hanfwahn in Woodstock im Schlamm wälzten und deren schlimmste Erfahrung beim Wehrdienst ein Haarnetz war und die nun über die Jugend schimpft, während sie sich eben von dieser aushalten läßt, wohlwissend, dass diese wohl kein Eigenheim und keine Rente mehr bekommen wird.
Diese Argumentation ist doch Quatsch. Immer finanzieren die Steuerzahler die Ausgaben des Staates wesentlich. Das ändert nichts daran, dass die Jugendlichen das genutzt haben, ohne selbst schon etwas dafür getan zu haben. Schule, Ausbildung, Studium, manchmal auch Kindergarten und all die Ermäßigungen und Kostenbefreiungen. Das wird von den Berufstätigen erarbeitet und finanziert. So manches davon gab es früher gar nicht. Kindergärten sind erst jetzt in einigen Bundesländern kostenfrei, Schulessen auch. Das Elterngeld gab es früher auch nicht. Es ist so manches hinzugekommen. Sie werden das auch finanzieren, wenn Sie arbeiten. Ja. Das ist richtig.
Die heute Älteren hatten früher auch den Wehrdienst zu leisten. Wann wurde das abgeschafft? Vor 10 Jahren? Es gab auch schon den Zivildienst usw. Sie wissen so wenig und Sie schreien so laut.
Die heute Älteren finanzieren nicht nur alles, was die junge Generation nutzt, sie finanzierten ebenfalls die Renten der früher Älteren.
“Geiles Leben in Sicherheit und Wohlstand, das hattet ihr.”
Ach, war das so oder romantisieren Sie hier nur die Vergangenheit? Schön, dass Sie gleich die Schuldigen, nämlich unsere Eltern, hier ausmachen möchten. Ich hab jedenfalls nicht erlebt, dass meine viel gejammert hätten. Mein Vater war Metallbauer, meine Mutter arbeitete im Büro, zuhause wurde alles selbst gemacht. Ich musste Ersatzdienst leisten, ich musste ohne Förderung für die Schule und später für die Uni ackern, nebenbei habe ich jobben müssen, weil mir meine Eltern nicht das komplette Studium (Soziale Arbeit) finanzieren konnten.
Keine Rente, kein Eigenheim? Dann muss die Jugend von heute eben den Hintern hochkriegen – Weg vom Influencertum, der bedingungslosen Selbstverwirklichung oder der Viertagewoche. Zum Henker, ihr wollt eine bessere Zukunft? Dann arbeitet dafür, aber erwartet nicht, dass Staat und Gesellschaft für euch in die Bresche springen. Anstatt Forderungskataloge aufzustellen, kommt in die Umsetzung!
Zu dem Elterngenerationsthema kann ich “Der Vorleser” (1995) von Bernhard Schlink empfehlen.
Art. 12a GG!
Die Wehrpflicht ist nichtabgeschafft, sondern nur durch eine Änderung des Wehrpflichtgesetzes zeitweise ausgesetzt. Sie ist weiterhin als Möglichkeit im GG verankert.
Protestieren wir jetzt bereits gegen das GG?
rfalio
Das tun sie und das ist auch legitim.
Was mich erschreckt, ist der Umstand, dass offensichtlich viele das Gesetz gar nicht kennen. Es ist weiterhin gestattet, den Dienst an der Waffe zu verweigern. Es ist weiterhin möglich, Ersatzdienst (Zivildienst) zu leisten. Das scheinen viele der Demonstrierenden aber nicht zu wissen. Sie scheinen auch nicht zu wissen, dass im Verteidigungsfall die Wehrpflicht ausgerufen werden kann (Art 115 a ff GG) und alle Männer bis 60 einberufen und alle Frauen bis 55 zu Zivildiensten verpflichtet werden können – unabhängig, ob sie vorher Wehrdienst geleistet haben.
Wogegen protestieren sie also? Gegen einen wie auch immer gearteten Dienst an der Allgemeinheit, weil der ihnen ein Jahr ihres Lebens „rauben“ würde? Den viele Menschen vor ihnen auch geleistet haben? Ernsthaft?
