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Inklusion: Philologenverband lehnt schwer geistig behinderte Schüler am Gymnasium ab

Stuttgart. Zum Entwurf der im Zuge der Inklusion geplanten Schulgesetzänderung in Baden-Württemberg teilt der Landesverband des Philologenverbands (PhV BW) mit: Der PhV BW befürworte Inklusion im Rahmen zielgleichen Lernens, lehne aber die Einführung von Inklusion im Rahmen eines zieldifferenten Lernens für das Gymnasium ab. In Baden-Württemberg hatte der “Fall Henri” hohe Wellen geschlagen: Die Eltern hatten den Jungen mit Down-Syndrom an einem Gymnasium angemeldet – das die Aufnahme aber ablehnte.

In einer Stellungnahme zum Gesetzentwurf, die dem Kultusministerium übermittelt wurde, heißt es: “Der PhV BW befürwortet Inklusion im Rahmen zielgleichen Lernens, die seit Jahrzehnten mit großem Engagement der Lehrkräfte in vielen Einzelfällen dazu führt, dass Jugendliche trotz sonderpädagogischem Förderbedarf an Gymnasien erfolgreich das Abitur ablegen können. Die Inklusion von Schülerinnen und Schülern mit Behinderungen am Gymnasium ist im Hinblick auf das Kindeswohl nach Ansicht des PhV BW nur für diejenigen Schülerinnen und Schüler sinnvoll, die dem gymnasialen Bildungsgang folgen können, das heißt für Schülerinnen und Schüler mit körperlichen Behinderungen (zum Beispiel Seh-, Hör- oder Gehbehinderungen), leichten geistigen Behinderungen oder spezifischen Verhaltensdispositionen wie z.B. Autismus, die durch besondere Geräte, die Hilfe sonderpädagogischer Fachkräfte oder spezieller Maßnahmen aufgefangen werden können, sodass diese Schülerinnen und Schülern den Weg in Richtung allgemeine Hochschulreife beschreiten können.

Nach der von der grün-roten Landesregierung geplanten Änderung des Schulgesetzes sollen Eltern eines behinderten Kindes zukünftig wählen können, ob ihr Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot an einer allgemeinen Schule oder einem sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum (bisherige Sonderschulen) erfüllt werden soll. Dabei sollen die Bildungsziele und Leistungsanforderungen eines Schülers mit Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot von denen der besuchten allgemeinen Schule abweichen können (zieldifferenter Unterricht).

Der PhV BW lehnt die Einführung von Inklusion im Rahmen eines zieldifferenten Lernens für das Gymnasium ab, da gymnasiale Lehrkräfte im Rahmen eines zieldifferenten Unterrichts den betroffenen stark geistig behinderten Kindern längst nicht so gerecht werden können, wie dies für die speziell dafür ausgebildeten Lehrkräfte an der Sonderschule der Fall ist. Der PhV BW bezweifelt, dass ein durch das hohe gymnasiale Lernniveau und die hohe Lerngeschwindigkeit (G8) bedingtes weitgehend isoliertes Nebeneinanderher-Lernen (es würde im Übrigen grundsätzlich ein durchgängiges Zwei-Lehrer-Prinzip voraussetzen) geeignet ist, dem geistig behinderten Kind das Selbstwertgefühl und die Erfolgserlebnisse zu geben, die dem Kindeswohl optimal entsprächen.

Nach Ansicht des PhV BW kann die Einführung der Inklusion im Sinne eines zieldifferenten Unterrichts an allgemeinen Schulen nicht mit der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) begründet werden, die generell den Zugang zu Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe fordert, was für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf in vielen Fällen in der Sonderschule sogar besser umgesetzt werden kann als an der allgemeinen Schule.

Die seitens des Kultusministeriums immer wieder vorgebrachte Behauptung, die UN-BRK bedinge zwangsläufig das für Baden-Württemberg vorgelegte Inklusionsgesetz, ist falsch. Die Fehleinschätzung beruht im Übrigen u.a. auf einer ‘fatalen Umdeutung’ des englischen Begriffs ‘general education system’ (wie auf News4teachers ausgiebig diskutiert wurde).

Die Lehrkräfte am Gymnasium müssen laut Schulgesetz der nicht leichter gewordenen Aufgabe (Heterogenität, G8) gerecht werden, Schülerinnen und Schüler ihrem Ziel der allgemeinen Hochschulreife entsprechend zu fördern. Die UN-BRK sieht vor, dass bei allen Maßnahmen, die Kinder mit Behinderungen betreffen, das Wohl des einzelnen Kindes vorrangig zu berücksichtigen ist, und bei Entscheidungen im Einzelfall dem Wohl der jungen Menschen mit und ohne Behinderung gleichermaßen Rechnung zu tragen ist.

