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Lehramtsstudium: Philologen fordern ein zusätzliches Semester (aber nicht mehr)

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MÜNCHEN. Wie lange müssen angehende Lehrkräfte studieren, damit sie ausreichend auf ihren Beruf vorbereitet sind – und wie viel zusätzliche Ausbildungszeit können Hochschulen und Staat finanzieren? Kurz vor dem angekündigten bayerischen „Masterplan zur Lehrkräftebildung“ bringt der Bayerische Philologenverband (bpv) einen Kompromiss in die Debatte: Die Regelstudienzeit soll für sämtliche Lehrämter um ein Semester steigen. Damit bleibt der Verband hinter der Empfehlung einer Expertenkommission zurück, alle Lehramtsstudiengänge auf zehn Semester und 300 ECTS-Punkte auszubauen.

Nachschlag gefällig? (Symbolfoto.) Foto: Shutterstock

Der Bayerische Philologenverband will die anstehende Reform der Lehrkräftebildung für eine Verlängerung sämtlicher Lehramtsstudiengänge nutzen. Statt allerdings die Regelstudienzeit pauschal auf zehn Semester anzuheben, wie es eine von der Staatsregierung eingesetzte Expertenkommission vorgeschlagen hat, plädiert der Verband für jeweils ein zusätzliches Semester.

Damit zeichnet sich noch vor Veröffentlichung des angekündigten „Masterplans zur Lehrkräftebildung“ ein Konflikt um eine zentrale Frage der Reform ab: Wie viel zusätzliche Ausbildungszeit soll der Freistaat seinen künftigen Lehrerinnen und Lehrern zugestehen – und finanzieren?

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Die Expertenkommission hatte im Frühjahr 2025 ihr Gutachten zur Weiterentwicklung der Lehrkräftebildung in Bayern vorgelegt. Sie sprach sich darin dafür aus, die Regelstudienzeit sämtlicher Lehramtsstudiengänge auf zehn Semester beziehungsweise 300 ECTS-Punkte anzuheben. Der Masterplan, mit dem die Staatsregierung auf die Empfehlungen reagieren will, soll in diesem Herbst vorgelegt werden.

Der Philologenverband unterstützt grundsätzlich eine Verlängerung, hält eine einheitliche Studiendauer von zehn Semestern unter den gegenwärtigen Bedingungen aber für kaum umsetzbar. Dabei führt er ausdrücklich die finanzielle Situation ins Feld. „Wir fordern derzeit mit Blick auf die Finanzlage keine pauschale Ausweitung auf 10 Semester, sondern nur eine gezielte Anhebung der Regelstudienzeit um ein Semester, in das auch Vorbereitungsaufwand für die Staatsexamensprüfung eingerechnet werden soll“, erklärt der bpv-Vorsitzende Michael Schwägerl.

Hinter der Forderung steckt mehr als die Frage, ob Lehramtsstudierende ein Semester länger an der Universität bleiben. Nach Vorstellung des Verbandes soll die zusätzliche Zeit genutzt werden, um Fachwissenschaft, Fachdidaktik und schulpraktische Bestandteile des Studiums besser miteinander zu verbinden. Dabei verweist der bpv auf den in der Reformdiskussion verwendeten Ansatz der „Core Practices“, also auf zentrale professionelle Praktiken des Lehrerberufs, die stärker Gegenstand der Ausbildung werden sollen. Der Begriff ist aus Sicht des Verbandes bislang jedoch noch nicht ausreichend fachspezifisch ausgearbeitet.

Zugleich soll die Verlängerung einen Aufwand sichtbar machen, der bislang nach Darstellung des Verbandes in der vorgesehenen Studiendauer nicht ausreichend berücksichtigt wird: die Vorbereitung auf das Erste Staatsexamen. Der bpv argumentiert, dass dieser zusätzliche Workload in den Lehramtsstudiengängen nahezu durchgängig dazu beitrage, dass Studierende die Regelstudienzeit überschreiten. Ein weiteres Semester wäre nach dieser Logik also nicht allein eine Ausweitung des Studiums, sondern teilweise eine Anpassung der formalen Studiendauer an dessen tatsächlichen Umfang.

Für Studierende der Lehrämter Sonderpädagogik und Gymnasium verbindet der Verband damit noch ein weiteres Ziel. Ihnen soll es leichter möglich werden, ihr Studium zusätzlich mit einem vollwertigen Master of Education oder einem Master of Arts beziehungsweise Master of Science abzuschließen. Der bpv sieht darin eine Möglichkeit, die Attraktivität des Lehramtsstudiums zu erhöhen. News4teachers 

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