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Wanka gegen Precht: Auf Noten zu verzichten, wäre weltfremd

BERLIN. Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) hat zum Schuljahresende die Bedeutung von Noten, Leistung und Sitzenbleiben hervorgehoben – und damit, ohne ihn zu nennen, Position gegen die aktuell breit diskutierten Bildungsthesen des Philosophie-Professors Richard David Precht bezogen.

Hält Prechts Forderung, auf Noten zu verzichten, für "lebensfremd": Bundesbildungsministerin Johanna Wanka. Foto: Axel Hindemith /  Wikimedia Commons  Creative Commons (CC-by-sa-3.0)

Hält Prechts Forderung, auf Noten zu verzichten, für „lebensfremd“: Bundesbildungsministerin Johanna Wanka. Foto: Axel Hindemith / Wikimedia Commons Creative Commons (CC-by-sa-3.0)

Wanka sagte gegenüber der „Bild am Sonntag“: „Noten sind und bleiben ungemein wichtig. Denn sie geben den Schülern eine Rückmeldung über ihre Leistungsfähigkeit und ihre Defizite. Und da ist eine Note präziser und eindeutiger als ein Text. Noten sind im Übrigen sozial gerecht: Sie bewerten die Leistung, nicht die Herkunft eines Schülers.“

Die Ministerin kritisierte die Leistungsfeindlichkeit von Schulreformen in der Vergangenheit: „So wurde zum Beispiel auf Noten verzichtet, weil durch sie die Schüler unter Druck gesetzt würden. Das ist so schädlich wie lebensfremd.“ Zur Begründung sagte Wanka: „Kinder wollen sich vergleichen, wollen sich beweisen. Im wirklichen Leben geht es ja auch um Leistung. Untersuchungen haben dann ergeben, dass die gewünschten Effekte nicht eingetreten sind. Ganz wichtig finde ich es, dass daneben auch Dinge wie Einsatz, Fleiß, Höflichkeit berücksichtigt werden.“ Die Professorin sprach sich auch klar gegen eine Abschaffung des Sitzenbleibens aus: „Eine Wiederholung kann eine Chance sein, nicht vorhandene Kenntnisse aufzuholen. Viele prominente Sitzenbleiber zeigen: Das ist nichts, wofür man sich schämen muss.“

Wanka appellierte zugleich an die Eltern, ihre Kinder zu mehr Respekt vor Lehrern anzuhalten: „Achtung vor den Lehrern finde ich grundsätzlich sehr wichtig. Da haben auch Eltern eine große Verantwortung. Wenn sie für Misserfolge ihrer Kinder immer gleich die Schule und den Lehrer verantwortlich machen, dann stellen sie deren Autorität infrage. Damit kann ein Kind in der dritten oder vierten Klasse nicht umgehen.“

Der Philosoph und Bestseller-Autor Richard David Precht fordert in seinem neuen Buch („Anna, die Schule und der liebe Gott“) eine Revolution im Schulsystem – unter anderem durch den Verzicht auf Prüfungen und Noten.News4teachers

 

2 Kommentare

  1. Ich stimme den obigen Aussagen von Frau Wanka vollinhaltlich zu.

  2. … und ich möchte, dass es endlich mal aufhört, dass Leute, die nie als Lehrer gearbeitet haben, Lehrern sagen, wie man als Lehrer arbeiten sollte!!!

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