DÜSSELDORF. Nordrhein-Westfalen stellt seine gymnasiale Oberstufe grundlegend um. Mit der jetzt vom Schulausschuss des Landtags gebilligten neuen Ausbildungs- und Prüfungsordnung (APO-GOSt) werden Präsentationsprüfungen, Projektarbeit und neue Formen der Leistungsbewertung verbindlicher Bestandteil des Weges zum Abitur. Schülerinnen und Schüler sollen ihre individuellen Stärken künftig stärker einbringen können – auch Künstliche Intelligenz darf unter klaren Regeln genutzt werden. Die Reform stößt in der Sache auf breite Zustimmung. Doch ausgerechnet diejenigen, die sie umsetzen sollen, schlagen Alarm: Alle großen Lehrkräfteverbände warnen vor erheblichem Mehraufwand und vermissen zusätzliche Ressourcen.

Die Neuerungen gelten erstmals für Schülerinnen und Schüler, die zum Schuljahr 2027/28 in die Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe eintreten und 2030 ihr Abitur ablegen. Bereits im kommenden Schuljahr will das Schulministerium die Schulen mit landesweiten Fortbildungen auf die Umstellung vorbereiten.
Kernstück der Reform ist ein fünftes Abiturfach, das Nordrhein-Westfalen an die Praxis der meisten anderen Bundesländer heranführt. Anders als die bisherigen schriftlichen und mündlichen Prüfungen setzt dieses Fach auf eine Präsentationsprüfung: Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten eigenständig ein Thema, visualisieren ihre Ergebnisse, halten einen Vortrag und stellen sich anschließend einem Fachgespräch. Alternativ kann auf Antrag eine sogenannte besondere Lernleistung eingebracht werden.
Mit dem zusätzlichen Prüfungsformat erweitert das Land zugleich die möglichen Fächerkombinationen. Ziel ist es, individuelle Begabungen stärker zu berücksichtigen und Kompetenzen sichtbar zu machen, die in klassischen Klausuren nur begrenzt überprüft werden können.
Um die Schülerinnen und Schüler darauf vorzubereiten, werden künftig verbindliche Projektkurse eingerichtet. Im zweiten Jahr der Qualifikationsphase arbeiten die Jugendlichen dort allein oder im Team an komplexeren Vorhaben – von naturwissenschaftlichen Experimenten über technische Modelle bis hin zu künstlerischen Projekten oder kleineren wissenschaftlichen Untersuchungen. Damit soll stärker als bisher selbstständiges Arbeiten eingeübt werden.
„Die Reform greift wichtige bildungspolitische Entwicklungen auf. Moderne Prüfungsformate und zeitgemäße Formen der Leistungsbewertung können die gymnasiale Oberstufe weiterentwickeln“
Auch die Leistungsbewertung im Unterricht verändert sich. Neu eingeführt werden sogenannte gleichwertige komplexe Leistungsnachweise (GKL). Sie können Klausuren ersetzen und umfassen beispielsweise Debatten, Experteninterviews, praktische Arbeiten oder musikalische Gestaltungen. In der Einführungs- sowie in der Qualifikationsphase ersetzt jeweils ein solcher Leistungsnachweis in drei unterschiedlichen Fächern eine Klassenarbeit.
Ein weiterer Baustein der Reform trägt der fortschreitenden Digitalisierung Rechnung. Beim Erstellen von Präsentationen oder komplexen Leistungsnachweisen dürfen Schülerinnen und Schüler künftig Künstliche Intelligenz einsetzen. Voraussetzung ist allerdings, dass Art und Umfang des KI-Einsatzes transparent dokumentiert werden. Die Lehrkräfte sollen diese Nutzung bei der Bewertung angemessen berücksichtigen.
Zugleich werden die Klausurzeiten in der Oberstufe verkürzt. Während in der Einführungsphase künftig grundsätzlich 90 Minuten geschrieben wird, gelten im weiteren Verlauf je nach Jahrgang und Kursart unterschiedliche Bearbeitungszeiten. Unverändert bleiben lediglich die bundesweit festgelegten Vorgaben für die eigentlichen Abiturprüfungen.
