Start Themenmonate Gesunde Schule Nicht alles wissen müssen: Warum ein neues Lehrerbild gesünder macht

Nicht alles wissen müssen: Warum ein neues Lehrerbild gesünder macht

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BAD LOBENSTEIN. Viele Lehrkräfte erleben derzeit einen tiefgreifenden Wandel ihres Berufs. Wissen ist jederzeit verfügbar, traditionelle Autoritäten geraten ins Wanken, Erwartungen verändern sich. Doch was bedeutet das für die Rolle von Lehrkräften? Die Coachin Anne Grieser, die seit vielen Jahren Pädagoginnen und Pädagogen in beruflichen Krisen und Veränderungsprozessen begleitet, sieht darin nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Chance. Im zweiten Teil ihres Gastbeitrags zur Lehrergesundheit beschreibt sie, warum Unsicherheit kein Zeichen von Schwäche sein muss und weshalb ein neues Verständnis von Lehrkraft dazu beitragen kann, Schule menschlicher und gesünder zu gestalten.

Hier geht es zurück zu Teil 1.

Archetyp. (Symbolbild.) Illustration: News4teachers

Zwischen Anspruch und Erschöpfung – was Lehrkräfte wirklich belastet, Teil zwei

Eine Klientin brachte es kürzlich auf den Punkt: „An manchen Tagen komme ich mir vor wie eine Schachfigur, die nach Belieben verschoben wird. Selbst eine unsinnige Platzierung scheint besser zu sein als gar keine.“

Was dabei oft übersehen wird: Diese Form der Betrachtung bleibt nicht folgenlos. Denn zwischen diesem Anspruch – aus dem System und aus der Gesellschaft heraus – und der eigenen Realität entsteht eine Spannung, die viele Lehrkräfte dauerhaft begleitet. Sie erleben Situationen, für die es keine schnellen Lösungen gibt. Momente, in denen sie nicht alles im Griff haben. Phasen, in denen ihre Kräfte begrenzt sind. Und gleichzeitig bleibt der Anspruch bestehen, genau das leisten zu können.

Aus dieser Diskrepanz entwickeln sich Muster, die sich in vielen Gesprächen wiederfinden: ein zunehmender Perfektionismus, das Bedürfnis, Kontrolle zu behalten, Schwierigkeiten, eigene Grenzen ernst zu nehmen. Begleitet von Selbstzweifeln und dem Gefühl, nicht zu genügen – obwohl objektiv betrachtet längst mehr geleistet wird, als dauerhaft tragfähig ist.

Vor diesem Hintergrund erscheinen viele Angebote zur Lehrergesundheit zunächst plausibel. Resilienztrainings, Stressmanagement, Selbstorganisation sollen helfen, besser mit Belastung umzugehen. Und doch bleibt ein entscheidender Punkt unberührt. Denn diese Ansätze setzen beim Individuum an, ohne das zugrunde liegende Bild von Lehrkraft infrage zu stellen. Sie zielen darauf ab, dass Menschen unter bestehenden Bedingungen besser funktionieren.

Damit verschiebt sich die Verantwortung zunehmend auf die einzelne Lehrkraft. Doch Lehrkräfte sind mehr als eine Funktion innerhalb eines Systems. Sie sind Menschen. Menschen mit Grenzen, mit Unsicherheiten, mit Momenten, in denen sie nicht weiterwissen. Ein zentraler Aspekt von Lehrergesundheit liegt daher in etwas, das sich nicht über Methoden herstellen lässt: in der Legitimation, genau dieses Menschsein anzuerkennen. Nicht alles wissen zu müssen. Nicht für jede Situation sofort eine Lösung zu haben. Grenzen wahrnehmen und aussprechen zu dürfen, ohne dies als persönliches Versagen zu erleben.

„Ausgangspunkt für eine andere Form von Schule“: Anne Grieser. Illustration: News4teachers

Solange diese Legitimation fehlt, entsteht ein permanenter innerer Druck, ein Bild aufrechtzuerhalten, das mit der eigenen Realität nicht übereinstimmt. Lehrergesundheit beginnt daher nicht erst bei Maßnahmen. Sie beginnt dort, wo ein grundlegendes Umdenken einsetzt. Dort, wo die Lehrkraft nicht länger primär als Ressource betrachtet wird, sondern als Mensch in einem komplexen System – jemand, der gestaltet, vermittelt, begleitet und dabei selbst in Entwicklung bleibt.

