Start Digitale Bildung Von wegen Vorbild: Viele Eltern bekommen kaum die eigene Bildschirmzeit geregelt

Von wegen Vorbild: Viele Eltern bekommen kaum die eigene Bildschirmzeit geregelt

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BERLIN. Eltern fordern strengere Regeln für Social Media – und scheitern oft zugleich an den eigenen. Eine neue Umfrage zeigt, wie widersprüchlich der digitale Familienalltag inzwischen geworden ist: Viele Mütter und Väter wünschen sich staatliche Altersgrenzen und klare Vorgaben für Kinder, verbringen aber selbst deutlich mehr Zeit am Smartphone, als sie eigentlich wollen. Besonders mit dem Schuleintritt eskalieren die Konflikte um Bildschirmzeiten, Konzentration und soziale Medien.

Vorbilder. Illustration: News4teachers

Eltern sind in einer verdammten Zwickmühle: Wenn es um die Social-Media-Nutzung ihrer Kinder geht, finden viele ein Mindestalter gar nicht schlecht – dann scheint dieses leidige Thema im Familienalltag mit all seinen Diskussionen und Ermahnungen endlich vom Tisch. Gleichzeitig hadern Mütter und Väter aber damit, maßvolle Nutzung vorzuleben – weil sie es ja selbst kaum schaffen, nicht ausufernd auf Bildschirme zu starren.

Studie bestätigt Paradox

Das Paradox ist nicht nur gefühlt da, sondern wird jetzt von einer Studie bestätigt:

  • So wünschen sich 81 Prozent der Eltern sich eine staatliche Regulierung, 56 Prozent befürworten ein gesetzliches Mindestalter für Social Media.
  • Gleichzeitig sehen 49 Prozent die Hauptverantwortung bei sich selbst, die Nutzung zu begrenzen.
  • 83 Prozent der Eltern sind sich bewusst, dass sie mit ihrem Medienverhalten eine Vorbildfunktion haben.
  • Doch fast die Hälfte (48 Prozent) kämpft mit der eigenen Bildschirmzeit und verbringt mehr Zeit am Smartphone, als sie es sich wünschen.

Die repräsentative Umfrage hat das Meinungsforschungsinstitut YouGov vom 30. April bis 6. Mai 2026 im Auftrag des Gesundheitsbegleiters Doctolib unter 1.014 Eltern durchgeführt, die mindestens mit einem Kind unter 18 Jahren im Haushalt zusammenleben. Sie hat noch mehr ans Licht gebracht:

  • Danach verbringen 43 Prozent der befragten Eltern täglich zwei Stunden oder mehr privat mit dem Smartphone.
  • Fast ebenso viele (42 Prozent) tummeln sich eine Stunde oder länger am Tag auf Social Media.
  • Das finden 43 Prozent von ihnen selbst zu viel. Sie sagen, sie würden ihren eigenen Konsum gerne einschränken, finden das aber schwierig.

Im Alter ab 6 Jahren gehen die Konflikte los

Und wissen die Eltern überhaupt, wie oft die Kinder überhaupt Bildschirme nutzen? Auch das wurde innerhalb der Studie abgefragt. Die Eltern sollten dazu die Einschätzung über jedes einzelne der 1.663 Kinder abgeben. Ergebnis:

  • Mehr als die Hälfte der Kinder (51 Prozent) nutzen bis zum Alter von fünf Jahren gar keine Smartphones oder Tablets. 55 Prozent der Eltern mit Kindern in diesem Alter geben an, klare Medienregeln konsequent umzusetzen.
  • Konflikte gibt es dennoch bei 21 Prozent der Befragten, sie berichten von häufigen Auseinandersetzungen.
  • Spätestens mit dem Schuleintritt wird die Nutzung digitaler Medien Teil des Alltags. Insgesamt nutzen 80 Prozent der Sechs- bis Zwölfjährigen in ihrer Freizeit Smartphones oder Tablets.
  • Die Konfliktrate erreicht in dieser Altersgruppe mit 24 Prozent ihren Höchststand. In der Folge beobachten 72 Prozent der Eltern mit Kindern in diesem Alter negative Auswirkungen – am häufigsten Stimmungsschwankungen, weniger gemeinsame Zeit und Gespräche sowie Konzentrationsprobleme.
  • Bei 13- bis 17-Jährigen hat sich die Mediennutzung weitgehend verselbstständigt: Laut Angaben der Eltern nutzen 97 Prozent Smartphones täglich, sieben Prozent sogar fünf Stunden oder mehr. 81 Prozent sind in den sozialen Medien aktiv. Gleichzeitig schwindet der elterliche Einfluss: Nur noch 35 Prozent setzen klare Medienregeln konsequent um.