Schulministerin Dorothee Feller (CDU) sieht darin einen notwendigen Schritt zur Modernisierung der gymnasialen Oberstufe. „Mit der Modernisierung der gymnasialen Oberstufe schaffen wir einen zeitgemäßen Rahmen für erfolgreiches Lernen“, erklärte sie. Kompetenzen wie selbstständiges Arbeiten und Präsentieren gewönnen für Studium, Ausbildung und Beruf zunehmend an Bedeutung.
Diesen pädagogischen Ansatz stellen auch die Lehrerverbände nicht grundsätzlich infrage. Die Debatte entzündet sich vielmehr an der Frage, ob die Reform unter den bestehenden Bedingungen überhaupt umgesetzt werden kann.
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW NRW) bezeichnet moderne Prüfungsformate ausdrücklich als sinnvolle Weiterentwicklung der gymnasialen Oberstufe. „Die Reform greift wichtige bildungspolitische Entwicklungen auf. Moderne Prüfungsformate und zeitgemäße Formen der Leistungsbewertung können die gymnasiale Oberstufe weiterentwickeln“, erklärt die GEW-Landesvorsitzende Ayla Çelik.
Entscheidend sei jedoch die praktische Umsetzung. Angesichts des anhaltenden Lehrkräftemangels dürften Schulen mit den neuen Aufgaben nicht allein gelassen werden. Çelik fordert zusätzliche Zeit, ausreichend Personal, Qualifizierungsangebote und verlässliche Rahmenbedingungen. Besonders kritisch bewertet die GEW, dass zahlreiche Hinweise aus dem Anhörungsverfahren nach eigener Darstellung unberücksichtigt geblieben seien. Bis heute fehle eine verbindliche Zusage zusätzlicher Ressourcen. „Gute Bildungspolitik braucht nicht nur neue Konzepte, sondern auch die Voraussetzungen, damit sie in der Praxis erfolgreich umgesetzt werden können“, so Çelik.
Ähnlich argumentiert der Philologenverband Nordrhein-Westfalen, obwohl er mehrere Änderungen im Verordnungsentwurf ausdrücklich begrüßt. Nach Angaben des Verbandes seien zwar einige Anregungen übernommen worden, zahlreiche Hinweise aus der Schulpraxis hätten jedoch keinen Eingang in die endgültige Fassung gefunden.
Vor allem der organisatorische Aufwand bereitet dem Verband Sorge. Die Einführung eines fünften Abiturfachs, neue Prüfungsformen sowie zusätzliche Projektkurse erhöhten den Planungs-, Beratungs- und Koordinationsaufwand erheblich. Gleichzeitig seien keinerlei zusätzliche personelle oder zeitliche Ressourcen vorgesehen.
„Es ist absehbar, dass auf Schulen und Lehrkräfte eine enorme Mehrbelastung zukommen wird, ohne dass dafür Entlastungen vorgesehen werden“, warnt der Philologenverband. Aus seiner Sicht benötigen Schulen deutlich mehr Vorbereitungszeit, verbindliche Unterstützungsmaterialien und zusätzliche Möglichkeiten für schulinterne Entwicklungsarbeit. Deshalb fordert der Verband unter anderem vorübergehend einen Stopp weiterer großer Schulreformen, mindestens einen zusätzlichen Tag je Schulhalbjahr für die Vorbereitung sowie eine bessere Lehrer-Schüler-Relation.
Auch der Verband Bildung und Erziehung (VBE NRW) sieht die Reform grundsätzlich positiv, verweist jedoch auf dieselbe zentrale Schwachstelle. „Die Reform enthält sinnvolle Ansätze und eröffnet neue Möglichkeiten für einen zeitgemäßen Unterricht. Was sie bislang nicht enthält, ist eine Antwort auf die Frage, wer die zusätzliche Arbeit leisten soll“, erklärt Landesvorsitzender Stefan Behlau. News4teachers / mit Material der dpa
Verschiebung der Oberstufenreform: „Klug“ – aber noch nicht ausreichend?










Hinweis zur Klausurdauer: Die Änderungen in Q1 und Q2, 1. Halbjahr finde ich gut. Die Regelung im Vorabitur und im Abitur selbst aber in Kombination damit sehr schlecht, weil die Schüler dann in den Leistungskursen von 180 Minuten auf bis zu 315 Minuten springen müssen.
