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Bildungsgipfel Hessen: Bündnis aus Kritikern stellt Teilnahme am letzten Treffen in Frage

FRANKFURT AM MAIN. Trotz harter Kritik am hessischen Bildungsgipfel wollen sich die Landesschülervertretung, der Landeselternbeirat, der Elternbund Hessen, der Verband Bildung und Erziehung Hessen sowie die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft weiter an den Arbeitsgruppensitzungen beteiligen. Das schreibt das Bündnis aus Kritikern in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Es lässt allerdings offen, ob es auch am letzten Treffen des Bildungsgipfels teilnehmen wird.

Steht vor den Scherben seines Bildungsgipfels: Alexander Lorz, Kultusminister von Hessen. Foto:

Der Bildungsgipfel des hessischen Kultusministers Alexander Lorz erntet viel Kritik. Foto:
Martin Rulsch, Wikimedia Commons, CC-by-sa 3.0/de

Immer deutlicher würden die Signale von Seiten konservativer Beharrungskräfte, keine substantiellen Fortschritte im hessischen Schulwesen zulassen zu wollen. Unabhängig davon wollen sich die Kritiker „bis zu den letzten Arbeitsgruppensitzungen des Bildungsgipfels für soziale Fortschritte einsetzen“. Vor diesem Hintergrund begrüße das Bündnis, dass die Landesschülervertretung (LSV) mit ihrem Diskussionsbeitrag versucht habe, Bewegung in die Debatte zur Schulstruktur zu bringen. „Wir sehen in diesem Beitrag einen Ansatz zur Entwicklung von Haupt- und Realschulen hin zu inklusiven Schulen. Eine bessere Option bestünde in der Neuerrichtung von Integrierten Gesamtschulen, die allerdings auf erbitterten Widerstand jener trifft, die die im gegliederten System enthaltene Benachteiligung von Schülerinnen und Schülern aus bildungsbenachteiligten Elternhäusern nicht aufheben wollen.“

Den Kritikern sei bewusst, dass dieser Diskussionsbeitrag der LSV lediglich einen sehr geringen Anteil der hessischen Schülerinnen und Schüler sowie Schulen tangiere. „Entscheidend für eine Gesamtbewertung der Ergebnisse des Bildungsgipfels bleiben für uns substantielle Fortschritte bei den Zielen:

  • Kein Kind darf zurückgelassen werden und
  • Bildungsabschlüsse dürfen nicht vererbt werden. Sie müssen vom Elternhaus abgekoppelt werden, damit das Benachteiligungssystem durchbrochen wird.“

Wichtigster Punkt dafür bleibe die angemessene Ausrichtung und Ausstattung aller integrativ arbeitenden Schulen für die von ihnen zu leistenden zusätzlichen Aufgaben. Ebenso müssten den Schulen für Inklusion personelle und finanzielle Ressourcen für angemessene Vorkehrungen nach Artikel 24 UN-Behindertenrechtskonvention bereit gestellt werden. Hierzu sei ein allen zugänglicher Zeit- und Ressourcenplan unabdingbar.

„Bei dem Ausbau echter Ganztagsschulen bleiben die bisherigen Ankündigungen von Kultusminister Lorz zu unkonkret und deutlich hinter den von uns gesehenen Entwicklungsnotwendigkeiten in Hessen zurück. Völlig unakzeptabel ist dabei für uns auch, dass die im echten Ganztag zusätzlich auf die Schulen zukommenden Aufgaben, durch Zuweisungskürzungen an anderen Schulen (Grundschulen und Oberstufen) bezahlt werden sollen. Grundschulen und Oberstufen müssen nach wie vor ihre umfänglichen Aufgaben erfüllen und dürfen nicht dafür bestraft werden, dass an anderer Stelle weitere Arbeit geleistet werden soll.“

Eine solche Vorgehensweise sei mit dem von der Koalition für den Bildungsgipfel proklamierten Ziel „Planungssicherheit für Schulen“ absolut nicht in Übereinstimmung zu bringen. Deshalb seien sich auch in diesem Punkt LSV, Landeselternbeirat (LEB), der Elternbund Hessen (ebh), der Verband Bildung und Erziehung Hessen (VBE) und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) einig: „Sollten die angekündigten Zuweisungskürzungen nicht bis dahin zurückgenommen und auch weiterhin keine substantiellen Fortschritte erkennbar sein, steht unsere Teilnahme am letzten Treffen des Bildungsgipfels in Frage.“

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Titelbild: Christos Vittoratos / Wikimedia Commons (CC-BY-SA 4.0)

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