Zur Unterstützung inklusiver Bildungsangebote fordert der PhV BW die Bereitstellung der notwendigen Ressourcen zur Senkung der Klassengrößen für Inklusionsklassen auf maximal 16 Schüler und zur flächendeckenden Fortbildung der Lehrkräfte allgemeiner Schulen mit Inklusionsangeboten. Angesichts erheblicher Bedenken gegen eine Einführung des inklusiven zieldifferenten Unterrichts und bislang fehlender Konzepte ist nach Ansicht des PhV BW die Umsetzung dieser Inklusionspläne um mindestens ein Jahr zu verschieben.”

Die ausführliche Stellungnahme des PhV BW zu der von der Landesregierung geplanten Schulgesetzänderung bezüglich inklusiver Bildungsangebote kann hier  nachgelesen werden.

 

52 Kommentare

  1. Ist doch ‘mal ‘ne Nummer. StR bekommen die gleiche Eingangsbesoldung wie Son.-Päds, können aber nicht binnendifferenziert unterrichten lt. DPhV BW bzw. lehnen zieldifferenziertes Larnen ab.

    Folglich darf der doofe Rest zu A12, der keine Lehrbefähigung für GY hat zu sehen, wie er die Inklusion umgesetzt bekommt. Unter verfassungsrechtlichen Gesichtspunkten bleibt da nur die Auflösung der GY.

    • Klingt vielleicht arrogant, ABER: Der Philologenverband hat meiner Meinung nach recht, denn das vorrangige Ziel des Gymnasiums ist die allgemeine Hochschulreife. Kinder — ob behindert oder nicht –, die das nicht schaffen können, haben auf dem Gymnasium nichts verloren. Außerdem machen die Gymnasien keine Probleme bei der Inklusion, so lange die Kinder dem Stoff folgen können. Natürlich werden dadurch die schwierigen Fälle zwangsläufig ausgesiebt, aber nicht weil sie schwierig sind, sondern weil sie dem Stoff nicht folgen können.

      Man kann natürlich über die unterschiedliche (Netto-) Bezahlung, den Beamtenstatus der Lehrer usw. streiten.

  2. Milch der frommen Denkungsart

    Weshalb ist diese Ansicht arrogant ? – Sie zeugt vielmehr von einem unverstellten Blick auf die eigentlich notwendigerweise als communis opinio geltende Praxis; das Problem ist lediglich, daß diese Ansicht jedweder gängigen bzw. vielmehr verordneten political correctness zuwiderläuft.

  3. @dickebank
    Bitte nicht mit Märchen argumentieren!!
    Zitat: „Die innere Differenzierung ist eine Utopie, die bis jetzt nirgends funktioniert hat (die aus Finnland stammende deutsche Erziehungswissenschaftlerin Thelma von Freymann vergleicht den Glauben daran mit dem Glauben an den „pädagogischen Weihnachtsmann“). In den meisten deutschen, englischen, französischen usw. Gesamtschulen wird sie nicht einmal annähernd durchgeführt, weil einfach nicht genug Zeit und Ressourcen zur Verfügung stehen. Selbst dort, wo sie ansatzweise versucht wird, kann sie die Wissens- und Leistungsunterschiede zwischen dem differenzierten System und der Gesamtschule nicht ausgleichen. In den wenigen erfolgreichen Gesamtschulsystemen wie Finnland wird sie gar nicht einmal angestrebt (dort werden Schüler mit Problemen nämlich einfach aus der Klasse rausgenommen und von einer Speziallehrerin gesondert betreut – dazu braucht man aber wirklich keine Gesamtschule).“

    http://schuelerbegehren.at/index.php/innere-differenzierung

    • Ich habe doch nie behauptet, dass die Binnendifferemzierung bei der vorhandnen Heterogenität der lerngruppen funktioniert. Ich habe lediglich ausgesagt, dass die Lehrkräfte GY/BK sie eher beherrschen müssten als SekI-Lehrkräfte. Wer mehr Besoldung bekommt muss eben auch mehr Leistung bringen bzw. über größere Kompetenzen verfügen.

      Die gymnasien müssen stärker in die Pflicht genommen werden, das Argument, dass das GY auf die Hochschulreife vorbereiten soll, ist keines, da ein Bachelor-Studiengang alles andere als eine akademische Bildungsform ist. Alle anderen Schulformen müssen letztendlich auch die Ausbildungsreife vermitteln, ohne Abstriche machen zu dürfen.

      • Laut Untersuchungen ist das Gymnasium die heterogenste Schulform.

        https://www.mpib-berlin.mpg.de/volltexte/institut/dok/full/Baumert/bjnuip__/bjnuip__.htm

        Somit leisten Lehrer am Gymnasium ja schon sehr viel.

        • Zitat
          “Das Gymnasium ist sozial immer noch die homogenste, leistungsmäßig aber mittlerweile die heterogenste Schulform, während etwa die Schülerschaft der Gesamtschulen sozial heterogen, aber leistungsmäßig wider Erwarten relativ homogen ist.”

          Ich glaube wir reden von unterschiedlichen Standpunkten aus.

          Die gymnasiale Heterogenität ergibt sich aus leistundunterschieden innerhalb eines Milieus.

          Die Gesantschul typische Homogenität sind dann das niedrigere Kompetenzniveaus gegenüber dem GY auf Grund unterschiedlicher sozialer Belastungen (soziale Heterogenität).