Dann aber konsequent bitte: protestiert gegen Steuern, weil die Euch einen Teil Eures Einkommens rauben. Protestiert gegen jegliche Gesetze, die der freien Entfaltung Eurer Persönlichkeit entgegenstehen. Protestiert gegen die GKV: wieso soll mit Euren Beiträgen so ein arbeitsloser Assi zum Arzt gehen dürfen? Nachtruhe? Pah, Party bis 5 Uhr morgens! Protestiert gegen Eigentum – das ist sozial ungerecht! Protestiert dafür, dass niemand mehr für sein Auskommen etwas leisten muss – diese Lohnarbeit schränkt die persönliche Freiheit ein! Soll der Staat endlich allen ein Einkommen zahlen!
Wo wären wir, wenn unsere Großeltern den Kriegsschutt nicht weggeräumt hätten? Meine Großeltern waren Antifaschisten: war doch nicht ihr Dreck! Die Trümmerfrauen, die den Löwenanteil geleistet haben, waren wohl kaum diejenigen, welche Bomben geworfen haben. Wo wären wir heute, wenn unsere Eltern dieses Land nicht wieder aufgebaut hätten? Wo wären wir, wenn meine Generation das Werk ihrer Eltern nicht fortgeführt (und übrigens auch Zivil- bzw. Wehrdienst geleistet) und den Wohlstand dieses Landes vermehrt hätte, so dass unsere Kinder keine Sorgen um ihr Aufwachsen haben mussten? Es gibt meiner Ansicht nach für jede Generation die Verantwortung, sich einzubringen, und einen Teil davon auch als Care-Arbeit an der Gesellschaft.
Ja, ich glaube wirklich: hier tut politische Grundbildung not. Und auch eine Diskussion darüber, welche Werte wir in unserem Miteinander leben wollen. Von daher: wir brauchen viel mehr politische Bildung in den Schulen, aber auch in der Gesellschaft, und insbesondere in den Elternhäusern.
„Die Reichen wollen Krieg, die Jugend eine Zukunft“
Das ist dreist. Ich persönlich kenne niemanden in Deutschland, der Krieg möchte, ob arm oder reich.
Es werden hier einfach ein paar Dinge verdrängt. Die Wehrpflicht war ja nie weg. Wer andere mit Krieg überziehen will, wird das tun. Das wird dann dummerweise kein Wunschkonzert. Und keiner will in der Situation sein, keiner will, dass Angehörige sterben. Es klingt wirklich so, als würden die Jugendlichen denken, es wünscht sich jemand für sie keine Zukunft. Aber man muss leider doch mal realisieren, dass viele Menschen auf dieser Welt in den letzten Jahren schneller in Konflikten saßen, als sie das dachten. Und darum geht es doch jetzt in erster Linie. Wie kann ich mich in solchen Situationen verhalten? Und bislang waren Einsätze woanders freiwillig (ist ja auch gut so, kann sich jeder entscheiden). Kommt es zu einem Kriegsfall hier (das wünscht sich doch niemand), schwindet jede Freiwilligkeit und dann wird keiner mehr nach Befindlichkeiten gefragt, ob man da jetzt Lust drauf hat, ob man seine Zukunft irgendwie bedroht sieht. Na klar, wir allen wären dann bedroht unser aller Leben würde sich von jetzt auf eben verändern. Und besser wenigstens einmal für ein paar Monate geprobt und am besten nie im Leben die Lage erlebt, als völlige planlosigkeit. Ein Blick in andere Länder zeigt, dass es dort selbstverständlich ist, sich grundlegende Kenntnisse anzueignen. Und oben drauf bekomme ich oft genug mit, dass unsere Abiturienten noch ein bis zwei Jahre in der Gegend herumeiern, da könnte man die Zeit auch sinnvoll nutzen. Gedanken über der Lebensweg kann man sich auch in der Kaserne oder dem Pflegeheim machen.
Welches Land möchte denn Deutschland angreifen ? Um hier Kartoffeln zu stehlen? Deutschland ist von NATO-Staaten umgeben.
Es ist heute so selbstverständlich zu Reisen, das eine Flucht die naheliegende Option wäre. Ich glaube nicht, dass die nationalistischen Gefühle in Deutschland noch so weit gehen, das die Mehrheit bereit ist ihre Kinder für die irren Ideen irgendwelcher Kriegstreiber zu opfern, besonders dann nicht wenn diese Ideen eine ganz anderern Agenda folgen als der Landesverteidigung. Und wenn die “Freiwilligkeit schwindet”, wie sie es so blumig beschreiben, also Zwangsrekrutierungen stattfinden wie z.B. in der Ukraine wird den Leuten die Lust am Krieg ganz schnell vergehen.
