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Klaubert will Gehälter der Schulleiter angleichen

ERFURT. Thüringens Bildungsministerin Birgit Klaubert hat sich für eine bessere Bezahlung von Schulleitern ausgesprochen. Besonders die Entlohnung von Grundschulleitern kleiner ländlicher Schulen sei eigentlich „einer Schulleitung nicht würdig“. Mögliche Lösungen muss ihr Ministerium aber erst noch prüfen.

Thüringens Bildungsministerin Birgit Klaubert (Linke) will einen Teil der Schulleiter besser bezahlen. Sie sei für eine Angleichung der Gehälter zwischen den verschiedenen Schularten, sagte Klaubert im Landtag. Ein Problem sei die Bezahlung von Schulleitern an sehr kleinen Grundschulen in ländlichen Regionen. Sie sei eigentlich «einer Schulleitung nicht würdig». Ihr Ministerium prüfe, ob möglicherweise durch eine Verbundlösung zwischen Schulen eine bessere Regelung gefunden werden könne. Der Landtag beschäftigte sich auf Antrag der CDU-Fraktion mit den vielfach unbesetzten Schulleiterstellen in Thüringen.

Schulleiter - Ein Schulleiterposten zu übernehmen bringt Mehrarbeit mit sich, die nicht immer angemessen bezahlt wird. Foto: Matt Buck / flickr (CC BY-SA 2.0)

Ein Schulleiterposten zu übernehmen bringt Mehrarbeit mit sich, die nicht immer angemessen bezahlt wird. Foto: Matt Buck / flickr (CC BY-SA 2.0)

Die Forderung der größten Oppositionsfraktion nach einem Versprechen der Ministerin, dass künftig keine Schule länger als drei Monate ohne einen ordentlich bestellten Schulleiter auskommen muss, lehnte Klaubert ab. Ein solches Versprechen sei unrealistisch. Ein Grund dafür seien Konkurrentenklagen bei der Besetzung ausgeschriebener Stellen. Die juristischen Verfahren bis zu einer Klärung dauerten häufig lange.

Nach CDU-Angaben sind derzeit 53 Schulleiterstellen in Thüringen unbesetzt, davon 26 an Grundschulen. Andere sprachen von 39 Leiterstellen, für die es Vertretungsregelungen geben müsse. (dpa)

• zum Bericht: Viele Stellen unbesetzt: Thüringer CDU fordert „Schulleiter-Versprechen“
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3 Kommentare

  1. bessere Bezahlung einzelner Schulleiter, wenn sie im Gegenzug mehrere (ländliche) Schulen leiten? Klingt nach einem Taschenspielertrick, der der Politik und der Statistik hilft, aber weder den Schulleitern, noch den Schulen und den Schülern.

  2. Nein, die Maßnahme dient dem erhalt kleinerer Schulstandorte. Diese Maßnahme wird in NRW doch schon seit geraumer Zeit umgesetzt. Da werden in den Ortsteilen Grundschulstandorte aufgrund der berechtigten Forderung „Kurze Beine, kurze Wege“ aufrechterhalten. Lt, Gesetz dürften diese einzügigen Schulen aber gar nicht existieren. Folglich legt man zwei bis drei ehemals selbständige Grundschulen zu einer Grundschule mit entsprechend vielen Nebenstellen zusammen. Da sich die Schulleiterzulage nach der Kopfzahl der Schüler berechnet, bedeutet so eine Lösung de facto höhere Bezüge für die verbliebenen Schulleiter. Für das Land ergibt sich die Einsparung, da zwei Schulleitungen wegfallen. Der zweite Schulstandort wird vom Konrektor organisiert und beim dritten – in der regel dem kleinsten – macht das die dienstälteste Lehrkraft. letztere im besten Fall mit drei Ermäßigungsstunden in der Woche.

    Die kleinen Schulstandorte auf’m Land verfügen dann über 3,5 Vollzeitstellen; 1,5 für die jahrgangsübergreifende Eingangsphase (1. und 2. Schuljahr) und je einer Vollzeitstelle für die 3. und 4. Klasse. ggf. kommt dann noch eine LAA‘ mit Bedarf deckendem Unterricht dazu – und aus die Maus.

    Im Gegenzug hat man die Klassenmindestgröße auf 14 Kinder abgesenkt, um nicht über noch mehr Schulschließungen verfügen zu müssen.

    In den finanzgebeutelten größeren Städten hingegen werden mit Verweis auf den ÖPNV Schulen geschlossen, nach dem Motto „aus drei mach zwei“.

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