Start Nachrichten Nur ein Schulpsychologe für 5.000 Schüler – reicht das? GEW: „Zumutung“

Nur ein Schulpsychologe für 5.000 Schüler – reicht das? GEW: „Zumutung“

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DÜSSELDORF. Die Zahl psychisch belasteter Schüler wächst – die Zahl der Lehrkräfte, denen das Verhalten ihrer Schüler zu schaffen macht, ebenso. Was das für den Bedarf an Schulpsychologen in NRW bedeutet.

1 : 5.000. Illustration: News4teachers

In Nordrhein-Westfalen kümmert sich rein rechnerisch ein Schulpsychologe um rund 5.000 Schüler. Angesichts der angespannten Haushaltslage zeichnet sich auf absehbare Zeit keine Verbesserung dieses Verteilungsschlüssels ab. Das geht aus einer Antwort des Düsseldorfer Schulministeriums auf eine SPD-Anfrage hervor.

Die SPD-Abgeordnete Dilek Engin wies darin auf besorgniserregende Entwicklungen hin, die das Deutsche Schulbarometer im Frühjahr abgebildet hatte. Laut repräsentativer Befragung für die Robert Bosch Stiftung fühlte sich im vergangenen Jahr jedes vierte Kind psychisch belastet – 2024 war es etwa jedes fünfte Kind gewesen. Bei Familien mit sehr geringem Einkommen lag dieser Wert sogar bei mehr als 31 Prozent.

Auch Lehrer haben zu kämpfen

In einer weiteren Studie für das Schulbarometer hatten 46 Prozent der befragten Lehrkräfte angegeben, das Verhalten ihrer Schüler sei für sie die größte berufliche Belastung. Vor zwei Jahren hatte das nur gut jede dritte befragte Lehrkraft (35 Prozent) so empfunden.

Auf die Frage der SPD, welche Maßnahmen die Landesregierung ergreifen wolle, um die schulpsychologische Versorgung in NRW auszubauen und somit den steigenden Unterstützungsbedarf an den Schulen zu decken, antworte Schulministerin Dorothee Feller (CDU): «Das Land hält – trotz bekannter Haushaltslage – die Zahl der Schulpsychologinnen und -psychologen landesweit konstant.»

Gewerkschaft: eine Zumutung

Das reiche nicht aus, kritisierte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Konstante Kapazitäten bedeuteten am Ende des Tages einen Abbau der Versorgung, stellte die GEW-Landesvorsitzende Ayla Çelik fest. «Die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen und die Entlastung der Lehrkräfte sollte es uns wert sein, jetzt massiv in Unterstützung zu investieren.» Es sei eine Zumutung, wenn Lehrkräfte gleichzeitig Psychologen, Sozialarbeiter und Krisenmanager sein müssten.

Für die rund 2,5 Millionen Schüler in NRW stehen derzeit 464 schulpsychologische Planstellen zur Verfügung – davon 289 im Landesdienst und 175 im kommunalen Dienst. Die Zahl der unbesetzten Stellen sank nach Angaben der Landesregierung seit dem Schuljahr 2022/23 kontinuierlich von damals rund 64 auf zuletzt 20 Stellen. News4teachers / mit Material der dpa

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1 Kommentar
Rüdiger Vehrenkamp
18 Stunden zuvor

Die Zahl sieht in Baden-Württemberg übrigens ähnlich aus und nichts sieht danach aus, als dass sich daran in naher Zukunft etwas ändern würde. Ah doch… Kann sein, dass sich die Zahl an Schülern erhöht, die ein einziger Schulpsychologe abdecken muss.