Kultusminister stimmen Hygiene-Anforderungen ab – nachdem Schulen geöffnet wurden

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MAINZ. Bei der schrittweisen Öffnung der Schulen streben die Bundesländer möglichst einheitliche Vorkehrungen für den Gesundheitsschutz an. Dafür werden die Kultusminister am Montag miteinander telefonisch konferieren. Ein bisschen spät: In etlichen Bundesländern sind dann schon längst wieder Schüler in den Schulen.

„Ziel, ein möglichst einheitliches Vorgehen bei den Schulöffnungen zu erreichen“: die rheinland-pfälzische Bildungsministerin und KMK-Präsidentin Stefanie Hubig. Foto: Georg Banek / Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz

Vor der Telefonkonferenz der Kultusministerkonferenz (KMK) am kommenden Montag sagte die KMK-Vorsitzende Stefanie Hubig (SPD), der Gesundheitsschutz habe «selbstverständlich oberste Priorität». Die KMK werde die Endabstimmung eines Konzepts herbeiführen, das Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Länderchefs für die weiteren Beratungen zur Verfügung gestellt werde. «Darin machen wir Empfehlungen von der Schülerbeförderung, über die einzuhaltenden Hygiene- und Abstandsregelungen, der Pausenorganisation bis hin zur Gruppengröße und den Unterrichtszeiten.»

Ziel sei ein möglichst einheitliches Vorgehen bei Schulöffnungen

Es sei das gemeinsame Ziel, ein möglichst einheitliches Vorgehen bei den Schulöffnungen zu erreichen, sagte die rheinland-pfälzische Bildungsministerin. Dabei müsse auch auf regionale Besonderheiten Rücksicht genommen werden. «Uns allen ist jetzt wichtig, dass unsere Schülerinnen und Schüler sowie unser pädagogisches wie nicht-pädagogisches Personal unter sehr guten Bedingungen an die Schulen zurückkehren können.»

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Zumindest die Schüler der Abschlussklassen sind das vielerorts bereits. In Nordrhein-Westfalen beispielsweise begann der Pflichtunterricht am Donnerstag für bis zu 250.000 Schülerinnen und Schüler. Dazu kamen bis zu 90.000 Abiturienten, die freiwillig Unterrichtsangebote wahrnehmen konnten. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) bot im Interview mit dem „Spiegel“ eine eigenwillige Erklärung, wieso sich die Kultusminister über Hygiene erst abstimmen, nachdem viele Schulen bereits geöffnet wurden. „Was bis jetzt passiert ist, war keine echte Öffnung der Schulen“, sagte sie. „Prüflinge werden auf ihre Prüfungen vorbereitet und absolvieren diese. Von einem Regelbetrieb sind wir sehr weit entfernt.“

Prüflinge? In Hessen sollten an diesem Montag auch schon Viertklässler zur Schule gehen. Ein Gericht stoppte dieses Vorhaben allerdings kurzfristig (News4teachers berichtete). News4teachers / mit Material der dpa

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

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2 KOMMENTARE

  1. Sehr geehrte MinisterInnen, bitte stimmen Sie sich ab BEVOR eine Schule geöffnet wird. Sie haben die Verantwortung für viele Menschenleben. Das sollte Ihnen bei jeder Entscheidung klar sein! Corona-Ausbrüche in Schulen sind kein Kavaliersdelikt!

  2. Nein. Es ist schon alles abgestimmt, es geht eigentlich nur noch um Feinheiten oder Ausnahmen. Das ist auf KMK-Ebene schon alles klar, deswegen sind die veröffentlichten Hygienpläne ja auch teilweise wortwörtlich gleich, Man achte mal auf den Passus zur Eingangskontrolle auf Schulklos. Immerhin: Die Lehrkräfte in Angestelltenverhältnissen mit präkerer Dauer können sich bei den mittlerweile kurzfristigen Laufzeiten aber Erfahrungen für die Zeit machen, wo ein Vertrag mal nicht verlängert wird (vorsicht, die Humor ist dunkelschwarz).
    In der Telefonschalte lassen sich solche Sachen gar nicht klären, sind ja auch Laschet und Söder mit dabei.

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