Ob Regeln gelten und durchgesetzt werden oder nicht – es zeigt sich ein weiteres Phänomen im Familienalltag: Der Griff zum Handy, Tablet und Co. scheint ansteckend zu sein: 37 Prozent der Eltern greifen häufig oder sehr häufig zum Smartphone, während das Kind oder die Kinder selbst Medien nutzen oder abends noch wach sind bzw. kurz vor dem Schlafengehen (28 Prozent).

Die verflixte Krux mit der Vorbildrolle

«Eltern unterschätzen oft, wie sehr ihr eigenes Medienverhalten das ihrer Kinder prägt», erklärt Kinder- und Jugendärztin Laura Benyoub-Müller aus Ratingen. Dass Kinder nachahmen, was sie zu Hause sehen, gelte auch für den Umgang mit dem Smartphone. «Kein Verbot wirkt so nachhaltig wie ein bewusstes Vorbild», sagt die Medizinerin.

Sie kann dabei verstehen, dass es Kinder unfair finden, wenn nur sie sich an Regeln zu Medienzeiten halten sollen, die Eltern aber nicht. «Warum können sie ellenlange Chats führen, ich aber nicht?», sei eine häufige Frage, die Eltern in Erklärungsnot bringen. Sie erinnert dann an ihre eigene Kindheit, in der ihre Eltern 5 Briefe am Tag bekommen hatten – und sie keinen einzigen. «Ich wollte auch Post. Erst als mir meine Mutter erklärte, dass es sich dabei meist um lauter Rechnungen handelte und versicherte „solche Post willst du nicht“, war ich auch nicht mehr scharf darauf.»

Auf die heutige Zeit übertragen rät Dr. Benyoub-Müller den Eltern ihrer Patienten daher, den Kindern je nach Alter genau zu erklären, wenn es sich bei Mamas oder Papas Bildschirmzeit um notwendige Erledigungen des Alltags handelt. Wenn aber nicht, gelte ihr Motto: «Das Schöne an der Kindererziehung ist, sich selbst an die ganzen Regeln zu halten.»

Wie sich Eltern überlisten, selbst weniger am Handy zu hängen

Dabei hat die Kinderärztin auch Rezepte für Mütter und Väter auf Lager, wie sie ihre eigenen Konsum-Routinen überlisten können. Hier drei praxistaugliche Tipps:

  1. Tragen Sie eine klassische Armbanduhr! «Dann fällt schon mal ein Grund weg, nur wegen der Uhrzeit ständig aufs Smartphone zu schauen.» Auch eine Smartwatch sei nicht ideal, weil da ständig neue Pop-ups aufblingen.
  2. Wuseliger Alltag? Dann strukturieren Sie den neu! Etwa so: Jetzt trinke ich Kaffee, danach spiele ich mit den Kindern, dann ist eine feste Zeit dran, wo Mails gecheckt, Verwaltungskram erledigt, recherchiert oder Online-Bestellungen aufgegeben werden. «Dann weiß das Kind, Mama arbeitet gerade Wichtiges ab und daddelt oder surft nicht nur so rum.»
  3. Behalten oder führen Sie wieder eine Festnetznummer ein! «Dann kann man mal das Handyklingeln oder das Bling-Geräuch für eine neue Message ruhig ignorieren. Wenn dann nämlich kurz darauf auch das Festnetz klingelt, weiß ich, dass es wirklich dringlich ist», so Laura Benyoub-Müller. Dabei sei es hilfreich, wenn man für einzelne Personen, Schule oder Kindergarten einen jeweils besonderen Klingelton einstellt. «So wird man nicht mehr darauf wie ein Hündchen konditioniert, bei jedem Bling los zum Handy zu rennen.» News4teachers / Von Claudia Wittke-Gaida, dpa

Greift die Debatte um Handy-Verbote in Schulen zu kurz? “Technoferenz”: Wenn Eltern präsent sind – aber nicht wirklich

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27 Kommentare
Hans Malz
17 Tage zuvor

Das bitte mal Herrn Dobrindt mitteilen.

Teacher Andi
17 Tage zuvor

Dieses Bild ist sehr aussagekräftig und sollte mehrmals täglich online eingespielt werden ab einer gewissen Nutzungsdauer des Handys. Den Eltern müssen offenbar ihre Defizite mangels gesundem Denkvermögen permanent vor Augen gehalten bekommen, damit sie es irgendwann kapieren. Traurig.