Die Flucht kann folglich auch nur innerhalb des NATO-Gebietes erfolgen. Die Rückführung deutscher Wehrpflichtiger in ihr Heimatland dürfte die Partner aller Voraussicht nach kaum Überfordern, zumal es ebenfalls im Interesse der NATO-Partner sein dürfte.
Wieso das? Weil die Linienflüge dann gestrichen wären? Nein, Flucht im Sinne von wirklicher Flucht, wie das weltweit passiert. Echte Risiken, Menschenschmuggler bezahlen und sowas. Seitdem in Deutschland die Kriegsgeneration weggestorben ist, haben die Maulhelden ohne jede Kriegserfahrung wieder Oberwasser. Das werden die ersten sein die, dank dicker Geldbeutel, hier abhauen.
Jaaa, es gibt Kriegstreiber und manche verdienen am Krieg und/oder seinen Folgen, aber das ist eine absolute Minderheit, um die es an dieser Stelle nicht geht.
Gucken Sie sich Putins ausgesprochene Agenda und die Großreichpläne seines Lieblingsphilosophen, die bis Lissabon reichen an, dann wissen Sie mit rudimentären Geographiekenntnissen, wer Deutschland nach Möglichkeit angreifen möchte.
Den von Ihnen hergestellten Zusammenhang zwischen Reiselust und Flucht finde ich geradezu ekelerregend – eine Flucht ist eben etwas ganz anderes als ein Abenteuertrip in geschütztem Rahmen. Das verhält sich in etwa so wie die Hungersnot zur Diät.
Wenn die meisten fliehen, lachen sich die Angreifer in Fäustchen – und werden einfach immer weiter hinterherkommen. Oder dachten Sie an eine Flucht nach Nordkorea & Co?
Die Mehrheit unserer Oberstufenschüler geht im Falle einer Wehrpflicht auch irgendwie davon aus, dass es sicher Krieg gibt und gleich hinter der belgischen / holländischen / dänischen etc. Grenze wird alles gut sein oder Kanada wird unbegrenzt Leute wie sie aufnehmen, dahin würden Sie fliehen wollen; die Mehrheit der Schülerinnen sagt, sie würden sich aktiv beteiligen und besser jetzt üben und nicht planlos im Ernstfall stehen, „denn so etwas wie unser Grundgesetz gibt‘s ja längst nicht überall, also ich möchte diese Rechte und Freiheiten schon behalten und dafür muss man eben auch etwas tun“. Ich stehe hier ganz klar auf der Seite der Schülerinnen – und ja, ich will keinen Krieg, aber im bin bereit, im Falle eines Falles aktiv meinen Teil zu leisten, statt aus Bequemlichkeit in einer Scheißdiktatur zu leben.
Ich kann nur einfach diese ganzen Kriegshelden nicht mehr hören, die meinen sie würden Deutschland verteidigen. Ich meine, schauen sie sich die Kriegsgebiete an. Würden sie nicht fliehen? Würden sie nicht aus Teheran fliehen, um zumindest ihre Famile zu schützen?
Als Mann dessen Familie vielleicht schon getötet wurde und der nichts mehr zu verlieren hat als sein eigenes ruiniertes Leben kann man auch auf andere Gedanken kommen, wie Rache zu nehmen. Das verstehe ich völlig.
Die Scheißdiktatur ergibt sich aus dem Krieg und aus dem Krieg ergibt sich die Scheißdiktatur. Deshalb haben wir doch die weltweite Massenflucht, z.B. nach Europa. Und ja, ich glaube im Zeitalter des Internets und der Reisen ist jedenfalls meine persönliche Hürde z.B. nach Afrika oder Südamerika zu fliehen nicht mehr so hoch.
Wenn all die fliehenden Massen sich mit den noch nicht geflohenen Massen zusammentäten, könnten die Kriegstreiber einpacken.
Ich fürchte, es bleibt beim Konjunktiv. Nicht zuletzt deshalb kann ich Ihre Position gut verstehen.