          Wie vergleiche ich dann aber ein GY am Starnberger See mit einem im B-Marzahn/hellersdorf oder DU-Marxloh? Eine GeS in K-Hahndorf dürfte auch anders gestrickt sein als eine Bremen oder Hamburg.

      • Ich stimme Ihnen zu, dass ein Bachelor von der Wertigkeit kein akademischer Grad ist, sondern nur eine bessere Zwischenprüfung bzw. ein besseres Vordiplom. Allerdings ist der Bachelor ohne Abitur nur sehr eingeschränkt erreichbar, weil der Zugang zu den (Fach-) Hochschulen nun einmal das Abitur ist. Folglich ist das vorrangige Ziel des Gymnasiums eben doch das Abitur, womit der zieldifferenzierte Unterricht von der Anlage der Schulform her nicht erforderlich ist, aufgrund der großen Leistungsspanne innerhalb der Schülerschaft allerdings zwangsläufig einhergeht. In wie fern beim Real- oder Hauptschulabschluss ebenso wie beim Gymnasium Abstriche gemacht wurden, kann ich als Gymnasiallehrer nicht beurteilen. Es würde mich aber nicht überraschen.

  4. Ich gehe einmal davon aus, dass ein Schüler einen bestimmten Notendurchschnitt aus der Grundschule vorweisen muss, um in BaWü aufs Gymnasium zu kommen. Liegt dieser nicht vor, muss der Schüler – Inklusion hin oder her – nicht aufgenommen werden. Damit gebe ich dem Philologenverband recht. Müsste das Gymnasium aufgrund der Inklusion den Schüler trotzdem aufnehmen, kann BaWü seine “Zulassungsbeschränkung” gleich sein lassen. Es gibt dann kein Gymnasium mehr, nur noch eine Einheitsschule – ob das wünschenswert ist oder nicht sei dahingestellt. Es ist ja nicht mal in Finnland so.

    • “Ich gehe einmal davon aus, dass ein Schüler einen bestimmten Notendurchschnitt aus der Grundschule vorweisen mus, …”

      Kann man aber nur von ausgegehen, wenn man aus dem Süden bzw. Südosten der republik kommt. In den übrigen Bundesländern entscheidet der Elternwille. Die einzige Zulassungsbeschränkung liegt im Schulentwicklungsplan der jeweiligen Kommune. Die vorgegebene Zügigkeit, die Anzahl der Schulen gleicher Schulform und der per VO vorgegebene Klassenteiler bestimmen wie viele SuS aufgenommen werden können. Die GS-Empfehlung ist allenfalls ein Hilfsmittel, um Doppelanmeldungen zu verhindern.

    • Auch in BW ist inzwischen dank Grün/Rot der Elternwille entscheidend für den Besuch des Gymnasiums. Alles läuft auf eine schleichende Entwicklung des Gymnasiums zur Einheitsschule hinaus, wenn nicht rechtzeitig Widerstand geleistet wird.
      Die Kultusminister behaupten natürlich, nichts liege ihnen ferner als die Aushöhlung und Abschaffung des Gymnasiums. Wer ihnen traut, baut auf Sand.

      • Tja, wenn der Elternwille allein entscheidend ist, dann muss jeder aufgenommen werden, die Einheitsschule ist perfekt. Man stelle sich eine solche Entwicklung mal im Sport oder in der Musik oder oder oder vor. Warum hat Deutschland so eine geringe Jugendarbeitslosigkeit? So schlecht scheint unser (Aus)Bildungssystem ja nicht zu sein, warum mit der Axt rangehen?

        • Eben, unabhängig von seinem sportlichen Vermögen kann sich doch jeder beim gleichen Verein anmelden – oder nicht?

          Das, was dann kommt ist zum einen eine Aufteilung nach Neigung – also welche Abteilung des Vereins, Tischtennis oder Fußball oder Schwimmen – und zum anderen nach Leistungsstärke. dennoch alles Mitgleder ein und desselben Vereines und auf der Mitgleiderversammlung mit gleichen Stimmrechten ausgestattet.

          Die IGS ist politischer Wille von Reformgegenern gewesen und deshalb eingeführt worden, um die KGS als erfolgversprechendes reformvorhaben (KOOP-Schule) a priori zu verhindern – besser gesagt unmöglich zu machen.

          Die meisten “comprehensive schools” außerhalb Deutschlands sind Kooperierende Gesamtschulen -also unterschiedliche Bildungsgänge unter einer gemeinsamen Schulleitung und einem einheitlichen Kollegium Wo anders gibt es ja auch nicht die Unterteilung der Lehrkräfte in gehobenen und höheren Dienst.

          • Selbst in den Sparten eines Vereins gibt es verschiedene Trainingsgruppen, die aufgrund ihrer Leistung gebildet werden.
            Die Unterteilung der Dienste liegt an unterschiedlichen Studiengängen ähnlich wie Bachelor und Master.

            http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/paedagogen-pisa-wehe-wenn-der-mathelehrer-rechnen-muss-a-689146.html

          • … deshalb habe ich ja auch auf die Unterscheidung nach Leistungsstärke/Klassifizierung verwiesen.