Rüdiger Vehrenkamp
17 Tage zuvor

Now we are talking. Der Artikel beschreibt die Probleme, die wir in vielen Familien haben, die wir im Rahmen der Familienhilfe begleiten. Der Suchtfaktor von Smartphones, sozialer Medien usw. ist nicht zu unterschätzen und führt weiterhin zu psychischen Auffälligkeiten. Das Gehirn ist unter Dauerbeschuss. Und wenn die Eltern ihre Zeit am Handy vor alles andere stellen, tun es die Kinder leider auch. Erinnert mich an Schüler, die zu wenig lesen und auch keine Lust darauf haben. Fragt man dann die Eltern, wann sie zuletzt gelesen haben, ergibt sich ad hoc ein sehr klares Bild. Warum soll sich das Kind vor ein Buch setzen, während die Eltern in die tragbare Flimmerkiste schauen und fleißig wischen?

Heinz
17 Tage zuvor

Einfach mal bei einem Arzt ins Wartezimmer setzen und der einzige sein, der sich die Leute und die Umgebung anzieht. Besonders witzig, auch beim Chiropraktiker zu beobachten, wie sie alle da sitzen und mit gesenktem Kopf auf das Handy starren.

Kinderflüsterer
17 Tage zuvor
Antwortet  Heinz

Da braucht es keine Hefte mehr vom Lesezirkel. Ist das nicht auch ökonomisch fürs Gesundheitswesen?

Susanne M.
17 Tage zuvor
Antwortet  Heinz

Noch revolutionärer gefällig? Nehmen Sie ein Buch zur Hand.

Indra Rupp
17 Tage zuvor

Vor einer Weile erlebt :
Ein etwas flapsiger, übergewichtiger Junge, etwa 10 Jahre alt, scheint Inliner bekommen zu haben. Er rollt damit jauchzend herum und hat großen Spaß, ist wohl auch Stolz, dass er es hinbekommt, damit zu fahren. Seine Mutter beobachtet ihn strahlend und freut sich mit ihm. Er genießt die Aufmerksamkeit und fährt immer mit „Mama, guck mal!“ auf seine Mutter zu und wieder zurück. Er lacht, sie lacht. Da gleitet ihre Hand fast unbewusst in ihre Tasche. Der Junge schreit wie in Alarmbereitschaft auf :“MAMA , NICHT AUFS HANDY GUCKEN!!!“

unfassbar
16 Tage zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Viel realistischer finde ich folgendes:

Junge fährt Inliner und ruft „Mama, guck mal!“
Mama kriegt das nicht mit, weil sie aufs Handy schaut.

Susanne M.
17 Tage zuvor

Warum können sie ellenlange Chats führen, ich aber nicht?», sei eine häufige Frage, die Eltern in Erklärungsnot bringen…..
“ Kind, mein Gehirn ist schon fertig entwickelt..Deines noch nicht“….
Was ich damit sagen möchte? Es kann sein, dass ich altmodisch bin, aber generell dürfen Erwachsene Dinge tun, die Kindern nicht zustehen. Wählen, Auto fahren, Sex haben, Alkohol konsumieren ..und eben auch mehr oder überhaupt das Handy nutzen.

Der Leser
16 Tage zuvor
Antwortet  Susanne M.

Prinzipielle Zustimmung insofern, dass nunmal nicht zu 100 % dieselben Regeln für Erwachsene wie für Kinder gelten, mit Verweis auf die von Ihnen genannte vollendete Entwicklung des Gehirns.
Aber ich habe den Eindruck, dass viele Erwachsene mit der Begründung zu leichtfertig an die Thematik herangehen. Das Smartphone und Social Media sind potenziell schädlich, auch für voll ausgereifte Gehirne.

Teacher Andi
16 Tage zuvor
Antwortet  Der Leser

Wenn man sein Kind vernachlässigt, weil das Daddeln wichtiger ist, dann ist das Gehirn nicht besonders gut entwickelt, sorry.
Diese Sucht ist augenscheinlich, sobald das Ding rattert oder einen Ton von sich gibt, muss man reinglotzen, geht gar nicht mehr anders. Das ist beängstigend, zumal 90 Prozent der konsumierten
Inhalte völlig überflüssig sind. Die Prioritäten vieler junger Eltern haben sich massiv in eine krankhafte Zone verschoben, Konsum und Online sind die Götter unserer Zeit.

Riesenzwerg
16 Tage zuvor
Antwortet  Susanne M.

Sollten sich Erwachsene, die obendrein Eltern sind, sich nicht wenigstens ab und an mal von ihren Geräten trennen und ihren Kindern Aufmerksamkeit schenken?

