@bildungsachsenanhalt Gerne weiterzwitschern! 🦜 ⚠️ Bei den Arbeiten zu diesem TikTok kamen keine Tiere zu Schaden. ⚠️ #BildungST #Comedy #Zukunftbildung #Weltenretter #fyp @Jan Riedel
Sachsen-Anhalts Bildungsminister Jan Riedel (CDU) sieht die Demokratie durch verändertes Medienverhalten und den wachsenden Einfluss rechter Inhalte unter Druck. Viele Menschen im Land informierten sich kaum noch über die klassische Medienvielfalt, sondern vor allem über TikTok, rechte Online-Portale und Boulevardmedien, sagte Riedel dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). «Wir erreichen die Menschen in Sachsen-Anhalt kaum noch über die traditionelle Medienvielfalt. Viele schauen nur noch TikTok und rechte Online-Portale und lesen die Boulevard-Presse.» Hier sei die AfD besonders stark vertreten, sagte Riedel.
Der Minister äußerte sich besorgt über die Folgen für die politische Kultur. «Konsens und Kompromiss werden als Schwäche angesehen und verachtet. Dabei sind das doch Schmiermittel der Demokratie.» Seine Sorge sei, dass sich Menschen zunehmend nur noch mit Informationen beschäftigten, die ihre eigene Sicht bestätigten. «Wenn Bürgerinnen und Bürger nur noch konsumieren, was sie ohnehin für richtig halten und sich von demokratischer Auseinandersetzung isolieren, werden wir auch ein Bildungsproblem bekommen.»
Nach Angaben des CDU-Politikers macht sich diese Entwicklung auch an den Schulen bemerkbar. «Selbst Kinder verbreiten rechtsradikale Sprüche. Für Lehrkräfte, die pflichtgemäß einschreiten, wird der Druck auch gerade durch Eltern größer.»
Daran ist Riedel womöglich allerdings auch beteiligt. Denn die Schulverwaltung seines Ministeriums mahnte den Lehrer Max Heckel ab, nachdem er im Unterricht auf Fragen von Schülerinnen und Schülern zur AfD eingegangen war und erläutert hatte, warum er die Partei nicht gewählt habe. Heckel weist den Vorwurf zurück, gegen seine Dienstpflichten verstoßen zu haben – und zieht deshalb vor Gericht. Vielmehr sieht er sich verpflichtet, rechtsextreme Positionen im Unterricht einzuordnen und vor verfassungsfeindlichen Entwicklungen zu warnen. Naheliegend ist, dass die Abmahnung viele Lehrkräfte verunsichert. Heckel hat deshalb angekündigt, den Fall notfalls durch mehrere Instanzen klären zu lassen.
Riedel hat sich vergangene Woche erstmals öffentlich dazu geäußert (im Regionalmedium HalleSpektrum). Zwar betonte er, Lehrkräfte müssten demokratische Werte vermitteln und demokratiefeindlichen Bestrebungen entgegentreten. Im Fall Heckel stellte er sich jedoch nicht vor den Lehrer, sondern hinter seine Schulverwaltung. Obwohl das Disziplinarverfahren noch vor seinem Amtsantritt eingeleitet worden war, habe er sich nach eigenen Angaben umfassend über den Vorgang informiert und halte die Entscheidung des Landesschulamts „auf Grundlage der vorliegenden Informationen und der dienstrechtlichen Bewertung“ für nachvollziehbar. Ob die Grenzen des Schul- und Beamtenrechts im konkreten Fall überschritten worden seien, müsse nun das Gericht entscheiden. «Gerade bei Verfahren, die noch nicht rechtskräftig abgeschlossen sind, sollte man mit Bewertungen und Vorverurteilungen vorsichtig sein», erklärte der Minister.
Damit übernimmt Riedel die Verantwortung für die Entscheidung seiner Behörde. Gleichzeitig vermeidet er eine politische Rückendeckung für Lehrkräfte, die sich – wie Heckel – auf ihren demokratischen Bildungsauftrag berufen. Die Frage, wo die Grenze zwischen parteipolitischer Beeinflussung und notwendiger Einordnung demokratiefeindlicher Positionen verläuft, überlässt der Minister der gerichtlichen Klärung.