Und vielleicht zeigt sich genau an diesem Punkt etwas, das in der aktuellen Diskussion oft übersehen wird: dass das, was innerlich als Schwäche erscheint – Begrenztheit, Unsicherheit, das Nicht-alleswissen – zugleich der Ausgangspunkt für eine andere Form von Schule sein könnte. Eine Form, die weniger von Funktion, dafür mehr von Beziehung getragen ist.

Lehrkraft sein im Wandel: Zwischen Unsicherheit und neuer Stärke

Wenn über die aktuellen Herausforderungen im Schulalltag gesprochen wird, taucht immer wieder ein Gefühl auf, das viele Lehrkräfte nur selten offen aussprechen: das Gefühl, dem eigenen Anspruch nicht mehr gerecht zu werden. Nicht alles zu wissen. Nicht auf alles vorbereitet zu sein. Nicht jede Situation souverän lösen zu können. Was lange als Ausnahme galt, wird zunehmend zur Realität – und wird von vielen als persönliches Defizit erlebt.

Dabei lohnt sich ein genauerer Blick. Denn vielleicht liegt das eigentliche Problem nicht darin, dass Lehrkräfte den Anforderungen nicht mehr gerecht werden. Sondern darin, dass die Anforderungen selbst auf einem Rollenbild beruhen, das so nicht mehr zur Realität passt. Über viele Jahre war die Rolle klar definiert: Lehrkräfte als Wissensvermittler. Als diejenigen, die Inhalte strukturieren, einordnen und weitergeben. Als Instanz, die Antworten liefert. Dieses Bild gerät zunehmend ins Wanken. Nicht zuletzt durch Entwicklungen wie die jederzeitige Verfügbarkeit von Wissen und den Einfluss digitaler Technologien, die das klassische Wissensmonopol längst aufgelöst haben.

Was bleibt, ist oft Verunsicherung. Wenn Wissen nicht mehr das zentrale Unterscheidungsmerkmal ist – worin liegt dann eigentlich die eigene Rolle? Genau hier entsteht ein Raum, der häufig als Krise erlebt wird – der aber bei genauerem Hinsehen vor allem eines ist: eine Chance. Denn mit dem Wegfall eines starren Rollenbildes entsteht die Möglichkeit, Schule neu zu denken. Weg von der Vorstellung, dass eine Lehrkraft alles wissen und jederzeit die richtige Antwort haben muss. Hin zu einer Rolle, die weniger über Wissen definiert ist – und stärker über Beziehung, Führung und Gestaltung.

Die Lehrkraft als Lernbegleiter. Als jemand, der nicht über allem steht, sondern mitten im Prozess ist. Der Orientierung gibt, ohne alles vorzugeben. Der Unsicherheit nicht kaschiert, sondern mit ihr umgehen kann. Der nicht unfehlbar sein muss, um wirksam zu sein. In dieser Perspektive verändert sich auch der Blick auf das, was heute oft als Schwäche empfunden wird. Nicht alles zu wissen, wird nicht länger zum Problem – sondern zur Voraussetzung für gemeinsames Lernen. Denn dort, wo nicht jede Antwort vorgegeben ist, entsteht Raum für Entwicklung. Für Fragen. Für Beteiligung. Lernen wird weniger zu etwas, das vermittelt wird – und mehr zu etwas, das gemeinsam entsteht.

Das verändert auch die Form von Autorität. Sie entsteht nicht mehr primär aus Funktion, Status oder fachlicher Überlegenheit. Sondern aus der Fähigkeit, Prozesse zu gestalten. Menschen einzubinden. Unterschiedliche Stärken sichtbar zu machen und nutzbar zu machen. Aus einer Haltung heraus, die Sicherheit gibt, ohne Kontrolle ausüben zu müssen. Aus einer Präsenz, die Orientierung schafft, ohne alles vorzugeben. In gewisser Weise entsteht ein neues Verständnis von Zusammenarbeit.Weg von einem klaren Gefälle zwischen Lehrkraft und Lernenden. Hin zu einem gemeinsamen Arbeiten an Themen, Fragestellungen und Lösungen. Nicht im Sinne von Beliebigkeit – sondern mit klarer Führung, die jedoch nicht auf Unfehlbarkeit basiert, sondern auf Verbindung.