            Ändert aber nichts daran, dass sich innerhalb der Schwimmabteilung die unterschiedlich leistungsstarken Trainingsgruppen das Wasser bahnenweise teilen müssen. Die Schwächeren außen, die Stärkeremn innen.

            Gemeinsamer Schulbesuch heißt doch nicht gleicher Unterricht für alle. Deshalb ja der Hinweis auf die KGS bzw. den Schulversuch “Gemeinschaftsschule” in NRW

          • Zitat
            “Die Unterteilung der Dienste liegt an unterschiedlichen Studiengängen ähnlich wie Bachelor und Master.”

            Es gibt aber beim Lehramt keinen Bachelor-Abschluss, der zu einer Lehrberechtigung führt. Jeder Lehramtsabsolvent hat einen Master-abschluss. Und der ist die Eingangsvoraussetzung zur Aufnahme in den Vorbereitungsdienst des höheren Dienstes – vulgo Referendariat.

            Ihr Link ist auch nicht weiter hilfreich. wer Mathematik unterrichtet – vor allem an Grund- und Hauptschulen – hat nicht zwangsläufig eine Fakultas für Mathematik. Der Vorteil der Gymnasien ist, dass an ihnen weniger fachfremd unterrichtet werden muss bzw. darf.

            Die von Ihnen angeführte soziale Heterogenität der Klassenverbände an Schulen der Sekundarstufe I ist doch der Hauptgrund, den Schülern möglichst wenige Bezugspersonen als Lehrkräfte gegenüber zu setzen. Dies führt dann eben zu einem hohen Anteil an fachfremden Unterricht beim Klassenlehrer.

            GY/RS ==> Fachlehrerprinzip
            viele andere Schulformen ==> Klassenlehrerprinzip

          • Zu meiner Studienzeit war es jedenfalls so, dass die Abschlussprüfung für Realschullehrer der Zwischenprüfung für Gymnasiallehrer entsprach. Deshalb mein Vergleich Bachelor – Master.

          • “Zu meiner Studienzeit war es jedenfalls so, dass die Abschlussprüfung für Realschullehrer der Zwischenprüfung für Gymnasiallehrer entsprach. ”

            Das habe ich ja noch nie gehört – wo war das?
            Zu meiner Studienzeit war es jedenfalls so, dass die Studierenden gemeinsam in den Vorlesungen saßen. Die einen mussten mehr von ihren Fachrichtungen belegen, die anderen mehr Pädagogik und Psychologie. Eine Examensarbeit mussten alle schreiben und ein Staatsexamen legten alle ab – am Ende auch das 2.

            Ansonsten gab es doch speziell entgegen der von Ihnen viel zitierten Mathe-Studie neulich in einer anderen Studie (war es nicht sogar die IQB?) den Beleg, dass in der Grundschule keinen Unterschied zwischen denen mit und ohne Fakultas zu bemerken ist, was ich darauf zurückführe, dass Grundschullehrkräfte gewohnt sind, sich in fremde Fächer einzuarbeiten.

          • @ dickebank 17:00 Uhr:

            Den schulintern unterschiedlichen Unterricht möchte aber niemand bezahlen, zumindest nicht, wenn er den Klassenteiler negativ beeinflusst. Zur Zeit sind das E- und G-Kurse an den Gesamtschulen sowie die diversen Wahlpflichtfächer. In der Sek II darüber hinaus Grund- und Leistungskurse sowie (in NRW) die Vertiefungskurse in der Einführungsphase.

            Außerdem dürfte eine Exklusion behinderter Schüler in Förderschulklassen innerhalb einer Schule die radikalen Inklusionsbefürworter auf die Barrikaden treiben, weil sie — aus ihrer Sichtweise sogar zurecht — den alten Zustand mit der Förderschule wieder anprangern.

            Generell habe ich nichts gegen Ihren Vorschlag, vorausgesetzt er funktioniert für die Schüler mit Förderbedarf, d.h. Unterricht mit für den jeweiligen Förderbedarf ausgebildete Lehrer, und es gibt genügend Räume. Phasenweise kann auch ruhig gemeinsamer Unterricht aller Schüler stattfinden, aber nur in geeigneten Fächern und nicht durchgehend. Dafür eignen sich ohnehin nur Fächer wie Kunst oder Musik, die aber auch ein gewisses quantitatives und qualitatives Niveau fahren müssen, was mit ESE-Kindern mit höherer Jahrgangsstufe immer schwieriger zu halten sein wird.

            Beachten Sie hier auch den sehr guten Kommentar von H.N. um 00:26.

          • Entschuldigung, ich meine H.N.s Kommentar von 1:10 weiter unten.