Stimmt Deutschland ist von NATO-Staaten umgeben. Allerdings werden die wenig begeistert sein, wenn sie Deutschland umgeben und verteidigen dürfen, in Deutschland sich alle zurücklehnen und sich freuen, dass sie ja von NATO-Staaten umgeben sind. Ist halt das Blöde an Bündnissen, dass man die Vor- UND Nachteile gemeinsam tragen muss. Und das mit der Flucht ist auch so eine Sache, kann klappen, oder eben nicht und wieso sollten andere Staaten die Wehplichtigen dann aufnehmen und dafür ihre eigenen Soldaten ausbilden? Fragen über Fragen.
Die Eskalationsstufen läufen doch, wie wir gerade sehen, anders. Energieinfrastruktur wie Öl- und Gasförderung sowie deren Lager, Terminals und Pipelines sind extrem verwundbar und werden deshalb in Russland, bislang, weitgehend verschont. Sollte diese Stufe der Eskalation im weltweiten Maßstab erfolgen, Gott beschütze uns alle, ist es vorbei. Ernten werden ausfallen, weil kein Dünger mehr vorhanden ist und kein Treibstoff. Die nächste Stufe der Eskalation ahnen sie.
.. braucht dafür aber keine Wehrpflicht.
Das Problem ist doch völlig anders gelegen. Viele Jugendliche sehen das aktuelle politische Deutschland nicht als verteidigenswert an, sondern als ein korruptes System voller Lobbyisten. Dafür will man natürlich nicht kämpfen. Ich habe momentan zum Beispiel eine Lerngruppe, die würde es sehr begrüßen, wenn Deutschland durch den islamischen Staat übernommen werden würde. Auch Russland gilt da noch als weitaus besseres Herrschaftssystem, weil man dort, Zitat: “wenigstens Schwule jagen dürfe”.
Ist doch klar, dass diese jungen Männer sich nicht in den Reihen unserer Bundeswehr sehen.
Politisch übergangen?
Ich hätte da mal eine kleine Frage an unsere Jugend.
Als ich so um die 20 Jahre alt war habe ich meinen Wehrdienst abgeleistet. Ich kann jedem versichern, dass ich diese Pflicht damals ohne große Begeisterung wahrgenommen habe.
Mir war aber genau wie der Mehrheit meiner Generation klar, dass es im kalten krieg unter umständen nötig sein könnte mein Land und dessen Freiheit gegen die UDSSR zu verteidigen.
Eine unschöne Wahrheit die eine unliebsame Pflicht nach sich zog. So war und ist das Leben.
Heute haben wir leider wieder eine ähnliche Situation wie zu meiner Jugend. Wenn es ganz dumm läuft könnten wir wieder in die Verlegenheit kommen unsere Demokratie gegen Russland verteidigen zu müssen.
Da drängt sich nun natürlich die Frage auf, wie unsere Jugend sich diese Verteidigung vorstellt!
Klar für jemand über 60 bin ich noch recht rüstig und wie das Gewehr funktioniert könnte ich bestimmt auch noch schnell wieder lernen.
Dann wäre meine Generation ja in der Lage als geriatrische Reserve die Freiheit so lange zu verteidigen, bis unsere Jugend die Wehrpflicht ausgiebig ausdiskutiert hat und alle Aspekte ihrer vom GG garantierten, persönlichen freien Entfaltung umfassend berücksichtigt wurden.
Dann könnte man sie bitten ihre Pflicht zur Verteidigung unserer Gesellschaft doch bitte in Betracht zu ziehen.
Bis das erledigt wäre, wäre ich aber wohl deutlich über 70 und mit dem weiteren Fronteinsatz würde es eng.
Oder wäre unserer Jugend eine Besetzung Deutschlands durch Russland lieber?
Man könnte dann ja gegen Putin demonstrieren und ihn darauf hinweisen, dass seine Diktatur über Deutschland die persönliche Entfaltung der Jugend einschränkt.
Putins zu erwartende Reaktion würde dann auch bei unserer Jugend zu einem rapiden Wissensgewinn über die Notwendigkeit lästiger aber nötiger Pflichten führen.
Eventuell ist das der einzige Weg die Weltsicht der jungen Generation, die nicht für Frieden sondern für ihr persönliches Recht keinerlei Pflichten zu haben demonstriert, in realitätsnähere Bahnen zu lenken. .