Diese Entwicklung fordert viel. Sie verlangt, vertraute Bilder loszulassen. Sicherheit in neuen Formen zu finden. Mit Unsicherheit anders umzugehen. Und genau deshalb wird sie so oft als Überforderung erlebt. Doch vielleicht liegt genau hier ein entscheidender Perspektivwechsel: Dass dieser Wandel nicht primär eine zusätzliche Anforderung ist. Sondern eine Entlastung sein kann. Eine Entlastung von dem Anspruch, alles wissen zu müssen. Alles kontrollieren zu müssen. Immer funktionieren zu müssen.

Und damit auch eine Grundlage für etwas, das in der Diskussion um Schule häufig im Hintergrund bleibt: Gesundheit. Denn Lehrergesundheit entsteht nicht nur durch weniger Belastung. Sondern auch durch ein Rollenverständnis, das überhaupt erfüllbar ist. Ein Verständnis, das Menschsein nicht als Störfaktor betrachtet – sondern als Voraussetzung für wirksames Arbeiten. Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Chance der aktuellen Entwicklung: Nicht darin, den Lehrerberuf an neue Anforderungen anzupassen. Sondern ihn in seinem Kern neu zu definieren. News4teachers / www.anne-grieser.de

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Warum Schulen Beziehung statt Kontrolle brauchen – ein Gastkommentar

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20 Kommentare
Katze
12 Tage zuvor

Viele von uns – vor allem die, die noch wissen, was Unterricht bedeutet, der Wissen und Können von SuS als Ziel hat – wollen diesen angeblichen Rollenwandel nicht. Wir sollen plötzlich Coaches, Moderatoren und Beziehungsmanager sein. Ich kotze, wenn man uns einreden will, das sei eine „Chance“.„Ohne Beziehung lernt kein Schüler“ ist eine pädagogische Überdehnung. Natürlich braucht Lernen Vertrauen und Respekt – aber das ist etwas anderes. Lernen entsteht durch klare Führung, fachliche Kompetenz und verlässliche Strukturen. Wer „Beziehung“ zum Hauptinstrument von fachlicher Bildung erklärt, verschiebt Verantwortung dorthin, wo sie nicht hingehört.
Wenn Schulen all die sozialen, emotionalen und psychischen Baustellen auffangen sollen, dann braucht es keinen Rollenwandel der Lehrkräfte, sondern einen Campus: mit Therapeuten, Sozialarbeitern, Diagnostikern, Krisenpädagogen, Familiencoaches und – selbstverständlich – einem Beziehungsatelier, betrieben von Leuten, die dafür ausgebildet sind. Und wenn man unbedingt modern klingen will, kann man daneben auch noch ein Lernatelier hinstellen, als ironische Erinnerung daran, wie die Entkernung des Berufs überhaupt angefangen hat.

Lera
11 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich wäre erstmal froh über ein pädagogisches Team, gerne auch professionell. Das mit dem multi wäre dann das Sahnehäubchen, über das wir gerne reden können, wenn es einen Kuchen gibt.

Rainer Zufall
10 Tage zuvor
Antwortet  Lera

Wie sieht das von Ihnen gewünschte Team aus, welches nicht aus mehreren Professionen zusammengestellt ist?
Alles wie immer?

Mariechen
11 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Als wenn Lehrer nicht wüssten, dass sie auch einen Erziehungsauftrag haben. Viele Eltern lehnen die Einmischung in die Erziehung ihrer Kinder ab. Und nun?

