Ausbildung: Vier von fünf Jugendlichen lernen in ihrem Wunschberuf

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BONN. Wie der Arbeitsmarkt, hat sich auch der deutsche Ausbildungsmarkt in den vergangenen Jahren von einem Nachfrage- in einen Anbietermarkt gewandelt. Konnten sich früher die Unternehmen aus Stapeln von Bewerbungsmappen die besten Kandidaten heraussuchen, müssen sich heute oft die Betriebe bei den potenziellen Azubis bewerben. Den meisten Auszubildenden ist es dementsprechend in den letzen Jahren gelungen, ihren Wunschberuf zu realisieren. Vergleiche zwischen verschiedenen Personengruppen zeigen jedoch Unterschiede bei der Realisierung des Wunschberufs.

Auch der Konditor-Beruf kann ein Traumjob sein. Foto: Shutterstock

Die große Mehrheit (83 %) der Bewerber, die eine betriebliche Ausbildungsstelle finden konnte, wird in ihrem Wunschberuf oder einem ihrer Wunschberufe ausgebildet. Diese Personen sind mit ihrer aktuellen beruflichen Situation deutlich zufriedener als diejenigen, die in anderen Berufen als ihren Wunschberufen ausgebildet werden. Dies sind Ergebnisse der repräsentativen BA/BIBB-Bewerberbefragung 2018, die vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und der Bundesagentur für Arbeit (BA) durchgeführt wurde.

Durchschnittlich waren Bewerber, die ihre Ausbildung im Wunschberuf absolvierten, rund ein Jahr jünger (18,1 Jahre) als Bewerber, die nicht in ihrem Wunschberuf ausgebildet wurden (19,0 Jahre). Wenig überraschend befanden sich Altbewerber, also Jugendliche und junge Erwachsene, die sich bereits in früheren Jahren um eine Ausbildungsstelle beworben hatten seltener im Wunschberuf als Personen, die sich erstmalig bewarben. Immer noch Dreiviertel betrug allerdings auch bei Ihnen der Anteil, derjenigen, die auf eine Tätigkeit im Wunschberuf vorbereitet werden.

Ein höheres Risiko gar keine Ausbildungsstelle zu finden haben laut der Forschung neben älteren und Altbewerbern auch Frauen und migrantische Bewerber. Diese Befunde spiegelten sich ebenfalls in der Befragung. So gaben Männer (86%) häufiger als Frauen (79%) an, dass ihr Ausbildungsberuf ihr Wunschberuf sei. Auch konnten Bewerber mit Migrationshintergrund seltener ihren Wunschberuf realisieren (zu 76% gegenüber 85% bei den Bewerbern ohne Migrationshintergrund).

Unerwarteterweise landeten auch Studienberechtigte seltener im gewünschten Ausbildungsberuf als Bewerber mit mittleren Abschlüssen. Ein Grund für dieses Ergebnis könnte sein, so vermutet das Autorenteam, dass sich Jugendliche und junge Erwachsene mit Studienberechtigung häufiger für Berufe mit einer starken Konkurrenzsituation interessieren, also für Berufe wie zum Beispiel Mediengestalter/-in oder Veranstaltungskaufleute, in denen es mehr Bewerber als zur Verfügung stehende Ausbildungsplätze gibt.

Hinsichtlich des Aufwands in ihren Bewerbungsbemühungen unterschieden sich Azubis, die in ihrem Wunschberuf gelandet sind im Übrigen kaum von denjenigen, die Abstriche machen mussten. Allerdings hatten sie signifikant häufiger (zu 43%) ein freiwilliges Praktikum absolviert. Personen, die sich nicht im Wunschberuf befinden hatten vielmehr größer Bewerbungsbmühungen zu verzeichnen.

An der Befragung beteiligten sich rund 4.400 Personen, die bei der BA als ausbildungssuchend registriert waren. Alle Bewerber, die sich zum Befragungszeitpunkt in einer betrieblichen Ausbildung nach Berufsbildungsgesetz (BBiG) oder Handwerksordnung (HwO) befanden, wurden gefragt, ob es sich bei ihrem Ausbildungsberuf um ihren Wunschberuf oder einen ihrer Wunschberufe handelt.

Die Ergebnisse der Befragung seien repräsentativ für die Gruppe der gemeldeten Bewerber ohne Fluchthintergrund. Jugendliche, die sich bereits in einer Ausbildung befanden, wurden gefragt, ob es sich bei ihrem Beruf um ihren Wunschberuf handelt. da Jugendliche befragt wurden, die sich bereits in Ausbildung bfinden, geben die Autoren allerdings zu bedenken, dass die Bewertung des Ausbildungsberufs als Wunschberuf mit den bereits gemachten Ausbildungserfahrungen korrelieren könnte, das also der Ausbildungsberuf erst nach Ausbildungsbeginn zum Wunschberuf geworden sein. (zab, pm)

• Die Studie steht auf der Seite des BIBB kostenlos zum Download zur Verfügung

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1 KOMMENTAR

  1. In dem Artikel wird leider so sehr mit Bezugswerten herumgeworfen, dass man sie kaum vernünftig einordnen kann. Insbesondere fehlen Zahlen über die Berufsvorbereitungskurse und die der arbeitslosen Jugendlichen.

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