Bei den Projektkursen bin ich sehr skeptisch angesichts des immensen Arbeitsaufwandes für die Lehrer und aufgrund der Verpflichtung entsprechend niederschwellige Angebote und vermutlich geschenkte gute Noten. Ich kann mir kaum vorstellen, dass angesichts des Wahlverhaltens auch in den Projektkursen das angepriesene „komplexe Experimentieren“ zustande kommt. Andererseits ist das gut für die MINT-Lehrer und sehr schlecht für die Sozialwissenschaftler und Geographen..
„Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten eigenständig ein Thema,„
Müssen die Lehrkräfte das dann auch überprüfen oder reicht die Unterschrift auf der Dokumentation?
Das dokumentiere ich fast beliebig langen Texten und Tabellen. Alles null Problemo.
Schlimm genug, dass es jetzt plötzlich für alle irritierend ist, dass Schülerinnen und Schüler mal ein Thema „eigenständig erarbeiten“ sollen…
Früher konnten sich meist nur SuS aus wohlhabenden Familien für die eigenständige Erarbeitung von Hausarbeiten etc, „Berater„, professionellen Schreibservice etc. leisten.
Die anderen mussten noch selber Bibliotheken abklappern, Informationsquellen selber lesen und die Texte selber abtippen.
Ich bin dann mal weg…Den ersten Abiturjahrgang nach den Regeln brauche ich mir nicht mehr anzutun.
Wer die Arbeit macht? Die Gleichen wie immer, noch etwas unbefriedigender, weil noch mehr überlastet. GKL – nett gedacht, aber… SchülerInnen bearbeiten ein Spezialthema in weitgehend freier Form. Lehrkräfte müssen sich also in jedes dieser Schülerthemen einarbeiten, Bewertungsmaßstäbe für die verschiedenen Formen erarbeiten, Dokumentation des KI-Einsatzes überprüfen (ja, der KI, die jetzt schon seitenlange ‚Facharbeiten‘ auswirft), Beratungsgespräche führen….Liebe Deutschkollegen, viel Spaß mit unbekannten Titeln obskurer Autoren, aber ihr habt sicher viel Zeit, diese Texte und etwas Sekundärliteratur zu lesen.
Das kann fachlich nur noch einmal dünner werden. Man kann sich natürlich auf den Standpunkt stellen, durch die neuen Formate würden moderne Arbeits- und Präsentationsformen eingeübt, die heute Kernkompetenzen darstellen. Nur ist das nicht mein Standpunkt und ich bin froh, das nicht mehr bewerten zu müssen. Maximal 10% der mit digitaler Hilfe erstellten Beiträge zeigen noch eigenes Denken, Logik und Kreativität, auch und gerade in der Oberstufe. Bestenfalls AFB I, ausreichend, aber so wird man das wohl nicht bewerten dürfen, es soll ja eine Verbesserung sein.
Universitäten und Industrie jammern über fehlende Grundfähigkeiten/-kenntnisse, aber wir gehen noch mehr in die Breite statt die Basis zu verbessern. Meinetwegen, irgendwer hat sich bestimmt etwas Schlaues dabei gedacht.
Übrigens dürfen wir auch in jedem Fach mal wieder entsprechende neue Lehrpläne schreiben. Nebenbei.
„Übrigens dürfen wir auch in jedem Fach mal wieder entsprechende neue Lehrpläne schreiben. Nebenbei.“
Einfach den „Universitätsschulen-Joker“ ziehen: „Neue Lehrpläne gibt’s nicht. Leider müssten wir das ansonsten in unserer Freizeit tun.“
Konsequent auf KI setzen, vor allem auch bei der Korrektur.
Bedenken Sie den Zeitaufwand, die Klausuren und Facharbeiten KI-fähig aufzubereiten, und die Ergebnisse der KI zu überprüfen.
Der Zeutaufwand ist minimal.
Und abgegeben wird natürlich als .doc(x), .pdf oder ähnliches. Oder auch gerne als Video.
Modell gogo, ausdrucken, Bewertung fertig.