447
11 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

DAS möchte ich erleben:
Das elterliche (bisher in der Praxis rein theoretisch) Mitwirkungspflichten mit der Eisenbrechstange durchgehauen werden, mit der bei uns Steuern eingesammelt werden. 😀

Rainer Zufall
11 Tage zuvor
Antwortet  447

Sie möchten also, dass mit der Eisenbrechstange auf die Lehrkräfte (!) eingedroschen wird, die sich ihrer Profession verweigern, Kinder zu fördern, wenn deren Eltern zu wenig Unterstützung mitgeben?

UND Sie wollen Steuern zahlen? Heyhey, Zeit für die Bürgerrente D

Mika BB
11 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Ooch, das wäre nur fair. Der Staat zahlt ja auch mit Hinweis auf seine leeren Kassen nicht die tatsächlichen Krankenkassenkosten der Bürgergeldempfänger. Dann kann auch ich eigentlich bei einer Steuerforderung auf meine leere Kasse verweisen, meinen Sie nicht?

Mariechen
11 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich weise immer wieder auf den Erziehungsauftrag der Schule hin. Aber gegen den Elternwillen anzugehen ist nach meiner 25 jährigen Diensterfahrung vergebene Liebesmüh.

Alex
11 Tage zuvor
Antwortet  Mariechen

Eben. Ich habe mir wegen meiner Erziehungsbemühungen schon Beschwerden beim Schulamt eingehandelt. Da wurde behauptet, ich hätte das Kind „auf dem Kieker“, würde es bloßstellen und drangsalieren. Das muss man sich nicht antun.

Rainer Zufall
11 Tage zuvor
Antwortet  Mariechen

Bei manchen hat es den Anschein… :/
„Viele von uns – vor allem die, die noch wissen, was Unterricht bedeutet, der Wissen und Können von SuS als Ziel hat – wollen diesen angeblichen Rollenwandel nicht.“

Susanne M.
11 Tage zuvor
Antwortet  Katze

Das war hier bereits Thema: Jungen und Kinder mit Einwanderergeschichte profitieren von klarer Führung und klären Strukturen eher.
Mir fällt auf, dass diese ganzen Modelle mit Lernbegleiter sehr sprachzentriert sind. Was ist aber, wenn der Schüler hier gar nicht seine Stärke hat?

Alese20
11 Tage zuvor
Antwortet  Katze

Nur, weil sie sich das für sich selbst nicht wollen, spricht das aber vielleicht Kolleg:innen oder Nachwuchs sogar an. Es gibt bestimmt einige, die gerne mit Kindern arbeiten würden, fachlich was drauf haben, aber vor dieser „vor der Klasse stehen-müsden-Situation“ zu großen Respekt hätten – als Dompteur ;). Für diese würde sich eine Tür öffnen.

Ich verstehe, dass es schwer sein muss, wenn von einem erwartet wird, seine Rolle völlig zu überdenken, vor allem wenn man nicht dahinter steht. Hätte ich vermutlich auch überhaupt keine Lust drauf.

GBS-Mensch
11 Tage zuvor
Antwortet  Katze

Genauso wie man nicht nicht kommunizieren kann, kann man nicht nicht in Beziehung treten.

Bei Oberstufenschülern in Nebenfächern, mag das nicht mehr so sehr relevant sein und nicht so sehr das Kerngeschäft sein…ich hoffe, völlig unironisch, dass man Sie nur auf dieses Klientel loslässt.

„Lernen entsteht durch klare Führung…“

Führung ohne Beziehung? Spannend.

Man wünscht Ihnen fast einen Vorgesetzten, der so drauf ist wie Sie.