Minister setzt selbst auf TikTok – mit lustigen Clips
Statt sich kämpferisch gegen die in Sachsen-Anhalt vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch geführte AfD (die das Verfahren gegen Heckel losgetreten hatte) zu positionieren, setzt Riedel in sozialen Netzwerken – auf Humor. Er ist seit längerer Zeit selbst auf TikTok aktiv und veröffentlicht dort regelmäßig Beiträge aus seinem Ministeralltag. Unlängst verteidigte er sein Format nach Kritik der AfD im Landtag. Ziel der teils lustigen Videos sei es, Reichweite zu erzielen und Nutzer anschließend auf bildungspolitische Themen aufmerksam zu machen. Das Bildungsministerium erklärte damals, einmal pro Woche werde bewusst ein unterhaltsamer Clip veröffentlicht, um Interesse für die übrigen Inhalte zu wecken.
Die Äußerungen Riedels fallen gut einen Monat vor der Landtagswahl am 6. September. In der jüngsten repräsentativen Infratest-dimap-Umfrage lag die AfD mit 41 Prozent deutlich vor der CDU, die auf 24 Prozent kam. Die AfD strebt an, in Sachsen-Anhalt erstmals den Ministerpräsidenten eines Bundeslandes zu stellen – und den Bildungsminister. News4teachers / mit Material der dpa










Sind ARD und Co nicht auch bei Tiktok?
Wenn Sie Ihr Wissen über politische Parteien und Medien mit Pressekodex über Tiktok erwarben und nachweislich nichts lernten, vielleicht fühlen Sie sich zu einem anderen Beruf eher berufen?
Ich meine, wenn Sie ARD und AfD auf Tiktok aufgrund eines Buchstaben nicht differenzieren können, vielleicht müssen Sie da einach noch etwas lernen… :/
Tipp: Die Politiker könnten auch mit aus ihrer Sicht unseriösen Medien sprechen. Falls die den Kontakt im Anschluss falsch wiedergeben, dann soll der breite Arm des Gesetzes über die unseriösen Medien wirken.
Ihr „Tipp“ ist, dass alle unseriös seien sollten?
Meine Fresse…
Der blaue Amtsnachfolger ab September steht schon bereit. Da kanner posten, was er will.
Ist halt alles falsch ^^
Dass die Zeiten des „Fernsehens“, was für ein altmodisches Wort, vorbei sind, bestätigte sich beim Wochenendbesuch bei Bekannten.
Die haben noch einen Fernseher (mit Fire-Stick), vornehmlich wohl, weil er seine jugendliche Begeisterung für Filme mitgenommen hat ins höhere Erwachsenenalter.
Beim Umschalten zeigten sich dann Barbara Salesch und die Simpsons. Ganz unironisch, im Privatfernsehen. Wie Anfang 2000, dem Höchststand der Fernsehkulturellen Entwicklung hierzulande.
Ein Blick in die ausgedünnten Zeitungs- und Zeitschriftenregale im örtlichen Tabakgeschäft bestätigt die Entwicklung, ältliche Fernsehpromis (die Geissens) auf den Titelseiten der Boulevardpresse (auch so ein altmodisches Wort), Themen für ein noch älteres Publikum.
Weitere Beobachtung in der Bahn: so gut wie niemand mehr hinter einer Zeitung oder Zeitschrift in Papierausgabe.
Und in der Schule gab es früher Schulbücher, einheitliche Schulbücher, welche neben der einheitlichen Fernseh- und Leseerfahrung (20:15 Filme, Lokalzeitungsabo, Schullektüre, Stern, Bravo .. ) dafür gesorgt haben, dass alle auf dem gleichen Stand waren. Hausaufgabe: im Geschichtsbuch Seiten 41-46 lesen und die Fragen beantworten. Abends Tagesschau mitgucken, bevor die Eltern den langweiligen „Tatort“ gucken. Wir hatten ja nicht anderes als diese „traditionelle Medienvielfalt“.
Nun ist das alles mehr oder weniger Geschichte. Nun gucken alle pausenlos auf ihr Smartphone, aber inhaltlich unterschiedlich.
Der gemeinsame Erfahrungsraum liegt, so sehe ich es nach dem Bahnfahrwochenende bestätigt, vermutlich in der Überreizung bzw. Dopaminsucht. Vielleicht liegt da die Schnittmenge, wenn Riedel von „Bildungsproblem“ spricht.
Da hat man jahrelang mit Schmierblättern wie BILD gekuschelt, seriöse Medien zugunsten von selbstverwalteten Medienpräsenzen getauscht und unregulierte Medien bevorzugt, die in ihren eigenen Heimatländern streng reguliert werden, und jetzt das…
Aber im Angesicht dieser völlig neuen Erkenntnis sind wir nun alle auf den Rückzug der Politik aus Twitter, Tiktok und sonstwas gespannt, solange diese nicht in regulierten Formaten stattfinden, sich stattdessen argumendfremd in Ausschnitten posten