          • @ GriasDi Das ist auch meine Erfahrung, wenn man sich auf die rein fachwissenschaftliche Seite beschränkt. Auf der didaktischen Seite ist die Realschulausbildung sehr viel intensiver. Ob die auch so viel besser ist, sei einmal dahingestellt, weil die an der Universität kaum didaktisch ausgebildeten Studienräte an den Gesamtschulen eine vergleichbar gute Arbeit leisten wie die Sek I-Lehrer.

          • Um meine Behauptung zu belegen, die Quelle:
            IQB 2016 Zusammenfassung, S. 30 unten und 31
            https://box.hu-berlin.de/f/12eaf8ea34084e88a772/?dl=1

            Dort wird zum einen gesagt, dass die fachfremd unterrichtenden Lehrkräfte in D bei knapp 19% und in Ma bei knapp 31% im Durchschnitt aller Länder liegen – nachfolgend sind Länder aufgeführt, in denen der Anteil besonders hoch oder niedrig ist.

            “Weder im Fach Deutsch noch im Fach Mathematik sind die Kompetenzunterschiede zwischen Schülerinnen und Schülern, deren Lehrkräfte fachfremd unterrichten, und Schülerinnen und Schülern, deren Lehrkräfte das jeweilige Fach im Lehramtsstudium studiert haben, statistsich signifikant. “

          • Palim:
            Diese Studie betraf den Unterricht in den Klassen 1-3 und dann noch ein Teil von Klasse 4. Fachfremder Unterricht findet aber auch in wesentlich höheren Klassenstufen statt. Schon in Berlin hat man eine 6-jährige Grundschule, und da sind nicht immer alle Lehrer firm in Mathe (viele Abiturienten können ja keine Bruchrechnung mehr). Das Problem ist damit also nicht vom Tisch.

          • Cavalieri:
            Sie unterschätzen den Erstunterricht.
            Grundlagen zu vermitteln ist eine komplett andere Aufgabe.

            Die Studie belegt, dass Lehkräfte in der Grundschule bereit sind, sich in fremde Fächer einzuarbeiten und die Inhalte den Schulanfänger auch fachfremd entsprechend vermitteln können.

          • Palim:
            Ich will da nicht urteilen, sehe aber, dass sich andere schon in entgegensetzter Richtung geäußert haben:

            http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/pisa-studie-2013-mathematik-erfolgsgeheimnis-asiatischer-schueler-a-935718.html

            Wie mag es denn kommen, dass der fachfremd erteilte Matheunterricht ins Gerede gekommen ist? Da gibt’s halt sehr gemischte Erfahrungen. Und mancherorts sind die Quoten davon einfach zu hoch. Viele unterschätzen eben auch die Tücken der Mathematik. Auch beim Deutschunterricht gab’s schon Probleme, weil manche Lehrer selber unsicher in Rechtschreibung wurden.
            Würden Sie so weit gehen, das Fachstudium überhaupt für entbehrlich zu erklären, weil es ja doch nichts bringt?

          • @ Palim
            Der Erstunterricht in Mathematik erfordert hohes pädagogisches und didaktisches Fingerspitzengefühl. Da haben Sie vollkommen recht. Allerdings erfordert es keinerlei fachliche Fortbildung.

            Ab Klasse 5/6 (Bruch- und Prozentrechnung) und noch extremer ab Klasse 7/8 (Buchstabenrechnung) kommen die fachlichen Lücken zutage, die der mathematisch maximal durchschnittlich interessierte und befähigte Lehrer besitzt. Ein Lehrer kann noch so gut sein, im Vermitteln von Inhalten an Kinder, er muss dafür aber wissen, worüber er redet und wozu das im Hinblick auf den Schulabschluss und dem größeren Zusammenhang gut sein soll.

            Ein Vertriebsmitarbeiter eines Autohauses weiß wie man Autos verkauft, aber nicht unbedingt wie ein Motor funktioniert. Entsprechend muss ein Mechatroniker kein guter Verkäufer sein. Von Lehrern wird das alles verlangt, unabhängig vom Studienabschluss und Ausbildungsrichtung.

          • Ob nun Methoden oder Lernkultur… darum ging es doch gar nicht.
            Die Studie ist ein Querschnitt und dabei ist eben herausgekommen, dass – entgegen anderer Behauptungen – der Unterricht fachfremd unterrichtender Lehrer zu gleichwertigen Ergebnissen kommt.
            Grundschullehrkräfte wissen, dass sie nur wenige Studienfächer wählen können, sich aber erheblich breiter aufstellen müssen. Sie berufen sich nicht auf ein Studium, das nur einen Bruchteil dessen abbilden kann von dem, was man später benötigt.
            Das ist doch in anderen Berufen auch nicht anders.

            Interessant ist, dass wieder einmal über Grundschullehrer geklagt wird und ihre Fähigkeiten, trotz Studie, kleingeredet werden.
            Warum kann man an dieser Stelle nicht fragen, warum SekI-LuL nicht in der Lage sind oder keinen Willen haben, sich in fremde Fächer einzuarbeiten?