Der Zeitaufwand nach dem Widerspruch wird dann allerdings umso größer. Aber das ließe sich auch regeln: ‚Ki, begründe die Note X für die Lernleistung unter Verwendung des schulinternen Lehrplans in rechtssicherer Form. Beziehe dich an mindestens fünf Stellen auf konkrete Auszüge und verwende so oft wie möglich die im Lehrplan genannten Kompetenzen. Beziehe dich auf den Text des Widerspruchs und verweise auf relevante Erlasse und Paragraphen. Minimalumfang 8 Seiten, vermeide Einfache Sprache.‘
Was für ein Widerspruch?
„…bewerte auf der Skala von sehr gut bis ausrechend“ (Spaß)
Der Abstand muss gewahrt bleiben. Aber wer bremst Schulentwicklung, in welche Richtung auch immer? Die Kollegien der Grund- und Mittelschulen sind es auf jeden Fall nicht! Die Philologen (distanzieren sich sogar vom Begriff „Pädagoge“) meinen, dass alles so weitergehen kann … kann es eben nicht! Es wird Zeit, dass die Fachlehrer an Gymnasien endlich mal die Schüler in ihr schulisches Zentrum rücken und die notwendigen Reformen unterstützen und nicht bremsen. Ansonsten müsste der Abstand wirklich gewahrt bleiben in dem Sinne, dass Grund- und Mittelschullehrer eine Gehaltsstufe über den Gymnasiallehrern liegen sollten.
schönes Besipiel für ein Pausalurteil:
…“wird Zeit, dass die Fachlehrer an Gymnasien endlich mal die Schüler in ihr schulisches Zentrum rücken...“.
Oder: An den Grundschulen unterrichten die Lehrer* Schüler*, an den Gymnasien unterrichten die KuK Fächer, so ist es doch in Ihrer Weltsicht?
Sie posten hier frei von jeglicher Ahnung oder Einsicht, oder Verständnis, was diese APO-GOSt für die KuK an Ge/Gym bedeutet.
Lesen Sie den Artikel doch noch mal und versuchen Sie sich an einem Gedankenspiel:
Was, wenn die GS Lehrpläne so grundlegend umgestaltet würden?
Dann hätten die Primi-Mäuse und -Mäuseriche auf einmal nicht mehr mittags frei und nachmittags recht.
Vorschlag: Die Grundschullehrer mit der Haltung von @grundschule übernehmen die Leitung der Projektkurse.
Kann man machen, die Lehrbefähigung für die Sek. II können sie sich dann ja in einem Extra-Zertifikatskurs erarbeiten.
Derweil ordnen wir einige ausgebrannte KuK zwangsweise an die GS ab um den entstehenden Unterrichtsausfall (sagt man so an der GS?) abzufedern.. Sind wir die auch los: eine win-win-win-Situation 🙂
Bin dann raus, mache nächstes Jahr nochmal den letzten regulären Oberstufendurchgang und verabschiede mich dann entspannt in Richtung Unter- und Mittelstufe für das gleiche Geld.
Oh nein. Schülerinnen und Schüler dürfen sich selbständig ein Thema aussuchen, das ihnen selbst auch gefällt und das eigenständig arbeiten…. wie gemein. Da würde ja plötzlich tatsächlich mal ein wenig reale Welt in die Schule Einzug erhalten.
Und alle Lehrkräfte drehen plötzlich frei in den Kommentaren.
Ich finde es hervorragend.
Wir müssen bei solchen wirklich guten Vorschlägen auch nicht immer alles mit rein rühren, nur um es schlecht zu finden. Ja, Mangel am Lehrkräften und Arbeitsbelastung ist ein Thema – muss aber unabhängig von dieser Veränderung gelöst werden.
„und das eigenständig arbeiten…“
Bleibt die Frage ob und ggf. wie intensiv geprüft werden muss, ob das auch wirklich eine „eigenständig“ erstellte Arbeit ist.
Ja, warum nur denken viele Lehrer bei selbstständiger Schülerauswahl und eigenständiger Bearbeitung durch den Schüler gleich an Mehrarbeit, wo doch das Gegenteil der Fall sein sollte?
Weil sie sich selbst erstmal das konkrete Thema draufschaffen müssen, um es gut bewerten zu können.
Das ist schon verständlich.
Da wäre eine vorgefertigte Auswahl für die SuS vermutlich für alle ein guter Kompromiss. Klar, wäre es für SuS schöner, ganz frei wählen zu können, aber ich glaube nicht, dass das für LuL leistbar ist.
