BERLIN. Smartphones gehören für Kinder und Jugendliche längst zum Alltag. Viele Eltern verzichten dabei zu Hause auf feste Zeitlimits oder eine konsequente Kontrolle der Social-Media-Nutzung. Umso deutlicher fällt ihr Ruf nach verbindlichen Regeln außerhalb der Familie aus: Eine große Mehrheit spricht sich für höhere Altersgrenzen bei sozialen Netzwerken und für Handyverbote an Schulen aus. Die neue Postbank-Digitalstudie zeigt damit, wie Verantwortung für den digitalen Medienkonsum zunehmend an Schulen adressiert wird.

Die Mehrheit der Erziehungsberechtigten in Deutschland verzichtet bei ihren Kindern auf strenge zeitliche Beschränkungen am Smartphone und eine konsequente Überwachung der Social-Media-Aktivitäten. Wie die «Postbank Digitalstudie 2026» zeigt, haben viele Mütter und Väter gar keinen genauen Überblick mehr darüber, wie intensiv und womit der eigene Nachwuchs seine Zeit in der digitalen Welt verbringt.
Für repräsentative Studie wurden im Mai über 3.000 Menschen in Deutschland befragt, darunter 732 Personen mit Kindern im Haushalt. Aus den Ergebnissen ergibt sich ein überraschend freizügiges Bild des digitalen Alltags in den Familien: In 65 Prozent der Haushalte gibt es keinerlei zeitliche Beschränkungen für die tägliche Handynutzung. Auch in den Abendstunden wird der Konsum kaum reguliert – in zwei Dritteln der Familien existiert kein Handyverbot vor dem Schlafengehen.
Kaum Regeln für Instagram und Co.
Auffällig ist die lockere Einstellung der Eltern beim Umgang des Nachwuchses mit sozialen Netzwerken wie TikTok, Instagram und YouTube. In 57 Prozent der Familien fehlen klare Regeln zur Social-Media-Nutzung durch Minderjährige völlig. Viele Eltern vertrauen stattdessen auf die Eigenverantwortung der Kinder und kontrollieren die Nutzung bewusst nicht.
Vor allem bei Erziehungsberechtigten ab 40 Jahren ist dies der Fall: 61 Prozent in dieser Altersgruppe überprüfen die Inhalte und Aktivitäten ihrer Kinder im Netz nicht oder nur sehr unregelmäßig. Das ist umso brisanter, da fast die Hälfte (47 Prozent) der unter 18-Jährigen laut Angaben der Eltern täglich mehr als eine Stunde in diesen sozialen Netzwerken verbringt.
Mehrheit für Altersbeschränkung bei Social Media
Gleichzeitig spricht sich eine überwältigende Mehrheit von 86 Prozent der Befragten für eine Altersbeschränkung bei der Nutzung von Social Media aus. Lediglich 14 Prozent halten eine Altersbeschränkung für unsinnig. 44 Prozent sagen, dass die Nutzung von sozialen Medien wie TikTok, YouTube oder Instagram erst ab 16 Jahren oder älter erlaubt sein soll. 27 Prozent würden dies bereits ab der Altersgruppe von 14 bis 15 Jahren gestatten. 10 Prozent sehen die Schwelle schon bei 12 bis 13 Jahren, 3 Prozent in der Altersgruppe 10 bis 11 Jahre.
In Haushalten ohne Kinder sieht man das Thema strenger als in Familien mit Kindern. Die Kinderlosen plädieren zu 48 Prozent für eine Altersbeschränkung von mindestens 16 Jahren bei der Nutzung von Social Media. In Haushalten mit Kindern sind es nur 31 Prozent.
Immer jünger, immer vernetzter
Aus der Postbank-Umfrage geht auch hervor, dass das digitale Leben der Kinder immer früher beginnt. Die Mehrheit der Heranwachsenden (54 Prozent) erhält ihr erstes eigenes Smartphone zwischen dem neunten und zwölften Lebensjahr. Jedes fünfte Kind besitzt sogar schon spätestens mit acht Jahren ein eigenes Gerät. Hier zeigt sich auch ein deutlicher Generationenunterschied bei den Eltern: Jüngere Eltern (unter 40 Jahren) statten ihren Nachwuchs tendenziell früher mit mobilen Geräten aus – ein Viertel von ihnen übergibt das erste Handy bereits vor dem neunten Geburtstag. Bei den älteren Eltern tun dies nur 14 Prozent.
Wenn Vorgaben gemacht werden, konzentrieren sich diese meist auf das physische Zusammenleben und schulische Pflichten: Für 51 Prozent der befragten Eltern ist das Smartphone während der Mahlzeiten tabu, jeder Zweite verbietet den Bildschirm bei den Hausaufgaben und in der Schule. Auch der Zugriff auf bestimmte Apps oder Webseiten wird in rund der Hälfte der Familien untersagt.
Doch gerade außerhalb der eigenen vier Wände stoßen Eltern an ihre Grenzen. Da sie dort kaum eigene Regeln durchsetzen können, wird der Ruf nach Institutionen lauter: Eine überwältigende Mehrheit von 82 Prozent der Eltern (und 83 Prozent der Deutschen insgesamt) befürwortet ein Handyverbot an Schulen. Als Hauptgrund geben 51 Prozent an, dass die Geräte schlicht den Unterricht und die Konzentration der Schüler stören. News4teachers / mit Material der dpa
Hier lässt sich die vollständige Postbank-Umfrage herunterladen.










Na klar… Zuhause beziehen sie Dresche, wenn sie die Handy- und Computerzeiten begrenzen … in der Schule überlassen sie das den LuL.
Da ist die Hierarchisierung schnell entschieden.
Wie bei vielen andren Erziehungsthemen sonst auch.
Ey du Opfer! Du willst mich Handy wecknehmen? Ich dich zeigen Respekt! Trau du dir noch einmal in den Untericht!
Isch weiss wo dein Haus wohnt, Alda.
Alta! Ein bisschen Rechtschreibung muss schon sein.
Grammatik is nix recht.
Gilt das auch für Linkshänder?
Na klar Bro … Wallah
Drescher? Du meinst wohl müssen sie erziehen, diskutieren, stark bleiben, sich durchsetzen
Die Dresche beziehen im Konflikt die Eltern, die versuchen, strenge Handyregeln durchzusetzen… 😉
Jetzt wissen wir endlich, warum die Jeuster regelmäßig pumpen gehen.
„Für 51 Prozent der befragten Eltern ist das Smartphone während der Mahlzeiten tabu, jeder Zweite verbietet den Bildschirm bei den Hausaufgaben und in der Schule“
Umgekehrt erlaubt die Hälfte das Smartphone beim Essen und in der Schule?!
Und bei den Hausaufgaben! Ach, könnte ChatGPT doch alles in Anwesenheit erledigen….
Bei solchen Eltern, die wahrscheinlich selbst schon mit dem phone verwachsen sind, ist das, was wir machen und sollen vergebliche Liebesmüh. Laut Pressemitteilung bekommen wir in rlp jetzt auch ein Handyverbot bis Klasse 10. Damit ist das Thema auch offiziell nicht mehr meine Zuständigkeit.
Ich, NRW, Weine leise