Erwachsen hin oder her – auch die werden süchtig.

Und ob sie es wollen oder nicht – sie SIND die VORBILDER ihrer Kinder!

Susanne M.
15 Tage zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Die Millenials waren die Letzten, die eine nicht digitale Grundschulzeit hatten. Sie sollten noch ohne können, und Digitales nutzen, wie es gedacht war: Zur Recherche, zum Kontakt und ab und an zur Unterhaltung.
Bei noch jüngeren Eltern gebe ich Ihnen Recht; die zeigen Suchtverhalten.

Katinka
15 Tage zuvor
Antwortet  Susanne M.

Das sehe ich z. T. genauso. Ich erinnere mich, wie meine Eltern stundenlang in die Zeitung gestarrt haben und nicht ansprechbar waren. Ich lese Nachrichten und Artikel vorrangig am Handy oder PC (teils mit Abos). Ich thematisiere das mit meinen Kindern und zeige ihnen, was ich lese oder lese auch mal was vor, was sie interessieren könnte. „Daddeln“ tu ich nur, nachdem ich alles andere erledigt habe, und das wissen die Kinder auch. Auch mache ich Arzttermine, lese Elternbriefe, verlängere Bücher, mach eine Einkaufsliste etc. am Handy. Ich denke, es kommt auch sehr darauf an, ob man wirklich immer nur „daddelt“ oder eben auch den Alltag der Familie am Handy organisiert.

Rainer Zufall
17 Tage zuvor

Sehr treffend ein bestehendes Problem in viel zu vielen Familien beschrieben, aber… sagen wir irritierende Tipps.
„Jetzt trinke ich Kaffee, danach spiele ich mit den Kindern, dann ist eine feste Zeit dran, wo Mails gecheckt, Verwaltungskram erledigt, recherchiert oder Online-Bestellungen aufgegeben werden.“
Das geht glaube ich ein wenig an der Lebenswirklichkeit vorbei, besonders bei bildungsfernen Familien, aber… deren Lifecoach wird denen das schon sagen? :/

GriasDi
17 Tage zuvor

Und dann reden Medienpädagogen immer vom reflektierten Umgang – bei 10 jährigen.

Der Leser
17 Tage zuvor

Zur Ausnahme hundertprozentige Zustimmung. Ich befürworte ein Social-Media-Verbot insofern, weil Eltern dann eine „Ausrede“ haben, den Kindern keinen Zugang schaffen zu müssen. Wer das gegenwärtig versucht, läuft Gefahr, seine Kinder zu Außenseitern zu machen. So wäre es aber für alle gleich verboten. Ob ein staatliches Verbot dafür am verhältnismäßigsten ist, ist sicher diskussionswürdig, es wäre aber praktisch hilfreich.

Zur anderen Seite gehört aber auch, dass Eltern vorleben müssen, dass ein Zuviel schädlich ist. Ich würde normalerweise nicht soweit gehen, dass für Eltern haargenau dieselben Regeln gelten wie für Kinder. Aber hier „führt man immerhin durch Vorbild“. Und seien wir ehrlich: Weniger Bildschirmzeit schadet keinem von uns.

Mucki
16 Tage zuvor
Antwortet  Der Leser

Statt eine or’wellsche Überwachung durch Techkonzerne und Behörden zu fordern:

Einfach dazu stehen nein zu sagen und ein unterstützendes Umfeld sowie Schule mit Handyverbot für die Kinder wählen und schon ist die Außenseiterrolle umgekehrt.

Roland
16 Tage zuvor
Antwortet  Der Leser

Aber in den Schulen erwarten, dass Kahoot auf dem eigenen Handy gespielt wird, Arbeitsanweisungen mit dem eigenen Handy abfotographiert werden, der Sunden- und Vertretungsplan (der sich mehrmals am Tag ändert) auf dem eigenen Handy abgerufen wird (nix schwarzes Brett)….
Hier führt aber auch niemand durch Vorbild.
Mal wieder: danke für nichts

Der Leser
16 Tage zuvor
Antwortet  Roland

Stimme ich ebenfalls zu, das würde ich auch nicht verteidigen wollen. Im Gegenteil.