Erfahrung?
Natürlich kann man auch einfach auf die Zusicherung der „eigenständigen“ Bearbeitung vertrauen, insbesondere wenn die Schüler das schriftlich versichern müssen, und alles als „eigenständig“ durchwinken.
Sobald man das aber nicht tut, ist es automatisch massive Mehrarbeit, die im Zweifel sogar zu einer (in der Regeln mündlichen) Zusatzprüfung führen kann.
Zudem: Beweisen Sie einmal, dass etwas KI-gerneriertes wirklich KI-generiert ist. Selbst die KI-Firmen sagen. dass sie das nicht können. Es ist immer nur ein Verdacht ohne echten Beweis, d.h. ohne Geständnis (sind Lehrer jetzt Kriminalbeamte, die Geständnisse bei Verdächtigen in Verhören erwirken sollen???) oder Nachprüfung wird das niemals „gerichtsfest“ sein. Und für die Nachprüfung brauchen Sie dann im Zweifel wieder einen „Prüfungsauschuss“, d.h. mindestens eine zweite Person, damit das gerichtfest wird.
Weil wir Schüler kennen und nicht alle von uns im Zauberwald verirrt herumstolpern und davon Träumen, dass ganz gewöhnliche Schüler Bücher wälzen und wochenlang forschen, wenn ein Klick genügt um sich die Arbeit zu sparen.
weil sie sich noch nicht mit den neuen Vorgaben und den Folgen der Umsetzung befasst haben?
Weil sie sich (noch) nicht vorstellen können, was da auf Ge/Gym zukommt?
weil sie an einer anderen Schulform arbeiten und es sie nicht betrifft?
Cassandra say: das wird übel.
Beim vorgesehenen Kursteiler von 19,5 Schülern bedeutet das 19,5 Facharbeiten mit der mindestens vierfachen Schreibdauer. Das ist ein vielmehrfaches an Aufwand im Vergleich zu einem normalen Grundkurs mit fünf Facharbeiten.
Auuuuuuuusser…es wird mir als Datei abgegeben, gerne auch Audio oder Video… 😀
Betreuen müssen Sie die Schüler dennoch, was insbesondere eine Einarbeitung in das allgemeine Rahmenthema und zusätzlich noch in die mindestens 19,5 individuellen Themen bedeutet.
Aber wie dem auch sei. Warten wir die weiteren Schulmails ab.
„Beim vorgesehenen Kursteiler von 19,5 Schülern bedeutet das 19,5 Facharbeiten mit der mindestens vierfachen Schreibdauer. Das ist ein vielmehrfaches an Aufwand…“
Die Frage ist, inwieweit die Politik darüber nachgedacht hat oder ob ihr dieser Punkt nicht klar war – wissen können wir das allerdings nicht. Falls die Politik das bewusst in Kauf genommen hat, wird man sich fragen müssen, ob eine unter diesen Umständen nicht leistbare Überprüfung auf KI-Einsatz schlicht gar nicht gewollt war – es wäre ja ohnehin nur in Form einer zusätzlichen mündlichen Prüfung als Korrektiv bei Verdachtsfällen möglich, da sich (exzessive/nicht dokumentierte) KI-Nutzung nicht rechtssicher beweisen ließe.
Man kann sich fast nicht vorstellen, dass niemand bei der Planung der Reform auf die Mehrarbeit bei Korrektur und Bewertung hingewiesen hat. Aber wer weiß …
Diese neue Reform wird dazu führen, dass die Noteninflation noch weiter zunimmt, der Anspruch noch weiter sinkt und die Schüler noch mehr Freizeit haben, weil sie dank KI schon jetzt weniger Zeit in Hausaufgaben investieren müssen als ihre Vorgänger. Die SuS werden KI benutzen um ihre fünfte Abiprüfung zu schreiben, und weil es keine Klausur ist, kann die Eigenständigkeit nicht überprüft werden.
Bei Präsentationsprüfungen sind Durchfallquoten – im Gegensatz zu harten, ehrlichen Klausuren – nahezu nicht existierend. Die 5te Abiprüfung wird dann eine schlechte Abiklausur ausgleichen können.
…und genau sowas dürfte der wirkliche Plan dahinter sein.