            Die fachliche Fortbildung für den Erstunterricht muss Fachwissenschaft mit Didaktik und Methodik verknüpfen und pädagogisches Fingerspitzengefühl gleich dazu. Stimmt.
            Warum sind Lehrkräfte der SekI nicht dazu in der Lage?
            Zum Selbststudium sollte man spätestens nach abgelegtem Examen befähigt sein.

            Im übrigen bin ich nicht der Meinung, dass ein Fachstudium nichts bringt und würde es auch nicht abschaffen. Natürlich erlernt man gewisse Inhalte, aber letztlich bin ich der Meinung, dass man lernt, sich mit Themen auseinanderzusetzen und sich Themen zu erschließen – in recht kurzer Zeit. Denn nicht alle Themen, die in der Schule auf einen warten, bekommt man in der Uni klein-klein aufbereitet – in keinem Fach.
            Zudem lernt man Grundsätzliches der Pädagogik und Psychologie, das man immer wieder neu auf andere Themen und Unterrichtsinhalte wie auch auf andere Methoden übertragen kann.

          • Palim:
            “Warum kann man an dieser Stelle nicht fragen, warum SekI-LuL nicht in der Lage sind oder keinen Willen haben, sich in fremde Fächer einzuarbeiten?”

            Man kann das fragen, aber ich vermute, sie haben schon genug anderes zu tun und fühlen sich überlastet, wenn sie Mathe unterrichten sollen, weil sie vielleicht Mathe seit ihrer Schulzeit gehasst haben und gerade deswegen ein Lehramt ohne Mathe studiert haben. Auch von einem Englisch-Lehrer kann man nicht erwarten, mal eben Französisch oder Russisch zu unterrichten.
            Last not least: In Nachbarländern gibt es in der Sek I oft Ein-Fach-Lehrer, die überhaupt nur ein Fach unterrichten (und studieren).

          • “Man kann das fragen, aber ich vermute, sie haben schon genug anderes zu tun und fühlen sich überlastet, wenn sie Mathe unterrichten sollen, weil sie vielleicht Mathe seit ihrer Schulzeit gehasst haben und gerade deswegen ein Lehramt ohne Mathe studiert haben. ”

            Ja, kann sein.
            Grundschullehrkräfte haben auch mehr als genug zu tun, dennoch stellen sie sich der Aufgabe.
            Aber wer GS-Lehramt wählt, weiß (sollte wissen), dass man um Mathe im Unterricht nicht herum kommt. Da kann man sich nicht auf 1-2-3 Fächer berufen.

          • Der Unterschied ist aber, dass Sie als Grundschullehrerin inhaltlich extrem breit aufgestellt sein müssen, sich jedoch nur in sehr flachem Wasser aufhalten, worin sich jeder Lehrer auch so schon problemlos bewegen kann. Mir geht es dabei ausdrücklich nicht um die Vermittlung der Bewegungsfähigkeit an Kinder.

            An den weiterführenden Schulen ist das Gewässer zwar wesentlich kleiner, aber viel tiefer. Naturwissenschaften und Gesellschaftslehre sowie fachübergreifende Wahlpflichtbereiche sind das breiteste, was Ihnen an weiterführenden Schulen passieren kann, halten sich aber noch immer innerhalb eines Fachbereiches wie Naturwissenschaft oder Gesellschaftswissenschaft auf, und sind vom Tiefgang gesehen noch sehr überschaubar. Das kann man sich im Selbststudium noch so “nebenbei” beibringen, weil man als studierter NW-Lehrer einen NW-Blick und als studierter Geisteswissenschaftslehrer einen geisteswissenschaftlichen Blick hat. Eventuelle Schwierigkeiten eines Biologen mit Programmierung oder eines Sozialwissenschaftlers mit Plattentektonik sind nicht gravierend. Ein überzeugter Mathematikhasser kann aber nicht von jetzt auf gleich quadratische Gleichungen vermitteln und ein hochrationaler Physiker Gedichte interpretieren. Auf Dienstanweisung würden bzw. müssten sie es alle tun, gut für das Fach, die Schüler und das Lernergebnis wäre das aber nicht. In der Sek II ist das natürlich noch extremer.

            Ihrem Vorletzten Absatz stimme ich zu. In Pädagogik z.B. hat der universitäre Lernstoff nahezu nichts mit dem Unterrichtsfach gemeinsam. Andererseits wird einem in den Naturwissenschaften und Mathematik an der Uni auch nichts in klein-klein aufbereitet. Eher in groß-größer und die Aufbereitung steht wenn überhaupt als Aufgabe auf dem Übungszettel. Sich Themen in kurzer Zeit selbst erschließen funktioniert in gewissen Grenzen und umso breiter, je flacher das Gewässer ist, weil Sie bis zum Grund gelangen müssen, bis Sie einen egal wie großen oder kleinen Schritt weiter gehen wollen.

            In allen Sprachen müssen Sie einen Überblick über die im Lehrplan stehende Literatur haben, d.h. die Hauptvertreter davon tatsächlich im Original gelesen, verstanden und durchdrungen haben. Aufgrund der Vielzahl an Werken ist das in kurzer Zeit neben dem Hauptberuf nicht möglich. Im Vergleich dazu ist Mathematik noch fast einfach, weil Sie nur einen Bruchteil an Seiten durcharbeiten müssen. Allerdings ist die Informationsdichte und das Abstraktionsniveau um ein Vielfaches höher.