DerechteNorden
16 Tage zuvor
Antwortet  Roland

Witzigerweise fühlte ich mich gerade zunächst etwas ertappt, denn bei mir dürfen die Kids ab Klasse 8 tatsächlich ihr eigenes Handy für Kahoot benutzen. Für die, die das nicht können/wollen, stelle ich ein Gerät bereit. Ab und zu gibt es Arbeitsbögen mit QR-Code, aber immer auch mit Link über die Landeslernplattform. Niemals würde ich verlangen, dass die Kids ein eigenes Endgerät nutzen müssen. In der Nutzungsordnung unserer Schule ist das auch explizit so formuliert.
An unserer Schule hängen im Gebäude Monitore (Plural!), über die Veränderungen im Stundenplan zu erfahren sind. Wenn die ausfallen, fragen ältere Schülys, ob sie mal bei WebUntis nachschauen dürfen, die jüngeren bitte uns Lehrkäfte, für sie nachzuschauen.

Tatsächlich finde ich, dass das, was Sie beschreiben, gar nicht geht. Aber vielleicht ist es auch gar nicht so, sondern so wie an meiner Schule, nur dass die Kids zuhause etwas anderes erzählen, damit sie ein eigenes Handy bekommen bzw. es mitnehmen dürfen, um es vielleicht unerlaubterweise in der Schule zu nutzen?

Kinderflüsterer
16 Tage zuvor
Antwortet  Roland

Bitte nicht verallgemeinern!

Grundschultante
16 Tage zuvor

Bei uns müssen Handys/Smartphones schon seit längerem ausgeschaltet in der Mappe sein.
Inzwischen haben wir die Hausordnung nach Rücksprache mit der GEV ergänzt: Eltern bzw. abholende Personen dürfen auf dem Schulgelände nicht mehr telefonieren. Wenn man sieht, wie viele Erwachsene, die eigentlich das (hoffentlich) Liebste in ihrem Leben nach einem langen Schultag abholen kommen und ihr Liebstes (Handy) dabei fest im Blick haben… Naja.
(Der Großteil der Eltern hat das übrigens erstaunlich gut aufgenommen.Für unsere Kinder ist es allemal ein weitaus schöneres Wiedersehen. Mit den anderen Eltern diskutieren wir gern.)

S.B.
16 Tage zuvor

Es kommt auch immer darauf an, warum ich als Erwachsener auf das Smartphone gucke: recherchiere ich etwas? Tätige ich eine Überweisung? Lese ich einen Artikel oder ein Buch? Das alles ist sinnvoll. Weniger sinnvoll und zeitraubend sind lange Chats, Tiki Tok-Videos, Snapchat…und und und.

DerechteNorden
16 Tage zuvor
Antwortet  S.B.

Aber doch nicht im Beisein der Kinder. Warum sollte ich recherchieren usw., wenn ich eigentlich gerade mit meinem Kind interagiere? Für die macht es nämlich keinen Unterschied, ob ich gerade ein Buch übers Handy lese oder Videos bei TikTok schaue.
Wichtiger ist, dass man seinen Kids erklärt oder vielleicht sogar zeigt, was man da gerade am Handy (Sinnvolles versteht sich!) macht, da das Kind dann ja wieder Aufmerksamkeit erhält und mit einbezogen wird.

Kinderflüsterer
16 Tage zuvor
Antwortet  S.B.

Nein, das ist zwar in der Sache plausibel, aber viel entscheidender ist das optische Narrativ- das Handy als absoluter Aufmerksamkeitssauger ständig in der Hand der Erwachsenen.

GBS-Mensch
14 Tage zuvor

Kinder übernehmen die Verhaltensmuster der Erziehenden? Na sowas?!

Und dann der übliche Käse mit diesen Befragungen.
Es wird eine Frage gestellt, die mit exorbitanter Zustimmung bejaht wird, weil eine ablehnende Haltung auch völlig Gaga wäre.
Wären Sie gerne gesünder, wohlhabender, erwerbstätiger, attraktiver, erfolgreicher, weniger drogenabhängig, weniger obdachlos oder weniger übergewichtig etc ?

Wenn man dann frag, was die Beteiligten dazu beizutragen bereit wären, herrscht dann das Schweigen im Walde oder ergeht sich in Ausflüchten.
Gerne wird die Lösung des Problems auf externe Institutionen (Schule) verlagert und fördert Verbote oder Steuererhöhungen.

Ich erlebe im Alltag sehr häufig, dass genuine Erziehungsaufgaben auf die entsprechenden Institutionen verlagert werden, um den häuslichen, erzieherischen Konflikten mit dem Nachwuchs aus dem Weg zu gehen.

Klar, nach Feierabend will man ja seine Ruhe und sich beim Smartphonedaddeln und Bierchen kippen nicht stören lassen.

Aber noch ein Tipp zum Thema:

Ich habe das Smartphone per Default auf lautlos und soweit es ging die Pushbenachrichtigungen deaktiviert.

Das hat mir persönlich ziemlich geholfen.