Pädagogische Fachkraft
11 Tage zuvor

Der unfertige Satz „Nicht zuletzt durch Entwicklungen wie die jederzeitige Verfügbarkeit von Wissen und den Einfluss digitaler Technologien, die das klassische Wissensmonopol längst aufgelöst haben.“ spiegelt ein grundlegendes Missverständnis wieder:
Das „jederzeit verfügbare Wissen“, d. h. googlebare Fakten, sind Informationen, mehr nicht, im besten Fall korrekte. Damit arbeiten zu können erfordert mehr, nämlich die Beschäftigung mit diesen Informationen, sie anwenden und damit weiter denken zu können, Gründe, Ursachen und Folgen von Vorgängen bewerten und einschätzen zu können. Und zuallerst sollte man in der Lage sein, wahre Informationen von falschen zu unterscheiden – diese Fähigkeit, das Internet sinnvoll zu nutzen, setzt zunächst mal breit vorhandenes, fundiertes Grundwissen voraus: Ohne Pfosten hält kein Netz, man kann nichts geistig verknüpfen und weiterentwickeln. Und auch seit vielen Jahrzehnten ist nicht mehr die Lehrkraft ein „Alles-Wisser“, sondern bestenfalls ein Viel-Wisser mit generellem Überblick, der durchaus schon immer selbstbewusst in der Lage war, seinen Schülern zu sagen, dass er manche Frage erst recherchieren muss – auch das war früher nicht unüblich, nur eben ohne Internet, sondern schlicht in Büchern, Zeitschriften, durch Kontakt mit Experten! Der im obigen Artikel konstruierte Gegensatz ist eigentlich keiner, sondern der groteske Versuch, die sog. „Lernbegleiter“ als Fortschritt (Chance) gegenüber dem fachlich gut ausgebildeten Experten darzustellen. Dasselbe unterirdische Geschwätz wie „Wir unterrichten nicht Fächer, sondern Kinder…“, das den Gegensatz von modernen, in allen Schularten einsetzbaren „Universal-Lehrkräften“ zu Fachlehrern, vorzugsweise auch am veralteten und von manchen verhassten Gymnasium, illustrieren soll. Nach dieser Logik braucht man keine Lehrkräfte mehr, da reicht eine Aufsicht, die das immer vorhandene und intrinsisch motivierte „Selbst-mit-und-voneinander-Lernen“ der Kindlein von früh bis spät im Ganztag bewacht.

Mika BB
11 Tage zuvor

Danke!

GriasDi
11 Tage zuvor

Ich wusste noch nie alles und hab das auch vor meinen SchülerInnen auch nie behauptet. Nur sollte man auch nicht vergessen, dass eine Lehrkraft, die in ihrem Fach zu oft sagt, „das weiß ich nicht“ bei SchülerInnen schnell einen schlechten Ruf (nette Lehrkraft, hat fachlich halt nix drauf, wie auch immer SchülerInnen meinen das bewerten zu können)

dickebank
11 Tage zuvor
Antwortet  GriasDi

Scio nescire – Jahrtausend alt Erkenntnis, die halt nicht bei jedem reift.

Alltagstauglich
1 Tag zuvor

Vielleicht bin ich altmodisch, aber ich hätte schon gerne, dass Lehrkräfte vor allem eines tun. Meinen Kindern etwas beibringen.
Dass sie nicht alles wissen, war übrigens schon vor dem Internet bekannt. Dafür brauchte es kein neues Rollenverständnis.
Was mich eher verwirrt: Jahrelang wurde A13 damit begründet, dass Lehrer eben nicht nur unterrichten, sondern auch Erzieher, Psychologen, Sozialarbeiter und IT Fachkräfte seien. Und jetzt soll plötzlich alles Mögliche ausgelagert werden und aus dem Wissensvermittler wird ein Lernbegleiter.
Ganz ehrlich, für Lernbegleitung und Beziehung brauche ich doch keine hochbezahlten Beamten mit üppigen Pensionen. Das können Erzieher, Sozialpädagogen, Trainer und viele andere Berufsgruppen auch. Die kommen allerdings erstaunlicherweise ohne A13 oder A14 aus.
Irgendwie wirkt das auf mich so, als würde der Beruf immer weiter entkernt, während gleichzeitig erklärt wird, warum er immer höher besoldet werden muss.
Vielleicht verstehe ich es einfach nicht. Aber wenn Google das Wissen liefert, ChatGPT die Inhalte erklärt und die Lehrkraft hauptsächlich Beziehungen gestaltet, stellt sich schon die Frage, wofür wir eigentlich die teuersten Beamten des öffentlichen Dienstes brauchen.
Früher hieß es, A13 sei gerechtfertigt, weil Lehrer so viel mehr machen als nur Unterricht.
Heute heißt es, vieles sollten eigentlich andere machen, und überhaupt sei Wissen gar nicht mehr so wichtig.
Ich komme da langsam nicht mehr mit.