            Bitte verstehen Sie das nicht erneut als ein Klagen über Grundschullehrer. Ich schreibe das rein aus fachlicher Sicht, nicht aus didaktischer oder menschlicher Sicht. Ich bin froh, dass so leidenschaftliche Menschen wie Sie trotz der aktuell vorherrschenden Bedingungen an der Grundschule arbeiten. Für mich wäre das auch unter idealen Voraussetzungen nichts, weil mir die kleinen Kinder viel zu wuselig sind.

          • XXX:
            “Im Vergleich dazu ist Mathematik noch fast einfach, weil Sie nur einen Bruchteil an Seiten durcharbeiten müssen. Allerdings ist die Informationsdichte und das Abstraktionsniveau um ein Vielfaches höher.”

            Aber man muss es dann auch verstehen und nicht durch “durcharbeiten”. Man könnte fast spotten über die hilflosen Versuche, in drei mal drei Stunden “on the job” einen Durchlauferhitzerkurs von Fachfremden zum Mathelehrer hinzubekommen:

            https://ssl.bremen.de/lis/sixcms/detail.php?gsid=bremen56.c.119197.de

          • Immerhin haben Sie erkannt, wie ich den Absatz über die Mathematik meinte. Frei nach René Descartes:

            “Von allen, die bis jetzt nach Wahrheit forschten, haben die Mathematiker allein eine Anzahl Beweise finden können, woraus folgt, dass ihr Gegenstand der allerleichteste gewesen sein müsse.”

            Man sieht ja, wie gut oder ehrlicher katastrophal Bremen in der IQB-Studie abschneidet, wobei ich aber nicht weiß, wie Bremen im Vergleich zu einer Großstadt im Ruhrgebiet abgeschnitten hat.

          • Palim: Hier wurde der faćhfremd erteilte Unterricht nicht so sehr enthusiastisch diskutiert und beurteilt, jedenfalls in der Sekundarstufe:

            http://www.news4teachers.de/2016/02/fachlehrermangel-wirkt-sich-aus-immer-mehr-kollegen-muessen-unterrichten-was-sie-nicht-studiert-haben/

          • Nach einer anderen IQB-Studie wurden 2013 schlechte Ergebnisse sogar in Zusammenhang mit hohen Anteilen von fachfremd erteiltem Unterricht gebracht:

            https://dzlm.de/presse/pressemitteilungen-des-dzlm/dzlm-zur-iqb-studie-der-kultusministerkonferenz-kompetenzniveaus

            Da ging es aber nicht um Grundschüler.

          • @ xxx (15.22),

            das haben Sie sehr gut beschrieben und das muss man auch einfach mal anerkennen, dass es so ist, ohne sich gleich wieder geringgeschätzt zu fühlen !

          • Danke. Die Meinung der Grundschullehrer über Gymnasiallehrer ist auch nicht sonderlich hoch. Schließlich können erstere so ziemlich alles unterrichten inkl. Inklusion während letztere überbezahlte inklusionsbefreite Fachidioten sind.

    • In Bayern schon, in Baden- Württemberg seit dem Schuljahr 2012/2013 ist die ohnehin nicht strenge Grundschulempfehlung tatsächlich nur noch eine Empfehlung. Vorher durfte man mit einem Schnitt bis 2,5 auf das Gymnasium, also viel lockerer als in Bayern.

  5. Once upon the time …

    Wenn Vergleiche nicht mehr zeitgemäß sind, dann sollte man auf sie verzichten. Die Erde hat sich weiteredreht – und mit ihr die Studienbedingungen selbst für Lehramt:) PHs gibt es z.B. nur noch in BW, in allen anderen Bundesländern wird Lehramt an Hochschulen studiert und endet zumeist in der heutigen Zeit mit dem Abschluss M.Ed. statt Erstem Staatsexamen. Der Unterschied in NRW liegt bei einem Semester zwischen dem Lehramtsabschluss für Primar-/Sekundarstufe I und Lehramt GY/BK. Es hat schon gute Gründe, warum die tarifbeschäftigten für die LEGO kämpfen und die TdL diese vehement ablehnt.

    Der witz der heutigen (Hochschul-)Ausbildung im lehramt ist doch, dass beide Gruppen (SekI und SekII) zunächst je einen Bachelor-Abschluss in ihren eigentlichen Fächern ablegen und anschließend mit einem einen Master of Education ihr Hochschulstudium abschließen. Die fachliche Ausbildung ist also für beide Gruppen mehr oder weniger identisch, der Unterschied liegt in der willkürlich festgesetzten regelstudienzeit:(

    • In Bayern gibt es heute noch das Staatsexamen, mit dem ein Lehramtsstudent sein Studium abschließt, der Unterschied zwischen den Lehrämtern – was die Vorlesungen und Prüfungen anbelangt – besteht in Bayern heute noch. Für andere Bundesländer kann ich nicht sprechen.