Mal auf die Karte schauen. Zwischen Russland und Deutschland liegt Polen, ein NATO-Staat. Ein Überfall auf Polen zieht zweifellos eine totale Eskalation nach sich, die mit konventionellen Waffen für Russland nicht zu gewinnen ist. Im übrigen, was sollen die Russen oder überhaupt ein anderes Land in Deutschland? Das ergibt strategisch keinen Sinn, es gibt hier nichts zu holen, keine Rohstoffe.
Die Kriegsführung wird hybrid. Das heißt, wir brauchen gute Informatiker und Ingenieure für die Abwehr. Das Putin hier einmarschiert und einen Prokonsul einsetzt- ist das realistisch?
Nee. Aber dass er das NATO-Gebiet im Baltikum attackieren wird, ist nicht unwahrscheinlich.
Selbst die “Welt” schreibt von mehr als 50.000 Teilnehmer*innen :
Aus Protest gegen den neuen Wehrdienst sind heute in zahlreichen Städten Tausende Schüler auf die Straße gegangen. Die Demonstrationen standen unter dem Motto „Schulstreik gegen Wehrpflicht“. Seit Januar gilt ein neues Wehrdienstgesetz.
In Berlin versammelten sich mehrere Tausend Schüler am Vormittag am Potsdamer Platz und liefen zum Oranienplatz in Kreuzberg. Zur Teilnahme an der Demonstration im Rahmen eines „Schulstreiks“ mussten die Schüler den Unterricht schwänzen oder sich von den Eltern krankschreiben lassen.
Die Berliner Polizei sprach von 3000 Teilnehmern. Die Veranstalter nannten zunächst die Zahl 6000 und später dann 10.000 Demonstranten in Berlin und mehr als 50.000 in ganz Deutschland. Mehr Infos: https://trib.al/zcHeP9V
Reicht nicht für eine Änderung des GG.
Und das GG plus “Wehrpflicht!!!1!1” kann sich in der Realität schon nicht mehr durchsetzen, wenn alleine 5 oder gar 10% der “jungen Männer” einfach und stumpf “nö” sagen oder einfach tein passiv dagegen Widerstand leisten (weglaufen, verweigern, sich dumm stellen, nicht hingehen usw.).
War doch jahrzehntelang das gepriesene Ideal – “dagegen sein” , “anti-Krieg”, “verweigern”… und auch von Ihnen, dickebank, konnte man doch vor einigen Wochen hier (wörtliches Zitat von Ihnen) über den “Straßenköter”status der bundesrepublikanischen Bürger lesen…tjah, voller Erfolg für Sie und Ihre Fraktion: Straßenköter verteidigen keine Schafswiese, wenn die Wölfe kommen…die bellen (maximal) ein bisschen, laufen weg und leben weiter.
Bestellt – geliefert.
Richtig, aber den Wehrdienst zu verweigern, um anschließend Zivildienst leisten zu müssen, ist eine Haltungsfrage. Sich gegen die Wiedereinsetzung der Wehrpflicht – selbst auf freiwilliger Basis – auszusprechen ist in erste Linie selbstgefällig, hedonistisch.
Aber wie gesagt, wenn jeder nur an sich selbst denkt, ist ja an jeden gedacht.
Die Frage ist ja, warum sollten der letzte Jahrgang der Boomer, der derzeit noch im wehrfähigen Alter ist und als Reservist beordert werden kann, sich im V-Fall den Arsch für seine Enkel aufreißen lassen? Ob die Rentenkürzungen jetzt durch die eigene Regierung erfolgen oder von einem Besatzer erzwungen werden, kann einem in dem Alter völlig egal sein. Und nach einem Angriff fällt auch das Erbvermögen an die nachfolgenden generationen zwangsläufig geringer aus. Insofern haben die Älteren doch nix zu verlieren.
Das mit dem “Straßenköterstatus” müssten Sie mir noch einmal erläutern, ich kann mich an eine wortgleiche oder ähnliche Äußerung nicht erinnern.
Einfache Frage, egal ob 50000 oder 5 Millionen.
Wie gedenken Sie und unsere Jugend, Deutschland im Falle der Bedrohung durch einen aggressiven Staat, die momentan ja wieder möglich erscheint, gegen diese Aggression zu verteidigen?
Man kann ja Beamtenpensionen gegen GegnerInnen einsetzen