    • Wo Studium und Ausbildung identisch sind, ist natürlich auch eine identische Bezahlung gerechtfertigt.

      • Das auf den ersten Blick klingt richtig. Ich erlaube mir einen zweiten “Hingucker” (Blick):

        (1) Warum soll das nur für den öffentlichen Dienst gelten? Warum dürfen Private quasi bezahlen, wie sie wollen? Oder bekommen in der Privatwirtschaft auch immer alle bei gleicher Ausbildung das gleiche Gehalt?

        (2) Sind Studium und Ausbildung alleine deshalb identisch, weil Dauer und der Name des Abschlusses gleich sind; die Inhalte der Ausbildung sich aber durchaus sehr deutlich voneinander unterscheiden? Oder meinen Sie, dass die Inhalte der Ausbildung inzwischen auch gleich geworden sind?

      • Ach, und ein dritter Blick:

        Identische Ausbildung und Abschluss, aber warum darf man dafür in jedem Bundesland anders bezahlt werden (im ÖD)?

        Identische Ausbildung und Abschluss, aber warum bekommt man doch mehr dafür, je länger (nicht je besser oder je mehr, sondern je länger) man das macht (Erfahrungsstufen)?

  6. Als Schülerin eines Gymnasiums in Baden- Württemberg, die die neunte Klasse übersprungen hat und jetzt die Jahrgangsstufe 1 besucht, stehe ich der Inklusion stark geistig Behinderter an Gymnasien kritisch gegenüber. Schon jetzt, ohne geistig behinderte Mitschüler bleibt den Lehrern viel zu wenig Zeit für Begabtenförderung, da, besonders nach der Abschaffung der verpflichtenden Grundschulempfehlung, bereits mit großen Unterschieden der Leistungsniveaus der Schüler gekämpft wird. Die Integration geistig Behinderter in den Unterricht nimmt sehr viel Zeit in Anspruch, zumal diese die intellektuellen Anforderungen nicht erfüllen. Schüler, die eine Werkrealschule besuchen, dürfen und können auch nicht auf ein Gymnasium gehen, obwohl sie diesen Anforderungen noch eher gerecht werden könnten als ein stark geistig Behinderter. Eine Inklusion am Gymnasium ergibt für mich daher absolut keinen Sinn, wenn geistig Behinderte an Regelschulen unterrichtet werden sollen, dann an denen, die ihren Fähigkeiten am ehesten entsprechen. Nach einem Jahr mit einem Asperger- Autisten in der Klasse kann ich sagen, dass ein solcher trotz Schulbegleiter und fehlender intelektueller Einbußen schon erheblich mehr Zeit des Lehrers beansprucht. Durch die Tatsache, dass meine Eltern beide Gymnasiallehrer sind, kenne ich das Problem auch von Lehrerseite. Für körperliche Behinderungen dagegen ist Inklusion viel sinnvoller. Als jetzt Fünfzehnjährige kann ich nicht mitbestimmen, hoffe aber, dass das Bildungssystem sich grundlegend gewndelt hat, bis meine zukünftigen Kinder in die Schule kommen, und die Gymnasien wieder mehr Anspruch an ihre Schüler zu stellen, anstatt sich bundesweit anzugleichen, so das Niveau und die Standards drastisch zu senken und die schlechteren Schüler immer mitzuschleppen, damit möglichst viele ein Abitur bestehen können, das im internationalen Vergleich aber nichts mehr wert ist.

    • Sie sind aber sehr reaktionär. Schüler nach ihren kognitiven Fähigkeiten einer Schulform zuzuteilen, hat mit Gutmenschentum ungefähr so viel gemeinsam wie die Bertelsmann-Stiftung mit seriöser Forschung ohne Eigeninteresse. Das Bildungssystem wird sich erst dann wandeln, wenn Ablehnung von Inklusion nicht mehr mit Behindertendiskriminierung gleichgesetzt wird, und die “Schule für alle” auf den Müllhaufen falscher Bildungsideale geworfen wurde. Das dauert aber sehr lange. Ich hoffe für Sie bzw. Ihre dann langsam schulpflichtigen Kinder, dass 20 Jahre dafür ausreichen.

      • Das ist wahrscheinlich eine der wenigen praktikablen Lösungen, und es ist mir bewusst, dass ein so schneller Gesinnungswandel in der Bildungspolitik unwahrscheinlich ist. Trotzdem hoffe ich auf Besserung :).

    • @ H.N.,

      das haben Sie gut beschrieben. Viele hier denken ähnlich.

      • Sehr richtig. Aber denoch: Was H.N. fordert, ist gegen den Genossen Trend. Ich höre immer nur, dass steigende Gymnasialquoten, Abiturquoten und Studierquoten politisch und gesellschaftlich gewollt seien. Da frage ich mich immer, wer das genauer ist, der das da will. Wer bestimmt in unserem Lande, was politisch und gesellschaftlich gewollt ist?

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